{"id":69438,"date":"2018-05-15T17:10:14","date_gmt":"2018-05-15T15:10:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69438"},"modified":"2018-05-15T17:10:14","modified_gmt":"2018-05-15T15:10:14","slug":"xi-r-14-16-keine-saeumniszuschlaege-bei-rueckgewaehr-von-bei-faelligkeit-gezahlten-steuern-nach-anfechtung-durch-den-insolvenzverwalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-14-16-keine-saeumniszuschlaege-bei-rueckgewaehr-von-bei-faelligkeit-gezahlten-steuern-nach-anfechtung-durch-den-insolvenzverwalter\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;14\/16 &#8211; Keine S&auml;umniszuschl&auml;ge bei R&uuml;ckgew&auml;hr von bei F&auml;lligkeit gezahlten Steuern nach Anfechtung durch den Insolvenzverwalter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.11.2017, XI R 14\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.221117.XIR14.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine S&auml;umniszuschl&auml;ge bei R&uuml;ckgew&auml;hr von bei F&auml;lligkeit gezahlten Steuern nach Anfechtung durch den Insolvenzverwalter<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Es entstehen keine S&auml;umniszuschl&auml;ge, wenn aufgrund einer Anfechtung des Insolvenzverwalters Steuern, die bis zum Ablauf des F&auml;lligkeitstages vom Insolvenzschuldner gezahlt wurden, zur&uuml;ckgew&auml;hrt werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist zwischen den Beteiligten, ob nach einer erfolgreichen Anfechtung nach dem Anfechtungsgesetz durch den Insolvenzverwalter und R&uuml;ckzahlung des bereits gezahlten Steuerbetrages r&uuml;ckwirkend S&auml;umniszuschl&auml;ge entstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber das Verm&ouml;gen des am 15.&nbsp;August 2015 verstorbenen A (Insolvenzschuldner) er&ouml;ffnete das Amtsgericht X (AG&nbsp;X) &#8211;Insolvenzgericht&#8211; mit Beschluss vom 1.&nbsp;Mai 2013 &#8230; das Insolvenzverfahren. Zum Insolvenzverwalter wurde der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) bestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 27.&nbsp;September 2013 erkl&auml;rte der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Anfechtung von Zahlungen des Insolvenzschuldners in H&ouml;he von 583.495,11&nbsp;EUR, die in der Zeit vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2009 bis zum 15.&nbsp;M&auml;rz 2013 geleistet worden waren. Am 6.&nbsp;Januar 2014 erzielten die Beteiligten eine Einigung &uuml;ber die Zahlung eines Betrages in H&ouml;he von 350.000&nbsp;EUR zur Abgeltung des Anfechtungsanspruchs. Der Vergleichsbetrag wurde an die Insolvenzmasse ausgekehrt. Dabei verbuchte das FA die R&uuml;ckzahlung auf die bereits erloschenen Steuerschulden und steuerlichen Nebenleistungen, die als letzte vom Insolvenzschuldner beglichen worden waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA meldete am 21.&nbsp;Januar 2014 die nunmehr wieder offenen Steuerschulden und die wieder aufgelebten S&auml;umnis- und Versp&auml;tungszuschl&auml;ge in H&ouml;he von insgesamt 350.000&nbsp;EUR zusammen mit nach seiner Auffassung r&uuml;ckwirkend auf das Datum der urspr&uuml;nglichen F&auml;lligkeit bis zum Tag der Insolvenzer&ouml;ffnung entstandenen S&auml;umniszuschl&auml;gen auf die erstatteten Steuern in H&ouml;he von 71.120&nbsp;EUR zur Insolvenztabelle an. Von dem angemeldeten Gesamtbetrag von 421.120&nbsp;EUR wurden 350.000&nbsp;EUR zur Insolvenztabelle festgestellt, der Restbetrag von 71.120&nbsp;EUR wurde vom Kl&auml;ger bestritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Feststellungsbescheiden vom 29.&nbsp;Januar 2015 und 9.&nbsp;Februar 2015 stellte das FA die streitigen S&auml;umniszuschl&auml;ge nach &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) i.V.m. &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) fest. Statt 71.120&nbsp;EUR umfassten die streitigen S&auml;umniszuschl&auml;ge nunmehr 81.036,80&nbsp;EUR. Die Feststellung begr&uuml;ndete das FA damit, dass die erfolgreiche Anfechtung einer Steuerzahlung S&auml;umniszuschl&auml;ge nach &sect;&nbsp;240 AO ausl&ouml;se. Die urspr&uuml;ngliche Steuerschuld lebe nach &sect;&nbsp;143 InsO wieder auf, da das Steuerschuldverh&auml;ltnis bei Steuerf&auml;lligkeiten, die in die insolvenzreife Zeit fielen, selbst bei fristgerechter Zahlung wegen der gesetzlich vorgesehenen Anfechtungsm&ouml;glichkeiten des Insolvenzverwalters zun&auml;chst in der Schwebe bliebe (Hinweis auf &sect;&nbsp;144 InsO und Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12.&nbsp;November 2013 VII&nbsp;R&nbsp;15\/13, BFHE 243, 309, BStBl II 2014, 359).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Feststellungsbescheide legte der Kl&auml;ger Einspr&uuml;che ein, die das FA mit Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;September 2015 zur&uuml;ckwies.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Insolvenzschuldner am 15.&nbsp;August 2015 verstorben war, wurde das Insolvenzverfahren durch das AG&nbsp;X in ein Nachlassinsolvenzverfahren &uuml;bergeleitet und der Kl&auml;ger erneut zum Insolvenzverwalter bestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, der Insolvenzschuldner habe zwar die Steuerschulden und Nebenleistungen entrichtet, so dass zun&auml;chst keine S&auml;umniszuschl&auml;ge entstanden seien; jedoch seien durch die erfolgreiche Anfechtung durch den Kl&auml;ger und die R&uuml;ckgew&auml;hr der gezahlten Betr&auml;ge die Steuerschulden und die Nebenleistungen wieder aufgelebt. Hierdurch seien S&auml;umniszuschl&auml;ge in diesem Moment mit r&uuml;ckwirkender Kraft ab F&auml;lligkeit entstanden. Dies ergebe sich daraus, dass zun&auml;chst die Steuerverbindlichkeiten trotz Zahlung durch den Insolvenzschuldner wegen Zahlung in insolvenzreifer Zeit in der Schwebe blieben. Ob der Steueranspruch der Finanzbeh&ouml;rde endg&uuml;ltig erloschen sei, h&auml;nge davon ab, ob der Insolvenzverwalter die Zahlung wirksam angefochten habe. Eine erfolgreiche Anfechtung und R&uuml;ckgew&auml;hr nach &sect;&nbsp;143 InsO bewirke gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;144 InsO, dass die Steuerschuld r&uuml;ckwirkend wieder auflebe. Die Beendigung des Steuerschuldverh&auml;ltnisses sei insoweit aufl&ouml;send bedingt, wie der BFH mit seinem Urteil vom 11.&nbsp;November 2008 VII&nbsp;R&nbsp;19\/08 (BFHE 223, 303, BStBl II 2009, 342) entschieden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r diese Rechtsansicht spreche der Sinn des &sect;&nbsp;144 InsO, wonach die Forderung grunds&auml;tzlich in der Form wieder auflebe, wie sie vor der Entrichtung durch den Insolvenzschuldner bestanden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz 1 AO stehe einer r&uuml;ckwirkenden Verwirkung der S&auml;umniszuschl&auml;ge nicht entgegen. So habe der BFH entschieden, dass durch die &Auml;nderung einer Abrechnungsverf&uuml;gung mit der Folge, dass z.B. erh&ouml;hte Vorauszahlungen zur Reduzierung des r&uuml;ckst&auml;ndigen Steuerbetrags f&uuml;hren, die bis dahin verwirkten S&auml;umniszuschl&auml;ge sich r&uuml;ckwirkend an die reduzierte Steuer anpassen (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1992 VII&nbsp;R&nbsp;39\/91, BFHE 168, 300, BStBl II 1992, 956).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz 5 AO betreffe eine nicht erweiterungsf&auml;hige Sonderregelung. Gleiches gelte f&uuml;r &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz 4 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 189 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil hat der Kl&auml;ger Revision eingelegt. Er r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts. Die Annahme des FG, dass r&uuml;ckwirkend die Steuerforderungen wieder aufleben w&uuml;rden, sei nicht zutreffend. Aber auch selbst wenn der Ansicht des FG insoweit gefolgt werde verkenne es, dass der Anspruch des Insolvenzverwalters aus der Anfechtung ein zivilrechtlicher Anspruch sei und kein steuerrechtlicher, der nicht zu den steuerrechtlichen Folgen bez&uuml;glich der S&auml;umniszuschl&auml;ge aus &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 AO f&uuml;hre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des FG ergebe sich aus dem Sinn und Zweck der Vorschrift des &sect;&nbsp;240 AO, dass der Streitfall nicht erfasst werde. Der doppelte Zweck der S&auml;umniszuschl&auml;ge (Druckmittel eigener Art und Gegenleistung f&uuml;r das Hinausschieben der Zahlung f&auml;lliger Steuerschulden) komme im Streitfall nicht zum Tragen. &Uuml;berdies sei zum Zeitpunkt der Feststellung offenkundig, dass beim Insolvenzschuldner Zahlungsunf&auml;higkeit vorgelegen habe. Auch aus diesem Grunde d&uuml;rften keine S&auml;umniszuschl&auml;ge erhoben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren stehe der Erhebung von S&auml;umniszuschl&auml;gen der geschlossene Vergleich zwischen dem FA und dem Kl&auml;ger entgegen. In dem Vergleich l&auml;ge letztlich ein Verzicht auf weitere S&auml;umniszuschl&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Streitfall sei vergleichbar mit dem Fall, in dem der Steuerpflichtige die Steuerschulden im F&auml;lligkeitszeitpunkt zahle und zugleich Aussetzung der Vollziehung (AdV) beantrage, dem nach Entrichtung der Steuer stattgegeben werde und er infolgedessen seine Leistung zur&uuml;ckerhalte. Auch in diesem Fall w&uuml;rden keine S&auml;umniszuschl&auml;ge anfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Vorentscheidung und die Feststellungsbescheide vom 29.&nbsp;Januar 2015 und vom 9.&nbsp;Februar 2015 sowie die Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;September 2015 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es weist u.a. darauf hin, dass S&auml;umniszuschl&auml;ge unmittelbar kraft Gesetzes entstehen, ohne dass ein irgendwie gearteter Ermessensspielraum der Finanzbeh&ouml;rde bestehe. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Entstehung der S&auml;umniszuschl&auml;ge sei einzig die Erf&uuml;llung der Tatbestandsmerkmale des &sect;&nbsp;240 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Streitfall sei auch nicht mit dem einer Stundung oder einer gew&auml;hrten AdV vergleichbar. In diesen F&auml;llen werde die F&auml;lligkeit der Steuerforderung bis zum Ablauf der Stundung bzw. Beendigung der AdV verschoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Erhebung von S&auml;umniszuschl&auml;gen stehe auch der Vergleich im Anfechtungsprozess nicht entgegen. Dieser hatte allein die Regulierung des zivilrechtlichen Anfechtungsanspruchs zum Gegenstand. Vergleiche &uuml;ber die Entstehung von Steueranspr&uuml;chen seien aufgrund der verfassungsm&auml;&szlig;igen Gebote der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit und Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung unzul&auml;ssig und nichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat ist sachlich f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die Revision des Kl&auml;gers zust&auml;ndig. Dies ergibt sich aus Teil&nbsp;A XI.&nbsp;Senat Nr.&nbsp;1 i.V.m. den Erg&auml;nzenden Regelungen des Gesch&auml;ftsverteilungsplans (GVPL).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Gem&auml;&szlig; Nr.&nbsp;II.2. Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb, Buchst.&nbsp;c der Erg&auml;nzenden Regelungen des GVPL ist der erkennende Senat f&uuml;r den gesamten Streitfall zust&auml;ndig, weil &uuml;ber die im Streitfall entscheidungserhebliche Rechtsfrage, ob r&uuml;ckwirkend S&auml;umniszuschl&auml;ge verwirkt worden sind, nur einheitlich entschieden werden kann und die Umsatzsteuer den h&ouml;chsten Streitwert hat. Die Zust&auml;ndigkeit erstreckt sich gem&auml;&szlig; Nr.&nbsp;III.2. der Erg&auml;nzenden Regelungen des GVPL auch auf die die Steuern betreffenden S&auml;umniszuschl&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Klagestattgabe (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Es sind keine S&auml;umniszuschl&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;240 AO f&uuml;r den Zeitraum zwischen der urspr&uuml;nglichen F&auml;lligkeit der Abgabenforderungen, die aufgrund der Anfechtung des Kl&auml;gers zur&uuml;ckerstattet wurden, und dem Tag der Insolvenzer&ouml;ffnung entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wird eine Steuer nicht bis zum Ablauf des F&auml;lligkeitstages entrichtet, so ist f&uuml;r jeden angefangenen Monat der S&auml;umnis ein S&auml;umniszuschlag von 1 Prozent des abgerundeten r&uuml;ckst&auml;ndigen Steuerbetrags zu entrichten; abzurunden ist auf den n&auml;chsten durch 50&nbsp;EUR teilbaren Betrag (&sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO). Die S&auml;umniszuschl&auml;ge entstehen kraft Gesetzes und sind daher nicht gesondert festzusetzen (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 8.&nbsp;Dezember 1975 GrS&nbsp;1\/75, BFHE 117, 352, BStBl II 1976, 262, unter C.II.1., noch zum Steuers&auml;umnisgesetz; Klein\/ R&uuml;sken, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;240 Rz&nbsp;11). Sie sind ein dem Steuerrecht eigenes Druckmittel zur Durchsetzung von titulierten Zahlungsanspr&uuml;chen des Steuerfiskus. Neben dem Zweck, der Finanzbeh&ouml;rde eine Gegenleistung f&uuml;r das Hinausschieben der Zahlung f&auml;lliger Steuern und f&uuml;r den dadurch entstehenden zus&auml;tzlichen Verwaltungsaufwand zu verschaffen, verfolgen sie das Ziel, den Steuerpflichtigen durch Androhung einer verschuldensunabh&auml;ngigen Verwaltungssanktion zur p&uuml;nktlichen Zahlung der Steuerschulden anzuhalten (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;April 1999 VII&nbsp;B&nbsp;347\/98, BFH\/NV 1999, 1440; BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Juni 1998 V&nbsp;R&nbsp;13\/98, BFH\/NV 1999, 10; vom 16.&nbsp;Juli 1997 XI&nbsp;R&nbsp;32\/96, BFHE 184, 193, BStBl II 1998, 7; vom 7.&nbsp;Juli 1999 X&nbsp;R&nbsp;87\/96, BFH\/NV 2000, 161, und vom 19.&nbsp;Dezember 2000 VII&nbsp;R&nbsp;63\/99, BFHE 193, 524, BStBl II 2001, 217).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FG sind im Streitfall keine S&auml;umniszuschl&auml;ge nach &sect;&nbsp;240 AO entstanden. Zwar sind r&uuml;ckst&auml;ndige Steuerforderungen i.S. von &sect;&nbsp;240&nbsp;AO r&uuml;ckwirkend wieder aufgelebt (a); diese Forderungen sind aber bereits entrichtet worden (b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit der erfolgreichen Anfechtung und R&uuml;ckgew&auml;hr der gezahlten Betr&auml;ge lebten die Steuerschulden, die den streitigen S&auml;umniszuschl&auml;gen zugrunde lagen, r&uuml;ckwirkend wieder auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar f&uuml;hrt die Zahlung der Steuerschuld regelm&auml;&szlig;ig zu ihrem Erl&ouml;schen und damit zur Beendigung dieses Steuerschuldverh&auml;ltnisses. Bei Steuerf&auml;lligkeiten, die in insolvenzreife Zeit fallen, bleibt dieses Steuerschuldverh&auml;ltnis aber selbst bei fristgerechter Zahlung wegen der gesetzlich vorgesehenen Anfechtungsm&ouml;glichkeiten des Insolvenzverwalters zun&auml;chst in der Schwebe. Die erfolgreiche Anfechtung und R&uuml;ckgew&auml;hr nach &sect;&nbsp;143 InsO bewirkt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;144 InsO, dass die Steuerschuld r&uuml;ckwirkend wieder auflebt. Die Beendigung des Steuerschuldverh&auml;ltnisses ist insoweit aufl&ouml;send bedingt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 223, 303, BStBl II 2009, 342, unter II.2., Rz&nbsp;13; in BFHE 243, 309, BStBl II 2014, 359, Rz&nbsp;8; s.a. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;Juli 2002 VII&nbsp;B&nbsp;292\/01, BFH\/NV 2002, 1338, unter 2., Rz&nbsp;14, zum Wortlaut der Vorg&auml;ngervorschrift &sect;&nbsp;39 der Konkursordnung, und Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2012 IX&nbsp;ZR&nbsp;95\/09, juris, Rz&nbsp;5). Das bedeutet, dass erst wenn rechtsverbindlich feststeht, dass die Anfechtungsvoraussetzungen nach &sect;&sect;&nbsp;129&nbsp;ff. InsO nicht vorliegen (oder nicht wirksam angefochten sind), das FA einen gesicherten Anspruch auf die entrichtete Steuer hat und das Steuerschuldverh&auml;ltnis endg&uuml;ltig erloschen ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 243, 309, BStBl II 2014, 359, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die wieder aufgelebten Steuerforderungen sind bis zum Ablauf des F&auml;lligkeitstags bereits entrichtet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Unabh&auml;ngig davon, ob beglichene Steuerforderungen r&uuml;ckwirkend wieder aufleben, tritt nach &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO die S&auml;umnis ein, wenn die festgesetzte Steuer bei F&auml;lligkeit nicht entrichtet wird. Eine S&auml;umnis entf&auml;llt daher mit dem Zeitpunkt der Entrichtung. Es kommt somit f&uuml;r die Entstehung von S&auml;umniszuschl&auml;gen nicht auf den Bestand der Steuerforderungen an, die nach &sect;&nbsp;47 AO erl&ouml;schen, sondern auf den Zeitpunkt der Entrichtung der Steuern. Der Begriff der Entrichtung ist der Oberbegriff f&uuml;r Zahlung (&sect;&nbsp;224 AO), Aufrechnung (&sect;&nbsp;226 AO) und die Befriedigung im Vollstreckungsverfahren (Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;240 AO Rz&nbsp;62; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;240 AO Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Fall der Zahlung ist der ma&szlig;gebliche Entrichtungszeitpunkt nach &sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 AO zu bestimmen. Danach gilt eine wirksame geleistete Zahlung bei &Uuml;bergabe oder &Uuml;bersendung von Zahlungsmitteln (Nr.&nbsp;1), bei &Uuml;berweisung oder Einzahlung auf ein Konto der Finanzbeh&ouml;rde (Nr.&nbsp;2) oder bei Vorliegen einer Einzugserm&auml;chtigung (Nr.&nbsp;3) zu dort n&auml;her bestimmten Zeitpunkten als entrichtet. Der Kl&auml;ger hat entsprechend diesen Bestimmungen unstreitig die Zahlungen am F&auml;lligkeitstag geleistet, so dass ab den F&auml;lligkeitszeitpunkten die Steuerschulden als entrichtet gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat vermag nicht zu erkennen, dass durch das Wiederaufleben der Steuerforderungen r&uuml;ckwirkend die Erf&uuml;llung des Tatbestandsmerkmals der Entrichtung der Steuerschulden i.S. des &sect;&nbsp;240 AO beseitigt wurde. Ein solcher Zusammenhang zwischen Erf&uuml;llung und Entrichtung der Steuerschulden besteht nicht. Der Regelungsinhalt dieser Vorschriften ist insoweit klar und eindeutig (vgl. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;August 2012 VII&nbsp;R&nbsp;71\/11, BFHE 238, 496, BStBl II 2013, 103, Rz&nbsp;10, insbesondere zu &sect;&sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 und 224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 AO). Bei den Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 AO handelt es sich um &auml;u&szlig;ere tats&auml;chliche Vorg&auml;nge, die mit ihrer Realisierung erf&uuml;llt sind und nicht mehr (r&uuml;ckwirkend) beseitigt werden k&ouml;nnen. Die Vorschrift hat in erster Linie Bedeutung f&uuml;r die Berechnung u.a. von S&auml;umniszuschl&auml;gen, eine dar&uuml;ber hinaus gehende Erf&uuml;llungsfiktion enth&auml;lt sie nicht (vgl. BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;M&auml;rz 1999 VII&nbsp;B&nbsp;158\/98, BFH\/NV 1999, 1304, unter 1.). Es muss daher nicht zu einem Gleichlauf mit dem Zeitpunkt kommen, zu dem der Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;47 AO erlischt (FG Hamburg, Urteil vom 22.&nbsp;Mai 1997 II&nbsp;137\/96, EFG 1997, 1084; Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;224 AO Rz&nbsp;17; Alber in HHSp, &sect;&nbsp;224 AO Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vorentscheidung ist deshalb aufzuheben und der Klage stattzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.11.2017, XI R 14\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.221117.XIR14.16.0 Keine S&auml;umniszuschl&auml;ge bei R&uuml;ckgew&auml;hr von bei F&auml;lligkeit gezahlten Steuern nach Anfechtung durch den Insolvenzverwalter Leits&auml;tze Es entstehen keine S&auml;umniszuschl&auml;ge, wenn aufgrund einer Anfechtung des Insolvenzverwalters Steuern, die bis zum Ablauf des F&auml;lligkeitstages vom Insolvenzschuldner gezahlt wurden, zur&uuml;ckgew&auml;hrt werden. Tatbestand &nbsp; I. 1&nbsp; Streitig ist zwischen den Beteiligten, ob &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-14-16-keine-saeumniszuschlaege-bei-rueckgewaehr-von-bei-faelligkeit-gezahlten-steuern-nach-anfechtung-durch-den-insolvenzverwalter\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;14\/16 &#8211; Keine S&auml;umniszuschl&auml;ge bei R&uuml;ckgew&auml;hr von bei F&auml;lligkeit gezahlten Steuern nach Anfechtung durch den Insolvenzverwalter<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69438","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69438","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69438"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69438\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69438"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69438"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69438"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}