{"id":69360,"date":"2018-04-12T12:02:52","date_gmt":"2018-04-12T10:02:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69360"},"modified":"2018-04-12T12:04:35","modified_gmt":"2018-04-12T10:04:35","slug":"viii-r-5-14-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-12122017-viii-r-6-14-hinzuschaetzung-von-betriebseinnahmen-durch-einen-sicherheitszuschlag-bei-der-gewinnermittlung-gemaess-par-4-abs-3-est","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-5-14-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-12122017-viii-r-6-14-hinzuschaetzung-von-betriebseinnahmen-durch-einen-sicherheitszuschlag-bei-der-gewinnermittlung-gemaess-par-4-abs-3-est\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;5\/14 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 12.12.2017&nbsp;&nbsp;VIII R 6\/14 &#8211; Hinzusch&auml;tzung von Betriebseinnahmen durch einen Sicherheitszuschlag bei der Gewinnermittlung gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2017, VIII R 5\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.121217.VIIIR5.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 12.12.2017&nbsp;&nbsp;VIII R 6\/14 &#8211; Hinzusch&auml;tzung von Betriebseinnahmen durch einen Sicherheitszuschlag bei der Gewinnermittlung gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Formelle Buchf&uuml;hrungsm&auml;ngel berechtigen nur insoweit zur Sch&auml;tzung, als sie Anlass geben, die sachliche Richtigkeit des Buchf&uuml;hrungsergebnisses anzuzweifeln. Stellt das FG formelle Fehler bei der Aufzeichnung der Betriebsausgaben fest, hat es schl&uuml;ssig zu begr&uuml;nden, warum aus diesen Fehlern im konkreten Fall eine Sch&auml;tzungsbefugnis f&uuml;r die Betriebseinnahmen erwachsen soll.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ein pauschaler Sicherheitszuschlag zu den Einnahmen ist eine griffweise Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen, die in einem vern&uuml;nftigen Verh&auml;ltnis zu den erkl&auml;rten oder nicht erkl&auml;rten Einnahmen stehen muss. Es bedarf zu ihrer Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer ausreichenden Begr&uuml;ndungstiefe des FG-Urteils, aus der erkennbar ist, warum diese Sch&auml;tzungsmethode im entschiedenen Fall notwendig ist und dass sie auch im Hinblick auf die Angemessenheit des Sch&auml;tzungsergebnisses allgemeinen Erfahrungsgrunds&auml;tzen entspricht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 29. November 2011&nbsp;&nbsp;5 K 5045\/07 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (2004) Steuerberater. Er erzielte im wesentlichen Eink&uuml;nfte aus seiner freiberuflichen T&auml;tigkeit und aus Vermietung und Verpachtung. Er f&uuml;hrte freiwillig auf elektronischem Wege eine Gewinnermittlung mit Sachkonten. Den Gewinn der freiberuflichen T&auml;tigkeit ermittelte er durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr anzuwendenden Fassung (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger reichte seine Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr am 8.&nbsp;M&auml;rz 2006 samt der Gewinnermittlung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein. Er wurde jedoch zun&auml;chst nicht veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es wurde vom FA f&uuml;r K&ouml;rperschaften mit Pr&uuml;fungsanordnung vom 16.&nbsp;Mai 2006 eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung angeordnet, die den Zeitraum vom 1.&nbsp;Januar des Streitjahres bis zum 31.&nbsp;M&auml;rz 2006 umfassen und voraussichtlich am 6.&nbsp;Juni 2006 beginnen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Bekanntgabe der Pr&uuml;fungsanordnung reichte der Kl&auml;ger f&uuml;r 2005 am 16.&nbsp;Mai 2006 und am 17.&nbsp;Mai 2006 berichtigte Voranmeldungen f&uuml;r die Monate Januar bis Oktober 2005 und erstmalige Voranmeldungen f&uuml;r November und Dezember 2005 sowie f&uuml;r den Monat Januar 2006 beim FA ein. F&uuml;r das Jahr 2005 ergaben sich nach den Angaben des Kl&auml;gers zus&auml;tzliche Ums&auml;tze in H&ouml;he von 104.553&nbsp;EUR. Dies entsprach im Verh&auml;ltnis zu den bisher f&uuml;r den Zeitraum Januar bis Oktober 2005 erkl&auml;rten Ums&auml;tzen in H&ouml;he von 93.091&nbsp;EUR einer Umsatzsteigerung von ca.&nbsp;112&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erhob gegen die Pr&uuml;fungsanordnung zur Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung Einspruch. Zum vorgesehenen Pr&uuml;fungstermin am 6.&nbsp;Juni 2006 war er nicht in seinem B&uuml;ro anwesend. Dem Pr&uuml;fer wurde im B&uuml;ro des Kl&auml;gers von einer Angestellten nur das Einspruchsschreiben vorgelegt. Er erhielt weder Ausk&uuml;nfte noch Einblick in die Unterlagen des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin fertigte der Pr&uuml;fer unter dem 6.&nbsp;Juni 2006 einen Bericht zur Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung. Er gelangte zu dem Ergebnis, die Ums&auml;tze f&uuml;r das Streitjahr seien um 112,33&nbsp;% zu erh&ouml;hen. Es erging daraufhin ein entsprechend ge&auml;nderter Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ankn&uuml;pfend daran setzte das FA im Bescheid vom 4.&nbsp;August 2006 die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr unter Erh&ouml;hung der Eink&uuml;nfte aus freiberuflicher T&auml;tigkeit um 162.010&nbsp;EUR erstmalig fest. Im Rahmen des Verlustabzugs wurde als weitere Folge der zuvor zum 31.&nbsp;Dezember 2003 festgestellte Verlustvortrag (in H&ouml;he von 99.860&nbsp;EUR) verbraucht. Das FA stellte den verbleibenden Verlustvortrag zur Einkommensteuer zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres mit Feststellungsbescheid vom 4.&nbsp;August 2006 auf Null fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erhob gegen die ge&auml;nderten Festsetzungen zur Einkommen- und Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr und gegen den Verlustfeststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres Einspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Einspruchsverfahrens &auml;nderte das FA die Umsatzsteuerfestsetzungen f&uuml;r 2005 und f&uuml;r das Streitjahr. Es legte der Hinzusch&auml;tzung von Netto-Ums&auml;tzen zum Steuersatz von 16&nbsp;% nunmehr das Verh&auml;ltnis der vom Kl&auml;ger f&uuml;r 2005 nacherkl&auml;rten Betr&auml;ge zu den in den Voranmeldungen erkl&auml;rten Ums&auml;tzen zugrunde (77,274&nbsp;%). Entsprechend sch&auml;tzte das FA bei der Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr Netto-Einnahmen in H&ouml;he von 77,274&nbsp;% im Verh&auml;ltnis zu den zuvor erkl&auml;rten Nettoeinnahmen als Betriebseinnahmen hinzu. Zus&auml;tzlich erfasste es 14.032,80&nbsp;EUR an vereinnahmter Umsatzsteuer auf die hinzugesch&auml;tzten Nettoums&auml;tze als Betriebseinnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA setzte die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr mit Bescheid vom 9.&nbsp;Oktober 2006 entsprechend fest. Im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung wurde durch den Verlustabzug nur noch ein Verlustvortrag zum 31.&nbsp;Dezember 2003 in H&ouml;he von 72.223&nbsp;EUR verbraucht und die Einkommensteuer auf 0&nbsp;EUR festgesetzt. Dementsprechend stellte das FA mit Bescheid vom 9.&nbsp;Oktober 2006 den verbleibenden Verlustvortrag zur Einkommensteuer zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres auf 27.637&nbsp;EUR fest. Der aufrecht erhaltene Einspruch des Kl&auml;gers wurde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erhob Klage. Er wandte sich im Parallelverfahren 5&nbsp;K&nbsp;5043\/07 gegen die Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr und in dem dem Revisionsverfahren zugrunde liegenden Klageverfahren allein gegen den Verlustfeststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember 2004. Das Finanzgericht (FG) wies die Klagen ab. Beide Entscheidungen sind nicht ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Entscheidung im Verfahren 5&nbsp;K&nbsp;5043\/07 zur Umsatzsteuer f&uuml;hrte das FG aus:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA habe die Ums&auml;tze sch&auml;tzen d&uuml;rfen, da der Kl&auml;ger seine Aufzeichnungspflichten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 des Umsatzsteuergesetzes in der im Streitjahr anzuwendenden Fassung (UStG) i.V.m. &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung in der im Streitjahr anzuwendenden Fassung (UStDV) verletzt habe. Der Kl&auml;ger habe zwar im Klageverfahren beim FA sieben Aktenordner mit Unterlagen eingereicht. Diese h&auml;tten die Eingangs- und Ausgangsrechnungen, die Bank- und Kassenbelege sowie Nachweise &uuml;ber Zahlungsein- und Zahlungsausg&auml;nge enthalten. Die bezahlten Rechnungen seien alphabetisch abgelegt gewesen. Buchungsunterlagen &uuml;ber Aufwands- und Sachkonten habe der Kl&auml;ger nicht &uuml;bersandt. Nachdem er vom FA auf den fehlenden Nachweis einer regelm&auml;&szlig;igen Summenziehung hingewiesen worden sei, habe der Kl&auml;ger Erfassungsprotokolle beim FG eingereicht, die eine chronologische Auflistung der Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle ohne Angabe von Belegnummern enthalten h&auml;tten. Es sei dem FA nicht m&ouml;glich gewesen, die vom Kl&auml;ger erkl&auml;rten Ums&auml;tze und Vorsteuerbetr&auml;ge mit angemessenem Aufwand zu &uuml;berpr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Belege aus dem Ordner &quot;Kasse&quot; habe das FA eine sich &uuml;ber mehrere Seiten erstreckende Auflistung der Buchungen angefertigt. Aus dieser ergebe sich, dass der Kl&auml;ger &uuml;berwiegend Lebensmittel als Betriebsausgaben verbucht habe, welche auf den Konten &quot;Bewirtung au&szlig;er Haus&quot; und &quot;Bewirtung im Haus&quot; gebucht worden seien. Hieraus leitete das FG ab, dass den vom Kl&auml;ger verbuchten Ausgaben nicht ohne weiteres gefolgt werden k&ouml;nne. Es sei unzumutbar, die Unterlagen des Kl&auml;gers durch Anfertigung umfangreicher Auflistungen vollumf&auml;nglich zu untersuchen. Schlie&szlig;lich sei f&uuml;r das FG aus den Unterlagen auch nicht erkennbar gewesen, inwiefern die gesetzlich erforderliche Summenziehung am Schluss eines jeden Voranmeldungszeitraums vorgenommen worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG beanstandete das Sch&auml;tzungsergebnis des FA auch der H&ouml;he nach nicht. Nach der Hinzusch&auml;tzung habe der Kl&auml;ger im Streitjahr einen steuerpflichtigen Umsatz in H&ouml;he von 201.204&nbsp;EUR erzielt, der nicht wesentlich von den in den beiden Vorjahren 2002 und 2003 sowie den im Folgejahr 2005 erkl&auml;rten Ums&auml;tzen abweiche. Den Einwand des Kl&auml;gers, der Umsatzeinbruch im Jahr 2004 lasse sich durch die Insolvenz einer Mandantin erkl&auml;ren, wies das FG zur&uuml;ck. Der Umsatzr&uuml;ckgang habe auf Grundlage der erkl&auml;rten Ums&auml;tze f&uuml;r das Streitjahr gegen&uuml;ber den Vorjahren ca.&nbsp;87.000&nbsp;EUR betragen, der Kl&auml;ger habe aber selbst angef&uuml;hrt, gegen&uuml;ber der insolvent gewordenen Mandantin im Jahr 2003 nur Leistungen in H&ouml;he von netto 41.000&nbsp;EUR abgerechnet zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich des allein mit der Klage angefochtenen Verlustfeststellungsbescheids zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres hatte der Kl&auml;ger die Feststellung der Nichtigkeit des Bescheids gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;41 der Finanzgerichtsordnung (FGO), dessen Aufhebung und hilfsweise die &Auml;nderung des Verlustfeststellungsbescheids zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres mit der Ma&szlig;gabe begehrt, einen verbleibenden Verlustvortrag in H&ouml;he von 130.633&nbsp;EUR festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG sah die Feststellungsklage und die auf Aufhebung des Verlustfeststellungsbescheids gerichtete Klage mangels eines Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses des Kl&auml;gers als unzul&auml;ssig und die Klage im &Uuml;brigen hinsichtlich aller Antr&auml;ge auch als unbegr&uuml;ndet an. Der angefochtene Verlustfeststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr sei weder nichtig noch rechtswidrig. Unter Bezugnahme auf die Begr&uuml;ndung im Verfahren 5&nbsp;K&nbsp;5043\/07 zur Umsatzsteuer f&uuml;hrte es aus, es habe eine Sch&auml;tzungsbefugnis des FA bestanden, weil der Kl&auml;ger zu seinen Betriebseinnahmen und -ausgaben keine monatlichen Summenziehungen vorgelegt und hierdurch seine Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten verletzt habe. Zudem habe der Kl&auml;ger schuldhaft nicht an der Aufkl&auml;rung des Streitfalls mitgewirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Bundesrechts durch das FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe die Klage auf Feststellung der Nichtigkeit des Bescheids zu Unrecht als unzul&auml;ssig abgewiesen. Der angefochtene Verlustfeststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr sei aufgrund der willk&uuml;rlichen Sch&auml;tzung des FA nichtig. Allein die H&ouml;he der Hinzusch&auml;tzungen zeige, dass das FA bewusst zu seinem Nachteil gesch&auml;tzt habe. Eine Sch&auml;tzungsbefugnis des FA habe nach Vorlage der Belegordner im Klageverfahren nicht bestanden. Er habe alle Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten erf&uuml;llt. Ein Steuerpflichtiger k&ouml;nne nicht nachweisen, vom FA hinzugesch&auml;tzte Betriebseinnahmen nicht erzielt zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene FG-Urteil vom 29.&nbsp;November 2011&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;5045\/07, die Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;Januar 2007 und den ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2004 vom 9.&nbsp;Oktober 2006 aufzuheben und den verbleibenden Verlustvortrag nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 EStG zum 31.&nbsp;Dezember 2004 in H&ouml;he von 130.633&nbsp;EUR festzustellen,<br \/>hilfsweise,<br \/>die Nichtigkeit des Bescheids &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2004 vom 9.&nbsp;Oktober 2006 festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das FG hat die Klage hinsichtlich des Hauptantrages zu Unrecht als unbegr&uuml;ndet angesehen. Die Sache ist nicht spruchreif. Die Vorentscheidung wird aufgehoben und an das FG zur erneuten Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat legt das Klagebegehren anhand der Klageschrift in der Weise aus, dass der Kl&auml;ger nach Ma&szlig;gabe der abgegebenen Steuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr veranlagt werden wollte. Daher geht der Senat von einem Hauptbegehren des Kl&auml;gers vor dem FG aus, das auf eine &Auml;nderung des Verlustfeststellungsbescheids zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres vom 9.&nbsp;Oktober 2006 gerichtet war. Nur hilfsweise begehrte der Kl&auml;ger, die Nichtigkeit des Verlustfeststellungsbescheids festzustellen. Zu dieser eigenst&auml;ndigen Auslegung des Klagebegehrens ist der Senat befugt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;R&nbsp;32\/09, BFH\/NV 2012, 1479).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist hinsichtlich des mit dem Hauptantrag geltend gemachten &Auml;nderungsbegehrens begr&uuml;ndet. Der Verlustfeststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres vom 9.&nbsp;Oktober 2006 ist vom FG rechtsfehlerhaft als rechtm&auml;&szlig;ig angesehen worden. Die Vorentscheidung ist aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Entscheidung &uuml;ber das &Auml;nderungsbegehren des Kl&auml;gers steht nicht die Nichtigkeit des angefochtenen Verlustfeststellungsbescheids zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres vom 9.&nbsp;Oktober 2006 entgegen, die zur Aufhebung des Bescheids f&uuml;hren m&uuml;sste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Verlustfeststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres ist w&auml;hrend des Einspruchsverfahrens ergangen und hat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;365 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) den zuvor ergangenen Bescheid vom 4.&nbsp;August 2006 ersetzt. Dies gilt selbst dann, wenn der vorherige Verlustfeststellungsbescheid vom 4.&nbsp;August 2006 &#8211;wie der Kl&auml;ger meint&#8211; nichtig gewesen sein sollte (&sect;&nbsp;365 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Anhaltspunkte f&uuml;r eine Nichtigkeit des Verlustfeststellungsbescheids vom 9.&nbsp;Oktober 2006 bestehen nach den Feststellungen des FG nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Eine fehlerhafte Sch&auml;tzung kann ausnahmsweise die Nichtigkeit des auf ihr beruhenden Verwaltungsakts zur Folge haben, wenn sich das FA nicht an den wahrscheinlichen Besteuerungsgrundlagen orientiert, sondern bewusst zum Nachteil des Steuerpflichtigen sch&auml;tzt (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Juli 2014 X&nbsp;R&nbsp;42\/12, BFH\/NV 2015, 145, m.w.N.). Zudem k&ouml;nnen Willk&uuml;rma&szlig;nahmen, die mit den Anforderungen an eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Verwaltung schlechterdings nicht zu vereinbaren sind, einen besonders schweren Fehler i.S. von &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO ergeben. Willk&uuml;rlich und damit nichtig i.S. von &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO ist ein Sch&auml;tzungsbescheid, wenn das Sch&auml;tzungsergebnis trotz vorhandener M&ouml;glichkeiten, den Sachverhalt aufzukl&auml;ren und Sch&auml;tzungsgrundlagen zu ermitteln, krass von den tats&auml;chlichen Gegebenheiten abweicht und in keiner Weise erkennbar ist, dass &uuml;berhaupt und ggf. welche Sch&auml;tzungserw&auml;gungen angestellt wurden (BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 145, Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Nach diesem Ma&szlig;stab ist eine Nichtigkeit des Verlustfeststellungsbescheids vom 9.&nbsp;Oktober 2006 zu verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine objektiv willk&uuml;rliche Sch&auml;tzung liegt nicht vor. Die H&ouml;he der Sch&auml;tzung beruhte auf einer griffweisen Hinzusch&auml;tzung von Ums&auml;tzen und Betriebseinnahmen, die dem Kl&auml;ger vom FA erl&auml;utert wurde. Das FA hat Sch&auml;tzungserw&auml;gungen zur H&ouml;he der hinzugesch&auml;tzten Ums&auml;tze und Betriebseinnahmen angestellt und dem Kl&auml;ger mitgeteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es sind keine Umst&auml;nde festgestellt, nach denen die Hinzusch&auml;tzung bewusst zum Nachteil des Kl&auml;gers erfolgte. Zudem ist nicht erkennbar, dass f&uuml;r den Erlass der Pr&uuml;fungsanordnung und die Durchf&uuml;hrung der Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung au&szlig;ersteuerliche Gr&uuml;nde ma&szlig;geblich waren. Bei dem vom Kl&auml;ger in der Revision angef&uuml;hrten Sachverhalt des Revisionsverfahrens VIII&nbsp;R&nbsp;8\/09, das einen anderen Steuerpflichtigen betraf und dessen Umst&auml;nde nach Meinung des Kl&auml;gers mit dem Streitfall vergleichbar sein sollen, handelt es sich ausnahmslos um neuen Sachvortrag, der im Revisionsverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO nicht zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der streitige Feststellungsbescheid ist vom FG rechtsfehlerhaft als rechtm&auml;&szlig;ig angesehen worden. Das FG hat hinsichtlich der gebotenen Summenziehung bei den Betriebseinnahmen keine formellen Aufzeichnungs- und Aufbewahrungsm&auml;ngel des Kl&auml;gers festgestellt, die die W&uuml;rdigung tragen, dass das FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO zur Sch&auml;tzung berechtigt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dieser Vorschrift sind die Besteuerungsgrundlagen zu sch&auml;tzen, wenn der Steuerpflichtige B&uuml;cher oder Aufzeichnungen, die er nach den Steuergesetzen zu f&uuml;hren hat, nicht vorlegen kann oder wenn die Buchf&uuml;hrung oder die Aufzeichnungen, die er zu f&uuml;hren hat, nicht nach &sect;&nbsp;158 AO der Besteuerung zugrunde gelegt werden k&ouml;nnen. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;158 AO sind die Buchf&uuml;hrung und die Aufzeichnungen des Steuerpflichtigen der Besteuerung zugrunde zu legen, wenn sie den Vorschriften der &sect;&sect;&nbsp;140 bis 148 AO entsprechen und soweit nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls kein Anlass besteht, ihre sachliche Richtigkeit zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die umsatzsteuerrechtliche Verpflichtung zur Aufzeichnung der Betriebseinnahmen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 UStG, &sect;&sect;&nbsp;63 bis 68 UStDV wirkt unmittelbar auch f&uuml;r das Einkommensteuergesetz (BFH-Urteile vom 2.&nbsp;M&auml;rz 1982 VIII&nbsp;R&nbsp;225\/80, BFHE 136, 28, BStBl II 1984, 504; vom 26.&nbsp;Februar 2004 XI&nbsp;R&nbsp;25\/02, BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599; BFH-Beschl&uuml;sse vom 16.&nbsp;Februar 2006 X&nbsp;B&nbsp;57\/05, BFH\/NV 2006, 940; vom 12.&nbsp;Juli 2017 X&nbsp;B&nbsp;16\/17, BFHE 257, 523). Auch war der Kl&auml;ger als &quot;Ist-Besteuerer&quot; i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 i.V.m. Satz&nbsp;1 UStG verpflichtet, die vereinnahmten Entgelte des Streitjahres aufzuzeichnen und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStDV &#8211;wie vom FG angenommen&#8211; grunds&auml;tzlich am Schluss jedes Voranmeldungszeitraums zusammenzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dies hat der Kl&auml;ger nach den Feststellungen des FG jedoch getan. Er hat f&uuml;r das Streitjahr Voranmeldungen abgegeben, in denen jeweils Summen zu den steuerpflichtigen Ums&auml;tzen enthalten waren. W&auml;hrend des Klageverfahrens hat er auf Hinweis des FA, dass die Summenziehungen in den Belegordnern nicht enthalten waren, Buchungserfassungsprotokolle vorgelegt. Warum er seinen formellen ertrag- und umsatzsteuerlichen Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten f&uuml;r die vereinnahmten Entgelte damit nicht gen&uuml;gt haben soll, ist nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ein Versto&szlig; gegen die allgemeinen Aufzeichnungspflichten f&uuml;r Einnahmen und die daran ankn&uuml;pfenden Aufbewahrungspflichten (&sect;&sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;5, 147 AO) ist nach den Feststellungen des FG ebenfalls nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die vom FG festgestellten Verst&ouml;&szlig;e des Kl&auml;gers gegen die Pflicht zur Aufzeichnung und Aufbewahrung monatlicher Summenziehungen bei den Barausgaben und die Umst&auml;nde, aus denen das FG die Unrichtigkeit der verbuchten Bewirtungsaufwendungen abgeleitet hat, tragen nicht dessen W&uuml;rdigung, dass die Einnahmen unvollst&auml;ndig aufgezeichnet wurden und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO zu sch&auml;tzen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Formelle Buchf&uuml;hrungsm&auml;ngel berechtigen nach st&auml;ndiger Rechtsprechung nur insoweit zur Sch&auml;tzung, als sie Anlass geben, die sachliche Richtigkeit des Buchf&uuml;hrungsergebnisses anzuzweifeln (BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Juli 2017 X&nbsp;B&nbsp;16\/17, BFHE 257, 523, Rz&nbsp;56, m.w.N.; vgl. auch BFH-Urteil vom 10.&nbsp;M&auml;rz 1983 IV&nbsp;R&nbsp;236\/81, juris, zur Hinzusch&auml;tzung von Einnahmen bei einem Steuerberater wegen einer fehlenden Barkasse).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG begr&uuml;ndet indessen nicht, warum aus den festgestellten formellen Verst&ouml;&szlig;en im Bereich der Betriebsausgaben folgen soll, dass vom Kl&auml;ger immerhin Einnahmen in H&ouml;he von 77&nbsp;% der erkl&auml;rten Einnahmen zus&auml;tzlich erzielt und nicht erkl&auml;rt worden sein sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch auf &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz 1 AO l&auml;sst sich auf Grundlage der bisherigen Feststellungen keine Sch&auml;tzungsbefugnis st&uuml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz 1 AO ist zu sch&auml;tzen, wenn der Steuerpflichtige &uuml;ber seine Angaben keine ausreichenden Aufkl&auml;rungen zu geben vermag oder die weitere Auskunft verweigert. Eine Sch&auml;tzungsbefugnis nach dieser Vorschrift h&auml;ngt nicht vom Bestehen einer gesetzlichen (f&ouml;rmlichen) Aufzeichnungspflicht ab, sondern besteht, wenn das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen aus den Angaben des Steuerpflichtigen nicht ermitteln kann (BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;Juli 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;28\/09, BFH\/NV 2009, 1967).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach den Feststellungen des FG ist aber nicht erkennbar, welcher Mitwirkungsversto&szlig; des Kl&auml;gers im Hinblick auf die aufgezeichneten Betriebseinnahmen vorliegen soll. Dem FG h&auml;tte es oblegen, Feststellungen zu treffen, aus denen ersichtlich ist, dass die Betriebseinnahmen im Streitjahr in der Buchf&uuml;hrung des Kl&auml;gers nicht vollst&auml;ndig erfasst waren (etwa nach Vornahme einer Geldverkehrsrechnung oder durch einen &auml;u&szlig;eren Betriebsvergleich). Solche Feststellungen fehlen jedoch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Im &Uuml;brigen w&auml;re auch bei Annahme einer Sch&auml;tzungsbefugnis die W&uuml;rdigung des FG, dass eine griffweise Hinzusch&auml;tzung der Betriebseinnahmen in der streitigen H&ouml;he durch das FA rechtm&auml;&szlig;ig war, fehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der BFH darf gesch&auml;tzte Besteuerungsgrundlagen, welche zu den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO geh&ouml;ren, nur auf Rechtsfehler pr&uuml;fen. Das FG-Urteil muss erkennen lassen, auf welchen Tatsachen die Sch&auml;tzung beruht und auf welchem Weg sie zustande gekommen ist. Es hat darzulegen, wie und dass es seine &Uuml;berzeugung in rechtlich zul&auml;ssiger und einwandfreier Weise gewonnen hat (BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Februar 1991 II&nbsp;R&nbsp;87\/88, BFHE 163, 471, BStBl II 1991, 459, unter II.2.a; vom 16.&nbsp;September 2015 X&nbsp;R&nbsp;43\/12, BFHE 251, 37, BStBl II 2016, 48, Rz&nbsp;40; vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2017 X&nbsp;R&nbsp;11\/16, BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, Rz&nbsp;52). Die gewonnenen Sch&auml;tzergebnisse m&uuml;ssen schl&uuml;ssig, wirtschaftlich m&ouml;glich und vern&uuml;nftig sein. Zudem darf das FG bei der Sch&auml;tzung nicht gegen anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, allgemeine Erfahrungss&auml;tze oder die Denkgesetze versto&szlig;en (BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Oktober 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;190\/82, BFHE 139, 350, BStBl II 1984, 88, m.w.N.; in BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein pauschaler Sicherheitszuschlag zu den Einnahmen &#8211;wie im Streitfall&#8211; ist eine griffweise Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen, die in einem vern&uuml;nftigen Verh&auml;ltnis zu den erkl&auml;rten oder nicht erkl&auml;rten Einnahmen stehen muss (vgl. BFH-Entscheidungen vom 26.&nbsp;Oktober 1994 X&nbsp;R&nbsp;114\/92, BFH\/NV 1995, 373; vom 7.&nbsp;Februar 2017 X&nbsp;B&nbsp;79\/16, BFH\/NV 2017, 774; in BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, Rz&nbsp;51; s.a. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Mai 2012 X&nbsp;B&nbsp;71\/11, BFH\/NV 2012, 1461, f&uuml;r steuermindernde Umst&auml;nde). Die griffweise Sch&auml;tzung stellt im Spektrum der verschiedenen denkbaren Sch&auml;tzungsmethoden diejenige dar, die mit den gr&ouml;&szlig;ten Unsicherheiten behaftet ist und konkreten Tatsachengrundlagen vollst&auml;ndig oder nahezu vollst&auml;ndig entbehrt (BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;September 2011 X&nbsp;B&nbsp;35\/11, BFH\/NV 2012, 177). Es bedarf zu ihrer Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer ausreichenden Begr&uuml;ndungstiefe des FA und des FG, dass und warum diese Sch&auml;tzungsmethode im jeweiligen Einzelfall notwendig ist und dass sie auch im Hinblick auf die Angemessenheit des Sch&auml;tzungsergebnisses allgemeinen Erfahrungsgrunds&auml;tzen entspricht (BFH-Urteil in BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, Rz&nbsp;51, mit Anmerkung N&ouml;cker, jurisPR-SteuerR 45\/2017 Anm.&nbsp;3). Auf der anderen Seite ist aber auch das Ma&szlig; der Verletzung der dem Steuerpflichtigen obliegenden Mitwirkungspflichten zu ber&uuml;cksichtigen. Deshalb ist es grunds&auml;tzlich gerechtfertigt, bei einer Pflichtverletzung des Steuerpflichtigen einen Sicherheitszuschlag oder einen Sicherheitsabschlag vorzunehmen (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;April 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;49\/12, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Vorentscheidung fehlt es an der an diesen Ma&szlig;st&auml;ben zu orientierenden erforderlichen Begr&uuml;ndungstiefe. Der Senat kann auf ihrer Grundlage nicht abschlie&szlig;end beurteilen, ob der Sicherheitszuschlag zu den Betriebseinnahmen &#8211;wenn eine Sch&auml;tzungsbefugnis best&uuml;nde&#8211; angemessen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ohne eine weitergehende und vertiefte Begr&uuml;ndung ist etwa nicht verst&auml;ndlich, wieso das FG im Streitfall nicht einen geringeren Prozentsatz hinzugesch&auml;tzter Ums&auml;tze als ausreichend und angemessen bzw. zutreffend angesehen hat. Allein der Umstand, dass der Kl&auml;ger f&uuml;r 2005 Ums&auml;tze in vergleichbarer Relation nacherkl&auml;rt hat und sich nach der Hinzusch&auml;tzung ann&auml;hernd gleiche Ums&auml;tze\/Betriebseinnahmen f&uuml;r die Jahre 2002 bis 2005 ergeben, tr&auml;gt die Hinzusch&auml;tzung des FA in der jetzigen H&ouml;he nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem erschlie&szlig;t sich dem Senat zur Schl&uuml;ssigkeit des Sch&auml;tzungsergebnisses des FG insbesondere nicht, warum die vom Kl&auml;ger &#8211;unwidersprochen&#8211; vorgetragene Insolvenz einer gro&szlig;en Mandantin der griffweisen Hinzusch&auml;tzung von Einnahmen in der jetzigen H&ouml;he nicht entgegenstehen soll. Der Kl&auml;ger hatte ausgef&uuml;hrt, er habe mit dieser Mandantin im Jahr 2003 ein Honorarvolumen von rund 47.000&nbsp;EUR brutto erwirtschaftet. Hiervon ist auch das FG ausgegangen. Warum der Kl&auml;ger im Streitjahr ungeachtet des wegfallenden Honorars dann aber aus Sicht des FG ebenso hohe Einnahmen wie im Vorjahr 2003 und im Folgejahr 2005 erzielt haben soll, wird vom FG nicht schl&uuml;ssig begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann die erforderlichen Feststellungen zum Vorliegen einer Sch&auml;tzungsbefugnis des FA und einer angemessenen Sch&auml;tzungsh&ouml;he nicht selbst treffen. Die Sache wird an das FG zur&uuml;ckverwiesen. &Uuml;ber den Hilfsantrag des Kl&auml;gers hat der Senat nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat entscheidet nach Verzicht der Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO). Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2017, VIII R 5\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.121217.VIIIR5.14.0 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 12.12.2017&nbsp;&nbsp;VIII R 6\/14 &#8211; Hinzusch&auml;tzung von Betriebseinnahmen durch einen Sicherheitszuschlag bei der Gewinnermittlung gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 EStG Leits&auml;tze 1. NV: Formelle Buchf&uuml;hrungsm&auml;ngel berechtigen nur insoweit zur Sch&auml;tzung, als sie Anlass geben, die sachliche Richtigkeit des Buchf&uuml;hrungsergebnisses anzuzweifeln. Stellt das FG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-5-14-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-12122017-viii-r-6-14-hinzuschaetzung-von-betriebseinnahmen-durch-einen-sicherheitszuschlag-bei-der-gewinnermittlung-gemaess-par-4-abs-3-est\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;5\/14 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 12.12.2017&nbsp;&nbsp;VIII R 6\/14 &#8211; Hinzusch&auml;tzung von Betriebseinnahmen durch einen Sicherheitszuschlag bei der Gewinnermittlung gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69360","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69360"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69360\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}