{"id":69416,"date":"2018-04-25T16:58:24","date_gmt":"2018-04-25T14:58:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69416"},"modified":"2018-04-25T16:58:24","modified_gmt":"2018-04-25T14:58:24","slug":"ii-r-52-15-aenderung-eines-bescheids-ueber-die-gesonderte-feststellung-des-grundbesitzwerts-wegen-neuer-tatsachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-52-15-aenderung-eines-bescheids-ueber-die-gesonderte-feststellung-des-grundbesitzwerts-wegen-neuer-tatsachen\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;52\/15 &#8211; &Auml;nderung eines Bescheids &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts wegen neuer Tatsachen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.11.2017, II R 52\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.291117.IIR52.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung eines Bescheids &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts wegen neuer Tatsachen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Verzichtet das FA gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen ausdr&uuml;cklich auf die Abgabe einer f&ouml;rmlichen Feststellungserkl&auml;rung und fordert ihn stattdessen zu bestimmten Angaben auf, verletzt es seine Ermittlungspflicht, wenn die geforderten Angaben f&uuml;r die Ermittlung des f&uuml;r die Grundbesitzbewertung ma&szlig;gebenden Sachverhalts nicht ausreichen und es keine weiteren Fragen stellt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Erf&uuml;llt der Steuerpflichtige in einem solchen Fall seinerseits seine Mitwirkungspflichten, indem er die vom FA gestellten Fragen zutreffend und vollst&auml;ndig beantwortet, ist das FA nach Treu und Glauben an einer &Auml;nderung nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO gehindert, wenn es sp&auml;ter Kenntnis von steuererh&ouml;henden Tatsachen erlangt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger werden das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 26. August 2015&nbsp;&nbsp;4 K 4035\/10, die Einspruchsentscheidung des Beklagten vom 24. November 2010 sowie die Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwerts auf den 18. Januar 2003 vom 9. September 2009 und vom 15. Dezember 2009 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind zu drei gleichen Teilen Erben der am 18.&nbsp;Januar 2003 verstorbenen Erblasserin. Zum Erbe geh&ouml;ren verschiedene Miet- und Gesch&auml;ftsgrundst&uuml;cke. Am 27.&nbsp;April 2004 bat das f&uuml;r die Erbschaftsteuer zust&auml;ndige Finanzamt den Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) um Feststellung des Grundbesitzwerts f&uuml;r die in dessen Zust&auml;ndigkeitsbereich belegenen Grundst&uuml;cke.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 8.&nbsp;Juli 2004 forderte das FA den Kl&auml;ger zu 1. auf, n&auml;here Angaben zu den ererbten Grundst&uuml;cken zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&ouml;rtlich lautete die Aufforderung auszugsweise wie folgt:<br \/>&quot;Aus Vereinfachungsgr&uuml;nden verzichte ich auf das Ausf&uuml;llen der ausf&uuml;hrlichen Erkl&auml;rungen und bitte Sie statt dessen in der Tabelle die Nettokaltmieten der letzten drei Jahre vom Sterbemonat an berechnet anzugeben. Geben Sie bitte gesondert an, ob und ggf. in welchem Zeitraum eine oder mehrere Wohnungen nicht vermietet oder an Angeh&ouml;rige &uuml;berlassen waren.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es folgte eine Aufstellung der Grundst&uuml;cke. F&uuml;r ein Betriebsgrundst&uuml;ck der &#8230; KG, an der die Erblasserin beteiligt war, bat das FA um Mitteilung des Steuerbilanzwerts zum 18.&nbsp;Januar 2003. Der Kl&auml;ger zu 1. folgte der Aufforderung, gab f&uuml;r die betroffenen Grundst&uuml;cke entsprechende Erkl&auml;rungen ab und teilte den Steuerbilanzwert f&uuml;r das Betriebsgrundst&uuml;ck mit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 27.&nbsp;Dezember 2004 erlie&szlig; das FA f&uuml;r das Betriebsgrundst&uuml;ck einen Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwerts auf den 18.&nbsp;Januar 2003 f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer. Dabei ber&uuml;cksichtigte es den vom Kl&auml;ger zu 1. mitgeteilten Steuerbilanzwert und stellte einen Wert nach &sect;&nbsp;147 des Bewertungsgesetzes in der beim Eintritt des Erbfalls geltenden Fassung (BewG a.F.) in H&ouml;he von 650.500&nbsp;EUR (Bodenwert 531.506&nbsp;EUR zuz&uuml;glich ertragsteuerlicher Geb&auml;udewert 119.330&nbsp;EUR, abgerundet auf volle 500&nbsp;EUR) fest. Der Bescheid erging nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diesen Bescheid legten die Kl&auml;ger Einspruch ein. Das FA erlie&szlig; am 4.&nbsp;Mai 2005 einen &Auml;nderungsbescheid, korrigierte den Grundbesitzwert auf (nach Rundung) 531.500&nbsp;EUR (Bodenwert 531.506&nbsp;EUR zuz&uuml;glich ertragsteuerlicher Geb&auml;udewert 2&nbsp;EUR) und rechnete das Grundst&uuml;ck der KG als bisheriger Eigent&uuml;merin zu. Nach erneutem Einspruch wurde die Zurechnung mit Bescheid vom 2.&nbsp;November 2005 nochmals korrigiert und das Grundst&uuml;ck der KG als bisheriger und neuer Eigent&uuml;merin zugerechnet. Der Bescheid erging weiterhin unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung wegen Erbschaft- und Schenkungsteuer wurde festgestellt, dass das Betriebsgrundst&uuml;ck vom 1.&nbsp;Januar 1996 bis zum 31.&nbsp;Dezember 2005 zu einem monatlichen Mietpreis von 16.898&nbsp;EUR verpachtet war. Daraufhin &auml;nderte das FA seine Bewertungsmethode und erlie&szlig; am 9.&nbsp;September 2009 einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO ge&auml;nderten Bescheid. Es legte f&uuml;r die Feststellung des Grundbesitzwerts nicht mehr den Steuerbilanzwert zu Grunde, sondern stellte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;146 BewG a.F. ausgehend von einer erzielbaren Miete in H&ouml;he von 14.000&nbsp;EUR je Monat einen Grundbesitzwert auf den 18.&nbsp;Januar 2003 in H&ouml;he von 1.627.500&nbsp;EUR fest. Der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung wurde aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wandten sich die Kl&auml;ger mit dem Einspruch. Ihrer Auffassung nach war im Zeitpunkt des Erlasses des letzten &Auml;nderungsbescheids bereits Feststellungsverj&auml;hrung eingetreten. Die vierj&auml;hrige Feststellungsfrist habe mit Ablauf des Jahres 2003 zu laufen begonnen und folglich am 31.&nbsp;Dezember 2007 geendet. W&auml;hrend des Einspruchsverfahrens erlie&szlig; das FA am 15.&nbsp;Dezember 2009 einen ge&auml;nderten Feststellungsbescheid und wies im Erl&auml;uterungstext unter Bezugnahme auf &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 AO darauf hin, dass der Bescheid nur noch f&uuml;r die Steuerfestsetzungen, f&uuml;r die die Festsetzungsverj&auml;hrung noch nicht abgelaufen sei, bedeutsam sei. Mit Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;November 2010 wies das FA den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Nach Ansicht des Finanzgerichts (FG) durfte das FA die &Auml;nderung der gesonderten und einheitlichen Feststellung auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO st&uuml;tzen. Die Vermietbarkeit sei im Zeitpunkt der erstmaligen Feststellung noch nicht bekannt und die &Auml;nderung des Bescheids auch nicht nach Treu und Glauben ausgeschlossen gewesen. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2006, 13 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wenden sich die Kl&auml;ger mit ihrer Revision. Sie r&uuml;gen die unzutreffende Auslegung der &sect;&sect;&nbsp;88, 90 und 173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO, sowie der &sect;&sect;&nbsp;146 und 147 BewG a.F.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Vorentscheidung, den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwerts auf den 18.&nbsp;Januar 2003 f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer vom 9.&nbsp;September 2009 und 15.&nbsp;Dezember 2009 sowie die Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;November 2010 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und der angefochtenen Bescheide (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass der Ablauf der Feststellungsfrist dem Erlass des unter Hinweis auf &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 AO ergangenen &Auml;nderungsbescheids vom 15.&nbsp;Dezember 2009 nicht entgegenstand. Entgegen der Auffassung des FG durfte jedoch das FA den bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheid vom 2.&nbsp;November 2005 durch den Bescheid vom 15.&nbsp;Dezember 2009 nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO nicht &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Ablauf der Feststellungsfrist steht dem Erlass des Bescheids vom 9.&nbsp;September 2009, nicht aber dem Erlass des Bescheids vom 15.&nbsp;Dezember 2009 entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;138&nbsp;ff. BewG a.F. sind Grundbesitzwerte gesondert festzustellen, wenn die Werte f&uuml;r die Erbschaftsteuer von Bedeutung sind. F&uuml;r den Erlass von Feststellungsbescheiden sieht die AO eine eigenst&auml;ndige Feststellungsfrist vor, die unabh&auml;ngig von der Festsetzungsverj&auml;hrung der Folgesteuern zu ermitteln ist (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6.&nbsp;Juli 2005 II&nbsp;R&nbsp;9\/04, BFHE 210, 65, BStBl II 2005, 780, unter II.2.a, m.w.N.). Nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO gelten f&uuml;r die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen sinngem&auml;&szlig; auch die Vorschriften &uuml;ber die Festsetzungsverj&auml;hrung (&sect;&sect;&nbsp;169&nbsp;ff. AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz 1 AO kann eine gesonderte Feststellung auch nach Ablauf der f&uuml;r sie geltenden Feststellungsfrist insoweit erfolgen, als die gesonderte Feststellung f&uuml;r eine Steuerfestsetzung von Bedeutung ist, f&uuml;r die die Festsetzungsfrist im Zeitpunkt der gesonderten Feststellung noch nicht abgelaufen ist; hierbei bleibt &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO au&szlig;er Betracht. &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO tr&auml;gt dem Umstand Rechnung, dass die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nur eine Vorstufe der Steuerfestsetzung ist, d.h. nur eine dienende Funktion hat. Aus der Technik der getrennten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen sollen dem Steuerpflichtigen keine Nachteile, aber auch keine Vorteile entstehen (BFH-Urteile vom 11.&nbsp;Februar 2015 I&nbsp;R&nbsp;5\/13, BFHE 250, 172, BStBl II 2016, 353, Rz&nbsp;11, m.w.N.; BTDrucks VI\/1982, S.&nbsp;157). Die Vorschrift gilt nicht nur f&uuml;r den erstmaligen Erlass, sondern ihrem Sinn und Zweck entsprechend auch f&uuml;r die &Auml;nderung oder Berichtigung von Feststellungsbescheiden (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 2005 XI&nbsp;R&nbsp;27\/04, BFH\/NV 2006, 16, unter II.2.c&nbsp;aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Finanzamt hat beim Erlass eines Feststellungsbescheids nach Ablauf der Feststellungsfrist in dem Bescheid darauf hinzuweisen, dass die getroffenen Feststellungen nur noch f&uuml;r solche Steuerfestsetzungen Bedeutung haben sollen, f&uuml;r die die Festsetzungsfrist im Zeitpunkt der gesonderten Feststellung noch nicht abgelaufen ist (&sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Ablauf der Feststellungsfrist stand danach dem Erlass des Bescheids vom 9.&nbsp;September 2009, nicht aber dem Erlass des Bescheids vom 15.&nbsp;Dezember 2009 entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Feststellungsfrist begann mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2003 und endete vier Jahre sp&auml;ter mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2007. Die beiden Feststellungsbescheide vom 9.&nbsp;September 2009 und vom 15.&nbsp;Dezember 2009 ergingen folglich nach Ablauf der Feststellungsfrist. Der Bescheid vom 15.&nbsp;Dezember 2009 durfte nach &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 AO gleichwohl ergehen, weil die gesonderte Feststellung f&uuml;r eine Steuerfestsetzung von Bedeutung war, f&uuml;r die die Festsetzungsfrist im Zeitpunkt der gesonderten Feststellung noch nicht abgelaufen war, und dieser Bescheid &#8211;anders als der Bescheid vom 9.&nbsp;September 2009&#8211; einen Hinweis auf seine einschr&auml;nkende Wirkung enth&auml;lt. Das FA und das FG mussten nicht pr&uuml;fen, ob die gesonderte Feststellung tats&auml;chlich noch f&uuml;r eine Besteuerung von Bedeutung ist, f&uuml;r die die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FA durfte den bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheid vom 2.&nbsp;November 2005 gleichwohl nicht &auml;ndern. Es fehlt an einer daf&uuml;r erforderlichen &Auml;nderungsnorm.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Feststellungsbescheid konnte nicht nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO ge&auml;ndert werden, obwohl der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung nicht aufgehoben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO entf&auml;llt der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung, wenn die Festsetzungsfrist abl&auml;uft. Diese Vorschrift gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO f&uuml;r die Feststellungsfrist sinngem&auml;&szlig; (BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Oktober 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;14\/00, BFHE 193, 392, BStBl II 2001, 156). &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO bewirkt kein &quot;Wiederaufleben&quot; des entfallenen Nachpr&uuml;fungsvorbehalts (vgl. BFH-Urteil vom 11.&nbsp;November 2014 I&nbsp;R&nbsp;46\/13, BFH\/NV 2015, 353, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die nach &sect;&sect;&nbsp;172 ff. AO gebotenen &Auml;nderungen des Feststellungsbescheids k&ouml;nnen zwar unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 AO trotz Ablaufs der Feststellungsfrist durchgef&uuml;hrt werden. Ein unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehender Feststellungsbescheid kann aber nach Ablauf der Feststellungsfrist wegen des damit verbundenen Wegfalls des Vorbehalts der Nachpr&uuml;fung nicht mehr nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO ge&auml;ndert werden (BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 353, Rz&nbsp;28, m.w.N.). &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 AO entbindet die Finanzbeh&ouml;rde n&auml;mlich nicht davon, die ihrer Ansicht nach erforderliche Nachpr&uuml;fung innerhalb der Feststellungsfrist durchzuf&uuml;hren (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 353, Rz&nbsp;29). W&uuml;rde man einen unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Feststellungsbescheid auch noch nach Ablauf der Feststellungsfrist &auml;ndern k&ouml;nnen, w&uuml;rde die Erstfeststellung auf unabsehbare Zeit nicht nur punktuell, sondern umfassend nach allen Seiten offen bleiben. Dies w&auml;re mit dem Zweck der Verj&auml;hrungsvorschriften, Rechtsfrieden zu schaffen, nicht zu vereinbaren und l&auml;sst sich auch nicht mit dem Gesichtspunkt, dass der gesonderten Feststellung gegen&uuml;ber der Festsetzung eine rein dienende Funktion zukommt, rechtfertigen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 353, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) An einer &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ist das FA nach Treu und Glauben gehindert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO sind Steuerbescheide aufzuheben oder zu &auml;ndern, soweit Tatsachen oder Beweismittel nachtr&auml;glich bekanntwerden, die zu einer h&ouml;heren Steuer f&uuml;hren. Tatsache i.S. des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO ist alles, was Merkmal oder Teilst&uuml;ck eines gesetzlichen Steuertatbestands sein kann, also Zust&auml;nde, Vorg&auml;nge, Beziehungen und Eigenschaften materieller oder immaterieller Art. Keine Tatsachen i.S. des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO sind demgegen&uuml;ber Schlussfolgerungen aller Art, insbesondere juristische Subsumtionen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Februar 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;46\/13, BFHE 257, 198, BStBl II 2017, 745, Rz&nbsp;34, m.w.N.). Nachtr&auml;glich bekannt geworden ist eine Tatsache, wenn sie das Finanzamt beim Erlass des ge&auml;nderten Steuerbescheids noch nicht kannte (z.B. BFH-Urteil in BFHE 257, 198, BStBl II 2017, 745, Rz&nbsp;35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die &Auml;nderung eines Steuerbescheids zum Nachteil des Steuerpflichtigen nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO kann nach den Grunds&auml;tzen von Treu und Glauben ausgeschlossen sein, wenn dem Finanzamt die nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsache bei ordnungsgem&auml;&szlig;er Erf&uuml;llung seiner Ermittlungspflicht nicht verborgen geblieben w&auml;re. Hierauf kann sich der Steuerpflichtige grunds&auml;tzlich aber nur dann berufen, wenn er seinerseits seine Mitwirkungspflicht erf&uuml;llt hat. Haben es sowohl der Steuerpflichtige als auch das Finanzamt vers&auml;umt, den Sachverhalt aufzukl&auml;ren, trifft in der Regel den Steuerpflichtigen die Verantwortung, mit der Folge, dass der Steuerbescheid ge&auml;ndert werden kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;Februar 2013 X&nbsp;B&nbsp;164\/12, BFH\/NV 2013, 694, und BFH-Urteil in BFHE 257, 198, BStBl II 2017, 745, Rz&nbsp;45, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das Finanzamt verletzt seine Ermittlungspflicht (&sect;&nbsp;88 AO), wenn es ersichtlichen Unklarheiten oder Zweifelsfragen, die sich bei einer Pr&uuml;fung der Steuererkl&auml;rung sowie der eingereichten Unterlagen ohne weiteres aufdr&auml;ngen mussten, nicht nachgeht (BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Juni 2004 X&nbsp;R&nbsp;56\/01, BFH\/NV 2004, 1502, unter II.2.c&nbsp;aa, m.w.N.). Verzichtet das Finanzamt gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen ausdr&uuml;cklich auf die Abgabe einer f&ouml;rmlichen Erkl&auml;rung und fordert ihn stattdessen zu bestimmten Angaben auf, verletzt es seine Ermittlungspflicht, wenn die geforderten Angaben f&uuml;r die Ermittlung des f&uuml;r die Steuerfestsetzung ma&szlig;gebenden Sachverhalts nicht ausreichen und es auch sp&auml;ter vor Erlass des Steuerbescheids keine weiteren Fragen stellt. Erf&uuml;llt der Steuerpflichtige in einem solchen Fall seinerseits seine Mitwirkungspflichten, indem er die vom Finanzamt gestellten Fragen zutreffend und vollst&auml;ndig beantwortet, ist das Finanzamt nach Treu und Glauben an einer &Auml;nderung der bestandskr&auml;ftigen Steuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO gehindert, wenn es sp&auml;ter Kenntnis von steuererh&ouml;henden Tatsachen erlangt. Der Steuerpflichtige ist nicht verpflichtet, auf der Grundlage der ma&szlig;gebenden steuerrechtlichen Vorschriften zu pr&uuml;fen, ob die vom Finanzamt erbetenen Angaben eine zutreffende Steuerfestsetzung erm&ouml;glichen oder ob dazu weitere Angaben erforderlich w&auml;ren. Es f&auml;llt vielmehr in den Verantwortungsbereich des Finanzamts, die entscheidungserheblichen Fragen zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechendes gilt auch f&uuml;r Feststellungsbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das FA durfte danach den bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheid vom 2.&nbsp;November 2005 nicht nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem FA war zwar beim Erlass dieses Bescheids nicht bekannt, dass das Betriebsgrundst&uuml;ck vermietet worden war. Es war aber nach Treu und Glauben an einer &Auml;nderung des Bescheids gehindert. Es hatte seine Ermittlungspflichten verletzt. F&uuml;r das Betriebsgrundst&uuml;ck hatte es mit dem Schreiben vom 8.&nbsp;Juli 2004 lediglich um die Angabe des Steuerbilanzwerts gebeten. Nur f&uuml;r die anderen in dem Schreiben genannten Grundst&uuml;cke hatte es nach den Nettokaltmieten gefragt. Die Kl&auml;ger haben ihre Mitwirkungspflichten nicht verletzt. Sie haben die vom FA geforderten Angaben zutreffend gemacht. Sie waren mangels einer entsprechenden Frage des FA nicht verpflichtet, auf die Vermietung des Betriebsgrundst&uuml;cks hinzuweisen und die erzielten Mieten anzugeben. Eine Feststellungserkl&auml;rung mussten sie nicht abgeben. Eine Verpflichtung zur Abgabe einer Feststellungserkl&auml;rung bestand nach &sect;&nbsp;138 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 BewG a.F. nur bei einem entsprechenden Verlangen des Finanzamts. Im Streitfall hatte das FA darauf aber ausdr&uuml;cklich verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das FG von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Die angefochtenen Bescheide sind rechtswidrig und verletzen die Kl&auml;ger in ihren Rechten. Sie sind daher ebenso wie die Einspruchsentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.11.2017, II R 52\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.291117.IIR52.15.0 &Auml;nderung eines Bescheids &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts wegen neuer Tatsachen Leits&auml;tze 1. Verzichtet das FA gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen ausdr&uuml;cklich auf die Abgabe einer f&ouml;rmlichen Feststellungserkl&auml;rung und fordert ihn stattdessen zu bestimmten Angaben auf, verletzt es seine Ermittlungspflicht, wenn die geforderten Angaben f&uuml;r die Ermittlung des f&uuml;r &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-52-15-aenderung-eines-bescheids-ueber-die-gesonderte-feststellung-des-grundbesitzwerts-wegen-neuer-tatsachen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;52\/15 &#8211; &Auml;nderung eines Bescheids &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts wegen neuer Tatsachen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69416","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69416","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69416"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69416\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69416"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69416"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69416"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}