{"id":69421,"date":"2018-04-25T16:58:03","date_gmt":"2018-04-25T14:58:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69421"},"modified":"2018-04-25T16:58:03","modified_gmt":"2018-04-25T14:58:03","slug":"xi-k-1-17-zum-pruefungsmassstab-bei-geruegtem-verstoss-gegen-den-gesetzlichen-richter-durch-nichtvorlage-an-den-eugh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-k-1-17-zum-pruefungsmassstab-bei-geruegtem-verstoss-gegen-den-gesetzlichen-richter-durch-nichtvorlage-an-den-eugh\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;K&nbsp;1\/17 &#8211; Zum Pr&uuml;fungsma&szlig;stab bei ger&uuml;gtem Versto&szlig; gegen den gesetzlichen Richter durch Nichtvorlage an den EuGH"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.2.2018, XI K 1\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.070218.XIK1.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Pr&uuml;fungsma&szlig;stab bei ger&uuml;gtem Versto&szlig; gegen den gesetzlichen Richter durch Nichtvorlage an den EuGH<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Auslegung und Anwendung des Art. 267 Abs. 3 AEUV durch ein letztinstanzliches Gericht verletzt nur dann Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG, wenn sie bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung der das Grundgesetz bestimmenden Gedanken nicht mehr verst&auml;ndlich erscheint und offensichtlich unhaltbar ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Beurteilung, ob die richtige Anwendung des Unionsrechts derart offenkundig ist, dass f&uuml;r einen vern&uuml;nftigen Zweifel kein Raum bleibt, so dass davon abgesehen werden kann, dem EuGH eine vor ihm aufgeworfene Frage nach der Auslegung des Unionsrechts vorzulegen, obliegt allein dem nationalen Gericht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist Krankenpfleger und seit dem Jahr 2003 Organtr&auml;ger der Z-GmbH (GmbH), deren alleiniger Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer er war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GmbH erbrachte in den Streitjahren (2005 und 2006) Leistungen der sog. 24-Stunden-Pflege aufgrund von Versorgungsvertr&auml;gen mit verschiedenen Pflegekassen, mit Verb&auml;nden von Krankenkassen, mit der Bundesknappschaft sowie mit der Stadt Y als Sozialhilfetr&auml;ger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Jahren 2004 bis 2006 wurde unstreitig die f&uuml;r eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;e des Umsatzsteuergesetzes (UStG) in der f&uuml;r die Streitjahre (2005 und 2006) geltenden Fassung (a.F.) erforderliche 40&nbsp;%-Grenze von der GmbH nicht erreicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat nach Durchf&uuml;hrung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung die Auffassung, dass die Ums&auml;tze der GmbH nicht nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;e UStG a.F. steuerfrei seien, da die nach dieser Vorschrift erforderliche 40&nbsp;%-Grenze f&uuml;r das jeweilige Vorjahr nicht erreicht worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 17.&nbsp;August 2007 erlie&szlig; das FA einen Umsatzsteuer-Jahresbescheid f&uuml;r 2005 und am 4.&nbsp;Dezember 2008 einen Umsatzsteuer-Jahresbescheid f&uuml;r 2006. Mit Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;Januar 2009 wies das FA die Einspr&uuml;che des Kl&auml;gers als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Im Laufe des Klageverfahrens &auml;nderte das FA am 24.&nbsp;M&auml;rz 2011 den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2006.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage &uuml;berwiegend statt. Es f&uuml;hrte u.a. aus, die Ums&auml;tze aus den Pflegevertr&auml;gen seien steuerfrei. Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;e UStG a.F. erf&uuml;lle der Kl&auml;ger zwar (unstreitig) nicht. Er k&ouml;nne sich aber f&uuml;r die Steuerfreiheit der Ums&auml;tze unmittelbar auf Art.&nbsp;13 Teil A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Revision des FA hob der erkennende Senat durch Urteil vom 28.&nbsp;Juni 2017 XI&nbsp;R&nbsp;23\/14 (BFHE 258, 517, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2017, 1987), auf das zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wird, die Vorentscheidung auf und entschied in der Sache selbst (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Er wies die Klage betreffend 2005 ab und setzte die Umsatzsteuer f&uuml;r 2006 unter teilweiser Aufhebung der Einspruchsentscheidung des FA und Abweisung der Klage im &Uuml;brigen niedriger fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Steuerbefreiung f&uuml;r die Pflegeleistungen entschied der Senat, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 UStG in den Streitjahren nicht gegeben gewesen seien. Die dem Kl&auml;ger zuzurechnenden Leistungen der GmbH seien auch nicht nach Art.&nbsp;13 Teil A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 77\/388\/EWG, auf den sich der Kl&auml;ger berufen hat, steuerfrei; denn &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;e UStG a.F. sei in den Streitjahren 2005 und 2006 insoweit nicht unionsrechtswidrig, als er die Steuerbefreiung von der Einhaltung der 40&nbsp;%-Grenze (im selben Jahr) abh&auml;ngig gemacht hat. Die Einwendungen des Kl&auml;gers gegen diese Beurteilung griffen nicht durch. Nach Auffassung des Senats best&uuml;nden &#8211;trotz der vom Kl&auml;ger formulierten, im Laufe des Verfahrens erg&auml;nzten Vorlagefragen&#8211; angesichts des Urteils des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Zimmermann vom 15.&nbsp;November 2012 C-174\/11 (EU:C:2012:716, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2013, 35) keine Zweifel i.S. des Art.&nbsp;267 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV) an der Auslegung der im Streitfall anzuwendenden unionsrechtlichen Bestimmungen. Das Urteil wurde dem Kl&auml;ger am 6.&nbsp;September 2017 zugestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtigkeitsklage des Kl&auml;gers vom 6.&nbsp;Oktober 2017. Er macht den Wiederaufnahmegrund der vorschriftswidrigen Besetzung des Senats i.S. des &sect;&nbsp;579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO), &sect;&nbsp;134 FGO geltend. Der Senat habe seine Verpflichtung verletzt, Rechtsfragen dem EuGH und dem Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vorzulegen, und ihn dadurch seinem gesetzlichen Richter entzogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>&quot;das auf die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 28.&nbsp;Juni 2017 ergangene Urteil gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;134 FGO, 578, 579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO f&uuml;r nichtig zu erkl&auml;ren und das Revisionsverfahren XI&nbsp;R&nbsp;23\/14 fortzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorsorglich &#8230;,<br \/>das Verfahren auszusetzen und dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union die folgenden Fragen zur Vorabentscheidung vorzulegen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">I.&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">War der Bundesfinanzhof als letztinstanzliches Gericht gem. Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV verpflichtet, dem EuGH die folgenden Fragen zur Vorabentscheidung vorzulegen?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Bei Rdn.&nbsp;37 des Urteils Zimmermann, C-174\/11 stellte der Gerichtshof fest, dass ein Mitgliedstaat das ihm nach Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1&nbsp;g der 6.&nbsp;Richtlinie zustehende Ermessen grunds&auml;tzlich nicht dadurch &uuml;berschreitet, dass er (&#8230;) verlangt, dass die Kosten f&uuml;r die betreffenden Leistungen der ambulanten Pflege &#8218;ganz oder zum &uuml;berwiegenden Teil von den gesetzlichen Sozialversicherungs- oder Sozialhilfetr&auml;gern &uuml;bernommen werden m&uuml;ssen.&#8216; Beschr&auml;nkt sich die Feststellung des Gerichtshofs im Urteil Zimmermann auf die F&auml;lle der ambulanten Krankenversorgung nach dem deutschen SGB&nbsp;V oder erstreckt sie sich auch auf die F&auml;lle der ambulanten Pflegeleistungen nach dem deutschen SGB&nbsp;XI?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Ist die Aussage abschlie&szlig;end gemeint oder ist zus&auml;tzlich zu pr&uuml;fen, ob die Anwendung einer solchen Bestimmung gegen die Grunds&auml;tze der steuerlichen Neutralit&auml;t, der Gleichbehandlung oder der Effektivit&auml;t verst&ouml;&szlig;t?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Ist die Aussage bei Rdn.&nbsp;59 des Urteils Zimmermann dahin auszulegen, dass ein Versto&szlig; gegen den Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t entfallen kann, wenn die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung des Mitgliedstaates sp&auml;ter erstmals erkl&auml;rt, die Beg&uuml;nstigung von Konkurrenten sei rechtswidrig oder kommt es auf die tats&auml;chliche langj&auml;hrig gelebte und in den Streitjahren &uuml;bliche Rechtspraxis der Finanzbeh&ouml;rden an? Kann die Aussage oder Korrektur der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung r&uuml;ckwirkend auf Streitjahre vor Verk&uuml;ndung des Urteils Zimmermann oder neuen Rechtsprechung des obersten Fachgerichts erfolgen oder nur f&uuml;r die sp&auml;teren Besteuerungszeitr&auml;ume?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Kann ein Dienstleister verlangen, dass seine Leistungen als steuerfrei behandelt werden, wenn die Finanzverwaltung in st&auml;ndiger &Uuml;bung die identischen Leistungen von Konkurrenten als steuerfrei behandelt oder gebietet die Feststellung einer Ungleichbehandlung, dass auch die Konkurrenten mit Umsatzsteuer belegt werden? Kommt es darauf an, dass die tats&auml;chliche Nichtbesteuerung der Konkurrenten gegen das nationale Recht und au&szlig;erdem gegen das Unionsrecht verst&ouml;&szlig;t? Kann ein Leistungserbringer die &#8218;Gleichbehandlung nach oben&#8216; verlangen, wenn eine r&uuml;ckwirkende Besteuerung der beg&uuml;nstigten Konkurrenten und eine r&uuml;ckwirkende Anpassung der Verg&uuml;tungsanspr&uuml;che nicht durchgef&uuml;hrt werden oder wenn dies praktisch unm&ouml;glich ist?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Kommt es darauf an, dass der nationale Gesetzgeber die tats&auml;chliche Nichtbesteuerung der Konkurrenten kannte und die Ungleichbehandlung billigend in Kauf nahm?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">4.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Verst&ouml;&szlig;t es gegen den Grundsatz der Effektivit&auml;t oder gegen die Dassonville-Formel seit dem Urteil des 11.&nbsp;Juli 1974, Rs&nbsp;8-74, einem Unternehmer die Berufung auf die Gleichbehandlung mit Konkurrenten zu verweigern mit dem Hinweis darauf, der Leistungserbringer h&auml;tte eine Klage erheben m&uuml;ssen mit dem Ziel, dass auch die Konkurrenten mit Umsatzsteuer belegt werden? Gilt das auch in den F&auml;llen, in denen das Finanzamt eine Auskunft &uuml;ber Konkurrenten zur Vorbereitung eines Gleichstellungsanspruchs verweigert hatte? Darf eine solche nationale Rechtsprechung auf solche Streitjahre angewendet werden, die vor der Zeit liegen, zu der ein letztinstanzliches nationales Fachgericht diese Einschr&auml;nkung zum ersten Mal ver&ouml;ffentlicht?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">5.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Verst&ouml;&szlig;t es gegen den Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t, gegen den allgemeinen Grundsatz der Gleichbehandlung, gegen den Grundsatz der Effektivit&auml;t oder gegen den Pr&uuml;fungsma&szlig;stab des Urteils Zimmermann, C-174\/11, Rdn.&nbsp;22 Satz&nbsp;3, 40 und 41, wenn ein Steuerpflichtiger zwar aus sonstigem Grunde als soziale Einrichtung im Sinne des Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchstabe&nbsp;g der 6.&nbsp;EG-Richtlinie anerkannt w&auml;re, das nationale Recht aber die Befreiung von der Umsatzsteuer von solchen Umst&auml;nden abh&auml;ngig macht, die der Steuerpflichtige nicht oder kaum beeinflussen kann?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Gilt dies insbesondere f&uuml;r ein Merkmal, das auf die pers&ouml;nlichen Eigenschaften der Leistungsempf&auml;nger oder auf die Art der Finanzierung von Leistungen verweist, der Dienstleister die Art der Finanzierung aber nicht beeinflussen kann und die steuerliche Mehrbelastung nicht auf eine andere Person abw&auml;lzen darf?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">6.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Besteht eine Vorlagepflicht nach Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV, wenn der gleiche Senat eines letztinstanzlichen Gerichts mit unterschiedlicher personeller Besetzung ein Urteil des EuGH in einem entgegengesetzten Sinne ausgelegt hatte und der Senat nunmehr zum Nachteil des Steuerpflichtigen von dieser Auslegung abweichen m&ouml;chte?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">7.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Gebietet Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV, dass eine nationale verfahrensrechtliche Vorschrift &uuml;ber die Nichtigkeit eines letztinstanzlichen Urteils bei einem Versto&szlig; gegen die Vorlagepflicht nach Art.&nbsp;267 AEUV nach den Ma&szlig;st&auml;ben der C.I.L.F.I.T.-Doktrin des EuGH ausgelegt wird oder darf das Gericht die Frage der Verletzung seiner eigenen Vorlagepflicht nach den Ma&szlig;st&auml;ben der Willk&uuml;rkontrolle beurteilen, die das nationale Verfassungsgericht im Rahmen einer Urteils-Verfassungsbeschwerde anlegen w&uuml;rde?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">II.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">F&uuml;r den Fall, dass der Gerichtshof eine Verpflichtung zur Vorlage aller oder einzelner der vorstehend genannten Fragen nach Art.&nbsp;267 AEUV bejaht, wird der Gerichtshof ersucht, die vorstehend I Ziffern&nbsp;1 bis 7 genannten Fragen zu beantworten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage ist unbegr&uuml;ndet. Das Verfahren XI&nbsp;R&nbsp;23\/14 ist nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;134 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;578 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO wiederaufzunehmen. Der Senat war gesetzlicher Richter i.S. des Art.&nbsp;101 des Grundgesetzes (GG) f&uuml;r die von ihm entschiedenen Fragen, so dass er bei Erlass des Senatsurteils vom 28.&nbsp;Juni 2017 vorschriftsm&auml;&szlig;ig besetzt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, der Senat habe seine Vorlagepflicht an den Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes verletzt, hat er den von ihm geltend gemachten Wiederaufnahmegrund bereits nicht schl&uuml;ssig dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zutreffend geht der Kl&auml;ger davon aus, dass ein Gericht i.S. des &sect;&nbsp;579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO nicht vorschriftsm&auml;&szlig;ig besetzt ist, wenn es eine Vorlagepflicht an ein anderes Gericht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies gilt auch bei einer Verletzung der Vorlagepflicht an den Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes (vgl. Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;119 FGO Rz&nbsp;116); denn dieser ist gesetzlicher Richter i.S. des Art.&nbsp;101 GG f&uuml;r die von ihm zu entscheidenden Rechtsfragen (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 26.&nbsp;September 1988&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1074\/85, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1989, 2613; vom 23.&nbsp;Oktober 1991&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;776\/90, NJW 1992, 2077, Rz&nbsp;6). Der Gemeinsame Senat der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes entscheidet, wenn ein oberster Gerichtshof in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen obersten Gerichtshofs oder des Gemeinsamen Senats abweichen will (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 des Gesetzes zur Wahrung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Verletzung des gesetzlichen Richters durch Nichtvorlage setzt insoweit aber voraus, dass das Gericht seine Verpflichtung zur Vorlage willk&uuml;rlich au&szlig;er Acht gelassen hat (vgl. BVerfG-Beschluss in NJW 1989, 2613, unter 2.). Dies &#8211;sowie die vermeintliche Abweichung&#8211; m&uuml;ssen subtantiiert dargelegt werden (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12.&nbsp;Januar 2011 I&nbsp;K&nbsp;1\/10, BFH\/NV 2011, 1159, Rz&nbsp;8; vom 29.&nbsp;Januar 2015 I&nbsp;K&nbsp;1\/14, BFH\/NV 2015, 996, Rz&nbsp;9&nbsp;f., betreffend Nichtvorlage an den Gro&szlig;en Senat des BFH), woran es im Streitfall fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere legt der Kl&auml;ger nicht schl&uuml;ssig dar, dass der erkennende Senat von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) abgewichen ist. Wie der BGH in den vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrten Urteilen vom 28.&nbsp;Oktober 2015 VIII&nbsp;ZR&nbsp;158\/11 (BGHZ 207, 209) und vom 12.&nbsp;Oktober 2016 VIII&nbsp;ZR&nbsp;103\/15 (BGHZ 212, 224) entschieden hat, darf eine richtlinienkonforme Rechtsfortbildung oder Auslegung die durch den Willen des Gesetzgebers gezogenen Auslegungsgrenzen nicht &uuml;berschreiten. Mit seinem Vorbringen stellt der Kl&auml;ger keinen Rechtssatz aus dem Senatsurteil in BFHE 258, 517, DStR 2017, 1987 und dem BFH-Urteil vom 8.&nbsp;August 2013 V&nbsp;R&nbsp;13\/12 (BFHE 242, 557, DStR 2013, 2506) heraus, der die behauptete Abweichung erkennen l&auml;sst. Dar&uuml;ber hinaus ist den vom Kl&auml;ger in Bezug genommenen Urteilen des BFH auch kein Rechtssatz zur Ber&uuml;cksichtigung des Willens des Gesetzgebers bei richtlinienkonformer Rechtsfortbildung oder Auslegung zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, der Senat habe seine Vorlagepflicht an den EuGH durch deren unhaltbare Handhabung verletzt, liegt der ger&uuml;gte Versto&szlig; gegen den gesetzlichen Richter nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Ausgangspunkt zu Recht geht der Kl&auml;ger davon aus, dass ein Gericht i.S. des &sect;&nbsp;579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO nicht vorschriftsm&auml;&szlig;ig besetzt ist, wenn es willk&uuml;rlich seine Vorlagepflicht an den EuGH verletzt hat (vgl. BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;September 2009 IV&nbsp;K&nbsp;1\/09, BFH\/NV 2010, 218, Rz&nbsp;3; BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Juli 2016 VIII&nbsp;K&nbsp;1\/16, BFHE 254, 481, BStBl II 2017, 198, Rz&nbsp;16). Der EuGH ist u.a. f&uuml;r die Auslegung des Unionsrechts in Umsatzsteuerfragen gesetzlicher Richter i.S. des Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GG (vgl. BVerfG-Beschluss vom 8.&nbsp;April 1987&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;687\/85, BVerfGE 75, 223, Rz&nbsp;37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In st&auml;ndiger Rechtsprechung beanstandet das BVerfG die Auslegung und Anwendung von Normen, die &#8211;wie Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV&#8211; die gerichtliche Zust&auml;ndigkeitsverteilung regeln, nur, wenn sie bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung der das Grundgesetz bestimmenden Gedanken nicht mehr verst&auml;ndlich erscheinen und offensichtlich unhaltbar sind (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Dezember 2016&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;221\/11, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Lebensmittelrecht 2017, 472, Rz&nbsp;31&nbsp;f.; vom 20.&nbsp;Februar 2017&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;63\/15, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht &#8211;NVwZ&#8211; 2017, 615; vom 18.&nbsp;September 2017&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;361\/12, Umwelt- und Planungsrecht 2018, 30, Rz&nbsp;27; vom 19.&nbsp;Dezember 2017&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;424\/17, NJW 2018, 686, Rz&nbsp;39, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dabei kommt es f&uuml;r die Pr&uuml;fung einer Verletzung des gesetzlichen Richters nicht in erster Linie auf die Vertretbarkeit der Auslegung des f&uuml;r den Streitfall ma&szlig;geblichen materiellen Unionsrechts an, sondern auf die Vertretbarkeit der Handhabung der Vorlagepflicht nach Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;Januar 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1741\/09, BVerfGE 128, 157, Rz&nbsp;104; vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2083\/11, Wertpapier-Mitteilungen\/Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Bankrecht 2014, 647, Rz&nbsp;29). Nicht jede Verletzung der unionsrechtlichen Vorlagepflicht stellt zugleich einen Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GG dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach der Rechtsprechung des EuGH (Urteile CILFIT vom 6.&nbsp;Oktober 1982 C-283\/81, EU:C:1982:335, NJW 1983, 1257, Rz&nbsp;21; Intermodal Transports vom 15.&nbsp;September 2005 C-495\/03, EU:C:2005:552, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2005, 1236; Gaston Schul Douane-expediteur vom 6.&nbsp;Dezember 2005 C-461\/03, EU:C:2005:742, HFR 2006, 416) muss ein nationales letztinstanzliches Gericht seiner Vorlagepflicht nachkommen, wenn sich in einem bei ihm schwebenden Verfahren eine Frage des Unionsrechts stellt, es sei denn, das Gericht hat festgestellt, dass die gestellte Frage nicht entscheidungserheblich ist, dass die betreffende unionsrechtliche Bestimmung bereits Gegenstand einer Auslegung durch den Gerichtshof war oder dass die richtige Anwendung des Unionsrechts derart offenkundig ist, dass f&uuml;r einen vern&uuml;nftigen Zweifel keinerlei Raum bleibt. Ob ein solcher Fall gegeben ist, ist unter Ber&uuml;cksichtigung der Eigenheiten des Unionsrechts, der besonderen Schwierigkeiten seiner Auslegung und der Gefahr voneinander abweichender Gerichtsentscheidungen innerhalb der Union zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beurteilung, ob die richtige Anwendung des Unionsrechts derart offenkundig ist, dass f&uuml;r einen vern&uuml;nftigen Zweifel kein Raum bleibt, bleibt allein dem nationalen Gericht &uuml;berlassen (vgl. EuGH-Urteil Ferreira da Silva e Brito u.a. vom 9.&nbsp;September 2015 C-160\/14, EU:C:2015:565, Europ&auml;ische Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht &#8211;EuZW&#8211; 2016, 111, Rz&nbsp;40, m.w.N.). Insbesondere darf das nationale Gericht trotz einer abweichenden Entscheidung der Vorinstanz davon absehen, dem EuGH eine vor ihm aufgeworfene Frage nach der Auslegung des Unionsrechts vorzulegen (vgl. EuGH-Urteil Ferreira da Silva e Brito u.a., EU:C:2015:565, EuZW 2016, 111, Rz&nbsp;40 bis 42, m.w.N.). Wenn allerdings auf Unionsebene die Gefahr von Divergenzen besteht, bedarf es einer Vorlage durch das nationale Gericht (vgl. EuGH-Urteil Ferreira da Silva e Brito u.a., EU:C:2015:565, EuZW 2016, 111, Rz&nbsp;43&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Vorlagepflicht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV wird nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BVerfG (vgl. zum Nachfolgenden BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 31.&nbsp;Mai 1990&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1436\/87 u.a., BVerfGE 82, 159, Rz&nbsp;144; vom 6.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2661\/06, BVerfGE 126, 286, Rz&nbsp;90; in BVerfGE 128, 157, Rz&nbsp;103&nbsp;f.; vom 19.&nbsp;Juli 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1916\/09, BVerfGE 129, 78, Rz&nbsp;98; in NJW 2018, 686, Rz&nbsp;41&nbsp;ff.; BVerfG-Urteil vom 28.&nbsp;Januar 2014&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1564\/12 u.a., BVerfGE 135, 155, Rz&nbsp;176&nbsp;ff.) insbesondere in solchen F&auml;llen offensichtlich unhaltbar gehandhabt, in denen ein letztinstanzliches Gericht eine Vorlage trotz der &#8211;seiner Auffassung nach bestehenden&#8211; Entscheidungserheblichkeit der unionsrechtlichen Frage &uuml;berhaupt nicht in Erw&auml;gung zieht, obwohl es selbst Zweifel hinsichtlich der richtigen Beantwortung der Frage hegt (grunds&auml;tzliche Verkennung der Vorlagepflicht). Eine Verletzung der Vorlagepflicht liegt auch vor, wenn das letztinstanzliche Gericht in seiner Entscheidung bewusst von der Rechtsprechung des EuGH zu entscheidungserheblichen Fragen abweicht und gleichwohl nicht oder nicht neuerlich vorlegt (bewusstes Abweichen ohne Vorlagebereitschaft). Liegt zu einer entscheidungserheblichen Frage des Unionsrechts einschl&auml;gige Rechtsprechung des EuGH noch nicht vor oder hat eine vorliegende Rechtsprechung die entscheidungserhebliche Frage m&ouml;glicherweise noch nicht ersch&ouml;pfend beantwortet oder erscheint eine Fortentwicklung der Rechtsprechung des EuGH nicht nur als entfernte M&ouml;glichkeit, so wird Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GG (nur) dann verletzt, wenn das letztinstanzliche Gericht den ihm in solchen F&auml;llen notwendig zukommenden Beurteilungsrahmen in unvertretbarer Weise &uuml;berschritten hat (Unvollst&auml;ndigkeit der Rechtsprechung). Das ist jedenfalls dann der Fall, wenn das Fachgericht das Vorliegen eines &quot;acte clair&quot; oder eines &quot;acte &eacute;clair&eacute;&quot; willk&uuml;rlich bejaht. Das Gericht muss sich daher hinsichtlich des materiellen Unionsrechts hinreichend kundig machen. Etwaige einschl&auml;gige Rechtsprechung des EuGH muss es auswerten und seine Entscheidung hieran orientieren. Auf dieser Grundlage muss das Fachgericht unter Anwendung und Auslegung des materiellen Unionsrechts die vertretbare &Uuml;berzeugung bilden, dass die Rechtslage entweder von vornherein eindeutig (&quot;acte clair&quot;) oder durch Rechtsprechung in einer Weise gekl&auml;rt ist, die keinen vern&uuml;nftigen Zweifel offenl&auml;sst (&quot;acte &eacute;clair&eacute;&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unvertretbar gehandhabt wird Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV im Falle der Unvollst&auml;ndigkeit der Rechtsprechung insbesondere dann, wenn das Fachgericht eine von vornherein eindeutige oder zweifelsfrei gekl&auml;rte Rechtslage ohne sachliche Begr&uuml;ndung (vgl. z.B. BVerfG-Beschluss vom 6.&nbsp;Oktober 2017&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;987\/16, NJW 2018, 606, Rz&nbsp;9) bzw. willk&uuml;rlich (vgl. BVerfG-Beschluss in NVwZ 2017, 615) bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gemessen daran hat der Senat &#8211;anders als der Kl&auml;ger meint&#8211; seine Vorlagepflicht nicht offensichtlich unhaltbar verneint, so dass kein Fall des &sect;&nbsp;579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat hat die Vorlagepflicht nicht grunds&auml;tzlich verkannt. Vielmehr ist er &#8211;nach Auswertung der Rechtsprechung des EuGH&#8211; davon ausgegangen, dass der EuGH die 40%-Grenze des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;e UStG a.F. als zul&auml;ssig ansieht, sofern f&uuml;r alle Marktteilnehmer gleiche Wettbewerbsbedingungen gelten. Der Senat hat die Rechtslage insoweit als gekl&auml;rt angesehen und gerade keine eigenst&auml;ndige Fortentwicklung des Unionsrechts bei zweifelhafter Rechtslage vorgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Auslegung des nationalen Rechts (im Verfahren XI&nbsp;R&nbsp;23\/14: &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 und 18 UStG) ist das nationale Gericht allein zust&auml;ndig (vgl. z.B. EuGH-Urteile Asklepios Kliniken vom 27.&nbsp;April 2017 C-680\/15 und C-681\/15, EU:C:2017:317, NJW 2017, 2178, Rz&nbsp;28; Entertainment Bulgaria System vom 15.&nbsp;November 2017 C-507\/16, EU:C:2017:864, HFR 2018, 90, Rz&nbsp;38). Deshalb pr&uuml;ft es auch in eigener Kompetenz, ob eine unionsrechtskonforme Auslegung des nationalen Rechts (u.a. &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;18 UStG) m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch ein bewusstes Abweichen ohne Vorlagebereitschaft liegt nicht vor. Der Senat hat vielmehr eine Vorlage gepr&uuml;ft, aber &#8211;trotz der vom Kl&auml;ger formulierten, im Laufe des Verfahrens XI&nbsp;R&nbsp;23\/14 weiter erg&auml;nzten Vorlagefragen&#8211; angesichts des EuGH-Urteils Zimmermann (EU:C:2012:716, UR 2013, 35) Zweifel i.S. des Art.&nbsp;267 AEUV an der Auslegung der im Streitfall anzuwendenden unionsrechtlichen Bestimmungen unter Hinweis auf die Rechtsprechung des EuGH (Urteile CILFIT, EU:C:1982:335, NJW 1983, 1257; Intermodal Transports, EU:C:2005:552, HFR 2005, 1236; Gaston Schul Douane-expediteur, EU:C:2005:742, HFR 2006, 416) verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Voraussetzungen der dritten Fallgruppe sind ebenfalls nicht erf&uuml;llt. Der Senat hat den ihm bei der Frage, ob die Rechtsprechung unvollst&auml;ndig ist beziehungsweise ein &quot;acte clair&quot; oder &quot;acte &eacute;clair&eacute;&quot; vorliegt, zustehenden Beurteilungsspielraum nicht unvertretbar ausgef&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er hat in Rz&nbsp;35&nbsp;ff. seiner Entscheidung begr&uuml;ndet, warum &#8211;auf Grundlage der Rechtsprechung des EuGH&#8211; die nationale Regelung mit Unionsrecht vereinbar ist, und hat aus den unter Rz&nbsp;45&nbsp;ff. genannten Gr&uuml;nden die Einwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r nicht durchgreifend erachtet. Dabei hat er auch ausgef&uuml;hrt, dass die &#8211;vom Kl&auml;ger aus Sicht des Senats zu Recht angemahnte&#8211; Gleichbehandlung mit den anerkannten Wohlfahrtsverb&auml;nden dadurch gew&auml;hrleistet wird, dass die Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 UStG dem &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;18 UStG vorgeht und der Kl&auml;ger die Besteuerung der Wettbewerber ggf. im Wege der Konkurrentenklage durchsetzen kann, falls das FA &#8211;was widerspr&uuml;chliches Verhalten w&auml;re, weil es sich im Verfahren XI&nbsp;R&nbsp;23\/14 auf die Rechtsprechung des BFH berufen hat&#8211; die Wettbewerber gleichwohl nicht besteuern sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Soweit sich der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung auf das EuGH-Urteil Ferreira da Silva e Brito u.a. (EU:C:2015:565, EuZW 2016, 111) bezogen hat, besteht im Hinblick auf die vom Senat im Verfahren XI&nbsp;R&nbsp;23\/14 entschiedenen Rechtsfragen keine Gefahr von Divergenzen auf Unionsebene. Dass das FG als Vorinstanz anders entschieden hatte, zwang auch danach nicht zur Vorlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger sp&auml;ter ergangene Rechtsprechung des EuGH zum Vertrauensschutz und zum R&uuml;ckwirkungsverbot anf&uuml;hrt, w&uuml;rde diese nichts daran &auml;ndern, dass der Senat den ihm zukommenden Beurteilungsspielraum bei der Auslegung von Art.&nbsp;267 AEUV in seinem Urteil nicht in unvertretbarer Weise &uuml;berschritten hat (vgl. BVerfG-Beschluss vom 2.&nbsp;Februar 2017&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;787\/16, juris, Rz&nbsp;39). Ohnehin hat aber der EuGH betont, dass trotz des Grundsatzes der Rechtssicherheit und trotz des R&uuml;ckwirkungsverbots der Grundsatz der unionsrechtskonformen Auslegung gebietet, dass die nationalen Gerichte unter Ber&uuml;cksichtigung des gesamten innerstaatlichen Rechts und unter Anwendung der dort anerkannten Auslegungsmethoden alles tun, was in ihrer Zust&auml;ndigkeit liegt, um die volle Wirksamkeit des Unionsrechts zu gew&auml;hrleisten und zu einem Ergebnis zu gelangen, das im Einklang mit dem mit ihm verfolgten Ziel steht (vgl. EuGH-Urteile Impact vom 15.&nbsp;April 2008 C-268\/06, EU:C:2008:223, Neue Zeitschrift f&uuml;r Arbeitsrecht 2008, 581, Rz&nbsp;101; Lopes Da Silva Jorge vom 5.&nbsp;September 2012 C-42\/11, EU:C:2012:517, NJW 2013, 141, Rz&nbsp;56; Specht u.a. vom 19.&nbsp;Juni 2014 C-501\/12 bis C-506\/12, EU:C:2014:2005, NVwZ 2014, 1294, Rz&nbsp;88; PPU-JZ vom 28.&nbsp;Juli 2016 C-294\/16, EU:C:2016:610, juris, Rz&nbsp;33). Dies hat der BFH bei &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;18 UStG getan.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mit den &uuml;brigen Einwendungen des Kl&auml;gers gegen die Rechtsauffassung des Senats im Urteil in BFHE 258, 517, DStR 2017, 1987 wird kein Wiederaufnahmegrund dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Unionsrechtliche Zweifel i.S. des Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV an der Auslegung der &sect;&nbsp;134 FGO, &sect;&nbsp;579 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ZPO i.V.m. Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GG, die gem&auml;&szlig; den Ausf&uuml;hrungen unter II.2. im Verfahren der Nichtigkeitsklage Ma&szlig;stab der Pr&uuml;fung durch den Senat sind, bestehen nicht, so dass es der vom Kl&auml;ger beantragten Anrufung des EuGH (auch) vorliegend nicht bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.2.2018, XI K 1\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.070218.XIK1.17.0 Zum Pr&uuml;fungsma&szlig;stab bei ger&uuml;gtem Versto&szlig; gegen den gesetzlichen Richter durch Nichtvorlage an den EuGH Leits&auml;tze 1. Die Auslegung und Anwendung des Art. 267 Abs. 3 AEUV durch ein letztinstanzliches Gericht verletzt nur dann Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG, wenn sie bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung der das Grundgesetz &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-k-1-17-zum-pruefungsmassstab-bei-geruegtem-verstoss-gegen-den-gesetzlichen-richter-durch-nichtvorlage-an-den-eugh\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;K&nbsp;1\/17 &#8211; Zum Pr&uuml;fungsma&szlig;stab bei ger&uuml;gtem Versto&szlig; gegen den gesetzlichen Richter durch Nichtvorlage an den EuGH<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69421","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69421\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}