{"id":69573,"date":"2018-06-28T09:13:51","date_gmt":"2018-06-28T07:13:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69573"},"modified":"2018-06-28T09:13:51","modified_gmt":"2018-06-28T07:13:51","slug":"i-r-74-15-cash-pool-unbestimmte-zinsabrede-vga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-74-15-cash-pool-unbestimmte-zinsabrede-vga\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;74\/15 &#8211; Cash-Pool &#8211; unbestimmte Zinsabrede &#8211; vGA"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.1.2018, I R 74\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.170118.IR74.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Cash-Pool &#8211; unbestimmte Zinsabrede &#8211; vGA<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Wird im Rahmen eines konzerninternen Cash-Pooling-Verfahrens lediglich ein Mindest- und ein H&ouml;chstzinssatz vereinbart und verbleibt hiernach ein erheblicher Spielraum f&uuml;r die Berechnung der Zinsverg&uuml;tung, liegt ein Versto&szlig; gegen die Grunds&auml;tze des sog. formellen Fremdvergleichs vor (Anschluss an die st&auml;ndige Rechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 7. Juli 2014 7 K 2688\/11 aufgehoben und die Klage abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Alleinige Gesellschafterin der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &#8211;Enkelgesellschaft&#8211; war im Streitjahr (2009) die P-GmbH (Tochtergesellschaft), deren Anteile wiederum von der A-AG (Muttergesellschaft) gehalten wurden. Die Kl&auml;gerin war mit der P-GmbH ab dem Wirtschaftsjahr 1.&nbsp;Oktober 2007 bis 30.&nbsp;September 2008 &uuml;ber einen Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag organschaftlich verbunden. Am &#8230; meldeten die A-AG und die P-GmbH Insolvenz an. Infolgedessen k&uuml;ndigte die Kl&auml;gerin den Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag mit der P-GmbH mit Wirkung zum &#8230; 2009. Noch im Streitjahr wurde &uuml;ber die Verm&ouml;gen der A-AG und der P-GmbH das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte seit August 2007 am (konzerninternen) Cash-Pooling der A-AG teilgenommen. Schriftliche Vereinbarungen hierzu wurden zwischen der Kl&auml;gerin und der A-AG nicht getroffen. Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) M&uuml;nchen sollten die Cash-Pool-Guthaben in H&ouml;he von &#8230; bis &#8230;&nbsp;% verzinst werden. Die Zinss&auml;tze orientierten sich an den Refinanzierungszinsen der A-AG in H&ouml;he von &#8230; bis &#8230;&nbsp;%. Sicherheiten f&uuml;r Forderungen der Kl&auml;gerin aus dem Cash-Pool wurden nicht vereinbart. F&uuml;r die Kl&auml;gerin ergaben sich w&auml;hrend der Teilnahme am Cash-Pool keine Darlehensverpflichtungen. Zeitgleich mit der Insolvenzanmeldung der A-AG wurde das Cash-Pooling beendet. Die Forderungen der Kl&auml;gerin aus dem Cash-Pool beliefen sich zu diesem Zeitpunkt auf &#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Konsolidierungsbem&uuml;hungen der A-AG gescheitert waren, schrieb die Kl&auml;gerin die Forderungen sowie eine nicht gesondert ausgewiesene Zinsforderung zum 30.&nbsp;September 2009 in vollem Umfang (&#8230;&nbsp;EUR) ab und meldete die Forderungen zur Insolvenztabelle der A-AG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte im K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr die Teilwertabschreibung der Forderungen aus dem Cash-Pool unter Hinweis auf das Abzugsverbot nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 und 5 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 2002 i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2008 vom 20.&nbsp;Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150, BStBl I 2008, 218) &#8211;KStG 2002&nbsp;n.F.&#8211; nicht an und rechnete die Gewinnminderung aus der Teilwertabschreibung dem Einkommen der Kl&auml;gerin wieder hinzu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das FG M&uuml;nchen (Urteil vom 7.&nbsp;Juli 2014&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;2688\/11) war zwar der Auffassung, dass &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz 5 KStG 2002 n.F. nicht einschl&auml;gig sei, weil weder die Kl&auml;gerin als Darlehensgeberin noch die P-GmbH als dieser nahe stehenden Person an der A-AG als Darlehensnehmerin beteiligt seien, ging aber im Weiteren aufgrund der fehlenden Besicherung der Darlehen von einer verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) an die der Gesellschafterin der Kl&auml;gerin, der P-GmbH, nahe stehende Person (A-AG) aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Revision der Kl&auml;gerin. W&auml;hrend des Revisionsverfahrens ist am 29.&nbsp;Mai 2017 ein &Auml;nderungsbescheid ergangen, mit dem lediglich der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung aufgehoben wurde; der Gegenstand des Rechtsstreits blieb unber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2009 dahingehend zu &auml;ndern, dass die K&ouml;rperschaftsteuer auf 0 EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das angefochtene Urteil des FG ist, soweit es &uuml;ber den Bescheid &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer 2009 vom 10.&nbsp;August 2011 entschieden hat, aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben. An die Stelle dieses Bescheids ist w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der &Auml;nderungsbescheid vom 29.&nbsp;Mai 2017 getreten. Soweit einem FG-Urteil nicht mehr existierende Bescheide zugrunde liegen, kann es keinen Bestand haben (vgl. z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;Januar 2013 IX&nbsp;R&nbsp;18\/12, BFH\/NV 2013, 1094; vom 28.&nbsp;August 2003 IV&nbsp;R&nbsp;20\/02, BFHE 203, 143, BStBl II 2004, 10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2009 vom 29.&nbsp;Mai 2017 ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Gegenstand des Revisionsverfahrens geworden. Nachdem sich hinsichtlich der vorliegend streitigen Punkte keine &Auml;nderungen ergeben haben und die Kl&auml;gerin auch keinen weiter gehenden Antrag gestellt hat, bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO. Das finanzgerichtliche Verfahren leidet an keinem Verfahrensmangel. Die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen sind nicht entfallen. Sie bilden unver&auml;ndert die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des erkennenden Senats (BFH-Urteil in BFHE 203, 143, BStBl II 2004, 10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat entscheidet in der Sache selbst (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Die Klage ist abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dem FG ist darin beizupflichten, dass die Kl&auml;gerin der A-AG nach der konzerninternen Cash-Pooling-Abrede Liquidit&auml;t in Form von (Geld-)Darlehen zur Verf&uuml;gung gestellt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 16.&nbsp;Januar 2006 II&nbsp;ZR&nbsp;76\/04, BGHZ 166, 8; Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;Dezember 2001 I&nbsp;B&nbsp;43,&nbsp;44\/01, BFH\/NV 2002, 536; BFH-Urteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2007 IX&nbsp;R&nbsp;10\/06, BFHE 217, 531, BStBl II 2007, 645). Die Vorinstanz hat weiterhin die Gewinnminderung aufgrund der Teilwertabschreibung der Darlehensforderung aus dem Cash-Pool bei der Einkommensermittlung der Kl&auml;gerin ber&uuml;cksichtigt und hierzu ausgef&uuml;hrt, dass insoweit das Abzugsverbot des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 und&nbsp;5 KStG 2002 n.F. nicht eingreift, weil die Kl&auml;gerin als Darlehensgeberin zu keinem Zeitpunkt unmittelbar oder mittelbar an der A-AG als Darlehensnehmerin beteiligt gewesen sei und sog. Upstream-Darlehen weder vom Abzugsverbot f&uuml;r Gewinnminderungen im Zusammenhang mit Darlehensgew&auml;hrungen nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG 2002 n.F. noch von der Erweiterung des Anwendungsbereiches des Satzes&nbsp;4 auf Darlehensgew&auml;hrungen durch nahe stehende Personen in &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 KStG 2002 n.F. erfasst w&uuml;rden. Ob Letzterem zuzustimmen ist, bedarf im Streitfall keiner Entscheidung, da die mit der Teilwertabschreibung verbundene Gewinnminderung &#8211;wie von der Vorinstanz im Ergebnis zutreffend entschieden&#8211; jedenfalls durch den au&szlig;erbilanziellen Ansatz einer vGA zu neutralisieren ist (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unter einer vGA i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG ist bei einer Kapitalgesellschaft nach st&auml;ndiger Spruchpraxis des Senats eine Verm&ouml;gensminderung (verhinderte Verm&ouml;gensmehrung) zu verstehen, die durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst ist, sich auf die H&ouml;he des Unterschiedsbetrages gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG auswirkt und in keinem Zusammenhang zu einer offenen Aussch&uuml;ttung steht. F&uuml;r den gr&ouml;&szlig;ten Teil der entschiedenen F&auml;lle hat der BFH die Veranlassung durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis angenommen, wenn die Kapitalgesellschaft ihrem Gesellschafter einen Verm&ouml;gensvorteil zuwendet, den sie bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Gesch&auml;ftsleiters einem Nichtgesellschafter nicht gew&auml;hrt h&auml;tte (st&auml;ndige Rechtsprechung des Senats, seit Urteil vom 16.&nbsp;M&auml;rz 1967 I&nbsp;261\/63, BFHE 89, 208, BStBl III 1967, 626). Au&szlig;erdem muss der Vorgang geeignet sein, bei dem beg&uuml;nstigten Gesellschafter einen Bezug i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG auszul&ouml;sen (ebenfalls st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 11.&nbsp;November 2015 I&nbsp;R&nbsp;5\/14, BFHE 252, 353, BStBl II 2016, 491).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine vGA kann auch dann in Betracht kommen, wenn die Zuwendung nicht unmittelbar an den Gesellschafter, sondern an eine ihm nahe stehende Person bewirkt wird. Entscheidend ist in diesem Fall, ob die Kapitalgesellschaft dem Dritten einen Verm&ouml;gensvorteil zugewendet hat, den sie bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Gesch&auml;ftsleiters einer Person, die dem betreffenden Gesellschafter nicht nahe steht, nicht gew&auml;hrt h&auml;tte (Senatsurteil vom 18.&nbsp;Dezember 1996 I&nbsp;R&nbsp;139\/94, BFHE 182, 184, BStBl II 1997, 301, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ist der beg&uuml;nstigte Gesellschafter ein beherrschender, so kann eine vGA ferner dann anzunehmen sein, wenn die Kapitalgesellschaft eine Leistung an ihn oder an eine ihm nahe stehende Person erbringt, f&uuml;r die es an einer klaren, im Voraus getroffenen, zivilrechtlich wirksamen und tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrten Vereinbarung fehlt &#8211;sog. formeller Fremdvergleich&#8211; (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsurteile vom 17.&nbsp;Dezember 1997 I&nbsp;R&nbsp;70\/97, BFHE 185, 224, BStBl II 1998, 545; vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2001 I&nbsp;R&nbsp;27\/99, BFHE 195, 228, BStBl II 2002, 111, jeweils m.w.N.). Zu ber&uuml;cksichtigen ist hierbei allerdings, dass das Fehlen von Nebenabreden nicht zwangsl&auml;ufig mit der Annahme einer vGA und damit einer durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlassten Zuwendung einhergeht. Vielmehr bedarf es in einem solchen Fall der Gesamtw&uuml;rdigung der Abrede und ihrer tats&auml;chlichen Handhabung; auch k&ouml;nnen die Vorschriften des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs erg&auml;nzend heranzuziehen sein (Senatsurteile vom 28.&nbsp;Oktober 1987 I&nbsp;R&nbsp;110\/83, BFHE 152, 74, BStBl II 1988, 301; vom 29.&nbsp;April 1992 I&nbsp;R&nbsp;21\/90, BFHE 168, 151, BStBl II 1992, 851; s.a. Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1997 I&nbsp;B&nbsp;124\/96, BFH\/NV 1997, 712).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat stimmt dem FG zwar darin zu, dass das der A-AG einger&auml;umte Cash-Pool-Darlehen i.V.m. der Teilwertabschreibung zu einer vGA gef&uuml;hrt hat. Insoweit ist weder die Verm&ouml;gensminderung noch die Stellung der A-AG (Konzernmutter) als eine der Gesellschafterin der Kl&auml;gerin (P-GmbH) nahe stehende Person im Streit. Soweit die Vorinstanz das Vorliegen einer vGA jedoch in materieller Hinsicht aus dem Umstand der fehlenden Besicherung dieses Darlehens abgeleitet hat, ist hierauf im Streitfall nicht einzugehen. Vielmehr ergibt sich der Anfall einer vGA vorliegend bereits daraus, dass die Darlehensabrede nicht den Anforderungen des formellen Fremdvergleichs entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Hiernach muss eine im Hinblick auf die Verg&uuml;tung des beherrschenden Gesellschafters getroffene Vereinbarung zwischen der Gesellschaft und dem Gesellschafter dem Grunde und der H&ouml;he nach klar und eindeutig sein. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Bemessungsgrundlage (Prozents&auml;tze, Zuschl&auml;ge, H&ouml;chst- und Mindestbetr&auml;ge) der Verg&uuml;tungsanspr&uuml;che des Gesellschafters (Senatsurteile vom 27.&nbsp;Februar 1985 I&nbsp;R&nbsp;187\/81, BFH\/NV 1986, 430, m.w.N.; vom 11.&nbsp;Dezember 1985 I&nbsp;R&nbsp;164\/82, BFHE 146, 126, BStBl II 1986, 469, unter I.2. der Gr&uuml;nde; vom 26.&nbsp;April 1989 I&nbsp;R&nbsp;96\/85, BFH\/NV 1990, 63).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Im Streitfall wird dem nach den bindenden Feststellungen des FG nicht gen&uuml;gt. Hiernach sollten die Cash-Pool-Darlehen mit S&auml;tzen zwischen &#8230; bis &#8230;&nbsp;% verzinst werden. Diese sollten sich an den Refinanzierungskosten der A-AG in H&ouml;he von &#8230; bis &#8230;&nbsp;% orientieren. Der Senat vermag hierin &#8211;mangels weiterer konkretisierender Abreden&#8211; keine im Vorhinein gefasste klare und eindeutige Vereinbarung der Pflichten des jeweiligen Darlehensnehmers zu sehen. Letzteres erfordert nach st&auml;ndiger Rechtsprechung, dass die Berechnungsgrundlagen in der Weise vereinbart werden, dass allein durch Rechenvorg&auml;nge die H&ouml;he der Verg&uuml;tung ermittelt werden kann und es deshalb auch keiner Ermessensaus&uuml;bung durch die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung oder die Gesellschafterversammlung bedarf (Senatsurteile in BFHE 168, 151, BStBl II 1992, 851; in BFHE 185, 224, BStBl II 1998, 545; vom 1.&nbsp;April 2003 I&nbsp;R&nbsp;78\/02, I&nbsp;R&nbsp;79\/02, BFH\/NV 2004, 86, unter III.3. der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Dem wird durch die Festlegung eines Mindest- und eines H&ouml;chstzinssatzes nicht entsprochen. Auch kann der Cash-Pool-Abrede kein Hinweis auf einen bestimmten Referenzzinssatz der A-AG entnommen werden; ebenso bleibt unklar, ob die Zinsvereinbarung an die Bonit&auml;t der Darlehensschuldnerin gekoppelt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Auch wenn &#8211;wie erl&auml;utert&#8211; nicht jede vertragliche Regelungsl&uuml;cke die Annahme eines Versto&szlig;es gegen den formellen Fremdvergleich tr&auml;gt, ist im Streitfall jedenfalls &#8211;bei der gebotenen Gesamtw&uuml;rdigung&#8211; aus der Unbestimmtheit der Zinsverpflichtung das Vorliegen einer Vorteilszuwendung abzuleiten, die ihre Veranlassung in der Beteiligung der P-GmbH an der Kl&auml;gerin hat. Hierf&uuml;r spricht nicht nur, dass die aufgezeigten Unsicherheiten bei der Bestimmung des tats&auml;chlich geschuldeten Zinses im Zusammenhang mit der signifikanten Spreizung von Mindest- und H&ouml;chstzinssatz (ann&auml;hernd 40&nbsp;v.H.) zu w&uuml;rdigen ist. Hinzu kommt vor allem, dass die Zinsverpflichtung des Darlehensnehmers keine Nebenrede, sondern eine Hauptleistungsverpflichtung des Darlehensverh&auml;ltnisses betrifft (&sect;&nbsp;488 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BGB; Palandt\/Weidenkaff, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 77.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;488 Rz&nbsp;14; zur Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenpflichten s. Senatsurteil in BFHE 152, 74, BStBl II 1988, 301).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Nichts anderes l&auml;sst sich daraus ableiten, dass dem konzerninternen Cash-Pooling ein Dauerrechtsverh&auml;ltnis zugrunde liegt, das nach dem Vortrag der Kl&auml;gerin entsprechend der Praxis gehandhabt worden sei. Die Erw&auml;gung l&auml;sst au&szlig;er Acht, dass allein die tats&auml;chliche Durchf&uuml;hrung des Cash-Management-Systems keinen Anlass gibt, im Hinblick auf die Vereinbarung der hierbei bestehenden Hauptleistungsverpflichtung von den Anforderungen des formellen Fremdvergleichs abzur&uuml;cken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.1.2018, I R 74\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.170118.IR74.15.0 Cash-Pool &#8211; unbestimmte Zinsabrede &#8211; vGA Leits&auml;tze NV: Wird im Rahmen eines konzerninternen Cash-Pooling-Verfahrens lediglich ein Mindest- und ein H&ouml;chstzinssatz vereinbart und verbleibt hiernach ein erheblicher Spielraum f&uuml;r die Berechnung der Zinsverg&uuml;tung, liegt ein Versto&szlig; gegen die Grunds&auml;tze des sog. formellen Fremdvergleichs vor (Anschluss an die st&auml;ndige Rechtsprechung). &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-74-15-cash-pool-unbestimmte-zinsabrede-vga\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;74\/15 &#8211; Cash-Pool &#8211; unbestimmte Zinsabrede &#8211; vGA<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69573","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69573"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69573\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}