{"id":69522,"date":"2018-06-14T18:10:10","date_gmt":"2018-06-14T16:10:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69522"},"modified":"2018-06-14T18:10:11","modified_gmt":"2018-06-14T16:10:11","slug":"vii-r-22-17-versagung-der-ausfuhrerstattung-wegen-verstosses-gegen-tierschutzrechtliche-transportvorschriften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-22-17-versagung-der-ausfuhrerstattung-wegen-verstosses-gegen-tierschutzrechtliche-transportvorschriften\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;22\/17 &#8211; Versagung der Ausfuhrerstattung wegen Versto&szlig;es gegen tierschutzrechtliche Transportvorschriften"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.2.2018, VII R 22\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.200218.VIIR22.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Versagung der Ausfuhrerstattung wegen Versto&szlig;es gegen tierschutzrechtliche Transportvorschriften<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Ein Stra&szlig;entransport lebender Rinder, der mit nur einem LKW-Fahrer durchgef&uuml;hrt wird und wegen dessen verkehrsrechtlich einzuhaltender Ruhezeiten von Anfang an auf eine Gesamttransportzeit von mehr als 29 Stunden angelegt ist, verst&ouml;&szlig;t gegen die Verordnung (EG) Nr. 1\/2005 des Rates &uuml;ber den Schutz von Tieren beim Transport, weshalb die Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Ausfuhrerstattung f&uuml;r diese Ausfuhrsendung nicht erf&uuml;llt sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 21. April 2017 4 K 186\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Inanspruchnahme vorausgezahlter Ausfuhrerstattung meldete die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) im Juni 2011 sechs Zuchtrinder zur Ausfuhr nach Marokko an. Die Tiere wurden per LKW von X nach Y transportiert. Die gesamte Transportdauer vom Verladen der Tiere bis zum Entladen einschlie&szlig;lich der Veterin&auml;rkontrolle am Bestimmungsort betrug 30&nbsp;1\/2 bis 31 Stunden. Die Fahrt wurde nach 8&nbsp;1\/2 Stunden zun&auml;chst f&uuml;r 1 Stunde unterbrochen sowie nach einer weiteren Fahrzeit von zwei Stunden ein zweites Mal f&uuml;r eine verkehrsrechtlich vorgeschriebene Ruhezeit des Fahrers von zehn Stunden; die danach verbliebene Fahrzeit zum Bestimmungsort betrug neun Stunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Begr&uuml;ndung, die Einhaltung der unionsrechtlichen Tierschutzvorschriften w&auml;hrend des Transports sei nicht nachgewiesen, forderte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die gew&auml;hrte Ausfuhrerstattung mit einem Zuschlag von 10&nbsp;% zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, die zul&auml;ssige Dauer eines Bef&ouml;rderungsintervalls von 14&nbsp;Stunden sei &uuml;berschritten worden, da dem zweiten Bef&ouml;rderungsintervall von 9&nbsp;Stunden die vorangegangene Fahrtunterbrechung von 10 Stunden hinzuzurechnen sei. Nichts anderes erg&auml;be sich, wenn man die 10-st&uuml;ndige Unterbrechung als Ruhepause ansehen wollte, da diese lange Standzeit eine f&uuml;r die Tiere unn&ouml;tige Transportverz&ouml;gerung und Erschwernis gewesen sei. Jedenfalls sei damit gegen die allgemeinen Bestimmungen f&uuml;r Tiertransporte versto&szlig;en worden, da wegen der unn&ouml;tigen Transportverz&ouml;gerung nicht alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen worden seien, um die Bef&ouml;rderungsdauer so kurz wie m&ouml;glich zu halten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, nach dem Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Masterrind vom 28.&nbsp;Juli 2016 C-469\/14 (EU:C:2016:609, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2016, 324) d&uuml;rfe die Fahrt w&auml;hrend der maximal zul&auml;ssigen Transportdauer mehrfach unterbrochen werden. F&uuml;r die vom FG erforderlich gehaltene Differenzierung zwischen Ruhepausen und Haltephasen gebe das EuGH-Urteil Masterrind nichts her. Es komme allein darauf an, ob die maximal zul&auml;ssige Dauer des gesamten Transports von 29 Stunden (zuz&uuml;glich weiterer zwei Stunden in besonderen F&auml;llen) eingehalten worden sei und dabei ein Bef&ouml;rderungsintervall nicht mehr als 14&nbsp;Stunden betragen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Klage im Ergebnis zu Recht abgewiesen. Der angefochtene &Auml;nderungsbescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die f&uuml;r die Ausfuhrsendung als Vorauszahlung gew&auml;hrte Ausfuhrerstattung stand der Kl&auml;gerin nicht zu und war daher nach Art.&nbsp;32 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;612\/2009 der Kommission vom 7.&nbsp;Juli 2009 &uuml;ber gemeinsame Durchf&uuml;hrungsvorschriften f&uuml;r Ausfuhrerstattungen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;186\/1) zur&uuml;ckzufordern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;1 der Verordnung (EU) Nr.&nbsp;817\/2010 der Kommission vom 16.&nbsp;September 2010 mit Durchf&uuml;hrungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1234\/2007 des Rates hinsichtlich des Schutzes lebender Rinder beim Transport als Voraussetzung f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Ausfuhrerstattungen (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;245\/16) h&auml;ngt die Zahlung der Ausfuhrerstattungen f&uuml;r lebende Rinder davon ab, dass w&auml;hrend des Transports der Tiere bis zu ihrer ersten Entladung im Bestimmungsdrittland die Vorschriften dieser Verordnung sowie die Art.&nbsp;3 bis 9 der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1\/2005 (VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005) des Rates vom 22.&nbsp;Dezember 2004 &uuml;ber den Schutz von Tieren beim Transport und damit zusammenh&auml;ngenden Vorg&auml;ngen sowie zur &Auml;nderung der Richtlinien 64\/432\/EWG und 93\/119\/EG und der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1255\/97 (ABlEU 2005 Nr.&nbsp;L&nbsp;3\/1) und die darin genannten Anh&auml;nge eingehalten werden. Hieran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach Nr.&nbsp;1.4 Buchst.&nbsp;d des Anhangs&nbsp;I Kapitel&nbsp;V VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005 m&uuml;ssen auf der Stra&szlig;e transportierte Rinder nach einer Bef&ouml;rderungsdauer von 14 Stunden eine ausreichende, mindestens einst&uuml;ndige Ruhepause erhalten, insbesondere damit sie getr&auml;nkt und n&ouml;tigenfalls gef&uuml;ttert werden k&ouml;nnen. Nach dieser Ruhepause kann die Bef&ouml;rderung f&uuml;r weitere 14 Stunden fortgesetzt werden. Vor einem daran evtl. anschlie&szlig;enden Weitertransport m&uuml;ssen die Tiere entladen, gef&uuml;ttert und getr&auml;nkt werden und eine Ruhezeit von mindestens 24 Stunden erhalten (Nr.&nbsp;1.5 des Anhangs&nbsp;I Kapitel&nbsp;V VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005). Die maximal zul&auml;ssige Dauer des gesamten ersten Transports (bevor ggf. die vorgenannte 24-st&uuml;ndige Ruhepause vor einem Weitertransport einzuhalten ist) betr&auml;gt daher 29&nbsp;Stunden (EuGH-Urteil Masterrind, EU:C:2016:609, Rz&nbsp;39, 43, ZfZ 2016, 324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dem EuGH-Urteil Masterrind (EU:C:2016:609, ZfZ 2016, 324) ist nicht zu entnehmen, dass ein Tiertransport mit einer Bef&ouml;rderungsdauer wie im Streitfall zwingend in zwei Bef&ouml;rderungsintervalle zu teilen und Fahrtunterbrechungen jeweils einem dieser Intervalle zuzuordnen sind &#8211;wovon das FG wohl ausgegangen ist&#8211;. Die in Nr.&nbsp;1.4 Buchst.&nbsp;d des Anhangs&nbsp;I Kapitel&nbsp;V VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005 genannten 14&nbsp;Stunden f&uuml;r ein Bef&ouml;rderungsintervall beschreiben die maximal zul&auml;ssige Fahrzeit, d.h. (unter Ber&uuml;cksichtigung der Erw&auml;gungen im EuGH-Urteil Masterrind, EU:C:2016:609, Rz&nbsp;36, 41, ZfZ 2016, 324) die Zeit, in der sich die Tiere l&auml;ngstens in einem sich bewegenden Fahrzeug befinden d&uuml;rfen. Daher kann die mindestens einst&uuml;ndige Ruhepause auch schon nach einer k&uuml;rzeren Fahrzeit eingelegt werden (vgl. EuGH-Urteil Masterrind, EU:C:2016:609, Rz&nbsp;41, ZfZ 2016, 324) und somit kann es auch in Betracht kommen, einen Tiertransport in mehr als zwei Bef&ouml;rderungsintervalle mit einer jeweils anschlie&szlig;enden mindestens einst&uuml;ndigen Ruhepause einzuteilen, zumal nach dem EuGH-Urteil Masterrind (EU:C:2016:609, Rz&nbsp;36, ZfZ 2016, 324) jede Fahrtunterbrechung von mindestens einer Stunde als eine &quot;Ruhepause&quot; i.S. der Nr.&nbsp;1.4 Buchst.&nbsp;d des Anhangs&nbsp;I Kapitel&nbsp;V VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005 angesehen werden kann. Von einem &quot;Bef&ouml;rderungsintervall&quot; im Sinne der EuGH-Rechtsprechung l&auml;sst sich daher sprechen, soweit w&auml;hrend des Tiertransports eine Fahrzeit durch eine mindestens einst&uuml;ndige Pause beendet wird. Wird w&auml;hrend eines Tiertransports die Fahrt mehr als einmal f&uuml;r jeweils mindestens eine Stunde unterbrochen, gibt weder der Wortlaut der Nr.&nbsp;1.4 Buchst.&nbsp;d des Anhangs&nbsp;I Kapitel&nbsp;V VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005 noch das EuGH-Urteil Masterrind (EU:C:2016:609, ZfZ 2016, 324) einen Grund, bei diesen Fahrtunterbrechungen zwischen &quot;Ruhepausen&quot; und &quot;weiteren Haltephasen&quot; zu differenzieren. Hierauf weist die Revision zu Recht hin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daher ist die Ansicht der Revision zutreffend, dass es f&uuml;r die Erf&uuml;llung der in Nr.&nbsp;1.4 Buchst.&nbsp;d des Anhangs&nbsp;I Kapitel&nbsp;V VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005 genannten Voraussetzungen darauf ankommt, ob mit dem gesamten Stra&szlig;entransport bis zum Bestimmungsort zum einen die maximal zul&auml;ssige Dauer von (grunds&auml;tzlich) 29 Stunden eingehalten wurde und zum anderen ein darin enthaltenes Bef&ouml;rderungsintervall, d.h. eine ununterbrochene oder nicht durch eine Pause von mindestens einer Stunde unterbrochene Fahrzeit, nicht mehr als 14&nbsp;Stunden betrug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die vorgenannten Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt, weil nach den Feststellungen des FG die gesamte Dauer des Stra&szlig;entransports 30&nbsp;1\/2 bis 31 Stunden betrug und damit die grunds&auml;tzlich vorgeschriebene H&ouml;chstdauer von 29 Stunden &uuml;berschritten wurde. &quot;Unvorhersehbare Umst&auml;nde&quot; i.S. des Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005 hat das FG nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als das FG angenommen hat, kann sich die Kl&auml;gerin nicht auf die Ausnahme gem&auml;&szlig; 1.8 des Anhangs&nbsp;I Kapitel&nbsp;V VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005 berufen, der zufolge die zul&auml;ssige Bef&ouml;rderungsdauer &#8211;insbesondere unter Ber&uuml;cksichtigung der N&auml;he des Bestimmungsorts&#8211; im Interesse der Tiere um zwei Stunden verl&auml;ngert werden darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es handelt sich im Streitfall nicht um einen mit der Dauer von h&ouml;chstens 29 Stunden geplanten Tiertransport, an dessen Ende sich herausstellte bzw. die Planung ergab, dass der Bestimmungsort zwar noch nicht erreicht bzw. erreichbar, jedoch nahe war, weshalb es im Interesse der transportierten Tiere lag, die Fahrt fortzusetzen, anstatt &#8211;wie von Nr.&nbsp;1.5 des Anhangs&nbsp;I Kapitel&nbsp;V VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005 gefordert&#8211; die Tiere auszuladen und sie nach einer 24-st&uuml;ndigen Pause wieder einzuladen. Nach den Feststellungen des FG stand vielmehr eine &Uuml;berschreitung der maximalen Bef&ouml;rderungsdauer schon zu Beginn des Transports fest, da das Fahrzeug nur mit einem Fahrer besetzt und daher dessen vorgeschriebene 10-st&uuml;ndige Ruhezeit einzuhalten war, die der vorausberechneten und angegebenen Bef&ouml;rderungsdauer von 25 Stunden h&auml;tte hinzugerechnet werden m&uuml;ssen. Die von vornherein feststehende &Uuml;berschreitung der maximalen Bef&ouml;rderungsdauer von 29 Stunden fand ihren Grund somit nicht im Tierinteresse, sondern in dem wirtschaftlichen Interesse, einen weiteren Fahrer f&uuml;r den Transport einsparen zu k&ouml;nnen. Wie das FG zutreffend geurteilt hat, liegt in dem in dieser Weise geplanten und durchgef&uuml;hrten Tiertransport auch ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a und f VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005 (vgl. dazu EuGH-Urteil Masterrind, EU:C:2016:609, Rz&nbsp;35, ZfZ 2016, 324). Ob die Kl&auml;gerin &#8211;wie die Revision geltend macht&#8211; &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung des Transports mit nur einem Fahrer nicht informiert war, ist nicht entscheidungserheblich. Die R&uuml;ge der Revision, das FG h&auml;tte in der m&uuml;ndlichen Verhandlung auf den rechtlichen Gesichtspunkt eines Versto&szlig;es gegen Art.&nbsp;3 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1\/2005, auf den sich das FG-Urteil st&uuml;tzt, hinweisen m&uuml;ssen, ist unbegr&uuml;ndet, da dieser Hinweis gem&auml;&szlig; dem Sitzungsprotokoll vom 21.&nbsp;April 2017 gegeben wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.2.2018, VII R 22\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.200218.VIIR22.17.0 Versagung der Ausfuhrerstattung wegen Versto&szlig;es gegen tierschutzrechtliche Transportvorschriften Leits&auml;tze NV: Ein Stra&szlig;entransport lebender Rinder, der mit nur einem LKW-Fahrer durchgef&uuml;hrt wird und wegen dessen verkehrsrechtlich einzuhaltender Ruhezeiten von Anfang an auf eine Gesamttransportzeit von mehr als 29 Stunden angelegt ist, verst&ouml;&szlig;t gegen die Verordnung (EG) Nr. 1\/2005 des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-22-17-versagung-der-ausfuhrerstattung-wegen-verstosses-gegen-tierschutzrechtliche-transportvorschriften\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;22\/17 &#8211; Versagung der Ausfuhrerstattung wegen Versto&szlig;es gegen tierschutzrechtliche Transportvorschriften<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69522","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69522","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69522"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69522\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69522"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69522"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69522"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}