{"id":69168,"date":"2018-03-17T07:59:12","date_gmt":"2018-03-17T05:59:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69168"},"modified":"2018-03-17T07:59:12","modified_gmt":"2018-03-17T05:59:12","slug":"x-b-136-17-bezeichnung-des-klagebegehrens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-136-17-bezeichnung-des-klagebegehrens\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;136\/17 &#8211; Bezeichnung des Klagebegehrens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.2.2018, X B 136\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.010218.XB136.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Bezeichnung des Klagebegehrens<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ein Antrag, Steuern &quot;anderweit&quot; festzusetzen, bezeichnet das Klagebegehren nicht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Das FG ist nach &sect; 65 Abs. 2 Satz 1 FGO verpflichtet, bei M&auml;ngeln der Klageschrift zur Erg&auml;nzung aufzufordern.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Es steht jedoch im Ermessen des FG, ob es eine Ausschlussfrist nach &sect; 65 Abs. 2 Satz 2 FGO setzt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 14. September 2017&nbsp;&nbsp;5 K 842\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) erzielte mit drei Unternehmen Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Nach einer Betriebspr&uuml;fung setzte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Steuern und Gewerbesteuermessbetr&auml;ge der Streitjahre gr&ouml;&szlig;tenteils abweichend, teils h&ouml;her, teils niedriger fest; teilweise blieb es bei Nullfestsetzungen. Die Einspr&uuml;che begr&uuml;ndete die Kl&auml;gerin nicht. Mit der Klage gegen die Einspruchsentscheidungen (in der Hauptsache sowie betreffend die Ablehnung der Aussetzung der Vollziehung &#8211;AdV&#8211;) beantragte die Kl&auml;gerin anderweitige Festsetzungen. Die Klage richte sich gegen unzutreffende Feststellungen der Betriebspr&uuml;fung, um Frist f&uuml;r die weitere Klagebegr&uuml;ndung bis zum 17.&nbsp;Juli 2017 werde gebeten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) forderte die Kl&auml;gerin mit Verf&uuml;gung vom 19.&nbsp;Juni 2017 u.a. auf, bis zum 17.&nbsp;Juli 2017 die Begr&uuml;ndung einzureichen. Am 18.&nbsp;Juli 2017 &uuml;bertrug das FG den Rechtsstreit auf den Einzelrichter und beraumte unter Hinweis auf &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) m&uuml;ndliche Verhandlung an, die es nach antragsgem&auml;&szlig;er Verlegung schlie&szlig;lich am 14.&nbsp;September 2017 in Abwesenheit der Kl&auml;gerin sowie deren Prozessbevollm&auml;chtigter durchf&uuml;hrte. Eine Begr&uuml;ndung war nicht eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage mit am 18.&nbsp;September 2017 zugestellten Urteil ab. Die Klage betreffend die AdV sei unzul&auml;ssig, da insoweit nur der Antrag nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3, 5 FGO statthaft sei. Die Klage gegen die &uuml;brigen Bescheide sei unzul&auml;ssig. &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 FGO erfordere, dass der Kl&auml;ger dem Gericht substantiiert darlege, inwiefern der angefochtene Verwaltungsakt rechtswidrig sei und ihn in seinen Rechten verletze. Das Gericht m&uuml;sse so das Klagebegehren ermitteln k&ouml;nnen. Hinsichtlich der Nullbescheide sowie derjenigen Bescheide mit niedrigeren Festsetzungen als vor der Betriebspr&uuml;fung fehle es &uuml;berdies an einer Beschwer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin legte Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision ein und macht eine Divergenz i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO sowie Verfahrensm&auml;ngel nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO geltend. Das FG weiche von dem Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 17.&nbsp;Januar 2002 VI&nbsp;B&nbsp;114\/01 (BFHE 198, 1, BStBl II 2002, 306) ab, in dem der BFH festgestellt habe, dass der Antrag &quot;Ablehnungsbescheid &uuml;ber den Antrag auf &Auml;nderung &#8230;&quot; den Gegenstand des Klagebegehrens hinreichend bezeichne. Bereits in der Klageschrift wie auch mit Schriftsatz vom 31.&nbsp;Juli 2017 habe die Kl&auml;gerin entsprechende Antr&auml;ge gestellt und mit dem zuletzt genannten Schriftsatz die Klage auch umfangreich begr&uuml;ndet. Das FG habe keinen Hinweis erteilt, dass die Klagebegr&uuml;ndung unzureichend sei, insbesondere auch keine Ausschlussfrist gesetzt. Es habe zwar am 14.&nbsp;September 2017 in Abwesenheit der Kl&auml;gerin verhandeln d&uuml;rfen, h&auml;tte dann aber deren schriftlichen Vortrag ber&uuml;cksichtigen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abschlie&szlig;end formuliert die Kl&auml;gerin: &quot;Unsere Klagebegr&uuml;ndung vom 31.07.2017 &uuml;berreichen wir der Vollst&auml;ndigkeit halber als Anlage R2, aufgrund des Umfangs derselben allerdings nur auf dem Postweg.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist, soweit sie &uuml;berhaupt den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;gt, zumindest unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Hinsichtlich der AdV sowie derjenigen Bescheide, mit denen das FA nach der Betriebspr&uuml;fung Festsetzungen auf Null bzw. niedriger als vor der Betriebspr&uuml;fung vorgenommen hat und das FG deswegen die Klage auch wegen fehlender Beschwer nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO abgewiesen hat, fehlt der Beschwerde jegliche Begr&uuml;ndung. Sie ist insoweit unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Kl&auml;gerin beschwert ist und das FG die Klageabweisung allein auf die fehlende Bezeichnung des Klagebegehrens gest&uuml;tzt hat, liegen Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Abweichung von dem BFH-Beschluss in BFHE 198, 1, BStBl II 2002, 306 besteht nicht. Vielmehr entspricht die angefochtene Entscheidung dessen Grunds&auml;tzen. Der BFH hat dort ausgef&uuml;hrt, dass das Gericht durch die Angaben des Kl&auml;gers in die Lage versetzt werden muss zu erkennen, worin die den Kl&auml;ger treffende Rechtsverletzung nach dessen Ansicht liegt. Daf&uuml;r k&ouml;nne ein bestimmter Klageantrag ausreichen, etwa dann, wenn ein Kl&auml;ger die Herabsetzung der Steuerschuld bzw. einer bestimmten Besteuerungsgrundlage oder der Eink&uuml;nfte auf einen genau bezeichneten Betrag beantragt. Weitere Angaben zum Sachverhalt sind auch dann nicht erforderlich, wenn der Sachverhalt, um den gestritten wird, in groben Z&uuml;gen aus der Einspruchsentscheidung erkennbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat zutreffend ausgef&uuml;hrt, dass in dem jener Entscheidung zugrunde liegenden Rechtsstreit &uuml;ber eine Klage gegen einen Ablehnungsbescheid &uuml;ber den Antrag auf &Auml;nderung eines bestimmten Bescheids zu befinden war. Dem war der Umfang des Klagebegehrens unmissverst&auml;ndlich zu entnehmen, n&auml;mlich auf antragsgem&auml;&szlig;e &Auml;nderung gerichtet. Damit ist der vorliegende Streitfall nicht vergleichbar, da der Antrag auf &quot;anderweitige&quot; Festsetzung in Verbindung mit Einspruchsentscheidungen &uuml;ber nicht begr&uuml;ndete Einspr&uuml;che gerade nicht erkennen l&auml;sst, auf welche Betr&auml;ge die angefochtenen Bescheide nach der Vorstellung der Kl&auml;gerin h&auml;tten reduziert werden sollen oder gegen welche konkreten Feststellungen der Betriebspr&uuml;fung mit welchen steuerlichen Folgen sie sich wendet. Das FG ist damit von den in dem Beschluss in BFHE 198, 1, BStBl II 2002, 306 aufgestellten Grunds&auml;tzen nicht abgewichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin sich au&szlig;erdem auf einen Schriftsatz vom 31.&nbsp;Juli 2017 beruft, mit dem sie jedenfalls das Klagebegehren konkretisiert habe, ist dieser nach Aktenlage beim FG nicht eingegangen. Es gab folglich f&uuml;r das FG abgesehen von der Klage selbst keine weiteren Schrifts&auml;tze, die es zu beurteilen hatte und in Abweichung von den Grunds&auml;tzen des vorgenannten Beschlusses h&auml;tte beurteilen k&ouml;nnen. Zulassungsr&uuml;gen i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO, die sich auf den Zugang des behaupteten Schriftsatzes vom 31.&nbsp;Juli 2017 beziehen, hat die Kl&auml;gerin nicht erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel liegen ebenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die R&uuml;ge, das FG habe wegen des Begr&uuml;ndungsmangels keinen Hinweis erteilt und keine Ausschlussfrist gesetzt, geht fehl.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 FGO muss die Klage den Kl&auml;ger, den Beklagten, den Gegenstand des Klagebegehrens, bei Anfechtungsklagen auch den Verwaltungsakt und die Entscheidung &uuml;ber den au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf bezeichnen (Satz&nbsp;1), sie soll einen bestimmten Antrag enthalten (Satz&nbsp;2), die zur Begr&uuml;ndung dienenden Tatsachen und Beweismittel sollen angegeben werden (Satz&nbsp;3) und es soll eine Abschrift des angefochtenen Verwaltungsakts und der Einspruchsentscheidung beigef&uuml;gt werden (Satz&nbsp;4). Nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO hat das FG (der Vorsitzende oder der Berichterstatter) bei einer Klage, die den Anforderungen des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 FGO nicht entspricht, den Kl&auml;ger zu der erforderlichen Erg&auml;nzung innerhalb einer bestimmten Frist aufzufordern. Vorsitzender oder Berichterstatter k&ouml;nnen nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO dem Kl&auml;ger f&uuml;r die Erg&auml;nzung eine Frist mit ausschlie&szlig;ender Wirkung setzen, wenn es an einem der in Absatz&nbsp;1 Satz&nbsp;1 genannten Erfordernisse fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der aus &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO folgenden Verpflichtung ist das FG nachgekommen, indem es die Kl&auml;gerin mit Verf&uuml;gung vom 19.&nbsp;Juni 2017 aufgefordert hatte, bis zum 17.&nbsp;Juli 2017 die Begr&uuml;ndung nachzureichen. Es hat zwar nicht explizit die Bezeichnung des Klagebegehrens angesprochen. Die Aufforderung zur Begr&uuml;ndung schlie&szlig;t das Klagebegehren aber mit ein, denn eine Begr&uuml;ndung geht m&ouml;glicherweise &uuml;ber das Klagebegehren hinaus, bleibt aber keinesfalls dahinter zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Ausschlussfrist zu setzen war das FG nicht verpflichtet. &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO ist bereits nach seinem eindeutigen Wortlaut eine Kannvorschrift. Sie r&auml;umt dem Gericht Ermessen ein, f&uuml;r die sog. Musserfordernisse einer Klage eine Ausschlussfrist zu bestimmen, verpflichtet es jedoch nicht dazu (vgl. BFH-Entscheidungen vom 15.&nbsp;Februar 2000 X&nbsp;B&nbsp;91\/99, BFH\/NV 2000, 1472; vom 17.&nbsp;Mai 2000 IV&nbsp;B&nbsp;87\/99, BFH\/NV 2000, 1354, unter I.6.; vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2001 IX&nbsp;R&nbsp;98\/97, BFH\/NV 2001, 1273).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit teilweise demgegen&uuml;ber unter Berufung auf das Senatsurteil vom 29.&nbsp;November 2000 X&nbsp;R&nbsp;10\/00 (BFH\/NV 2001, 627) auf die aus dem Anspruch auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs folgende richterliche F&uuml;rsorge- und Hinweispflicht und auf das Verbot der &Uuml;berraschungsentscheidung die Auffassung vertreten wird, das FG sei im Regelfall dennoch verfahrensrechtlich verpflichtet, die Ausschlussfrist zu setzen (vgl. Brandis in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;65 FGO Rz&nbsp;24; Gr&auml;ber\/Herbert, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;65 Rz&nbsp;56), folgt der Senat dem nicht. Rechtliches Geh&ouml;r gew&auml;hrt das FG bereits mit dem einfachen Hinweis nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO, zu dem das Gesetz im offenbaren Gegensatz zu Satz&nbsp;2 ausdr&uuml;cklich verpflichtet hat. Es ist nicht erkennbar, warum der Beteiligte unter dem Gesichtspunkt rechtlichen Geh&ouml;rs dar&uuml;ber hinaus einen Anspruch haben sollte, dass das FG ihm die deutlich sch&auml;rfere Ausschlussfrist nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO setzt. Gegen&uuml;ber der einfachen Fristsetzung des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO begr&uuml;ndet die Ausschlussfrist f&uuml;r den Beteiligten ausschlie&szlig;lich Rechtsnachteile. Erg&auml;nzt er die Klage nicht fristgerecht, wird mit Ablauf der Ausschlussfrist vorbehaltlich der Wiedereinsetzung die Klage unheilbar unzul&auml;ssig, w&auml;hrend er bei einfacher Frist bis zum Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung die erforderlichen Erg&auml;nzungen vornehmen, ggf. in der m&uuml;ndlichen Verhandlung noch etwaige Hinweise des FG hierzu nutzen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Senatsurteil in BFH\/NV 2001, 627 ergibt sich nichts anderes. Der Senat hatte ausdr&uuml;cklich offengelassen, ob das FG verpflichtet war, eine Ausschlussfrist zu setzen. Entscheidend hatte er darauf abgestellt, dass das dortige FG &uuml;berhaupt einen richterlichen Hinweis auf den Verfahrensmangel h&auml;tte erteilen m&uuml;ssen. Diesen Anforderungen ist aber bereits mit der Aufforderung nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO gen&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die Kl&auml;gerin dar&uuml;ber hinaus die Auffassung vertritt, der Vortrag im Klageverfahren habe bereits zur Bezeichnung des Klagebegehrens ausgereicht, so dass das FG die Klage zu Unrecht durch Prozessurteil abgewiesen und damit rechtliches Geh&ouml;r i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 FGO verletzt habe (vgl. Senatsbeschluss vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2017 X&nbsp;S&nbsp;18\/16 (PKH), BFH\/NV 2017, 909, unter II.2.), ist dies unzutreffend. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die Ausf&uuml;hrungen zu der Divergenzr&uuml;ge (s.o. unter II.2.a) Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ebenfalls eine Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs r&uuml;gt die Kl&auml;gerin mit ihrem Vorhalt, das FG h&auml;tte zwar am 14.&nbsp;September 2017 verhandeln d&uuml;rfen, nicht aber ohne ihren schriftlichen Vortrag zu ber&uuml;cksichtigen. Das FG konnte indes keinen schriftlichen Vortrag ber&uuml;cksichtigen, da ein solcher nicht vorlag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hieran &auml;ndert sich auch nicht dadurch etwas, dass die Kl&auml;gerin nunmehr im Beschwerdeverfahren auf die angeblich eingereichte Klagebegr&uuml;ndung vom 31.&nbsp;Juli 2017 Bezug nimmt. Selbst wenn im Beschwerdeverfahren ein solches Schriftst&uuml;ck vorgelegt worden w&auml;re, ist es dennoch nicht im Klageverfahren vorgelegt worden. Im &Uuml;brigen ist es der Ank&uuml;ndigung der Kl&auml;gerin entgegen bis zum jetzigen Zeitpunkt auch im BFH nicht eingegangen. Die gesamte Beschwerdebegr&uuml;ndung liegt nur als Telefax vor. Schlie&szlig;lich ist mit dem 20.&nbsp;Dezember 2017 auch die Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist abgelaufen. Wenn die Kl&auml;gerin die bis heute nie vorgelegte Klagebegr&uuml;ndung noch an diesem Tage abgesandt h&auml;tte, w&auml;re sie fr&uuml;hestens tags darauf eingegangen und h&auml;tte der Senat sie im Rahmen der vorliegenden Beschwerde nicht mehr ber&uuml;cksichtigen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.2.2018, X B 136\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.010218.XB136.17.0 Bezeichnung des Klagebegehrens Leits&auml;tze 1. NV: Ein Antrag, Steuern &quot;anderweit&quot; festzusetzen, bezeichnet das Klagebegehren nicht. 2. NV: Das FG ist nach &sect; 65 Abs. 2 Satz 1 FGO verpflichtet, bei M&auml;ngeln der Klageschrift zur Erg&auml;nzung aufzufordern. 3. NV: Es steht jedoch im Ermessen des FG, ob es eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-136-17-bezeichnung-des-klagebegehrens\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;136\/17 &#8211; Bezeichnung des Klagebegehrens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69168"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69168\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}