{"id":69576,"date":"2018-06-28T09:13:39","date_gmt":"2018-06-28T07:13:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69576"},"modified":"2018-06-28T09:13:39","modified_gmt":"2018-06-28T07:13:39","slug":"i-r-60-16-daytrading-geschaefte-als-termingeschaefte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-60-16-daytrading-geschaefte-als-termingeschaefte\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;60\/16 &#8211; Daytrading-Gesch&auml;fte als Termingesch&auml;fte"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.2.2018, I R 60\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.210218.IR60.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Daytrading-Gesch&auml;fte als Termingesch&auml;fte<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Verluste aus sog. echten (ungedeckten) Daytrading-Gesch&auml;ften (hier: mit Devisen) mindern nach Ma&szlig;gabe des &sect; 15 Abs. 4 Satz 3 EStG (i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 KStG) die k&ouml;rperschaftsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage nicht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 10. M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;1 K 738\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">A. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob Verluste aus sog. Daytrading-Gesch&auml;ften (hier: mit Devisen) nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (in der im Streitjahr 2007 geltenden Fassung &#8211;EStG&#8211; i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG&#8211;) die k&ouml;rperschaftsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage mindern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ist u.a. als &#8230; t&auml;tig. Sie unterhielt seit Mitte des Streitjahres ein Konto bei der &#8230; Bank (A), um sog. Daytrading-Gesch&auml;fte mit Devisen auszuf&uuml;hren. Die Transaktionen f&uuml;hrten im Streitjahr zu einem Verlust von insgesamt &#8230;&nbsp;EUR (Verluste in den nachfolgenden Jahren: &#8230;&nbsp;EUR [2008] und &#8230;&nbsp;EUR [2009]). Im Bericht &uuml;ber die Pr&uuml;fung des Jahresabschlusses zum 31.&nbsp;Dezember 2007 hei&szlig;t es: &quot;Das Unternehmen hatte im Gesch&auml;ftsjahr erhebliche Verluste durch W&auml;hrungstermingesch&auml;fte zu verzeichnen (TEUR&nbsp;&#8230;). &Uuml;ber die A&nbsp;Bank wurden Finanzterminkontrakte durch die Gesch&auml;ftsleitung abgebildet, speziell wurden W&auml;hrungsswapgesch&auml;fte eingegangen. Die Aktivit&auml;ten &#8230; wurden zum 4.&nbsp;Quartal 2007 eingestellt.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat die Auffassung, dass die Kl&auml;gerin Verluste aus Termingesch&auml;ften erlitten habe, die unter die Verlustabzugsbeschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG (i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG) fielen. Es ergingen entsprechende Festsetzungen (K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag 2007); zugleich hob das FA den bisherigen Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2007 auf und stellte einen nicht abzugsf&auml;higen Verlust nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG zum 31.&nbsp;Dezember 2007 (verbleibender Verlust: &#8230;&nbsp;EUR) fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage stattgegeben und die (&Auml;nderungs-)Bescheide des FA aufgehoben bzw. ge&auml;ndert (Th&uuml;ringer FG, Urteil vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;738\/14, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2017, 415).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schriftsatz vom 30.&nbsp;August 2016 hat das FA die vom FG zugelassene Revision erhoben, mit der es die Verletzung materiellen Rechts r&uuml;gt. Der Schriftsatz tr&auml;gt als Unterschrift Schriftzeichen, die jedenfalls als Buchstaben &quot;F&quot; und &quot;K&quot; zu erkennen sind; unter diesen Schriftzeichen findet sich der maschinenschriftliche Zusatz &quot;F&#8230; K&#8230;, Oberregierungsrat&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, unter Aufhebung des angefochtenen Urteils die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">B. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Senat ist zur Entscheidung berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar sieht der Gesch&auml;ftsverteilungsplan des Bundesfinanzhofs (BFH) f&uuml;r das Jahr 2018 die Zust&auml;ndigkeit des XI.&nbsp;Senats f&uuml;r &quot;K&ouml;rperschaftsteuer, mit Ausnahme der Nummern&nbsp;1 bis 3 beim I.&nbsp;Senat&quot; vor (s. dort A. XI.&nbsp;Senat Nr.&nbsp;2). Dies betrifft Verfahren von K&ouml;rperschaften, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht spezifisch Fragen des K&ouml;rperschaftsteuerrechts im Streit sind. Allerdings ist in den &quot;Erg&auml;nzenden Regelungen&quot; des Gesch&auml;ftsverteilungsplans (dort IV.1. der &Uuml;bergangsregelungen) bestimmt, dass, &quot;nachdem eine Streitsache Gegenstand einer Beratung im Senat war&quot;, &quot;keine &Auml;nderung der Zust&auml;ndigkeit mehr (eintritt), es sei denn, der Senat verliert die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r diesen Rechtsbereich insgesamt&quot;. Damit hat der I.&nbsp;Senat die Zust&auml;ndigkeit nicht verloren, da er in der vorliegenden Sache am 22.&nbsp;Februar 2017 beraten hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist zul&auml;ssig; sie entspricht der erforderlichen Schriftform.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision bei dem BFH innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils schriftlich einzulegen. Dem Schriftform-Erfordernis ist nur gen&uuml;gt, wenn das ma&szlig;gebliche Schriftst&uuml;ck von demjenigen, der die Verantwortung f&uuml;r seinen Inhalt tr&auml;gt, eigenh&auml;ndig, d.h. mit einem die Identit&auml;t des Unterschreibenden ausreichend kennzeichnenden, individuellen Schriftzug handschriftlich unterzeichnet ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierf&uuml;r ist nicht erforderlich, dass der Name voll ausgeschrieben oder lesbar ist. Dem Gesetzeszweck wird vielmehr entsprochen, wenn der im zuvor umschriebenen Sinne individuell gestaltete Schriftzug die Absicht einer vollen Unterschrift erkennen l&auml;sst. Es ist ausreichend, wenn sich aus dem Namenszug, jedenfalls in Zusammenschau mit der maschinenschriftlichen Wiederholung des Namens unter der Unterschrift, mindestens einzelne Buchstaben erkennen lassen und es sich eindeutig um die Wiedergabe eines Namens und nicht nur eines blo&szlig;en Namenszeichens oder eines einzigen Buchstabens handelt. Allerdings gen&uuml;gt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung ein Schriftzug, der nach seinem &auml;u&szlig;eren Erscheinungsbild eine bewusste und gewollte Namensabk&uuml;rzung (Handzeichen, Paraphe) darstellt, nicht den an eine eigenh&auml;ndige Unterschrift zu stellenden Anforderungen (BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Juni 2014 X&nbsp;B&nbsp;215\/13, BFH\/NV 2014, 1568, m.w.N.), da insoweit die Absicht einer vollen Unterschrift nicht erkennbar ist (s.a. Bundesgerichtshof &#8211;BGH&#8211;, Beschluss vom 29.&nbsp;November 2016 VI&nbsp;ZB&nbsp;16\/16, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht 2017, 445).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall wurde mit der Unterzeichnung der Revisionsschrift das Schriftformerfordernis gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Schriftzug ist nicht nur auf die zwei Buchstaben (&quot;F K&quot;) beschr&auml;nkt, so dass eine sog. Paraphe nicht vorliegt. Vielmehr sind &#8211;wie der Unterbogen erkennen l&auml;sst&#8211; weitere Buchstaben andeutungsweise erkennbar. Damit ist auf die Absicht zu schlie&szlig;en, eine rechtsverbindliche Unterschrift leisten zu wollen und die Verantwortung f&uuml;r den Inhalt des Schriftsatzes zu &uuml;bernehmen. Dies wird durch die maschinenschriftliche Wiedergabe des Namens des Unterzeichners verst&auml;rkt. Dass Herr K&#8230;, der Unterzeichner, im Verfahren vor dem BFH zur Vertretung befugt ist und als Vertreter des FA den Revisionsschriftsatz in dieser Weise tats&auml;chlich unterzeichnet hat, steht au&szlig;er Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das FG hat rechtsfehlerhaft dahin erkannt, dass die Tatbestandsvoraussetzungen der Verlustausgleichsbeschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG (i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG) nicht erf&uuml;llt sind. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens der Kl&auml;gerin seiner Rechtspr&uuml;fung zu &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG ohne Rechtsfehler als Ausgangspunkt einen um den Betrag von &#8230;&nbsp;EUR geminderten &quot;steuerlichen Gewinn&quot; zugrunde gelegt. Insoweit hatte es auf eine ausschlie&szlig;lich betriebliche Veranlassung der (verlustbringenden) T&auml;tigkeit im Zusammenhang mit dem sog. Daytrading erkannt (s. zu sog. Risikogesch&auml;ften die Senatsurteile vom 8.&nbsp;August 2001 I&nbsp;R&nbsp;106\/99, BFHE 196, 173, BStBl II 2003, 487; vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2004 I&nbsp;R&nbsp;83\/03, BFHE 206, 58; dazu Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 14.&nbsp;Dezember 2015, BStBl I 2015, 1091 unter Aufhebung des BMF-Schreibens vom 20.&nbsp;Mai 2003, BStBl I 2003, 333) und eine Einkommenserh&ouml;hung auf der Grundlage des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG &#8211;in &Uuml;bereinstimmung mit den Beteiligten&#8211; ausdr&uuml;cklich ausgeschlossen (s.a. Beermann, EFG 2017, 417, 418; allgemein Ebel, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2013, 2112, 2113&nbsp;f., 2115; Intemann in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;1555). Den Tatsachenfeststellungen des FG lassen sich keine entgegenstehenden Gesichtspunkte entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin hat i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG Termingesch&auml;fte get&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der &uuml;ber &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG f&uuml;r die Ermittlung des Einkommens der Kl&auml;gerin anzuwendenden Regelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG d&uuml;rfen die dort benannten Verluste (aus gewerblicher Tierzucht oder gewerblicher Tierhaltung) weder mit anderen Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb noch mit Eink&uuml;nften aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden; sie d&uuml;rfen auch nicht nach &sect;&nbsp;10d EStG abgezogen werden. Die Verluste mindern jedoch nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;10d EStG die Gewinne, die der Steuerpflichtige in dem unmittelbar vorangegangenen und in den folgenden Wirtschaftsjahren aus den genannten Einkunftsquellen erzielt hat oder erzielt (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorschrift des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG bestimmt, dass die S&auml;tze&nbsp;1 und 2 entsprechend f&uuml;r Verluste aus Termingesch&auml;ften gelten, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich oder einen durch den Wert einer ver&auml;nderlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e bestimmten Geldbetrag oder Vorteil erlangt. Nicht unter diese Beschr&auml;nkungen fallen &#8211;vorbehaltlich der R&uuml;ckausnahme des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG&#8211; zwar gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG Gesch&auml;fte bestimmter Finanzunternehmen (sog. sektorale Ausnahme) und Risikokompensationsgesch&auml;fte anderer Unternehmen, wenn damit Risiken des gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsbetriebs abgesichert werden (sog. funktionale Ausnahme). Im Streitfall sind diese Ausnahmeregelungen indes, wovon auch die Beteiligten ausgehen, nicht einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsfolge des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz 3 EStG bezieht sich nicht auf ein negatives Ergebnis eines einzelnen Gesch&auml;fts, vielmehr ist auf den Saldo s&auml;mtlicher Termingesch&auml;fte im Wirtschaftsjahr abzustellen (z.B. Bl&uuml;mich\/Bode, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;658; Intemann in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;1556; Schmidt\/Wacker, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;903; Meyer\/B&auml;uml in Kanzler\/Kraft\/B&auml;uml, EStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;646; Ebel, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2013, 882, 887). Auch dies ist zwischen den Beteiligten nicht umstritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Begriff des Termingesch&auml;fts ist in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG nicht definiert. Nach der BFH-Rechtsprechung ist er im Grundsatz nach den wertpapier- bzw. bankrechtlichen Ma&szlig;gaben zu bestimmen, wobei allerdings aufsichtsrechtliche Gesichtspunkte au&szlig;er Betracht bleiben (BFH-Urteile vom 26.&nbsp;September 2012 IX&nbsp;R&nbsp;50\/09, BFHE 239, 95, BStBl II 2013, 231; vom 20.&nbsp;August 2014 X&nbsp;R&nbsp;13\/12, BFHE 246, 462, BStBl II 2015, 177; vom 4.&nbsp;Dezember 2014 IV&nbsp;R&nbsp;53\/11, BFHE 248, 57, BStBl II 2015, 483; vom 28.&nbsp;April 2016 IV&nbsp;R&nbsp;20\/13, BFHE 253, 260, BStBl II 2016, 739; Senatsurteil vom 6.&nbsp;Juli 2016 I&nbsp;R&nbsp;25\/14, BFHE 254, 326, BStBl II 2018, 124; BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;35\/15, BFHE 259, 540). Danach sind Termingesch&auml;fte Vertr&auml;ge &uuml;ber Wertpapiere, vertretbare Waren oder Devisen nach gleichartigen Bedingungen, die von beiden Seiten erst zu einem bestimmten sp&auml;teren Zeitpunkt zu erf&uuml;llen sind (zeitliches Auseinanderfallen von Verpflichtungs- und Erf&uuml;llungsgesch&auml;ft) und die zudem eine Beziehung zu einem Terminmarkt haben, der es erm&ouml;glicht, jederzeit ein Gegengesch&auml;ft abzuschlie&szlig;en (s. Senatsurteil in BFHE 254, 326, BStBl II 2018, 124, m.w.N.; s.a. BGH-Urteile vom 22.&nbsp;Oktober 1984 II&nbsp;ZR&nbsp;262\/83, BGHZ 92, 317; vom 16.&nbsp;April 1991 XI&nbsp;ZR&nbsp;88\/90, BGHZ 114, 177). Nach wertpapier- bzw. bankrechtlichen Ma&szlig;gaben ist das Termingesch&auml;ft ferner vom sog. Kassagesch&auml;ft abzugrenzen (z.B. BGH-Urteil vom 18.&nbsp;Dezember 2001 XI&nbsp;ZR&nbsp;363\/00, BGHZ 149, 294; vom 13.&nbsp;Juli 2004 XI&nbsp;ZR&nbsp;178\/03, BGHZ 160, 58), bei dem der Leistungsaustausch (Belieferung Zug um Zug gegen Bezahlung) sofort oder innerhalb der f&uuml;r diese Gesch&auml;fte &uuml;blichen Frist von zwei (Bankarbeits- oder B&ouml;rsen-)Tagen zu vollziehen ist (&quot;sofortige Erf&uuml;llung&quot;). Diese (Negativ-)Abgrenzung zum Termingesch&auml;ft (z.B. Ebel, FR 2013, 882, 884) wird auch bei der steuerrechtlichen Begriffsbestimmung herangezogen (s. z.B. zum zertifikatbezogenen Kassagesch&auml;ft BFH-Urteil in BFHE 248, 57, BStBl II 2015, 483; s.a. BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;April 2012 IX&nbsp;B&nbsp;154\/10, BFHE 236, 557, BStBl II 2012, 454; Ebel, ebenda; Johannemann\/Reiter, Deutsches Steuerrecht 2015, 1489, 1492&nbsp;f.; Intemann in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;15 EStG Rz 1541; Bl&uuml;mich\/Bode, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;655; Rei&szlig; in Kirchhof, EStG, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;418a; Beermann, EFG 2017, 418; Jochum in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;D\/3&nbsp;12 und D\/3&nbsp;16: Ma&szlig;geblichkeit der Handelstechnik).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall sind die Gesch&auml;fte der Kl&auml;gerin entgegen der Ansicht des FG als Termingesch&auml;fte anzusehen und unterfallen dem tatbestandlichen Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach den im Revisionsverfahren bindenden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) und von der Beschreibung im Jahresabschlussbericht der Kl&auml;gerin unabh&auml;ngigen Feststellungen des FG wurden die Gesch&auml;fte mit Stop-Loss-Order sowie mit Take-Profit-Order abgeschlossen und entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit der Bank (zwingend) am selben Tag durch deckungsgleiche Gegengesch&auml;fte &quot;glattgestellt&quot;. Die Devisenk&auml;ufe und -verk&auml;ufe wurden dabei nicht effektiv durch den Austausch von Devisen und Kaufpreis durchgef&uuml;hrt; dies sei weder der Kl&auml;gerin mit eigenen Mitteln m&ouml;glich noch Gegenstand der Gesch&auml;ftsvereinbarungen mit der Bank (die die Lieferung der Devisen ausgeschlossen haben) gewesen. Die Gesch&auml;fte sind nur auf dem jeweiligen Kundenkonto bei der Bank verbucht und am Ende des Gesch&auml;ftstages mit einem Differenzbetrag zugunsten oder zulasten des Kontos abgeschlossen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Gesch&auml;ftsabwicklung entspricht damit dem sog. Daytrading-Modell in der Variante des sog. echten ungedeckten Daytrading: Dem Kunden wird die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt, Gesch&auml;fte unabh&auml;ngig vom jeweiligen Depot- bzw. Kontoguthaben abzuschlie&szlig;en, indem der Anschaffungspreis zun&auml;chst kreditiert oder der tats&auml;chliche Leistungsaustausch von vornherein ausgeschlossen wird (M&uuml;ller-Deku, Wertpapier-Mitteilungen\/Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Bankrecht &#8211;WM&#8211; 2000, 1029, 1031 und 1037; Glade, Anlegerschutz bei B&ouml;rsentermingesch&auml;ften im europ&auml;ischen Vergleich, 2002, S.&nbsp;47&nbsp;ff. und 63&nbsp;ff.; Binder, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Handelsrecht und Wirtschaftsrecht &#8211;ZHR&#8211; 169 [2005], 329, 335&nbsp;f.; Roth in KK-WpHG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;108; K&ouml;hler in Schwintowski, Bankrecht, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;58). Gegenstand des Gesch&auml;fts des Kunden bei der Bank sind letztlich nur (auf einen Gesch&auml;ftstag bezogen) Forderungsrechte und Zahlungspflichten (Ausgleichszahlungen) in Abh&auml;ngigkeit von der Kursentwicklung (Binder, ebenda). Der sich durch die &#8211;wenn auch nicht zwingend am Tagesende vorzunehmende&#8211; Glattstellung der noch offenen Positionen ergebende Differenzbetrag ist (unter Ber&uuml;cksichtigung evtl. Kosten\/Geb&uuml;hren) der Gewinn bzw. Verlust des Gesch&auml;fts (s.a. BGH-Urteil in BGHZ 149, 294, 300&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FG hat aus seinen Feststellungen und unter Verweis auf das BGH-Urteil in BGHZ 149, 294, 301&nbsp;ff. darauf geschlossen, dass bei dieser Art der Abwicklung verdeckte Differenzgesch&auml;fte vorgelegen haben, weil die Gesch&auml;fte nicht dem effektiven Austausch von Devisen und Kaufpreis dienten, sondern der Erzielung von Spekulationsgewinnen in Form von Differenzen zwischen An- und Verkaufspreis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Soweit das FG allerdings dar&uuml;ber hinaus aus dem Umstand, dass die get&auml;tigten Gesch&auml;fte innerhalb der f&uuml;r sog. Kassagesch&auml;fte (b&ouml;rsen-)&uuml;blichen Erf&uuml;llungszeit von zwei Tagen (hier: jedenfalls bis zum Ende des Gesch&auml;ftstages) durch ein deckungsgleiches Gegengesch&auml;ft abgewickelt wurden, darauf geschlossen hat, es l&auml;gen Kassagesch&auml;fte (und damit nicht Termingesch&auml;fte) vor, und auf dieser Grundlage sei die Anwendung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG ausgeschlossen, ist dem nicht beizupflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der BGH hat in seinem Urteil in BGHZ 149, 294, 298 zum sog. Daytrading darauf hingewiesen, dass je nach konkreter Ausgestaltung der vertraglichen Vereinbarung auch ein sog. Scheinkassagesch&auml;ft (und damit ein Termingesch&auml;ft) vorliegen kann. Dies kommt jedenfalls dann in Betracht, wenn die Parteien durch (Neben-)Abreden oder die tats&auml;chliche Art der Vertragsdurchf&uuml;hrung den sofortigen Leistungsaustausch als das Charakteristische des Kassagesch&auml;fts ausschlie&szlig;en und stattdessen allein Spekulationsgewinne durch Gutschriften aus gleichartigen Gesch&auml;ften erzielen wollen (BGH, ebenda; s.a. Glade, a.a.O., S.&nbsp;54&nbsp;f.; Roth in KK-WpHG, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;109).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Ein solcher Fall liegt auf der Grundlage der tatrichterlichen Feststellungen des FG hier vor. Die wirtschaftliche Substanz der Gesch&auml;fte bestand im Zusammenwirken der Er&ouml;ffnungsgesch&auml;fte und den darauf abgestimmten deckungsgleichen Gegengesch&auml;ften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zeitpunkt des Abschlusses eines Er&ouml;ffnungsgesch&auml;fts stand jeweils fest, dass noch am gleichen Tag ein darauf abgestimmtes Gegengesch&auml;ft mit demselben Gegenstand abgeschlossen wird (vergleichbar einem Terminkauf mit Barausgleich); im wirtschaftlichen Ergebnis handelte es sich mithin um auf Differenzausgleich gerichtete Termingesch&auml;fte (s. Senatsurteil in BFHE 254, 326, BStBl II 2018, 124, dort&nbsp;Rz 37; s.a. &#8211;mit einem Hinweis auf ein sog. wirtschaftliches Termingesch&auml;ft&#8211; Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;15&nbsp;Rz 902). Die einzelnen Umsatzgesch&auml;fte waren nur das technische Mittel zur Erzielung der zu Spekulationszwecken angestrebten Differenz (blo&szlig;e Verrechnung der Ordervolumina mit dem Ergebnis eines Geldsaldos).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit ist, auch wenn im eigentlichen Sinne kein hinausgeschobener Erf&uuml;llungszeitpunkt vorliegt (da ein solcher mit Blick auf die taggleiche Glattstellung nicht vereinbart ist), die Nutzung der (wenn auch sehr kurzen) Frist bis zum Gegengesch&auml;ft zu Spekulationszwecken von den Parteien der Vereinbarung intendiert und wirtschaftlich dem Termingesch&auml;ft vergleichbar (vgl. M&uuml;ller-Deku, WM 2000, 1029, 1031: &quot;Terminelement&quot;). Auch wenn das Gesch&auml;ftsrisiko (Hebelwirkung durch Kreditierung; Totalverlust- und Nachschussrisiko), das im BGH-Urteil in BGHZ 160, 58 als Charakteristikum des Termingesch&auml;fts umschrieben wird, wegen der Besonderheiten der Gesch&auml;ftsgestaltung und K&uuml;rze der Frist im Streitfall als m&ouml;glicherweise vermindert erscheint, ist es aber auch hier keinesfalls ausgeschlossen (s. insb. Binder, ZHR 169 [2005], 329, 345&nbsp;ff.; Glade, a.a.O., S.&nbsp;51&nbsp;ff.; s.a. M&uuml;ller-Deku, WM 2000, 1029, 1033). Auch das (&quot;echte&quot;) Daytrading-Gesch&auml;ft in der im Streitfall ma&szlig;gebenden Ausgestaltung beruht auf dem Anreiz, ohne oder mit verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig geringem Einsatz eigenen Verm&ouml;gens (hier: Einschussverpflichtung als Sicherheit) und ohne Aufnahme eines Kredits mit einem (evtl. vielfachen) Transaktionsvolumen auf eine g&uuml;nstige Kursentwicklung (und damit einen Gewinn) zu spekulieren. Jedenfalls spielt das Ausma&szlig; der &quot;spezifische(n) Gef&auml;hrlichkeit&quot; des konkreten Termingesch&auml;fts f&uuml;r seine steuerrechtliche Qualifizierung keine ausschlaggebende Rolle (so im Ergebnis auch Intemann in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;1541 a.E.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Dieses Verst&auml;ndnis des Termingesch&auml;ftsbegriffs (i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG) wird durch die Gesetzeshistorie und -systematik best&auml;tigt (s. zur Darstellung der gesetzgeberischen Regelungsabsicht Senatsurteil in BFHE 254, 326, BStBl II 2018, 124, m.w.N.). Denn die mit der Regelung korrespondierende Besteuerung sog. Differenzgesch&auml;fte (s. die Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs, BTDrucks 14\/23, S.&nbsp;180) sollte im Bereich des &sect;&nbsp;23 EStG Gesch&auml;fte betreffen, die lediglich auf die Differenz zwischen den B&ouml;rsen- oder Marktpreisen eines Basiswerts zu bestimmten Stichtagen gerichtet waren und die nach der Rechtsprechung nicht der Spekulationsbesteuerung unterlagen, weil sie nicht die Lieferung von Wirtschaftsg&uuml;tern zum Gegenstand hatten. Die Einf&uuml;hrung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG sollte dabei als Folge&auml;nderung zu derjenigen des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG (entspricht der sp&auml;teren Nr.&nbsp;4) sicherstellen, dass Verluste aus sog. Differenzgesch&auml;ften im betrieblichen Bereich ebenfalls nur mit Gewinnen aus derartigen Gesch&auml;ften verrechnet werden konnten (BTDrucks 14\/23, S.&nbsp;178; s.a. Ebel, DB 2013, 2112, 2115). Dabei sollte die gegen&uuml;ber dem Entwurf ge&auml;nderte Gesetzesfassung (&quot;Verluste aus Termingesch&auml;ften&quot;) jedenfalls auch diesen Bereich umfassen (BTDrucks 14\/443, S.&nbsp;28&nbsp;f.). Somit stellt sich &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG als erg&auml;nzende Regelung dar, die neben den schon bisher &#8211;und weiterhin&#8211; unter den vorgenannten Voraussetzungen steuerbaren Gewinnen aus Termingesch&auml;ften, die auf Lieferung der Basiswerte gerichtet sind, auch Gewinne aus jenen privaten Termingesch&auml;ften der Steuer unterwerfen soll, die durch Differenzausgleich oder durch Gew&auml;hrung vergleichbarer, ebenfalls von anderen Bezugsgr&ouml;&szlig;en abh&auml;ngiger Geldbetr&auml;ge oder sonstiger Vorteile realisiert werden. Nicht anders ist die gleichlautende Regelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG (1999) zu verstehen (s. bereits das Senatsurteil in BFHE 254, 326, BStBl II 2018, 124; s. insoweit auch BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;35\/15, BFHE 259, 540, BStBl II 2018, 189).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.2.2018, I R 60\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.210218.IR60.16.0 Daytrading-Gesch&auml;fte als Termingesch&auml;fte Leits&auml;tze Verluste aus sog. echten (ungedeckten) Daytrading-Gesch&auml;ften (hier: mit Devisen) mindern nach Ma&szlig;gabe des &sect; 15 Abs. 4 Satz 3 EStG (i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 KStG) die k&ouml;rperschaftsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage nicht. 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