{"id":69489,"date":"2018-05-17T11:11:47","date_gmt":"2018-05-17T09:11:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69489"},"modified":"2018-05-17T11:11:47","modified_gmt":"2018-05-17T09:11:47","slug":"i-r-55-15-britische-sog-claw-back-besteuerung-und-abkommensrecht-korrekturverfahren-nach-par-13-abs-4-invstg-2004-af-aenderung-der-hoechstrichterlichen-rechtsprechung-is-von-par-176-abs-1-satz-1-nr-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-55-15-britische-sog-claw-back-besteuerung-und-abkommensrecht-korrekturverfahren-nach-par-13-abs-4-invstg-2004-af-aenderung-der-hoechstrichterlichen-rechtsprechung-is-von-par-176-abs-1-satz-1-nr-5\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;55\/15 &#8211; Britische sog. Claw-back-Besteuerung und Abkommensrecht &#8211; Korrekturverfahren nach &sect; 13 Abs. 4 InvStG 2004 a.F. &#8211; &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung i.S. von &sect; 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO &#8211; Verlegung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.11.2017, I R 55\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.151117.IR55.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Britische sog. Claw-back-Besteuerung und Abkommensrecht &#8211; Korrekturverfahren nach &sect; 13 Abs. 4 InvStG 2004 a.F. &#8211; &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung i.S. von &sect; 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO &#8211; Verlegung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Es wird daran festgehalten, dass der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung einer in Gro&szlig;britannien belegenen Immobilie nach dem DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 in Deutschland besteuert werden darf, wenn die Ver&auml;u&szlig;erung nach britischem Steuerrecht nur dazu f&uuml;hrt, dass zuvor gew&auml;hrte Abschreibungen auf Teile der Immobilie r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden &#8211;&quot;Claw-back-Besteuerung&quot;&#8211; (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 9. Dezember 2010 I R 49\/09, BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der wegen materiell fehlerhafter Feststellungserkl&auml;rung eines Investmentfonds gem&auml;&szlig; &sect; 13 Abs. 4 Satz 1 InvStG 2004 a.F. vom Finanzamt gesondert festzustellende Unterschiedsbetrag ist auf einen Investmentanteil zu beziehen. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Berechnung ist die Zahl der umlaufenden Anteile zum Schluss desjenigen Gesch&auml;ftsjahrs, in welchem der materielle Fehler eingetreten ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Der festzustellende Unterschiedsbetrag ist jedenfalls dann, wenn der Feststellungsbescheid erst nach dem 31. Dezember 2017 unanfechtbar wird, nicht im Wege eines Billigkeitserweises deshalb herabzusetzen, weil die Zahl der umlaufenden Fondsanteile sich nach dem Schluss des Gesch&auml;ftsjahrs, in dem der materielle Fehler eingetreten ist, infolge einer Verschmelzung mit einem anderen Fonds signifikant erh&ouml;ht hat.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 20. Januar 2015&nbsp;&nbsp;4 K 1918\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">A. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist ein inl&auml;ndisches Investmentverm&ouml;gen (Investmentfonds) i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 des Investmentsteuergesetzes 2004 i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2008 vom 20.&nbsp;Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150, BStBl I 2008, 218) &#8211;InvStG 2004 a.F.&#8211;. Er reichte am 25.&nbsp;Januar 2008 die Erkl&auml;rung zur gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 InvStG 2004 a.F. f&uuml;r die Endaussch&uuml;ttung vom 7.&nbsp;Januar 2008 betreffend das vom 1.&nbsp;Oktober 2006 bis 30.&nbsp;September 2007 laufende Gesch&auml;ftsjahr beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ging der Kl&auml;ger f&uuml;r die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen i.S. des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 2 InvStG 2004 a.F. davon aus, dass der aus der Ver&auml;u&szlig;erung einer in Gro&szlig;britannien belegenen Immobilie erzielte Gewinn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. i.V.m. dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten K&ouml;nigreich Gro&szlig;britannien und Nordirland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung vom 26.&nbsp;November 1964 (BGBl II 1966, 359, BStBl I 1966, 730) i.d.F. des Revisionsprotokolls vom 23.&nbsp;M&auml;rz 1970 (BGBl II 1971, 46, BStBl I 1971, 140) &#8211;DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970&#8211; von der Besteuerung im Inland freigestellt sei. Er deklarierte den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn aus der Immobilie in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR daher als steuerfreien Ertrag. Bezogen auf die zum 30.&nbsp;September 2007 umlaufenden Anteile am Kl&auml;ger von &#8230;&nbsp;St&uuml;ck entsprach dies einem Betrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR je Anteil. Die erkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen wurden am 20.&nbsp;Dezember 2007 mit dem Jahresbericht im Bundesanzeiger ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum Stichtag 30.&nbsp;September 2009 wurde das Sonderverm&ouml;gen eines weiteren Investmentfonds auf das Investmentverm&ouml;gen des Kl&auml;gers verschmolzen. Die zum Verschmelzungsstichtag im Umlauf befindlichen Anteile des Kl&auml;gers (&#8230;&nbsp;St&uuml;ck) erh&ouml;hten sich dadurch zum 1.&nbsp;Oktober 2009 auf &#8230;&nbsp;St&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA war der Auffassung, der durch den Verkauf des Grundst&uuml;cks in Gro&szlig;britannien erzielte Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn sei gem&auml;&szlig; dem zur britischen sog. Claw-back-Besteuerung ergangenen Urteil des erkennenden Senats vom 9.&nbsp;Dezember 2010 I&nbsp;R&nbsp;49\/09 (BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482) im Inland nicht steuerfrei. Es erlie&szlig; daher am 14.&nbsp;Dezember 2012 einen Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. f&uuml;r das Investmentverm&ouml;gen des Kl&auml;gers zur gesonderten Feststellung vom 25.&nbsp;Januar 2008, in dem es die Eink&uuml;nfte, die aufgrund von DBA steuerfrei sind, um den Unterschiedsbetrag von &#8230;&nbsp;EUR pro Anteil verminderte und den Unterschiedsbetrag von &#8230;&nbsp;EUR pro Anteil als Bemessungsgrundlage f&uuml;r die 30&nbsp;%ige Zinsabschlagsteuer feststellte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger h&auml;lt das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) in BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482 f&uuml;r sachlich falsch und ist weiterhin der Auffassung, der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn bleibe steuerfrei. Auch stehe dem vom FA erlassenen &Auml;nderungsbescheid die Bestimmung des &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) entgegen. Und schlie&szlig;lich m&uuml;sse bei der Bemessung eines auf den einzelnen Anteil entfallenden Unterschiedsbetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. &#8211;ggf. im Billigkeitsweg gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 AO&#8211; ansatzmindernd ber&uuml;cksichtigt werden, dass zum Zeitpunkt des Erlasses des &Auml;nderungsbescheids am 14.&nbsp;Dezember 2012 wesentlich mehr Fondsanteile des Kl&auml;gers in Umlauf gewesen seien als am 30.&nbsp;September 2007. Die Klage blieb ohne Erfolg. Das Hessische Finanzgericht (FG) hat sie mit Urteil vom 20.&nbsp;Januar 2015&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;1918\/13 als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das FG-Urteil richtet sich die &#8211;vom FG zugelassene&#8211; Revision, mit der der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das FG-Urteil, die Einspruchsentscheidung des FA und den angefochtenen Bescheid aufzuheben,<br \/>hilfsweise,<br \/>das angefochtene Urteil insoweit aufzuheben, als der Unterschiedsbetrag i.S. des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. den Betrag von &#8230;&nbsp;EUR bezogen auf die Anzahl der umlaufenden Anteilsscheine zum Ende des Gesch&auml;ftsjahrs des Kl&auml;gers, in dessen Verlauf die Rechtskraft dieser Entscheidung eintritt, &uuml;berschreitet,<br \/>hilfsweise,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und das FA zu verpflichten, den Betrag von &#8230;&nbsp;EUR als Unterschiedsbetrag i.S. des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. geteilt durch die Anzahl der umlaufenden Anteilsscheine zum Ende des Gesch&auml;ftsjahrs des Kl&auml;gers, in dessen Verlauf die Rechtskraft dieser Entscheidung eintritt, festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">B. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist zul&auml;ssig, bleibt in der Sache aber ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Senat kann auf der Grundlage der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 15.&nbsp;November 2017 &uuml;ber die Revision entscheiden. Er war nicht gehalten, dem am Vorabend der m&uuml;ndlichen Verhandlung &#8211;um 19:00&nbsp;Uhr&#8211; per Telefax beim BFH eingegangenen Antrag der Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers auf Verlegung des Sitzungstermins zu entsprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;227 der Zivilprozessordnung k&ouml;nnen die Gerichte der Finanzgerichtsbarkeit aus erheblichen Gr&uuml;nden einen Termin aufheben oder verlegen. Wenn erhebliche Gr&uuml;nde vorliegen, verdichtet sich das Ermessen zu einer Rechtspflicht und muss der Termin zur Gew&auml;hrleistung des rechtlichen Geh&ouml;rs verlegt werden, selbst wenn das Gericht die Sache f&uuml;r entscheidungsreif h&auml;lt und die Erledigung des Rechtsstreits verz&ouml;gert wird. Der durch Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes verfassungsrechtlich gesicherte Anspruch des Verfahrensbeteiligten auf rechtliches Geh&ouml;r verpflichtet die Gerichte, einen Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung auf Antrag aufzuheben oder zu verlegen, wenn daf&uuml;r nach den Umst&auml;nden des Falls, insbesondere dem Prozessstoff oder den pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnissen des Beteiligten bzw. seines Prozessbevollm&auml;chtigten erhebliche Gr&uuml;nde vorliegen (z.B. Senatsbeschluss vom 28.&nbsp;November 2016 I&nbsp;B&nbsp;16,&nbsp;17\/16, BFH\/NV 2017, 466, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin &#8211;eine Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft&#8211; hat erhebliche Gr&uuml;nde f&uuml;r die beantragte Terminsverlegung nicht hinreichend dargelegt. Sie hat ausgef&uuml;hrt, der den Fall als einziger und allein verantwortlicher Bearbeiter\/Partner bearbeitende Rechtsanwalt und Steuerberater A sei akut erkrankt und habe sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen m&uuml;ssen. Eine Einarbeitung eines anderen Bearbeiters\/Partners sei kurzfristig nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Vorbringen ist nach den Gegebenheiten des Streitfalls zur Rechtfertigung einer Terminsverlegung nicht ausreichend. Denn ausweislich der Akten ist der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG nicht nur von A, sondern auch von Rechtsanwalt und Steuerberater B und Rechtsanwalt C vertreten worden. B hat des Weiteren die vom Kl&auml;ger im Revisionsverfahren eingereichten Schrifts&auml;tze mitunterzeichnet. Aus welchen Gr&uuml;nden auch B und C an der Terminswahrnehmung vor dem BFH gehindert gewesen sein sollen, ergibt sich aus der Begr&uuml;ndung des Verlegungsantrags nicht. B und C haben den Termin denn auch tats&auml;chlich f&uuml;r den Kl&auml;ger wahrgenommen und waren nach dem Eindruck des Senats gut auf die m&uuml;ndliche Verhandlung vorbereitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Ablehnung des &#8211;von B und C in der m&uuml;ndlichen Verhandlung aufrecht erhaltenen&#8211; Verlegungsantrags hat f&uuml;r den Senat zudem eine Rolle gespielt, dass C die Gesch&auml;ftsstelle des Senats bereits am Nachmittag des 14.&nbsp;November 2017 telefonisch &uuml;ber die Erkrankung des A informiert, aber keinen Verlegungsantrag gestellt, sondern nur erkl&auml;rt hat, es werde zur m&uuml;ndlichen Verhandlung f&uuml;r den Kl&auml;ger niemand erscheinen. Der nach Dienstende der Gesch&auml;ftsstelle am Abend des 14.&nbsp;November 2017 eingegangene Terminsverlegungsantrag ist dem Senat erst am Morgen des Sitzungstags zu einem Zeitpunkt bekannt geworden, als die Sitzungsvertreter des FA bereits auf dem Weg zur Wahrnehmung des auf 10&nbsp;Uhr bestimmten Sitzungstermins waren. Nachdem sodann entgegen der Ank&uuml;ndigung vom Vortag mit B und C zwei kundige Vertreter des Kl&auml;gers zur m&uuml;ndlichen Verhandlung erschienen waren, bestand keinerlei nachvollziehbarer Grund mehr f&uuml;r eine Verlegung des Termins.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist in vollem Umfang zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Zul&auml;ssigkeit des Rechtsmittels steht nicht entgegen, dass der Kl&auml;ger seinen ersten Hilfsantrag in dieser Form erstmals im Revisionsverfahren gestellt hat. Denn es handelt sich dabei der Sache nach nicht um einen den Gegenstand der Klage erweiternden &quot;echten&quot; Hilfsantrag. Vielmehr ist der &Auml;nderungsantrag als Minus schon in dem auf Aufhebung des angefochtenen Bescheids gerichteten Hauptantrag enthalten. Der Senat w&auml;re auch ohne einen f&ouml;rmlichen Antrag gehalten, zu pr&uuml;fen, ob der angefochtene Bescheid, wenn er nicht insgesamt aufzuheben ist, ggf. zugunsten des Kl&auml;gers abge&auml;ndert werden muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FA ist die Revision auch im Hinblick auf den zweiten, auf Billigkeitserweis gerichteten Hilfsantrag zul&auml;ssig. Der Kl&auml;ger ist insoweit durch die Abweisung seiner diesbez&uuml;glichen Klage formal beschwert. Das FA vermischt Fragen der Begr&uuml;ndetheit des Antrags mit dem Vorliegen einer prozessualen Beschwer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO zur&uuml;ckzuweisen. Der angefochtene Feststellungsbescheid und die Ablehnung des Antrags auf abweichende Feststellung von Besteuerungsgrundlagen aus Billigkeitsgr&uuml;nden sind rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FA war gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. befugt, den Unterschiedsbetrag zwischen den vom Kl&auml;ger erkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen und den zutreffenden Besteuerungsgrundlagen gesondert festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Besteuerungsgrundlagen i.S. des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. gegen&uuml;ber der Investmentgesellschaft gesondert festzustellen. Die Investmentgesellschaft hat sp&auml;testens vier Monate nach Ablauf des Gesch&auml;ftsjahrs eine Erkl&auml;rung zur gesonderten Feststellung der Besteuerungsgrundlagen abzugeben (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F.). Die Feststellungserkl&auml;rung steht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. einer gesonderten Feststellung gleich. Stellt das Finanzamt materielle Fehler der gesonderten Feststellung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. fest, sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. die Unterschiedsbetr&auml;ge zwischen den erkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen und den zutreffenden Besteuerungsgrundlagen gesondert festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Voraussetzungen f&uuml;r die gesonderte Feststellung eines Unterschiedsbetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. liegen im Streitfall vor. Denn die vom Kl&auml;ger gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. erkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen waren insoweit materiell fehlerhaft, als der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der in Gro&szlig;britannien belegenen Immobilie als gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. i.V.m. dem DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 steuerfrei behandelt worden ist. Zwar sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. die auf Investmentanteile ausgesch&uuml;tteten sowie die aussch&uuml;ttungsgleichen Ertr&auml;ge bei der Veranlagung der Einkommensteuer oder K&ouml;rperschaftsteuer insoweit au&szlig;er Betracht zu lassen, als sie aus einem ausl&auml;ndischen Staat stammende Eink&uuml;nfte enthalten, f&uuml;r die die Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) auf Grund eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (DBA) auf die Aus&uuml;bung des Besteuerungsrechts verzichtet hat. Auf die Besteuerung des aus dem Verkauf der Immobilie resultierenden Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns hat Deutschland im Rahmen des DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 jedoch nicht verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aus abkommensrechtlicher Sicht handelt es sich bei dem streitigen Gewinn um einen Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung unbeweglichen Verm&ouml;gens, den Gro&szlig;britannien als Belegenheitsstaat besteuern darf (Art.&nbsp;VIII Abs.&nbsp;1 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970). Da der Gewinn in Gro&szlig;britannien besteuert werden darf, ist er im Grundsatz von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen, soweit er auf eine in Deutschland ans&auml;ssige Person entf&auml;llt (Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Halbsatz&nbsp;1 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970). Diese Rechtsfolge tritt aber nur dann ein, wenn der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in Gro&szlig;britannien steuerpflichtig ist (Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Halbsatz&nbsp;2 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970). Daran fehlt es hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar ist anhand der Feststellungen des angefochtenen Urteils davon auszugehen, dass die Ver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks gem&auml;&szlig; britischem Steuerrecht (Capital Allowances Act) eine Nachversteuerung (&quot;Claw back&quot;) von zuvor auf das Grundst&uuml;ck geltend gemachten Absetzungen f&uuml;r Abnutzung (AfA) ausgel&ouml;st hat. Wie der erkennende Senat in seinem Urteil in BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482 entschieden hat, ist in dieser britischen Claw-back-Besteuerung jedoch keine dem Besteuerungsr&uuml;ckfall entgegenstehende Besteuerung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns i.S. des Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Halbsatz&nbsp;2 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 zu sehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der Senat hat sein Ergebnis damit begr&uuml;ndet, dass mit der Claw-back-Besteuerung sowohl aus britischer Sicht als auch aus der Perspektive des deutschen Rechts nicht ein Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung erfasst, sondern nur die in der Vergangenheit vorgenommene Besteuerung der laufenden Gewinne des Ver&auml;u&szlig;erers korrigiert werde. Es werde insoweit ein in der Vergangenheit erlangter Steuervorteil zur&uuml;ckgefordert. Der Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang sei hierf&uuml;r nur das ausl&ouml;sende Moment. Das ergebe sich aus dem Umstand, dass das britische Recht zwischen Gewinnen auf der Einkunftsebene (&quot;gains&quot;) und solchen auf der Ebene der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne (&quot;capital gains&quot;) unterscheide und dass die Vornahme der AfA und deren R&uuml;ckg&auml;ngigmachung gerade nicht der Ermittlung der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne, der &quot;capital gains&quot;, sondern derjenigen der &quot;gains&quot; auf der Einkunftsebene zugeordnet werde, er also nicht die Kategorie der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne betreffe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Hieran ist festzuhalten (zustimmend Hahn, jurisPR-SteuerR 19\/2011 Anm.&nbsp;2; KB, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2011, 268). Einen triftigen Grund f&uuml;r eine Abkehr von der Senatsrechtsprechung zeigt die Revision nicht auf. Sie tr&auml;gt vor, die in Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Halbsatz&nbsp;2 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 normierte Ausnahme von der Freistellung verlange lediglich eine tats&auml;chliche Steuerpflicht in Gro&szlig;britannien. Dass es sich um eine solche Steuerpflicht handeln m&uuml;sste, die sich in Deutschland in systematischer Hinsicht als Besteuerung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns darstelle, werde nicht verlangt. Es gen&uuml;ge vielmehr jede Steuerpflicht, gleichviel, welcher Einkunftsart sie im Belegenheitsstaat zugeordnet werde. Die Steuerpflicht sei weder auf eine bestimmte Einkunftsart zu verengen noch auf eine bestimmte Technik, nach welcher die Besteuerungsgrundlagen festzulegen und zu ermitteln seien. Ma&szlig;gebend sei, dass die Steuerpflicht durch die Ver&auml;u&szlig;erung des unbeweglichen Verm&ouml;gens bedingt und rechtlich und\/oder wirtschaftlich auf die Erfassung stiller Reserven gerichtet sei. Dies sei bei der britischen Claw-back-Besteuerung der Fall (&auml;hnlich Eisenack\/Pohl, IStR 2011, 259, 262).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Halbsatz&nbsp;2 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 dadurch, dass er &quot;die in Artikel&nbsp;VIII Absatz&nbsp;1 genannten Gewinne&quot; von der Freistellung ausnimmt, wenn &quot;sie&quot; im Vereinigten K&ouml;nigreich steuerpflichtig sind, dahin zu verstehen ist, dass das Objekt des britischen Besteuerungszugriffs auch aus der Perspektive des britischen Rechts als Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn definiert sein muss und dass es nicht ausreicht, dass die Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie lediglich das ausl&ouml;sende Moment f&uuml;r den Besteuerungszugriff darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FA war am Erlass des angefochtenen Bescheids nicht durch &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO gehindert. Danach darf bei der Aufhebung oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids nicht zuungunsten des Steuerpflichtigen ber&uuml;cksichtigt werden, dass sich die Rechtsprechung eines obersten Gerichtshofs des Bundes ge&auml;ndert hat, die bei der bisherigen Steuerfestsetzung von der Finanzbeh&ouml;rde angewendet worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es spricht allerdings alles daf&uuml;r, dass die in ihrem unmittelbaren Anwendungsbereich f&uuml;r die &Auml;nderung oder Aufhebung bestandskr&auml;ftiger Steuerbescheide geltenden Vertrauensschutzregelungen des &sect;&nbsp;176 AO entsprechend auf die gesonderte Feststellung von Unterschiedsbetr&auml;gen nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. anwendbar sind (vgl. Bundesministerium der Finanzen &#8211;BMF&#8211;, Schreiben vom 18.&nbsp;August 2009, BStBl I 2009, 931, Rz&nbsp;232; Pletschacher in Moritz\/Jesch, InvStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;59; Bl&uuml;mich\/Hammer &sect;&nbsp;13 InvStG 2004 Rz&nbsp;21). Denn bei dieser handelt es sich im Ergebnis um eine Korrektur der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. einer gesonderten Feststellung gleichstehenden Feststellungserkl&auml;rung der Investmentgesellschaft. Jedoch sind die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO in Ermangelung einer Rechtsprechungs&auml;nderung im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung i.S. von &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO liegt vor, wenn ein im Wesentlichen gleichgelagerter Sachverhalt nunmehr anders entschieden wurde als bisher (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;November 2000 IX&nbsp;R&nbsp;2\/96, BFHE 193, 460, BStBl II 2001, 789, m.w.N.). Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers (vgl. auch Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;176 AO Rz&nbsp;15) ist dabei weder auf ein &quot;Gesamtbild der Rechtsprechung&quot; noch auf blo&szlig;e Schlussfolgerungen aus fr&uuml;heren Entscheidungen des BFH abzustellen (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Juni 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;79\/05, BFHE 222, 320, BStBl II 2008, 863).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach diesen Ma&szlig;gaben hat die Vorinstanz zu Recht angenommen, dass der erkennende Senat mit seinem Urteil in BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482, auf das der angefochtene Bescheid sich inhaltlich st&uuml;tzt, keine &Auml;nderung der in dem Senatsurteil vom 27.&nbsp;August 1997 I&nbsp;R&nbsp;127\/95 (BFHE 184, 326, BStBl II 1998, 58) zum Ausdruck gekommenen Rechtsauffassung vorgenommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das letztgenannte Senatsurteil betraf Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kanada zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und bestimmter anderer Steuern vom 17.&nbsp;Juli 1981 &#8211;DBA-Kanada 1981&#8211; (BGBl II 1982, 802, BStBl I 1982, 752), dem zufolge f&uuml;r die Zwecke jenes Methodenartikels Gewinne oder Eink&uuml;nfte einer in einem Vertragsstaat ans&auml;ssigen Person (nur dann) als aus Quellen innerhalb des anderen Vertragsstaats stammend gelten, wenn sie in &Uuml;bereinstimmung mit diesem Abkommen im anderen Vertragsstaat besteuert werden. In dem Urteil in BFHE 184, 326, BStBl II 1998, 58 hat der Senat entschieden, dass es sich bei Gewinnen oder Eink&uuml;nften i.S. von Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 DBA-Kanada 1981 immer nur um solche im Sinne der einzelnen Einkunftsarten gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;6 bis 21 DBA-Kanada 1981 handele. W&uuml;rden die Gewinne oder Eink&uuml;nfte im Rahmen einer dieser Einkunftsarten in Kanada der Besteuerung unterworfen, stammten sie deshalb aus kanadischen Quellen gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 DBA-Kanada 1981; in welchem Umfang sie von der kanadischen Besteuerung erfasst w&uuml;rden oder ob dort alle Einkunftsteile im Rahmen der kanadischen Steuerveranlagung zu einer konkreten Steuerzahlungspflicht f&uuml;hrten, sei f&uuml;r die Freistellung der Eink&uuml;nfte und Gewinne von der inl&auml;ndischen Besteuerung unbeachtlich. Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 DBA-Kanada 1981 enthalte lediglich eine qualitativ-konditionale Voraussetzung der Besteuerung in Kanada (&quot;wenn&quot;), nicht jedoch eine solche quantitativer Art (&quot;soweit&quot;). Von daher sei es nicht m&ouml;glich, den betreffenden Gewinn &quot;zu sezieren und in seine Einzelteile zu zerlegen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Senatsurteil in BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482 betrifft demgegen&uuml;ber mit Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Halbsatz&nbsp;2 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 eine spezielle, ausschlie&szlig;lich f&uuml;r Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne aus dem Verkauf von Immobilien geltende R&uuml;ckfallklausel und geht der Frage nach, ob die britische Claw-back-Besteuerung als Besteuerung eines solchen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns angesehen werden kann. Dem Senatsurteil in BFHE 184, 326, BStBl II 1998, 58 lag eine vergleichbare Fragestellung nicht zugrunde. Vielmehr war das Senatsurteil in BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482 das erste (und bisher einzige) Urteil, mit dem diese Rechtsfrage h&ouml;chstrichterlich entschieden worden ist (so auch Hahn, jurisPR-SteuerR 19\/2011 Anm.&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Senatsurteil in BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482 hat sich der Senat auch weder ausdr&uuml;cklich noch im Ergebnis von der Aussage des Senatsurteils in BFHE 184, 326, BStBl II 1998, 58 distanziert, nach dem ein Besteuerungsr&uuml;ckfall, der entsprechend der Formulierung des betreffenden DBA eintritt, &quot;wenn&quot; der andere Staat die entsprechenden Eink&uuml;nfte oder Gewinne besteuert, bereits dann vollumf&auml;nglich greift, wenn die betreffenden Eink&uuml;nfte oder Gewinne in dem anderen Staat auch nur zu einem Teil steuerpflichtig sind. An dieser Rechtsprechung, die keinen n&auml;heren Bezug zur Frage der Beurteilung der britischen Claw-back-Besteuerung im Lichte des Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Halbsatz&nbsp;2 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 aufweist, hat der Senat vielmehr nach Ergehen des Senatsurteils in BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482 in st&auml;ndiger Rechtsprechung festgehalten (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 19.&nbsp;Dezember 2013 I&nbsp;B&nbsp;109\/13, BFHE 244, 40 &#8211;zum DBA-Irland 1962&#8211;; Senatsurteil vom 20.&nbsp;Mai 2015 I&nbsp;R&nbsp;68\/14, BFHE 250, 96, BStBl II 2016, 90 &#8211;zu Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970&#8211;; Senatsurteil vom 21.&nbsp;Januar 2016 I&nbsp;R&nbsp;49\/14, BFHE 253, 115, BStBl II 2017, 107 &#8211;zum DBA-Spanien 1966&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FA hat den sich aus der fehlerhaften Feststellungserkl&auml;rung des Kl&auml;gers im Vergleich zur materiell zutreffenden Rechtslage ergebenden Unterschiedsbetrag i.S. des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. je Investmentanteil zu Recht anhand der zum 30.&nbsp;September 2007 umlaufenden Fondsanteile bemessen und mit &#8230;&nbsp;EUR festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Besteuerungsgrundlagen i.S. des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. sind in der Feststellungserkl&auml;rung der Investmentgesellschaft nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 InvStG 2004 a.F. jeweils auf einen Investmentanteil bezogen zu erkl&auml;ren (R&ouml;hrich in Beckmann\/ Scholtz\/Vollmer, Investment, &sect;&nbsp;13 InvStG Rz&nbsp;26; Pletschacher in Moritz\/Jesch, a.a.O., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;22; Bl&uuml;mich\/Hammer, &sect;&nbsp;13 InvStG 2004 Rz&nbsp;19). Dies ergibt sich aus &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 InvStG 2004 a.F., der eine Bekanntmachung der jeweiligen Besteuerungsgrundlagen &quot;bezogen auf einen Investmentanteil&quot; verlangt. Auf jeweils einen Investmentanteil bezieht sich daher auch die Wirkung der Feststellungserkl&auml;rung als gesonderte Feststellung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F., woraus wiederum abzuleiten ist, dass auch die Feststellung eines Unterschiedsbetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. anteilsbezogen zu erfolgen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r die gesonderte Feststellung des Unterschiedsbetrags je Investmentanteil nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. hat die Finanzbeh&ouml;rde die Anzahl der zum jeweiligen Stichtag der materiell fehlerhaften Feststellungserkl&auml;rung umlaufenden Investmentanteile zugrunde zu legen. Das waren im Streitfall die zum 30.&nbsp;September 2007 umlaufenden &#8230;&nbsp;St&uuml;ck. Dies ergibt sich unmittelbar aus dem Wortlaut des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F., der die gesonderte Feststellung der &quot;Unterschiedsbetr&auml;ge zwischen den erkl&auml;rten und den zutreffenden Besteuerungsgrundlagen&quot; verlangt. F&uuml;r die vom Kl&auml;ger im ersten Hilfsantrag geforderte Bemessung des Unterschiedsbetrags je Anteil anhand der &#8211;zum Feststellungszeitpunkt noch nicht bekannten&#8211; Zahl der Anteile, die im Zeitpunkt der Unanfechtbarkeit des angefochtenen Feststellungsbescheids umlaufen werden, fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Den zweiten Hilfsantrag des Kl&auml;gers, den Unterschiedsbetrag aus Billigkeitsgr&uuml;nden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO mit dem Betrag festzustellen, der sich ergibt, wenn der (Fehler-)Betrag von &#8230;&nbsp;EUR durch die Anzahl der Anteilsscheine geteilt wird, die zum Ende des Gesch&auml;ftsjahrs des Kl&auml;gers, in dessen Verlauf die Unanfechtbarkeit der Feststellung eintritt, umlaufen, haben FA und FG im Ergebnis zu Recht abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;163 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO k&ouml;nnen Steuern niedriger festgesetzt werden und einzelne Besteuerungsgrundlagen, die die Steuern erh&ouml;hen, bei der Festsetzung der Steuer unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn die Erhebung der Steuer nach der Lage des einzelnen Falls unbillig w&auml;re. Die Bestimmung ist &uuml;ber &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO auch in Bezug auf gesonderte Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen anwendbar (vgl. Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;181 AO Rz&nbsp;4; Oellerich in Gosch, AO &sect;&nbsp;163 Rz&nbsp;10). Eine Unbilligkeit aus &#8211;hier allein infrage kommenden&#8211; sachlichen Gr&uuml;nden liegt vor, wenn die Steuerfestsetzung (bzw. die Feststellung von Besteuerungsgrundlagen) zwar dem Wortlaut des Gesetzes entspricht, aber dessen Wertungen zuwiderl&auml;uft. Das setzt voraus, dass der Gesetzgeber die Grundlagen f&uuml;r die Festsetzung oder Feststellung anders als tats&auml;chlich geschehen geregelt h&auml;tte, wenn er die zu beurteilende Frage als regelungsbed&uuml;rftig erkannt h&auml;tte. Eine f&uuml;r den Steuerpflichtigen ung&uuml;nstige Rechtsfolge, die der Gesetzgeber bewusst angeordnet oder in Kauf genommen hat, rechtfertigt dagegen keine Billigkeitsma&szlig;nahme (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 21.&nbsp;Dezember 2016 I&nbsp;R&nbsp;24\/15, BFH\/NV 2017, 923, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit sachlichen Billigkeitserw&auml;gungen l&auml;sst sich eine Herabsetzung des Unterschiedsbetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F. nicht begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger hat eine sachliche Unbilligkeit der Feststellung des anhand der im Fehlerjahr umlaufenden Anteile errechneten Unterschiedsbetrags daraus abgeleitet, dass die Investmentgesellschaft den festgestellten Unterschiedsbetrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 InvStG 2004 a.F. erst in der Feststellungserkl&auml;rung f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr zu ber&uuml;cksichtigen hat, in dem die gesonderte Feststellung des Unterschiedsbetrags unanfechtbar geworden ist. Diese zeitliche Verschiebung f&uuml;hre &#8211;insbesondere infolge der im Jahr 2009 vollzogenen Verschmelzung mit dem anderen Fonds&#8211; dazu, dass die Zahl der Anleger, die sp&auml;ter von der Korrektur nachteilig betroffen sein werden, signifikant h&ouml;her sei, als die Zahl der Anleger, die seinerzeit von dem Fehler profitiert h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Inwiefern in diesen Umst&auml;nden eine sachliche Unbilligkeit i.S. von &sect;&nbsp;163 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO gesehen und ob eine solche durch die vom Kl&auml;ger erstrebte Herabsetzung des festgesetzten Unterschiedsbetrags ausgeglichen werden k&ouml;nnte, bedarf indessen im Streitfall keiner Er&ouml;rterung mehr. Denn die Rechtslage hat sich durch die im Zuge der Reform des Investmentsteuerrechts in das Investmentsteuergesetz 2004 eingef&uuml;gten &Uuml;bergangsregelungen des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4a und 4b InvStG 2004 i.d.F. des Gesetzes zur Reform der Investmentbesteuerung (Investmentsteuerreformgesetz &#8211; InvStRefG) vom 19.&nbsp;Juli 2016 (BGBl I 2016, 1730, BStBl I 2016, 731) &#8211;InvStG 2004 n.F.&#8211; in auch f&uuml;r den Streitfall relevanter Weise ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4a Satz&nbsp;1 InvStG 2004 n.F. ist &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 InvStG 2004 a.F.\/n.F. u.a. dann nicht anzuwenden, wenn die Feststellung des Unterschiedsbetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 InvStG 2004 a.F.\/n.F. nach dem 31.&nbsp;Dezember 2017 unanfechtbar wird. Stattdessen hat die Investmentgesellschaft die Unterschiedsbetr&auml;ge in diesem Fall mit Angabe des Gesch&auml;ftsjahrs, in dem der materielle Fehler eingetreten ist, im Bundesanzeiger zu ver&ouml;ffentlichen (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4a Satz&nbsp;2 InvStG 2004 n.F.). Der Unterschiedsbetrag gilt in dem Veranlagungszeitraum als zugeflossen, in dem er im Bundesanzeiger ver&ouml;ffentlicht wird (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4b Satz&nbsp;1 InvStG 2004 n.F.). Nach der Bestimmung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4b Satz&nbsp;2 InvStG 2004 n.F. gilt der Unterschiedsbetrag aber nur gegen&uuml;ber denjenigen Anlegern als zugeflossen, denen am letzten Tag des Gesch&auml;ftsjahrs, in dem der materielle Fehler eingetreten ist, Anteile an dem Investmentfonds zuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die von dieser Regelung umfassten F&auml;lle kommt es demnach nicht mehr zu der vom Kl&auml;ger bem&auml;ngelten undifferenzierten und f&uuml;r Anleger und Depotbanken nicht erkennbaren Einbeziehung des festgestellten Unterschiedsbetrags in die auf die Unanfechtbarkeit folgende Feststellungserkl&auml;rung der Investmentgesellschaft. Vielmehr wird durch &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4b Satz&nbsp;2 InvStG 2004 n.F. daf&uuml;r Sorge getragen, dass von vornherein nur die zum Schluss des Fehlerjahrs beteiligten Anleger von der Feststellung des Unterschiedsbetrags betroffen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die Regelungen des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4a und 4b InvStG 2004 n.F. sind auf die verfahrensgegenst&auml;ndliche Feststellung anzuwenden. Denn der angefochtene Feststellungsbescheid wird erst dann i.S. von &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;4a Satz&nbsp;1 InvStG 2004 n.F. unanfechtbar, wenn das vorliegende Senatsurteil rechtskr&auml;ftig geworden, d.h. im Fall des hier ma&szlig;geblichen &sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;2 FGO beiden Beteiligten an Verk&uuml;ndungs statt zugestellt worden ist (vgl. Brandt in Gosch, FGO &sect;&nbsp;110 Rz&nbsp;38; s.a. zur vergleichbaren Situation nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;2 der Verwaltungsgerichtsordnung: Clausing\/Kimmel in Schoch\/Schneider\/Bier, VwGO, &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;10; Berlit in Posser\/Wolff, VwGO, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;140 Rz&nbsp;6; Neumann in Sodan\/Ziekow, VwGO, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;140 Rz&nbsp;7). Nach dem gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsgang beim BFH ist es ausgeschlossen, dass dies vor dem 1.&nbsp;Januar 2018 geschehen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>IV. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.11.2017, I R 55\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.151117.IR55.15.0 Britische sog. Claw-back-Besteuerung und Abkommensrecht &#8211; Korrekturverfahren nach &sect; 13 Abs. 4 InvStG 2004 a.F. &#8211; &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung i.S. von &sect; 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO &#8211; Verlegung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung Leits&auml;tze 1. Es wird daran festgehalten, dass der Gewinn aus &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-55-15-britische-sog-claw-back-besteuerung-und-abkommensrecht-korrekturverfahren-nach-par-13-abs-4-invstg-2004-af-aenderung-der-hoechstrichterlichen-rechtsprechung-is-von-par-176-abs-1-satz-1-nr-5\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;55\/15 &#8211; Britische sog. Claw-back-Besteuerung und Abkommensrecht &#8211; Korrekturverfahren nach &sect; 13 Abs. 4 InvStG 2004 a.F. &#8211; &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung i.S. von &sect; 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO &#8211; Verlegung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69489","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69489"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69489\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}