{"id":69514,"date":"2018-06-14T18:10:25","date_gmt":"2018-06-14T16:10:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69514"},"modified":"2018-06-14T18:10:25","modified_gmt":"2018-06-14T16:10:25","slug":"viii-r-41-15-abgeltungsteuer-anwendung-von-par-20-abs-9-estg-auch-bei-fehlendem-zufluss-von-kapitalertraegen-nach-dem-1-januar-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-41-15-abgeltungsteuer-anwendung-von-par-20-abs-9-estg-auch-bei-fehlendem-zufluss-von-kapitalertraegen-nach-dem-1-januar-2009\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;41\/15 &#8211; Abgeltungsteuer-Anwendung von &sect; 20 Abs. 9 EStG auch bei fehlendem Zufluss von Kapitalertr&auml;gen nach dem 1. Januar 2009"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2018, VIII R 41\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.280218.VIIIR41.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgeltungsteuer-Anwendung von &sect; 20 Abs. 9 EStG auch bei fehlendem Zufluss von Kapitalertr&auml;gen nach dem 1. Januar 2009<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Das Werbungskostenabzugsverbot des &sect; 20 Abs. 9 Satz 1 EStG findet auch dann Anwendung, wenn Ausgaben, die nach dem 31. Dezember 2008 get&auml;tigt wurden, mit Kapitalertr&auml;gen zusammenh&auml;ngen, die bereits vor dem 1. Januar 2009 zugeflossen sind; aus &sect; 52a Abs. 10 Satz 10 EStG kann nicht geschlossen werden, dass Aufwendungen unabh&auml;ngig von der Regelung des &sect; 20 Abs. 9 EStG stets dem vollen Werbungskostenabzug unterliegen, sofern aus der Kapitalanlage jedenfalls nach 2009 keine Ertr&auml;ge flie&szlig;en (Anschluss an BFH-Urteile vom 2. Dezember 2014 VIII R 34\/13, BFHE 248, 51, BStBl II 2015, 387, und vom 1. Juli 2014 VIII R 53\/12, BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 22. Juni 2015&nbsp;&nbsp;7 K 19\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) Schuldzinsen, die auf eine untergegangene Beteiligung entfallen, nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer noch als (nachtr&auml;gliche) Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr (2010) geltenden Fassung (EStG) abziehen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger sind verheiratet und wurden im Streitjahr antragsgem&auml;&szlig; zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. Der Kl&auml;ger erzielte als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;19 EStG, die Kl&auml;gerin im Rahmen einer Grundst&uuml;cksgemeinschaft Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war zu 50&nbsp;% an der X-GmbH (GmbH) beteiligt, &uuml;ber deren Verm&ouml;gen am 1.&nbsp;Dezember 2004 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet wurde. Einnahmen, die dem Halbeink&uuml;nfteverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 EStG unterlagen, hat der Kl&auml;ger nie erzielt. Die Kl&auml;ger hatten f&uuml;r die Verbindlichkeiten der GmbH B&uuml;rgschaften &uuml;bernommen, aus denen sie von den Banken in Anspruch genommen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte in diesem Zusammenhang im Jahre 2005 einen Aufl&ouml;sungsverlust i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;4 EStG a.F. an. Dabei erkannte das FA nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten des Kl&auml;gers aus seiner Inanspruchnahme als B&uuml;rge f&uuml;r Verbindlichkeiten der GmbH bei verschiedenen Banken an. Es ber&uuml;cksichtigte die f&uuml;r die Darlehen gezahlten Schuldzinsen in den Jahren 2005 bis 2008 als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Einkommensteuererkl&auml;rung 2010 machten die Kl&auml;ger als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen Zinszahlungen von insgesamt 4.506&nbsp;EUR f&uuml;r die Darlehensverbindlichkeiten geltend, die mit der aufgel&ouml;sten GmbH im Zusammenhang stehen. Dies lehnte das FA unter Hinweis auf das ab dem Veranlagungszeitraum 2009 geltende Werbungskostenabzugsverbot gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG ab und wies den dagegen eingelegten Einspruch durch Einspruchsentscheidung als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der daraufhin erhobenen Klage gab das Finanzgericht (FG) mit seinem in Entscheidung der Finanzgerichte (EFG) 2016, 641 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 22.&nbsp;Juni 2015&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;19\/13 statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere sei der Abzug der geltend gemachten Schuldzinsen von 4.506&nbsp;EUR im Veranlagungszeitraum 2010 nicht durch das Werbungskostenabzugsverbot des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG ausgeschlossen. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 EStG stehe einer Verrechnung der so entstehenden negativen Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen mit anderen Eink&uuml;nften nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;10 EStG sei &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 bis 9 EStG i.d.F. des Art.&nbsp;1 des Gesetzes vom 19.&nbsp;Dezember&nbsp;2008 (BGBl I 2008, 2794), ge&auml;ndert durch Art.&nbsp;1 des Gesetzes vom 8.&nbsp;Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768), erstmals auf nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;ende Kapitalertr&auml;ge anzuwenden. Nach der Anwendungsregel des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;10 EStG sei &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 bis 9 EStG nur anzuwenden, wenn die geltend gemachten Werbungskosten mit Einnahmen in einem Veranlassungszusammenhang st&uuml;nden, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der gegenteiligen Auffassung des Bundesfinanzhofs (BFH) sei im Anschluss an das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 14.&nbsp;November 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;3893\/11&nbsp;E (EFG 2013, 926) nicht zu folgen, weil der Gesetzgeber f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG nicht auf das Jahr des Abflusses der Aufwendungen beim Steuerpflichtigen, sondern auf das Jahr des Zuflusses der den Aufwendungen zuzuordnenden Kapitaleinnahmen abgestellt habe. Sei die wesentliche Beteiligung vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 ver&auml;u&szlig;ert oder aufgel&ouml;st worden, scheide die Anwendung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG mangels Zuflusses von Einnahmen nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Ergebnis stehe auch im Einklang mit der Begr&uuml;ndung des Ausschlusses des Abzugs von tats&auml;chlichen Aufwendungen durch &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG. Der Gesetzgeber rechtfertige dieses Abzugsverbot mit der Typisierung hinsichtlich der H&ouml;he der Werbungskosten in H&ouml;he von 801&nbsp;EUR bzw. 1.602&nbsp;EUR in den unteren Einkommensgruppen. In den oberen Einkommensgruppen sollten die Werbungskosten durch den relativ niedrigen Proportionalsteuersatz von 25&nbsp;v.H. mit abgegolten sein (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;57).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierdurch habe der Gesetzgeber zum Ausdruck gebracht, dass das Abzugsverbot gerechtfertigt sei, wenn Einnahmen zuflie&szlig;en, f&uuml;r welche die Besonderheiten des Abgeltungsverfahrens, n&auml;mlich der einheitliche Sparer-Pauschbetrag bzw. die Abgeltungsteuer von 25&nbsp;v.H., zu beachten seien. Das gelte in der hier fraglichen Fallkonstellation nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Auslegung trage auch dem im Einkommensteuerrecht zu beachtenden objektiven Nettoprinzip Rechnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Konzept der Abgeltungsteuer f&uuml;hre wegen des Werbungskostenabzugsverbots gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG zu einer Bruttobesteuerung, weil die Bruttoertr&auml;ge, nur gemildert um den Sparer-Pauschbetrag, der Besteuerung unterworfen w&uuml;rden. Eine Bruttobesteuerung versto&szlig;e gegen das objektive Nettoprinzip, das als tragendes Prinzip der Einkommensbesteuerung zumindest bei der Pr&uuml;fung der folgerichtigen Ausgestaltung einer einmal vom Gesetzgeber getroffenen Belastungsentscheidung als verfassungsrechtlicher Pr&uuml;fungsma&szlig;stab zu ber&uuml;cksichtigen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die geltend gemachten Werbungskosten seien auch in voller H&ouml;he und nicht nur zur H&auml;lfte steuermindernd zu ber&uuml;cksichtigen, weil der Kl&auml;ger aus der Beteiligung an der GmbH nie Einnahmen erzielt habe, auf die das Halbeink&uuml;nfteverfahren nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 EStG anzuwenden gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die negativen Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen der Kl&auml;ger unterl&auml;gen auch nicht der Verlustverrechnungsbeschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 EStG, da f&uuml;r die Anwendung dieser Vorschrift die obigen Ausf&uuml;hrungen zu &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG entsprechend gelten w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt, das angefochtene FG-Urteil aufzuheben und die Klage der Kl&auml;ger abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision im Wesentlichen aus den Gr&uuml;nden der vorinstanzlichen Entscheidung als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet; das Urteil des FG ist nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aufzuheben und die Klage abzuweisen, weil der angefochtene Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung entgegen der Auffassung des FG rechtm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Recht hat das FA den streitigen Abzug nachtr&auml;glicher Werbungskosten im Streitjahr unter Hinweis auf die seit Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer ab dem 1.&nbsp;Januar 2009 geltende Werbungskostenabzugsbeschr&auml;nkung in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wie der Senat bereits mit Urteil vom 1.&nbsp;Juli 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;53\/12 (BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975) entschieden hat, k&ouml;nnen Schuldzinsen f&uuml;r die Finanzierung der Anschaffung einer im Privatverm&ouml;gen gehaltenen wesentlichen Beteiligung, die auf Zeitr&auml;ume nach Beendigung einer Beteiligung (durch Ver&auml;u&szlig;erung wie im mit Urteil in BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975 entschiedenen Fall oder wie im Streitfall durch Aufl&ouml;sung der Gesellschaft) entfallen, ab dem Veranlagungszeitraum 2009 nicht mehr als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen abgezogen werden, weil der Werbungskostenabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, 630) ausgeschlossen ist. Wegen der Einzelheiten der Begr&uuml;ndung wird auf jene Entscheidung verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die vom FG gegen diese Rechtsprechung unter Bezugnahme auf einige finanzgerichtliche Urteile erhobenen Einwendungen geben keine Veranlassung, von dieser BFH-Rechtsprechung abzugehen, wie der Senat mit Urteilen vom 2.&nbsp;Dezember 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;34\/13 (BFHE 248, 51, BStBl II 2015, 387), vom 28.&nbsp;Januar 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;13\/13 (BFHE 249, 125, BStBl II 2015, 393) und vom 9.&nbsp;Juni 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;12\/14 (BFHE 251, 401, BStBl II 2016, 199) erneut unter Hinweis auf den Ausschluss des Werbungskostenabzugs durch &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;10 EStG f&uuml;r &quot;nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;ende Kapitalertr&auml;ge&quot; und nach diesem Zeitpunkt angefallene, d.h. abgeflossene Werbungskosten entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu Unrecht st&uuml;tzt sich die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz danach auf den Wortlaut des &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;10 EStG, weil die Regelung ausweislich seines Zwecks, den zeitlichen Anwendungsbereich f&uuml;r das Werbungskostenabzugsverbot in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG zu bestimmen, nur darauf bezogen ist, die abziehbaren und die nicht abziehbaren abgeflossenen Werbungskosten &uuml;ber die Stichtagsregelung voneinander abzugrenzen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975, Rz&nbsp;18; a.A. Meinert, Der Betrieb 2015, 890). Denn der Gesetzgeber hat in &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;10 EStG nicht geregelt, dass er ab 2009 einerseits die Abgeltungsteuer mit dem Abzugsverbot des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG als Kernbestandteil einf&uuml;hren und daneben andererseits f&uuml;r Aufwendungen, die durch vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 zugeflossene Eink&uuml;nfte veranlasst waren, zeitlich unbefristet (mit der Notwendigkeit einer Einzelfallpr&uuml;fung) die M&ouml;glichkeit gew&auml;hren wollte, solche Aufwendungen als negative Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen neben dem Sparer-Pauschbetrag abzuziehen. Auf dieser Grundlage findet das Werbungskostenabzugsverbot des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG nach der BFH-Rechtsprechung &#8211;entgegen der Ansicht des FG&#8211; auch dann Anwendung, wenn nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 get&auml;tigte Ausgaben mit Kapitalertr&auml;gen zusammenh&auml;ngen, die bereits &#8211;wie im Streitfall&#8211; vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 zugeflossen sind (BFH-Urteil in BFHE 248, 51, BStBl II 2015, 387; zur Ber&uuml;cksichtigung nachtr&auml;glicher Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen in Veranlagungszeitr&auml;umen ab 2009 vgl. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;20\/08, BFHE 229, 151, BStBl II 2010, 787; VIII&nbsp;R&nbsp;36\/07, BFH\/NV 2010, 1795; vom 29.&nbsp;Oktober 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;13\/11, BFHE 243, 346, BStBl II 2014, 251).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der Rechtsprechung des BFH ist das Werbungskostenabzugsverbot des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG des Weiteren verfassungsgem&auml;&szlig; (BFH-Urteile in BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975; in BFHE 249, 125, BStBl II 2015, 393), auch soweit es den Abzug von Aufwendungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen ausschlie&szlig;t, die im Veranlagungszeitraum 2009 &#8211;nach Inkrafttreten der Regelungen &uuml;ber die Abgeltungsteuer&#8211; entstanden sind, aber mit vor dem 1.&nbsp;Januar 2009 erzielten Kapitalertr&auml;gen zusammenh&auml;ngen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975; vom 21.&nbsp;Oktober 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;48\/12, BFHE 247, 548, BStBl II 2015, 270).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist &#8211;wie der Senat ausf&uuml;hrlich mit seinem Urteil in BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975 dargestellt hat&#8211; zu ber&uuml;cksichtigen, dass insbesondere die Fremdfinanzierung von Kapitalanlagen, welche zu erheblichen Werbungskosten f&uuml;hren kann, weder im unteren noch im oberen Einkommensbereich mit einer derartigen H&auml;ufigkeit vorkommt, dass sie als geradezu typischer Fall betrachtet werden m&uuml;sste, der bei einer Typisierung der Werbungskosten stets in Rechnung zu stellen w&auml;re (so auch Eckhoff, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2007, 989, 998; Englisch, Steuer und Wirtschaft 2007, 221, 227 f.; Musil, FR 2010, 149, 154; Moritz\/Strohm in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;20 n.F. Rz&nbsp;45). Abgesehen davon w&uuml;rde die von den Kl&auml;gern und der Vorinstanz vertretene Auffassung zu Ungleichbehandlungen und Systembr&uuml;chen f&uuml;hren. Steuerpflichtige z.B., welche vor Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer eine fremdfinanzierte Kapitalanlage erworben und behalten haben, m&uuml;ssen nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer die Ertr&auml;ge in vollem Umfang versteuern und sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG vom Abzug der tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten ausgeschlossen. Steuerpflichtige, welche die n&auml;mliche Kapitalanlage vor Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer mit Verlust ver&auml;u&szlig;ert haben und bei denen der Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht ausgereicht hat, die Finanzierungskosten abzul&ouml;sen, k&ouml;nnten indes nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 weiterhin den vollen Werbungskostenabzug beanspruchen; entsprechendes w&uuml;rde f&uuml;r den Anfang 2009 erfolgten Verkauf einer fremdfinanzierten Kapitalanlage gelten, sofern diese f&uuml;r 2009 keine Ertr&auml;ge mehr abgeworfen h&auml;tte. Derartige Verkomplizierungen w&auml;ren mit der mit Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer bezweckten Vereinfachung indes unvereinbar (vgl. BFH-Urteil in BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend hat auch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des erkennenden Senats in BFHE 248, 51, BStBl II 2015, 387 &#8211;mit dem das von der Vorinstanz f&uuml;r ihre abweichende Auffassung in Bezug genommene Urteil des FG K&ouml;ln vom 17.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;244\/12 (EFG 2013, 1328) aufgehoben wurde&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;93a, 93b des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes nicht zur Entscheidung angenommen (BVerfG-Beschluss vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;878\/15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2018, VIII R 41\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.280218.VIIIR41.15.0 Abgeltungsteuer-Anwendung von &sect; 20 Abs. 9 EStG auch bei fehlendem Zufluss von Kapitalertr&auml;gen nach dem 1. Januar 2009 Leits&auml;tze Das Werbungskostenabzugsverbot des &sect; 20 Abs. 9 Satz 1 EStG findet auch dann Anwendung, wenn Ausgaben, die nach dem 31. Dezember 2008 get&auml;tigt wurden, mit Kapitalertr&auml;gen zusammenh&auml;ngen, die bereits &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-41-15-abgeltungsteuer-anwendung-von-par-20-abs-9-estg-auch-bei-fehlendem-zufluss-von-kapitalertraegen-nach-dem-1-januar-2009\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;41\/15 &#8211; Abgeltungsteuer-Anwendung von &sect; 20 Abs. 9 EStG auch bei fehlendem Zufluss von Kapitalertr&auml;gen nach dem 1. 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