{"id":69184,"date":"2018-03-22T10:05:05","date_gmt":"2018-03-22T08:05:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69184"},"modified":"2018-03-22T10:05:05","modified_gmt":"2018-03-22T08:05:05","slug":"ix-r-25-15-veraeusserung-eines-unentgeltlich-bestellten-erbbaurechts-kein-privates-veraeusserungsgeschaeft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-25-15-veraeusserung-eines-unentgeltlich-bestellten-erbbaurechts-kein-privates-veraeusserungsgeschaeft\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;25\/15 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung eines unentgeltlich bestellten Erbbaurechts kein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2017, IX R 25\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.081117.IXR25.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ver&auml;u&szlig;erung eines unentgeltlich bestellten Erbbaurechts kein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Erbbauzinsen sind keine Anschaffungskosten i.S. des &sect; 255 Abs. 1 HGB f&uuml;r den Erwerb des Erbbaurechts, sondern Entgelt f&uuml;r die Nutzung des erbbaurechtsbelasteten Grundst&uuml;cks.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die &quot;Anschaffung&quot; eines Erbbaurechts i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG setzt voraus, dass das Recht im Zeitpunkt der &Uuml;bertragung bereits bestellt war und der Inhaber des bestehenden Rechts dieses auf den Erwerber entgeltlich &uuml;bertr&auml;gt.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Zwischen einem unbebauten Grundst&uuml;ck und einem nachfolgend f&uuml;r dieses Grundst&uuml;ck unentgeltlich bestellten Erbbaurecht besteht keine &#8211;auch keine partielle&#8211; Identit&auml;t i.S. der Rechtsprechung zum Erfordernis der N&auml;mlichkeit von angeschafftem und innerhalb der Haltefrist ver&auml;u&szlig;ertem Wirtschaftsgut.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 25. M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;3 K 1265\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2005 sowie der Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31. Dezember 2005 &#8211;beide datierend vom 1. September 2011 und jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5. April 2012&#8211; werden mit der Ma&szlig;gabe ge&auml;ndert, dass die bisher mit 688.160 EUR angesetzten Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften au&szlig;er Ansatz bleiben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Feststellungsklage des Beklagten wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens einschlie&szlig;lich der Kosten des Feststellungsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) mit der Ver&auml;u&szlig;erung eines Erbbaurechts &#8211;einschlie&szlig;lich eines von ihr als Erbbauberechtigte errichteten Geb&auml;udes&#8211; den Tatbestand eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ftes i.S. der &sect;&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, 23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) erf&uuml;llt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wird im Streitjahr 2005 mit ihrem Ehemann, dem Insolvenzschuldner, zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 30.&nbsp;April 1999 erwarb die A-GbR, deren Gesellschafter der Insolvenzschuldner und X waren, ein unbebautes Grundst&uuml;ck in D, welches vormals dem X zu Alleineigentum geh&ouml;rte. Mit Erbbaurechtsvertrag gleichen Datums bestellte die A-GbR der Kl&auml;gerin an einer Teilfl&auml;che des Grundst&uuml;cks ein Erbbaurecht mit einer Laufzeit von 20 Jahren, beginnend ab Grundbucheintrag. Besitz, Nutzen und Lasten an der Teilfl&auml;che gingen am 1.&nbsp;Juni 1999 auf die Kl&auml;gerin &uuml;ber. Nach Ziffer&nbsp;III. des Erbbaurechtsvertrages schuldete die Kl&auml;gerin einen monatlichen Erbbauzins in H&ouml;he von 3.000&nbsp;DM; nach Ziffer&nbsp;XII. des Vertrages hatte die Kl&auml;gerin u.a. die Vertragskosten, die Kosten des Vollzugs der Urkunde und die Grunderwerbsteuer zu tragen. Noch im Jahr 1999 errichtete die Kl&auml;gerin auf der mit dem Erbbaurecht belasteten Teilfl&auml;che des Grundst&uuml;cks ein Geb&auml;ude zum Betrieb eines &#8230;-Restaurants. Anschlie&szlig;end vermietete sie das Objekt an die F-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 15.&nbsp;Februar 2005 ver&auml;u&szlig;erten der Insolvenzschuldner, der Gesellschafter X und die Kl&auml;gerin den gesamten Grundbesitz an die A&nbsp;B.V. zum Kaufpreis von 1.784.600&nbsp;EUR, wovon 1.484.600&nbsp;EUR auf das Erbbaurecht mit dem aufstehenden Geb&auml;ude und 300.000&nbsp;EUR auf das Grundst&uuml;ck entfielen. Das Erbbaurecht der Kl&auml;gerin wurde im Zuge der Abwicklung des Kaufvertrages gel&ouml;scht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung f&uuml;r das Streitjahr gab die Kl&auml;gerin den Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang zwar an, erkl&auml;rte hieraus aber keinen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn. Der Beklagte, Revisionsbeklagte und Feststellungskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; zun&auml;chst einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr, in dem er den Angaben der Kl&auml;gerin in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung folgte. Im Jahr 2010 f&uuml;hrte das FA bei den Eheleuten eine Betriebspr&uuml;fung durch, deren Gegenstand u.a. die Einkommensteuer des Streitjahres war. Der Betriebspr&uuml;fer vertrat die Auffassung, mit dem Abschluss des Vertrages &uuml;ber den Verkauf des Erbbaurechts habe die Kl&auml;gerin den Tatbestand eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG erf&uuml;llt; das Erbbaurecht sei im Jahr 1999 entgeltlich angeschafft und innerhalb der ma&szlig;geblichen Haltefrist wieder ver&auml;u&szlig;ert worden. Da hinsichtlich des Erbbaurechts ein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft anzunehmen sei, sei das auf dem erbbaurechtsbelasteten Grundst&uuml;ck errichtete Geb&auml;ude in die Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns mit einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund erlie&szlig; das FA unter dem 1.&nbsp;September 2011 einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr, in dem ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 688.160&nbsp;EUR erfasst war, sowie einen ge&auml;nderten Verlustfeststellungsbescheid auf den 31.&nbsp;Dezember 2005, in dem der verbleibende Verlustvortrag der Kl&auml;ger nunmehr mit 0&nbsp;EUR festgestellt wurde. Der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung wurde jeweils aufgehoben. Die hiergegen gerichteten Einspr&uuml;che wies das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte nur zum Teil Erfolg. Das Finanzgericht (FG) vertrat in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1528 ver&ouml;ffentlichten Urteil die Rechtsauffassung, dass die Kl&auml;gerin mit der Ver&auml;u&szlig;erung des Erbbaurechts zusammen mit dem von ihr hergestellten Geb&auml;ude zwar nicht &#8211;wovon das FA ausgegangen war&#8211; ein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG verwirklicht habe. Der Vorgang sei jedoch nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG steuerbar; das Geb&auml;ude sei nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 EStG in die Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns mit einzubeziehen. Das FG ging insoweit davon aus, dass die Bestellung des Erbbaurechts zu Gunsten der Kl&auml;gerin unter Begr&uuml;ndung lediglich einer Erbbauzinsverpflichtung kein entgeltliches Anschaffungsgesch&auml;ft i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG darstelle. Die Kl&auml;gerin m&uuml;sse sich jedoch nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG die Anschaffung des unbebauten Grundst&uuml;cks &#8211;welches &quot;teilidentisch&quot; mit dem sp&auml;ter begr&uuml;ndeten Erbbaurecht sei&#8211; durch den Rechtsvorg&auml;nger &#8211;die A-GbR&#8211; zurechnen lassen. Der Gewinn aus dem steuerbaren privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft sei jedoch vom FA zu hoch angesetzt worden und deshalb zu korrigieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer gegen das erstinstanzliche Urteil gerichteten Revision trugen die Kl&auml;gerin und der Insolvenzschuldner vor, das FG sei zu Unrecht von einer Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG ausgegangen; denn die A-GbR &#8211;als Rechtsvorg&auml;nger&#8211; habe das Erbbaurecht selbst nicht &quot;angeschafft&quot;. Dies entspreche im &Uuml;brigen auch der Rechtsauffassung der Finanzverwaltung (Verweis auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 5.&nbsp;Oktober 2000, BStBl I 2000, 1383, Tz.&nbsp;14&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens wurde mit Beschluss des Amtsgerichts &#8230; vom &#8230;&nbsp;Mai 2016 das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Insolvenzschuldners er&ouml;ffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der Feststellungsbeklagte bestellt, der den Steuerforderungen, die dem Revisionsverfahren zu Grunde liegen und vom FA im Insolvenzverfahren zur Tabelle angemeldet worden sind, im Pr&uuml;fungstermin widersprochen hat. Mit Schreiben vom 25.&nbsp;Januar 2017 hat das FA die Aufnahme des &#8211;mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nach &sect;&nbsp;155 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;240 Satz&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO) vor&uuml;bergehend unterbrochenen&#8211; Rechtsstreits erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil des FG vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;1265\/12 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2005 vom 1.&nbsp;September 2011 sowie den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2005 vom 1.&nbsp;September 2011 &#8211;beide in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;April 2012&#8211; mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass die auf sie entfallenden Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften um 688.160&nbsp;EUR gemindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es vertritt die Auffassung, das FG habe im Streitfall zu Recht ein steuerbares privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA &#8211;als Feststellungskl&auml;ger&#8211; beantragt ferner,<br \/>die sich aus dem Einkommensteuerbescheid vom 1.&nbsp;September 2011 ergebende Einkommensteuerforderung mit dem Ziel der Beseitigung des vom Insolvenzverwalter erhobenen Widerspruchs zur Insolvenztabelle festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Feststellungsklage des FA abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Feststellungsbeklagte hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin mit der Ver&auml;u&szlig;erung des ihr einger&auml;umten Erbbaurechts &#8211;einschlie&szlig;lich des von ihr im Zuge der Erbbauberechtigung errichteten Geb&auml;udes&#8211; den Tatbestand eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts i.S. der &sect;&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, 23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG erf&uuml;llt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 EStG z&auml;hlen zu den sonstigen Eink&uuml;nften (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG) auch solche aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG. Diese umfassen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG u.a. Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte sowohl bei Grundst&uuml;cken als auch bei Rechten, die den Vorschriften des b&uuml;rgerlichen Rechts &uuml;ber Grundst&uuml;cke unterliegen, soweit der Zeitraum zwischen Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung nicht mehr als zehn Jahre betr&auml;gt. Zu den Rechten, die den Vorschriften des b&uuml;rgerlichen Rechts &uuml;ber Grundst&uuml;cke unterliegen, z&auml;hlt auch das Erbbaurecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die in &sect;&nbsp;23 EStG verwendeten Begriffe &quot;Anschaffung&quot; und &quot;Anschaffungskosten&quot; sind i.S. des &sect;&nbsp;6 EStG und des &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 des Handelsgesetzbuches (HGB) auszulegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;August 2008 IX&nbsp;R&nbsp;71\/07, BFHE 222, 484, BStBl II 2009, 13; vom 22.&nbsp;Mai 2003 IX&nbsp;R&nbsp;9\/00, BFHE 202, 309, BStBl II 2003, 712). Unter Anschaffung bzw. Ver&auml;u&szlig;erung i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG ist danach die entgeltliche &Uuml;bertragung eines Wirtschaftsguts auf einen Dritten zu verstehen (z.B. BFH-Urteile vom 31.&nbsp;Januar 2017 IX&nbsp;R&nbsp;26\/16, BFHE 257, 78; vom 8.&nbsp;April 2003 IX&nbsp;R&nbsp;1\/01, BFH\/NV 2003, 1171, und vom 2.&nbsp;Mai 2000 IX&nbsp;R&nbsp;73\/98, BFHE 192, 435, BStBl II 2000, 614). Bei unentgeltlichem Erwerb ist dem Einzelrechtsnachfolger die Anschaffung des Wirtschaftsguts durch den Rechtsvorg&auml;nger zuzurechnen (&sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG). Anschaffungskosten sind nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 HGB u.a. die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach dem Wortlaut sowie dem Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;23 EStG sollen innerhalb der Ver&auml;u&szlig;erungsfrist realisierte Wert&auml;nderungen eines bestimmten Wirtschaftsguts im Privatverm&ouml;gen des Steuerpflichtigen der Einkommensteuer unterworfen werden. Daraus ergibt sich das Erfordernis der N&auml;mlichkeit von angeschafftem und innerhalb der Haltefristen ver&auml;u&szlig;ertem Wirtschaftsgut, wobei N&auml;mlichkeit Identit&auml;t im wirtschaftlichen Sinn bedeutet. Wirtschaftliche Teilidentit&auml;t ist grunds&auml;tzlich ausreichend, begr&uuml;ndet ein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft aber nur f&uuml;r diesen Teil des betreffenden Wirtschaftsguts. Ob und in welchem Umfang N&auml;mlichkeit gegeben ist oder ein anderes Wirtschaftsgut (&quot;aliud&quot;) vorliegt, richtet sich nach einem wertenden Vergleich von angeschafftem und ver&auml;u&szlig;ertem Wirtschaftsgut unter Ber&uuml;cksichtigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls. Ma&szlig;gebliche Kriterien sind die Gleichartigkeit, Funktionsgleichheit und Gleichwertigkeit von angeschafftem und ver&auml;u&szlig;ertem Wirtschaftsgut (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Juni 2013 IX&nbsp;R&nbsp;31\/12, BFHE 241, 557, BStBl II 2013, 1011, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Erbbaurecht ist in zivilrechtlicher Hinsicht seinem Wesensgehalt nach ein befristetes Nutzungsrecht. Es umfasst zum einen die &quot;verdinglichte&quot; Befugnis des Erbbauberechtigten, das Grundst&uuml;ck fortw&auml;hrend in bestimmter Weise zu nutzen, und zum anderen die damit korrespondierende &quot;verdinglichte&quot; Verpflichtung des Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mers, diese Nutzung fortw&auml;hrend zu dulden. Damit steht das Erbbaurechtsverh&auml;ltnis seinem Leistungsinhalt nach einem entgeltlichen, rein schuldrechtlichen Nutzungsverh&auml;ltnis wie Miete oder Pacht nahe. Erbbauzinsen sind mithin &#8211;auch wenn sie in einem Einmalbetrag geleistet werden&#8211; keine Anschaffungskosten i.S. des &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 HGB&nbsp;&nbsp;f&uuml;r den Erwerb eines Wirtschaftsguts &quot;Erbbaurecht&quot;, sondern allein Entgelt f&uuml;r die Nutzung des Grundst&uuml;cks (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;September 2003 IX&nbsp;R&nbsp;65\/02, BFHE 203, 355, BStBl II 2005, 159, m.w.N.; vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2007 I&nbsp;R&nbsp;60\/06, BFHE 217, 100, BStBl II 2007, 654).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund setzt die &quot;Anschaffung&quot; eines Erbbaurechts tatbestandlich nicht nur voraus, dass das Recht im Zeitpunkt der &Uuml;bertragung bereits vorhanden &#8211;d.h. &quot;bestellt&quot;&#8211; war und der Inhaber des bestehenden Rechts dieses auf den Erwerber &uuml;bertr&auml;gt, sondern auch, dass der Erwerber &#8211;der sp&auml;tere Erbbauberechtigte&#8211; hierf&uuml;r &#8211;ggf. neben einem laufenden oder in einem Einmalbetrag vorausbezahlten Erbbauzins&#8211; ein&nbsp;&nbsp;zus&auml;tzliches Entgelt&nbsp;&nbsp;leistet (s. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;November 1976 VIII&nbsp;R&nbsp;202\/72, BFHE 120, 522, BStBl II 1977, 384; vgl. auch allg. BFH-Urteile vom 30.&nbsp;November 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;58\/07, BFHE 232, 337, BStBl II 2011, 491; vom 22.&nbsp;September 1987 IX&nbsp;R&nbsp;15\/84, BFHE 151, 143, BStBl II 1988, 250; Dr&uuml;en, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff &#8211;KSM&#8211;, EStG, &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;B&nbsp;71, B&nbsp;78; Wernsmann, in: KSM, a.a.O, &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;B&nbsp;201 &quot;Erbbaurecht&quot;; Musil in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;89; Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;49, 60; Hoheisel in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;113; s.a. BMF-Schreiben in BStBl I 2000, 1383 Tz.&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat die Kl&auml;gerin das mit Erbbaurechtsvertrag vom 30.&nbsp;April 1999 zu ihren Gunsten bestellte Erbbaurecht nicht &#8211;i.S. eines &quot;abgeleiteten Erwerbs&quot; (vgl. Wernsmann, in: KSM, a.a.O., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;B&nbsp;65)&#8211; nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG &quot;angeschafft&quot;, da sie kein bestehendes Recht entgeltlich erworben hat. Vielmehr wurde ihr seitens der A-GbR ein Erbbaurecht an dem unbebauten Grundst&uuml;ck unentgeltlich einger&auml;umt. Auch die von der Kl&auml;gerin getragenen Kosten gem&auml;&szlig; Ziffer&nbsp;XII. des Erbbaurechtsvertrages stellen keine Gegenleistung f&uuml;r dessen Einr&auml;umung dar, sondern lediglich Anschaffungsnebenkosten des Erbbaurechts (vgl. BFH-Urteile vom 8.&nbsp;Juni 1994 X&nbsp;R&nbsp;51\/91, BFHE 175, 76, BStBl II 1994, 779, zu Grunderwerbsteuer, Gerichtsgeb&uuml;hren und Fahrtkosten; vom 27.&nbsp;Juli 1994 X&nbsp;R&nbsp;97\/92, BFHE 175, 115, BStBl II 1994, 934, zu Erschlie&szlig;ungskosten; s.a. Dr&uuml;en, in: KSM, a.a.O., &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;B&nbsp;74).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine andere rechtliche Bewertung folgt auch nicht aus der Regelung des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar sind im Falle des unentgeltlichen Erwerbs dem Einzelrechtsnachfolger die Anschaffung des Wirtschaftsguts durch den Rechtsvorg&auml;nger zuzurechnen; im Streitfall hat indes auch der Rechtsvorg&auml;nger &#8211;die A-GbR&#8211; das von der Kl&auml;gerin ver&auml;u&szlig;erte Erbbaurecht nicht i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG &quot;angeschafft&quot;, sondern durch Bestellung erst &quot;geschaffen&quot; und mithin &quot;hergestellt&quot;. In der Herstellung eines Wirtschaftsguts kann aber keine Anschaffung gesehen werden (Wernsmann, in: KSM, a.a.O., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;B&nbsp;65).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des FG f&uuml;hrt auch der Umstand, dass die A-GbR zwar nicht das sp&auml;ter von der Kl&auml;gerin ver&auml;u&szlig;erte Erbbaurecht, wohl aber jene Teilfl&auml;che des Grundst&uuml;cks, auf dem das Erbbaurecht bestellt wurde, entgeltlich angeschafft hat, nicht zur Anwendung der Regelung des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Erbbaurecht hat eine Doppelnatur: Einerseits ist es ein dingliches (Nutzungs-)Recht an einem fremden Grundst&uuml;ck, andererseits aber auch ein grundst&uuml;cksgleiches Recht, das zivilrechtlich &quot;wie&quot; ein Grundst&uuml;ck behandelt wird (zur Anwendung des Grundst&uuml;cksrechts s. &sect;&nbsp;11 des Gesetzes &uuml;ber das Erbbaurecht &#8211;ErbbauRG&#8211;). Daraus folgt indes nicht, dass das Erbbaurecht auch als ein Teil des Grundeigentums &#8211;gewisserma&szlig;en als Eigentums-&quot;Splitter&quot;&#8211; anzusehen ist (ebenso Dr&uuml;en, in: KSM, a.a.O., &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;B&nbsp;71). Vielmehr stellt das Erbbaurecht ein gegen&uuml;ber dem Grundeigentum eigenst&auml;ndiges Wirtschaftsgut dar, das weder der Art noch der Funktion nach mit dem Eigentum vergleichbar ist. Dieser zivilrechtlichen Einordnung folgt in steuerrechtlicher Hinsicht die Regelung in &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG, die explizit zwischen Grundst&uuml;cken auf der einen Seite und Rechten, die, wie das Erbbaurecht, den Vorschriften des b&uuml;rgerlichen Rechts &uuml;ber Grundst&uuml;cke unterliegen, auf der anderen Seite unterscheidet. Sind indes die Kriterien &quot;Gleichartigkeit&quot; und &quot;Funktionsgleichheit&quot; schon nicht erf&uuml;llt, kann zwischen einem unbebauten Grundst&uuml;ck und einem nachfolgend f&uuml;r dieses Grundst&uuml;ck bestellten Erbbaurecht keine &#8211;auch keine partielle&#8211; Identit&auml;t i.S. der Rechtsprechung zum Erfordernis der N&auml;mlichkeit von angeschafftem und innerhalb der Haltefristen ver&auml;u&szlig;ertem Wirtschaftsgut bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Etwas anderes folgt auch nicht aus dem BFH-Urteil in BFHE 241, 557, BStBl II 2013, 1011. In jenem Fall hatten die Steuerpflichtigen ein Erbbaurecht im Wege der Gesamtrechtsnachfolge unentgeltlich erworben, sodann das Eigentum am (belasteten) Grundst&uuml;ck entgeltlich angeschafft und &#8211;nach L&ouml;schung des Erbbaurechts&#8211; entgeltlich weiter &uuml;bertragen. Der Senat hatte darin ein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft gesehen, soweit das&nbsp;&nbsp;&nbsp;Eigentum am Grundst&uuml;ck&nbsp;&nbsp;in unterschiedlichem Zustand (belastet bzw. unbelastet) angeschafft und wieder ver&auml;u&szlig;ert worden ist. Der Sachverhalt des Streitfalles ist damit nicht vergleichbar: Vorliegend hat die A-GbR &#8211;als Rechtsvorg&auml;nger&#8211; ein unbelastetes Grundst&uuml;ck erworben, w&auml;hrend die Kl&auml;gerin ein Erbbaurecht ver&auml;u&szlig;ert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Sache ist spruchreif. Nach dem gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend festgestellten Sachverhalt hat die Kl&auml;gerin durch die Ver&auml;u&szlig;erung des Erbbaurechts den Tatbestand eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG nicht verwirklicht. Die Revision der Kl&auml;gerin ist daher begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Feststellungsklage des FA ist zul&auml;ssig, jedoch nicht begr&uuml;ndet; sie war daher abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Insolvenzschuldners wurde das Verfahren vor dem BFH nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;240 Satz&nbsp;1 ZPO unterbrochen. Der Insolvenzverwalter hat den dem Revisionsverfahren zugrunde liegenden Steuerforderungen im Pr&uuml;fungstermin widersprochen. Mit der Aufnahme des Rechtsstreits seitens des FA hat sich das urspr&uuml;ngliche Anfechtungsverfahren &#8211;soweit es den Insolvenzschuldner betrifft&#8211; in ein Insolvenzfeststellungsverfahren gewandelt. Gegenstand des als Passivprozess aufgenommenen Rechtsstreits ist die Beseitigung des Widerspruchs des Insolvenzverwalters durch Feststellung der im Pr&uuml;fungstermin geltend gemachten Steuerforderungen zur Tabelle. Das FA hat &#8211;als Feststellungskl&auml;ger&#8211; seinen Antrag in zutreffender Weise umgestellt; der Insolvenzverwalter ist, da er selbst den Rechtsstreit nicht aufgenommen hat, am Verfahren als Feststellungsbeklagter beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die dem Revisionsverfahren zugrunde liegenden, vom FA im Pr&uuml;fungstermin geltend gemachten Steuerforderungen bestehen nicht. Der Senat verweist insoweit auf die vorstehenden Entscheidungsgr&uuml;nde unter II. Die Feststellungsklage kann daher keinen Erfolg haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung hinsichtlich beider Verfahren beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2017, IX R 25\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.081117.IXR25.15.0 Ver&auml;u&szlig;erung eines unentgeltlich bestellten Erbbaurechts kein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft Leits&auml;tze 1. Erbbauzinsen sind keine Anschaffungskosten i.S. des &sect; 255 Abs. 1 HGB f&uuml;r den Erwerb des Erbbaurechts, sondern Entgelt f&uuml;r die Nutzung des erbbaurechtsbelasteten Grundst&uuml;cks. 2. Die &quot;Anschaffung&quot; eines Erbbaurechts i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-25-15-veraeusserung-eines-unentgeltlich-bestellten-erbbaurechts-kein-privates-veraeusserungsgeschaeft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;25\/15 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung eines unentgeltlich bestellten Erbbaurechts kein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69184","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69184","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69184"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69184\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69184"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69184"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69184"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}