{"id":69450,"date":"2018-05-15T17:09:43","date_gmt":"2018-05-15T15:09:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69450"},"modified":"2018-05-15T17:09:43","modified_gmt":"2018-05-15T15:09:43","slug":"v-r-36-16-keine-gemeinnuetzigkeit-eines-im-verfassungsschutzbericht-des-bundes-ausdruecklich-erwaehnten-islamischen-vereins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-36-16-keine-gemeinnuetzigkeit-eines-im-verfassungsschutzbericht-des-bundes-ausdruecklich-erwaehnten-islamischen-vereins\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;36\/16 &#8211; Keine Gemeinn&uuml;tzigkeit eines im Verfassungsschutzbericht des Bundes ausdr&uuml;cklich erw&auml;hnten (islamischen) Vereins"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2018, V R 36\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.140318.VR36.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Gemeinn&uuml;tzigkeit eines im Verfassungsschutzbericht des Bundes ausdr&uuml;cklich erw&auml;hnten (islamischen) Vereins<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die widerlegbare Vermutung des &sect; 51 Abs. 3 Satz 2 AO setzt voraus, dass die betreffende K&ouml;rperschaft (hier: ein islamischer Verein) im Verfassungsschutzbericht des Bundes oder eines Landes f&uuml;r den zu beurteilenden Veranlagungszeitraum ausdr&uuml;cklich als extremistisch eingestuft wird (Anschluss an BFH-Urteil vom 11. April 2012 I R 11\/11, BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Widerlegung dieser Vermutung erfordert den vollen Beweis des Gegenteils; eine Ersch&uuml;tterung ist nicht ausreichend.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Im Rahmen des &sect; 51 Abs. 3 Satz 1 AO sind die Leistungen des Vereins f&uuml;r das Gemeinwohl nicht im Wege einer Gesamtschau gegen Anhaltspunkte f&uuml;r eine verfassungsfeindliche tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung abzuw&auml;gen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Anerkennung des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) als gemeinn&uuml;tziger Verein f&uuml;r 2009 und 2010 (Streitjahre) zu Recht widerrufen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist ein eingetragener Verein mit Sitz in X. Er wurde 1997 gegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Pr&auml;ambel der Satzung bekennen sich die Mitglieder zur freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Der Kl&auml;ger setzte sich laut &sect;&nbsp;3 der Satzung folgende Ziele:<br \/>&quot;1. Die F&ouml;rderung der Vermittlung und Wahrnehmung von richtigen und sachbezogenen Informationen &uuml;ber die Islamische Religion.<br \/>2. Die F&ouml;rderung der deutschen Sprache und Kultur bei ausl&auml;ndischen Mitb&uuml;rgern, um eine Integration und Akkulturation in die deutsche Gesellschaft zu f&ouml;rdern.<br \/>3. Die Schaffung von M&ouml;glichkeiten, einen Islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen einzuf&uuml;hren.<br \/>4. Die Bildung von friedlichen Beziehungen zu Mitb&uuml;rgern zu f&ouml;rdern.<br \/>(&#8230;)&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In &sect;&nbsp;4 der Satzung verpflichtet sich der Kl&auml;ger, ausschlie&szlig;lich und unmittelbar religi&ouml;se und gemeinn&uuml;tzige Zwecke im Sinne des Abschnitts &quot;Steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke&quot; der Abgabenordnung (AO) und keine politischen Ziele zu verfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seine Aktivit&auml;ten &uuml;bt der Kl&auml;ger in dem Objekt Y-Str. aus, auf dem sich u.a. die von ihm unterhaltene Moschee befindet. Das Grundst&uuml;ck hat der Kl&auml;ger von der &#8230; f&uuml;r einen Pachtzins in symbolischer H&ouml;he von 1&nbsp;EUR\/Jahr gepachtet; au&szlig;erdem hat er s&auml;mtliche Grundabgaben und Renovierungs- sowie Unterhaltskosten f&uuml;r das Grundst&uuml;ck zu tragen. Diese beliefen sich, da das auf dem Grundst&uuml;ck befindliche Geb&auml;ude noch aus der Jahrhundertwende stammt, in der Vergangenheit in einer Gr&ouml;&szlig;enordnung von mehreren Hunderttausend&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das FA den Kl&auml;ger mit Freistellungsbescheid vom 14.&nbsp;Dezember 2009 als gemeinn&uuml;tzig anerkannt hatte, wurde ihm bekannt, dass der Kl&auml;ger in den Verfassungsschutzberichten des Bundes f&uuml;r 2009 und 2010 namentlich erw&auml;hnt und seine Stellung innerhalb des Islamismus erl&auml;utert wird. Hierauf widerrief es am 25.&nbsp;August 2011 die Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit und f&uuml;hrte eine K&ouml;rperschaftsteuer- und eine Gewerbesteuerveranlagung f&uuml;r 2009 durch. F&uuml;r 2010 erlie&szlig; das FA am 10.&nbsp;August 2012 einen K&ouml;rperschaftsteuerbescheid &uuml;ber &#8230;; dem Antrag des Kl&auml;gers auf Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit folgte es nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die K&ouml;rperschaftsteuerbescheide 2009 und 2010 sowie gegen den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2009 legte der Kl&auml;ger Einspruch ein. Er erf&uuml;lle die Voraussetzungen f&uuml;r die Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit. Den Ausf&uuml;hrungen der Verfassungsschutzbeh&ouml;rden sei nicht zu folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Einspruch wies das FA am 21.&nbsp;Mai 2014 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Der Kl&auml;ger habe bei seiner tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung Bestrebungen i.S. des &sect;&nbsp;4 des Bundesverfassungsschutzgesetzes (BVerfSchG) gef&ouml;rdert und dem Gedanken der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung zuwider gehandelt. Mit seinem Vorbringen widerlege der Kl&auml;ger nicht die Vermutung des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO. Die dagegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) nach m&uuml;ndlicher Verhandlung und Beweisaufnahme mit Urteil als unbegr&uuml;ndet ab. Die Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit scheitere daran, dass es sich beim Kl&auml;ger um eine extremistische Organisation handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger sei im Anhang der Verfassungsschutzberichte des Bundes (2009 und 2010) namentlich unter den Gruppierungen aufgef&uuml;hrt, bei denen tats&auml;chliche Anhaltspunkte daf&uuml;r vorl&auml;gen, dass diese verfassungsfeindliche Ziele verfolgten, sodass es sich auch beim Kl&auml;ger um eine extremistische Gruppierung handele. Die wiederholte Benennung in Verfassungsschutzberichten habe der Kl&auml;ger hingenommen, obwohl ihm hiergegen der Rechtsweg zu den Verwaltungsgerichten offen gestanden h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Kl&auml;ger sei es nicht gelungen, die gesetzliche Vermutung des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO zu widerlegen. Er habe insbesondere nicht den Nachweis f&uuml;hren k&ouml;nnen, dass er sich in den Streitjahren hinreichend vom verfassungswidrigen Gedankengut der &#8230; distanziert habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein &uuml;berragendes soziales Engagement des Kl&auml;gers (Integration, soziale Jugendarbeit, kulturelle und &uuml;berkonfessioneller Austausch) k&ouml;nne nicht dazu f&uuml;hren, dass im Wege einer wertenden Gesamtbetrachtung die Gemeinn&uuml;tzigkeit zuerkannt werden m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision tr&auml;gt der Kl&auml;ger im Wesentlichen vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG widerspreche der Leitentscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 11.&nbsp;April 2012 I&nbsp;R&nbsp;11\/11 (BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146). Danach sei die gesetzliche Vermutung des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO nicht anwendbar, wenn der jeweilige Kl&auml;ger im Bericht des Verfassungsschutzes nur in einer Liste der als extremistische eingesch&auml;tzten Gruppierungen im Anhang aufgef&uuml;hrt werde. Nicht anders verhalte es sich im Streitfall. Es sei in keiner Weise dargelegt worden, weshalb der Kl&auml;ger extremistisch sei und gegen die V&ouml;lkerverst&auml;ndigung agiere. Die summarische Aufz&auml;hlung von Vereinen und Verb&auml;nden im Anhang gen&uuml;ge nicht den vom BFH aufgestellten Anforderungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er habe zwar zugelassen, dass im Jahr 2009 ein Prediger in mehreren Ansprachen den Sieg der Muslime &uuml;ber ihre Feinde ersehnt habe, es bleibe aber im Dunkeln, was dieser damit gemeint habe. Soweit ein anderer Prediger anl&auml;sslich eines Unterrichts u.a. ge&auml;u&szlig;ert habe, man solle Kinder ab zehn Jahren schlagen, wenn sie nicht beten w&uuml;rden, aber nicht so stark, dass sie in ein Krankenhaus m&uuml;ssten, identifizierte er sich in keiner Weise mit diesen &Auml;u&szlig;erungen. Dasselbe gelte f&uuml;r dessen Aussage vom Dezember 2010, wonach es rechtens sei, wenn ein Muslim einen anderen Muslim t&ouml;te, falls er Unzucht begehe oder wenn ein Muslim den Islam als Religion aufgebe. Das Auftreten dieser Prediger beruhe darauf, dass er, der Kl&auml;ger, keinen f&uuml;r ihn finanzierbaren Imam habe besch&auml;ftigen k&ouml;nnen. Der Verfassungsschutz und die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde h&auml;tten verhindert, dass ein qualifizierter Imam die religi&ouml;se Betreuung habe &uuml;bernehmen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA d&uuml;rfe eine muslimische Gemeinde nicht anders behandeln als christliche Vereinigungen, das Religionsprivileg gelte f&uuml;r alle Religionsgemeinschaften. Die Pius-Bruderschaft als katholische Institution sei gemeinn&uuml;tzig, obwohl ihr Bischof wegen antisemitischer &Auml;u&szlig;erungen verurteilt worden sei. Wenn der Staat deren Gemeinn&uuml;tzigkeit bejahe, m&uuml;sse er sich zur&uuml;ckhalten, wenn es um die Beurteilung von &Auml;u&szlig;erungen im Bereich des Islams gehe, die sich nicht gegen Christen oder Juden richteten, sondern interne Verhaltensregeln f&uuml;r Muslime beschrieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von Kirchen, sozialen Verb&auml;nden sowie der Stadt X ernte er, der Kl&auml;ger, h&ouml;chste Anerkennung f&uuml;r seine Aktivit&auml;ten, die der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung und dem gedeihlichen Miteinander der Menschen dienten. Dies gelte insbesondere hinsichtlich der Integration von Zuwanderern aus Afrika und arabischen L&auml;ndern. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung m&uuml;ssten diese Umst&auml;nde ber&uuml;cksichtigt werden, um zu einem abgewogenen Urteil &uuml;ber das Vorliegen der Gemeinn&uuml;tzigkeit zu kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des FG sowie den Widerrufsbescheid des FA in Gestalt der Einspruchsentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es h&auml;lt das Urteil des FG f&uuml;r zutreffend und f&uuml;hrt erg&auml;nzend aus: Die Voraussetzungen f&uuml;r das Eingreifen der widerlegbaren Vermutung nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO l&auml;gen vor. Im BFH-Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146 sei der fragliche Verfassungsschutzbericht, in dem der dortige Kl&auml;ger im Anhang der als extremistisch eingesch&auml;tzten Gruppierungen aufgef&uuml;hrt war, nur deshalb nicht ber&uuml;cksichtigt worden, weil dieser aus dem auf das Streitjahr folgenden Jahr stammte; im Verfassungsschutzbericht des Streitjahres sei der damalige Kl&auml;ger nur im Flie&szlig;text erw&auml;hnt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &Uuml;berzeugung des FG sei es dem Kl&auml;ger nicht gelungen, die gesetzliche Vermutung zu widerlegen und nachzuweisen, dass er sich hinreichend vom verfassungswidrigen Gedankengut der &#8230; distanziert habe. Der Kl&auml;ger habe &uuml;berdies einger&auml;umt, dass er den Gegenbeweis nicht mehr erbringen k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Leistungen f&uuml;r das Gemeinwohl seien nicht im Wege einer Gesamtschau gegen Anhaltspunkte f&uuml;r eine in Teilen verfassungsfeindliche tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung abzuw&auml;gen. Aus dem Wortlaut des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO (&quot;zudem&quot;) ergebe sich, dass die Voraussetzungen kumulativ vorliegen m&uuml;ssten. Eine K&ouml;rperschaft, die in ihrer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke verfolge, k&ouml;nne somit dann nicht gemeinn&uuml;tzig sein, wenn sie die Voraussetzung des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO nicht erf&uuml;lle. Die Anerkennung extremistischer K&ouml;rperschaften als gemeinn&uuml;tzig w&auml;re ein Widerspruch in sich und ein Versto&szlig; gegen den Gedanken der Einheit der Rechtsordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil versto&szlig;e auch nicht gegen das Gebot der Gleichbehandlung von christlichen und nicht-christlichen Vereinigungen. Religionsgemeinschaften in Form von juristischen Personen des privaten Rechts k&ouml;nnten steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO oder nach &sect;&nbsp;54 AO verfolgen. &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 AO erstrecke sich sowohl auf gemeinn&uuml;tzige Zwecke nach &sect;&nbsp;52 AO als auch auf kirchliche Zwecke nach &sect;&nbsp;54 AO. Durch die Ablehnung der Gemeinn&uuml;tzigkeit werde der Kl&auml;ger nicht in seinem Grundrecht auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit verletzt. Diese gew&auml;hrleiste keine Teilhabe an bestimmten steuerlichen Privilegien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und wird daher zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;ger die Voraussetzungen f&uuml;r die Zuerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit nicht erf&uuml;llte und das FA daher die Anerkennung als gemeinn&uuml;tziger Verein widerrufen durfte. Der Kl&auml;ger f&ouml;rdert nach seiner Satzung und tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung zwar die Religion, im Streitfall greift jedoch die Vermutung des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO, die das FG ohne Rechtsfehler als nicht widerlegt erachtet hat. Leistungen f&uuml;r das Gemeinwohl sind nicht im Wege einer Gesamtschau gegen Anhaltspunkte f&uuml;r eine in Teilen verfassungsfeindliche tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung abzuw&auml;gen. Dieses Ergebnis verst&ouml;&szlig;t weder gegen die Glaubens- oder Gewissensfreiheit des Kl&auml;gers noch gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz und das Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzip.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine K&ouml;rperschaft verfolgt gemeinn&uuml;tzige Zwecke, wenn ihre T&auml;tigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu f&ouml;rdern (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO). Unter diesen Voraussetzungen ist als F&ouml;rderung der Allgemeinheit u.a. die F&ouml;rderung der Religion anzuerkennen (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO). Der Kl&auml;ger betrieb in den Streitjahren nach seiner Satzung und nach seiner tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung die F&ouml;rderung der Religion i.S. von &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO und verfolgte damit grunds&auml;tzlich einen gemeinn&uuml;tzigen Zweck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Anerkennung scheitert im Streitfall jedoch an &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 und 3 AO. Danach setzt die Steuerverg&uuml;nstigung u.a. voraus, dass die K&ouml;rperschaft nach ihrer Satzung und bei ihrer tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung keine Bestrebungen i.S. des &sect;&nbsp;4 BVerfSchG f&ouml;rdert und dem Gedanken der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung nicht zuwiderhandelt. Bei K&ouml;rperschaften, die im Verfassungsschutzbericht des Bundes oder eines Landes als extremistische Organisation aufgef&uuml;hrt sind, ist widerlegbar davon auszugehen, dass die Voraussetzungen des Satz&nbsp;1 nicht erf&uuml;llt sind (&sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers liegen die Voraussetzungen f&uuml;r das Eingreifen der widerlegbaren Vermutung des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Tatbestand setzt lediglich voraus, dass die betreffende K&ouml;rperschaft in einem Verfassungsschutzbericht &quot;als extremistische Organisation aufgef&uuml;hrt&quot; ist. Nach der Rechtsprechung des I.&nbsp;Senats, der sich der erkennende Senat anschlie&szlig;t, ist dies nur dann der Fall, wenn sie dort ausdr&uuml;cklich als extremistisch bezeichnet wird, nicht aber, wenn die K&ouml;rperschaft nur als Verdachtsfall oder sonst beil&auml;ufig Erw&auml;hnung findet (BFH-Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz&nbsp;20; Anwendungserlass zur Abgabenordnung, Nr.&nbsp;10 Satz&nbsp;2, Nr.&nbsp;11 zu &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 AO). Der Senat kann offen lassen, ob es sich bei dieser Auslegung der Norm, wie im Schrifttum vereinzelt vertreten wird (von Lersner, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2012, 1685&nbsp;ff.), um eine unzul&auml;ssige Erweiterung der Beweisreglung handelt. Denn nach den Ausf&uuml;hrungen unter II.2.b liegt im Streitfall eine ausdr&uuml;ckliche Erw&auml;hnung in den jeweiligen Verfassungsschutzberichten vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In den Verfassungsschutzberichten des Bundes und eines Bundeslandes f&uuml;r 2009 und 2010 wurde der Kl&auml;ger ausdr&uuml;cklich als extremistisch bezeichnet, ohne dass er verwaltungsgerichtlich gegen diese Benennung vorgegangen ist (zum einstweiligen Rechtsschutz vgl. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 16.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;10&nbsp;CE&nbsp;10.1201, juris, Leitsatz in Die &ouml;ffentliche Verwaltung 2012, 77).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r das Streitjahr 2009 ergibt sich dies, wie das FG zu Recht festgestellt hat, bereits aus der expliziten Erw&auml;hnung im Anhang des Verfassungsschutzberichts des Bundes. Dort sind nur die Gruppierungen aufgef&uuml;hrt, bei denen die vorliegenden tats&auml;chlichen Anhaltspunkte in ihrer Gesamtschau zu der Bewertung gef&uuml;hrt haben, dass es sich um eine extremistische Gruppierung handelt. Dazu geh&ouml;rt auch der Kl&auml;ger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitjahr 2010 wird der Kl&auml;ger sowohl im Text als auch in einer Fu&szlig;note ausdr&uuml;cklich genannt. Im Unterschied zum Streitjahr 2009 fehlt zwar eine ausdr&uuml;ckliche Bezeichnung des Kl&auml;gers im Registeranhang, daraus kann aber nicht gefolgert werden, dass &uuml;ber den Kl&auml;ger nur als Verdachtsfall berichtet wurde. Denn die Berichterstattung bezieht sich nur ausnahmsweise auf Verdachtsf&auml;lle, die dann im Text ausdr&uuml;cklich als Verdachtsfall kenntlich gemacht werden. Daran fehlt es bei der Berichterstattung &uuml;ber den Kl&auml;ger. Abgesehen davon ergibt sich die ausdr&uuml;ckliche Bezeichnung des Kl&auml;gers als extremistische Organisation auch aus dem Verfassungsschutzbericht eines Bundeslandes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit der Kl&auml;ger behauptet, die Aufz&auml;hlung von Vereinen und Verb&auml;nden im Anhang eines Verfassungsschutzberichts gen&uuml;ge nicht den h&ouml;chstrichterlichen Anforderungen f&uuml;r das Eingreifen der widerlegbaren Vermutung, entspricht diese Auffassung nicht den Ausf&uuml;hrungen des BFH im Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146. Nach Rz&nbsp;21 dieses Urteils liegt bei einer alphabetischen Aufz&auml;hlung der als extremistisch eingesch&auml;tzten Gruppierungen eine ausdr&uuml;ckliche Bezeichnung vor. Diese Bezeichnung ergab sich allerdings f&uuml;r den seinerzeit vom BFH entschiedenen Fall erst f&uuml;r das Jahr 2009 und konnte daher f&uuml;r das Streitjahr 2008 nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Nennung des Kl&auml;gers in den Verfassungsschutzberichten begr&uuml;ndet die widerlegbare gesetzliche Vermutung, dass er extremistische Bestrebungen f&ouml;rdert und dem Gedanken der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung zuwidergehandelt hat. Die gesetzliche Vermutung des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO hat eine Umkehr der objektiven Beweislast (Feststellungslast) zur Folge. Es liegt nun in der Sph&auml;re der die Steuerverg&uuml;nstigung begehrenden K&ouml;rperschaft nachzuweisen, dass sie gleichwohl keine extremistischen Ziele f&ouml;rdert und damit gemeinn&uuml;tzig ist (Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;51 AO Rz&nbsp;10 a.E.; vgl. auch H&uuml;ttemann, Gemeinn&uuml;tzigkeits- und Spendenrecht, 3.&nbsp;Aufl., 3.13 sowie Martini in Winheller\/Geibel\/Jachmann-Michel, &sect;&nbsp;51 AO Rz&nbsp;68).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Stellt das Gesetz &#8211;wie im Streitfall &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO&#8211; f&uuml;r das Vorhandensein einer Tatsache eine Vermutung auf, ist nach der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 FGO entsprechend anwendbaren Regel des &sect;&nbsp;292 Satz&nbsp;1 der Zivilprozessordnung der Beweis des Gegenteils, dass die vom Gesetz vermutete Tatsache nicht vorliegt, zul&auml;ssig. Hierf&uuml;r ist allerdings eine Ersch&uuml;tterung der Vermutung nicht ausreichend; erforderlich ist vielmehr der volle Beweis des Gegenteils der vermuteten Tatsachen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 24.&nbsp;August 1990&nbsp;&nbsp;8&nbsp;C&nbsp;65\/89, BVerwGE 85, 314&nbsp;ff., Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Feststellung, ob eine K&ouml;rperschaft den vollen Beweis daf&uuml;r erbracht hat, dass sie im Rahmen ihrer tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung keine extremistischen oder sonstigen verfassungsfeindlichen Bestrebungen f&ouml;rdert, obliegt im gerichtlichen Verfahren in erster Linie dem FG als Tatsachengericht. Verst&ouml;&szlig;t die Sachverhaltsw&uuml;rdigung des FG nicht gegen die Verfahrensordnung, gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze, ist sie f&uuml;r den BFH selbst dann bindend (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), wenn sie nicht zwingend, sondern nur m&ouml;glich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;April 2013 XI&nbsp;R&nbsp;7\/11, BFHE 241, 459, BStBl II 2013, 648, Rz&nbsp;34; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 IV&nbsp;R&nbsp;45\/06, BFHE 225, 334, BStBl II 2009, 902; vom 20.&nbsp;November 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;57\/10, BFHE 239, 422, BStBl II 2014, 56).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ausgehend von diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das FG nach W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde des Streitfalls zu der Auffassung gelangt ist, die gesetzliche Vermutung sei nicht widerlegt. Der Kl&auml;ger habe insbesondere nicht nachgewiesen, dass er sich in den Streitjahren vom verfassungswidrigen Gedankengut &#8230; distanziert habe. Hierzu hat das FG zutreffend auf die &#8211;in den Streitjahren fortbestehenden&#8211; historischen und personellen Beziehungen des Kl&auml;gers zur &#8230; abgestellt. Der Kl&auml;ger habe auch nicht entkr&auml;ften k&ouml;nnen, dass &Auml;u&szlig;erungen von seinen Beauftragten (Prediger, Gastimame) ein extremistisches, grundgesetzfeindliches Gedankengut offenbart h&auml;tten. Diese &Auml;u&szlig;erungen (Todesstrafe wegen Abkehr vom Islam und bei Ehebruch, k&ouml;rperliche Misshandlung Minderj&auml;hriger zur Durchsetzung der Gebetspflicht, erstrebter Sieg des Islam &uuml;ber Ungl&auml;ubige) st&uuml;nden in &Uuml;bereinstimmung mit dem von der &#8230; vertretenen Wertebild, nicht aber mit den Wertvorstellungen des Grundgesetzes (GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur wiederholten &Auml;u&szlig;erung von Vertretern der &#8230;, dass der Kl&auml;ger bzw. dessen Organe in die Organisationsstrukturen der &#8230; eingebunden seien, habe der Kl&auml;ger lediglich vorgetragen, gegen eine Vereinnahmung durch die &#8230; k&ouml;nne er sich nicht wehren. Dies hat das FA ohne Rechtsfehler als nicht hinreichend erachtet, um die Ausf&uuml;hrungen der Verfassungsschutzbeh&ouml;rden zu widerlegen. Schlie&szlig;lich sei auch nicht der Vorwurf widerlegt worden, der Kl&auml;ger habe in den Streitjahren in seinen R&auml;umlichkeiten den Zugang zu der Muslimbruderschaft nahestehenden Publikationen er&ouml;ffnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auf der Grundlage dieser Indizien konnte das FG zu der &Uuml;berzeugung gelangen, der Kl&auml;ger habe in den Streitjahren noch Verbindungen zur &#8230; gehabt und sei dessen verfassungsfeindlichem Gedankengut nicht hinreichend entgegengetreten, sodass die gesetzliche Vermutung nicht widerlegt ist. Dieses Ergebnis beruht auf einer logischen, verstandesm&auml;&szlig;ig einsichtigen W&uuml;rdigung des Sachverhalts, deren nachvollziehbare Folgerungen den Denkgesetzen entsprechen und von den festgestellten Tatsachen getragen werden. Das FG hat sich mit allen Einw&auml;nden des Kl&auml;gers sorgf&auml;ltig auseinandergesetzt und diese f&uuml;r nicht durchgreifend erachtet. Soweit der Kl&auml;ger dagegen vorbringt, aus einem Pachtverh&auml;ltnis k&ouml;nne keine inhaltliche Abh&auml;ngigkeit von der &#8230; gefolgert werden, von den Aussagen der Prediger in der Moschee distanziere er sich teilweise, im &Uuml;brigen seien diese Aussagen zu relativieren und mit &auml;hnlichen Aussagen in einer christlichen Kirche zu vergleichen, setzt er damit lediglich seine W&uuml;rdigung an die Stelle des FG, ohne Verst&ouml;&szlig;e gegen die Verfahrensordnung, gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze geltend zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers sind im Rahmen des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO die Leistungen des Kl&auml;gers f&uuml;r das Gemeinwohl nicht im Wege einer Gesamtschau gegen Anhaltspunkte f&uuml;r eine verfassungsfeindliche tats&auml;chliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung abzuw&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 AO regelt die allgemeinen Voraussetzungen f&uuml;r Steuerverg&uuml;nstigungen wegen Verfolgung gemeinn&uuml;tziger, mildt&auml;tiger oder kirchlicher Zwecke (steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke). &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO erfordert zus&auml;tzlich (&quot;zudem&quot;), dass die K&ouml;rperschaft nach ihrer Satzung und ihrer tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung keine Bestrebungen i.S. des &sect;&nbsp;4 BVerfSchG f&ouml;rdert und dem Gedanken der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung nicht zuwiderhandelt. Damit folgt bereits aus dem Wortlaut der Norm, dass es sich bei &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO um eine zus&auml;tzliche (kumulative) Voraussetzung f&uuml;r die Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit handelt. Der Kl&auml;ger ber&uuml;cksichtigt insoweit nicht, dass ein Handeln f&uuml;r das Gemeinwohl durch F&ouml;rderung eines gemeinn&uuml;tzigen Zweckes i.S. von &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 AO zwar notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung f&uuml;r die Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit darstellt. Verwirklicht eine K&ouml;rperschaft ihre satzungsm&auml;&szlig;ig festgelegten gemeinn&uuml;tzigen Ziele nicht, scheitert die Anerkennung bereits an der fehlenden &Uuml;bereinstimmung von Satzung und tats&auml;chlicher Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung (&sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit im Schrifttum eine Abw&auml;gung zwischen f&ouml;rderndem und f&ouml;rderungssch&auml;dlichem Verhalten bef&uuml;rwortet wird (vgl. Musil in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;52 AO Rz&nbsp;47; Seer in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;52 AO Rz&nbsp;9; Hey in Tipke\/Lang, Steuerrecht, 22.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;2), betrifft dies solche F&auml;lle, in denen eine auf F&ouml;rderung i.S. des &sect;&nbsp;52 AO gerichtete T&auml;tigkeit (beispielsweise Motorsport) zugleich gegen andere, ebenfalls f&ouml;rderungsw&uuml;rdig anerkannte Zwecke (Umweltschutz) verst&ouml;&szlig;t, nicht aber den Sonderfall einer (extremistischen) Organisation, die neben einem steuerbeg&uuml;nstigten Zweck auch Bestrebungen i.S. des &sect;&nbsp;4 BVerfSchG f&ouml;rdert oder dem Gedanken der V&ouml;lkerverst&auml;ndigung zuwiderhandelt (&sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dar&uuml;ber hinaus ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO deklaratorischen Charakter besitzt (vgl. BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;79) und verdeutlichen soll, dass keine F&ouml;rderung der Allgemeinheit vorliegt, wenn Bestrebungen verfolgt werden, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richten (BFH-Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz&nbsp;16; vgl. auch Senatsurteil vom 17.&nbsp;Mai 2017 V&nbsp;R&nbsp;52\/15, BFHE 258, 124, Rz&nbsp;22). Fehlt es aber an einer F&ouml;rderung der Allgemeinheit, hat dies im Rahmen einer gebundenen Entscheidung (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 29.&nbsp;August 1984 I&nbsp;R&nbsp;215\/81, BFHE 142, 243, BStBl II 1985, 106, unter II.5.c; H&uuml;ttemann, a.a.O., Rz&nbsp;4.162; von Holt in Winheller\/Geibel\/Jachmann-Michel, Gesamtes Gemeinn&uuml;tzigkeitsrecht, &sect;&nbsp;59 AO Rz&nbsp;20; Brill, Der Verlust der Gemeinn&uuml;tzigkeit, S.&nbsp;250) den Ausschluss der Gemeinn&uuml;tzigkeit zur Folge. Die f&uuml;r eine Ermessensentscheidung typische Abw&auml;gung von gemeinwohlf&ouml;rdernden mit gemeinwohlsch&auml;digenden Auswirkungen des Handelns einer K&ouml;rperschaft kann daher nicht erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im &Uuml;brigen widerspr&auml;che die vom Kl&auml;ger vertretene Gesamtw&uuml;rdigung mit der Folge einer Anerkennung (auch) extremistischer K&ouml;rperschaften als gemeinn&uuml;tzig auch der Systematik des Gesetzes. Da die F&ouml;rderung des V&ouml;lkerverst&auml;ndigungsgedankens in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;13 AO und die des demokratischen Staatswesens in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;24 AO als gemeinn&uuml;tzig angesehen werden, kann nicht zugleich das Gegenteil (Versto&szlig; gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung) gemeinn&uuml;tzig sein (zutreffend Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;52 AO Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Aberkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit verst&ouml;&szlig;t weder gegen die Glaubens- und Gewissensfreiheit des Kl&auml;gers noch gegen das Gleichbehandlungsgebot und das Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzip.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Aberkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit verletzt den Kl&auml;ger nicht in seinen Grundrechten auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit (Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 und 2 GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Art.&nbsp;4 GG garantiert in Absatz&nbsp;1 die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religi&ouml;sen und weltanschaulichen Bekenntnisses, in Absatz&nbsp;2 das Recht der ungest&ouml;rten Religionsaus&uuml;bung. Beide Abs&auml;tze des Art.&nbsp;4 GG enthalten ein umfassend zu verstehendes einheitliches Grundrecht, das auch die Religionsfreiheit der Korporationen umfasst (vgl. Urteil des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 1.&nbsp;Dezember 2009&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2857\/07, 1&nbsp;BvR&nbsp;2858\/07, BVerfGE 125, 39, Rz&nbsp;137, m.w.N.). Es erstreckt sich nicht nur auf die innere Freiheit zu glauben oder nicht zu glauben, das hei&szlig;t einen Glauben zu haben, zu verschweigen, sich vom bisherigen Glauben loszusagen und einem anderen Glauben zuzuwenden, sondern auch auf die &auml;u&szlig;ere Freiheit, den Glauben zu bekunden und zu verbreiten, f&uuml;r seinen Glauben zu werben und andere von ihrem Glauben abzuwerben. Umfasst sind damit nicht allein kultische Handlungen und die Aus&uuml;bung und Beachtung religi&ouml;ser Gebr&auml;uche, sondern auch die religi&ouml;se Erziehung sowie andere &Auml;u&szlig;erungsformen des religi&ouml;sen und weltanschaulichen Lebens (BVerfG-Beschluss vom 27.&nbsp;Juni 2017&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1333\/17, Neue Juristische Wochenschrift 2017, 2333, Rz&nbsp;38, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch wenn der Kl&auml;ger keine staatliche Unterst&uuml;tzung erh&auml;lt und deshalb auf die Finanzierung durch Spenden angewiesen w&auml;re, ist nicht ersichtlich, dass er durch die Ablehnung der Gemeinn&uuml;tzigkeit in seiner inneren oder &auml;u&szlig;eren Glaubensfreiheit beeintr&auml;chtigt wird. Dem Kl&auml;ger bleibt es insbesondere unbenommen, seine F&ouml;rderer weiterhin &#8211;wenn auch ohne steuerliche Beg&uuml;nstigung&#8211; um Spenden zu bitten. Die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit (Religionsfreiheit) gew&auml;hrleistet jedoch weder Anspr&uuml;che auf bestimmte staatliche Leistungen (BVerfG-Beschluss vom 12.&nbsp;Mai 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;890\/06, BVerfGE 123, 148, unter C.I.1.b, sowie BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Juni 2010 II&nbsp;R&nbsp;12\/09, BFHE 230, 93, BStBl II 2011, 48, Rz&nbsp;47) noch auf Teilhabe an bestimmten steuerlichen Privilegien wie der Steuerfreiheit und des Spendenabzugs (BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Mai 2005 I&nbsp;R&nbsp;105\/04, BFH\/NV 2005, 1741, Rz&nbsp;35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit der Kl&auml;ger eine Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber der Pius-Bruderschaft behauptet, die als katholische Institution gemeinn&uuml;tzig sei, obwohl einer ihrer Vertreter wegen antisemitischer &Auml;u&szlig;erungen verurteilt wurde, f&uuml;hrt dieses Vorbringen zu keiner anderen Beurteilung. Denn es ist weder vorgetragen noch f&uuml;r den Senat ersichtlich, dass die Pius-Bruderschaft in einem Verfassungsschutzbericht des Bundes oder des Landes als extremistisch bezeichnet wurde, sodass eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung i.S. von Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG bereits daran scheitert, dass keine vergleichbaren Sachverhalte vorliegen. Es findet auch keine Ungleichbehandlung zwischen K&ouml;rperschaften statt, die gemeinn&uuml;tzige (&sect;&nbsp;52 AO) und solchen, die kirchliche Zwecke (&sect;&nbsp;54 AO) verfolgen. Denn die Einschr&auml;nkung der Gemeinn&uuml;tzigkeit f&uuml;r extremistische Organisationen ist in &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 AO geregelt und gilt daher gleicherma&szlig;en f&uuml;r alle K&ouml;rperschaften, die steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke verfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Am Ergebnis &auml;ndert sich auch dann nichts, wenn die Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers zum Erfordernis einer Abw&auml;gung dahingehend verstanden werden, dass er einen Versto&szlig; gegen das Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzip geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Schrifttum ist zwar anerkannt, dass die Rechtsfolgen bei Verst&ouml;&szlig;en gegen &sect;&nbsp;63 AO unter Anwendung des rechtsstaatlich fundierten Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzips am Ausma&szlig; und Gewicht der Pflichtverletzung auszurichten sind (Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;63 AO Rz&nbsp;12; H&uuml;ttemann, a.a.O., Rz&nbsp;4.163; Becker, DStR 2010, 953, unter 2.2.1; J&auml;schke, DStR 2009, 1669, Rz&nbsp;2.4; Bott in Schauhoff, Handbuch der Gemeinn&uuml;tzigkeit, &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;80). Dies kann dazu f&uuml;hren, dass bei kleineren, einmaligen Verst&ouml;&szlig;en gegen Gemeinn&uuml;tzigkeitsvorschriften eine Entziehung der Steuerverg&uuml;nstigung ausscheidet (H&uuml;ttemann, a.a.O., Rz&nbsp;4.163).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Vorliegend kann der Senat offen lassen, ob er sich der Auffassung des Schrifttums zur Geltung des Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzips anschlie&szlig;t, denn es liegt jedenfalls kein leichter, einmaliger, sondern ein gewichtiger Versto&szlig; gegen Gemeinn&uuml;tzigkeitsvorschriften vor. Dies ergibt sich aus der im Streitfall einschl&auml;gigen Regelung des &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;3 AO f&uuml;r Steuerverg&uuml;nstigungen, die f&uuml;r eine Gew&auml;hrung von Steuerverg&uuml;nstigungen voraussetzt, dass die K&ouml;rperschaft bei ihrer tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung keine Bestrebungen i.S. des &sect;&nbsp;4 BVerfSchG f&ouml;rdert (zutreffend J&auml;schke, DStR 2009, 1669, Rz&nbsp;2.4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2018, V R 36\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.140318.VR36.16.0 Keine Gemeinn&uuml;tzigkeit eines im Verfassungsschutzbericht des Bundes ausdr&uuml;cklich erw&auml;hnten (islamischen) Vereins Leits&auml;tze 1. Die widerlegbare Vermutung des &sect; 51 Abs. 3 Satz 2 AO setzt voraus, dass die betreffende K&ouml;rperschaft (hier: ein islamischer Verein) im Verfassungsschutzbericht des Bundes oder eines Landes f&uuml;r den zu beurteilenden Veranlagungszeitraum ausdr&uuml;cklich als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-36-16-keine-gemeinnuetzigkeit-eines-im-verfassungsschutzbericht-des-bundes-ausdruecklich-erwaehnten-islamischen-vereins\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;36\/16 &#8211; Keine Gemeinn&uuml;tzigkeit eines im Verfassungsschutzbericht des Bundes ausdr&uuml;cklich erw&auml;hnten (islamischen) Vereins<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69450","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69450"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69450\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}