{"id":69516,"date":"2018-06-14T18:10:05","date_gmt":"2018-06-14T16:10:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69516"},"modified":"2018-06-14T18:10:05","modified_gmt":"2018-06-14T16:10:05","slug":"vii-r-21-16-kostenschuldnerschaft-in-bezug-auf-lagergebuehren-fuer-nicht-abgeholte-postsendungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-21-16-kostenschuldnerschaft-in-bezug-auf-lagergebuehren-fuer-nicht-abgeholte-postsendungen\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;21\/16 &#8211; Kostenschuldnerschaft in Bezug auf Lagergeb&uuml;hren f&uuml;r nicht abgeholte Postsendungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.2.2018, VII R 21\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.200218.VIIR21.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kostenschuldnerschaft in Bezug auf Lagergeb&uuml;hren f&uuml;r nicht abgeholte Postsendungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Zur Zahlung der Kosten f&uuml;r die Lagerung nicht abgeholter Postsendungen ist verpflichtet, wer die Amtshandlung veranlasst oder zu wessen Gunsten sie vorgenommen wird. Als Kostenschuldner kommen demnach das Unternehmen, das die Postsendungen zur Zollstelle bef&ouml;rdert hat, und die <noindex>Selbstverzoller<\/noindex> in Betracht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Handelt es sich um ein Massenverfahren und ist der Aufwand f&uuml;r die Ermittlung der <noindex>Selbstverzoller<\/noindex> f&uuml;r das HZA unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig hoch, w&auml;hrend das Unternehmen, das die Postsendungen bef&ouml;rdert, &uuml;ber deren Daten verf&uuml;gt, ist es ermessensgerecht, nur dieses als Kostenschuldner in Anspruch zu nehmen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Hauptzollamts wird das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 9. Juni 2016&nbsp;&nbsp;4 K 23\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) bef&ouml;rdert Postsendungen aus Drittl&auml;ndern in Erf&uuml;llung der Verbindlichkeiten, die sich f&uuml;r die Bundesrepublik Deutschland aus dem Weltpostvertrag (WPV) ergeben. Sendungen an sog. Selbstverzoller oder Sendungen, an denen nicht alle erforderlichen Informationen angebracht sind oder bei denen Verst&ouml;&szlig;e gegen Verbote und Beschr&auml;nkungen in Betracht kommen, k&ouml;nnen nicht direkt bei den an den Auswechslungsstellen der Kl&auml;gerin angesiedelten Zollstellen zum freien Verkehr abgefertigt werden. Diese bef&ouml;rdert die Kl&auml;gerin im externen Versandverfahren zum f&uuml;r den Adressaten zust&auml;ndigen Zollamt (ZA), wo sie die Sendungen zur Beendigung des Versandverfahrens gestellt. Au&szlig;erdem informiert sie die Empf&auml;nger dieser Postsendungen &uuml;ber deren Eingang beim zust&auml;ndigen ZA. Holt der Empf&auml;nger die Postsendung nicht innerhalb der Lagerfrist ab, nimmt die Kl&auml;gerin sie zur&uuml;ck und &uuml;bermittelt sie dem Postdienstleister, von dem sie die jeweilige Sendung &uuml;bernommen hat. Welche Sendungen f&uuml;r Selbstverzoller bestimmt sind, ist weder auf den Post&uuml;bergabeb&ouml;gen, die die Sendungen im Versandverfahren begleiten, noch sonst f&uuml;r die Zollverwaltung ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit 120 Kostenbescheiden setzte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) f&uuml;r die Lagerung von Postsendungen zwischen dem 11.&nbsp;Februar 2010 und dem 30.&nbsp;August 2013 Lagerkosten in H&ouml;he von insgesamt 125.222&nbsp;EUR fest. Die hiergegen erhobenen Einspr&uuml;che blieben ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte hingegen, die Kostenbescheide seien rechtswidrig, weil neben der Kl&auml;gerin weitere Kostenschuldner vorhanden seien und das HZA das ihm insoweit zustehende Auswahlermessen nicht ausge&uuml;bt habe. Dieser Ermessensausfall k&ouml;nne nicht geheilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Postsendungen w&uuml;rden zu Gunsten der Kl&auml;gerin gelagert, weil durch die Aufbewahrung eine ihrer gesetzlichen Pflichten erf&uuml;llt werde. Denn sie sei durch Bundesgesetz verpflichtet, Postsendungen, die den Regeln des WPV unterl&auml;gen, aufzubewahren, bevor sie dem Absender zur&uuml;ckgesandt w&uuml;rden. Aus diesem Grund habe sie die Lagerung auch veranlasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben der Kl&auml;gerin seien auch die Absender der gelagerten Sendungen, die Selbstverzoller sowie alle &uuml;brigen Empf&auml;nger Kostenschuldner. Die Absender h&auml;tten die &Uuml;berf&uuml;hrung in den freien Verkehr durch unvollst&auml;ndige Angaben oder den Versand von Waren verhindert, die gegen Verbote und Beschr&auml;nkungen versto&szlig;en k&ouml;nnten. Die Selbstverzoller h&auml;tten durch ihre entsprechende Erkl&auml;rung die &Uuml;berf&uuml;hrung der Postsendungen zum externen Versandverfahren, deren Gestellung und die anschlie&szlig;ende Lagerung veranlasst. Schlie&szlig;lich seien auch alle &uuml;brigen Empf&auml;nger Kostenschuldner, weil sie die kostenverursachende Handlung veranlasst h&auml;tten, wof&uuml;r die Teilnahme am Postverkehr mit einer postalischen Anschrift ausreiche. Au&szlig;erdem werde zu ihren Gunsten gelagert, da sie hierdurch &#8211;genau wie Selbstverzoller&#8211; Zeit und Gelegenheit erhielten, &uuml;ber die Anmeldung der Waren zu einem Zollverfahren zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seine Revision begr&uuml;ndet das HZA dahin, es sei ihm hinsichtlich der Postsendungen nur bekannt gewesen, dass sie vom angegebenen Empf&auml;nger nicht abgeholt worden seien. Weitergehende Ermittlungen f&uuml;r jede einzelne Postsendung habe es aufgrund des damit verbundenen Aufwands nicht vorgenommen und auch die Kl&auml;gerin habe weitere Informationen nicht zur Verf&uuml;gung gestellt. Es k&ouml;nne daher in jedem Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um eine nicht bestellte Sendung handele. Es teile die Auffassung der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, wonach das willentliche Handeln ausschlie&szlig;lich bei der Kl&auml;gerin in der Gestellung zur Beendigung des Versandverfahrens und dem sich daraus ergebenden In-Gang-Setzen der vor&uuml;bergehenden Verwahrung bzw. der Lagerung gegen Geb&uuml;hr liege. Ein in einem Drittland ans&auml;ssiger Absender komme nicht als Kostenschuldner in Betracht, weil ihm nicht ein willentliches Handeln mit Blick auf die durch die Kl&auml;gerin einzuhaltenden zollrechtlichen Verpflichtungen unterstellt werden k&ouml;nne. Eine Lagerung der Sendung liege auch nicht im Interesse des Absenders, sondern die direkte und z&uuml;gige Zustellung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Kostenschuldnerschaft des Empf&auml;ngers komme lediglich in Frage, wenn ihm im Einzelfall die Veranlassung der Lagerung zuzurechnen sei, was ohne weitere Ermittlungen im Regelfall nicht festgestellt werden k&ouml;nne. Weitere Ermittlungen seien jedoch unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und &uuml;berstiegen die gesetzliche Aufkl&auml;rungspflicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Empf&auml;nger der nicht abgeholten Postsendungen seien Kostenschuldner der Verwahrungsgeb&uuml;hren, weil sie deren Veranlasser und auch Beg&uuml;nstigte seien. Sie seien auch bei nicht bestellten Sendungen die Veranlasser der Lagerung, weil die Befugnis nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 des Zollverwaltungsgesetzes (ZollVG) die Gestellung der Waren umfasse und auch f&uuml;r nicht bestellte Postsendungen gelte. In den F&auml;llen der Selbstverzollung sei sie (die Kl&auml;gerin) befugt, die Nichtunionswaren zur zust&auml;ndigen Zollstelle zu bef&ouml;rdern und diese dort ohne Zollanmeldung f&uuml;r die Empf&auml;nger zu gestellen. Die Postsendungen seien im Pflichtenkreis der Empf&auml;nger gegen&uuml;ber den f&uuml;r sie zust&auml;ndigen Zollstellen gelagert worden. Die Empf&auml;nger seien auch Beg&uuml;nstigte, weil sie durch die Lagerung Zeit und Gelegenheit erhielten, eine zollrechtliche Bestimmung zu w&auml;hlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie selbst sei nicht Kostenschuldnerin, da sie weder Veranlasserin noch Beg&uuml;nstigte der Lagerung sei und die Voraussetzungen f&uuml;r ihre Inanspruchnahme als Gesamtschuldnerin nicht vorl&auml;gen. Sie erf&uuml;lle mit der Gestellung bei den zust&auml;ndigen Zollstellen lediglich ihre Verpflichtungen aus dem externen Versandverfahren und veranlasse nicht die Lagerung. Die Pflichten aus dem WPV k&ouml;nnten ohnehin keinem Pflichtenkreis gegen&uuml;ber den f&uuml;r die Empf&auml;nger zust&auml;ndigen Zollstellen zugerechnet werden, weil diese nur im Verh&auml;ltnis zu den Benutzern und zu anderen Postverwaltungen best&uuml;nden. Die Lagerung der Postsendungen sei f&uuml;r sie auch kein Vorteil gewesen, weil sie sogar zur sofortigen R&uuml;cksendung befugt gewesen sei. Jedenfalls seien die Veranlasser vorrangig in Anspruch zu nehmen. Das HZA habe ein etwaiges Auswahlermessen nicht ausge&uuml;bt und dieses Ermessen sei auch nicht auf null reduziert gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das angefochtene Urteil verletzt Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Das HZA hat im Ergebnis zu Recht nur die Kl&auml;gerin als Kostenschuldnerin in Anspruch genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Geb&uuml;hrentatbestand gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Verwaltungskostengesetzes (VwKostG) i.V.m. &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Zollkostenverordnung (ZollKostV), wonach f&uuml;r die Lagerung von Nichtgemeinschaftswaren durch die Zollstelle eine Verwahrungsgeb&uuml;hr erhoben wird, die f&uuml;r Post- und Kuriersendungen bis 20&nbsp;kg je Packst&uuml;ck 0,50&nbsp;EUR pro Tag betr&auml;gt, ist erf&uuml;llt. Infolge ihrer Gestellung (Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;19 des Zollkodex &#8211;ZK&#8211;) erhielten die Postsendungen die Stellung vor&uuml;bergehend verwahrter Waren i.S. des Art.&nbsp;50 ZK und wurden gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 ZK bei der Zollstelle gelagert. Das HZA berechnete die Kosten unter Ber&uuml;cksichtigung der geb&uuml;hrenfreien Tage (&sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und 2 ZollKostV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 VwKostG, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) auch nach dem Inkrafttreten des Bundesgeb&uuml;hrengesetzes am 15.&nbsp;August 2013 weiter gilt, ist zur Zahlung der Kosten verpflichtet, wer die Amtshandlung veranlasst oder zu wessen Gunsten sie vorgenommen wird. Geb&uuml;hrenrechtlicher Veranlasser ist, wer die kostenverursachende Amtshandlung willentlich herbeigef&uuml;hrt hat, oder derjenige, in dessen Pflichtenkreis sie erfolgt (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts &#8211;BVerwG&#8211; vom 22.&nbsp;Oktober 1992&nbsp; 3&nbsp;C&nbsp;2.90, BVerwGE 91, 109, und vom 10.&nbsp;Dezember 2015&nbsp; 3&nbsp;C&nbsp;3.15, BVerwGE 153, 321). Mehrere Kostenschuldner sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 VwKostG Gesamtschuldner.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Welcher von mehreren grunds&auml;tzlich gleichrangigen Schuldnern in Anspruch genommen werden soll, steht nicht im freien Belieben, sondern im pflichtgem&auml;&szlig;en Auswahlermessen der Beh&ouml;rde, f&uuml;r das die allgemeinen Grunds&auml;tze des &sect;&nbsp;5 AO gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kl&auml;gerin und die Empf&auml;nger, die sich ihr gegen&uuml;ber als Selbstverzoller registriert haben, sind Veranlasser der geb&uuml;hrenpflichtigen Lagerung und damit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;2 VwKostG Gesamtschuldner der Lagerkosten, die zwischen dem 11.&nbsp;Februar 2010 und dem 30.&nbsp;August 2013 entstanden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin bef&ouml;rderte die Postsendungen, die sie nicht bereits bei den an den Auswechslungsstellen angesiedelten Zollstellen aufgrund ihrer gesetzlichen Vertretungsmacht nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 ZollVG im Namen des Empf&auml;ngers zum zollrechtlich freien Verkehr &uuml;berf&uuml;hren konnte, gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;91 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;f ZK im externen Versandverfahren zu der f&uuml;r den Empf&auml;nger zust&auml;ndigen Zollstelle. Als Inhaberin des Versandverfahrens gestellte sie die Nichtgemeinschaftswaren gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;92 Abs.&nbsp;1 ZK der Bestimmungszollstelle, wodurch das externe Versandverfahren beendet wurde. Durch die Gestellung i.S. des Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;19 ZK erhielten die Nichtgemeinschaftswaren au&szlig;erdem nach Art.&nbsp;55 i.V.m. Art.&nbsp;50 ZK die Rechtsstellung von Waren in vor&uuml;bergehender Verwahrung bis zum Erhalt einer zollrechtlichen Bestimmung. Die Lagerung als kostenpflichtige Amtshandlung trat demnach kraft Gesetzes ein, weshalb es nicht darauf ankommt, ob die Kl&auml;gerin neben der Gestellung auch die Lagerung gewollt hat. Die Gestellung geh&ouml;rte zudem zum Pflichtenkreis der Kl&auml;gerin, weil sie gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a ZK als Hauptverpflichtete (Inhaberin des externen Versandverfahrens) zur Gestellung der Postsendungen bei der Bestimmungszollstelle verpflichtet war. Dabei handelte es sich um eine eigene und nicht als Vertreter des Warenempf&auml;ngers zu erf&uuml;llende Pflicht, auch wenn die Warenbef&ouml;rderung in dessen Interesse lag (vgl. Senatsurteil vom 26.&nbsp;September 2012 VII&nbsp;R&nbsp;65\/11, BFHE 239, 461, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2013, 39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass sich die Bef&ouml;rderungspflicht der Kl&auml;gerin aus dem WPV ergibt, f&uuml;hrt zu keinen anderen Rechtsfolgen als bei anderen Kurierdiensten oder Transporteuren, deren Verpflichtung zur Bef&ouml;rderung und Lieferung der Einfuhrsendungen auf privatrechtlichen Vereinbarungen beruht. Auf die Regelungen im WPV und die Erg&auml;nzenden Bestimmungen kommt es nicht an, da sich die Veranlassung der kostenpflichtigen Amtshandlung bereits aus der zollrechtlichen Gestellung ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Neben der Kl&auml;gerin haben die Selbstverzoller die Lagerung der Postsendungen veranlasst und sind daher ebenfalls Kostenschuldner. Widersprach ein Empf&auml;nger der gesetzlichen Vertretungsmacht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 ZollVG durch Mitteilung gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin, war diese nicht mehr befugt, die Postsendung f&uuml;r den Empf&auml;nger abfertigen zu lassen. Stattdessen musste sie ein externes Versandverfahren er&ouml;ffnen, um die Postsendung unter Beibehaltung des Status einer Nichtgemeinschaftsware zum f&uuml;r den Empf&auml;nger zust&auml;ndigen (meist Wohnsitz-)ZA zu bef&ouml;rdern und dort zu gestellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die anderen Empf&auml;nger sowie die Absender sind nicht Veranlasser der kostenpflichtigen Lagerung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Indem die Absender die Postsendungen auf den Weg gebracht, zumindest in einem Teil der F&auml;lle unzureichende Angaben gemacht oder Waren versandt haben, die gegen Verbote und Beschr&auml;nkungen versto&szlig;en k&ouml;nnten, haben sie zwar eine Bedingung f&uuml;r die vor&uuml;bergehende Verwahrung bei der Zollstelle in Gestalt einer sog. conditio sine qua non gesetzt, welche allerdings allein f&uuml;r die Annahme eines &quot;willentlichen Herbeif&uuml;hrens einer Amtshandlung&quot; im Sinne vorgenannter Rechtsprechung des BVerwG (Urteile in BVerwGE 91, 109, und in BVerwGE 153, 321) nicht als ausreichend angesehen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die vor&uuml;bergehende Verwahrung von Postsendungen bei der Zollstelle &quot;zum Pflichtenkreis&quot; des jeweiligen Absenders geh&ouml;rt, l&auml;sst sich ebenfalls nicht annehmen, denn zollrechtliche Pflichten obliegen &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; der Kl&auml;gerin, die aus Drittl&auml;ndern eingetroffene Postsendungen im externen Versandverfahren zur zust&auml;ndigen Zollstelle bef&ouml;rdert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Genauso wenig veranlasst ein Empf&auml;nger die Lagerung der Postsendungen allein dadurch, dass er aus melderechtlichen Gr&uuml;nden eine Anschrift unterh&auml;lt. Denn damit ist ebenfalls kein auf die Herbeif&uuml;hrung einer kostenpflichtigen Amtshandlung gerichteter Wille verbunden. Auch wenn in vielen F&auml;llen die Vermutung nahe liegt, dass dem Absender f&uuml;r die Versendung Kosten entstehen und er diese daher mit Einverst&auml;ndnis des Empf&auml;ngers vornimmt, steht eine undifferenzierte Inanspruchnahme aller Empf&auml;nger unabh&auml;ngig von ihrem konkreten Verursachungsbeitrag mit der vorgenannten Rechtsprechung zur Definition des &quot;Veranlassens&quot; der Amtshandlung nicht in Einklang. Auch kann ohne Kenntnis der n&auml;heren Umst&auml;nde der jeweiligen Warenversendung ein die vor&uuml;bergehende Verwahrung einschlie&szlig;ender &quot;Pflichtenkreis&quot; des Empf&auml;ngers der Postsendung (au&szlig;er in Selbstverzoller-F&auml;llen) nicht bejaht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der gesetzlichen Vertretungsmacht nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 ZollVG, die es der Kl&auml;gerin gestattet, Zollanmeldungen in Vertretung des Empf&auml;ngers abzugeben. In den hier zu entscheidenden F&auml;llen hat die Kl&auml;gerin von ihrer gesetzlichen Vertretungsmacht gerade keinen Gebrauch machen k&ouml;nnen, weil Angaben oder Unterlagen fehlten oder ein Versto&szlig; gegen Verbote und Beschr&auml;nkungen in Betracht kam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ob die Lagerung der Postsendungen auch zu Gunsten der Kl&auml;gerin, der Absender oder der Empf&auml;nger vorgenommen wurde (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Alternative 2 VwKostG), kann dahinstehen, weil nach der Rechtsprechung des BVerwG, der der Senat folgt, die Veranlasser vorrangig in Anspruch zu nehmen sind. Die Beh&ouml;rde kann sich erst dann an den Beg&uuml;nstigten halten, wenn ein Veranlasser entweder nicht vorhanden ist oder gewichtige Gr&uuml;nde f&uuml;r die Inanspruchnahme des Beg&uuml;nstigten sprechen (vgl. BVerwG-Urteile vom 30.&nbsp;Juni 1972 VII&nbsp;C&nbsp;48.71, und vom 1.&nbsp;M&auml;rz 1996&nbsp; 8&nbsp;C&nbsp;29.94, BVerwGE 100, 323). Solche Gr&uuml;nde hat das FG nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das HZA hat im Ergebnis zu Recht allein die Kl&auml;gerin als Kostenschuldnerin in Anspruch genommen und eine Aus&uuml;bung des Auswahlermessens im Hinblick auf den in Anspruch zu nehmenden Kostenschuldner gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 VwKostG i.V.m. &sect;&nbsp;5 AO f&uuml;r entbehrlich gehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem HZA waren im Streitfall &#8211;abgesehen von der Kl&auml;gerin&#8211; weitere Kostenschuldner nicht bekannt. Die Registrierung als Selbstverzoller wurde ausschlie&szlig;lich gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin abgegeben, die diese Information nicht dem HZA weitergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA hatte nicht die Pflicht zu ermitteln, bei welchen Empf&auml;ngern es sich um Selbstverzoller handelte. Nach &sect;&nbsp;88 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO ermittelt die Finanzbeh&ouml;rde den Sachverhalt von Amts wegen, wobei sich der Umfang dieser Ermittlungspflicht nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls richtet (&sect;&nbsp;88 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 AO in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2016 g&uuml;ltigen Fassung). Bei der Verwirklichung des Steueranspruchs d&uuml;rfen sowohl die Grenzen der dem Staat verf&uuml;gbaren personellen und finanziellen Mittel (vgl. Bundesverfassungsgericht &#8211;BVerfG&#8211;, Urteil vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2004&nbsp; 2&nbsp;BvL&nbsp;17\/02, BStBl II 2005, 56, unter C.II.2.b) als auch Zweckm&auml;&szlig;igkeitserw&auml;gungen ber&uuml;cksichtigt werden. Die Aufkl&auml;rungspflicht der Finanzbeh&ouml;rden wird dar&uuml;ber hinaus von der Zumutbarkeit begrenzt (BVerfG-Beschluss vom 20.&nbsp;Juni 1973&nbsp; 1&nbsp;BvL&nbsp;9-10\/71, BVerfGE&nbsp;35, 283, unter B.II.2., m.w.N.) sowie dem Verh&auml;ltnis zwischen dem voraussichtlichen Arbeitsaufwand und dem steuerlichen Erfolg (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 35, 283, unter B.II.2., m.w.N.; vgl. auch Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens, BTDrucks 18\/7457, S.&nbsp;68 betreffend die sp&auml;tere &Auml;nderung des &sect;&nbsp;88 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ermittlungspflicht des HZA war im Streitfall eingeschr&auml;nkt, weil es sich bei der Postabfertigung um ein Massenverfahren handelt, dessen effektive Bew&auml;ltigung nur dann sichergestellt werden kann, wenn das HZA nicht in jedem Einzelfall durch Nachfragen bei den Empf&auml;ngern oder bei der Kl&auml;gerin ermitteln muss, welche der nicht abgeholten Postsendungen an einen Selbstverzoller adressiert war. In diesem Zusammenhang ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass es im Einzelfall um die Festsetzung von wenigen Euro ging. Der Arbeitsaufwand, der mit der Ermittlung der Selbstverzoller einherginge, st&uuml;nde dazu in keinem angemessenen Verh&auml;ltnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vielmehr hatte die Kl&auml;gerin die Obliegenheit, dem HZA mitzuteilen, welcher der Empf&auml;nger der gesetzlichen Vertretungsmacht widersprochen hatte. Die Kl&auml;gerin verf&uuml;gte &uuml;ber diese Informationen und h&auml;tte diese der Verwaltung ohne unzumutbaren Aufwand zur Verf&uuml;gung stellen k&ouml;nnen, zumal sie bereits nach der Ankunft der Postsendungen an den Auswechslungsstellen einen Abgleich der ankommenden Postsendungen mit den registrierten Selbstverzollern durchgef&uuml;hrt hat, um zu kl&auml;ren, welche Postsendungen sie zum f&uuml;r den Empf&auml;nger zust&auml;ndigen ZA bef&ouml;rdern musste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.2.2018, VII R 21\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.200218.VIIR21.16.0 Kostenschuldnerschaft in Bezug auf Lagergeb&uuml;hren f&uuml;r nicht abgeholte Postsendungen Leits&auml;tze 1. Zur Zahlung der Kosten f&uuml;r die Lagerung nicht abgeholter Postsendungen ist verpflichtet, wer die Amtshandlung veranlasst oder zu wessen Gunsten sie vorgenommen wird. Als Kostenschuldner kommen demnach das Unternehmen, das die Postsendungen zur Zollstelle bef&ouml;rdert hat, und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-21-16-kostenschuldnerschaft-in-bezug-auf-lagergebuehren-fuer-nicht-abgeholte-postsendungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;21\/16 &#8211; Kostenschuldnerschaft in Bezug auf Lagergeb&uuml;hren f&uuml;r nicht abgeholte Postsendungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69516","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69516"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69516\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}