{"id":69441,"date":"2018-05-15T17:10:06","date_gmt":"2018-05-15T15:10:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69441"},"modified":"2018-05-15T17:10:06","modified_gmt":"2018-05-15T15:10:06","slug":"x-r-25-16-anspruch-auf-kinderzulage-begriff-der-auszahlung-des-kindergeldes-is-des-par-85-abs-1-satz-1-estg-af","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-25-16-anspruch-auf-kinderzulage-begriff-der-auszahlung-des-kindergeldes-is-des-par-85-abs-1-satz-1-estg-af\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;25\/16 &#8211; Anspruch auf Kinderzulage; Begriff der &quot;Auszahlung&quot; des Kindergeldes i.S. des &sect; 85 Abs. 1 Satz 1 EStG a.F."},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2017, X R 25\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.121217.XR25.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruch auf Kinderzulage; Begriff der &quot;Auszahlung&quot; des Kindergeldes i.S. des &sect; 85 Abs. 1 Satz 1 EStG a.F.<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Der f&uuml;r den Anspruch auf Kinderzulage relevante Begriff &quot;ausgezahlt&quot; i.S. des &sect; 85 Abs. 1 Satz 1 EStG a.F. stellt auf den Leistungsempf&auml;nger des Kindergeldes ab, der nach rechtlichen Ma&szlig;st&auml;ben zu bestimmen ist. An wen das Kindergeld tats&auml;chlich ausgezahlt wurde, ist nicht ma&szlig;geblich.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 14. Juli 2016 10 K 10272\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) begehrt f&uuml;r die Streitjahre 2007 bis 2010 eine Kinderzulage f&uuml;r ihre beiden Kinder, die im Juli 2004 bzw. Februar 2006 geboren wurden. Bereits 2007 hatte sie einen nach dem Altersvorsorgevertr&auml;ge-Zertifizierungsgesetz zertifizierten Altersvorsorgevertrag bei einem entsprechenden Anbieter abgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin lebte mit dem Vater der Kinder mindestens seit 2006 in nichtehelicher Lebensgemeinschaft zusammen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Deutsche Rentenversicherung Bund, Zentrale Zulagenstelle f&uuml;r Altersverm&ouml;gen &#8211;ZfA&#8211;) gew&auml;hrte der Kl&auml;gerin zun&auml;chst Altersvorsorgezulage einschlie&szlig;lich der Kinderzulage in H&ouml;he von 390&nbsp;EUR f&uuml;r das Beitragsjahr 2007 sowie in H&ouml;he von jeweils 524&nbsp;EUR f&uuml;r die Beitragsjahre 2008 bis 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen eines im Jahr 2012 durchgef&uuml;hrten &Uuml;berpr&uuml;fungsverfahrens teilte die Familienkasse der ZfA mit, dass nicht die Kl&auml;gerin kindergeldberechtigt sei, sondern der Vater der Kinder, die Kindergeldzahlungen indes immer auf das Konto der Kl&auml;gerin erfolgt seien. Daraufhin wurden der Kl&auml;gerin die f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2010 gezahlten Kinderzulagen von ihrem Anbieter wieder abgezogen. Die ZfA setzte mit Bescheiden vom 7.&nbsp;M&auml;rz&nbsp;2014 f&uuml;r die Streitjahre jeweils ausschlie&szlig;lich die Grundzulage als Altersvorsorgezulage fest. Eine Kinderzulage k&ouml;nne nicht gew&auml;hrt werden, da nach Mitteilung der Familienkasse f&uuml;r die Beitragsjahre weder eine Kindergeldzahlung an die Kl&auml;gerin noch ggf. an ihren Ehegatten best&auml;tigt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchsverfahren reichte die Kl&auml;gerin eine weitere Bescheinigung der Familienkasse vom 7.&nbsp;April 2014 ein, der zufolge der Vater der Kinder von 2007 bis 2010 die kindergeldberechtigte Person gewesen sei, die Kindergeldzulagen aber stets auf das Konto der Kl&auml;gerin gezahlt worden seien. Die Klage begr&uuml;ndete die Kl&auml;gerin im Wesentlichen mit dem Wortlaut des &sect;&nbsp;85 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Ma&szlig;gebend sei nicht, wer den Antrag auf Zahlung des Kindergeldes gestellt habe, sondern an wen das Kindergeld ausgezahlt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit dem in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2017, 850 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt. Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG sei entscheidend, welcher Person das Kindergeld tats&auml;chlich ausgezahlt worden sei. Die Norm stehe im Kontext mit der &uuml;brigen verfahrensm&auml;&szlig;igen Ausgestaltung des Altersvorsorgezulageverfahrens, welches in besonderer Weise auf Schnelligkeit, Einfachheit und Effizienz ausgerichtet sei. Die Finanzverwaltung k&ouml;nne ohne gr&ouml;&szlig;eren Aufwand feststellen, an wen das Kindergeld ausgezahlt werde. Die Ankn&uuml;pfung an die tats&auml;chliche Auszahlung des Kindergeldes f&uuml;r den Kinderzulagebezug versto&szlig;e auch nicht gegen den Sinn und Zweck der Regelung des &sect;&nbsp;85 EStG. Aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung werde deutlich, dass der Gesetzgeber auch die Fallkonstellation bedacht habe, dass mehrere Kindergeldberechtigte die gemeinsamen Kinder in einen gemeinsamen Haushalt aufgenommen haben. Es solle dann den Kindergeldberechtigten &uuml;berlassen bleiben, eine sachgerechte Regelung &uuml;ber den Erhalt der Kinderzulage zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ZfA begr&uuml;ndet ihre Revision mit Verfahrensfehlern und der Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Rechtsauffassung des Gerichts beziehe sich &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz 1 bzw. 4 EStG nicht auf den Empf&auml;nger eines tats&auml;chlichen Zahlungsstroms, sondern auf die Festsetzung des Kindergeldes. Ma&szlig;geblich sei, dass die Familienkasse schuldbefreiend leiste. Dies k&ouml;nne sie nur, wenn eine Leistung an denjenigen erfolge, demgegen&uuml;ber sie zun&auml;chst Kindergeld festgesetzt habe. Diese Rechtsauffassung stehe im Einklang mit der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), wonach der Leistungsempf&auml;nger i.S. des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) derjenige ist, demgegen&uuml;ber die Familienkasse ihre vermeintlich oder tats&auml;chlich bestehende abgabenrechtliche Verpflichtung erf&uuml;llen will.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Verst&auml;ndnis des Rechtsbegriffs &quot;Auszahlung&quot; als &quot;tats&auml;chlicher Zahlungsstrom&quot; verstie&szlig;e dar&uuml;ber hinaus gegen die Grundentscheidung des Gesetzgebers in Abschnitt&nbsp;XI EStG f&uuml;r ein automatisiertes Verfahren ohne zus&auml;tzlichen Ermittlungsaufwand. Aufgrund der Rechtsauffassung des Gerichts w&uuml;rde hingegen origin&auml;rer Ermittlungsaufwand entstehen. Die am Verfahren nach &sect;&nbsp;90 EStG beteiligten Stellen w&auml;ren verpflichtet, die bislang nicht erhobene Information &uuml;ber den tats&auml;chlichen &Uuml;berweisungsempf&auml;nger origin&auml;r zu erheben. Der Familienkasse sei dies nicht bekannt, da die Verkn&uuml;pfung von Kontonummer und Empf&auml;ngername mit Umsetzung der Richtlinie 2007\/64\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 13.&nbsp;November 2007 &uuml;ber Zahlungsdienste im Binnenmarkt, zur &Auml;nderung der Richtlinien 97\/7\/EG, 2002\/65\/EG, 2005\/60\/EG und 2006\/48\/EG sowie zur Aufhebung der Richtlinie 97\/5\/EG (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2007 Nr.&nbsp;L 319, 1 &#8211;Zahlungsdiensterichtlinie&#8211;) zum 31.&nbsp;Oktober 2009 aufgehoben worden sei. Damit k&ouml;nne derjenige, demgegen&uuml;ber Kindergeld festgesetzt werde, frei w&auml;hlen, wohin die Familienkasse das Kindergeld &uuml;berweise.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Durchf&uuml;hrung des in &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;1 bis 3 EStG vorgesehenen Verfahrens solle aber nach dem Willen des Gesetzgebers weder bei der ZfA noch bei anderen beteiligten Stellen zur Erhebung von Daten f&uuml;hren, die der &ouml;ffentlichen Verwaltung nicht schon aus anderen Verfahren bekannt sind. Die von der ZfA vertretene Rechtsauffassung entspreche dem bislang vom Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern, den Familienkassen und der ZfA einheitlich gehandhabten Verwaltungsverfahren, in dem im entsprechenden Datensatz jeweils der Kindergeldberechtigte und nicht der Zahlungsempf&auml;nger mitgeteilt werde. Eine &Auml;nderung der bestehenden Verwaltungspraxis h&auml;tte einen personellen und sachlichen Verwaltungsaufwand bei der ZfA in zweistelliger Millionenh&ouml;he zur Folge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einem Verst&auml;ndnis des Begriffs &quot;Auszahlung&quot; als Abfluss des Geldes bei der Familienkasse bzw. Zufluss des Geldes beim Zahlungsempf&auml;nger w&auml;re schlie&szlig;lich in den Jahren, in denen zwar ein Kindergeldanspruch bestehe, aber beispielsweise aus technischen Gr&uuml;nden oder aufgrund eines Versehens kein Kindergeld gezahlt werde, keine Kinderzulage zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ZfA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der ZfA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils. Der Senat entscheidet nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in der Sache selbst und weist die Klage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass der Kl&auml;gerin ein Anspruch auf die begehrten Kinderzulagen zusteht. Nach der im Streitfall anzuwendenden Vorschrift des &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG (dazu unter 1.) in der im Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG geltenden Fassung (EStG a.F.; vgl. zum ma&szlig;gebenden Zeitpunkt bei Verpflichtungsklagen Senatsurteil vom 27.&nbsp;Januar 2016 X&nbsp;R&nbsp;23\/14, BFH\/NV 2016, 1018, Rz&nbsp;15, m.w.N.) ist kinderzulageberechtigt, wer Empfangsberechtigter des Kindergeldes ist; das ist der Leistungsempf&auml;nger i.S. des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO (dazu unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Entgegen der Annahme des FG beurteilt sich der Streitfall nicht nach &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz 4 EStG a.F.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erhalten mehrere Zulageberechtigte f&uuml;r dasselbe Kind Kindergeld, steht die Kinderzulage demjenigen zu, dem f&uuml;r den ersten Anspruchszeitraum (&sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;2 EStG) im Kalenderjahr Kindergeld ausgezahlt worden ist (&sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG a.F.). Die Norm betrifft den Wechsel des Kindergeldempf&auml;ngers im Laufe des Beitragsjahres.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im vorliegenden Fall war die kindergeldberechtigte Person nach der Bescheinigung der Familienkasse vom 7.&nbsp;April 2014 f&uuml;r die Streitjahre 2007 bis 2010 ausschlie&szlig;lich der Vater der Kinder. Folglich haben nicht &#8211;wie von &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG a.F. vorausgesetzt&#8211; mehrere Zulageberechtigte im Anspruchszeitraum Kindergeld erhalten. Dar&uuml;ber hinaus hat das FG keine Feststellungen dazu getroffen, ob auch der Vater Anspruch auf eine Altersvorsorgezulage gehabt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Entscheidung des Falles ist vielmehr, wenn die Eltern &#8211;wie vorliegend die Kl&auml;gerin und der Vater der Kinder&#8211; nicht miteinander verheiratet sind, &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG a.F. Danach betr&auml;gt die Kinderzulage f&uuml;r jedes Kind, f&uuml;r das dem Zulageberechtigten Kindergeld ausgezahlt wird, f&uuml;r das Jahr 2007&nbsp;&nbsp;138&nbsp;EUR und ab dem Jahr 2008 j&auml;hrlich 185&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG ist mit dem Begriff &quot;ausgezahlt&quot; i.S. des &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG a.F. sowohl aus gesetzessystematischen Gr&uuml;nden als auch im Hinblick auf den Sinn und Zweck der Vorschrift eine Leistung des Kindergeldes mit schuldbefreiender Wirkung gemeint. Der tats&auml;chliche Zahlungsfluss ist nicht entscheidend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dieses Begriffsverst&auml;ndnis kn&uuml;pft an die einkommenssteuerrechtlichen Regelungen &uuml;ber die Gew&auml;hrung von Kindergeld an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;1 EStG wird das Kindergeld nach &sect;&nbsp;62 EStG von den Familienkassen durch Bescheid festgesetzt und ausgezahlt. Das Verfahren gliedert sich somit in das Festsetzungsverfahren einerseits und das Auszahlungsverfahren (entsprechend dem Erhebungsverfahren) andererseits (vgl. dazu BFH-Urteil vom 26.&nbsp;August 2010 III&nbsp;R&nbsp;21\/08, BFHE 231, 520, BStBl II 2013, 583).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Danach entscheidet die Familienkasse zun&auml;chst &uuml;ber Grund und H&ouml;he des Kindergeldanspruchs und damit &uuml;ber den Kindergeldberechtigten (Festsetzung des Kindergeldes als beg&uuml;nstigender Verwaltungsakt mit Dauerwirkung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auf zweiter Stufe folgt die Auszahlung des Kindergeldes entweder an den Kindergeldberechtigten oder im Falle eines Abzweigungsbescheids nach &sect;&nbsp;74 EStG an den Abzweigungsempf&auml;nger. Diese Personen sind Leistungsempf&auml;nger des Kindergeldes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Davon zu unterscheiden ist die faktische Auszahlung des Kindergeldes auf ein von dem jeweiligen Empfangsberechtigten angegebenes Konto eines Dritten. Wenn die Familienkasse aufgrund einer derartigen Zahlungsanweisung das Kindergeld auf das Konto eines Dritten zahlt, ist der Dritte nicht Leistungsempf&auml;nger, sondern nur Zahlstelle (vgl. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;August 2001 VI&nbsp;R&nbsp;83\/99, BFHE 196, 278, BStBl II 2002, 47). Die Zahlungsanweisung ist aus Sicht des Empfangsberechtigten eine reine private Mittelverwendung. Die Kindergeldfestsetzung und ggf. der Abzweigungsbescheid definieren folglich grunds&auml;tzlich den Leistungsempf&auml;nger des Kindergeldes und damit den Auszahlungsadressaten i.S. des &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG a.F.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Auslegung korrespondiert zudem mit dem Begriff des Leistungsempf&auml;ngers i.S. des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ist Leistungsempf&auml;nger i.S. des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO derjenige, dem gegen&uuml;ber die Finanzbeh&ouml;rde oder Familienkasse ihre &#8211;vermeintlich oder tats&auml;chlich bestehende&#8211; abgabenrechtliche Verpflichtung erf&uuml;llen will (vgl. BFH-Urteil vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2016 III&nbsp;R&nbsp;29\/15, BFH\/NV 2016, 1278, Rz&nbsp;18, m.w.N.). Diese Grunds&auml;tze gelten auch f&uuml;r das Kindergeld, da es nach &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;3 EStG als Steuerverg&uuml;tung gezahlt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die in Teilen der Literatur verbreitete Rechtsauffassung, wonach allein der Zufluss von Kindergeld auf dem Konto eines Zulageberechtigten gen&uuml;ge, einen Anspruch auf Kinderzulage nach &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG a.F. zu erlangen (so wohl Killat in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;85 EStG Rz&nbsp;6; My&szlig;en\/Obermair, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;85 Rz&nbsp;D&nbsp;18; Schmidt\/Wacker, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;85 Rz&nbsp;2), w&auml;re hingegen missbrauchsanf&auml;llig und kann zu Ergebnissen f&uuml;hren, die mit dem Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG a.F. nicht vereinbar w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Begr&uuml;ndung zum Entwurf eines Gesetzes zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung und zur F&ouml;rderung eines kapitalgedeckten Altersvorsorgeverm&ouml;gens soll hinsichtlich der Gew&auml;hrung der Kinderzulage dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Eltern wegen der Kindererziehung nur eingeschr&auml;nkte M&ouml;glichkeiten zur Erzielung von Erwerbseinkommen und damit zum Aufbau einer zus&auml;tzlichen privaten Altersvorsorge haben (BTDrucks 14\/5150, S.&nbsp;36). Voraussetzung f&uuml;r den Anspruch auf Kinderzulage ist deshalb ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung, dass das Kind im Haushalt des Zulageberechtigten lebt und der Zulageberechtigte Kindergeld erh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Wollte man f&uuml;r den Anspruch auf Kinderzulage nach &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz 1 EStG a.F. ausschlie&szlig;lich auf den beg&uuml;nstigten Kontoinhaber abstellen, dem das Kindergeld zuflie&szlig;t, w&auml;re zulageberechtigt unter Umst&auml;nden auch derjenige, der weder kindergeldberechtigt oder abzweigungsbeg&uuml;nstigt ist noch das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat. Der Empfangsberechtigte k&ouml;nnte einem beliebigen Dritten die Kinderzulage durch eine entsprechende Zahlungsanweisung verschaffen, verl&ouml;re sie im Gegenzug selbst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ist praktisch keineswegs ausgeschlossen. So kann nach dem (beispielsweise auf der Internetseite des Bundeszentralamts f&uuml;r Steuern abrufbaren) Vordruck f&uuml;r einen Antrag auf Kindergeld unter den Angaben zum Zahlungsweg jede beliebige Person als Empf&auml;nger des Kindergeldes eingetragen werden. Es ist nicht erkennbar, warum dies unzul&auml;ssig sein sollte, so dass die Familienkassen das Kindergeld regelm&auml;&szlig;ig ohne weitere Pr&uuml;fung an das vom Antragsteller im Kindergeldantrag angegebene Konto &uuml;berweisen d&uuml;rften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen k&ouml;nnen zum heutigen Zeitpunkt &Uuml;berweisungen per IBAN von Banken auch ausgef&uuml;hrt werden, wenn der angef&uuml;hrte Empf&auml;ngername nicht mit dem Kontoinhaber &uuml;bereinstimmt. Nach &sect;&nbsp;675r des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (eingef&uuml;gt durch Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrichtlinie, des zivilrechtlichen Teils der Zahlungsdiensterichtlinie sowie zur Neuordnung der Vorschriften &uuml;ber das Widerrufs- und R&uuml;ckgaberecht vom 29.&nbsp;Juli 2009, BGBl I 2009, 2355; in Kraft nach dessen Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 seit dem 31.&nbsp;Oktober 2009) sind die beteiligten Zahlungsdienstleister berechtigt, einen Zahlungsvorgang ausschlie&szlig;lich anhand der von dem Zahlungsdienstnutzer angegebenen Kundenkennung auszuf&uuml;hren. Nach den Vorgaben der Zahlungsdiensterichtlinie sind die beteiligten Zahlungsdienstleister zum Abgleich von Kontonummer bzw. Kundenkennung und Empf&auml;ngername nicht mehr verpflichtet (vgl. BTDrucks 16\/11643, S.&nbsp;110).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das unter a) dargestellte Verst&auml;ndnis des Begriffs &quot;ausgezahlt&quot; steht ferner im Einklang mit dem System des Zulageverfahrens und vermeidet zus&auml;tzlichen Verwaltungsaufwand der &ouml;ffentlichen Stellen, die in das Verfahren einbezogen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Zulageverfahren ist weitestgehend automatisiert und in besonderer Weise auf Schnelligkeit, Einfachheit und Effizienz gerichtet (Senatsurteil vom 22.&nbsp;Oktober 2014 X&nbsp;R&nbsp;18\/14, BFHE 247, 312, BStBl II 2015, 371, Rz&nbsp;39&nbsp;ff.). F&uuml;r die Berechnung und &Uuml;berpr&uuml;fung der Zulage &uuml;bermitteln gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;91 EStG bestimmte &ouml;ffentliche Stellen &#8211;insbesondere auch die Familienkassen&#8211; der ZfA auf Anforderung die bei ihnen vorhandenen Daten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sofern hinsichtlich des Begriffs &quot;ausgezahlt&quot; i.S. des &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG a.F. auf eine Leistung mit schuldbefreiender Wirkung gegen&uuml;ber dem Empfangsberechtigten abgestellt wird, entsteht kein zus&auml;tzlicher Ermittlungsaufwand f&uuml;r die beteiligten &ouml;ffentlichen Stellen. Bei den Familienkassen sind Informationen dar&uuml;ber, gegen&uuml;ber welchen Personen Kindergeld festgesetzt wurde bzw. wer Leistungsempf&auml;nger des Kindergeldes ist, bereits vorhanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Im Streitfall war zwar die Kl&auml;gerin in den Streitjahren nach &sect;&sect;&nbsp;62, 63 EStG ebenfalls dem Grunde nach kindergeldberechtigt. Entscheidend ist jedoch, dass das Kindergeld im ma&szlig;geblichen Zeitraum unstreitig ausschlie&szlig;lich zugunsten des Vaters der Kinder festgesetzt worden ist. Das Kindergeld wurde nur aufgrund einer Zahlungsanweisung des kindergeldberechtigten Vaters auf ein Konto der Kl&auml;gerin &uuml;berwiesen. Da der durch die Anweisung beg&uuml;nstigte Zahlungsempf&auml;nger (hier: die Kl&auml;gerin) den Zahlungsanspruch nicht aus eigenem Recht geltend machen konnte und die Leistung der Familienkasse mit dem Willen erbracht wurde, eine Forderung gegen&uuml;ber dem tats&auml;chlichen Rechtsinhaber mit befreiender Wirkung zu erf&uuml;llen, ist nicht die Kl&auml;gerin als tats&auml;chliche Empf&auml;ngerin der Zahlung, sondern der Vater der Kinder als Leistungsempf&auml;nger bzw. als Auszahlungsadressat i.S. des &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG a.F. anzusehen. Folglich steht der Kl&auml;gerin in den Streitjahren kein Anspruch auf die begehrten Kinderzulagen i.S. des &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG a.F. zu, da das Kindergeld nicht mit schuldbefreiender Wirkung an sie geleistet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das Urteil des FG bereits aus materiell-rechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben ist, kann dahingestellt bleiben, ob dar&uuml;ber hinaus Verfahrensfehler vorgelegen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2017, X R 25\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.121217.XR25.16.0 Anspruch auf Kinderzulage; Begriff der &quot;Auszahlung&quot; des Kindergeldes i.S. des &sect; 85 Abs. 1 Satz 1 EStG a.F. Leits&auml;tze NV: Der f&uuml;r den Anspruch auf Kinderzulage relevante Begriff &quot;ausgezahlt&quot; i.S. des &sect; 85 Abs. 1 Satz 1 EStG a.F. stellt auf den Leistungsempf&auml;nger des Kindergeldes ab, der nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-25-16-anspruch-auf-kinderzulage-begriff-der-auszahlung-des-kindergeldes-is-des-par-85-abs-1-satz-1-estg-af\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;25\/16 &#8211; Anspruch auf Kinderzulage; Begriff der &quot;Auszahlung&quot; des Kindergeldes i.S. des &sect; 85 Abs. 1 Satz 1 EStG a.F.<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69441","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69441","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69441"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69441\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69441"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69441"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69441"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}