{"id":69448,"date":"2018-05-15T17:09:49","date_gmt":"2018-05-15T15:09:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69448"},"modified":"2018-05-15T17:09:49","modified_gmt":"2018-05-15T15:09:49","slug":"ii-b-75-16-pruefungsumfang-des-fg-bei-gerichtlichem-adv-antrag-befugnisse-der-finanzbehoerde-im-rahmen-der-spielvergnuegungsteuernachschau-in-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-75-16-pruefungsumfang-des-fg-bei-gerichtlichem-adv-antrag-befugnisse-der-finanzbehoerde-im-rahmen-der-spielvergnuegungsteuernachschau-in-hamburg\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;75\/16 &#8211; Pr&uuml;fungsumfang des FG bei gerichtlichem AdV-Antrag, Befugnisse der Finanzbeh&ouml;rde im Rahmen der Spielvergn&uuml;gungsteuernachschau in Hamburg"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.2.2018, II B 75\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:BA.190218.IIB75.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Pr&uuml;fungsumfang des FG bei gerichtlichem AdV-Antrag, Befugnisse der Finanzbeh&ouml;rde im Rahmen der Spielvergn&uuml;gungsteuernachschau in Hamburg<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Hat die Finanzbeh&ouml;rde AdV nur gegen Sicherheitsleistung angeordnet, dem Steuerpflichtigen f&uuml;r die Erbringung der Sicherheitsleistung eine Frist gesetzt und stellt der Steuerpflichtige nach Fristablauf einen gerichtlichen AdV-Antrag, ohne die Sicherheit geleistet zu haben, ist das FG nicht auf die Pr&uuml;fung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Anordnung einer Sicherheitsleistung beschr&auml;nkt, sondern hat auch die materiell-rechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung einer AdV zu pr&uuml;fen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die Finanzbeh&ouml;rde ist im Rahmen der Spielvergn&uuml;gungsteuernachschau nach &sect; 11 Abs. 2 HmbSpVStG berechtigt, die Spielger&auml;te des Spielger&auml;teaufstellers mit amtseigenen Ger&auml;ten auszulesen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Antragstellerin gegen den Beschluss des Finanzgerichts Hamburg vom 15. August 2016 1 V 41\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Antragstellerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin), eine KG, stellt in Hamburg Geldspielger&auml;te mit Gewinnm&ouml;glichkeit in einer Spielhalle auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Antragstellerin eingesetzten Geldspielger&auml;te speichern die Daten ihrer Nutzung (interne Speicherung). Diese k&ouml;nnen mit einem speziellen Ger&auml;t ausgelesen und extern (elektronisch) gespeichert werden. Die Antragstellerin legt ihren Steueranmeldungen die Daten einer solchen externen elektronischen Speicherung zugrunde, die sie dem Antragsgegner und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) auch in Form von Ausdrucken zur Verf&uuml;gung stellt. Es ist technisch nicht ausgeschlossen, dass bei der Daten&uuml;bertragung der Inhalt der Daten manipuliert werden kann. Das Auslesen kann mit einem L&ouml;schen der internen Speicherung verbunden werden. Dabei werden die Aufzeichnungen der Nutzungsdaten im Geldspielger&auml;t f&uuml;r den Zeitraum vor der vorherigen Auslesung (Vorauslesezeitraum) gel&ouml;scht. Wird jedes Auslesen mit einem L&ouml;schen verbunden, kann, sofern nur entsprechend dem Besteuerungs- und Anmeldezeitraum von einem Monat ausgelesen wird, bei einer Nachschau der Datensatz f&uuml;r den ablaufenden Monat und f&uuml;r den Vormonat erkannt werden. Wird hingegen h&auml;ufiger mit L&ouml;schen ausgelesen, so verringert sich der Umfang der in der Nachschau erkennbaren Vorg&auml;nge entsprechend. Nach unmittelbar aufeinander folgendem doppelten Auslesen ohne zwischenzeitliche Ums&auml;tze mit L&ouml;schen (sog. Nullauslesung) sind keine Nutzungsdaten mehr intern gespeichert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin las ihre Spielger&auml;te mehrmals im Monat aus, zum Teil mit sog. Nullauslesungen, so dass die Spielger&auml;tedaten nicht mehr f&uuml;r einen vollen Monat in den Ger&auml;ten gespeichert waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA f&uuml;hrte mehrere Spielvergn&uuml;gungsteuernachschauen bei der Antragstellerin durch. Die erste Nachschau am 24.&nbsp;Juni 2014 erstreckte sich auf den Zeitraum 2. bis 24.&nbsp;Juni 2014 und ergab einen durchschnittlichen Spieleinsatz pro Tag und Ger&auml;t von 523&nbsp;EUR. In der nachfolgenden Steueranmeldung erkl&auml;rte die Antragstellerin f&uuml;r den Monat Juni 2014 einen um mehr als 80&nbsp;% h&ouml;heren Gesamtumsatz als in den f&uuml;nf Vormonaten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin gab das FA der Antragstellerin mit Schreiben vom 27.&nbsp;Juni 2014 auf, zur Wahrung der Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit ihrer Buchf&uuml;hrung w&auml;hrend eines laufenden Monats ohne L&ouml;schen auszulesen und sog. &quot;Nullauslesungen&quot; zu unterlassen. Das FA wies darauf hin, dass bei einem Versto&szlig; gegen diese Auflagen ein Zwangsgeldverfahren eingeleitet werde. Auf den Einspruch der Antragstellerin hiergegen erl&auml;uterte das FA mit Schreiben vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2015, dass die Aufforderungen im Schreiben vom 27.&nbsp;Juni 2014 keine Verwaltungsakte darstellten und ein diesbez&uuml;glicher Rechtsschein hiermit beseitigt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die weiteren Nachschauen bei der Antragstellerin am 3.&nbsp;Dezember 2014 und am 28.&nbsp;Juli 2015 ergaben einen durchschnittlichen Spieleinsatz pro Tag und Ger&auml;t von 586&nbsp;EUR (f&uuml;r den Zeitraum 25.&nbsp;November bis 2.&nbsp;Dezember 2014), von 520&nbsp;EUR (f&uuml;r den Zeitraum 2.&nbsp;Dezember bis 3.&nbsp;Dezember 2014) und von 427&nbsp;EUR (f&uuml;r den Zeitraum vom 22. bis 28.&nbsp;Juli 2015). Im Rahmen der ersten beiden Nachschauen lasen sowohl der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Antragstellerin als auch die Mitarbeiter des FA &#8211;diese mit amtseigenen Ger&auml;ten&#8211; die Geldspielger&auml;te aus. In der Nachschau am 28.&nbsp;Juli 2015 lasen die Mitarbeiter des FA &#8211;wiederum mit amtseigenem Ger&auml;t&#8211; die Geldspielger&auml;te aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin meldete f&uuml;r die Monate August 2014 und November 2014 bis Juni 2015 einen Bestand von neun Spielger&auml;ten und f&uuml;r die Monate September und Oktober 2014 einen Bestand von acht Spielger&auml;ten an. F&uuml;r die Monate August 2014 bis Juni 2015 errechnete sie eine Spielvergn&uuml;gungsteuer von insgesamt 49.529,44&nbsp;EUR. Dies entspricht einem durchschnittlichen Spieleinsatz pro Tag und Ger&auml;t von 339&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einzelnen meldete sie beim FA folgende Spielvergn&uuml;gungsteuer an: F&uuml;r August 2014 in H&ouml;he von 5.585,55&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 8.&nbsp;September 2014), f&uuml;r September 2014 in H&ouml;he von 4.401,21&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 9.&nbsp;Oktober 2014), f&uuml;r Oktober 2014 in H&ouml;he von 4.111,38&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 3.&nbsp;November 2014), f&uuml;r November 2014 in H&ouml;he von 4.844,72&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 4.&nbsp;Dezember 2014), f&uuml;r Dezember 2014 in H&ouml;he von 4.715,98&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 8.&nbsp;Januar 2015), f&uuml;r Januar 2015 in H&ouml;he von 4.807,30&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 9.&nbsp;Februar 2015), f&uuml;r Februar 2015 in H&ouml;he von 4.784,43&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2015), f&uuml;r M&auml;rz 2015 in H&ouml;he von 4.376,81&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 8.&nbsp;April 2015, f&uuml;r April 2015 in H&ouml;he von 3.995,98&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 8.&nbsp;Mai 2015), f&uuml;r Mai 2015 in H&ouml;he von 4.623,51&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 8.&nbsp;Juni 2015) und f&uuml;r Juni 2015 in H&ouml;he von 3.282,57&nbsp;EUR (mit Anmeldung vom 8.&nbsp;Juli 2015).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 5.&nbsp;November 2015 setzte das FA f&uuml;r die Monate August 2014 bis Juni 2015 durch Sch&auml;tzbescheide eine gegen&uuml;ber den Anmeldungen um 25.694,46&nbsp;EUR h&ouml;here Spielvergn&uuml;gungsteuer gegen die Antragstellerin in H&ouml;he von insgesamt 75.223,90&nbsp;EUR fest. Im Einzelnen setzte das FA Spielvergn&uuml;gungsteuer in H&ouml;he von 7.170,30&nbsp;EUR f&uuml;r August 2014, in H&ouml;he von 6.168&nbsp;EUR f&uuml;r September 2014, in H&ouml;he von 6.373,60&nbsp;EUR f&uuml;r Oktober 2014, in H&ouml;he von 6.707,70&nbsp;EUR f&uuml;r November 2014, in H&ouml;he von 6.939&nbsp;EUR f&uuml;r Dezember 2014, in H&ouml;he von 7.170,30&nbsp;EUR f&uuml;r Januar 2015, in H&ouml;he von 6.707,70&nbsp;EUR f&uuml;r Februar 2015, in H&ouml;he von 6.939&nbsp;EUR f&uuml;r M&auml;rz 2015, in H&ouml;he von 6.939&nbsp;EUR f&uuml;r April 2015, in H&ouml;he von 7.170,30&nbsp;EUR f&uuml;r Mai 2015 und in H&ouml;he von 6.939&nbsp;EUR f&uuml;r Juni 2015 fest. Dabei ging das FA von einem durchschnittlichen Spieleinsatz pro Tag und Ger&auml;t von 514&nbsp;EUR aus. Das FA begr&uuml;ndete die Sch&auml;tzungen u.a. damit, dass die Antragstellerin gegen die Grunds&auml;tze ordnungsgem&auml;&szlig;er Buchf&uuml;hrung versto&szlig;en habe, indem sie die Spielger&auml;te mehrmals im Monat mit L&ouml;schen ausgelesen habe. Zudem gebe es aufgrund der Nachschauen konkrete Anhaltspunkte, die an der H&ouml;he der den Anmeldungen zugrundeliegenden Spieleins&auml;tze zweifeln lie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 19.&nbsp;November 2015 legte die Antragstellerin gegen die &Auml;nderungsbescheide vom 5.&nbsp;November 2015 Einspruch ein. &Uuml;ber die Einspr&uuml;che ist noch nicht entschieden. Das FA ordnete im Hinblick auf das beim Bundesfinanzhof (BFH) anh&auml;ngige Verfahren zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Hamburgischen Spielvergn&uuml;gungsteuer (II&nbsp;R&nbsp;21\/15) das Ruhen des Verfahrens an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zugleich mit der Einspruchseinlegung beantragte die Antragstellerin beim FA die Aussetzung der Vollziehung (AdV). Mit Bescheid vom 30.&nbsp;November 2015 gew&auml;hrte das FA die beantragte AdV im Umfang von 25.694,47&nbsp;EUR, jedoch nur unter der aufschiebenden Bedingung der Erbringung einer Sicherheitsleistung bis zum 31.&nbsp;Dezember 2015.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin stellte die Antragstellerin, die bis zum 31.&nbsp;Dezember 2015 keine Sicherheit geleistet hatte, am 9.&nbsp;Februar 2016 einen Antrag auf gerichtliche AdV ohne Sicherheitsleistung. Die AdV der Sch&auml;tzbescheide sei nicht von einer Sicherheitsleistung abh&auml;ngig zu machen. Es best&uuml;nden keine konkreten Anhaltspunkte f&uuml;r eine Gef&auml;hrdung des Steueranspruchs. Zudem seien die angefochtenen Steuerbescheide offensichtlich rechtswidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) lehnte die AdV ab. Bei einem Antrag, der auf AdV ohne Sicherheitsleistung gerichtet ist, sei das FG nicht auf die &Uuml;berpr&uuml;fung der Voraussetzungen f&uuml;r die Anordnung einer Sicherheitsleistung beschr&auml;nkt. Es habe vielmehr auch die Voraussetzungen f&uuml;r eine AdV zu pr&uuml;fen. Eine AdV sei im Streitfall nicht aufgrund ernstlicher Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Hamburgischen Spielvergn&uuml;gungsteuergesetzes (HmbSpVStG) zu gew&auml;hren gewesen, da die Antragstellerin das insoweit vom BFH geforderte besondere Interesse an der AdV nicht dargelegt habe. Auch im &Uuml;brigen best&uuml;nden keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Steuerbescheide. Eine Sch&auml;tzungsbefugnis des FA ergebe sich aus &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO), da die Antragstellerin durch das mehrmalige Auslesen und L&ouml;schen der Spielger&auml;tedaten innerhalb eines Monats gegen die Grunds&auml;tze ordnungsgem&auml;&szlig;er Buchf&uuml;hrung nach den &sect;&sect;&nbsp;140 bis 148 AO versto&szlig;en habe. Eine Sch&auml;tzungsbefugnis sei auch deshalb gegeben, weil die vom FA durchgef&uuml;hrten Nachschauen berechtigt gewesen seien und erhebliche Abweichungen von den Buchf&uuml;hrungsdaten der Antragstellerin ergeben h&auml;tten. Auch aus diesem Grunde sei die Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Buchf&uuml;hrung widerlegt. Schlie&szlig;lich seien die Sch&auml;tzungen auch der H&ouml;he nach nicht zu beanstanden. Insbesondere seien drei Nachschauen und die Nachschauzeitr&auml;ume von insgesamt &uuml;ber 30&nbsp;Tagen ausreichend f&uuml;r die Sch&auml;tzung der Spieleins&auml;tze f&uuml;r elf Monate gewesen. Das FA habe im Rahmen der Nachschauen verschiedene Monatsphasen ber&uuml;cksichtigt und nicht lediglich die Spielger&auml;tedaten am Monatsanfang ausgelesen. Saisonale Unterschiede seien beachtet worden. Die Ber&uuml;cksichtigung weiterer acht gesetzlicher Feiertage und eines Nachschauzeitraums von 23 statt &#8211;wie vom FA angenommen&#8211; 22&nbsp;Tagen f&uuml;r die Ermittlung des Durchschnittswerts der ersten Nachschau w&uuml;rde lediglich zu einer Abweichung von 3,5&nbsp;% zugunsten der Antragstellerin f&uuml;hren. Diese Abweichung liege jedoch im zul&auml;ssigen Sch&auml;tzrahmen und w&uuml;rde die erhebliche Abweichung des in den Nachschauen ermittelten durchschnittlichen Spieleinsatzes (514&nbsp;EUR pro Tag und Ger&auml;t) vom tats&auml;chlich angemeldeten durchschnittlichen Spieleinsatz (339&nbsp;EUR pro Tag und Ger&auml;t) in H&ouml;he von 52&nbsp;% nicht erkl&auml;ren. In neun der von der Sch&auml;tzung betroffenen elf Anmeldungszeitr&auml;ume habe die Abweichung mehr als 40&nbsp;% betragen. Der FG-Beschluss ist ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1797.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diesen Beschluss hat die Antragstellerin mit Schriftsatz vom 7.&nbsp;September 2016 Beschwerde eingelegt. Dieser half das FG nicht ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin macht geltend, die Pr&uuml;fung der Voraussetzungen der AdV sei nicht Gegenstand des Verfahrens vor dem FG gewesen. Der Pr&uuml;fungsumfang des FG sei auf die Frage der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Anordnung einer Sicherheitsleistung beschr&auml;nkt gewesen. Dar&uuml;ber hinaus best&uuml;nden ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Bescheide, da das FA keine Sch&auml;tzungsbefugnis nach &sect;&nbsp;162 AO gehabt habe und die Sch&auml;tzungen auch der H&ouml;he nach nicht korrekt seien. Insbesondere ergebe sich aus den &sect;&sect;&nbsp;140 bis 148 AO und den &sect;&sect;&nbsp;10 und 11 HmbSpVStG kein Verbot, die Spielger&auml;tedaten vor Ablauf eines zusammenh&auml;ngenden Monats zu l&ouml;schen. Die Daten d&uuml;rften extern gespeichert werden. Zudem k&ouml;nne sich das FA nicht auf eine Verletzung der Buchf&uuml;hrungspflichten berufen, da es die gegen&uuml;ber der Antragstellerin mit Schreiben vom 27.&nbsp;Juni 2014 erlassene Auflage, die Spielger&auml;tedaten nicht vor Ablauf eines Monats zu l&ouml;schen, mit Schreiben vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2015 zur&uuml;ckgenommen habe. Das FA habe seine Befugnisse im Rahmen der Spielvergn&uuml;gungsteuernachschau &uuml;berschritten, indem es die Spielger&auml;te der Antragstellerin mit eigenen, mitgebrachten Ger&auml;ten ausgelesen habe. Dieses Vorgehen sei von &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 und 2 AO nicht gedeckt. Zudem seien die Sch&auml;tzungen zu hoch, da Schwankungen aufgrund von Tages-, Wochen- und Jahreszeiten nicht ber&uuml;cksichtigt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine AdV sei auch deshalb zu gew&auml;hren, weil die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Hamburgischen Spielvergn&uuml;gungsteuer in Zweifel stehe. Dies zeige zum einen das beim BFH zu dieser Frage anh&auml;ngige Verfahren II&nbsp;R&nbsp;21\/15 und zum anderen das Urteil des S&auml;chsischen Oberverwaltungsgerichts vom 24.&nbsp;Februar 2016&nbsp;&nbsp;5&nbsp;A&nbsp;251\/10 (juris) betreffend die Verfassungswidrigkeit der Leipziger Spielvergn&uuml;gungsteuer. Auch wegen des vom FA angeordneten Ruhens des Einspruchsverfahrens der Antragstellerin sei AdV zu gew&auml;hren. Eine Sicherheitsleistung habe nicht angeordnet werden d&uuml;rfen, da keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine Gef&auml;hrdung des Steueranspruchs best&uuml;nden und die Sch&auml;tzungsbescheide offensichtlich rechtswidrig seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragt, die Vollziehung der Spielvergn&uuml;gungsteuerbescheide vom 5.&nbsp;November 2015 f&uuml;r die Monate August 2014 bis Juni 2015 ab Antragstellung beim FG am 9.&nbsp;Februar 2016 bis einen Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung im Umfang von insgesamt 25.694,47&nbsp;EUR ohne Sicherheitsleistung auszusetzen. Im Einzelnen beantragt sie die AdV der Bescheide in H&ouml;he von 1.584,75&nbsp;EUR f&uuml;r August 2014, in H&ouml;he von 1.766,79&nbsp;EUR f&uuml;r September 2014, in H&ouml;he von 2.262,22&nbsp;EUR f&uuml;r Oktober 2014, in H&ouml;he von 1.862,98&nbsp;EUR f&uuml;r November 2014, in H&ouml;he von 2.223,03&nbsp;EUR f&uuml;r Dezember 2014, in H&ouml;he von 2.363&nbsp;EUR f&uuml;r Januar 2015, in H&ouml;he von 1.923,27&nbsp;EUR f&uuml;r Februar 2015, in H&ouml;he von 2.562,19&nbsp;EUR f&uuml;r M&auml;rz 2015, in H&ouml;he von 2.943,02&nbsp;EUR f&uuml;r April 2015, in H&ouml;he von 2.546,79&nbsp;EUR f&uuml;r Mai 2015 und in H&ouml;he von 3.656,43&nbsp;EUR f&uuml;r Juni 2015.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus beantragt die Antragstellerin, die Verwirkung von S&auml;umniszuschl&auml;gen bis zur Entscheidung des BFH &uuml;ber den Aussetzungsantrag aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde der Antragstellerin zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es sei berechtigt gewesen, die Buchf&uuml;hrung der Antragstellerin zu verwerfen und die Besteuerungsgrundlagen zu sch&auml;tzen. Die Antragstellerin habe gegen ihre gesetzlichen Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten versto&szlig;en. Die in den Spielger&auml;ten erzeugten elektronischen Daten m&uuml;ssten in den Spielger&auml;ten mindestens f&uuml;r einen zusammenh&auml;ngenden Monat gespeichert werden, da der Anmeldezeitraum der Spielvergn&uuml;gungsteuer einen Monat betrage und eine &Uuml;berpr&uuml;fung der Daten sonst nicht m&ouml;glich sei. Ein L&ouml;schen der Daten sei technisch auch erst nach Ablauf von 90&nbsp;Tagen Spielbetrieb erforderlich. Durch die Art der Aufbewahrung der Daten m&uuml;sse zudem eine Manipulationsm&ouml;glichkeit ausgeschlossen sein. Die Unver&auml;nderbarkeit der Daten m&uuml;sse etwa durch den Einsatz eines kryptographischen Verfahrens wie INSIKA (integrierte Sicherheitsl&ouml;sung f&uuml;r messwertverarbeitende Kassensysteme) gew&auml;hrleistet werden. Dies ergebe sich aus den &sect;&sect;&nbsp;145&nbsp;f. AO sowie dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 14.&nbsp;November 2014 (BStBl I 2014, 1450, Abschn.&nbsp;8, Tz&nbsp;108&nbsp;ff.). Das FA habe die Antragstellerin nicht mit Schreiben vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2015 von ihrer Buchf&uuml;hrungspflicht befreit. Die Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten erg&auml;ben sich vielmehr aus dem Gesetz. Aus den Spielvergn&uuml;gungsteuernachschauen bei der Antragstellerin h&auml;tten sich Hinweise darauf ergeben, dass die Steueranmeldungen der Antragstellerin zu niedrig seien. Das FA habe seine Befugnisse im Rahmen der Spielvergn&uuml;gungsteuernachschau durch das Auslesen der Spielger&auml;te der Antragstellerin mit eigenen Ger&auml;ten nicht &uuml;berschritten. Die Befugnis hierzu ergebe sich aus der Begr&uuml;ndung zum Gesetzentwurf des Hamburgischen Spielvergn&uuml;gungsteuergesetzes. Die Sch&auml;tzung sei auch der H&ouml;he nach nicht zu beanstanden. Insbesondere seien drei Nachschauen zu unterschiedlichen Zeiten ausreichend. Diese h&auml;tten nicht nur zu Monatsbeginn stattgefunden. Die Nachschauen h&auml;tten erheblich h&ouml;here Spieleins&auml;tze je Spielger&auml;t ergeben, als angemeldet gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin hat die in den angefochtenen Steuerbescheiden festgesetzte Steuerschuld nach Einreichung der Beschwerde bezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zutreffend die von der Antragstellerin beantragte AdV der angefochtenen Steuerbescheide vom 5.&nbsp;November 2015 f&uuml;r die Monate August 2014 bis Juni 2015 &uuml;ber Spielvergn&uuml;gungsteuer abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat sich zu Recht &#8211;entgegen der Auffassung der Antragstellerin&#8211; nicht auf die &Uuml;berpr&uuml;fung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Anordnung einer Sicherheitsleistung beschr&auml;nkt, sondern auch die materiell-rechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung einer AdV nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gepr&uuml;ft. Diese Pr&uuml;fung war rechtm&auml;&szlig;ig. In F&auml;llen, in denen die Finanzbeh&ouml;rde nach &sect;&nbsp;361 AO eine AdV nur gegen Sicherheitsleistung anordnet und dem Steuerpflichtigen f&uuml;r die Erbringung der Sicherheitsleistung eine Frist setzt, hat das FG auch die materiell-rechtlichen Voraussetzungen der AdV zu pr&uuml;fen, wenn im Zeitpunkt der Stellung des gerichtlichen AdV-Antrags nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO die Frist bereits (erfolglos) abgelaufen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies folgt aus der Rechtsnatur der Anordnung einer Sicherheitsleistung. Bei dieser handelt es sich um eine unselbst&auml;ndige Nebenbestimmung, die der Aussetzungsentscheidung als aufschiebende Bedingung (vgl. &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO) beigef&uuml;gt wird. Die Wirkungen der AdV treten nur und erst dann ein, wenn der Steuerpflichtige die Sicherheit leistet (vgl. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Mai 2000 VI&nbsp;B&nbsp;266\/98, BFHE 192, 1, BStBl II 2000, 536, unter II.10., m.w.N.). Erbringt der Steuerpflichtige innerhalb der von der Finanzbeh&ouml;rde gesetzten Frist die Sicherheitsleistung dagegen nicht, geht die getroffene Verf&uuml;gung der Finanzbeh&ouml;rde ins Leere. Stellt der Steuerpflichtige nach Fristablauf einen gerichtlichen AdV-Antrag nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO, der auf AdV des angefochtenen Verwaltungsakts ohne Sicherheitsleistung gerichtet ist, muss das FG deshalb &uuml;ber die Tatbestandsvoraussetzungen der AdV insgesamt entscheiden (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 30.&nbsp;August 1989 I&nbsp;B&nbsp;39\/89, BFH\/NV 1990, 161, unter II.1., und vom 20.&nbsp;Mai 1997 VIII&nbsp;B&nbsp;108\/96, BFHE 183, 174, unter II.1.; vgl. Birkenfeld in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;69 FGO Rz&nbsp;411). Aus den BFH-Beschl&uuml;ssen vom 4.&nbsp;Februar 1998 VIII&nbsp;S&nbsp;6\/97 (BFH\/NV 1998, 987) und vom 7.&nbsp;Mai 2008 IX&nbsp;S&nbsp;26\/07 (BFH\/NV 2008, 1498) ergibt sich nichts anderes. Diesen Beschl&uuml;ssen lagen andere Sachverhalte zugrunde. Zwar hatten in diesen F&auml;llen die Finanzbeh&ouml;rden die Gew&auml;hrung der AdV auch jeweils von der Erbringung einer Sicherheitsleistung abh&auml;ngig gemacht. Sie hatten aber f&uuml;r die Erbringung der Sicherheitsleistung keine Frist gesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Antrag der Antragstellerin auf AdV bzw. Aufhebung der Vollziehung nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 und Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO ist zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Antrag der Antragstellerin, die Vollziehung der Steuerbescheide vom 5.&nbsp;November 2015 f&uuml;r die Monate August 2014 bis Juni 2015 &uuml;ber Spielvergn&uuml;gungsteuer ab Antragstellung beim FG am 9.&nbsp;Februar 2016 bis einen Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung in H&ouml;he von insgesamt 25.694,47&nbsp;EUR ohne Sicherheitsleistung auszusetzen, ist als Antrag auf Aufhebung der Vollziehung der angefochtenen Steuerbescheide i.S. des &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 und Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO ab F&auml;lligkeit auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung des angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise aussetzen. Ist der Verwaltungsakt, dessen Rechtswidrigkeit der Antragsteller geltend macht, bereits vollzogen, kommt nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO nur noch die Aufhebung der Vollziehung in Betracht. Im Streitfall sind die angefochtenen Steuerbescheide bereits durch Zahlung der streitigen Steuerforderungen durch die Antragstellerin vollzogen. Es kommt daher nur (noch) ein Antrag auf Aufhebung der Vollziehung in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die besondere Zugangsvoraussetzung des &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;4 FGO ist erf&uuml;llt. Nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 FGO ist der Antrag nach Abs.&nbsp;3 nur zul&auml;ssig, wenn die Beh&ouml;rde einen Antrag auf AdV ganz oder zum Teil abgelehnt hat. Eine teilweise Ablehnung durch die Finanzbeh&ouml;rde liegt z.B. vor, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; das FA eine uneingeschr&auml;nkt beantragte AdV nur gegen Sicherheitsleistung bewilligt hat (vgl. BFH-Beschluss vom 1.&nbsp;September 2010 XI&nbsp;S&nbsp;6\/10, BFH\/NV 2010, 2140, Rz&nbsp;16, m.w.N.). Die besondere Zugangsvoraussetzung nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;4 FGO erfasst auch einen Antrag auf Aufhebung der Vollziehung (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2013 XI&nbsp;B&nbsp;14\/13, BFHE 240, 223, BStBl II 2013, 390, Rz 13, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Antrag auf Aufhebung der Vollziehung nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 und Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO ist jedoch unbegr&uuml;ndet. Es bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Steuerbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 und Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO soll die Aufhebung der Vollziehung erfolgen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Verwaltungsakts bestehen oder wenn die Vollziehung f&uuml;r den Betroffenen eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ernstliche Zweifel i.S. von &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO liegen bereits dann vor, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Bescheids neben den f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken. Die Entscheidung hier&uuml;ber ergeht bei der im Verfahren &uuml;ber die Aufhebung der Vollziehung gebotenen summarischen Pr&uuml;fung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt. Zur Gew&auml;hrung der Aufhebung der Vollziehung ist es nicht erforderlich, dass die f&uuml;r die Rechtswidrigkeit sprechenden Gr&uuml;nde i.S. einer Erfolgswahrscheinlichkeit &uuml;berwiegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Februar 2017 X&nbsp;B&nbsp;138\/16, BFH\/NV 2017, 579, Rz&nbsp;32, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu den ernstlichen Zweifeln an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Verwaltungsakts geh&ouml;ren auch ernstliche verfassungsrechtliche Bedenken gegen die G&uuml;ltigkeit eines Gesetzes selbst, auf dem die Steuerfestsetzung beruht. Denn auch die vollziehende Gewalt ist nach Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3, Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes an Gesetz und Recht, insbesondere an die Grundrechte gebunden. Hat jedoch ein oberstes Bundesgericht die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit eines Gesetzes ausdr&uuml;cklich bejaht, liegen ernstliche Zweifel im Allgemeinen nicht vor (vgl. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;September 1988 V&nbsp;B&nbsp;137\/87, BFH\/NV 1989, 271, m.w.N.; Urteil des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 21.&nbsp;Februar 1961&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;314\/60, BVerfGE 12, 180, BStBl I 1961, 63, unter B.II.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei ernstlichen Bedenken gegen die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit eines Gesetzes setzt die AdV bzw. Aufhebung der Vollziehung nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 und Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO wegen des Geltungsanspruchs jedes formell verfassungsgem&auml;&szlig; zustande gekommenen Gesetzes zus&auml;tzlich voraus, dass ein besonderes berechtigtes Interesse des Antragstellers an der Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes besteht, dem der Vorrang gegen&uuml;ber dem &ouml;ffentlichen Interesse am Vollzug des Gesetzes zukommt (vgl. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2017 II&nbsp;B&nbsp;33\/16, BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz&nbsp;22, m.w.N.). Bei der Pr&uuml;fung, ob ein solches berechtigtes Interesse des Steuerpflichtigen besteht, ist dieses mit den gegen die Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes sprechenden &ouml;ffentlichen Belangen abzuw&auml;gen. Dabei kommt es ma&szlig;geblich einerseits auf die Bedeutung und die Schwere des durch die Vollziehung des angefochtenen Steuerbescheids eintretenden Eingriffs beim Steuerpflichtigen und andererseits auf die Auswirkungen einer AdV bzw. Aufhebung der Vollziehung hinsichtlich des Gesetzesvollzugs und des &ouml;ffentlichen Interesses an einer geordneten Haushaltsf&uuml;hrung an. Dem bis zu einer gegenteiligen Entscheidung des BVerfG bestehenden Geltungsanspruch jedes formell verfassungsm&auml;&szlig;ig zustande gekommenen Gesetzes ist der Vorrang einzur&auml;umen, wenn die Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung eines Steuerbescheids im Ergebnis zur vorl&auml;ufigen Nichtanwendung eines ganzen Gesetzes f&uuml;hren w&uuml;rde, die Bedeutung und die Schwere des durch die Vollziehung des angefochtenen Bescheids im Einzelfall eintretenden Eingriffs beim Steuerpflichtigen als eher gering einzustufen sind und der Eingriff keine dauerhaften nachteiligen Wirkungen hat (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz&nbsp;23, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Entsprechend diesen Grunds&auml;tzen ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Sch&auml;tzbescheide nicht ernstlich zweifelhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Vollziehung war &#8211;wie das FG zutreffend entschieden hat&#8211; nicht im Hinblick auf eine m&ouml;gliche Verfassungswidrigkeit des Hamburgischen Spielvergn&uuml;gungsteuergesetzes und das hierzu beim BFH anh&auml;ngige Verfahren II&nbsp;R&nbsp;21\/15 aufzuheben. Dies folgt zum einen daraus, dass der BFH mit Urteil vom 7.&nbsp;Dezember 2011 II&nbsp;R&nbsp;51\/10 (BFH\/NV 2012, 790) die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Hamburgischen Spielvergn&uuml;gungsteuergesetzes ausdr&uuml;cklich bejaht hat. Zum anderen w&uuml;rde die Aufhebung der Vollziehung im Ergebnis zur vorl&auml;ufigen Nichtanwendung eines ganzen Gesetzes, n&auml;mlich des Hamburgischen Spielvergn&uuml;gungsteuergesetzes f&uuml;hren. Dieses Gesetz ist formell verfassungsgem&auml;&szlig; zustande gekommen und kann daher bis zu einer Entscheidung des BVerfG Geltung beanspruchen. Die Antragstellerin hat kein besonderes berechtigtes Interesse an der Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes, dem Vorrang gegen&uuml;ber dem &ouml;ffentlichen Interesse am Vollzug des Gesetzes zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das durch das FA im Hinblick auf das beim BFH anh&auml;ngige Verfahren II&nbsp;R&nbsp;21\/15 angeordnete Ruhen des Einspruchsverfahrens stellt f&uuml;r sich genommen &#8211;anders als die Antragstellerin meint&#8211; ebenfalls keinen Grund f&uuml;r eine Aufhebung der Vollziehung nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 und Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat zu Recht angenommen, dass die Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung einer AdV bzw. Aufhebung der Vollziehung auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FA durfte die Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Alternative&nbsp;2, &sect;&nbsp;158 AO i.V.m. &sect;&nbsp;1&nbsp;Nr.&nbsp;1 des Hamburgischen Abgabengesetzes wegen sachlicher Unrichtigkeit der Buchf&uuml;hrung der Antragstellerin sch&auml;tzen. Das FA war aufgrund der in den drei Nachschauen gewonnenen Auslesedaten berechtigt, die Buchf&uuml;hrung der Antragstellerin sachlich zu verwerfen. Hierzu durfte es die mit amtseigenen Ger&auml;ten ermittelten Auslesedaten der Nachschauen heranziehen, da es nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 HmbSpVStG berechtigt war, die Spielger&auml;te der Antragstellerin mit einem eigenen Ger&auml;t auszulesen. Auf die Frage, ob die Buchf&uuml;hrung der Antragstellerin formell ordnungsgem&auml;&szlig; war, kommt es im Streitfall deshalb nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO hat die Finanzbeh&ouml;rde die Besteuerungsgrundlagen zu sch&auml;tzen, soweit sie diese nicht ermitteln oder berechnen kann (sog. Vorrang der Sachverhaltsermittlung und -feststellung, vgl. BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Juli 2010 V&nbsp;B&nbsp;121\/09, BFH\/NV 2010, 2015, Rz&nbsp;5). Liegt diese Voraussetzung vor, hat die Finanzbeh&ouml;rde die Besteuerungsgrundlagen zu sch&auml;tzen. Ein Ermessen besteht insoweit nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 AO konkretisiert die wichtigsten Sch&auml;tzungsanl&auml;sse, ist jedoch nicht abschlie&szlig;end (vgl. Wortlaut &quot;insbesondere&quot;; vgl. auch Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;162 AO Rz&nbsp;32; Klein\/R&uuml;sken, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;21). Nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 AO i.V.m. &sect;&nbsp;158 AO sind die Besteuerungsgrundlagen insbesondere dann zu sch&auml;tzen, wenn die Buchf&uuml;hrung oder die Aufzeichnungen der Besteuerung nicht nach &sect;&nbsp;158 AO zugrunde gelegt werden. Nach &sect;&nbsp;158 AO sind die Buchf&uuml;hrung und die Aufzeichnungen des Steuerpflichtigen, die den Vorschriften der &sect;&sect;&nbsp;140 bis 148 AO entsprechen, der Besteuerung zugrunde zu legen, soweit nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls kein Anlass ist, ihre sachliche Richtigkeit zu beanstanden. &sect;&nbsp;158 AO begr&uuml;ndet eine Rechtsvermutung zugunsten der sachlichen Richtigkeit der Buchf&uuml;hrung. Das Ergebnis einer formell ordnungsgem&auml;&szlig;en Buchf&uuml;hrung ist nur insoweit nicht der Besteuerung zugrunde zu legen, als die Vermutung des &sect;&nbsp;158 AO von der Finanzbeh&ouml;rde widerlegt wird (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 2015, Rz&nbsp;4). Aufgrund von Einzelpr&uuml;fungen wird die sachliche Richtigkeit einer formell ordnungsgem&auml;&szlig;en Buchf&uuml;hrung ersch&uuml;ttert, wenn nachgewiesen wird, dass einzelne Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle nicht oder sachlich unrichtig in der Buchf&uuml;hrung dargestellt sind. Die Einzelpr&uuml;fung kann insofern den zwingenden Beweis daf&uuml;r liefern, dass das Ergebnis der Buchf&uuml;hrung sachlich nicht richtig ist. Sofern lediglich Zweifel an der ordnungsm&auml;&szlig;igen Verbuchung einzelner Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle bestehen, h&auml;ngt das weitere Verfahren davon ab, ob der Steuerpflichtige seiner Mitverantwortung f&uuml;r die Sachverhaltsaufkl&auml;rung nachkommt (vgl. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;April 2005 X&nbsp;B&nbsp;115\/04, juris; Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;158 AO Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 HmbSpVStG k&ouml;nnen zur Sicherstellung einer gleichm&auml;&szlig;igen und vollst&auml;ndigen Festsetzung und Erhebung der Spielvergn&uuml;gungsteuer die Mitarbeiter der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde ohne vorherige Ank&uuml;ndigung und au&szlig;erhalb einer Au&szlig;enpr&uuml;fung Gesch&auml;ftsgrundst&uuml;cke und Gesch&auml;ftsr&auml;ume von in &sect;&nbsp;3 HmbSpVStG genannten Personen (Aufsteller der Spielger&auml;te und Inhaber des Aufstellungsortes) w&auml;hrend der Gesch&auml;fts- und Arbeitszeiten betreten, um Sachverhalte festzustellen, die f&uuml;r die Besteuerung erheblich sein k&ouml;nnen (Spielvergn&uuml;gungsteuernachschau). Nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 HmbSpVStG haben die in &sect;&nbsp;3 genannten Personen und die von ihnen betrauten Personen auf Verlangen der Mitarbeiter Aufzeichnungen, B&uuml;cher, Gesch&auml;ftspapiere und andere Unterlagen vorzulegen, Ausk&uuml;nfte zu erteilen und die notwendigen Verrichtungen an den Spielger&auml;ten vorzunehmen, damit die Feststellungen erm&ouml;glicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Der Wortlaut des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 HmbSpVStG ist so zu verstehen, dass auch die Mitarbeiter der Finanzbeh&ouml;rde im Rahmen der Nachschau die Spielger&auml;te mit eigenen Ger&auml;ten auslesen d&uuml;rfen. Die Gesetzesformulierung &quot;damit die Feststellungen erm&ouml;glicht werden&quot; richtet sich prim&auml;r an die Mitarbeiter der Finanzbeh&ouml;rden, die nach &sect;&nbsp;88 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO den Sachverhalt zu ermitteln haben. Diese Auslegung entspricht dem Sinn und Zweck der Norm, eine zeitnahe und kursorische Kontrolle zu gew&auml;hrleisten (vgl. B&uuml;rgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, Drucks 18\/2662, 8, zu &sect;&nbsp;11 HmbSpVStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Kontrollm&ouml;glichkeit w&auml;re nicht in der erforderlichen Weise gegeben, wenn die Mitarbeiter der Finanzbeh&ouml;rde die Spielger&auml;te nicht mit eigenen Ger&auml;ten auslesen d&uuml;rften. Zudem ist vorgeschrieben, dass die Geldspielger&auml;te eine Auslesung erm&ouml;glichen m&uuml;ssen. So haben nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 der Spielverordnung die Spielger&auml;te eine Kontrolleinrichtung zu enthalten, die s&auml;mtliche Eins&auml;tze, Gewinne und den Kasseninhalt zeitgerecht, unmittelbar und auslesbar erfasst. Geldspielger&auml;te ohne diese Bauart d&uuml;rfen nicht zugelassen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 AO steht dieser Auslegung nicht entgegen. Nach dieser Vorschrift hat die Finanzbeh&ouml;rde, wenn nach &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 AO aufzubewahrende Unterlagen mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems erstellt worden sind, im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung das Recht, Einsicht in die gespeicherten Daten zu nehmen und das Datenverarbeitungssystem zur Pr&uuml;fung dieser Unterlagen zu nutzen. &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 HmbSpVStG geht &sect;&nbsp;147 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 AO, der seinem Wortlaut nach ein unmittelbares Zugriffsrecht der Finanzbeh&ouml;rden auf elektronische Daten nur f&uuml;r die Au&szlig;enpr&uuml;fung vorsieht, als Spezialnorm vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Entsprechend diesen Grunds&auml;tzen waren die Buchf&uuml;hrung und die Aufzeichnungen der Antragstellerin nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;158 AO der Besteuerung zugrunde zu legen. Die vom FA durchgef&uuml;hrten Nachschauen ergaben einen um 52&nbsp;% h&ouml;heren durchschnittlichen Spieleinsatz pro Tag und Spielger&auml;t als die Antragstellerin angemeldet hatte. In neun der von der Sch&auml;tzung betroffenen Anmeldungszeitr&auml;ume betrugen die Abweichungen der bei der Nachschau festgestellten Spieleins&auml;tze von den angemeldeten Spieleins&auml;tzen mehr als 40&nbsp;%. Da die Antragstellerin diese erheblichen Abweichungen nicht erkl&auml;ren konnte, ist durch die Nachschauen die sachliche Unrichtigkeit der Buchf&uuml;hrung belegt. Das FA durfte die Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Alternative 2 i.V.m. &sect;&nbsp;158 AO sch&auml;tzen. Die Ergebnisse der drei Nachschauen sind verwertbar. Insbesondere steht der Verwertbarkeit nicht entgegen, dass das FA im Rahmen nicht nur der dritten Nachschau die Spielger&auml;te der Antragstellerin mit einem eigenen Ger&auml;t auslas. Nach &sect;&nbsp;11&nbsp;Abs.&nbsp;2 HmbSpVStG war das FA hierzu berechtigt. Hinsichtlich der ersten zwei Nachschauen ist davon auszugehen, dass die Auslesedaten des FA und des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der Antragstellerin &uuml;bereinstimmten, da die Antragstellerin nichts Gegenteiliges vorgetragen hat. Es h&auml;tte der Antragstellerin im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO oblegen, Gegenteiliges vorzutragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Da das FA bereits nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 AO wegen sachlicher Unrichtigkeit der Buchf&uuml;hrung zur Sch&auml;tzung berechtigt war, kann dahinstehen, ob das FA die Besteuerungsgrundlagen auch nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Alternative&nbsp;2, &sect;&nbsp;158, &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;4 AO wegen formeller Mangelhaftigkeit der Buchf&uuml;hrung sch&auml;tzen durfte. Darauf, ob die Antragstellerin gegen &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;4 AO verstie&szlig;, indem sie die in den Spielger&auml;ten gespeicherten elektronischen Daten vor Ablauf eines zusammenh&auml;ngenden Monats auslas, l&ouml;schte und extern (elektronisch) speicherte und bei der Daten&uuml;bertragung die M&ouml;glichkeit einer Manipulation der Daten nicht ausgeschlossen war, kommt es im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht (mehr) an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daher ist auch nicht mehr darauf einzugehen, welche Bedeutung den Schreiben des FA vom 27.&nbsp;Juni 2014 und vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2015 zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) An der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Sch&auml;tzungsbescheide bestehen auch der H&ouml;he nach keine ernstlichen Zweifel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO hat die Finanzbeh&ouml;rde die Besteuerungsgrundlagen zu sch&auml;tzen, soweit sie diese nicht ermitteln oder berechnen kann. Dabei sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO alle Umst&auml;nde zu ber&uuml;cksichtigen, die f&uuml;r die Sch&auml;tzung von Bedeutung sind. Die gewonnenen Sch&auml;tzungsergebnisse m&uuml;ssen schl&uuml;ssig, wirtschaftlich m&ouml;glich und vern&uuml;nftig sein. Deshalb sind alle M&ouml;glichkeiten auszusch&ouml;pfen, um im Rahmen des der Finanzbeh&ouml;rde Zumutbaren die Besteuerungsgrundlagen wenigstens teilweise zu ermitteln (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;April 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;49\/12, juris, Rz&nbsp;19). Ziel der Sch&auml;tzung ist der Ansatz derjenigen Besteuerungsgrundlagen, die die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Wahrscheinlichkeit der Richtigkeit f&uuml;r sich haben (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Juni 2003 IV&nbsp;R&nbsp;36\/02, BFHE 202, 395, BStBl II 2003, 871, unter III.1.b). Dabei erscheint eine Sch&auml;tzung nicht schon deswegen als rechtswidrig, weil sie von den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen abweicht. Solche Abweichungen sind notwendig mit einer Sch&auml;tzung verbunden, die in Unkenntnis der wahren Gegebenheiten erfolgt. Die Sch&auml;tzung erweist sich vielmehr erst dann als rechtswidrig, wenn sie den durch die Umst&auml;nde des Falles gezogenen Sch&auml;tzungsrahmen verl&auml;sst (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Oktober 1992 IV&nbsp;R&nbsp;34\/90, BFHE 169, 503, BStBl II 1993, 259, unter 2.b). In einem Streitverfahren m&uuml;ssen die Sch&auml;tzungsgrundlagen von der Finanzbeh&ouml;rde so dargelegt werden, dass ihre Nachpr&uuml;fbarkeit m&ouml;glich ist. Das zahlenm&auml;&szlig;ige Ergebnis der Sch&auml;tzung muss auf Schl&uuml;ssigkeit hin kontrollierbar sein (vgl. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Dezember 2011 XI&nbsp;R&nbsp;5\/10, BFH\/NV 2012, 1921, Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sch&auml;tzung ist vom Gericht voll &uuml;berpr&uuml;fbar, weil sie keine Ermessensentscheidung darstellt (vgl. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Oktober 2001 I&nbsp;R&nbsp;103\/00, BFHE 197, 68, BStBl II 2004, 171, unter III.A.2.b). Dies gilt auch f&uuml;r den BFH im Beschwerdeverfahren. Der BFH ist insoweit Tatsacheninstanz und anders als im Revisionsverfahren nicht an die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG gebunden (vgl. BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Juli 2012 V&nbsp;B&nbsp;82\/11, BFHE 237, 545, BStBl II 2012, 809, Rz&nbsp;31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Entsprechend diesen Grunds&auml;tzen kam das FG zutreffend zu dem Ergebnis, dass die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Sch&auml;tzungsbescheide auch der H&ouml;he nach nicht ernstlich zweifelhaft ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat aufgrund der drei Nachschauen am 24.&nbsp;Juni 2014, 3.&nbsp;Dezember 2014 und 28.&nbsp;Juli 2015 einen durchschnittlichen Spieleinsatz von 514&nbsp;EUR pro Tag und Geldspielger&auml;t ermittelt und sich hieran bei der Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Steuerbescheide August 2014 bis Juni 2015 orientiert. Es hat die Sch&auml;tzungsgrundlage im jeweiligen Bescheid dargelegt. Anders als die Antragstellerin meint, sind drei Nachschauen mit einem Nachschauzeitraum von insgesamt mehr als 30&nbsp;Tagen f&uuml;r die Sch&auml;tzung der Spieleins&auml;tze in einem Zeitraum von elf Monaten ausreichend. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund anzunehmen, dass das FA unterschiedliche Monatsphasen und Jahreszeiten (Juni, Juli und Dezember) gew&auml;hlt hat. Saisonale Unterschiede wurden damit ber&uuml;cksichtigt. Zwar ist es zutreffend, dass das FA im Rahmen der Sch&auml;tzung insgesamt zu wenig gesetzliche Feiertage ber&uuml;cksichtigt hat. Zudem hat es der Berechnung des Durchschnittseinsatzes aus der ersten Nachschau statt eines Nachschauzeitraums von 23&nbsp;Tagen einen Nachschauzeitraum von nur 22&nbsp;Tagen zugrunde gelegt. Dies f&uuml;hrt aber im Ergebnis nur zu einer Abweichung von 3,5&nbsp;% des ermittelten Durchschnittseinsatzes zugunsten der Antragstellerin. Angesichts des Umstandes, dass der in den Nachschauen ermittelte Durchschnittseinsatz den tats&auml;chlich angemeldeten durchschnittlichen Spieleinsatz um 52&nbsp;% &uuml;bersteigt, f&auml;llt die Abweichung von 3,5&nbsp;% nicht ins Gewicht. Diese liegt innerhalb des zul&auml;ssigen Sch&auml;tzungsrahmens und f&uuml;hrt nicht zur Rechtswidrigkeit der Sch&auml;tzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Vollziehung ist auch nicht nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 und Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO wegen einer unbilligen H&auml;rte aufzuheben. Die Antragstellerin hat die streitigen Steuerforderungen bereits bezahlt. Deshalb ist davon auszugehen, dass ihr durch die Nichtaufhebung der Vollziehung keine wirtschaftlichen Nachteile drohen. Eine Aufhebung der Vollziehung wegen unbilliger H&auml;rte scheidet zudem auch deshalb aus, weil Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Bescheide nicht bestehen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Oktober 2011 I&nbsp;S&nbsp;7\/11, BFH\/NV 2012, 583, Rz&nbsp;12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.2.2018, II B 75\/16ECLI:DE:BFH:2018:BA.190218.IIB75.16.0 Pr&uuml;fungsumfang des FG bei gerichtlichem AdV-Antrag, Befugnisse der Finanzbeh&ouml;rde im Rahmen der Spielvergn&uuml;gungsteuernachschau in Hamburg Leits&auml;tze 1. NV: Hat die Finanzbeh&ouml;rde AdV nur gegen Sicherheitsleistung angeordnet, dem Steuerpflichtigen f&uuml;r die Erbringung der Sicherheitsleistung eine Frist gesetzt und stellt der Steuerpflichtige nach Fristablauf einen gerichtlichen AdV-Antrag, ohne die Sicherheit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-75-16-pruefungsumfang-des-fg-bei-gerichtlichem-adv-antrag-befugnisse-der-finanzbehoerde-im-rahmen-der-spielvergnuegungsteuernachschau-in-hamburg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;75\/16 &#8211; Pr&uuml;fungsumfang des FG bei gerichtlichem AdV-Antrag, Befugnisse der Finanzbeh&ouml;rde im Rahmen der Spielvergn&uuml;gungsteuernachschau in Hamburg<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69448","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69448"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69448\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}