{"id":69332,"date":"2018-04-08T07:45:55","date_gmt":"2018-04-08T05:45:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69332"},"modified":"2018-04-08T07:45:55","modified_gmt":"2018-04-08T05:45:55","slug":"ii-r-14-16-keine-erbschaftsteuerbefreiung-fuer-den-erwerb-eines-anspruchs-auf-verschaffung-von-eigentum-an-einem-familienheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-14-16-keine-erbschaftsteuerbefreiung-fuer-den-erwerb-eines-anspruchs-auf-verschaffung-von-eigentum-an-einem-familienheim\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;14\/16 &#8211; Keine Erbschaftsteuerbefreiung f&uuml;r den Erwerb eines Anspruchs auf Verschaffung von Eigentum an einem Familienheim"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.11.2017, II R 14\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.291117.IIR14.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Erbschaftsteuerbefreiung f&uuml;r den Erwerb eines Anspruchs auf Verschaffung von Eigentum an einem Familienheim<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der von Todes wegen erfolgte Erwerb eines durch eine Auflassungsvormerkung gesicherten Anspruchs auf Verschaffung des Eigentums an einem Familienheim durch den &uuml;berlebenden Ehegatten ist nicht von der Erbschaftsteuer befreit.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Steuerbefreiung nach &sect; 13 Abs. 1 Nr. 4b Satz 1 ErbStG setzt voraus, dass der verstorbene Ehegatte zivilrechtlicher Eigent&uuml;mer oder Miteigent&uuml;mer des Familienheims war und der &uuml;berlebende Ehegatte das zivilrechtliche Eigentum oder Miteigentum an dem Familienheim von Todes wegen erwirbt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 6. April 2016&nbsp;&nbsp;4 K 1868\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die verstorbene Ehefrau (Erblasserin) des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) erwarb mit notariell beurkundetem Vertrag vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2007 von einem Bautr&auml;gerunternehmen eine noch zu errichtende Eigentumswohnung und vier Tiefgaragenstellpl&auml;tze. Der Kaufpreis betrug 3.671.000&nbsp;EUR zuz&uuml;glich 1.147.480&nbsp;EUR f&uuml;r Sonderw&uuml;nsche. Die Vertragsparteien erkl&auml;rten zugleich die Auflassung. Am 28.&nbsp;Januar 2008 wurde zugunsten der Erblasserin eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Dezember 2008 zogen der Kl&auml;ger, die Erblasserin und die beiden gemeinsamen T&ouml;chter in die Wohnung ein. Der Kaufpreis war zu diesem Zeitpunkt bis auf eine zun&auml;chst noch zur&uuml;ckbehaltene restliche Kaufpreisrate gezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit privatschriftlichem Testament vom 9.&nbsp;Juli 2009 verf&uuml;gte die Erblasserin, der Kl&auml;ger solle bei ihrem Ableben die Eigentumswohnung allein erhalten. F&uuml;r das restliche Verm&ouml;gen bestimmte sie die gesetzliche Erbfolge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Erblasserin verstarb am 16.&nbsp;Juli 2009. Zu diesem Zeitpunkt war sie nicht als Eigent&uuml;merin der Eigentumswohnung im Grundbuch eingetragen. Das Amtsgericht wies in einem gemeinsamen Erbschein den Kl&auml;ger zu 1\/2 und die T&ouml;chter jeweils zu 1\/4 als Erben aus. Bez&uuml;glich der Eigentumswohnung gingen der Kl&auml;ger und seine T&ouml;chter davon aus, dass das Testament insoweit ein Verm&auml;chtnis zugunsten des Kl&auml;gers beinhalte. Mit notarieller Urkunde vom 24.&nbsp;November 2009 vereinbarten der Kl&auml;ger und seine T&ouml;chter, dass er in Erf&uuml;llung dieses Verm&auml;chtnisses das Alleineigentum an der Eigentumswohnung erhalte. Der Kl&auml;ger wurde am 2.&nbsp;Februar 2010 als Eigent&uuml;mer der Eigentumswohnung im Grundbuch eingetragen. Er nutzt die Wohnung seit dem Einzug ununterbrochen zu eigenen Wohnzwecken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Erbschaftsteuererkl&auml;rung beantragte der Kl&auml;ger f&uuml;r den Erwerb der Eigentumswohnung die Steuerbefreiung f&uuml;r ein Familienheim nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der f&uuml;r 2009 ma&szlig;gebenden Fassung (ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte gegen den Kl&auml;ger Erbschaftsteuer in H&ouml;he von zuletzt 340.480&nbsp;EUR fest. Die beantragte Steuerbefreiung wurde nicht gew&auml;hrt. Das FA nahm an, der Kl&auml;ger habe von der Erblasserin nicht das Eigentum an einem Familienheim, sondern einen mit dem Verkehrswert anzusetzenden Anspruch auf &Uuml;bereignung des Grundst&uuml;cks (Eigentumsverschaffungsanspruch) erworben. Dieser Eigentumsverschaffungsanspruch sei nicht als Erwerb eines Familienheims steuerbefreit. F&uuml;r den Anspruch setzte das FA als Bemessungsgrundlage den Kaufpreis zuz&uuml;glich der Kosten f&uuml;r Sonderw&uuml;nsche in H&ouml;he von insgesamt 4.818.840&nbsp;EUR und abz&uuml;glich der aufgenommenen Darlehensschuld in H&ouml;he von 2.085.681&nbsp;EUR sowie der noch nicht entrichteten Kaufpreisrate in H&ouml;he von 258.000&nbsp;EUR an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das Finanzgericht (FG) aus, der Kl&auml;ger habe von der Erblasserin einen Eigentumsverschaffungsanspruch, verbunden mit einem Anwartschaftsrecht an der Eigentumswohnung, und nicht das Eigentum oder Miteigentum an der Wohnung erworben. Die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG setze aber den Erwerb von Volleigentum voraus. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1015 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger eine Verletzung von &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und den Erbschaftsteuerbescheid vom 25.&nbsp;Juni 2015 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juni 2015 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die Erbschaftsteuer auf 0&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b ErbStG nicht gegeben sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Steuerfrei ist nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG der Erwerb von Todes wegen des Eigentums oder Miteigentums an einem im Inland oder in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) oder einem Staat des Europ&auml;ischen Wirtschaftsraums (EWR) belegenen bebauten Grundst&uuml;ck i.S. des &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 5 des Bewertungsgesetzes in der ab 2009 geltenden Fassung (BewG) durch den &uuml;berlebenden Ehegatten oder den &uuml;berlebenden Lebenspartner, soweit der Erblasser darin bis zum Erbfall eine Wohnung zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat oder bei der er aus zwingenden Gr&uuml;nden an einer Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken gehindert war und die beim Erwerber unverz&uuml;glich zur Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken bestimmt ist (Familienheim). Als Erwerb von Todes wegen gilt nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG u.a. der Erwerb durch Erbanfall (&sect;&nbsp;1922 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) oder durch Verm&auml;chtnis (&sect;&sect;&nbsp;2147&nbsp;ff. BGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der von Todes wegen erfolgte Erwerb eines durch eine Auflassungsvormerkung gesicherten Anspruchs auf Verschaffung des Eigentums an einem Familienheim durch den &uuml;berlebenden Ehegatten ist nicht nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG von der Erbschaftsteuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach ihrem Wortlaut setzt die Vorschrift ausdr&uuml;cklich den Erwerb von Eigentum oder Miteigentum an einem Familienheim durch den &uuml;berlebenden Ehegatten voraus. Die Begriffe &quot;Eigentum&quot; und &quot;Miteigentum&quot; sind dabei im zivilrechtlichen Sinn zu verstehen. Wie sich auch aus dem systematischen Zusammenhang mit den S&auml;tzen&nbsp;2 und 3 der Vorschrift ergibt, liegt ein Erwerb i.S. des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG nur vor, wenn der Erblasser zivilrechtlicher Eigent&uuml;mer oder Miteigent&uuml;mer des Familienheims war und der &uuml;berlebende Ehegatte das zivilrechtliche Eigentum oder Miteigentum an dem Familienheim von Todes wegen erwirbt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;Juni 2014 II&nbsp;R&nbsp;45\/12, BFHE 245, 374, BStBl II 2014, 806, Rz&nbsp;14). Zur &Uuml;bertragung des Eigentums an einem Grundst&uuml;ck, zur Belastung eines Grundst&uuml;cks mit einem Recht sowie zur &Uuml;bertragung oder Belastung eines solchen Rechts ist die Einigung des Berechtigten und des anderen Teils &uuml;ber den Eintritt der Rechts&auml;nderung und die Eintragung der Rechts&auml;nderung in das Grundbuch erforderlich, soweit nicht das Gesetz ein anderes vorschreibt (&sect;&nbsp;873 Abs.&nbsp;1 BGB). Auch f&uuml;r die Einr&auml;umung des Sondereigentums ist die Einigung der Beteiligten &uuml;ber den Eintritt der Rechts&auml;nderung und die Eintragung in das Grundbuch erforderlich (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Wohnungseigentumsgesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Erwerb eines anderen Anspruchs oder Rechts in Bezug auf die Immobilie, wie z.B. eines durch eine Auflassungsvormerkung gesicherten Eigentumsverschaffungsanspruchs oder eines dinglichen Wohnrechts gen&uuml;gt nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dem Zweck des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG entspricht es, seine Anwendung durch eine klare Abgrenzung auf den Erwerb von Eigentum oder Miteigentum an dem Familienheim durch den &uuml;berlebenden Ehegatten zu beschr&auml;nken und alle anderen Erwerbe von der Steuerbefreiung auszunehmen. Eine erweiternde Auslegung (teleologische Extension) der Vorschrift auf von ihrem Wortlaut nicht erfasste Sachverhalte kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine erweiternde Auslegung setzt eine Regelungsl&uuml;cke voraus. Die Norm muss gemessen an ihrem Zweck unvollst&auml;ndig, d.h. erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig sein. Ihre Erg&auml;nzung darf nicht einer vom Gesetzgeber beabsichtigten Beschr&auml;nkung auf bestimmte Tatbest&auml;nde widersprechen. Dass eine gesetzliche Regelung rechtspolitisch als verbesserungsbed&uuml;rftig anzusehen ist (&quot;rechtspolitische Fehler&quot;), reicht nicht aus. Die Unvollst&auml;ndigkeit muss sich vielmehr aus dem gesetzesimmanenten Zweck ergeben und kann auch bei einem eindeutigen Wortlaut vorliegen. Die Gesetzesl&uuml;cke ist in einer dem Gesetzeszweck, der Entstehungsgeschichte und der Gesetzessystematik entsprechenden Weise durch Analogie, teleologische Extension oder Reduktion zu schlie&szlig;en. Dies ist Aufgabe der Fachgerichte (vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;September 2017 II&nbsp;R&nbsp;13\/15, BFHE 259, 361, Rz&nbsp;31&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Zusammenhang nicht erf&uuml;llt. Es fehlt an einer Regelungsl&uuml;cke. Die Beschr&auml;nkung des Anwendungsbereichs des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG auf den Erwerb des Eigentums oder Miteigentums an einem Familienheim ist nicht sinnwidrig (vgl. BFH-Urteil in BFHE 245, 374, BStBl II 2014, 806, Rz&nbsp;17). Sie entspricht vielmehr der Absicht des Gesetzgebers, die Gew&auml;hrung einer Steuerbefreiung auf den Erwerb von Wohneigentum durch den &uuml;berlebenden Ehegatten zu begrenzen. Nach der Vorstellung des Gesetzgebers (Bericht des Finanzausschusses, BTDrucks 16\/11107, S.&nbsp;8) dient die Regelung &uuml;ber die Steuerfreistellung von Wohneigentum f&uuml;r Ehegatten und Lebenspartner &quot;neben dem Schutz des gemeinsamen famili&auml;ren Lebensraums dem Ziel der Lenkung in Grundverm&ouml;gen schon zu Lebzeiten des Erblassers&quot; und der krisenfesten Erhaltung des besonders gesch&uuml;tzten Familiengebrauchsverm&ouml;gens in Gestalt des Familienheims von Ehegatten und Lebenspartnern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Sinn und Zweck der Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG werden durch den Erwerb von Eigentum oder Miteigentum durch den &uuml;berlebenden Ehegatten als gesicherte Rechtsposition erreicht. Der Erwerb anderer Rechte und Anspr&uuml;che, wie z.B. eines durch eine Auflassungsvormerkung gesicherten Eigentumsverschaffungsanspruchs, steht dem Erwerb von Eigentum oder Miteigentum nicht gleich. Durch die Auflassungsvormerkung entsteht zwar zugunsten des K&auml;ufers der Immobilie ein sogenanntes vormerkungsgest&uuml;tztes Anwartschaftsrecht, wenn die Auflassung mit bindender Wirkung (&sect;&nbsp;873 Abs.&nbsp;2 BGB) erkl&auml;rt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 11.&nbsp;November 1983 V&nbsp;ZR&nbsp;211\/82, BGHZ 89, 41, unter II.2.a; Palandt\/Herrler, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 77.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;925 Rz&nbsp;25). Das Anwartschaftsrecht begr&uuml;ndet aber kein Eigentum im zivilrechtlichen Sinn. Es ist nur ein dem Volleigentum wesens&auml;hnliches Recht und wird deshalb in Teilbereichen wie das Vollrecht behandelt; es kann z.B. mit einem Nie&szlig;brauch belastet sowie ver- und gepf&auml;ndet werden (vgl. Palandt\/Herrler, a.a.O., &sect;&nbsp;925 Rz&nbsp;23&nbsp;ff., &sect;&nbsp;1069 Rz&nbsp;2; Palandt\/Wicke, a.a.O., &sect;&nbsp;1274 Rz&nbsp;4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Eine erweiternde Auslegung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG ist nicht deshalb geboten, weil die Vorschrift auch den Erwerb von Eigentum oder Miteigentum an einem Familienheim beg&uuml;nstigt, das in einem Mitgliedstaat der EU oder einem Staat des EWR belegen ist, und die dort geltenden Vorschriften geringere Anforderungen an den Erwerb des Eigentums an einem Grundst&uuml;ck oder einer Eigentumswohnung vorsehen k&ouml;nnen als die Regelungen im BGB. Die Erbschaftsteuer kn&uuml;pft grunds&auml;tzlich an das Zivilrecht an. Wird f&uuml;r den Erwerb eines im Inland belegenen Familienheims die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG begehrt, ist deshalb zur Kl&auml;rung der Frage, ob Eigentum von Todes wegen erworben wurde, auf die inl&auml;ndischen Vorschriften abzustellen. Eine Einbeziehung ausl&auml;ndischer Vorschriften scheitert schon daran, dass &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG die Voraussetzungen f&uuml;r einen Eigentumserwerb nicht gesondert benennt und damit nur eine Bestimmung nach den allgemeinen Grunds&auml;tzen m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der streng am Wortlaut orientierten Auslegung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG steht die BFH-Rechtsprechung zur Frage des Zeitpunkts der Ausf&uuml;hrung von Grundst&uuml;cksschenkungen nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Danach ist eine Grundst&uuml;cksschenkung i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 ErbStG bereits ausgef&uuml;hrt, wenn die Auflassung (&sect;&nbsp;925 BGB) beurkundet worden ist, der Schenker die Eintragung der Rechts&auml;nderung in das Grundbuch bewilligt hat (&sect;&nbsp;19 der Grundbuchordnung) und der Beschenkte nach den getroffenen Vereinbarungen von der Eintragungsbewilligung Gebrauch machen darf (z.B. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Juli 2002 II&nbsp;R&nbsp;33\/01, BFHE 199, 25, BStBl II 2002, 781, unter II.1.a, und vom 2.&nbsp;Februar 2005 II&nbsp;R&nbsp;26\/02, BFHE 208, 438, BStBl II 2005, 312, unter II.1.a). Die Vorverlegung des Ausf&uuml;hrungszeitpunkts einer Grundst&uuml;cksschenkung vor den Zeitpunkt der Eintragung der Rechts&auml;nderung im Grundbuch (&sect;&nbsp;873 Abs.&nbsp;1 BGB) ist im Hinblick darauf geschehen, dass der Schenker zu diesem Zeitpunkt alles zur Bewirkung der Leistung Erforderliche getan hat. Die Rechtsprechung betrifft damit nur den Zeitpunkt f&uuml;r die Entstehung der Schenkungsteuer (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Rechtsprechungsgrunds&auml;tze zum Zeitpunkt der Ausf&uuml;hrung einer Grundst&uuml;cksschenkung sind auf den Erwerb durch Erbanfall nicht &uuml;bertragbar. Beim Erwerb von Todes wegen entsteht die Steuer grunds&auml;tzlich mit dem Tod des Erblassers (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG); nur die in diesem Zeitpunkt in der Person des Erblassers bestehende Rechtsposition kann auf den Erben &uuml;bergehen (BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Mai 2007 II&nbsp;R&nbsp;61\/99, BFH\/NV 2007, 1663, unter II.1.d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Eine erweiternde Auslegung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG ist auch nicht im Hinblick auf die Regelung &uuml;ber die steuerbefreite Schenkung unter Ehegatten nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4a ErbStG geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4a Satz&nbsp;1 ErbStG sind Zuwendungen unter Lebenden steuerbeg&uuml;nstigt, mit denen ein Ehegatte dem anderen Ehegatten Eigentum oder Miteigentum an einem Familienheim verschafft oder den anderen Ehegatten von eingegangenen Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Anschaffung oder der Herstellung des Familienheims freistellt. Entsprechendes gilt, wenn ein Ehegatte nachtr&auml;glichen Herstellungs- oder Erhaltungsaufwand f&uuml;r ein Familienheim tr&auml;gt, das im gemeinsamen Eigentum der Ehegatten oder im Eigentum des anderen Ehegatten steht (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4a Satz&nbsp;2 ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4a ErbStG hat andere Voraussetzungen und eine andere Zielrichtung als &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b ErbStG. Die Vorschrift wurde durch Art.&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa des Jahressteuergesetzes 1996 vom 11.&nbsp;Oktober 1995 (BGBl I 1995, 1250) als Reaktion auf die Rechtsprechung des BFH eingef&uuml;gt. Der BFH hatte mit Urteil vom 2.&nbsp;M&auml;rz 1994 II&nbsp;R&nbsp;59\/92 (BFHE 173, 432, BStBl II 1994, 366) die Steuerfreiheit von ehebedingten unbenannten Zuwendungen aufgegeben. Der Gesetzgeber wollte die lebzeitige Zuwendung des Familienheims aus der Besteuerung wieder ausnehmen (vgl. Geck in Kapp\/Ebeling, &sect;&nbsp;13 ErbStG, Rz&nbsp;38; J&uuml;licher in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher\/ Gottschalk, ErbStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;55). &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4a ErbStG umfasst daher alle Arten ehebedingter Zuwendungen im Zusammenhang mit dem Erwerb oder Erhalt eines Familienheims zu Lebzeiten der Eheleute. Die Steuerbefreiung ist &#8211;anders als &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b ErbStG&#8211; nicht auf den Erwerb des Eigentums beschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Bei der eng am Wortlaut vorgenommenen Auslegung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG unterliegt die Steuerbefreiung keinen verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. BFH-Urteile in BFHE 245, 374, BStBl II 2014, 806, Rz&nbsp;26, zu &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG, und vom 5.&nbsp;Oktober 2016 II&nbsp;R&nbsp;32\/15, BFHE 256, 359, BStBl II 2017, 130, Rz&nbsp;17, zu &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4c ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Anspruch auf Verschaffung von Eigentum an einem Familienheim ist nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 ErbStG i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 BewG mit dem gemeinen Wert zu bewerten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Anwendung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 ErbStG, wonach Grundbesitz i.S. von &sect;&nbsp;19 BewG mit dem nach &sect;&nbsp;151 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BewG auf den Bewertungsstichtag festgestellten Grundbesitzwert anzusetzen ist, kommt nicht in Betracht. F&uuml;r die wirtschaftlichen Einheiten des Grundverm&ouml;gens sind die Grundbesitzwerte unter Anwendung der &sect;&sect;&nbsp;159 und 176 bis 198 BewG zu ermitteln (&sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird ein Eigentumsverschaffungsanspruch erworben, handelt es sich nicht um &quot;Grundbesitz&quot; i.S. des &sect;&nbsp;19 BewG. Nach dem Katalog des &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 BewG geh&ouml;rt zum Grundverm&ouml;gen u.a. das Wohnungseigentum (&sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 BewG), nicht jedoch ein Anspruch auf Verschaffung des Wohnungseigentums. Bewertungsrechtlich ist somit f&uuml;r die Anwendung des Grundbesitzwerts allein ma&szlig;gebend, ob Grundst&uuml;cks- oder Wohnungseigentum, d.h. das Vollrecht erworben wird (BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;Oktober 2001 II&nbsp;R&nbsp;61\/99, BFHE 196, 304, BStBl II 2001, 834, unter II.1., und BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1663).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zutreffend entschieden, dass f&uuml;r den Erwerb des durch eine Auflassungsvormerkung gesicherten Eigentumsverschaffungsanspruchs auf das Familienheim durch den Kl&auml;ger die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 ErbStG nicht zu gew&auml;hren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger hat von der Erblasserin durch Vorausverm&auml;chtnis kein Eigentum an der Wohnung, sondern einen durch eine Auflassungsvormerkung gesicherten Eigentumsverschaffungsanspruch erworben. Die Erblasserin war zum Zeitpunkt ihres Todes am 16.&nbsp;Juli 2009 mangels Eintragung im Grundbuch noch nicht Eigent&uuml;merin der Wohnung. Sie hatte jedoch aus dem notariell beurkundeten Kaufvertrag vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2007 einen schuldrechtlichen Anspruch nach &sect;&nbsp;433 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB auf &Uuml;bertragung der Miteigentumsanteile und des Sondereigentums an der Eigentumswohnung sowie den Tiefgaragenstellpl&auml;tzen, der durch eine Auflassungsvormerkung gesichert war. Nur dieser Anspruch konnte auf den Kl&auml;ger im Wege des Vorausverm&auml;chtnisses &uuml;bergehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FA hat als Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Erbschaftsteuer den Anspruch auf Verschaffung von Eigentum an dem Familienheim zutreffend mit dem Verkehrswert angesetzt. Von dem Gesamtkaufpreis hat es die letzte, beim Tod der Erblasserin noch nicht entrichtete Kaufpreisrate in Abzug gebracht. Gegen die H&ouml;he des Werts wurden auch vom Kl&auml;ger keine Einwendungen vorgebracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.11.2017, II R 14\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.291117.IIR14.16.0 Keine Erbschaftsteuerbefreiung f&uuml;r den Erwerb eines Anspruchs auf Verschaffung von Eigentum an einem Familienheim Leits&auml;tze 1. Der von Todes wegen erfolgte Erwerb eines durch eine Auflassungsvormerkung gesicherten Anspruchs auf Verschaffung des Eigentums an einem Familienheim durch den &uuml;berlebenden Ehegatten ist nicht von der Erbschaftsteuer befreit. 2. Die Steuerbefreiung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-14-16-keine-erbschaftsteuerbefreiung-fuer-den-erwerb-eines-anspruchs-auf-verschaffung-von-eigentum-an-einem-familienheim\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;14\/16 &#8211; Keine Erbschaftsteuerbefreiung f&uuml;r den Erwerb eines Anspruchs auf Verschaffung von Eigentum an einem Familienheim<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69332","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69332","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69332"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69332\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69332"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69332"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69332"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}