{"id":69327,"date":"2018-04-08T07:46:24","date_gmt":"2018-04-08T05:46:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69327"},"modified":"2018-04-08T07:46:24","modified_gmt":"2018-04-08T05:46:24","slug":"v-b-119-17-grundsaetzliche-bedeutung-feststellung-der-gemeinnuetzigkeit-satzungsmaessige-voraussetzungen-der-gemeinnuetzigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-119-17-grundsaetzliche-bedeutung-feststellung-der-gemeinnuetzigkeit-satzungsmaessige-voraussetzungen-der-gemeinnuetzigkeit\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;119\/17 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung; Feststellung der Gemeinn&uuml;tzigkeit, satzungsm&auml;&szlig;ige Voraussetzungen der Gemeinn&uuml;tzigkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.2.2018, V B 119\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.070218.VB119.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Grunds&auml;tzliche Bedeutung; Feststellung der Gemeinn&uuml;tzigkeit, satzungsm&auml;&szlig;ige Voraussetzungen der Gemeinn&uuml;tzigkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die satzungsm&auml;&szlig;igen Voraussetzungen zur Feststellung der Gemeinn&uuml;tzigkeit sind nicht erf&uuml;llt, wenn sich aus der Satzung keine ausschlie&szlig;liche F&ouml;rderung des steuerbeg&uuml;nstigten Zweckes ergibt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die Regelungen &uuml;ber die Verm&ouml;gensbindung m&uuml;ssen in der Satzung selbst getroffen werden; daran fehlt es, wenn die Satzung nicht bestimmt, dass das Verm&ouml;gen bei einer Aufl&ouml;sung des Vereins &quot;unmittelbar und ausschlie&szlig;lich&quot; f&uuml;r steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke zu verwenden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 14. September 2017 6 K 89\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. Die geltend gemachte grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegt, soweit sie &uuml;berhaupt in einer den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;genden Form dargelegt wurde, jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Dabei muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;Juni 2017 X&nbsp;B&nbsp;151\/16, BFH\/NV 2017, 1434, Rz&nbsp;7, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache ist eine konkrete Rechtsfrage zu formulieren und substantiiert auf ihre Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit, Kl&auml;rungsf&auml;higkeit und ihre &uuml;ber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung einzugehen (vgl. BFH-Beschluss vom 5.&nbsp;Januar 2017 VI&nbsp;B&nbsp;8\/16, BFH\/NV 2017, 602, m.w.N.). Erforderlich ist ferner ein konkreter und substantiierter Vortrag, aus welchen Gr&uuml;nden die Kl&auml;rung der Rechtsfrage im Interesse der Rechtssicherheit, Rechtseinheitlichkeit oder Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 31.&nbsp;August 2015 VI&nbsp;B&nbsp;13\/15, BFH\/NV 2015, 1672, und vom 4.&nbsp;Juli 2013 III&nbsp;B&nbsp;69\/12, BFH\/NV 2013, 1573). Insbesondere muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer mit der bereits vorhandenen Rechtsprechung auseinandersetzen und substantiiert darlegen, weshalb nach seiner Ansicht diese Rechtsprechung keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt habe (vgl. BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;B&nbsp;10\/10, BFH\/NV 2012, 953, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdeschrift gen&uuml;gt diesen Anforderungen nicht. Der Kl&auml;ger hat teilweise schon keine kl&auml;rungsbed&uuml;rftigen Rechtsfragen formuliert; diese k&ouml;nnen allenfalls indirekt aus seinen Ausf&uuml;hrungen zu den angeblich vom Finanzgericht (FG) bei seiner Entscheidung aufgestellten Rechtss&auml;tzen entnommen werden. Ferner fehlt es an substantiierten Ausf&uuml;hrungen dazu, weshalb diese Fragen im allgemeinen Interesse zu kl&auml;ren sind. Die blo&szlig;e Behauptung, dass die Rechtss&auml;tze neu seien und eine h&ouml;chstrichterliche Kl&auml;rung verlangten, ist hierf&uuml;r ebenso wenig ausreichend wie das Fehlen einer Entscheidung des BFH zu der konkreten Fallgestaltung (BFH-Beschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;September 2010 XI&nbsp;B&nbsp;74\/09, BFH\/NV 2011, 194, sowie vom 15.&nbsp;Januar 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;222\/06, BFH\/NV 2008, 753). Schlie&szlig;lich hat der Kl&auml;ger auch nicht hinreichend dargelegt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der vermeintlich bedeutsamen Rechtsfragen zweifelhaft und strittig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit das Vorbringen des Kl&auml;gers rechtsschutzgew&auml;hrend dahingehend ausgelegt wird, dass er die grunds&auml;tzliche Bedeutung der &#8211;seiner Auffassung nach&#8211; vom FG aufgestellten Rechtss&auml;tze geltend macht, sind diese entweder nicht kl&auml;rungsf&auml;hig oder nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die indirekt aufgeworfene Rechtsfrage, ob &quot;die satzungsm&auml;&szlig;igen Voraussetzungen zur Feststellung der Gemeinn&uuml;tzigkeit eines Vereins nicht erf&uuml;llt sind, wenn die Festlegungen der Mustersatzung (Anlage zu &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO) in Form einer Verweisung auf die &sect;&sect;&nbsp;55 &#8211; 57 AO zum Satzungsinhalt gemacht werden&quot;, stellt sich im Streitfall nicht. Denn das FG ist auf S.&nbsp;6 seines Urteils gerade davon ausgegangen, dass sich weder dem Gesetz noch der Mustersatzung entnehmen l&auml;sst, dass die K&ouml;rperschaft in ihrer Satzung nicht auch auf die einschl&auml;gigen Vorschriften der Abgabenordnung (AO) verweisen darf. Die AO sei im Gegensatz zu anderen Satzungen und Vereinbarungen eine jederzeit leicht zug&auml;ngliche &quot;Erkenntnisquelle&quot;, die verbindlich regele, unter welchen Voraussetzungen eine K&ouml;rperschaft gemeinn&uuml;tzig sei. Es werde daher nicht gefordert, dass die Satzung einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck bzw. Muster entsprechen m&uuml;sse. Satzungen gen&uuml;gten schon dann den Anforderungen des &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO, wenn sie unabh&auml;ngig vom Aufbau und vom genauen Wortlaut der Mustersatzung die bezeichneten Festlegungen, n&auml;mlich die Verpflichtung zur ausschlie&szlig;lichen und unmittelbaren Verfolgung f&ouml;rderungsw&uuml;rdiger Zwecke sowie die Verwendung des Begriffs &quot;selbstlos&quot; enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit der Kl&auml;ger mit seinem Vorbringen gekl&auml;rt haben m&ouml;chte, ob es an der formellen Satzungsm&auml;&szlig;igkeit fehlt, wenn &quot;die Satzung sich nicht dazu bekennt, einen gemeinn&uuml;tzigen Zweck ausschlie&szlig;lich zu verfolgen, sondern nur die Verwendung der Vereinsmittel ausschlie&szlig;lich an diesen Zweck bindet&quot;, ist diese Rechtsfrage nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Denn die Antwort auf diese Rechtsfrage ergibt sich bereits aus der AO und ist daher offensichtlich so zu beantworten, wie es das FG auf S.&nbsp;7 und 8 seines Urteils getan hat:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO m&uuml;ssen die Satzungszwecke und die Art ihrer Verwirklichung so genau bestimmt sein, dass aufgrund der Satzung gepr&uuml;ft werden kann, ob die satzungsm&auml;&szlig;igen Voraussetzungen f&uuml;r die Steuerbefreiung gegeben sind (formelle Satzungsm&auml;&szlig;igkeit). Somit ist in der Satzung nicht nur zu regeln, welchen Zweck die K&ouml;rperschaft verfolgt und dass dieser Zweck den Anforderungen der &sect;&sect;&nbsp;52 bis 55 AO entspricht, sondern auch, dass dieser Zweck <em>ausschlie&szlig;lich<\/em> (und unmittelbar) verfolgt wird. Ausschlie&szlig;lichkeit liegt nach &sect;&nbsp;56 AO vor, wenn die K&ouml;rperschaft <em>nur<\/em> ihre steuerbeg&uuml;nstigten satzungsm&auml;&szlig;igen Zwecke verfolgt. Der Kl&auml;ger hat jedoch in &sect;&nbsp;8 seiner Satzung unter der &Uuml;berschrift &quot;Gemeinn&uuml;tzigkeit&quot; lediglich geregelt, dass er <em>unmittelbar <\/em>Zwecke des Hochwasserschutzes und des K&uuml;stenschutzes f&ouml;rdere. Damit ergibt sich aus dieser Satzungsbestimmung keine <em>ausschlie&szlig;liche <\/em>F&ouml;rderung. Aus dem pauschalen Hinweis in &sect;&nbsp;8 der Satzung, wonach der Kl&auml;ger seine Mittel ausschlie&szlig;lich nach Ma&szlig;gabe der &sect;&sect;&nbsp;55 bis 57 AO verwende, l&auml;sst sich &#8211;wie das FG zu Recht entschieden hat&#8211; auch nicht im Auslegungswege mit hinreichender Bestimmtheit entnehmen, dass er <em>ausschlie&szlig;lich<\/em> Zwecke des Hochwasserschutzes und des K&uuml;stenschutzes f&ouml;rdern wolle. Denn nach der &#8211;seit dem Jahressteuergesetz 2009 (BGBl I 2008, 2794) mit Gesetzeskraft ausgestatteten&#8211; Mustersatzung (Anlage&nbsp;1 zu &sect;&nbsp;60 AO) ist zwischen der Zweckverfolgung in &sect;&nbsp;3 und der Mittelverwendung in &sect;&nbsp;5 zu unterscheiden. Soweit die Satzung &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht zweifelsfrei erkennen l&auml;sst, dass der Steuerpflichtige ausschlie&szlig;lich gemeinn&uuml;tzige Zwecke verfolgt, gehen etwaige Unklarheiten zu Lasten dessen, der sich auf die Steuerverg&uuml;nstigung beruft (BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Februar 1992 I&nbsp;R&nbsp;47\/89, BFH\/NV&nbsp;1992, 695, Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist auch die indirekt aufgeworfene Rechtsfrage, ob es an der formellen Satzungsm&auml;&szlig;igkeit fehlt, wenn &quot;gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO der Bundesrepublik Deutschland oder einem ihrer L&auml;nder das restliche Vereinsverm&ouml;gen f&uuml;r unbenannte steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke &uuml;bertragen wird, ohne hierbei eine unmittelbare und ausschlie&szlig;liche Verwendung dieser Zweckmittel zu fordern&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO ist der Grundsatz der Verm&ouml;gensbindung (auch) erf&uuml;llt, wenn das Verm&ouml;gen einer anderen steuerbeg&uuml;nstigten K&ouml;rperschaft oder einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts f&uuml;r steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke &uuml;bertragen werden soll. Die Mustersatzung (Anlage&nbsp;1) zu &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 AO geht dar&uuml;ber hinaus und fordert, dass bei Aufl&ouml;sung oder Aufhebung der K&ouml;rperschaft oder bei Wegfall steuerbeg&uuml;nstigter Zwecke in der Satzung festzulegen ist, dass das Verm&ouml;gen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. an &#8211; den &#8211; die &#8211; das &#8211; &#8230; (Bezeichnung einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts oder einer anderen steuerbeg&uuml;nstigten K&ouml;rperschaft), der &#8211; die &#8211; das &#8211; es unmittelbar und ausschlie&szlig;lich f&uuml;r gemeinn&uuml;tzige, mildt&auml;tige oder kirchliche Zwecke zu verwenden hat,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. an eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts oder eine andere steuerbeg&uuml;nstigte K&ouml;rperschaft zwecks Verwendung f&uuml;r (&#8230;) (Angabe eines bestimmten gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen Zwecks, z.B. F&ouml;rderung von Wissenschaft und Forschung, Erziehung, Volks- und Berufsbildung, der Unterst&uuml;tzung von Personen, die im Sinne von &sect;&nbsp;53 der Abgabenordnung wegen (&#8230;) bed&uuml;rftig sind) (&#8230;).&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sofern &#8211;wie im Streitfall&#8211; die Satzung lediglich bestimmt, dass das Verm&ouml;gen einer bestimmten juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts (Bundesrepublik Deutschland) zur Verwendung f&uuml;r steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke &uuml;bertragen wird, ist dies nicht ausreichend, da nach der Rechtsprechung des Senats die Regelungen &uuml;ber die Verm&ouml;gensbindung in der Satzung selbst getroffen werden m&uuml;ssen (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Juli 2009 V&nbsp;R&nbsp;20\/08, BFHE&nbsp;226, 445,&nbsp;BStBl II&nbsp;2010, 719, Rz&nbsp;15). Daran fehlt es, wie das FG zutreffend entschieden hat, wenn die Satzung nicht regelt, dass das Verm&ouml;gen bei einer Aufl&ouml;sung des Vereins &quot;unmittelbar und ausschlie&szlig;lich&quot; f&uuml;r steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke verwendet werden soll. Im &Uuml;brigen ist durch die bisherige Rechtsprechung bereits gekl&auml;rt, dass die blo&szlig;e Benennung einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts als Destinat&auml;r den satzungsm&auml;&szlig;igen Anforderungen nicht gen&uuml;gt (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Januar 2011 I&nbsp;R&nbsp;91\/09, BFH\/NV 2011, 1111, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Hinsichtlich der vom Kl&auml;ger auf S.&nbsp;3 seiner Beschwerdeschrift aufgeworfenen &quot;Verfassungsfrage, inwieweit die Belange der Gemeinn&uuml;tzigkeit die Satzungsautonomie von K&ouml;rperschaften einschr&auml;nken d&uuml;rfen und welche verfassungskonforme Auslegung der Abgabenordnung danach im Hinblick auf Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 GG geboten ist&quot;, fehlt es ebenfalls an der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit. Denn durch die steuerlichen Regelungen zur Gemeinn&uuml;tzigkeit wird nicht in den Schutzbereich der Vereinigungsfreiheit eingegriffen. Die Vereinsmitglieder haben das Recht, ihren Verein im Rahmen der Satzungsautonomie frei zu gestalten. Sie k&ouml;nnen aber nicht verlangen, dass die Allgemeinheit ihr Tun durch von der Steuer abziehbare Spenden nachhaltig unterst&uuml;tzt (vgl. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Mai 2017 V&nbsp;R&nbsp;52\/15, BFHE 258, 124, Rz&nbsp;30, m.w.N., sowie Heuermann in Deutsches Steuerrecht 2017, 1749&nbsp;ff., 1754 zu Freimaurerlogen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Von der Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.2.2018, V B 119\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.070218.VB119.17.0 Grunds&auml;tzliche Bedeutung; Feststellung der Gemeinn&uuml;tzigkeit, satzungsm&auml;&szlig;ige Voraussetzungen der Gemeinn&uuml;tzigkeit Leits&auml;tze 1. NV: Die satzungsm&auml;&szlig;igen Voraussetzungen zur Feststellung der Gemeinn&uuml;tzigkeit sind nicht erf&uuml;llt, wenn sich aus der Satzung keine ausschlie&szlig;liche F&ouml;rderung des steuerbeg&uuml;nstigten Zweckes ergibt. 2. NV: Die Regelungen &uuml;ber die Verm&ouml;gensbindung m&uuml;ssen in der Satzung selbst getroffen werden; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-119-17-grundsaetzliche-bedeutung-feststellung-der-gemeinnuetzigkeit-satzungsmaessige-voraussetzungen-der-gemeinnuetzigkeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;119\/17 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung; Feststellung der Gemeinn&uuml;tzigkeit, satzungsm&auml;&szlig;ige Voraussetzungen der Gemeinn&uuml;tzigkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69327","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69327","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69327"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69327\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}