{"id":69451,"date":"2018-05-15T17:09:40","date_gmt":"2018-05-15T15:09:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69451"},"modified":"2018-05-15T17:09:40","modified_gmt":"2018-05-15T15:09:40","slug":"v-b-142-17-nichtzulassungsbeschwerde-divergenz-verkauf-von-speisen-an-einer-heissen-theke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-142-17-nichtzulassungsbeschwerde-divergenz-verkauf-von-speisen-an-einer-heissen-theke\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;142\/17 &#8211; Nichtzulassungsbeschwerde, Divergenz, Verkauf von Speisen an einer &quot;Hei&szlig;en Theke&quot;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.3.2018, V B 142\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.140318.VB142.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Nichtzulassungsbeschwerde, Divergenz, Verkauf von Speisen an einer &quot;Hei&szlig;en Theke&quot;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Beim Verkauf von zubereiteten Speisen zum Verzehr im Stehen sowie zum Verzehr an Tischen und St&uuml;hlen\/B&auml;nken ist grunds&auml;tzlich eine Aufteilung der (dem erm&auml;&szlig;igten und der dem Regelsteuersatz unterliegenden) Ums&auml;tze im Sch&auml;tzungswege vorzunehmen. Dabei ist es nicht zu beanstanden, wenn das FG auch das Verh&auml;ltnis der (m&ouml;glichen) Steh- zu den (m&ouml;glichen) Sitzpl&auml;tzen ber&uuml;cksichtigt (BFH-Urteil vom 30. Juni 2011 V R 18\/10, BFHE 234, 496, BStBl II 2013, 246).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Von einer Aufteilung kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn Stehpl&auml;tze in nur sehr geringem Umfang vorhanden sind und mangels entgegenstehender Anhaltspunkte davon auszugehen ist, dass Kunden f&uuml;r den Verzehr der Speisen die in ausreichender Zahl vorhandenen Sitzpl&auml;tze genutzt haben.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 16. November 2017 11 K 226\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unbegr&uuml;ndet. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine die Rechtseinheit gef&auml;hrdende Abweichung (Divergenz) i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO liegt vor, wenn das Finanzgericht (FG) bei gleichem oder vergleichbarem festgestellten Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt als u.a. der Bundesfinanzhof (BFH) oder der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH). Das FG muss seiner Entscheidung einen tragenden abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt haben, der mit den tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in der Divergenzentscheidung nicht &uuml;bereinstimmt. Keine Abweichung liegt dagegen vor, wenn das FG aufgrund einer W&uuml;rdigung der konkreten Umst&auml;nde des Streitfalls zu einem von der bestimmten Divergenzentscheidung abweichenden Ergebnis kommt (BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;November 2013 XI&nbsp;B&nbsp;99\/12, BFH\/NV 2014, 366, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze liegt die behauptete Divergenz zu den EuGH-Urteilen Bog u.a. vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2011 C-497\/09, C-499\/09, C-501\/09 und C-502\/09 (EU:C:2011:135, BStBl II 2013, 256, Rz&nbsp;61 und 62) nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Danach sind bei der Pr&uuml;fung, ob eine komplexe einheitliche Leistung (&#8230;) als &quot;Lieferung von Gegenst&auml;nden&quot; oder als &quot;Dienstleistung&quot; einzustufen ist, s&auml;mtliche Umst&auml;nde, unter denen der Umsatz abgewickelt wird, zu ber&uuml;cksichtigen, um dessen charakteristische Bestandteile zu ermitteln, und darunter die dominierenden Bestandteile zu bestimmen. Der dominierende Bestandteil ist aus der Sicht des Durchschnittsverbrauchers und &#8211;im Rahmen einer Gesamtbetrachtung&#8211; mit R&uuml;cksicht auf die qualitative und nicht nur quantitative Bedeutung der Dienstleistungselemente im Vergleich zu den Elementen einer Lieferung von Gegenst&auml;nden zu bestimmen. Mobiliar (Stehtische, Hocker, St&uuml;hle und B&auml;nke), das nicht ausschlie&szlig;lich dazu bestimmt ist, den Verzehr von Lebensmitteln m&ouml;glicherweise zu erleichtern, kann nicht als Dienstleistungselement angesehen werden, das geeignet w&auml;re, dem Umsatz insgesamt die Eigenschaft einer Dienstleistung zu verleihen (EuGH-Urteil Bog u.a., EU:C:2011:135, BStBl II 2013, 256, Rz&nbsp;73).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Vorliegend fehlt es f&uuml;r die behauptete Divergenz bereits an einem gleichen oder zumindest vergleichbaren Sachverhalt. Wie sich aus Rz&nbsp;70 der EuGH-Urteile Bog u.a. ergibt, bestanden die Dienstleistungselemente nur &quot;in der Bereitstellung behelfsm&auml;&szlig;iger Vorrichtungen, d.&nbsp;h. ganz einfacher Verzehrtheken ohne Sitzgelegenheit, um einer beschr&auml;nkten Zahl von Kunden den Verzehr an Ort und Stelle im Freien zu erm&ouml;glichen.&quot;. Solche behelfsm&auml;&szlig;igen Vorrichtungen erfordern nur einen geringf&uuml;gigen personellen Einsatz und stellen daher nach Auffassung des EuGH &quot;nur geringf&uuml;gige Nebenleistungen dar&quot;, die (&#8230;) &quot;am dominierenden Charakter der Hauptleistung, d.&nbsp;h. dem einer Lieferung von Gegenst&auml;nden, nichts &auml;ndern.&quot; Im Unterschied dazu war nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) vorliegend &#8211;&uuml;ber behelfsm&auml;&szlig;ige Verzehrvorrichtungen hinausgehendes&#8211; Mobiliar vorhanden, da der Verzehr an sog. &quot;Hei&szlig;en Theken&quot; erfolgte, die integraler Bestandteil der Ladentheken darstellten, wobei den Kunden in den jeweiligen Filialen der Kl&auml;gerin zahlreiche Sitzpl&auml;tze zur Verf&uuml;gung standen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Abgesehen davon ist das FG ausweislich S.&nbsp;4 der Urteilsgr&uuml;nde ausdr&uuml;cklich von den Rechtsprechungsgrunds&auml;tzen des EuGH und des BFH ausgegangen. Im Rahmen der gebotenen qualitativen Betrachtung aus Sicht des Durchschnittsverbrauchers hat es den Sachverhalt dahingehend gew&uuml;rdigt, dass die Dienstleistungsanteile der Kl&auml;gerin (Zurverf&uuml;gungstellung von Sitzgelegenheiten sowie Porzellanteller und Mehrwegbesteck) nicht mehr als geringf&uuml;gig anzusehen sind. Wie sich aus dem Tatbestand des Urteils ergibt, hat das FG auch ber&uuml;cksichtigt, dass Garderoben und Toiletten nicht vorhanden waren, keine Gedecke in Form gestellt und die Gerichte zum Verzehr vor Ort nicht von Kellnern serviert, sondern dem jeweiligen Kunden am Tresen auf Porzellantellern &uuml;bergeben wurden. Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt daher zu Unrecht, das FG habe nicht s&auml;mtliche relevanten Umst&auml;nde ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrem Vorbringen wendet sich die Kl&auml;gerin letztlich gegen die W&uuml;rdigung des FG und setzt ihre eigene W&uuml;rdigung an die Stelle des FG. Damit r&uuml;gt sie im Kern eine vermeintlich unrichtige Rechtsanwendung durch das FG. Ein materiell-rechtlicher Fehler bei der Rechtsanwendung f&uuml;hrt aber nur ausnahmsweise nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zur Zulassung der Revision, wenn es sich um einen schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehler handelt, der geeignet ist, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen. Ein derartiger Fehler liegt jedoch nur dann vor, wenn die angefochtene FG-Entscheidung objektiv willk&uuml;rlich und unter keinem denkbaren Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (vgl. BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;B&nbsp;176\/08, BFH\/NV 2010, 1455, m.w.N.). Einen solchen qualifizierten Rechtsanwendungsfehler des FG hat die Kl&auml;gerin indes nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine die Zulassung der Revision begr&uuml;ndende Divergenz zum BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Juni 2011 V&nbsp;R&nbsp;18\/10 (BFHE 234, 496, BStBl II 2013, 246) liegt ebenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r den Fall eines Imbissstandes, an dem Bratw&uuml;rste, Pommes Frites und &auml;hnliche standardisiert zubereitete Speisen zum Verzehr im Stehen sowie an einer aus zwei B&auml;nken und einem Tisch bestehenden Bierzeltgarnitur verkauft wurden, entschied der BFH, dass das FG im zweiten Rechtsgang eine Aufteilung der Ums&auml;tze vorzunehmen habe. Lege der Kl&auml;ger f&uuml;r die Aufteilung keine aussagekr&auml;ftigen Aufzeichnungen vor, k&ouml;nne die Aufteilung im Wege einer Sch&auml;tzung erfolgen. Dabei sei es &quot;nicht zu beanstanden, wenn das FG bei der Aufteilung des (&#8230;) Umsatzes auch das Verh&auml;ltnis der (m&ouml;glichen) Stehpl&auml;tze am Imbissstand zu den (m&ouml;glichen) Sitzpl&auml;tzen auf den beiden B&auml;nken der Bierzeltgarnitur ber&uuml;cksichtigt&quot; (BFH-Urteil in BFHE 234, 496, BStBl II 2013, 246, Rz&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat im angefochtenen Urteil keine Aufteilung der Ums&auml;tze vorgenommen, sondern stellt entscheidend darauf ab, dass aufgrund der hohen Anzahl der Sitzpl&auml;tze (70&nbsp;Sitzpl&auml;tze, 2&nbsp;Stehpl&auml;tze) jedem der Kunden seitens der Kl&auml;gerin ein Sitzplatz offeriert werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die vom FG unterlassene Aufteilung der Ums&auml;tze im Rahmen einer Sch&auml;tzung f&uuml;hrt vorliegend jedoch nicht zur Zulassung der Revision wegen Divergenz zum BFH-Urteil in BFHE 234, 496, BStBl II 2013, 246. Denn der vom BFH entschiedene Fall ist nicht mit dem vom FG entschiedenen Fall vergleichbar, weil im Sachverhalt des BFH-Urteils zahlreiche Stehpl&auml;tze an zwei Seiten eines Imbissstands &uuml;ber eine L&auml;nge von ca. 7&nbsp;m und damit &#8211;im Verh&auml;ltnis zu den beiden Sitzb&auml;nken&#8211; nicht nur in sehr geringem Umfang vorhanden waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon w&auml;re die Revision in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO nicht zuzulassen, weil sich die klageabweisende Entscheidung des FG jedenfalls im Ergebnis als richtig darstellt (BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Juni 2015 X&nbsp;B&nbsp;20\/15, BFH\/NV 2015, 1418, sowie Senatsbeschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;September 2011 V&nbsp;B&nbsp;23\/10, BFH\/NV 2012, 75, unter 3., und vom 19.&nbsp;Juli 1999 V&nbsp;B&nbsp;8\/99, BFH\/NV 2000, 192). Der Senat hat in dem von der Kl&auml;gerin bezeichneten Urteil zwar ein Aufteilungsgebot formuliert und als ein zul&auml;ssiges Aufteilungskriterium auch das Verh&auml;ltnis der m&ouml;glichen Steh- zu den m&ouml;glichen Sitzpl&auml;tzen genannt. Im Rahmen der vorzunehmenden Sch&auml;tzung sind jedoch alle bedeutsamen Umst&auml;nde zu ber&uuml;cksichtigen (&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung), um diejenigen Besteuerungsgrundlagen anzusetzen, die die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Wahrscheinlichkeit der Richtigkeit f&uuml;r sich haben, d.h. der Wirklichkeit am n&auml;chsten kommen d&uuml;rften (BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Mai 2004 IV&nbsp;B&nbsp;221\/02, BFH\/NV 2004, 1367, Rz&nbsp;7, m.w.N.; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;162 AO, Rz&nbsp;29). Daher ist es zul&auml;ssig, im Rahmen der Sch&auml;tzung von einer Aufteilung in solchen F&auml;llen abzusehen, in denen dieses Kriterium nicht zur Feststellung der wahrscheinlichsten Besteuerungsgrundlagen beitr&auml;gt. Das gilt insbesondere dann, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; Stehpl&auml;tze in nur sehr geringem Umfang vorhanden waren und deren Nutzung weder substantiiert dargelegt wurde noch offensichtlich ist, sodass nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass Kunden f&uuml;r den Verzehr der Speisen die in ausreichender Zahl vorhandenen Sitzpl&auml;tze genutzt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Von der Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.3.2018, V B 142\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.140318.VB142.17.0 Nichtzulassungsbeschwerde, Divergenz, Verkauf von Speisen an einer &quot;Hei&szlig;en Theke&quot; Leits&auml;tze 1. 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