{"id":69361,"date":"2018-04-12T12:02:49","date_gmt":"2018-04-12T10:02:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69361"},"modified":"2018-04-12T12:04:33","modified_gmt":"2018-04-12T10:04:33","slug":"viii-r-6-14-rechtmaessigkeit-eines-unsicherheitsabschlags-von-den-geltend-gemachten-betriebsausgaben-und-vorsteuerbetraegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-6-14-rechtmaessigkeit-eines-unsicherheitsabschlags-von-den-geltend-gemachten-betriebsausgaben-und-vorsteuerbetraegen\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;6\/14 &#8211; Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Unsicherheitsabschlags von den geltend gemachten Betriebsausgaben und Vorsteuerbetr&auml;gen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2017, VIII R 6\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.121217.VIIIR6.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Unsicherheitsabschlags von den geltend gemachten Betriebsausgaben und Vorsteuerbetr&auml;gen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Wird ein Antrag auf Aufschub des Pr&uuml;fungsbeginns gestellt, aber nicht bis zu einem konkreten Zeitpunkt befristet, weil ein Rechtsbehelfsverfahren betrieben wird, das die Pr&uuml;fungsanordnung betrifft, endet die Festsetzungsfrist zwei Jahre nach Wegfall des geltend gemachten Hinderungsgrundes f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der Pr&uuml;fung.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die ordnungsgem&auml;&szlig;e Aufzeichnung der Betriebsausgaben in einer &Uuml;berschussrechnung gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 3 EStG setzt im Rahmen der allgemeinen Aufzeichnungspflicht gem&auml;&szlig; &sect; 146 Abs. 1 und Abs. 5 AO nur voraus, dass die H&ouml;he der Betriebsausgaben durch Belege nachgewiesen wird; eine f&ouml;rmliche Aufzeichnungspflicht besteht hingegen nicht. Nur bei Vorlage geordneter und vollst&auml;ndiger Belege verdient eine Einnahmen&uuml;berschussrechnung jedoch Vertrauen und kann die Vermutung der Richtigkeit f&uuml;r sich in Anspruch nehmen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Ein pauschaler Unsicherheitsabschlag f&uuml;r steuermindernde Umst&auml;nde ist eine griffweise Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen, die in einem vern&uuml;nftigen Verh&auml;ltnis zu den erkl&auml;rten oder nicht erkl&auml;rten Einnahmen stehen muss. Es bedarf zu ihrer Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer ausreichenden Begr&uuml;ndungstiefe des FG-Urteils, aus der erkennbar ist, dass und warum diese Sch&auml;tzungsmethode im entschiedenen Einzelfall notwendig ist und dass sie auch im Hinblick auf die Angemessenheit des Sch&auml;tzungsergebnisses allgemeinen Erfahrungsgrunds&auml;tzen entspricht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 29. November 2011&nbsp;&nbsp;5 K 5244\/09 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war in den Streitjahren (1995 bis 1997) u.a. als Steuerberater in einer Einzelkanzlei t&auml;tig. Er ermittelte seinen Gewinn durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren anzuwendenden Fassungen &#8211;EStG&#8211;) und f&uuml;hrte zus&auml;tzlich auf elektronischem Wege freiwillig B&uuml;cher. Im Rahmen der Umsatzbesteuerung unterlag er der Ist-Besteuerung. Er erzielte Vermietungseink&uuml;nfte aus einer umsatzsteuerpflichtig vermieteten Immobilie und aus nicht umsatzsteuerpflichtig vermieteten Immobilien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einkommensteuererkl&auml;rungen der Streitjahre reichte der Kl&auml;ger im Januar 1997 (f&uuml;r 1995), im Mai 1998 (f&uuml;r 1996) und im Mai 1999 (f&uuml;r 1997) beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein. Die Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 1995 reichte der Kl&auml;ger am 14.&nbsp;Januar 1997, die Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 1996 Ende April 1998 und die Umsatzsteuererkl&auml;rung 1997 im Mai 1999 beim FA ein. Zudem gab der Kl&auml;ger in den Streitjahren monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen ab. Die Veranlagung erfolgte zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es erging eine Pr&uuml;fungsanordnung vom 15.&nbsp;September 1999, die die Einkommen- und Umsatzsteuer der Streitjahre umfasste. Der am 4.&nbsp;Oktober 1999 zu Beginn der Pr&uuml;fung erschienene Betriebspr&uuml;fer verlie&szlig; nach Aush&auml;ndigung eines Einspruchsschreibens gegen die Pr&uuml;fungsanordnung das B&uuml;ro des Kl&auml;gers, der zudem die Aussetzung der Vollziehung (AdV) der Pr&uuml;fungsanordnung beantragte. Das gegen die Pr&uuml;fungsanordnung gef&uuml;hrte Einspruchs- und Klageverfahren sowie die gegen das Urteil des Finanzgerichts (FG) erhobene Nichtzulassungsbeschwerde blieben erfolglos (s. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7.&nbsp;Mai 2003 IV&nbsp;B&nbsp;206\/01, BFH\/NV 2003, 1394).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Au&szlig;enpr&uuml;fer schlug daraufhin dem Kl&auml;ger mit Schreiben vom 2.&nbsp;September 2003 und vom 14.&nbsp;Oktober 2003 Termine zur Fortsetzung der Pr&uuml;fung vor und forderte diesen auf, ihm Einsicht in die Unterlagen zu gew&auml;hren. Er erschien an dem von ihm vorgeschlagenen Termin am 4.&nbsp;November 2003 und nochmals am 5.&nbsp;November 2003 in den B&uuml;ror&auml;umen des Kl&auml;gers, der dort aber f&uuml;r ihn nicht zu sprechen war und ihm auch keine Unterlagen aush&auml;ndigte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 13.&nbsp;November 2003 beantragte der Kl&auml;ger beim FA abermals die Aufhebung der Pr&uuml;fungsanordnung vom 15.&nbsp;September 1999 mit der Begr&uuml;ndung, die Pr&uuml;fung habe nicht wirksam begonnen und es sei daher Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten. Dies lehnte das FA am 18.&nbsp;M&auml;rz 2004 ab. Dem Kl&auml;ger wurde als Termin zur Fortsetzung der Pr&uuml;fung der 30.&nbsp;M&auml;rz 2004 mitgeteilt. An diesem Termin traf der Betriebspr&uuml;fer den Kl&auml;ger in dessen B&uuml;ror&auml;umen wiederum nicht an. Unterlagen standen ebenfalls nicht bereit. Eine Angestellte des Kl&auml;gers nahm eine schriftliche Einladung des Pr&uuml;fers zur Schlussbesprechung am 27.&nbsp;April 2004 entgegen, zu der der Kl&auml;ger nicht erschien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Pr&uuml;fer fertigte nach Aktenlage unter dem 6.&nbsp;Mai 2004 einen Bericht &uuml;ber die Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Streitjahre. Er traf die Feststellung, dass er bis zuletzt keine Einsicht in Belege und Buchf&uuml;hrungsunterlagen habe nehmen k&ouml;nnen, da der Kl&auml;ger die Mitwirkung verweigert habe. F&uuml;r die Einkommensteuer in den Streitjahren nahm der Pr&uuml;fer u.a. von den Betriebsausgaben der Kanzlei einen griffweisen Abschlag in H&ouml;he von 10&nbsp;% der geltend gemachten Aufwendungen vor. Zudem korrigierte er die Entnahmen f&uuml;r das auch privat genutzte Fahrzeug im Betriebsverm&ouml;gen des Kl&auml;gers. Bei der Umsatzsteuer korrigierte er ebenfalls die Besteuerung des Privatanteils f&uuml;r das auch privat genutzte betriebliche Kfz. Im Wesentlichen versagte er dem Kl&auml;ger in allen Streitjahren mangels vorgelegter Belege in voller H&ouml;he den in den Voranmeldungen und Steuererkl&auml;rungen geltend gemachten Vorsteuerabzug aus der Kanzlei- und der steuerpflichtigen Vermietungst&auml;tigkeit. Das FA schloss sich dieser W&uuml;rdigung an. Es erlie&szlig; unter dem 22.&nbsp;Juni 2004 entsprechend ge&auml;nderte Bescheide zur Einkommen- und Umsatzsteuer f&uuml;r alle Streitjahre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des sich anschlie&szlig;enden Einspruchsverfahrens gegen die Steuerfestsetzungen wurde die zwischenzeitlich vom Kl&auml;ger erhobene (weitere) Klage auf Aufhebung der Pr&uuml;fungsanordnung durch ein Urteil des FG vom 23.&nbsp;Oktober 2007&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;3179\/04&nbsp;B als unzul&auml;ssig abgewiesen. Die nachfolgend unter dem Aktenzeichen VIII&nbsp;B&nbsp;4\/08 beim BFH eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde wurde mit Beschluss vom 4.&nbsp;Dezember 2008 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; w&auml;hrend des Einspruchsverfahrens zu Gunsten des Kl&auml;gers ge&auml;nderte Bescheide vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2009. Dabei hielt es in den ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheiden an der griffweisen 10&nbsp;%-igen K&uuml;rzung der geltend gemachten Betriebsausgaben fest. Den Ansatz der Entnahme f&uuml;r die Privatfahrten mit dem betrieblichen Kfz erh&ouml;hte das FA in den ge&auml;nderten Einkommen- und Umsatzsteuerbescheiden nach einem Verb&ouml;serungshinweis. In den ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r die Streitjahre lie&szlig; das FA den Vorsteuerabzug aus den Herstellungskosten der steuerpflichtig vermieteten Immobilie und aus der Kanzleit&auml;tigkeit des Kl&auml;gers teilweise zu. Im &Uuml;brigen wies es die Einspr&uuml;che als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren vor dem FG machte der Kl&auml;ger geltend, die &Auml;nderungsbescheide der Streitjahre seien wegen des Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung aufzuheben, die unmittelbar nach der Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangenen Bescheide vom 22.&nbsp;Juni 2004 seien nichtig. Seien die Bescheide wirksam, sei er erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; zu veranlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Klageverfahrens &uuml;bersandte der Kl&auml;ger nach einem rechtlichen Hinweis des FG seine Eingangs- und Ausgangsrechnungen der Streitjahre. Zudem reichte er beim FG Buchungsunterlagen mit einer chronologischen Auflistung der Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle und die Best&auml;nde der Vorsteuerkonten ein. Es handelte sich um 26&nbsp;Aktenordner mit Belegen und einen Ordner mit Kontoausz&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; nach Durchsicht der Unterlagen des Kl&auml;gers w&auml;hrend des Klageverfahrens unter dem 1.&nbsp;Oktober 2010 ge&auml;nderte Umsatz- und Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre. Diesen liegt noch eine griffweise K&uuml;rzung der Betriebsausgaben und der Vorsteuerbetr&auml;ge in H&ouml;he von 1&nbsp;% zugrunde. Zudem hielt das FA an der Korrektur des Privatanteils f&uuml;r das betriebliche Fahrzeug fest. Es erkl&auml;rte die Hauptsache f&uuml;r erledigt und beantragte, dem Kl&auml;ger die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Der Kl&auml;ger gab jedoch keine Erledigungserkl&auml;rung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage teilweise statt. Es gew&auml;hrte dem Kl&auml;ger f&uuml;r das Streitjahr 1996 die begehrte Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) nach dem F&ouml;rdergebietsgesetz f&uuml;r dessen Vermietungsobjekte. Im &Uuml;brigen wies es die Klage ab. Die Entscheidung ist nicht ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Inhalt der Akten erging unter dem 2.&nbsp;Januar 2012 &#8211;kurz vor Erhebung der Nichtzulassungsbeschwerde&#8211; ein ge&auml;nderter Bescheid zur Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr 1996. In diesem gew&auml;hrte das FA dem Kl&auml;ger infolge der Entscheidung des FG die streitige F&ouml;rdergebiets-AfA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Bundesrechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach der Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangenen &Auml;nderungsbescheide vom 22.&nbsp;Juni 2004 seien nichtig gewesen. Dies habe zur Konsequenz, dass mangels einer Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) bei Erlass der &Auml;nderungsbescheide vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2009 bereits Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe die griffweise K&uuml;rzung des Betriebsausgabenabzugs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 AO in den zuletzt ergangenen &Auml;nderungsbescheiden zu Unrecht als rechtm&auml;&szlig;ig angesehen. Er habe ordnungsgem&auml;&szlig;e Gewinnermittlungen, zutreffende Steuererkl&auml;rungen und zutreffende Voranmeldungen f&uuml;r die Streitjahre eingereicht. Im finanzgerichtlichen Verfahren seien s&auml;mtliche Belege zu Eingangs- und Ausgangsrechnungen, sowie Bankbelege, Kassenunterlagen, alle Mietkonten und Lohnunterlagen chronologisch geordnet vorgelegt worden. Dem FG seien f&uuml;r die Vorsteuerbetr&auml;ge auch die freiwillig gef&uuml;hrten Bestandskonten sowie s&auml;mtliche Datenerfassungsprotokolle und Buchungsjournale &uuml;bermittelt worden. Aus diesen sei ersichtlich, bei welchen Zahlungsvorg&auml;ngen Vorsteuer gezogen worden sei. Auch die Summenziehungen seien aus den Buchungsjournalen zu ersehen, weil diese ma&szlig;gebend f&uuml;r die Erstellung der monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldung gewesen seien. Er habe seine Mitwirkungs-, Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene FG-Urteil vom 29.&nbsp;November 2011, die ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 1995 und 1997 vom 1.&nbsp;Oktober 2010, den ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 1996 vom 2.&nbsp;Januar 2012 sowie die ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre, jeweils vom 1.&nbsp;Oktober 2010, samt der zuvor ergangenen Bescheide vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2009 und vom 22.&nbsp;Juni 2004 und die Einspruchsentscheidungen vom 17.&nbsp;August 2009 aufzuheben,<br \/>hilfsweise,<br \/>die Steuerfestsetzungen f&uuml;r die Streitjahre in der Weise zu &auml;ndern, dass er erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; veranlagt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zum Hauptantrag des Kl&auml;gers zwar zu Recht entschieden, dass die angefochtenen Bescheide f&uuml;r die Streitjahre nicht wegen eines Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung aufzuheben sind (s. unten II.3.). Die Vorentscheidung ist aber hinsichtlich des Hilfsantrags rechtsfehlerhaft, soweit das FG die vom FA im Sch&auml;tzungswege vorgenommene griffweise K&uuml;rzung der Betriebsausgaben und des Vorsteuerabzugs um 1&nbsp;% als rechtm&auml;&szlig;ig angesehen hat (s. unten II.4.). Die Sache ist nicht spruchreif (s. unter II.5.). Der Senat hebt die Vorentscheidung auf und verweist die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ck (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision f&uuml;hrt wegen der Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr 1996 aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden zur Aufhebung der Vorentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens war gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz 1 FGO der im Klageverfahren ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr 1996 vom 1.&nbsp;Oktober 2010 geworden. An dessen Stelle trat w&auml;hrend der Frist zur Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde der zu Gunsten des Kl&auml;gers ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr 1996 vom 2.&nbsp;Januar 2012. Dieser wurde aufgrund entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO Gegenstand des Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. z.B. BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Mai 2012 III&nbsp;B&nbsp;2\/11, BFH\/NV 2012, 1305) und ist nach dessen Fortsetzung als Revisionsverfahren Gegenstand dieses Verfahrens. Damit liegt dem FG-Urteil f&uuml;r das Streitjahr 1996 wegen Einkommensteuer ein nicht mehr existierender Bescheid zugrunde, so dass es insoweit keinen Bestand haben kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. z.B. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Mai 2013 VI&nbsp;R&nbsp;28\/12, BFHE 241, 200, BStBl II 2013, 737).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen bilden unver&auml;ndert die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des Senats (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Januar 2003 IV&nbsp;R&nbsp;71\/00, BFHE 201, 269, BStBl II 2004, 43). Durch den &Auml;nderungsbescheid zur Einkommensteuer vom 2.&nbsp;Januar 2012 f&uuml;r das Streitjahr 1996 ist keine Verb&ouml;serung eingetreten. Es haben sich auch hinsichtlich der weiteren im Streit stehenden Punkte keine &Auml;nderungen ergeben. Die Beteiligten haben hinsichtlich des ge&auml;nderten Bescheids keine weitergehenden Antr&auml;ge gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da auch wegen der Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr 1996 die Revision hinsichtlich des hilfsweisen &Auml;nderungsbegehrens aus den unten dargelegten Erw&auml;gungen begr&uuml;ndet ist, wird die Sache auch insoweit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO an das FG zur&uuml;ckverwiesen (s. z.B. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Januar 2013 IX&nbsp;R&nbsp;25\/11, BFH\/NV 2013, 1387).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist im &Uuml;brigen zul&auml;ssig. Der Kl&auml;ger verfolgt trotz unterschiedlich formulierter Antr&auml;ge vor dem FG und in der Revision dasselbe Klagebegehren. Es liegt daher keine unzul&auml;ssige Klage&auml;nderung (vgl. &sect;&nbsp;123 Abs.&nbsp;1 FGO) vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat legt das Klagebegehren des Kl&auml;gers vor dem FG anhand der Klageschrift aus. Hierzu ist der Senat befugt (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;R&nbsp;32\/09, BFH\/NV 2012, 1479). Die Auslegung ergibt, dass der Kl&auml;ger erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; veranlagt werden will. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Kl&auml;ger sich einerseits darauf gest&uuml;tzt, dass s&auml;mtliche &Auml;nderungsbescheide, die nach Abschluss der Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangen sind, aufgrund zuvor eingetretener Festsetzungsverj&auml;hrung aufzuheben sind. F&uuml;r den Fall, dass die Bescheide nicht aufzuheben sind, greift er hilfsweise die Sch&auml;tzung des FA in den zuletzt ergangenen Steuerfestsetzungen mit einem &Auml;nderungsbegehren an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt ungeachtet des Umstandes, dass der Kl&auml;ger vor dem FG ausdr&uuml;cklich nur die Ab&auml;nderung der angefochtenen Bescheide beantragt hatte. Auch das FG ist von diesem haupt- und hilfsweisen Klagebegehren ausgegangen. Es hat zun&auml;chst die Aufhebung s&auml;mtlicher nach der Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangener Bescheide wegen Festsetzungsverj&auml;hrung abgehandelt und anschlie&szlig;end das &Auml;nderungsbegehren gepr&uuml;ft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die beantragte Aufhebung der Bescheide in der Weise, dass die nach Abgabe der Steuererkl&auml;rungen urspr&uuml;nglich ergangenen Bescheide wiederaufleben sollen, umfasst angesichts des Kl&auml;gervortrags gleicherma&szlig;en ein Aufhebungs- und hilfsweise ein &Auml;nderungsbegehren, wie es in dem vom Senat im Tatbestand formulierten &quot;sinngem&auml;&szlig;en&quot; Antrag zum Ausdruck kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat zu dem auf Aufhebung der Bescheide gerichteten Hauptantrag des Kl&auml;gers zu Recht entschieden, die zum Verfahrensgegenstand gewordenen Bescheide der Streitjahre vom 1.&nbsp;Oktober 2010 seien nicht aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) W&auml;ren die nach Abschluss der Au&szlig;enpr&uuml;fung unter dem 22.&nbsp;Juni 2004 ergangenen &Auml;nderungsbescheide &#8211;wie der Kl&auml;ger meint&#8211; erst nach Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung ergangen, h&auml;tte dies auch die Rechtswidrigkeit s&auml;mtlicher w&auml;hrend des sich anschlie&szlig;enden Einspruchsverfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;365 Abs.&nbsp;3 AO ergangenen und der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO zum Verfahrensgegenstand des FG-Verfahrens gewordenen &Auml;nderungsbescheide vom 1.&nbsp;Oktober 2010 zur Folge. Denn eine Ablaufhemmung durch Einlegung eines Rechtsbehelfs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;3a AO setzt voraus, dass der angefochtene Bescheid &#8211;hier urspr&uuml;nglich die Bescheide vom 22.&nbsp;Juni 2004&#8211; vor Ablauf der Festsetzungsfrist ergangen ist (s. z.B. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Juni 2011 IX&nbsp;R&nbsp;38\/10, BFHE 233, 326, BStBl II 2011, 963, Rz&nbsp;11). Dies war jedoch der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat geht mit den Beteiligten und dem FG davon aus, dass die Festsetzungsverj&auml;hrung f&uuml;r die Streitjahre aufgrund des Zeitpunkts der abgegebenen Steuererkl&auml;rungen mit Ablauf der Jahre 1997 bis 1999 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO begonnen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Ablauf der vierj&auml;hrigen Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 AO war gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 AO bei Erlass der &Auml;nderungsbescheide vom 22.&nbsp;Juni 2004 gehemmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wird vor Ablauf der Festsetzungsfrist mit einer Au&szlig;enpr&uuml;fung begonnen oder wird deren Beginn auf Antrag des Steuerpflichtigen hinausgeschoben, so l&auml;uft die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Steuern, auf die sich die Au&szlig;enpr&uuml;fung erstreckt oder im Fall der Hinausschiebung der Au&szlig;enpr&uuml;fung erstrecken sollte, nicht ab, bevor die aufgrund der Au&szlig;enpr&uuml;fung zu erlassenden Steuerbescheide unanfechtbar geworden oder nach Bekanntgabe der Mitteilung nach &sect;&nbsp;202 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 AO drei Monate verstrichen sind (&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 AO). Die Festsetzungsfrist endet gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO sp&auml;testens, wenn seit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Schlussbesprechung stattgefunden hat, oder, wenn sie unterblieben ist, seit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die letzten Ermittlungen im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung stattgefunden haben, die in &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 AO genannten Fristen verstrichen sind; eine Ablaufhemmung nach anderen Vorschriften bleibt unber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach der Rechtsprechung des BFH ist ein Antrag auf Hinausschieben des Beginns der Au&szlig;enpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;197 Abs.&nbsp;2 AO i.V.m. &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative AO auch darin zu sehen, dass der Steuerpflichtige &#8211;wie hier der Kl&auml;ger&#8211; eine ihm gegen&uuml;ber ergangene Pr&uuml;fungsanordnung anficht und zugleich beantragt, deren Vollziehung auszusetzen (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Januar 1989 X&nbsp;R&nbsp;158\/87, BFHE 156, 18, BStBl II 1989, 483). Dies gilt jedoch nur, wenn der Verwaltungsakt, mit dem der Pr&uuml;fungsbeginn festgesetzt wurde, rechtm&auml;&szlig;ig war (BFH-Entscheidungen vom 10.&nbsp;April 2003 IV&nbsp;R&nbsp;30\/01, BFHE 202, 206, BStBl II 2003, 827; vom 15.&nbsp;Mai 2007 I&nbsp;B&nbsp;10\/07, BFH\/NV 2007, 1624). Letzteres ist f&uuml;r die gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger f&uuml;r die Streitjahre ergangene Pr&uuml;fungsanordnung vom 15.&nbsp;September 1999 der Fall. Auf der Grundlage des rechtskr&auml;ftigen klageabweisenden Urteils des FG vom 28.&nbsp;September 2001&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;3024\/01 (nachgehend BFH-Beschluss in BFH\/NV 2003, 1394) sind die Beteiligten und der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 FGO daran gebunden, dass die Pr&uuml;fungsanordnung rechtm&auml;&szlig;ig ist. Soweit der Kl&auml;ger in der Revision nochmals Umst&auml;nde vortr&auml;gt, nach denen diese rechtswidrig gewesen sein soll, ist der Vortrag unerheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Wird ein Antrag auf Aufschub des Pr&uuml;fungsbeginns ohne zeitliche Vorgaben gestellt, endet die Festsetzungsfrist zwei Jahre nach Wegfall des geltend gemachten Hinderungsgrundes f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der Pr&uuml;fung (BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Februar 2012 I&nbsp;R&nbsp;18\/11, BFHE 236, 195, BStBl II 2012, 400; zur Zweijahresfrist s.a. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;R&nbsp;54\/07, BFHE 229, 20, BStBl II 2011, 7). Dies gilt auch, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein Rechtsbehelfsverfahren betrieben wird, das die Pr&uuml;fungsanordnung oder Pr&uuml;fungsma&szlig;nahmen betrifft, die mit der gegen den Steuerpflichtigen gerichteten Au&szlig;enpr&uuml;fung in hinreichendem sachlichen Zusammenhang stehen (BFH-Urteile in BFHE 236, 195, BStBl II 2012, 400, Rz&nbsp;19; vom 19.&nbsp;Mai 2016 X&nbsp;R&nbsp;14\/15, BFHE 254, 193, BStBl II 2017, 97, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Auf dieser Grundlage hat das FG im Ergebnis zu Recht entschieden, dass eine Ablaufhemmung f&uuml;r die Streitjahre gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz 1 AO eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wegen der vom Kl&auml;ger beantragten AdV der rechtm&auml;&szlig;igen Pr&uuml;fungsanordnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative AO musste zur Wahrung der Ablaufhemmung innerhalb von zwei Jahren nach Wegfall des Hinderungsgrundes und Kenntnisnahme der Finanzverwaltung &#8211;hier dem Ergehen des BFH-Beschlusses in BFH\/NV 2003, 1394&#8211; mit Pr&uuml;fungshandlungen begonnen werden. Dies war der Fall. Denn jedenfalls liegen nach au&szlig;en erkennbare Pr&uuml;fungshandlungen (s. zum Begriff BFH-Urteil vom 26.&nbsp;April 2017 I&nbsp;R&nbsp;76\/15, BFHE 258, 210, BStBl II 2017, 1159, Rz&nbsp;22) innerhalb der Zweijahresfrist darin, dass der Kl&auml;ger mit Schreiben vom 2.&nbsp;September 2003 und vom 14.&nbsp;Oktober 2003 aufgefordert wurde, dem Pr&uuml;fer Einsicht in die Buchf&uuml;hrungsunterlagen zu gew&auml;hren. Zudem hat der Pr&uuml;fer die aus den Akten erkennbaren Besteuerungsgrundlagen aufbereitet, den Kl&auml;ger zur weiteren Aufkl&auml;rung zu einer Schlussbesprechung am 27.&nbsp;April 2004 eingeladen und den Pr&uuml;fungsbericht vom 6.&nbsp;Mai 2004 gefertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Die &Auml;nderungsbescheide vom 22.&nbsp;Juni 2004 sind entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers auch nicht nichtig. Somit kann dahinstehen, ob f&uuml;r den Fall der Nichtigkeit dieser Bescheide &#8211;wie der Kl&auml;ger meint&#8211; auf der Grundlage des BFH-Urteils vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 II&nbsp;R&nbsp;5\/04 (BFHE 215, 540, BStBl II 2007, 472) der Erlass der &Auml;nderungsbescheide vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2009 im Einspruchsverfahren erst nach Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung erfolgt sein k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Verl&auml;sst eine Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 AO &#8211;im Streitfall der 10-%ige Unsicherheitsabschlag von s&auml;mtlichen Betriebsausgaben des Kl&auml;gers der Streitjahre in den &Auml;nderungsbescheiden vom 22.&nbsp;Juni 2004&#8211; den durch die Umst&auml;nde des Einzelfalls gezogenen Sch&auml;tzungsrahmen, ist sie &#8211;lediglich&#8211; rechtswidrig. Nichtigkeit ist selbst bei groben Sch&auml;tzungsfehlern, die auf der Verkennung der tats&auml;chlichen Gegebenheiten oder der wirtschaftlichen Zusammenh&auml;nge beruhen, regelm&auml;&szlig;ig nicht anzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausnahmsweise kann eine fehlerhafte Sch&auml;tzung die Nichtigkeit des auf ihr beruhenden Verwaltungsakts zur Folge haben, wenn sich das FA nicht an den wahrscheinlichen Besteuerungsgrundlagen orientiert, sondern bewusst zum Nachteil des Steuerpflichtigen gesch&auml;tzt hat (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. zum Ganzen BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Juli 2014 X&nbsp;R&nbsp;42\/12, BFH\/NV 2015, 145). Willk&uuml;rma&szlig;nahmen, die mit den Anforderungen an eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Verwaltung schlechterdings nicht zu vereinbaren sind, k&ouml;nnen ebenfalls einen besonders schweren Fehler i.S. von &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO darstellen. Willk&uuml;rlich und damit nichtig i.S. von &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO ist ein Sch&auml;tzungsbescheid nicht nur bei subjektiver Willk&uuml;r des handelnden Bediensteten. Auch wenn das Sch&auml;tzungsergebnis trotz vorhandener M&ouml;glichkeiten, den Sachverhalt aufzukl&auml;ren und Sch&auml;tzungsgrundlagen zu ermitteln, krass von den tats&auml;chlichen Gegebenheiten abweicht und in keiner Weise erkennbar ist, dass &uuml;berhaupt und ggf. welche Sch&auml;tzungserw&auml;gungen angestellt wurden (s. BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 145, m.w.N.), kann eine Nichtigkeit vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese rechtlichen Ma&szlig;st&auml;be hat das FG bei seiner Pr&uuml;fung der Nichtigkeit beachtet. Seine tats&auml;chlichen Feststellungen tragen die W&uuml;rdigung, dass keine willk&uuml;rliche Sch&auml;tzung zu Lasten des Kl&auml;gers vorlag. Die vollst&auml;ndige Streichung des Vorsteuerabzugs und die griffweise 10&nbsp;%-ige K&uuml;rzung der Aufwendungen stellten aufgrund der verweigerten Mitwirkung des Kl&auml;gers keine objektiv willk&uuml;rliche Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen dar. Die Erw&auml;gungen des Pr&uuml;fers bzw. des FA konnte der Kl&auml;ger anhand des Berichts &uuml;ber die Au&szlig;enpr&uuml;fung vom 6.&nbsp;Mai 2004 auch erkennen, ebenso s&auml;mtliche Feststellungen zu den &uuml;brigen Besteuerungsgrundlagen. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO hat das FG f&uuml;r den Senat auch bindend festgestellt, dass keine willk&uuml;rliche Sch&auml;tzung bewusst zu Lasten des Kl&auml;gers erfolgte und keine Umst&auml;nde vorlagen, die die Sch&auml;tzung als Versto&szlig; gegen eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Verwaltung erscheinen lassen. Das FG hat insbesondere festgestellt, es seien keine Umst&auml;nde erkennbar, die objektiv f&uuml;r Befangenheit des beauftragten Pr&uuml;fers spr&auml;chen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Verweis des Kl&auml;gers auf das BFH-Urteil vom 28.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/09 (BFHE 235, 298, BStBl II 2012, 395) und sein Vorbringen, die Pr&uuml;fungsanordnung vom 15.&nbsp;September 1999 sei aus denselben Gr&uuml;nden nichtig, was auf die &Auml;nderungsbescheide vom 22.&nbsp;Juni 2004 ausstrahle, ist unerheblich. Es steht &#8211;wie dargelegt&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 FGO bindend fest, dass die Pr&uuml;fungsanordnung rechtm&auml;&szlig;ig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die im Einspruchsverfahren gegen die &Auml;nderungsbescheide vom 22.&nbsp;Juni 2004 ergangenen &Auml;nderungsbescheide vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2009 und die im Klageverfahren erlassenen Bescheide vom 1.&nbsp;Oktober 2010 sind ebenfalls vor Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung ergangen. Die Ablaufhemmung des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 AO endete mit der Unanfechtbarkeit der aufgrund der Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangenen Steuerbescheide; der Erlass der im Rechtsbehelfsverfahren wegen desselben Steueranspruchs ergangenen &Auml;nderungsbescheide konnte auf &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;3a AO gest&uuml;tzt werden (s.a. Banniza in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;171 AO Rz&nbsp;124).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Revision ist jedoch hinsichtlich des hilfsweise erhobenen &Auml;nderungsbegehrens begr&uuml;ndet. Das FG hat die Klage insoweit rechtsfehlerhaft als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es hat auf der Grundlage seiner Feststellungen zu Unrecht bejaht, dass das FA in den &Auml;nderungsbescheiden vom 1.&nbsp;Oktober 2010 zur Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen befugt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger hat auf der Grundlage der Feststellungen des FG keine Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) i.V.m. &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;2 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (UStDV) im Hinblick auf die geltend gemachten Vorsteuerbetr&auml;ge und Betriebsausgaben verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz 2 AO ist zu sch&auml;tzen, wenn der Steuerpflichtige B&uuml;cher oder Aufzeichnungen, die er nach den Steuergesetzen zu f&uuml;hren hat, nicht vorlegen kann oder wenn die Buchf&uuml;hrung oder die Aufzeichnungen, die er zu f&uuml;hren hat, nicht nach &sect;&nbsp;158 AO der Besteuerung zugrunde gelegt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Das FG hat feststellt, der Kl&auml;ger habe f&uuml;r die Streitjahre Umsatzsteuer-Voranmeldungen und -Erkl&auml;rungen abgegeben und zur Pr&uuml;fung der geltend gemachten Vorsteuerbetr&auml;ge und Betriebsausgaben mit Vorsteuerabzug alle Belege und Summenziehungen (die &quot;Best&auml;nde der Vorsteuerbetr&auml;ge&quot;) im Klageverfahren vorgelegt. Auf dieser Grundlage hat das FG zu diesem Zeitpunkt eine Sch&auml;tzungsbefugnis des FA im Hinblick auf die geltend gemachten Vorsteuerbetr&auml;ge zu Unrecht bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine umsatzsteuerrechtliche Verpflichtung zur Aufzeichnung von Entgelten f&uuml;r Eingangsleistungen f&uuml;r den Kl&auml;ger ergibt sich zwar gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 UStG. Nach diesen Vorschriften hatte der Kl&auml;ger im Rahmen der Ist-Besteuerung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 UStG &#8211;was er nicht in Abrede stellt&#8211; u.a. die Entgelte f&uuml;r steuerpflichtige Lieferungen und sonstige Leistungen, die an ihn f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, sowie die auf die Entgelte und Teilentgelte entfallenden Steuerbetr&auml;ge aufzuzeichnen. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 oder Abs.&nbsp;5 UStDV sind diese Entgelte sowie Vorsteuerbetr&auml;ge am Schluss jedes Voranmeldungszeitraums zusammenzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;2 UStDV erforderlichen Aufzeichnungen der Entgelte f&uuml;r Eingangsleistungen sind auch f&uuml;r die Aufzeichnungen der Betriebsausgaben zu beachten. Es handelt sich zwar nicht um Aufzeichnungen &quot;nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen&quot; i.S. des &sect;&nbsp;140 AO. Die umsatzsteuerrechtliche Aufzeichnungsverpflichtung wirkt aber auch im Rahmen der Gewinnermittlung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG (BFH-Urteile vom 2.&nbsp;M&auml;rz 1982 VIII&nbsp;R&nbsp;225\/80, BFHE 136, 28, BStBl II 1984, 504; vom 26.&nbsp;Februar 2004 XI&nbsp;R&nbsp;25\/02, BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599; BFH-Beschl&uuml;sse vom 16.&nbsp;Februar 2006 X&nbsp;B&nbsp;57\/05, BFH\/NV 2006, 940; vom 12.&nbsp;Juli 2017 X&nbsp;B&nbsp;16\/17, BFHE 257, 523).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist angesichts der abgegebenen Voranmeldungen und der im Klageverfahren vorgelegten Belegsammlung aber aus den Feststellungen des FG nicht erkennbar, warum der Kl&auml;ger den Verpflichtungen zur Aufzeichnung und Summenziehung der Vorsteuerbetr&auml;ge\/Betriebsausgaben nicht gen&uuml;gt haben soll. Hierzu h&auml;tte das FG im Klageverfahren anhand der vorgelegten Belegordner und sonstigen Unterlagen konkrete Feststellungen treffen m&uuml;ssen. Abgesehen vom Eingreifen einer etwaigen Pr&auml;klusion (z.B. nach &sect;&nbsp;79b Abs.&nbsp;3 FGO) ist einer gerichtlichen Entscheidung derjenige Sach- und Streitstand zugrunde zu legen, wie er sich am Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem Tatsachengericht darstellt (s. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;September 2016 X&nbsp;R&nbsp;36\/15, BFH\/NV 2017, 593, Rz&nbsp;14 und 18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Gleiches gilt f&uuml;r die vom FG angenommene Sch&auml;tzungsbefugnis des FA hinsichtlich der ertragsteuerlichen Betriebsausgaben des Kl&auml;gers, aus denen kein Vorsteuerabzug beansprucht wurde (z.B. Lohnaufwand). Das FG bejaht insoweit zu Unrecht einen Versto&szlig; des Kl&auml;gers gegen eine umsatz- und ertragsteuerliche Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflicht f&uuml;r Summenziehungen. Die vom FG herangezogene Verpflichtung des Kl&auml;gers zur Summenziehung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;2 UStDV besteht n&auml;mlich nur f&uuml;r Entgelte und Steuerbetr&auml;ge, aus denen der Vorsteuerabzug begehrt wird (s.a. &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStG; Heuermann in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;22 Rz&nbsp;115).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Eine Sch&auml;tzungsbefugnis aufgrund einer missachteten Verpflichtung des Kl&auml;gers zur Summenziehung bei den Betriebsausgaben kann schlie&szlig;lich auch nicht auf &sect;&sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 und 5, 147 Abs.&nbsp;1 AO gest&uuml;tzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Regelung des &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 AO sind die f&uuml;r die jeweilige Gewinnermittlungsart erforderlichen Aufzeichnungen vollst&auml;ndig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorzunehmen. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 AO m&uuml;ssen die Aufzeichnungen so gef&uuml;hrt werden, dass sie dem konkreten Besteuerungszweck entsprechen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2006, 940; vgl. auch allgemein: &sect;&nbsp;145 Abs.&nbsp;2 AO). Eine ordnungsgem&auml;&szlig;e &Uuml;berschussrechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG setzt hiernach aber nur voraus, dass die H&ouml;he der Betriebsausgaben &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch Belege nachgewiesen wird; eine f&ouml;rmliche Aufzeichnungspflicht besteht hingegen nicht (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;April 1999 IV&nbsp;R&nbsp;68\/98, BFHE 188, 291, BStBl II 1999, 481; BFH-Beschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Februar 2008 X&nbsp;B&nbsp;189\/07, juris; vom 31.&nbsp;Juli 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;28\/09, BFH\/NV 2009, 1967).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch fehlt es an Feststellungen des FG, die dessen W&uuml;rdigung tragen, dass eine Sch&auml;tzungsbefugnis des FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz 1 AO bestand. Das FG hat nicht festgestellt, dass der Kl&auml;ger &uuml;ber seine Angaben zu den Betriebsausgaben und Vorsteuerbetr&auml;gen keine ausreichende Aufkl&auml;rung zu geben vermochte oder die weitere Auskunft verweigert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Eine Sch&auml;tzungsbefugnis nach dieser Vorschrift h&auml;ngt nicht vom Bestehen einer gesetzlichen (f&ouml;rmlichen) Aufzeichnungspflicht ab, sondern besteht, wenn das FA die Besteuerungsgrundlagen aus den Angaben des Steuerpflichtigen nicht ermitteln kann (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 1967).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) F&uuml;r steuermindernde Tatsachen muss ein Steuerpflichtiger aufgrund der ihn treffenden Feststellungslast im Rahmen der Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG seine Betriebsausgaben so festhalten, dass das FA diese auf Richtigkeit und Vollst&auml;ndigkeit &uuml;berpr&uuml;fen kann (BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Februar 2008 X&nbsp;B&nbsp;189\/07, juris; Segebrecht\/Gunsenheimer, Die Einnahmen&uuml;berschussrechnung nach &sect;&nbsp;4(3) EStG, 13.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;131). In der Regel ist notwendige Voraussetzung f&uuml;r den Schluss, dass die in der Gewinnermittlung geltend gemachten Aufwendungen durch den Betrieb veranlasst sind, s&auml;mtliche Belege aufzubewahren und anhand der Aufzeichnungen die M&ouml;glichkeit zu schaffen, diese nachzuweisen (BFH-Urteil in BFHE 188, 291, BStBl II 1999, 481). Denn nur bei Vorlage geordneter und vollst&auml;ndiger Belege verdient eine Einnahmen&uuml;berschussrechnung Vertrauen und kann die Vermutung der Richtigkeit f&uuml;r sich in Anspruch nehmen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 188, 291, BStBl II 1999, 481; in BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Das FG hat aber keine Feststellungen getroffen, aus denen sich ableiten l&auml;sst, dass die geltend gemachten Betriebsausgaben anhand der geordneten Belegsammlung f&uuml;r das FA nicht nachvollziehbar waren. Es hat allein auf den Umfang der Belege und die Unzumutbarkeit jeglicher &Uuml;berpr&uuml;fung der Belegsammlung verwiesen. Das FG als Tatsachengericht hat den Sachverhalt aber so festzustellen, wie er sich am Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem Tatsachengericht darstellt (s. BFH-Urteil in BFH\/NV 2017, 593, Rz&nbsp;14 und 18). Um dem zu gen&uuml;gen, h&auml;tte es als Grundlage seiner W&uuml;rdigung, die Vorsteuerbetr&auml;ge und Betriebsausgaben seien anhand der Belegsammlung nicht nachvollziehbar, zumindest stichprobenartig aus der Belegsammlung heraus darlegen m&uuml;ssen, dass die Betriebsausgaben und Vorsteuerbetr&auml;ge in der Gewinnermittlung unzutreffend angesetzt waren und dass eine Ermittlung der zutreffenden Betr&auml;ge unzumutbar war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ferner tragen die Feststellungen des FG &#8211;selbst wenn eine Sch&auml;tzungsbefugnis unterstellt w&uuml;rde&#8211; nicht dessen W&uuml;rdigung, dass ein griffweiser Abschlag von s&auml;mtlichen Vorsteuerbetr&auml;gen und Betriebsausgaben in H&ouml;he von 1&nbsp;% rechtm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Pr&uuml;fung gesch&auml;tzter Besteuerungsgrundlagen durch den BFH, welche zu den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO geh&ouml;ren, ist auf Rechtsfehler beschr&auml;nkt. Das FG-Urteil muss erkennen lassen, auf welchen Tatsachen die Sch&auml;tzung beruht und auf welchem Weg sie zustande gekommen ist. Es hat darzulegen, wie und dass es seine &Uuml;berzeugung in rechtlich zul&auml;ssiger und einwandfreier Weise gewonnen hat (BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Februar 1991 II&nbsp;R&nbsp;87\/88, BFHE 163, 471, BStBl II 1991, 459, unter II.2.a; vom 16.&nbsp;September 2015 X&nbsp;R&nbsp;43\/12, BFHE 251, 37, BStBl II 2016, 48, Rz&nbsp;40; vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2017 X&nbsp;R&nbsp;11\/16, BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, Rz&nbsp;52). Die gewonnenen Sch&auml;tzergebnisse m&uuml;ssen schl&uuml;ssig, wirtschaftlich m&ouml;glich und vern&uuml;nftig sein. Zudem darf das FG bei der Sch&auml;tzung nicht gegen anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, allgemeine Erfahrungss&auml;tze oder die Denkgesetze versto&szlig;en (BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Oktober 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;190\/82, BFHE 139, 350, BStBl II 1984, 88, m.w.N.; in BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein pauschaler Unsicherheitsabschlag f&uuml;r steuermindernde Umst&auml;nde ist eine griffweise Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen, die in einem vern&uuml;nftigen Verh&auml;ltnis zu den erkl&auml;rten oder nicht erkl&auml;rten Einnahmen stehen muss (vgl. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Mai 2012 X&nbsp;B&nbsp;71\/11, BFH\/NV 2012, 1461; zum Sicherheitszuschlag bei den Betriebseinnahmen BFH-Entscheidungen vom 26.&nbsp;Oktober 1994 X&nbsp;R&nbsp;114\/92, BFH\/NV 1995, 373; vom 7.&nbsp;Februar 2017 X&nbsp;B&nbsp;79\/16, BFH\/NV 2017, 774; in BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, Rz&nbsp;51). Die griffweise Sch&auml;tzung stellt im Spektrum der verschiedenen denkbaren Sch&auml;tzungsmethoden diejenige dar, die mit den gr&ouml;&szlig;ten Unsicherheiten behaftet ist und konkreten Tatsachengrundlagen vollst&auml;ndig oder nahezu vollst&auml;ndig entbehrt (BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;September 2011 X&nbsp;B&nbsp;35\/11, BFH\/NV 2012, 177). Es bedarf zu ihrer Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer ausreichenden Begr&uuml;ndungstiefe des FG, dass und warum diese Sch&auml;tzungsmethode im jeweiligen Einzelfall notwendig ist und dass sie auch im Hinblick auf die Angemessenheit des Sch&auml;tzungsergebnisses allgemeinen Erfahrungsgrunds&auml;tzen entspricht (BFH-Urteil in BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, Rz&nbsp;51, mit Anmerkung N&ouml;cker, jurisPR-SteuerR 45\/2017 Anm.&nbsp;3). Auf der anderen Seite ist aber auch das Ma&szlig; der Verletzung der dem Steuerpflichtigen obliegenden Mitwirkungspflichten zu ber&uuml;cksichtigen. Deshalb kann es gerechtfertigt sein, bei einer Pflichtverletzung des Steuerpflichtigen einen Sicherheitszuschlag oder einen Sicherheitsabschlag vorzunehmen (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;April 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;49\/12, juris, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Vorentscheidung fehlt es an der erforderlichen Begr&uuml;ndungstiefe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat den pauschalen Sicherheitsabschlag von den Vorsteuerbetr&auml;gen und Betriebsausgaben in den &Auml;nderungsbescheiden vom 1.&nbsp;Oktober 2010 damit begr&uuml;ndet, es sei nicht erkennbar, ob der Kl&auml;ger ausschlie&szlig;lich privat und gemischt veranlasste Aufwendungen als Betriebsausgaben geltend gemacht habe. Diese Begr&uuml;ndung hat das FG &uuml;bernommen und nicht hinterfragt. F&uuml;r die Notwendigkeit eines pauschalen Unsicherheitsabschlags und der Angemessenheit der Sch&auml;tzung des FA h&auml;tte es die vorgelegten Belege aber zumindest stichprobenartig auswerten und Feststellungen treffen m&uuml;ssen, aus denen erkennbar ist, dass der Kl&auml;ger &uuml;berhaupt unter &sect;&nbsp;12 EStG fallende Aufwendungen als Betriebsausgaben gebucht hatte, und begr&uuml;nden m&uuml;ssen, warum dies einen pauschalen Abschlag in H&ouml;he von 1&nbsp;% von den geltend gemachten Vorsteuerbetr&auml;gen und Betriebsausgaben rechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann die erforderlichen Feststellungen zu den Voraussetzungen einer Sch&auml;tzungsbefugnis des FA und zur H&ouml;he eines angemessenen Unsicherheitsabschlags nicht selbst treffen. Die Sache wird an das FG zur&uuml;ckverwiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Senat entscheidet nach Verzicht der Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO). Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2017, VIII R 6\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.121217.VIIIR6.14.0 Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Unsicherheitsabschlags von den geltend gemachten Betriebsausgaben und Vorsteuerbetr&auml;gen Leits&auml;tze 1. NV: Wird ein Antrag auf Aufschub des Pr&uuml;fungsbeginns gestellt, aber nicht bis zu einem konkreten Zeitpunkt befristet, weil ein Rechtsbehelfsverfahren betrieben wird, das die Pr&uuml;fungsanordnung betrifft, endet die Festsetzungsfrist zwei Jahre nach Wegfall des geltend gemachten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-6-14-rechtmaessigkeit-eines-unsicherheitsabschlags-von-den-geltend-gemachten-betriebsausgaben-und-vorsteuerbetraegen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;6\/14 &#8211; Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Unsicherheitsabschlags von den geltend gemachten Betriebsausgaben und Vorsteuerbetr&auml;gen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69361","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69361","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69361"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69361\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69361"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}