{"id":69506,"date":"2018-06-14T18:09:43","date_gmt":"2018-06-14T16:09:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69506"},"modified":"2018-06-14T18:09:43","modified_gmt":"2018-06-14T16:09:43","slug":"x-r-46-16-spendenabzug-bei-vorlage-einer-zuwendungsbestaetigung-mit-nicht-korrektem-ausstellungsdatum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-46-16-spendenabzug-bei-vorlage-einer-zuwendungsbestaetigung-mit-nicht-korrektem-ausstellungsdatum\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;46\/16 &#8211; Spendenabzug bei Vorlage einer Zuwendungsbest&auml;tigung mit nicht korrektem Ausstellungsdatum"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2017, X R 46\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.121217.XR46.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Spendenabzug bei Vorlage einer Zuwendungsbest&auml;tigung mit nicht korrektem Ausstellungsdatum<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Eine Zuwendungsbest&auml;tigung, die lediglich ein nicht korrektes Ausstellungsdatum enth&auml;lt, kann gleichwohl Grundlage f&uuml;r einen Sonderausgabenabzug der Zuwendung beim Zuwendenden sein, sofern die K&ouml;rperschaft zum tats&auml;chlichen Zeitpunkt der Erstellung dem Grunde nach zur Ausstellung von Zuwendungsbest&auml;tigungen befugt ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 20. Januar 2016&nbsp;&nbsp;14 K 14236\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) begehrt f&uuml;r die Streitjahre 2008 und 2009 jeweils den Abzug einer Spende als Sonderausgabe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 22.&nbsp;Dezember 2008 unterbreitete der Kl&auml;ger der XY GmbH (im Folgenden GmbH) ein Angebot zum Abschluss eines Stiftungsvertrages. Danach beabsichtigte der Kl&auml;ger, eine unselbst&auml;ndige Stiftung, die seinen Namen tragen sollte (im Folgenden Stiftung), mit einem Stiftungsverm&ouml;gen in H&ouml;he von 75.000&nbsp;EUR zu errichten. Am 23.&nbsp;Dezember 2008 &uuml;berwies er einen Betrag von 75.012&nbsp;EUR in den Verm&ouml;gensstock der Stiftung. Der Stiftungsvertrag wurde mit der Annahmeerkl&auml;rung der GmbH am 29.&nbsp;Dezember 2008 abgeschlossen. Die GmbH fungierte als Stiftungstr&auml;gerin. Nach den vertraglichen Bestimmungen war die GmbH verpflichtet, den Stiftungsbetrag nach Ma&szlig;gabe der Stiftungssatzung getrennt von ihrem &uuml;brigen Verm&ouml;gen zu verwalten, und berechtigt, das Stiftungsverm&ouml;gen anzulegen. Zweck der Stiftung war gem&auml;&szlig; der Stiftungssatzung vorrangig die F&ouml;rderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschlie&szlig;lich Studentenhilfe, nachrangig alle anderen nach der Abgabenordnung (AO) zul&auml;ssigen steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Stiftung gew&auml;hrte dem Kl&auml;ger umgehend nach ihrer Gr&uuml;ndung ein Darlehen in H&ouml;he von 65.430&nbsp;EUR zu einem Zinssatz von 5&nbsp;% j&auml;hrlich. Der Kl&auml;ger trat der Stiftung f&uuml;r das Darlehen Sicherheiten in H&ouml;he von 67.500&nbsp;EUR ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 16.&nbsp;Januar 2009 erteilte das Finanzamt A eine vorl&auml;ufige Bescheinigung &uuml;ber die Gemeinn&uuml;tzigkeit der Stiftung f&uuml;r den Zeitraum vom 22.&nbsp;Dezember 2008 bis l&auml;ngstens 21.&nbsp;Juni 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragte beim Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r das Jahr 2008 den Sonderausgabenabzug f&uuml;r die Zahlung in den Verm&ouml;gensstock der Stiftung in H&ouml;he von 73.850&nbsp;EUR. Als Nachweis legte der Kl&auml;ger eine Zuwendungsbest&auml;tigung der Stiftung &uuml;ber den Betrag von 75.000&nbsp;EUR vor. In der Zuwendungsbest&auml;tigung, die auf den 24.&nbsp;Dezember 2008 datiert ist, wird darauf hingewiesen, dass die Stiftung durch vorl&auml;ufige Bescheinigung des Finanzamts A vom 16.&nbsp;Januar 2009 als steuerbeg&uuml;nstigten Zwecken dienend anerkannt wurde. Die vorl&auml;ufige Bescheinigung des Finanzamts A vom 16.&nbsp;Januar 2009 &uuml;ber die Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit der Stiftung legte der Kl&auml;ger ebenfalls dem FA vor. Das FA ber&uuml;cksichtigte die Zuwendung in den Stiftungsstock mit Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2008 vom 29.&nbsp;Mai 2009 in H&ouml;he von 73.850&nbsp;EUR als Sonderausgabe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2010 stellte das Finanzamt A fest, dass die Stiftung von der K&ouml;rperschaft- und Gewerbesteuer befreit sei, da sie ausschlie&szlig;lich und unmittelbar steuerbeg&uuml;nstigten und gemeinn&uuml;tzigen Zwecken diene.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der restliche Spendenbetrag in H&ouml;he von 1.150&nbsp;EUR wurde vom FA mit Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2009 vom 1.&nbsp;Juli 2010 ebenfalls als Sonderausgabe anerkannt. Der Einkommensteuererkl&auml;rung 2009 war der Freistellungsbescheid des Finanzamts A vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2010 beigef&uuml;gt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 25.&nbsp;April 2012 teilte die Steuerfahndungsstelle des Finanzamts B (Steufa) dem FA mit, nach ihren Erkenntnissen handle es sich bei der Stiftung um ein Anlagemodell am grauen Kapitalmarkt in Form eines Schneeballsystems. Verantwortliche der GmbH seien wegen Betrugs rechtskr&auml;ftig zu mehrj&auml;hrigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie h&auml;tten Interessenten wahrheitswidrig vorgespiegelt, sie k&ouml;nnten Kapital sicher anlegen, dabei hohe Gewinne erwirtschaften und zugleich Steuern in gro&szlig;em Umfang sparen. Zu diesem Zweck sollten die Anleger nach Informationen der Steufa unselbst&auml;ndige Stiftungen gr&uuml;nden, die durch die GmbH treuh&auml;nderisch verwaltet werden sollten. Das Modell habe zudem vorgesehen, dass die GmbH im Namen der Stiftung dem Stifter ein Darlehen in H&ouml;he von 90&nbsp;% der Stiftungssumme gew&auml;hrt, wobei diese Geldsumme ohne Risiko angelegt werden sollte. Den Interessenten seien au&szlig;ergew&ouml;hnlich hohe Renditen versprochen worden. Den Stiftungsgr&uuml;ndern sei aus den Werbebrosch&uuml;ren bekannt gewesen, dass die Gr&uuml;ndung einer Stiftung Bestandteil eines Kapitalanlagekonzepts war. Die Verantwortlichen der GmbH h&auml;tten in der Absicht gehandelt, die eingenommenen Gelder f&uuml;r sich, f&uuml;r Provisionszahlungen, f&uuml;r hochriskante Spekulationsgesch&auml;fte und zur Auszahlung der anderen Anlegern versprochenen Renditen zu verwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA &auml;nderte am 11.&nbsp;Mai 2012 &#8211;gest&uuml;tzt auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO&#8211; die Einkommensteuerbescheide 2008 und 2009 und versagte den Sonderausgabenabzug f&uuml;r die Zuwendungen in den Stiftungsstock. Das Finanzamt A hat mit Bescheid vom 18.&nbsp;Juni 2012 den zugunsten der Stiftung ergangenen Freistellungsbescheid aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die ge&auml;nderten Bescheide vom 11.&nbsp;Mai 2012 legte der Kl&auml;ger Einspruch ein und erhob am 16.&nbsp;August 2012 Klage. Nachdem das FA bis zum 12.&nbsp;Februar 2015 nicht &uuml;ber die Einspr&uuml;che entschieden hatte, teilte das Finanzgericht (FG) mit, dass die Klage &#8211;jedenfalls zwischenzeitlich&#8211; nach &sect;&nbsp;46 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zul&auml;ssig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage statt. Nach Auffassung des FG h&auml;tten die angefochtenen Bescheide vom 11.&nbsp;Mai 2012 mangels einschl&auml;giger Korrekturvorschriften nicht ge&auml;ndert werden d&uuml;rfen. Eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO scheide aus, wenn die Unkenntnis der sp&auml;ter bekannt gewordenen Tatsachen f&uuml;r die urspr&uuml;ngliche Veranlagung nicht urs&auml;chlich (rechtserheblich) gewesen w&auml;re. Dies sei vorliegend der Fall, da schon bei der urspr&uuml;nglichen Veranlagung der Sonderausgabenabzug aufgrund der nicht ordnungsgem&auml;&szlig;en Zuwendungsbescheinigung nicht h&auml;tte gew&auml;hrt werden d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Zuwendungsbest&auml;tigung, die von einer K&ouml;rperschaft ausgestellt werde, die im ma&szlig;geblichen Zeitpunkt der Ausstellung bereits dem Grunde nach zu einer solchen Handlung nicht befugt sei, k&ouml;nne nicht Grundlage f&uuml;r die Erlangung des Sonderausgabenabzugs sein. Das sei aber vorliegend der Fall. Am 24.&nbsp;Dezember 2008 sei die vorl&auml;ufige Bescheinigung &uuml;ber die Anerkennung der Stiftung als gemeinn&uuml;tzig noch gar nicht ergangen, diese sei erst am 16.&nbsp;Januar 2009 ausgestellt worden. Die Zuwendungsbest&auml;tigung sei daher materiell unrichtig. Sie sei &uuml;berdies r&uuml;ckdatiert worden, denn sie nehme Bezug auf die vorl&auml;ufige Bescheinigung des Finanzamts A, die aber am (angeblichen) Ausstellungsdatum der Zuwendungsbescheinigung noch gar nicht existiert habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung der &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;d, &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die eingereichte Zuwendungsbest&auml;tigung habe dem amtlichen Muster entsprochen. Das FA habe ohne weitere Detailpr&uuml;fung darauf vertrauen d&uuml;rfen, dass diese Zuwendungsbest&auml;tigung von einem dazu berechtigten Zuwendungsempf&auml;nger zutreffend ausgestellt worden sei. Zudem k&ouml;nne allein daraus, dass die Zuwendungsbest&auml;tigung vor Erteilung der vorl&auml;ufigen Freistellungsbescheinigung ausgestellt worden sei, nicht zwingend auf einen Missbrauchsfall geschlossen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Rechtserheblich sei eine Tatsache nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nur dann nicht, wenn sie, w&auml;re sie zum Zeitpunkt der Steuerfestsetzung bekannt gewesen, zu keiner anderen Entscheidung gef&uuml;hrt h&auml;tte. Eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 AO komme jedoch dann in Betracht, wenn das FA bei urspr&uuml;nglicher Kenntnis der rechtserheblichen Tatsache anders entschieden h&auml;tte. Das FA sei erst aufgrund der Mitteilung der Steufa im Jahr 2012 &uuml;ber die Auszahlung des Darlehens und der nachfolgenden Aberkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit verpflichtet gewesen, den Spendenabzug zu versagen. Diese Tatsachen seien nachtr&auml;glich bekannt geworden und dar&uuml;ber hinaus auch rechtserheblich, da das FA bei deren Kenntnis zum Zeitpunkt der urspr&uuml;nglichen Festsetzung den Spendenabzug versagt h&auml;tte. Daher h&auml;tten die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide 2008 und 2009 nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO vorgelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Sonderausgabenabzug k&ouml;nne nicht wegen der m&ouml;glicherweise formal fehlerhaften Zuwendungsbescheinigung versagt werden, da diese dem FA bekannt gewesen sei. Der Kl&auml;ger k&ouml;nne sich zudem auf Vertrauensschutz nach &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung (EStG) berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die sonstigen Umst&auml;nde der Stiftungsgr&uuml;ndung seien keine neuen erheblichen Tatsachen, die eine &Auml;nderung des Steuerbescheids rechtfertigten. &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO scheide als Grundlage f&uuml;r eine &Auml;nderung aus, da die Unkenntnis der sp&auml;ter bekannt gewordenen Tatsache (Darlehen) f&uuml;r die urspr&uuml;ngliche Veranlagung nicht urs&auml;chlich (rechtserheblich) gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zivilrechtlich habe der Kl&auml;ger unter Auflage einen Geldbetrag an den Treuh&auml;nder (GmbH) geschenkt (&sect;&nbsp;516 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). Eine Gegenleistung habe er nicht erhalten. Daher sei der Sonderausgabenabzug vorzunehmen. Die Ausreichung des Darlehens sei ein von der Schenkung losgel&ouml;stes Rechtsgesch&auml;ft und als solches nicht geeignet, den Sonderausgabenabzug zu versagen. Die Aberkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit der Stiftung sei rechtswidrig, denn in der reinen Darlehensgew&auml;hrung liege keine gemeinn&uuml;tzigkeitssch&auml;dliche Handlung im Rahmen der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat mit einer fehlerhaften Begr&uuml;ndung das Vorliegen rechtserheblicher Tatsachen i.S. des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO verneint (dazu unter 1.). Weil der Senat aufgrund fehlender tats&auml;chlicher Feststellungen nicht beurteilen kann, ob sich das Urteil aus anderen Gr&uuml;nden als richtig erweist (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO), wird die Sache an die Vorinstanz zur&uuml;ckverwiesen (dazu unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat eine &Auml;nderung des Steuerbescheids gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO aufgrund einer unrichtigen Argumentation versagt. Der Auffassung des FG, die anl&auml;sslich der Ermittlungen der Steufa m&ouml;glicherweise nachtr&auml;glich bekannt gewordenen Tatsachen seien nicht rechtserheblich i.S. des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO, weil das FA schon bei der urspr&uuml;nglichen Veranlagung den Spendenabzug wegen einer nicht ordnungsgem&auml;&szlig;en Zuwendungsbest&auml;tigung nicht h&auml;tte gew&auml;hren d&uuml;rfen, ist nicht zu folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat seine Ansicht darauf gest&uuml;tzt, dass die Zuwendungsbest&auml;tigung r&uuml;ckdatiert und zudem von einer Stiftung ausgestellt worden sei, die im ma&szlig;geblichen Zeitpunkt der Ausstellung hierzu nicht befugt gewesen sei. Beide Begr&uuml;ndungen erweisen sich als nicht tragf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zuwendungsbest&auml;tigung, die von der Stiftung angeblich am 24.&nbsp;Dezember 2008 ausgestellt wurde, verweist auf die vorl&auml;ufige Freistellungsbescheinigung des Finanzamts A vom 16.&nbsp;Januar 2009, die am 24.&nbsp;Dezember 2008 indes noch gar nicht vorgelegen haben kann. Die Zuwendungsbest&auml;tigung wurde folglich offensichtlich r&uuml;ckdatiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein nicht korrektes Ausstellungsdatum schlie&szlig;t jedoch f&uuml;r sich genommen das Vorliegen einer den rechtlichen Anforderungen gen&uuml;genden Zuwendungsbest&auml;tigung als unverzichtbare materiell-rechtliche Voraussetzung f&uuml;r den Sonderausgabenabzug der Zuwendung nicht notwendigerweise aus, sofern der Zuwendungsempf&auml;nger im Zeitpunkt der tats&auml;chlichen Ausstellung der Zuwendungsbest&auml;tigung hierzu befugt war und seine Aussagen inhaltlich richtig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;1 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung in der in den Streitjahren geltenden Fassung (EStDV) d&uuml;rfen Zuwendungen i.S. der &sect;&sect;&nbsp;10b und 34g EStG grunds&auml;tzlich nur abgezogen werden, wenn sie durch eine Zuwendungsbest&auml;tigung nachgewiesen werden, die der Empf&auml;nger nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck ausgestellt hat. Eine Zuwendungsbest&auml;tigung stellt daher nicht lediglich ein blo&szlig;es Mittel der Glaubhaftmachung einer einkommensteuerrechtlichen Abzugsposition dar, sondern ist eine unverzichtbare materiell-rechtliche Voraussetzung f&uuml;r den Sonderausgabenabzug von Zuwendungen (vgl. Senatsurteil vom 19.&nbsp;Juli 2011 X&nbsp;R&nbsp;32\/10, BFH\/NV 2012, 179, Rz&nbsp;16, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Inhaltlich muss die Zuwendungsbest&auml;tigung Angaben enthalten, die f&uuml;r den Abzug wesentlich sind, insbesondere also die H&ouml;he des zugewendeten Betrags, den beabsichtigten Verwendungszweck und den steuerbeg&uuml;nstigten Status der spendenempfangenden K&ouml;rperschaft (vgl. hinsichtlich unrichtiger Zuwendungsbest&auml;tigungen i.S. des &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;4 EStG BFH-Urteile vom 12.&nbsp;August 1999 XI&nbsp;R&nbsp;65\/98, BFHE 190, 144, BStBl II 2000, 65, unter II.1.a, und vom 24.&nbsp;April 2002 XI&nbsp;R&nbsp;123\/96, BFHE 199, 162, BStBl II 2003, 128, unter II.3.a). Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die vom Kl&auml;ger beim FA vorgelegte Zuwendungsbest&auml;tigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r den Spendenabzug ist ferner der Zeitpunkt der Zuwendung rechtserheblich. Ausgaben sind f&uuml;r das Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 EStG). Nach &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG k&ouml;nnen Spenden in den Verm&ouml;gensstock einer Stiftung auf Antrag des Steuerpflichtigen im Veranlagungszeitraum der Zuwendung und in den folgenden neun Veranlagungszeitr&auml;umen bis zu einem bestimmten Gesamtbetrag abgezogen werden. Insoweit bestehen vorliegend keine Zweifel, dass der Kl&auml;ger die Zuwendung wie in der Zuwendungsbest&auml;tigung angegeben am 23.&nbsp;Dezember 2008 bewirkt hat. Es kann vorliegend deshalb dahinstehen, ob die Angabe des genauen Zeitpunkts der Zuwendung in der Spendenbest&auml;tigung unverzichtbare sachliche Voraussetzung f&uuml;r den Spendenabzug ist oder ob der Steuerpflichtige s&auml;mtliche anderen Beweismittel zum Nachweis der Tatsache und des Zeitpunkts der Zuwendung bem&uuml;hen kann (so Urteil des FG M&uuml;nchen vom 14.&nbsp;August 2006&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;1701\/04, Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1873; a.A. Geserich, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;10b Rz&nbsp;B&nbsp;356).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die Angabe des korrekten Datums der Ausstellung in der Zuwendungsbest&auml;tigung ist hingegen keine unabdingbare Voraussetzung f&uuml;r den Spendenabzug. Das Ausstellungsdatum der Zuwendungsbest&auml;tigung ist f&uuml;r den Spendenabzug jedoch unter folgendem Gesichtspunkt rechtserheblich: Der Zuwendungsempf&auml;nger muss in dem Zeitpunkt, in dem er die Zuwendungsbest&auml;tigung ausstellt, hierzu berechtigt sein. Eine Zuwendungsbest&auml;tigung, die von einer K&ouml;rperschaft ausgestellt wird, die im &#8211;insoweit ma&szlig;geblichen&#8211; Zeitpunkt der Ausstellung bereits dem Grunde nach zu einer solchen Handlung nicht befugt ist, kann nicht Grundlage f&uuml;r die Erlangung des Sonderausgabenabzugs sein (vgl. Senatsurteil in BFH\/NV 2012, 179, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Vorliegend steht fest, dass die Zuwendungsbest&auml;tigung der Stiftung &uuml;ber den Betrag von 75.000&nbsp;EUR zwischen dem 16.&nbsp;Januar 2009 (an dem die vorl&auml;ufige Freistellungsbescheinigung erteilt wurde) und dem Tag der Vorlage der Zuwendungsbest&auml;tigung beim FA, welcher dem Erlass des Einkommensteuerbescheids 2008 vom 29.&nbsp;Mai 2009 voranging, erstellt worden sein muss. Die Stiftung war aufgrund der vorl&auml;ufigen Freistellungsbescheinigung w&auml;hrend des Zeitraums zwischen dem 16.&nbsp;Januar 2009 und dem 29.&nbsp;Mai 2009, in dem die Zuwendungsbest&auml;tigung erstellt worden sein muss, formal zur Ausstellung von Zuwendungsbest&auml;tigungen befugt. Auch zum Zeitpunkt des Erlasses des Einkommensteuerbescheids 2009 am 1.&nbsp;Juli 2010, zu dem dem FA dieselbe Zuwendungsbest&auml;tigung vorlag, war die Stiftung weiterhin zur Ausstellung von Zuwendungsbest&auml;tigungen befugt, da das Finanzamt A am 3.&nbsp;M&auml;rz 2010 einen Freistellungsbescheid erteilt hatte. Das Finanzamt A hat diesen erst mit Bescheid vom 18.&nbsp;Juni 2012 aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG war das FA damit angesichts der Bescheide des Finanzamts A und der vorgelegten Zuwendungsbest&auml;tigung berechtigt, den Sonderausgabenabzug f&uuml;r die Spende im Rahmen der urspr&uuml;nglichen Veranlagungen zu gew&auml;hren. Da das FG folglich im Rahmen der Pr&uuml;fung des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO von einer nicht korrekten Pr&auml;misse ausgegangen ist, kann der erkennende Senat offenlassen, ob &#8211;wie das FG meint&#8211; rechtserhebliche Tatsachen i.S. des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO allein deshalb ausgeschlossen sind, weil dem FA bei der urspr&uuml;nglichen Festsetzung ein Rechtsfehler unterlaufen ist oder ob &#8211;wie das FA vorgetragen hat&#8211; eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO m&ouml;glich ist, wenn die nachtr&auml;glich bekannt gewordenen Tatsachen ungeachtet des unterlaufenen Rechtsfehlers bedeutsam sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der erkennende Senat kann indes selbst nicht abschlie&szlig;end beurteilen, ob sich die Entscheidung des FG letztlich aus anderen Gr&uuml;nden als richtig erweist oder ob im Streitfall die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide 2008 und 2009 nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO gegeben sind. Das FG hat keine Feststellungen zu den Voraussetzungen der Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO sowie zu den materiell-rechtlichen Fragen getroffen, die f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erheblich sind. Deshalb ist die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im zweiten Rechtsgang wird das FG in tats&auml;chlicher Hinsicht aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, ob im Hinblick auf das Vorbringen der Steufa hinsichtlich der Stiftung und des von den Verantwortlichen der GmbH verfolgten Kapitalanlagemodells rechtserhebliche Tatsachen i.S. von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO nachtr&auml;glich bekannt geworden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat zun&auml;chst keine Feststellungen dazu getroffen, ob die Zahlungen des Kl&auml;gers aufgrund des ihm von der Stiftung gew&auml;hrten Darlehens &uuml;berhaupt als unentgeltlich zu qualifizieren sind (vgl. dazu das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 19.&nbsp;November 2013&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;9151\/13, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2014, 840, Rz&nbsp;35&nbsp;f.). Hierbei ist zu beachten, dass es zum Wesen einer Stiftung geh&ouml;rt, ertragbringende Kapitalanlagen &#8211;auch in Gestalt der Gew&auml;hrung verzinslicher Darlehen&#8211; zu t&auml;tigen. Allein der Umstand, dass ein solches Darlehen dem Zuwendenden gew&auml;hrt wird, muss die Unentgeltlichkeit der Zuwendung nicht zwangsl&auml;ufig ausschlie&szlig;en, zumal es sich bei der Zuwendung und dem Darlehensvertrag um zwei getrennte, nicht in unmittelbarem Zusammenhang stehende Rechtsgesch&auml;fte handeln k&ouml;nnte. Dies d&uuml;rfte allerdings voraussetzen, dass die Hingabe des Darlehens der Stiftungssatzung entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ebenfalls k&ouml;nnten Feststellungen des FG dazu notwendig werden, ob die Stiftung die in ihrer Satzung bestimmten Zwecke nach ihrer tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausschlie&szlig;lich und unmittelbar verfolgt hat (vgl. &sect;&sect;&nbsp;59&nbsp;ff. AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Sollte die Zuwendungsbest&auml;tigung unrichtige Angaben zum Vorliegen einer (unentgeltlichen) Zuwendung, zu ihrer Verwendung f&uuml;r steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke oder zur Verfolgung steuerbeg&uuml;nstigter Zwecke durch die Stiftung enthalten, wird das FG zudem feststellen m&uuml;ssen, ob sich der Kl&auml;ger hinsichtlich dieser Umst&auml;nde ggf. auf Vertrauensschutz nach &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG berufen k&ouml;nnte. Dies w&uuml;rde dazu f&uuml;hren, dass die Steuerfestsetzung nicht nach &sect;&sect;&nbsp;173, 175 AO ge&auml;ndert werden kann (Kirchhof in Kirchhof, EStG, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10b Rz&nbsp;70).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2017, X R 46\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.121217.XR46.16.0 Spendenabzug bei Vorlage einer Zuwendungsbest&auml;tigung mit nicht korrektem Ausstellungsdatum Leits&auml;tze NV: Eine Zuwendungsbest&auml;tigung, die lediglich ein nicht korrektes Ausstellungsdatum enth&auml;lt, kann gleichwohl Grundlage f&uuml;r einen Sonderausgabenabzug der Zuwendung beim Zuwendenden sein, sofern die K&ouml;rperschaft zum tats&auml;chlichen Zeitpunkt der Erstellung dem Grunde nach zur Ausstellung von Zuwendungsbest&auml;tigungen befugt ist. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-46-16-spendenabzug-bei-vorlage-einer-zuwendungsbestaetigung-mit-nicht-korrektem-ausstellungsdatum\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;46\/16 &#8211; Spendenabzug bei Vorlage einer Zuwendungsbest&auml;tigung mit nicht korrektem Ausstellungsdatum<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69506","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69506"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69506\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}