{"id":69478,"date":"2018-05-17T11:12:12","date_gmt":"2018-05-17T09:12:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69478"},"modified":"2018-05-17T11:12:12","modified_gmt":"2018-05-17T09:12:12","slug":"ix-r-12-17-entschaedigung-fuer-den-verlust-von-versorgungsanwartschaften-zwangslage-bei-einigung-mit-arbeitgeber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-12-17-entschaedigung-fuer-den-verlust-von-versorgungsanwartschaften-zwangslage-bei-einigung-mit-arbeitgeber\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;12\/17 &#8211; Entsch&auml;digung f&uuml;r den Verlust von Versorgungsanwartschaften &#8211; Zwangslage bei Einigung mit Arbeitgeber"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2018, IX R 12\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.130318.IXR12.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Entsch&auml;digung f&uuml;r den Verlust von Versorgungsanwartschaften &#8211; Zwangslage bei Einigung mit Arbeitgeber<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Widerruft der Arbeitgeber einseitig die bisherige betriebliche Versorgungszusage und bietet er den Besch&auml;ftigten eine neue betriebliche Altersversorgung an, die zu wesentlich niedrigeren Versorgungsanspr&uuml;chen f&uuml;hrt, so handelt es sich bei einer Zahlung des Arbeitgebers, die den zuk&uuml;nftigen Einnahmenverlust teilweise ausgleichen soll, um eine Entsch&auml;digung i.S. von &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 26. Juli 2016&nbsp;&nbsp;6 K 1608\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Einkommensteuer 2010 wird unter &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r 2010 in Gestalt der dazu ergangenen Einspruchsentscheidung auf den Betrag festgesetzt, der sich ergibt, wenn die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit um 45.662 EUR niedriger angesetzt und in derselben H&ouml;he tarifbeg&uuml;nstigte au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte ber&uuml;cksichtigt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist seit 1999 Angestellter der &#8230; (A). Die A gew&auml;hrte ihren Besch&auml;ftigten eine betriebliche Altersversorgung nach beamtenrechtlichen Grunds&auml;tzen &uuml;ber eine eigene Versorgungseinrichtung. Zum 31.&nbsp;Dezember 2009 schloss die A diese Einrichtung und bot den Besch&auml;ftigten an, die bis zu diesem Zeitpunkt erworbenen Anwartschaften nach Ma&szlig;gabe einer Dienstvereinbarung in ein beitragsfinanziertes System zu &uuml;berf&uuml;hren. Bei Zustimmung zu diesem Angebot gew&auml;hrte die A eine individuell berechnete Wechselpr&auml;mie. Der Kl&auml;ger nahm das Angebot zum Wechsel an und vereinnahmte im Streitjahr 2010 eine Wechselpr&auml;mie von insgesamt 45.661,96&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und seine mit ihm zusammen veranlagte Ehefrau, die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), gingen insofern von einer tarifbeg&uuml;nstigten Entsch&auml;digung aus. Die bis zum 31.&nbsp;Dezember 2009 gew&auml;hrte Zusage h&auml;tte beim Kl&auml;ger zu einer Altersrente in H&ouml;he von 71,75&nbsp;% des letzten Bruttogehalts (rd. 3.700&nbsp;EUR\/Monat) gef&uuml;hrt. Die neue Zusage summiere sich dagegen auf voraussichtlich nur 2.699&nbsp;EUR pro Monat. Um die Zustimmung zum Wechsel zu erhalten, habe der Arbeitgeber allen Betroffenen eine Wechselpr&auml;mie als Teilentsch&auml;digung angeboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte dem nicht, unterwarf die Wechselpr&auml;mie dem Regeltarif (Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2010 vom 6.&nbsp;Februar 2012) und wies den dagegen gerichteten Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck (Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;April 2013).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage abgewiesen. Mit ihrer Revision erheben die Kl&auml;ger die Sachr&uuml;ge (Verletzung von &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben, den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung zu &auml;ndern und die Einkommensteuer 2010 auf den Betrag festzusetzen, der sich ergibt, wenn die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit um 45.662&nbsp;EUR niedriger angesetzt und in derselben H&ouml;he tarifbeg&uuml;nstigte au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben &uuml;bereinstimmend auf die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht die Voraussetzungen f&uuml;r eine tarifbeg&uuml;nstigte Entsch&auml;digung (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG) verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zur Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung hat das FG u.a. ausgef&uuml;hrt, eine tarifbeg&uuml;nstigte Entsch&auml;digung k&ouml;nne nur angenommen werden, wenn das dem weggefallenen Anspruch zugrunde liegende Rechtsverh&auml;ltnis vollst&auml;ndig beendet sei (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2002 XI&nbsp;R&nbsp;36\/01, BFH\/NV 2002, 1144). Das FG hat insofern auf das Anstellungsverh&auml;ltnis des Kl&auml;gers bei der A abgestellt. Dieses sei nicht beendet, sondern fortgesetzt worden. Die Pensionszusage sei lediglich beschr&auml;nkt bzw. modifiziert worden. Das gen&uuml;ge nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diese Ausf&uuml;hrungen halten rechtlicher Nachpr&uuml;fung nicht stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entsch&auml;digungen i.S. von &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG sind Leistungen, die &quot;als Ersatz f&uuml;r entgangene oder entgehende Einnahmen&quot; gew&auml;hrt werden, d.h. an die Stelle weggefallener oder wegfallender Einnahmen treten. Der Steuerpflichtige muss einen Schaden durch Wegfall von Einnahmen erlitten haben und die Zahlung muss unmittelbar dazu bestimmt sein, diesen Schaden auszugleichen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Februar 2012 IX&nbsp;R&nbsp;28\/11, BFHE 237, 56, BStBl II 2012, 569).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ohne Rechtsversto&szlig; ist das FG zun&auml;chst davon ausgegangen, dass die vom Kl&auml;ger vereinnahmte &quot;Wechselpr&auml;mie&quot; nicht nur einen Anreiz f&uuml;r die Zustimmung zur Umstellung der betrieblichen Altersversorgung bieten sollte, sondern auch dazu bestimmt war, den zustimmenden Arbeitnehmer f&uuml;r den Verlust zuk&uuml;nftiger Rentenanspr&uuml;che (teilweise) zu entsch&auml;digen. Das ergibt die Auslegung der Vertr&auml;ge. Zwar hat sich das FG im Urteil nicht ausdr&uuml;cklich dazu ge&auml;u&szlig;ert, es hat die umstrittene Zahlung aber ohne weiteres als &quot;Abfindungszahlung&quot; bezeichnet und nicht infrage gestellt, dass es sich (zumindest auch) um eine Ersatzleistung f&uuml;r entgehende Einnahmen handeln sollte. Der BFH kann die Auslegung selbst vornehmen, weil das FG den Tatbestand insofern vollst&auml;ndig festgestellt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zu Unrecht hat das FG jedoch angenommen, eine tarifbeg&uuml;nstigte Entsch&auml;digung sei nur anzunehmen, wenn dar&uuml;ber hinaus das zugrunde liegende Rechtsverh&auml;ltnis vollst&auml;ndig beendet werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der erkennende Senat hat bereits klargestellt, dass er der m&ouml;glicherweise anders zu verstehenden Rechtsprechung des XI.&nbsp;Senats (z.B. BFH-Urteile vom 10.&nbsp;Oktober 2001 XI&nbsp;R&nbsp;54\/00, BFHE 197, 54, BStBl II 2002, 181, und vom 12.&nbsp;April 2000 XI&nbsp;R&nbsp;1\/99, BFH\/NV 2000, 1195) insoweit nicht folgt (Senatsurteil vom 25.&nbsp;August 2009 IX&nbsp;R&nbsp;3\/09, BFHE 226, 261, BStBl II 2010, 1030). Das Gesetz verlangt nicht die vollst&auml;ndige Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses. Es gen&uuml;gt, wenn im Rahmen eines fortgesetzten Rechtsverh&auml;ltnisses auf neuer Rechtsgrundlage eine Entsch&auml;digung f&uuml;r den Verlust (Wegfall) zuk&uuml;nftiger Anspr&uuml;che geleistet wird (Teilentsch&auml;digung). Der Senat hat dies insbesondere bei einer Entsch&auml;digung f&uuml;r die unbefristete Reduzierung der w&ouml;chentlichen Arbeitszeit bei Fortsetzung des Anstellungsverh&auml;ltnisses bejaht (BFH-Urteil in BFHE 226, 261, BStBl II 2010, 1030).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Rechtsprechung ist auf den Streitfall &uuml;bertragbar. Widerruft der Arbeitgeber einseitig die bisherige betriebliche Versorgungszusage und bietet er den Besch&auml;ftigten eine neue betriebliche Altersversorgung an, die zu wesentlich niedrigeren Anspr&uuml;chen f&uuml;hrt, so handelt es sich bei einer Zahlung des Arbeitgebers, die den zuk&uuml;nftigen Einnahmenverlust teilweise ausgleichen soll, um eine Entsch&auml;digung i.S. von &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG. Weggefallen sind die Anwartschaften aus der bisherigen Versorgungszusage. Die Abfindungszahlung, mit der dieser Verlust teilweise ausgeglichen werden soll, beruht insoweit auf einer neuen Rechtsgrundlage. Darin liegt nicht lediglich eine Modifikation des bisherigen Vertrags. Das gilt jedenfalls, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; das System der betrieblichen Altersversorgung vom Arbeitgeber vollst&auml;ndig um- und auf eine neue Rechtsgrundlage gestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Sein Urteil kann deshalb keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unproblematisch ist zun&auml;chst, dass der Kl&auml;ger der Verst&auml;ndigung mit dem Arbeitgeber zugestimmt hat. Eine &quot;Zwangssituation&quot;, auf die es nach der Rechtsprechung f&uuml;r die Annahme einer Entsch&auml;digung i.S. von &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 EStG ankommt, ist, wenn man an dem Erfordernis festh&auml;lt (zweifelnd BFH-Urteil vom 23.&nbsp;November 2016 X&nbsp;R&nbsp;48\/14, BFHE 256, 290, BStBl II 2017, 383, Rz&nbsp;26), beim Arbeitnehmer jedenfalls nicht deshalb zu verneinen, weil er einer g&uuml;tlichen Einigung zugestimmt hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 237, 56, BStBl II 2012, 569). Im Streitfall bestehen insoweit keine Besonderheiten. Der Kl&auml;ger hat nachvollziehbar dargelegt, dass ihm die A bei Nichtzustimmung in Aussicht gestellt habe, keine Abfindung und lediglich reduzierte Versorgungsleistungen zu zahlen. Wenn der Arbeitnehmer unter diesen Bedingungen dem neuen Regelwerk zustimmt, steht er dabei unter einem nicht unerheblichen Druck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auf der Grundlage der vom FG festgestellten Tatsachen steht ferner fest, dass es beim Kl&auml;ger im Streitjahr zu einer &quot;Zusammenballung&quot; von Eink&uuml;nften und infolge dessen zu einer Progressionssteigerung als Voraussetzung f&uuml;r die Anwendung von &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG gekommen ist (dazu zuletzt BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Oktober 2017 IX&nbsp;R&nbsp;11\/17, BFHE 259, 529, Der Betrieb 2018, 163). Die Abfindung von 45.662&nbsp;EUR hat sich auf den Steuertarif erh&ouml;hend ausgewirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2018, IX R 12\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.130318.IXR12.17.0 Entsch&auml;digung f&uuml;r den Verlust von Versorgungsanwartschaften &#8211; Zwangslage bei Einigung mit Arbeitgeber Leits&auml;tze NV: Widerruft der Arbeitgeber einseitig die bisherige betriebliche Versorgungszusage und bietet er den Besch&auml;ftigten eine neue betriebliche Altersversorgung an, die zu wesentlich niedrigeren Versorgungsanspr&uuml;chen f&uuml;hrt, so handelt es sich bei einer Zahlung des Arbeitgebers, die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-12-17-entschaedigung-fuer-den-verlust-von-versorgungsanwartschaften-zwangslage-bei-einigung-mit-arbeitgeber\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;12\/17 &#8211; Entsch&auml;digung f&uuml;r den Verlust von Versorgungsanwartschaften &#8211; Zwangslage bei Einigung mit Arbeitgeber<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69478","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69478","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69478"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69478\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69478"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69478"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}