{"id":69446,"date":"2018-05-15T17:09:46","date_gmt":"2018-05-15T15:09:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69446"},"modified":"2018-05-15T17:09:46","modified_gmt":"2018-05-15T15:09:46","slug":"vi-r-11-16-krankheits-und-beerdigungskosten-als-aussergewoehnliche-belastung-verfassungsmaessigkeit-der-zumutbaren-belastung-und-der-rueckwirkenden-anwendung-von-par-64-estdv-idf-des-stvereinfg-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-11-16-krankheits-und-beerdigungskosten-als-aussergewoehnliche-belastung-verfassungsmaessigkeit-der-zumutbaren-belastung-und-der-rueckwirkenden-anwendung-von-par-64-estdv-idf-des-stvereinfg-2011\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;11\/16 &#8211; Krankheits- und Beerdigungskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der zumutbaren Belastung und der r&uuml;ckwirkenden Anwendung von &sect; 64 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.2.2018, VI R 11\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.210218.VIR11.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Krankheits- und Beerdigungskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der zumutbaren Belastung und der r&uuml;ckwirkenden Anwendung von &sect; 64 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Dem in &sect; 33 Abs. 4 EStG i.d.F. des StVereinfG 2011 und in &sect; 64 Abs. 1 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 geregelten Verlangen, die Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen im Krankheitsfall formalisiert nachzuweisen, ist nach &sect; 84 Abs. 3f EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 auch im Veranlagungszeitraum 2009 Rechnung zu tragen. Dies begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 19. April 2012 VI R 74\/10, BFHE 237, 156, BStBl II 2012, 577).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die zumutbare Belastung gem&auml;&szlig; &sect; 33 Abs. 1, Abs. 3 EStG ist auch bei Krankheitskosten verfassungsgem&auml;&szlig;. Das sozialhilferechtliche Leistungsniveau umfasst keine zuzahlungsfreie Krankenversorgung (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 2. September 2015 VI R 32\/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Beerdigungskosten k&ouml;nnen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nur abgezogen werden, soweit sie nicht aus dem Nachlass oder durch sonstige im Zusammenhang mit dem Tod zugeflossene Geldleistungen gedeckt sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 9. M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;1 K 991\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger zu 1. (Kl&auml;ger zu 1.) wurde f&uuml;r das Streitjahr (2009) mit seiner im Streitjahr verstorbenen Ehefrau (E) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Erben nach E sind der Kl&auml;ger zu 1. und die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin zu 2. (Kl&auml;gerin zu 2.) sowie der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger zu 3. (Kl&auml;ger zu 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>E war in einer gesetzlichen Krankenkasse krankenversichert. Sie begab sich im Jahr 2007 in einem fortgeschrittenen Stadium ihrer Erkrankung in die Klinik &#8230;&nbsp;&nbsp;in X (K-Klinik). Die K-Klinik war keine Vertragsklinik ihrer gesetzlichen Krankenkasse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer zwischen E und der Krankenkasse getroffenen Vereinbarung &uuml;bernahm die Krankenkasse 50&nbsp;% der Kosten der station&auml;ren Behandlung der E in der K-Klinik. Die von der Krankenkasse nicht getragenen Kosten der station&auml;ren Behandlung zahlte der Kl&auml;ger zu 1. Die Therapie der E in der K-Klinik war im Vorfeld durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) auf ihre medizinische Notwendigkeit gepr&uuml;ft und bef&uuml;rwortet worden. Der MDK erstellte in den Jahren 2007 bis 2009 dar&uuml;ber hinaus Gutachten bzw. Verlaufsgutachten, die die medizinische Notwendigkeit der Therapie der E weiterhin belegten. Bei der Therapie handelte es sich um eine Kombination aus anerkannten medizinischen Leistungen und alternativen Behandlungsmethoden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Krankenkasse teilte dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sp&auml;ter im Rahmen von Auskunftsersuchen nach &sect;&nbsp;93 der Abgabenordnung (AO) u.a. mit, dass sie grunds&auml;tzlich verpflichtet gewesen sei, die Kosten der Therapie zu &uuml;bernehmen, da eine positive sozialmedizinische Stellungnahme vorgelegen und E an einer regelm&auml;&szlig;ig t&ouml;dlich verlaufenden Erkrankung gelitten habe. Eine vollst&auml;ndige Kosten&uuml;bernahme sei jedoch nicht m&ouml;glich gewesen, weil die Behandlung nicht in einem Vertragskrankenhaus stattgefunden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>E schloss mit T, die im Streitjahr nicht zur Aus&uuml;bung der Heilkunde zugelassen war, eine Vereinbarung &uuml;ber Reiki-Behandlungen. Darin hie&szlig; es u.a., die an E ausgef&uuml;hrte Reiki-Behandlung verstehe sich nicht als Heilbehandlung im Sinne des Therapiegesetzes, der Heilpraktikerverordnung oder &auml;hnlicher Bestimmungen. Mit der Methode des Reiki w&uuml;rden die Selbstheilungskr&auml;fte des Menschen durch Handauflegen aktiviert. T &uuml;be diese Praktik als eine Form der Begleitung von Menschen in gesundheitlichen Krisen aus. Auf Nachfrage des Finanzgerichts (FG) teilte T zu ihrer T&auml;tigkeit mit, Fern-Reiki sei eine Form des Reiki (Arbeit mit universeller Lebensenergie, Handauflegen), welche mit Quantenphysik erkl&auml;rbar sei und besage, dass alle Materie aus Schwingungen bestehe. Nach einer Ausbildung zur Anwendung des Fern-Reiki k&ouml;nne T &uuml;ber Gedanken und somit gro&szlig;e Entfernungen H&auml;nde auflegen. Dazu vereinbare sie mit dem Empf&auml;nger einen Zeitpunkt und sei dann intensiv in Gedanken bei ihm. Virtuell lege sie dabei &#8211;wie bei Reiki vor Ort&#8211; ihre H&auml;nde auf. E und T h&auml;tten sich der Instrumente des Fern-Reiki bedient, um sich punktuell nahe zu sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die (Fern-)Reiki-Behandlungen der E fielen im Streitjahr Aufwendungen in H&ouml;he von 289&nbsp;EUR an. Ein Arzt der K-Klinik best&auml;tigte dem Kl&auml;ger zu 1. mit Schreiben vom &#8230; 2011, dass T als freie Mitarbeiterin in das Therapiekonzept der K-Klinik eingebunden sei und &quot;auf &auml;rztliche Veranlassung hin &#8230; Gespr&auml;che und seelsorgerische Aktivit&auml;ten&quot; durchgef&uuml;hrt habe. Somit seien die Leistungen der T &quot;klar medizinisch indiziert und Leistungsinhalt der polymodalen Behandlungskonzeption&quot; gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>E verf&uuml;gte an ihrem Todestag &uuml;ber Guthaben bei einer Sparkasse in H&ouml;he von 12.416&nbsp;EUR und bei einer Bausparkasse in H&ouml;he von 8.103&nbsp;EUR. Der Kl&auml;ger zu 1. zahlte im Streitjahr Bestattungskosten f&uuml;r die Beerdigung der E in H&ouml;he von 6.104,64&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger zu 1. Krankheitskosten in H&ouml;he von 7.846,51&nbsp;EUR und die vorgenannten Bestattungskosten, insgesamt 13.951,15&nbsp;EUR, als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Einspruchsentscheidung erkannte das FA nach einem Hinweis auf die M&ouml;glichkeit einer verb&ouml;sernden Entscheidung Krankheitskosten in H&ouml;he von 6.864&nbsp;EUR &#8211;darunter die Aufwendungen in Zusammenhang mit dem Aufenthalt der E in der K-Klinik&#8211; als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen an. Unber&uuml;cksichtigt blieben die Aufwendungen f&uuml;r die (Fern-)Reiki-Behandlungen (289&nbsp;EUR), f&uuml;r Schuhe (199&nbsp;EUR), f&uuml;r verschiedene Medikamente und Pr&auml;parate (680,09&nbsp;EUR) sowie weitere Aufwendungen, bei denen der Leistungsgegenstand nicht erkennbar war (89,45&nbsp;EUR). Die Bestattungskosten erkannte das FA nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage &#8211;im ersten Rechtsgang&#8211; im Wesentlichen ab. W&auml;hrend des anschlie&szlig;enden Revisionsverfahrens, das bei dem beschlie&szlig;enden Senat unter dem Aktenzeichen VI&nbsp;R&nbsp;71\/13 anh&auml;ngig war, erlie&szlig; das FA einen &Auml;nderungsbescheid, mit dem es die bisher ber&uuml;cksichtigten au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen um 3.399&nbsp;EUR herabsetzte, so dass sich nach Abzug der zumutbaren Belastung keine Steuerminderung wegen au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Belastungen mehr ergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem lag zugrunde, dass der Kl&auml;ger zu 1. im Jahr 2013 von der Krankenkasse eine Zahlung in H&ouml;he von 3.399,81&nbsp;EUR erhalten hatte. Nachdem der Kl&auml;ger zu 1. w&auml;hrend des Klageverfahrens vor dem FG Kenntnis von den Stellungnahmen der Krankenkasse zu den Auskunftsersuchen des FA erhalten hatte, machte er gegen&uuml;ber der Krankenkasse die vollst&auml;ndige &Uuml;bernahme der Krankenhauskosten geltend. Die Krankenkasse teilte dem Kl&auml;ger zu 1. daraufhin mit, ihr sei bei ihren damaligen Erkl&auml;rungen gegen&uuml;ber dem FA offensichtlich ein Fehler unterlaufen. Es gebe keine Rechtsprechung, die die Krankenkassen verpflichtete, Kosten in nicht zugelassenen Krankenh&auml;usern zu &uuml;bernehmen. Aufgrund der Fehlinformation, die nachvollziehbar zu einer Ver&auml;rgerung des Kl&auml;gers zu 1. gef&uuml;hrt habe, habe sich die Krankenkasse jedoch entschieden, nicht verj&auml;hrte Leistungen noch zu &uuml;bernehmen. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht erstatte die Krankenkasse daher die im Jahr 2009 in Anspruch genommenen Leistungen in voller H&ouml;he auf das vom Kl&auml;ger zu 1. angegebene Konto.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hob aufgrund des vorgenannten &Auml;nderungsbescheids das Urteil des FG auf und verwies die Sache an die Vorinstanz zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage im zweiten Rechtsgang erneut &uuml;berwiegend ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie tragen insbesondere vor, die Nichtber&uuml;cksichtigung von Krankheitskosten bei einer t&ouml;dlichen Erkrankung aufgrund vermeintlich fehlender Formalnachweise versto&szlig;e gegen &sect;&nbsp;33 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Die r&uuml;ckwirkende Anwendung des &sect;&nbsp;64 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EStDV) i.d.F. des Steuervereinfachungsgesetzes (StVereinfG) 2011 vom 1.&nbsp;November 2011 (BGBl I 2011, 2131) sei ebenso verfassungswidrig wie die in &sect;&nbsp;33 EStG vorgesehene zumutbare Belastung. Die Bestattungskosten habe das FG zu Unrecht nicht anerkannt. Das angefochtene Urteil versto&szlig;e insoweit auch gegen das Diskriminierungsverbot der Ehe. Die im Jahr 2013 von der Krankenkasse geleistete Zahlung mindere nicht die au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen im Streitjahr. Ausl&ouml;ser der Zahlung seien nicht die Krankheitskosten, sondern Fehler des FA und der Krankenkasse gewesen. Das FG habe zudem das Recht der Kl&auml;ger auf ein faires Verfahren verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>1. das Urteil des FG vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;991\/15 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2009 vom 12.&nbsp;November 2013 dahin zu &auml;ndern, dass ein zu versteuerndes Einkommen von &#8230;&nbsp;EUR der Besteuerung zugrunde gelegt wird,<br \/>2. hilfsweise das Verfahren auszusetzen und eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) zu den Fragen einzuholen, ob<br \/>a) die gesetzliche Regelung zur &quot;zumutbaren Belastung&quot; des &sect;&nbsp;33 EStG verfassungswidrig ist, wenn damit indisponibles Einkommen zur Abwehr einer t&ouml;dlichen Erkrankung der Besteuerung unterworfen wird und<br \/>b) die einfachgesetzlich vorgesehene R&uuml;ckwirkung des Formalnachweises in &sect;&nbsp;64 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 verfassungswidrig ist, insbesondere wenn der Steuerpflichtige im R&uuml;ckwirkungszeitraum im Vertrauen auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) disponiert hat;<br \/>3. das Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bis zu einer Entscheidung des BVerfG &uuml;ber die Verfassungsbeschwerde des Kl&auml;gers zu 1. in dem Verfahren 2&nbsp;BvR&nbsp;1936\/17 auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Verfahren beigetreten. Einen Antrag hat das BMF nicht gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat setzt das Verfahren weder gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 GG noch nach &sect;&nbsp;74 FGO aus (s. dazu II.5. und II.6.). Er entscheidet gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a FGO, da er einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich h&auml;lt. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass keine h&ouml;heren au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen anzuerkennen sind, als das FA in dem angefochtenen Einkommensteuerbescheid bereits ber&uuml;cksichtigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &Uuml;ber die Abzugsf&auml;higkeit der Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer des Kl&auml;gers zu 1. ist in dem vorliegenden Revisionsverfahren nicht zu entscheiden. Die Kl&auml;ger haben in ihrem Revisionsantrag (&sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 FGO) und in ihrer Revisionsbegr&uuml;ndung (unter &quot;2. Erkl&auml;rungen zum Verfahren&quot;) erkl&auml;rt, die Entscheidung des FG insoweit nicht anzufechten. Dementsprechend haben sie auch die Verletzung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG nicht &#8211;wie es gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a FGO erforderlich gewesen w&auml;re&#8211; ger&uuml;gt. Die Kl&auml;ger haben in Bezug auf die Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer auch keine Gr&uuml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art angegeben, die ihrer Auffassung nach das angefochtene Urteil insoweit als unrichtig erscheinen lassen (s. dazu auch BFH-Urteil vom 21.&nbsp;September 2005 X&nbsp;R&nbsp;47\/03, BFHE 211, 227, BStBl II 2006, 504, und Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;April 2010 VI&nbsp;R&nbsp;44\/09, BFHE 228, 407, BStBl II 2010, 691).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;33 EStG wird die Einkommensteuer auf Antrag erm&auml;&szlig;igt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstands (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung) erwachsen. Zwangsl&auml;ufig erwachsen dem Steuerpflichtigen Aufwendungen dann, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tats&auml;chlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umst&auml;nden nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht &uuml;bersteigen (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG). Ziel des &sect;&nbsp;33 EStG ist es, zwangsl&auml;ufige Mehraufwendungen f&uuml;r den existenznotwendigen Grundbedarf zu ber&uuml;cksichtigen, die sich wegen ihrer Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit einer pauschalen Erfassung in allgemeinen Freibetr&auml;gen entziehen. Vom Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;33 EStG ausgeschlossen sind dagegen die &uuml;blichen Aufwendungen der Lebensf&uuml;hrung, die in H&ouml;he des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind (BFH-Urteile vom 29.&nbsp;September 1989 III&nbsp;R&nbsp;129\/86, BFHE 158, 380, BStBl II 1990, 418; vom 18.&nbsp;Juni 2015 VI&nbsp;R&nbsp;68\/14, BFHE 250, 166, BStBl II 2015, 803, und vom 2.&nbsp;September 2015 VI&nbsp;R&nbsp;32\/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung erwachsen dem Steuerpflichtigen Krankheitskosten &#8211;ohne R&uuml;cksicht auf die Art und die Ursache der Erkrankung&#8211; aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig. Aufwendungen f&uuml;r die eigentliche Heilbehandlung werden typisierend als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ber&uuml;cksichtigt, ohne dass es im Einzelfall der nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG an sich gebotenen Pr&uuml;fung der Zwangsl&auml;ufigkeit dem Grunde und der H&ouml;he nach bedarf. Bei den typischen und unmittelbaren Krankheitskosten wird die Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit letztlich unwiderleglich vermutet und die Zwangsl&auml;ufigkeit dieser Aufwendungen weder dem Grunde nach (stets aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig) noch der H&ouml;he nach (Angemessenheit und Notwendigkeit im Einzelfall) gepr&uuml;ft (Senatsurteile vom 14.&nbsp;April 2015 VI&nbsp;R&nbsp;89\/13, BFHE 249, 483, BStBl II 2015, 703, m.w.N., und vom 19.&nbsp;Januar 2017 VI&nbsp;R&nbsp;75\/14, BFHE 256, 339, BStBl II 2017, 684). Auch Aufwendungen, denen es objektiv an der Eignung zur Heilung oder Linderung mangelt, k&ouml;nnen &#8211;vorbehaltlich der Nachweisanforderungen des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011&#8211; zu den zwangsl&auml;ufigen Krankheitskosten z&auml;hlen, wenn der Steuerpflichtige an einer Erkrankung mit einer nur noch begrenzten Lebenserwartung leidet, die nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht (Senatsurteil vom 2.&nbsp;September 2010 VI&nbsp;R&nbsp;11\/09, BFHE 231, 69, BStBl II 2011, 119).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat die Aufwendungen in H&ouml;he von 680,09&nbsp;EUR f&uuml;r verschiedene Medikamente und Pr&auml;parate hiernach in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise nicht zum Abzug zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zwangsl&auml;ufigkeit krankheitsbedingter Aufwendungen f&uuml;r Arznei-, Heil- und Hilfsmittel (&sect;&sect;&nbsp;2, 23, 31 bis 33 des F&uuml;nften Buchs Sozialgesetzbuch &#8211;SGB&nbsp;V&#8211;) hat der Steuerpflichtige durch die Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers nachzuweisen (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;4 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011). Dies gilt auch in den F&auml;llen einer Erkrankung mit einer nur noch begrenzten Lebenserwartung, da die Regelung des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 keine Differenzierung zwischen verschiedenen Krankheitskosten enth&auml;lt (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;April 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;52\/13, BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949). Verfassungsrechtliche Bedenken bestehen hiergegen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch wenn der Senat zugunsten der Kl&auml;ger ann&auml;hme, dass es sich bei den erworbenen Medikamenten und Pr&auml;paraten um Arzneimittel i.S. des &sect;&nbsp;2 des Arzneimittelgesetzes handelte (s. dazu auch Senatsurteil in BFHE 249, 483, BStBl II 2015, 703), fehlt es jedenfalls an den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 erforderlichen Nachweisen. Bei den ausweislich der Anlage zur Einspruchsentscheidung von der Krankenkasse nicht erstatteten und vom FA nicht als Krankheitskosten anerkannten Aufwendungen handelte es sich um Kosten f&uuml;r Medikamente und Pr&auml;parate, f&uuml;r die die Kl&auml;ger keine Verordnungen eines Arztes oder Heilpraktikers mehr vorlegen konnten. Die nachtr&auml;glichen &auml;rztlichen Schreiben vom &#8230; 2010 und vom &#8230; 2011 sind bereits deshalb keine &auml;rztlichen Verordnungen, weil sie sich nicht konkret auf die einzelnen jeweils erworbenen Medikamente und Pr&auml;parate bezogen (s. dazu auch BFH-Urteil in BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat auch die Aufwendungen f&uuml;r die Schuhe und das (Fern-)Reiki zu Recht nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den in &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 aufgef&uuml;hrten F&auml;llen hat der Steuerpflichtige den Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen im Krankheitsfall durch ein amts&auml;rztliches Gutachten oder eine &auml;rztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (&sect;&nbsp;275 SGB&nbsp;V) zu f&uuml;hren. Daran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Selbst wenn der Senat zugunsten der Kl&auml;ger unterstellte, es habe sich bei den Schuhen um medizinische Hilfsmittel i.S. des &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;e EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 gehandelt, haben die Kl&auml;ger den Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit jedenfalls nicht in der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;e EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 gebotenen Form durch ein amts&auml;rztliches Gutachten oder eine &auml;rztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (&sect;&nbsp;275 SGB&nbsp;V) gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise hat das FG das von T praktizierte (Fern-)Reiki ferner als eine wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethode i.S. von &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;f EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wissenschaftlich anerkannt ist eine Behandlungsmethode, wenn Qualit&auml;t und Wirksamkeit dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechen (Senatsurteil in BFHE 250, 166, BStBl II 2015, 803). Dies wird angenommen, wenn die gro&szlig;e Mehrheit der einschl&auml;gigen Fachleute (&Auml;rzte, Wissenschaftler) die Behandlungsmethode bef&uuml;rwortet und &uuml;ber die Zweckm&auml;&szlig;igkeit der Therapie Konsens besteht. Dies setzt im Regelfall voraus, dass &uuml;ber Qualit&auml;t und Wirksamkeit der Methode zuverl&auml;ssige, wissenschaftlich nachpr&uuml;fbare Aussagen gemacht werden k&ouml;nnen. Die Therapie muss in einer f&uuml;r die sichere Beurteilung ausreichenden Zahl von Behandlungsf&auml;llen erfolgreich gewesen sein (Senatsurteil vom 26.&nbsp;Juni 2014 VI&nbsp;R&nbsp;51\/13, BFHE 246, 326, BStBl II 2015, 9, m.w.N.). Ob eine Behandlungsmethode als wissenschaftlich anerkannt anzusehen ist, hat das FG aufgrund der ihm obliegenden W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall konnte das FG keinen wissenschaftlichen Nachweis &uuml;ber die Wirksamkeit des (Fern-)Reiki feststellen. Hieran ist der Senat gebunden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), da die Kl&auml;ger insoweit keine durchgreifenden Revisionsr&uuml;gen erhoben haben. Ein zum Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit der Aufwendungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;f EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 erforderliches amts&auml;rztliches Gutachten oder eine &auml;rztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (&sect;&nbsp;275 SGB&nbsp;V) haben die Kl&auml;ger nicht vorgelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;ger geltend machen, das FG habe mit &quot;(Fern-) Reiki&quot; den falschen Sachverhalt beurteilt, tats&auml;chlich habe T im Rahmen einer &#8230; Therapie &#8230; Gespr&auml;che gef&uuml;hrt, verkennen sie zum einen, dass E mit T ausdr&uuml;cklich eine Vereinbarung &uuml;ber eine Reikibehandlung und nicht &uuml;ber eine &#8230; Unterst&uuml;tzung abgeschlossen hatte. Zum anderen war T auch gar nicht zur Aus&uuml;bung der Heilkunde zugelassen. Im &Uuml;brigen w&auml;re selbst im Falle einer psychotherapeutischen Behandlung der E durch T der Nachweis der Zwangsl&auml;ufigkeit der Aufwendungen durch ein &#8211;im Streitfall fehlendes&#8211; amts&auml;rztliches Gutachten oder eine &auml;rztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung zu f&uuml;hren gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Senat hat keine verfassungsrechtlichen Bedenken, &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;84 Abs.&nbsp;3f EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 im Streitjahr anzuwenden. Er hat bereits entschieden, dass das mit dem StVereinfG 2011 eingef&uuml;hrte formalisierte Nachweisverlangen &#8211;auch hinsichtlich seiner r&uuml;ckwirkenden Einf&uuml;hrung&#8211; verfassungsgem&auml;&szlig; ist (Senatsurteil vom 19.&nbsp;April 2012 VI&nbsp;R&nbsp;74\/10, BFHE 237, 156, BStBl II 2012, 577). Dieser Rechtsprechung, an der der Senat festh&auml;lt, hat sich auch der VIII.&nbsp;Senat des BFH unl&auml;ngst angeschlossen (BFH-Urteil in BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aus dem Beschluss des BVerfG vom 17.&nbsp;Dezember 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08 (BVerfGE 135, 1) ergibt sich &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger&#8211; nichts anderes. Nach dieser Entscheidung des BVerfG kann der Gesetzgeber den Inhalt geltenden Rechts mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit nur in den verfassungsrechtlichen Grenzen f&uuml;r eine r&uuml;ckwirkende Rechtsetzung feststellen oder klarstellend pr&auml;zisieren. Eine nachtr&auml;gliche, kl&auml;rende Feststellung des geltenden Rechts durch den Gesetzgeber ist hiernach grunds&auml;tzlich als konstitutiv r&uuml;ckwirkende Regelung anzusehen, wenn dadurch eine in der Fachgerichtsbarkeit offene Auslegungsfrage entschieden wird oder eine davon abweichende Auslegung ausgeschlossen werden soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Senatsurteil in BFHE 237, 156, BStBl II 2012, 577 steht mit der Rechtsprechung des BVerfG in BVerfGE 135, 1 in Einklang. Der Senat ist in dem vorgenannten Urteil von einer echten R&uuml;ckwirkung (R&uuml;ckbewirkung von Rechtsfolgen) ausgegangen, die insoweit vorliegt, als die &Auml;nderung der EStDV durch das StVereinfG 2011 &#8211;wie hier&#8211; einen Veranlagungszeitraum betrifft, der vor dem Zeitpunkt der Verk&uuml;ndung des StVereinfG 2011 bereits abgeschlossen und f&uuml;r den die Steuer bereits entstanden war (&sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG). Der Senat hat diese echte R&uuml;ckwirkung (R&uuml;ckbewirkung von Rechtsfolgen) allerdings unter Bezugnahme auf die st&auml;ndige Rechtsprechung des BVerfG als zul&auml;ssig angesehen. Denn es ist anerkannt, dass das rechtsstaatliche R&uuml;ckwirkungsverbot in bestimmten Fallgruppen durchbrochen werden darf. So tritt das R&uuml;ckwirkungsverbot, das seinen Grund im Vertrauensschutz hat, namentlich dann zur&uuml;ck, wenn sich kein sch&uuml;tzenswertes Vertrauen auf den Bestand des geltenden Rechts bilden konnte, etwa weil eine gefestigte h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung zu einer bestimmten Steuerrechtsfrage nach &Auml;nderung der Rechtsanwendungspraxis r&uuml;ckwirkend gesetzlich festgeschrieben wird (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 23.&nbsp;Januar 1990&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;4\/87, 1&nbsp;BvL&nbsp;5\/87, 1&nbsp;BvL&nbsp;6\/87, 1&nbsp;BvL&nbsp;7\/87, BVerfGE 81, 228; vom 15.&nbsp;Oktober 2008&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1138\/06, Kammerentscheidungen des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfGK&#8211; 14, 338, und vom 21.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;11\/06, 1&nbsp;BvL&nbsp;12\/06, 1&nbsp;BvL&nbsp;13\/06, 1&nbsp;BvR&nbsp;2530\/05, BVerfGE 126, 369).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An dieser Rechtslage hat sich durch den Beschluss des BVerfG in BVerfGE 135, 1 nichts ge&auml;ndert. Das BVerfG betont n&auml;mlich auch in seinem Beschluss in BVerfGE 135, 1 ausdr&uuml;cklich, dass das R&uuml;ckwirkungsverbot im Grundsatz des Vertrauensschutzes nicht nur seinen Grund, sondern auch seine Grenze findet. Es gilt nicht, soweit sich kein Vertrauen auf den Bestand des geltenden Rechts bilden konnte oder ein Vertrauen auf eine bestimmte Rechtslage sachlich nicht gerechtfertigt und daher nicht schutzw&uuml;rdig war (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;64). Solches hat der erkennende Senat in seinem Urteil in BFHE 237, 156, BStBl II 2012, 577 aber gerade angenommen, indem er ausgef&uuml;hrt hat, dass der Verordnungsgeber mit der r&uuml;ckwirkenden Anordnung der formalisierten Nachweisverlangen die Rechtslage auch mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit so geregelt hat, wie sie bis zur &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung durch die Senatsurteile vom 11.&nbsp;November 2010 VI&nbsp;R&nbsp;16\/09 (BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966) und VI&nbsp;R&nbsp;17\/09 (BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969) einer gefestigten Rechtsprechung und der einhelligen Praxis der Finanzverwaltung und damit allgemeiner Rechtsanwendungspraxis auch auf Seiten der Steuerpflichtigen entsprach. Ein berechtigtes Vertrauen auf eine hiervon abweichende Rechtslage konnten die Steuerpflichtigen folglich jedenfalls vor der Rechtsprechungs&auml;nderung durch die Senatsurteile in BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966 und in BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969 nicht bilden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Beschluss des BVerfG in BVerfGE 135, 1 lag auch kein mit dem Streitfall und dem Senatsurteil in BFHE 237, 156, BStBl II 2012, 577 vergleichbarer Sachverhalt zugrunde. Denn der Gesetzgeber hatte mit der r&uuml;ckwirkenden &Auml;nderung des Gesetzes &uuml;ber Kapitalanlagegesellschaften, &uuml;ber die das BVerfG in dem Beschluss in BVerfGE 135, 1 entschieden hatte, keine Rechtslage wiederhergestellt, die schon vor der betreffenden Gesetzes&auml;nderung einer allgemeinen Rechtsanwendungspraxis entsprach. Vielmehr hatte er mit echter R&uuml;ckwirkung eine in der Fachgerichtsbarkeit offene Auslegungsfrage entschieden, die aus verfassungsrechtlicher Sicht gegen&uuml;ber der alten Rechtslage als konstitutive &Auml;nderung zu behandeln war (BVerfGE-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;44). W&auml;re solches zul&auml;ssig, h&auml;tte dies den rechtsstaatlich gebotenen Schutz des Vertrauens in die Stabilit&auml;t des Rechts empfindlich geschw&auml;cht (BVerfGE-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;53). Derartiges war bei der r&uuml;ckwirkenden Einf&uuml;hrung der formalisierten Nachweisverlangen in &sect;&nbsp;64 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 indes nicht zu besorgen, weil auch mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit lediglich die Rechtslage wiederhergestellt wurde, die &#8211;insbesondere im Streitjahr und bis zur &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung durch die Senatsurteile in BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966 und in BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969&#8211; allgemeiner Rechtsanwendungspraxis entsprach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BVerfG stellt in seinem Beschluss in BVerfGE 135, 1 (Rz&nbsp;80 und 81) zudem selbst ausdr&uuml;cklich klar, dass der dort entschiedene Fall mit der Situation nicht vergleichbar ist, dass der Gesetzgeber angesichts einer kurzfristigen &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zu der bis dahin gefestigten Rechtspraxis diese (r&uuml;ckwirkend) wiederherstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat kann auch im Streitfall offen lassen, ob f&uuml;r die Zeit nach dem Ergehen der Senatsurteile in BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966 und in BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969 bis zum endg&uuml;ltigen Gesetzesbeschluss am 1.&nbsp;November 2011 bzw. der Verk&uuml;ndung des StVereinfG 2011 am 4.&nbsp;November 2011 (BGBl I 2011, 2131) oder jedenfalls bis zur entsprechenden Gesetzesinitiative &#8211;hier der Pr&uuml;fbitte des Bundesrates vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2011&#8211; Vertrauensschutz zu gew&auml;hren ist. Denn das Ausgangsverfahren betrifft den Veranlagungszeitraum 2009. Etwaige im Vertrauen auf die erfolgte Rechtsprechungs&auml;nderung get&auml;tigte Dispositionen in der Zeit nach November 2010 stehen damit nicht zur Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Kl&auml;ger bei der Aufrechterhaltung des Einspruchs in schutzw&uuml;rdiger Weise im Vertrauen auf den Fortbestand der Rechtslage nach Ergehen der Senatsurteile in BFHE 232, 34, BStBl II 2011, 966 und in BFHE 232, 40, BStBl II 2011, 969 disponiert haben. Die Kl&auml;ger wenden zwar ein, der Kl&auml;ger zu 1. habe w&auml;hrend des Einspruchsverfahrens zwischen der &Auml;nderung der Senatsrechtsprechung und der Verk&uuml;ndung des StVereinfG 2011 in sch&uuml;tzenswerter Weise disponiert, weil er den Einspruch aufrechterhalten und die verb&ouml;sernde &Uuml;berpr&uuml;fung schon anerkannter Aufwendungen durch das FA zugelassen habe. Die verfahrensrechtliche Entscheidung, den Einspruch nicht zur&uuml;ckzunehmen, erfolgte aber insbesondere mit dem Ziel, den Abzug der zumutbaren Belastung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 EStG von den anzuerkennenden Krankheitskosten als nicht verfassungsgem&auml;&szlig; anzufechten. Dieses Ziel konnte der Kl&auml;ger zu 1. nur nach Ergehen einer Einspruchsentscheidung durch das Beschreiten des Rechtswegs erreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Das FG hat auch die Aufwendungen in H&ouml;he von 89,45&nbsp;EUR, bei denen ein Leistungsgegenstand nicht erkennbar war, zu Recht nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung anerkannt. Es ist nicht feststellbar, dass die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;33 EStG insoweit vorliegen. Die (objektive) Feststellungslast hierf&uuml;r tragen die Kl&auml;ger (s. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Juli 1990 III&nbsp;R&nbsp;90\/87, BFH\/NV 1991, 229).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Die Beerdigungskosten hat das FG ebenfalls zutreffend nicht zum Abzug zugelassen. Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG ist hierdurch nicht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Als rechtlicher Grund f&uuml;r die &Uuml;bernahme der Beerdigungskosten kommt grunds&auml;tzlich &sect;&nbsp;1968 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB) in Betracht. Nach dieser Vorschrift tr&auml;gt der Erbe die Kosten der Beerdigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Verpflichtung aus &sect;&nbsp;1968 BGB handelt es sich um eine Nachlassverbindlichkeit. Nachlassverbindlichkeiten treffen den Erben nur als denjenigen, dem das Verm&ouml;gen des Erblassers zuf&auml;llt. Ist der Nachlass &uuml;berschuldet, hat der Erbe die M&ouml;glichkeit, die Erbschaft auszuschlagen, so dass ihn aus &sect;&nbsp;1968 BGB keine rechtliche Verpflichtung zur Begleichung der Beerdigungskosten trifft. Denn mit der Annahme der Erbschaft setzt der Erbe regelm&auml;&szlig;ig selbst den Grund f&uuml;r seine Rechtspflicht zur Erf&uuml;llung der damit verbundenen Schulden. Die Verpflichtung aus &sect;&nbsp;1968 BGB trifft ihn deshalb nicht zwangsl&auml;ufig i.S. von &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 EStG (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Juli 1987 III&nbsp;R&nbsp;208\/82, BFHE 150, 351, BStBl II 1987, 715; FG M&uuml;nster, Urteil vom 1.&nbsp;Juli 2013&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1062\/12&nbsp;E, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 44; Schmidt\/Loschelder, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;35 &quot;Beerdigungskosten&quot;; Bl&uuml;mich\/K.&nbsp;Heger, &sect;&nbsp;33 EStG Rz&nbsp;214, 215; Endert in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;50&nbsp;ff.; Arndt in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;C&nbsp;40; Kanzler in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, EStG, &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;142; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beerdigungskosten k&ouml;nnen aber auch aus sittlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig entstehen. Sittliche Gr&uuml;nde zur &Uuml;bernahme der Beerdigungskosten kommen im Allgemeinen bei einem nahen Angeh&ouml;rigen in Betracht (BFH-Urteil in BFHE 150, 351, BStBl II 1987, 715; FG M&uuml;nster, Urteil in EFG 2014, 44; HHR\/Kanzler, EStG &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;142). Unter diesem Gesichtspunkt k&ouml;nnen Beerdigungskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung aber ebenfalls nur abgezogen werden, soweit die Aufwendungen nicht aus dem Nachlass bestritten werden k&ouml;nnen oder nicht durch sonstige im Zusammenhang mit dem Tod zugeflossene Geldleistungen gedeckt sind (BFH-Urteile vom 4.&nbsp;April 1989 X&nbsp;R&nbsp;14\/85, BFHE 157, 88, BStBl II 1989, 779, und vom 29.&nbsp;Mai 1996 III&nbsp;R&nbsp;86\/95, BFH\/NV 1996, 807, m.w.N). Danach f&uuml;hren Aufwendungen, die den Verkehrswert des Nachlasses nicht &uuml;bersteigen, gar nicht erst zu einer Belastung i.S. von &sect;&nbsp;33 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG den Abzug der Beerdigungskosten im Ergebnis zu Recht verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar war der Kl&auml;ger zu 1. aufgrund seiner engen pers&ouml;nlichen Beziehungen zu E als deren Ehemann, mit der er bis zuletzt in ehelicher Lebensgemeinschaft lebte und der gegen&uuml;ber er zum Unterhalt verpflichtet war (&sect;&sect;&nbsp;1360, 1360a BGB), angesichts der guten Einkommensverh&auml;ltnisse aus sittlichen Gr&uuml;nden verpflichtet, die notwendigen und angemessenen Beerdigungskosten zu tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger zu 1. konnte die Beerdigungskosten in H&ouml;he von 6.104,64&nbsp;EUR aber aus seinem Anteil am Nachlass der E bestreiten. Nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) verf&uuml;gte E an ihrem Todestag &uuml;ber Guthaben bei einer Sparkasse in H&ouml;he von 12.416&nbsp;EUR und bei einer Bausparkasse in H&ouml;he von 8.103&nbsp;EUR. Aus seinem Anteil an diesem Nachlass konnte der Kl&auml;ger zu 1. die Beerdigungskosten zahlen, so dass er durch diese nicht wirtschaftlich belastet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben zwar behauptet, der Kl&auml;ger zu 1. sei wirtschaftlicher Eigent&uuml;mer der vorgenannten (Bau-)Sparguthaben gewesen, jedenfalls habe er gegen E Anspr&uuml;che auf Herausgabe der Guthaben bzw. auf Geldleistungen gehabt, die den Wert des Nachlasses &uuml;berstiegen h&auml;tten. Aus dem vom FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend festgestellten Sachverhalt ergibt sich aber nicht, dass dem Kl&auml;ger zu 1. tats&auml;chlich wirtschaftliches Eigentum an den Guthaben zustand oder er entsprechende (Herausgabe-)Anspr&uuml;che gegen E hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;ger vorgetragen haben, der Kl&auml;ger zu 1. habe &quot;Haushaltsgeld&quot; an E gezahlt, das Kindergeld an sie weitergeleitet und ihre Krankheitskosten getragen, mag dies in der Sache zwar zutreffen. Daraus ergibt sich aber weder wirtschaftliches Eigentum des Kl&auml;gers zu 1. an den (Bau-)Sparguthaben der E noch ein Anspruch gegen E auf Erstattung geleisteter Zahlungen. So z&auml;hlen zum angemessenen Ehegattenunterhalt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1360a Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 BGB insbesondere die Haushaltskosten. Zur Befriedigung der pers&ouml;nlichen Bed&uuml;rfnisse der Ehegatten geh&ouml;ren dar&uuml;ber hinaus die Kosten f&uuml;r eine angemessene &auml;rztliche Behandlung (z.B. Erman\/Kroll-Ludwigs, BGB, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1360a Rz&nbsp;3, 4; Palandt\/Bruderm&uuml;ller, BGB, 77.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1360a Rz&nbsp;2, 3, jeweils m.w.N.). Der Ehegattenunterhalt umfasst bei Ehepaaren, bei denen &#8211;wie im Streitfall&#8211; nur ein Ehepartner Erwerbseinkommen erzielt, dar&uuml;ber hinaus ein angemessenes Taschengeld in H&ouml;he von etwa 5&nbsp;% bis 7&nbsp;% des verf&uuml;gbaren Nettoeinkommens (Erman\/Kroll-Ludwigs, a.a.O., &sect;&nbsp;1360a Rz&nbsp;5), das auch ohne n&auml;here Bezifferung im Haushaltsgeld enthalten sein kann (Palandt\/Bruderm&uuml;ller, a.a.O., &sect;&nbsp;1360a BGB Rz&nbsp;4). Dass die Leistungen des Kl&auml;gers zu 1. die Unterhaltsanspr&uuml;che der E &uuml;berstiegen h&auml;tten, hat das FG weder festgestellt noch haben die Kl&auml;ger solches hinreichend dargelegt. Sie haben weder den gesetzlichen Unterhaltsanspruch der E n&auml;her beziffert noch die vom Kl&auml;ger zu 1. an E geleisteten Zahlungen der H&ouml;he nach angegeben. Die Kosten f&uuml;r eine angemessene &auml;rztliche Behandlung der E hatte der Kl&auml;ger zu 1. vom Grundsatz her ohnehin zu tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aber selbst wenn die Leistungen des Kl&auml;gers zu 1. das gegen&uuml;ber E unterhaltsrechtlich geschuldete Ma&szlig; &uuml;berstiegen haben sollten, ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1360b BGB im Zweifel anzunehmen, dass der Kl&auml;ger zu 1. nicht beabsichtigte, von E Ersatz zu verlangen. Soweit eine Mehrleistung herausverlangt werden soll, trifft den zu viel leistenden Unterhaltsschuldner die Darlegungs- und Beweislast daf&uuml;r, dass eine &uuml;berobligationsm&auml;&szlig;ige Leistung vorlag und zur Zeit der Hingabe der Leistung seine Absicht erkennbar war, Ersatz zu verlangen (Erman\/Kroll-Ludwigs, a.a.O., &sect;&nbsp;1360b Rz&nbsp;4; Palandt\/Bruderm&uuml;ller, a.a.O., &sect;&nbsp;1360b Rz&nbsp;4). An beidem fehlt es im Streitfall. Dem vom FG festgestellten Sachverhalt lassen sich weder hinreichende Anhaltspunkte f&uuml;r eine &uuml;berobligationsm&auml;&szlig;ige Leistung des Kl&auml;gers zu 1. noch daf&uuml;r entnehmen, dass der Kl&auml;ger zu 1. bei Hingabe der Leistungen an E erkennbar die Absicht hatte, von E Ersatz zu verlangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Das FG hat die als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung anerkannten Krankheitskosten zutreffend um die im Jahr 2013 geleistete Zahlung der Krankenkasse gemindert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Durch Krankheit entstandene Aufwendungen sind steuerlich nur in der H&ouml;he als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zu ber&uuml;cksichtigen, in der sie das Einkommen des Steuerpflichtigen tats&auml;chlich und endg&uuml;ltig belasten. Bei der Ermittlung der H&ouml;he der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastung sind daher auch solche Ersatzleistungen, Beihilfen und andere Erstattungsbetr&auml;ge abzuziehen, die der Steuerpflichtige erst in einem sp&auml;teren Kalenderjahr erh&auml;lt (BFH-Urteile vom 21.&nbsp;August 1974 VI&nbsp;R&nbsp;236\/71, BFHE 113, 367, BStBl II 1975, 14; vom 30.&nbsp;Juli 1982 VI&nbsp;R&nbsp;67\/79, BFHE 136, 396, BStBl II 1982, 744, und vom 15.&nbsp;November 1991 III&nbsp;R&nbsp;30\/88, BFHE 166, 159, BStBl II 1992, 179).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Vorteilsanrechnung gr&uuml;ndet auf der zweckgerichteten Auslegung des Begriffs der Aufwendungen und dem Merkmal der Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit. Denn der Abzugstatbestand des &sect;&nbsp;33 EStG erfordert die verminderte subjektive Leistungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen. Der Steuerpflichtige ist im Ergebnis lediglich um die Differenz von au&szlig;ergew&ouml;hnlichem Aufwand und Ersatzleistung belastet. Nur insoweit tr&auml;gt er den au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Aufwand tats&auml;chlich und nur insoweit ist seine wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit vermindert (Senatsbeschluss vom 14.&nbsp;April 2011 VI&nbsp;R&nbsp;8\/10, BFHE 233, 241, BStBl II 2011, 701).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorteilsanrechnung, die der Vermeidung einer steuerlichen Doppelentlastung dient, ist jedoch nur geboten, wenn die (steuerfreie) Ersatzleistung und der Aufwand auf dem n&auml;mlichen Ereignis beruhen (Senatsbeschluss in BFHE 233, 241, BStBl II 2011, 701). Anzurechnen sind deshalb nur Vorteile in Geld oder Geldeswert, die der Steuerpflichtige erh&auml;lt, um die entstandenen au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Aufwendungen auszugleichen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Juli 1957 VI&nbsp;106\/55&nbsp;U, BFHE 65, 250, BStBl III 1957, 329; vom 22.&nbsp;Oktober 1971 VI&nbsp;R&nbsp;242\/69, BFHE 104, 63, BStBl II 1972, 177; vom 19.&nbsp;Oktober 1990 III&nbsp;R&nbsp;93\/87, BFHE 162, 326, BStBl II 1991, 140, und vom 18.&nbsp;April 2002 III&nbsp;R&nbsp;15\/00, BFHE 199, 135, BStBl II 2003, 70).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze hat das FG in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise entschieden, dass die Krankheitskosten nur insoweit als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nach &sect;&nbsp;33 EStG zu ber&uuml;cksichtigen sind, als sie die von der Krankenkasse bezogenen Leistungen &uuml;berstiegen. Zu diesen Leistungen geh&ouml;rte auch die im Jahr 2013 erfolgte Zahlung. Die Krankenkasse leistete diese Zahlung ausweislich ihres Schreibens vom &#8230; 2013 auf die im Jahr 2009 vom Kl&auml;ger zu 1. verauslagten Behandlungskosten der E, da die Krankenkasse entsprechend der mit E abgeschlossenen Vereinbarung urspr&uuml;nglich nur 50&nbsp;% der Behandlungskosten &uuml;bernommen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger steht der Vorteilsanrechnung nicht entgegen, dass die Erstattung an den Kl&auml;ger zu 1. und nicht an die Erbengemeinschaft erfolgte. Die Krankenkasse leistete die Erstattung an den Kl&auml;ger zu 1., da dieser und nicht die Erbengemeinschaft die Krankheitskosten der E zuvor selbst getragen hatte. Die entsprechenden Aufwendungen des Kl&auml;gers zu 1. wurden als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung in der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr geltend gemacht und vom FA bei der Einkommensteuerveranlagung auch ber&uuml;cksichtigt. Der Kl&auml;ger zu 1. ist in H&ouml;he der im Jahr 2013 erfolgten Erstattung indessen nicht (mehr) mit den Krankheitskosten der E belastet. Dies rechtfertigt die Vorteilsanrechnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Erstattung der Krankenkasse ist &#8211;entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger&#8211; auch nicht um die Gerichtskosten des finanzgerichtlichen Verfahrens zu mindern. Die Kl&auml;ger wandten die Gerichtskosten n&auml;mlich nicht auf, um die Erstattung der vom Kl&auml;ger zu 1. getragenen Krankheitskosten durch die Krankenkasse zu erlangen. Der Umstand, dass die Kl&auml;ger erst durch die im finanzgerichtlichen Verfahren gew&auml;hrte Akteneinsicht von den Umst&auml;nden erfuhren, die den Kl&auml;ger zu 1. veranlasst haben, eine weitere Erstattung der von ihm getragenen Krankheitskosten zu verlangen, begr&uuml;ndet keinen hinreichenden wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen der Erstattung der Krankenkasse und den Gerichtskosten f&uuml;r das finanzgerichtliche Verfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unabh&auml;ngig davon, dass die Kl&auml;ger die Gerichtskosten f&uuml;r das finanzgerichtliche Verfahren nicht im Streitjahr gezahlt haben und ein Abzug dieser Kosten schon aus diesem Grund im Streitfall nicht in Betracht kommt, sind die Gerichtskosten auch dem Grunde nach keine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen. Nach der Rechtsprechung des Senats in seinem Urteil vom 18.&nbsp;Juni 2015 VI&nbsp;R&nbsp;17\/14 (BFHE 250, 153, BStBl II 2015, 800) sind Prozesskosten f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume bis einschlie&szlig;lich 2012 &#8211;und damit auch f&uuml;r das Streitjahr&#8211; nur insoweit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 EStG abziehbar, als der Prozess existenziell wichtige Bereiche oder den Kernbereich menschlichen Lebens ber&uuml;hrt. Das von den Kl&auml;gern vor dem FG verfolgte Begehren zur &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung ber&uuml;hrte indessen keinen existenziell wichtigen Bereich und auch nicht den Kernbereich menschlichen Lebens i.S. der vorgenannten Rechtsprechung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG erm&auml;&szlig;igt sich die Einkommensteuer dadurch, dass der Teil der zwangsl&auml;ufigen Aufwendungen, der die dem Steuerpflichtigen zumutbare Belastung (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 EStG) &uuml;bersteigt, vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat den Betrag der zumutbaren Belastung im Streitfall unzutreffend ermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abweichend von der bisherigen Verwaltungsauffassung, wonach sich die H&ouml;he der zumutbaren Belastung ausschlie&szlig;lich nach dem h&ouml;heren Prozentsatz richtete, sobald der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte eine der in &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG genannten Grenzen &uuml;berschritt, ist die Regelung nach der neueren Rechtsprechung des Senats im Urteil in BFHE 256, 339, BStBl II 2017, 684, der sich der VIII.&nbsp;Senat des BFH in seinem Urteil in BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949 und auch die Finanzverwaltung zwischenzeitlich angeschlossen haben, so zu verstehen, dass nur der Teil des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte, der den im Gesetz genannten Grenzbetrag &uuml;bersteigt, mit dem jeweils h&ouml;heren Prozentsatz belastet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiernach berechnet sich die zumutbare Belastung im Streitfall auf der Grundlage von zur Einkommensteuer zusammen veranlagten Ehegatten &#8230; wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die zumutbare Belastung &uuml;bersteigt damit die als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen vom FA anerkannten Aufwendungen. H&ouml;here Aufwendungen sind nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen anzusetzen, wie die Vorinstanz zutreffend entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auf den Ansatz einer zumutbaren Belastung kann nach dem eindeutigen Wortlaut des Gesetzes auch bei Krankheitskosten nicht verzichtet werden. Denn das Gesetz differenziert in &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 EStG bei Ansatz und Ermittlung der zumutbaren Belastung nicht zwischen Krankheitskosten und anderen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen abziehbaren Aufwendungen (BFH-Urteil in BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die so ermittelte zumutbare Belastung ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung verfassungsgem&auml;&szlig; (BFH-Urteile in BFHE 166, 159, BStBl II 1992, 179; vom 24.&nbsp;Juni 2004 III&nbsp;R&nbsp;141\/95, BFH\/NV 2004, 1635, Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen durch BVerfG-Beschluss vom 2.&nbsp;Oktober 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1849\/04; in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151, Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen durch BVerfG-Beschluss vom 23.&nbsp;November 2016&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;180\/16; in BFHE 256, 339, BStBl II 2017, 684, und in BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949; BFH-Beschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;September 2016 III&nbsp;R&nbsp;62\/13, BFHE 255, 252, BStBl II 2017, 259; vom 10.&nbsp;Januar 2003 III&nbsp;B&nbsp;26\/02, BFH\/NV 2003, 616; BVerfG-Beschluss vom 29.&nbsp;Oktober 1987&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;672\/87, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1989, 152). Daran h&auml;lt der Senat auch in Ansehung des Vortrags der Kl&auml;ger und der an dieser Rechtsprechung teilweise ge&auml;u&szlig;erten Kritik (z.B. Karrenbrock\/Petrak, Deutsches Steuerrecht 2016, 47) nach nochmaliger &Uuml;berpr&uuml;fung weiterhin fest. Dies gilt insbesondere f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung der zumutbaren Belastung bei Krankheitskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dem Prinzip der Steuerfreiheit des Existenzminimums hat der Staat das Einkommen des B&uuml;rgers insoweit steuerfrei zu stellen, als dieser es zur Schaffung der Mindestvoraussetzungen eines menschenw&uuml;rdigen Daseins f&uuml;r sich und seine Familie ben&ouml;tigt (BFH-Urteile in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151, und in BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949; BFH-Beschluss in BFHE 255, 252, BStBl II 2017, 259). Dem Grundgedanken der Subsidiarit&auml;t der staatlichen F&uuml;rsorge entspricht es, dass sich die Bemessung des einkommensteuerrechtlich ma&szlig;geblichen Existenzminimums zumindest nach dem im Sozialhilferecht niedergelegten Leistungsniveau richtet. Solange der Empf&auml;nger entsprechender Sozialleistungen aus den allgemeinen Haushaltsmitteln finanziert wird, ist auch der entsprechende Aufwand im Einkommensteuerrecht steuerfrei zu stellen (BVerfG-Beschluss vom 13.&nbsp;Februar 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/06, BVerfGE 120, 125, unter D.II.4.b). Zu diesem einkommensteuerrechtlich zu verschonenden Existenzminimum geh&ouml;ren grunds&auml;tzlich auch Aufwendungen des Steuerpflichtigen f&uuml;r die Kranken- und Pflegeversorgung (Senatsurteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151). F&uuml;r die Bemessung des freizustellenden existenznotwendigen Aufwands der H&ouml;he nach ist auf das sozialhilferechtlich gew&auml;hrleistete Leistungsniveau als eine das Existenzminimum quantifizierende Vergleichsebene abzustellen (Senatsurteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151). Da auch Empf&auml;nger von Sozialleistungen Zuzahlungen aus den ihnen zur Verf&uuml;gung gestellten Sozialleistungen bis zur Belastungsgrenze selbst zu erbringen haben, geh&ouml;ren Zuzahlungen i.S. des &sect;&nbsp;61 SGB&nbsp;V nicht zum einkommensteuerrechtlichen Existenzminimum (BFH-Beschluss in BFHE 255, 252, BStBl II 2017, 259).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen kann insbesondere nicht eingewandt werden, dass das einkommensteuerrechtliche Existenzminimum f&uuml;r alle Steuerpflichtigen unabh&auml;ngig von ihrem individuellen Grenzsteuersatz in voller H&ouml;he von der Einkommensteuer freizustellen ist. Dies gilt n&auml;mlich nur f&uuml;r Aufwendungen, die tats&auml;chlich von Verfassungs wegen auch dem einkommensteuerrechtlichen Existenzminimum zuzuordnen sind, weil die Aufwendungen dem im Sozialhilferecht niedergelegten Leistungsniveau entsprechen. Das sozialhilferechtliche Versorgungsniveau umfasst aber gerade keine zuzahlungsfreie Krankenversorgung (BFH-Beschluss in BFHE 255, 252, BStBl II 2017, 259). Aus diesem Grund bildet die sozialrechtliche Belastungsgrenze (&sect;&nbsp;62 SGB&nbsp;V) auch von Verfassungs wegen keine betragsm&auml;&szlig;ige Grenze f&uuml;r den Ansatz der zumutbaren Belastung. Diese ist vielmehr nach den in &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 EStG geregelten steuerlichen Grunds&auml;tzen zu ermitteln, die ihrerseits &#8211;nach st&auml;ndiger Rechtsprechung&#8211; verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>70<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Zuzahlung mag allenfalls dann nicht mehr zumutbar sein, falls dadurch in das verfassungsrechtlich gesicherte Existenzminimum eingegriffen werden sollte (Urteil des Bundessozialgerichts vom 22.&nbsp;April 2008 B&nbsp;1&nbsp;KR&nbsp;10\/07&nbsp;R, BSGE 100, 221, Rz&nbsp;16). Solange allerdings der tats&auml;chliche Umfang der von dem Steuerpflichtigen erbrachten Aufwendungen f&uuml;r die Zuzahlungen &#8211;wie im Streitfall&#8211; der H&ouml;he nach nicht geeignet ist, dieses Existenzminimum zu tangieren, h&auml;lt der erkennende Senat eine Einschr&auml;nkung der zumutbaren Belastung von Verfassungs wegen nicht f&uuml;r geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>71<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nachdem die Krankenkasse im Jahr 2013 die zuvor nur teilweise &uuml;bernommenen Behandlungskosten der E in der K-Klinik aus dem Streitjahr vollst&auml;ndig erstattet hatte, betreffen die verbleibenden, vom FA als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen anerkannten Krankheitskosten von der Krankenkasse nicht erstattete Aufwendungen f&uuml;r &auml;rztliche Behandlungen auf (private) Rechnung, Zuzahlungen zu einer Kur und zu einem Krankenhausaufenthalt, Praxisgeb&uuml;hren, Aufwendungen f&uuml;r einen &#8230;, f&uuml;r &quot;pr&auml;ventive Krankengymnastik&quot; und f&uuml;r verschiedene durch Privatrezept verordnete Medikamente, Zuzahlungen zu Medikamenten und Rezepten sowie Fahrtkosten zu Kliniken und Krankenfahrten mit dem Taxi.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>72<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Aufwendungen geh&ouml;ren nicht zum sozialhilferechtlich gew&auml;hrleisteten Leistungsniveau. Ein Sozialhilfeempf&auml;nger h&auml;tte die Aufwendungen f&uuml;r die &auml;rztliche Behandlung au&szlig;erhalb der gesetzlichen Krankenversicherung auf (private) Rechnung, f&uuml;r &quot;pr&auml;ventive Krankengymnastik&quot;, f&uuml;r die durch Privatrezept verordneten Medikamente und den &#8230; nicht aus allgemeinen Haushaltsmitteln (erstattet) erhalten. Hinsichtlich der Fahrtkosten zu den Kliniken und der Aufwendungen f&uuml;r die Krankenfahrten mit dem Taxi kann der Senat offen lassen, ob entsprechende Fahrtkosten einem Sozialhilfeempf&auml;nger aus Haushaltsmitteln erstattet worden w&auml;ren. Die Kl&auml;ger haben f&uuml;r die Fahrtkosten von der Krankenversicherung jedenfalls keine Leistungen (Erstattungen) erhalten. Dies mag darauf beruhen, dass entsprechende Versicherungsleistungen nicht geltend gemacht wurden oder von der Krankenversicherung nicht zu erbringen waren. Weder in der einen noch in der anderen Konstellation ist es von Verfassungs wegen geboten, vom Ansatz der zumutbaren Belastung abzusehen. Gleiches gilt in Bezug auf die Zuzahlungen zu der Kur, zu dem Krankenhausaufenthalt, zu den Medikamenten und Rezepten sowie f&uuml;r die Praxisgeb&uuml;hren. Denn solche Zahlungen h&auml;tte auch ein Sozialhilfeempf&auml;nger dem Grunde nach aus seinen Sozialleistungen aufbringen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>73<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Grundrechte auf Leben und k&ouml;rperliche Unversehrtheit (Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GG) gebieten es ebenfalls nicht, im Streitfall keine zumutbare Belastung anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>74<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der von den Kl&auml;gern als Verfahrensfehler ger&uuml;gte Versto&szlig; des FG gegen das Gebot des fairen Verfahrens (Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG) liegt nicht vor. Das FG hatte angesichts des Streitgegenstands und des von den Kl&auml;gern gestellten Klageantrags nicht &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Auskunftsersuchen des FA im Verwaltungsverfahren zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>75<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Da der Senat weder von der Verfassungswidrigkeit der zumutbaren Belastung in &sect;&nbsp;33 EStG noch von der Verfassungswidrigkeit der r&uuml;ckwirkenden Neuregelung der formalen Nachweispflichten in &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;4 EStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;64, 84 Abs.&nbsp;3f EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 &uuml;berzeugt ist, kommen eine Aussetzung des Verfahrens und eine Vorlage an das BVerfG gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 GG nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>76<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Senat &uuml;bt sein ihm gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 FGO einger&auml;umtes Ermessen dahin aus, das Verfahren nicht bis zur Entscheidung des BVerfG &uuml;ber die vom Kl&auml;ger zu 1. gegen das BFH-Urteil in BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949 eingelegte Verfassungsbeschwerde (2&nbsp;BvR&nbsp;1936\/17) auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>77<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dieser Vorschrift kann das Gericht, wenn die Entscheidung des Rechtsstreits ganz oder zum Teil vom Bestehen oder Nichtbestehen eines Rechtsverh&auml;ltnisses abh&auml;ngt, das den Gegenstand eines anderen Rechtsstreits bildet oder von einer Verwaltungsbeh&ouml;rde festzustellen ist, anordnen, dass die Verhandlung bis zur Erledigung des anderen Rechtsstreits oder bis zur Entscheidung der Verwaltungsbeh&ouml;rde auszusetzen ist. Bei der vom Gericht zu treffenden Ermessensentscheidung sind insbesondere prozess&ouml;konomische Gesichtspunkte und die Interessen der Beteiligten abzuw&auml;gen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 9.&nbsp;Dezember 2004 III&nbsp;B&nbsp;83\/04, BFH\/NV 2005, 503, und vom 19.&nbsp;September 2007 XI&nbsp;B&nbsp;52\/06, BFH\/NV 2008, 63).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>78<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Klageverfahren ist nach der Rechtsprechung des BFH insbesondere auszusetzen, wenn vor dem BVerfG ein nicht als aussichtslos erscheinendes Musterverfahren gegen eine im Streitfall anzuwendende Norm anh&auml;ngig ist, den FG zahlreiche Parallelverfahren (Massenverfahren) vorliegen und keiner der Beteiligten des Klageverfahrens ein besonderes berechtigtes Interesse an einer Entscheidung &uuml;ber die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der umstrittenen Regelung trotz des beim BVerfG anh&auml;ngigen Verfahrens hat (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2008, 63). Au&szlig;erdem muss eine die Verfassungswidrigkeit bejahende Entscheidung des BVerfG entscheidungserhebliche Auswirkungen auf das auszusetzende Verfahren haben (BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;50\/06, BFH\/NV 2007, 1337). Eine Aussetzung des Verfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 FGO bis zur Entscheidung des BVerfG kommt daher dann nicht in Betracht, wenn selbst f&uuml;r den Fall, dass das BVerfG die einschl&auml;gige Steuerrechtsnorm f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt, eine entscheidungserhebliche Auswirkung auf das konkrete Streitverfahren deshalb auszuschlie&szlig;en ist, weil allenfalls mit einer Unvereinbarkeitserkl&auml;rung oder einer &Auml;nderungsverpflichtung des Gesetzgebers nur f&uuml;r die Zukunft zu rechnen ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2005 IV&nbsp;B&nbsp;91\/04, BFHE 209, 128, BStBl II 2005, 647; vom 24.&nbsp;Januar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;37\/05, BFH\/NV 2006, 1154; vom 2.&nbsp;September 2005 XI&nbsp;B&nbsp;224\/04, BFH\/NV 2006, 556, und vom 21.&nbsp;Juli 2005 II&nbsp;B&nbsp;78\/04, BFH\/NV 2005, 1984).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>79<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hiernach ist das vorliegende Revisionsverfahren nicht nach &sect;&nbsp;74 FGO auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>80<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit sich der Kl&auml;ger zu 1. in dem Verfassungsbeschwerdeverfahren 2&nbsp;BvR&nbsp;1936\/17 gegen die r&uuml;ckwirkende Neuregelung der formalen Nachweispflichten in &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;4 EStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;64, 84 Abs.&nbsp;3f EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 wendet, h&auml;lt der Senat die Verfassungsbeschwerde aus den oben bereits dargelegten Gr&uuml;nden (s. II.2.d) f&uuml;r offensichtlich aussichtslos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>81<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In Bezug auf die vom Kl&auml;ger zu 1. mit der Verfassungsbeschwerde gegen das BFH-Urteil in BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949 ger&uuml;gte Verfassungswidrigkeit der zumutbaren Belastung kann der Senat dahinstehen lassen, ob die Verfassungsbeschwerde insoweit ebenfalls offensichtlich aussichtslos ist. Denn es erscheint jedenfalls ausgeschlossen, dass die Entscheidung in dem Verfahren 2&nbsp;BvR&nbsp;1936\/17 entscheidungserhebliche Auswirkungen auf das vorliegende Verfahren haben k&ouml;nnte. Nach der Rechtsprechung des BVerfG ist nicht ohne weiteres davon auszugehen, dass normverwerfende Entscheidungen dieses Gerichts zu einer r&uuml;ckwirkenden Nichtigkeitsregelung der angegriffenen gesetzlichen Bestimmung oder zu einer r&uuml;ckwirkenden Neuregelung des beanstandeten Gesetzes &#8211;und sei es auch nur im Rahmen einer &Uuml;bergangsregelung f&uuml;r alle noch offenen F&auml;lle&#8211; f&uuml;hren (z.B. BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;November 1998 IV&nbsp;B&nbsp;150\/97, BFH\/NV 1999, 657, mit Nachweisen zur Rechtsprechung des BVerfG). Eine solche M&ouml;glichkeit schlie&szlig;t der Senat f&uuml;r die zumutbare Belastung aus. Es w&auml;re selbst f&uuml;r den Fall, dass das BVerfG die zumutbare Belastung entgegen der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH und entgegen seinen eigenen bisherigen Entscheidungen nunmehr f&uuml;r verfassungswidrig halten sollte, nicht mit einer Nichtigkeits-, sondern allenfalls mit einer Unvereinbarkeitserkl&auml;rung und einer &Auml;nderungsverpflichtung des Gesetzgebers f&uuml;r die Zukunft zu rechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>82<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Ablehnung des Antrags auf Aussetzung des Verfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 FGO kann in der Endentscheidung erfolgen (BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;November 2003 II&nbsp;B&nbsp;68\/02, BFH\/NV 2004, 462, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>83<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.2.2018, VI R 11\/16ECLI:DE:BFH:2018:B.210218.VIR11.16.0 Krankheits- und Beerdigungskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der zumutbaren Belastung und der r&uuml;ckwirkenden Anwendung von &sect; 64 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 Leits&auml;tze 1. Dem in &sect; 33 Abs. 4 EStG i.d.F. des StVereinfG 2011 und in &sect; 64 Abs. 1 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 geregelten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-11-16-krankheits-und-beerdigungskosten-als-aussergewoehnliche-belastung-verfassungsmaessigkeit-der-zumutbaren-belastung-und-der-rueckwirkenden-anwendung-von-par-64-estdv-idf-des-stvereinfg-2011\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;11\/16 &#8211; Krankheits- und Beerdigungskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der zumutbaren Belastung und der r&uuml;ckwirkenden Anwendung von &sect; 64 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69446","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69446","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69446"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69446\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69446"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69446"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69446"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}