{"id":69422,"date":"2018-04-25T16:58:00","date_gmt":"2018-04-25T14:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69422"},"modified":"2018-04-25T16:58:00","modified_gmt":"2018-04-25T14:58:00","slug":"xi-b-129-17-isolierte-anfechtung-der-einspruchsentscheidung-nur-ausnahmsweise-zulaessig-innenausgleich-bei-umsatzsteuerrechtlicher-organschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-129-17-isolierte-anfechtung-der-einspruchsentscheidung-nur-ausnahmsweise-zulaessig-innenausgleich-bei-umsatzsteuerrechtlicher-organschaft\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;129\/17 &#8211; Isolierte Anfechtung der Einspruchsentscheidung nur ausnahmsweise zul&auml;ssig &#8211; Innenausgleich bei umsatzsteuerrechtlicher Organschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.2.2018, XI B 129\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.200218.XIB129.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Isolierte Anfechtung der Einspruchsentscheidung nur ausnahmsweise zul&auml;ssig &#8211; Innenausgleich bei umsatzsteuerrechtlicher Organschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ein auf die Aufhebung der Einspruchsentscheidung beschr&auml;nkter Klageantrag kommt im Anwendungsbereich des &sect; 44 Abs. 2 FGO nur in Betracht, soweit ein besonderes rechtliches Interesse des Kl&auml;gers an der Wiederholung des Vorverfahrens besteht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Bei einer umsatzsteuerrechtlichen Organschaft hat im Innenverh&auml;ltnis entsprechend &sect; 426 BGB derjenige Beteiligte am Organkreis, aus dessen Ums&auml;tzen die an das FA zu zahlende Umsatzsteuer herr&uuml;hrt, die Steuerlast zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 11. Juli 2017 6 K 6255\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist umsatzsteuerrechtlich Organgesellschaft des Organtr&auml;gers N. Unternehmensgegenstand ist die Prozessfinanzierung nebst in diesem Zusammenhang stehenden T&auml;tigkeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Kl&auml;gerin u.a. f&uuml;r die Jahre 2013 und 2014 (Streitjahre) keine Steuererkl&auml;rungen eingereicht hatte, erlie&szlig; das damals f&uuml;r die Besteuerung der Kl&auml;gerin zust&auml;ndige Finanzamt X am 6.&nbsp;Januar 2015 Bescheide &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer, Gewerbesteuermessbetrag und Gewerbesteuer f&uuml;r das Jahr 2013 und am 9.&nbsp;Dezember 2015 Bescheide &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer, Gewerbesteuermessbetrag und Gewerbesteuer f&uuml;r das Jahr 2014, die s&auml;mtlich unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (&sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) stehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihren Einspr&uuml;chen machte die Kl&auml;gerin geltend, es l&auml;gen f&uuml;r das Jahr 2010 noch keine Bescheide vor, so dass noch keine Erkl&auml;rungen f&uuml;r Folgejahre eingereicht werden k&ouml;nnten. Grund sei, dass das f&uuml;r die Umsatzsteuer des N zust&auml;ndige Finanzamt die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin als umsatzsteuerpflichtig ans&auml;he. Dem Einspruch des N sei erst im Jahr 2016 stattgegeben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Kl&auml;gerin trotz erneuter Aufforderung weiterhin keine Steuererkl&auml;rungen eingereicht hatte, verband der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Einspruchsverfahren mit dem Einspruchsverfahren f&uuml;r das Jahr 2012 und wies die Einspr&uuml;che betreffend 2012 bis 2014 mit Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;September 2016 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 21.&nbsp;Oktober 2016 hob das FA die Einspruchsentscheidung betreffend das Jahr 2012 auf und erlie&szlig; auf Grundlage der mittlerweile eingereichten Steuererkl&auml;rungen f&uuml;r das Jahr 2012 &Auml;nderungsbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegen die Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;September 2016 gerichtete Klage, mit der die Kl&auml;gerin die isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung beantragte, haben die Beteiligten im Laufe des Klageverfahrens betreffend 2012 &uuml;bereinstimmend f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage betreffend der Streitjahre ab. Es f&uuml;hrte aus, der Kl&auml;gerin fehle das f&uuml;r eine isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung erforderliche Rechtsschutzbed&uuml;rfnis. Es liege keine der Fallgruppen vor, die zu einer isolierten Aufhebung der Einspruchsentscheidung berechtigten. Insbesondere sei kein Verfahrensfehler des FA ersichtlich, der dazu f&uuml;hre, dass die Kl&auml;gerin eine Tatsacheninstanz verliere oder der Filtereffekt des Einspruchsverfahrens nicht erreicht werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde macht die Kl&auml;gerin geltend, die Revision sei wegen eines schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehlers und Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zust&auml;ndigkeit des beschlie&szlig;enden Senats f&uuml;r das vorliegende Verfahren ergibt sich aus XI. Senat Nr.&nbsp;2 (betreffend K&ouml;rperschaftsteuer) und Nr.&nbsp;3 (betreffend Gewerbesteuermessbetrag und Gewerbesteuer) des Gesch&auml;ftsverteilungsplans des Bundesfinanzhofs (BFH) f&uuml;r das Jahr 2018.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin hat das Vorliegen eines schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehlers (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In der Beschwerdebegr&uuml;ndung muss bei Geltendmachung dieses Zulassungsgrundes substantiiert dargelegt werden, weshalb die Vorentscheidung unter keinem denkbaren Aspekt rechtlich vertretbar ist (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2014 XI&nbsp;B&nbsp;144\/13, BFH\/NV 2014, 1064, Rz&nbsp;37, m.w.N.). Darzulegen sind insbesondere der schwerwiegende Fehler, seine Offensichtlichkeit, seine Entscheidungserheblichkeit sowie seine Korrekturm&ouml;glichkeit im Revisionsverfahren (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 20.&nbsp;Mai 2016 III&nbsp;B&nbsp;62\/15, BFH\/NV 2016, 1293, Rz&nbsp;8; vom 26.&nbsp;September 2017 XI&nbsp;B&nbsp;65\/17, BFH\/NV 2018, 240, Rz&nbsp;28; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;116 FGO Rz&nbsp;200, 202).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) An solchen Darlegungen fehlt es. Die Kl&auml;gerin beachtet nicht, dass das FG bei Erlass seines Urteils von der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH zur Unzul&auml;ssigkeit der Klage in F&auml;llen ausgegangen ist, in denen eine isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung beantragt wird (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Mai 1998 I&nbsp;R&nbsp;44\/97, BFH\/NV 1999, 314, Rz&nbsp;11&nbsp;f.), und einen von diesem Grundsatz abweichenden Ausnahmefall gepr&uuml;ft hat. Diesen hat es verneint, weil nach seiner insoweit ma&szlig;geblichen Rechtsauffassung insbesondere kein Verfahrensfehler des FA vorliege. Die Beschwerde h&auml;lt zwar diese Auffassung des FG f&uuml;r falsch, ohne jedoch darzulegen, dass die Auffassung des FG unter keinem denkbaren Aspekt rechtlich vertretbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ebenfalls nicht hinreichend dargelegt ist ein Versto&szlig; des FG gegen den Anspruch der Kl&auml;gerin auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur Darlegung eines solchen Versto&szlig;es gegen das rechtliche Geh&ouml;r h&auml;tte die Kl&auml;gerin insbesondere ausf&uuml;hren m&uuml;ssen, inwiefern ihr das FG das rechtliche Geh&ouml;r versagt habe, zu welchen Tatsachen oder Rechtsfragen sie sich nicht habe &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen und was sie bei ausreichender Gew&auml;hrung des Rechts auf Geh&ouml;r noch vorgetragen h&auml;tte, sowie dass keine M&ouml;glichkeit bestanden habe, die Geh&ouml;rsverletzung bereits vor Ergehen der Entscheidung zu beanstanden, dass sie den Verfahrensversto&szlig; beim FG ger&uuml;gt habe und dass durch ihr &#8211;lediglich infolge des Verfahrensfehlers&#8211; unterbliebenes Vorbringen die Entscheidung auf der Grundlage der materiell-rechtlichen Auffassung des FG anders h&auml;tte ausfallen k&ouml;nnen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 30.&nbsp;Juli 2013 IV&nbsp;B&nbsp;107\/12, BFH\/NV 2013, 1928, Rz&nbsp;14; vom 8.&nbsp;Januar 2014 XI&nbsp;B&nbsp;120\/13, BFH\/NV 2014, 686, Rz&nbsp;10; vom 11.&nbsp;Mai 2016 III&nbsp;B&nbsp;105\/15, BFH\/NV 2016, 1291, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies ist vorliegend nicht geschehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Insbesondere legt die Kl&auml;gerin nicht dar, aufgrund welchen weiteren Vortrags auf Basis der Rechtsauffassung des FG die Vorentscheidung anders ausgefallen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Au&szlig;erdem hat die Kl&auml;gerin an der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG nicht teilgenommen und es fehlt Vortrag dazu, warum ihr R&uuml;gerecht trotzdem nicht verloren gegangen sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es begr&uuml;ndet im &Uuml;brigen keine Geh&ouml;rsverletzung, wenn das FG das kl&auml;gerische Vorbringen zur Kenntnis genommen hat, ihm aber im Ergebnis nicht gefolgt ist; die Kl&auml;gerin hat Anspruch darauf, &quot;geh&ouml;rt&quot; zu werden, nicht aber darauf, dass das Gericht ihr Begehren &quot;erh&ouml;rt&quot;, sich also ihren rechtlichen Argumenten oder ihrer Sachverhaltsw&uuml;rdigung anschlie&szlig;t (vgl. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2017 XI&nbsp;B&nbsp;81\/16, BFH\/NV 2017, 748, Rz&nbsp;35, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So liegt es hier: Das FG hat die Argumente der Kl&auml;gerin zur Kenntnis genommen, aber f&uuml;r nicht durchgreifend erachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit das Beschwerdevorbringen dahin gehend ausgelegt werden kann, dass als Verfahrensfehler (vgl. dazu BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juni 2016 V&nbsp;R&nbsp;49\/15, BFH\/NV 2016, 1754, Rz&nbsp;21; BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;September 2017 IV&nbsp;B&nbsp;85\/16, BFH\/NV 2018, 51, Rz&nbsp;2; jeweils m.w.N.) ger&uuml;gt wird, das FG habe zu Unrecht ein Prozessurteil statt eines Sachurteils erlassen, liegt dieser Verfahrensfehler nicht vor. Das FG hat die Klage zu Recht als unzul&auml;ssig abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein auf die Aufhebung der Einspruchsentscheidung beschr&auml;nkter Klageantrag kommt im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;2 FGO nur in Betracht, soweit ein besonderes rechtliches Interesse des Kl&auml;gers an der Wiederholung des Vorverfahrens besteht (vgl. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juli 1987 I&nbsp;R&nbsp;226\/83, BFH\/NV 1988, 743, Rz&nbsp;23, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung ist u.a. dann zul&auml;ssig, wenn nur sie rechtswidrig ist und den Kl&auml;ger beschwert (vgl. BFH-Urteil vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2017 IX&nbsp;R&nbsp;47\/15, BFH\/NV 2017, 1044, Rz&nbsp;28), etwa wenn das FA einen Einspruch zu Unrecht als unzul&auml;ssig verwirft (vgl. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;November 2008 III&nbsp;R&nbsp;66\/07, BFHE 223, 317, BStBl II 2009, 185, Rz&nbsp;32; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 V&nbsp;R&nbsp;17\/06, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2009, 960, Rz&nbsp;28, 37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein zur isolierten Aufhebung der Einspruchsentscheidung berechtigender Verfahrensfehler des FA liegt regelm&auml;&szlig;ig dann vor, wenn das FA seine Pflicht zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts (&sect;&nbsp;88 AO) verletzt hat (vgl. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Oktober 1989 I&nbsp;R&nbsp;107\/85, juris, Rz&nbsp;16). Allerdings schlie&szlig;t &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FGO die Anwendung des &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO aus, wenn der Steuerpflichtige seinen Erkl&auml;rungspflichten nicht nachgekommen ist und die Besteuerungsgrundlagen deshalb gesch&auml;tzt worden sind (vgl. BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Mai 1999 I&nbsp;R&nbsp;103\/97, BFH\/NV 2000, 2, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend davon hat das FG die Klage zu Recht als unzul&auml;ssig abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FA hat keinen Verfahrensfehler dadurch begangen, dass es die Einspr&uuml;che gegen die Sch&auml;tzungsbescheide f&uuml;r die Streitjahre als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen hat, nachdem die Kl&auml;gerin keine Steuererkl&auml;rungen eingereicht hatte. Zur Abgabe der Steuererkl&auml;rungen blieb die Kl&auml;gerin verpflichtet; denn der Pflicht zur Abgabe von Steuererkl&auml;rungen zu den vorgeschriebenen Terminen steht es nicht entgegen, dass angeblich vorgreifliche steuerliche Verh&auml;ltnisse betreffend fr&uuml;here Besteuerungszeitr&auml;ume noch nicht abschlie&szlig;end gekl&auml;rt sind (vgl. BFH-Beschluss vom 30.&nbsp;April 2001 VII&nbsp;B&nbsp;325\/00, BFH\/NV 2001, 1227, Rz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ob das FA verfahrensfehlerhaft die Einspruchsentscheidung betreffend 2012 aufgehoben hat und das Jahr 2012 mit den Jahren 2013 und 2014 verbunden hatte, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Rechtsstreits der Jahre 2013 und 2014. Die Verbindung der Einspruchsverfahren der Jahre 2013 und 2014 war jedenfalls zul&auml;ssig (vgl. zur Zul&auml;ssigkeit von Verbindungen Klein\/R&auml;tke, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;367 Rz&nbsp;32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin wird beil&auml;ufig darauf hingewiesen, dass ein eventueller Innenausgleich zwischen N als Organtr&auml;ger und ihr als Organgesellschaft nach b&uuml;rgerlichem Recht entsprechend &sect;&nbsp;426 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs vorgenommen wird und derjenige Beteiligte am Organkreis, aus dessen Ums&auml;tzen die an das FA zu zahlende Umsatzsteuer herr&uuml;hrt, im Innenverh&auml;ltnis der Organschaft die Steuerlast zu tragen hat (vgl. Urteile des Bundesgerichtshofs vom 29.&nbsp;Januar 2013 II&nbsp;ZR&nbsp;91\/11, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2013, 478, Rz&nbsp;10&nbsp;f.; vom 19.&nbsp;Januar 2012 IX&nbsp;ZR&nbsp;2\/11, DStR 2012, 527, Rz&nbsp;28 und 36; BFH-Urteil vom 23.&nbsp;September 2009 VII&nbsp;R&nbsp;43\/08, BFHE 226, 391, BStBl II 2010, 215, Rz&nbsp;30). Ob deshalb m&ouml;glicherweise eine dem Grunde bzw. der H&ouml;he nach ungewisse zivilrechtliche Verbindlichkeit der Kl&auml;gerin (unabh&auml;ngig vom damals ungewissen Ausgang der Rechtsbehelfsverfahren des N) Auswirkungen auf den Gewinn der Kl&auml;gerin in den Jahren 2013 und 2014 hat, ist vorliegend nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat sieht von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.2.2018, XI B 129\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.200218.XIB129.17.0 Isolierte Anfechtung der Einspruchsentscheidung nur ausnahmsweise zul&auml;ssig &#8211; Innenausgleich bei umsatzsteuerrechtlicher Organschaft Leits&auml;tze 1. NV: Ein auf die Aufhebung der Einspruchsentscheidung beschr&auml;nkter Klageantrag kommt im Anwendungsbereich des &sect; 44 Abs. 2 FGO nur in Betracht, soweit ein besonderes rechtliches Interesse des Kl&auml;gers an der Wiederholung des Vorverfahrens besteht. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-129-17-isolierte-anfechtung-der-einspruchsentscheidung-nur-ausnahmsweise-zulaessig-innenausgleich-bei-umsatzsteuerrechtlicher-organschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;129\/17 &#8211; Isolierte Anfechtung der Einspruchsentscheidung nur ausnahmsweise zul&auml;ssig &#8211; Innenausgleich bei umsatzsteuerrechtlicher Organschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69422","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69422","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69422"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69422\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69422"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69422"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69422"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}