{"id":69582,"date":"2018-06-28T09:13:18","date_gmt":"2018-06-28T07:13:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69582"},"modified":"2018-06-28T09:13:18","modified_gmt":"2018-06-28T07:13:18","slug":"vi-r-8-16-verbilligte-ueberlassung-von-gmbh-anteilen-als-arbeitslohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-8-16-verbilligte-ueberlassung-von-gmbh-anteilen-als-arbeitslohn\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;8\/16 &#8211; Verbilligte &Uuml;berlassung von GmbH-Anteilen als Arbeitslohn"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.3.2018, VI R 8\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.150318.VIR8.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Verbilligte &Uuml;berlassung von GmbH-Anteilen als Arbeitslohn<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der verbilligte Erwerb einer GmbH-Beteiligung durch einen leitenden Arbeitnehmer des Arbeitgebers kann auch dann zu Arbeitslohn f&uuml;hren, wenn nicht der Arbeitgeber selbst, sondern ein Gesellschafter des Arbeitgebers die Beteiligung ver&auml;u&szlig;ert.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ver&auml;u&szlig;ert der Arbeitgeber oder eine diesem nahestehende Person eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft an einen Arbeitnehmer und umgekehrt, handelte es sich in der Regel nicht um eine Ver&auml;u&szlig;erung im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr, da ein Einfluss des Arbeitsverh&auml;ltnisses auf die Verkaufsmodalit&auml;ten jedenfalls nahe liegt. Eine Ableitung des gemeinen Werts aus Verk&auml;ufen kommt in diesem Fall regelm&auml;&szlig;ig nicht in Betracht.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Ist der gemeine Wert einer Beteiligung unter Ber&uuml;cksichtigung des Verm&ouml;gens und der Ertragsaussichten zu sch&auml;tzen, ohne dass das Stuttgarter Verfahren in Betracht kommt, hat das Finanzgericht regelm&auml;&szlig;ig ein Sachverst&auml;ndigengutachten zur Wertermittlung einzuholen, wenn der Steuerpflichtige die Anteilsbewertung durch das Finanzamt substantiiert bestreitet und es nicht ausnahmsweise selbst &uuml;ber die erforderliche Sachkunde verf&uuml;gt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 14. August 2015&nbsp;&nbsp;14 K 3290\/13 E aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet und wurden f&uuml;r das Streitjahr (2000) zur Einkommensteuer zusammenveranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war im Streitjahr zum einen als Prokurist bei der in der Bundesrepublik Deutschland ans&auml;ssigen X-GmbH angestellt. Zum anderen war er f&uuml;r eine in &Ouml;sterreich ans&auml;ssige 100&nbsp;%ige Tochtergesellschaft der X-GmbH als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die X-GmbH, deren Gesch&auml;ftsjahr vom 1.&nbsp;Mai eines Jahres bis zum 30.&nbsp;April des Folgejahres lief, war von der Rechtsvorg&auml;ngerin der Y-GmbH sowie den jeweils zu ihren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern bestellten W und J gegr&uuml;ndet worden. Am Stammkapital in H&ouml;he von 150.000&nbsp;DM waren die Gr&uuml;ndungsgesellschafter zun&auml;chst wie folgt beteiligt:<\/p>\n<p>a) die Y-GmbH mit einem voll eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 42.500&nbsp;DM und einem zur H&auml;lfte eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 85.000&nbsp;DM, mithin zu insgesamt 85&nbsp;%,<\/p>\n<p>b) W mit einem voll eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 5.000&nbsp;DM und einem zur H&auml;lfte eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 10.000&nbsp;DM, mithin zu insgesamt 10&nbsp;% und<\/p>\n<p>c) J mit einem voll eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 2.500&nbsp;DM und einem zur H&auml;lfte eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 5.000&nbsp;DM, mithin zu insgesamt 5&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Gesellschaftsvertrag der X-GmbH gew&auml;hrten jeweils 500&nbsp;DM der eingezahlten Stammeinlage eine Stimme. &sect;&nbsp;14 des Gesellschaftsvertrags regelte, wie die Verg&uuml;tung im Falle einer Einziehung oder Abtretung eines Gesellschaftsanteils nach Ma&szlig;gabe der &sect;&sect;&nbsp;10 und 11 zu berechnen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligungsverh&auml;ltnisse sowie der Kreis der Gesellschafter der X-GmbH ver&auml;nderten sich sp&auml;ter wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahre 1997 ver&auml;u&szlig;erte die Y-GmbH sowohl von ihrem voll eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 42.500&nbsp;DM einen Teil-Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 2.500&nbsp;DM als auch von ihrem lediglich zur H&auml;lfte eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 85.000&nbsp;DM einen Teil-Gesch&auml;ftsanteil in H&ouml;he von 5.000&nbsp;DM, mithin eine Beteiligung an der X-GmbH in H&ouml;he von 5&nbsp;%, an C, nachdem dieser zuvor zu einem der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X-GmbH bestellt worden war. Die Ver&auml;u&szlig;erung erfolgte &#8211;nach Angaben der Kl&auml;ger&#8211; auf der Grundlage von zuvor bei Eintritt von C in das von der X-GmbH betriebene Unternehmen getroffenen Absprachen auf der Basis der eingezahlten Nennbetr&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus ver&auml;u&szlig;erte die Y-GmbH in der Folge sowohl von ihrem voll eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von nunmehr noch 40.000&nbsp;DM einen weiteren Teil-Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 1.250&nbsp;DM als auch von ihrem lediglich zur H&auml;lfte eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von nunmehr noch 80.000&nbsp;DM einen weiteren Teil-Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 2.500&nbsp;DM, mithin eine Beteiligung an der X-GmbH von 2,5&nbsp;%, zu einem Preis von 12.963&nbsp;DM mit Wirkung ab dem 1.&nbsp;Mai 1998 an den Mitgesellschafter und zugleich Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X-GmbH J.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Vertrag vom 9.&nbsp;November 1998 ver&auml;u&szlig;erte W, der zuvor auch als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X-GmbH ausgeschieden war, seinen voll eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 5.000&nbsp;DM f&uuml;r 30.833&nbsp;DM und seinen lediglich zur H&auml;lfte eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 10.000&nbsp;DM f&uuml;r 56.667&nbsp;DM, mithin seine insgesamt 10&nbsp;%ige Beteiligung an der X-GmbH, an die Y-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Vertrag vom 27.&nbsp;September 1999 ver&auml;u&szlig;erte C an H, nachdem dieser zuvor ebenfalls zu einem der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X-GmbH bestellt worden war, sowohl seinen voll eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 2.500&nbsp;DM als auch von seinem lediglich zur H&auml;lfte eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 5.000&nbsp;DM einen Teil-Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 500&nbsp;DM, mithin eine Beteiligung an der X-GmbH in H&ouml;he von 2&nbsp;%, f&uuml;r 25.875&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Vertrag vom 29.&nbsp;November 1999 ver&auml;u&szlig;erte J von seinem lediglich zur H&auml;lfte eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 5.000&nbsp;DM einen Teil-Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 3.750&nbsp;DM, mithin eine Beteiligung an der X-GmbH in H&ouml;he von 2,5&nbsp;%, f&uuml;r einen im Streitjahr gezahlten Betrag in H&ouml;he von 111.217&nbsp;DM zuz&uuml;glich Zinsen an die Y-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Vertrag vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2000 erwarb die Y-GmbH von C dessen lediglich zur H&auml;lfte eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 4.500&nbsp;DM, mithin eine Beteiligung an der X-GmbH in H&ouml;he von 3&nbsp;%, f&uuml;r 97.434&nbsp;DM mit Wirkung ab dem 30.&nbsp;April 2000 (zur&uuml;ck).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Vertrag vom 30.&nbsp;Mai 2000 ver&auml;u&szlig;erte die Y-GmbH von ihrem in 1998 von W f&uuml;r 30.833&nbsp;DM erworbenen, voll eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 5.000&nbsp;DM einen Teil-Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von 1.485&nbsp;DM, mithin eine Beteiligung an der X-GmbH in H&ouml;he von 0,99&nbsp;%, mit Wirkung ab dem 30.&nbsp;April 2000 f&uuml;r 27.000&nbsp;DM an G, nachdem dieser zuvor zu einem der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X-GmbH bestellt worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Vertrag vom 25.&nbsp;Juli 2000 ver&auml;u&szlig;erte die Y-GmbH von ihrem von W erworbenen voll eingezahlten Gesch&auml;ftsanteil einen weiteren Teil-Gesch&auml;ftsanteil im Nennwert von ebenfalls 1.485&nbsp;DM, mithin eine Beteiligung an der X-GmbH in H&ouml;he von ebenfalls 0,99&nbsp;%, wiederum mit Wirkung ab dem 30.&nbsp;April 2000 und wiederum f&uuml;r 27.000&nbsp;DM auch an den Kl&auml;ger. In &sect;&nbsp;4 dieses Vertrags vereinbarten die Vertragsparteien zum einen ein Andienungsrecht f&uuml;r den Kl&auml;ger und zum anderen ein Ankaufsrecht f&uuml;r die Y-GmbH, wobei der jeweils zu zahlende Kaufpreis der Verg&uuml;tung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 des Gesellschaftsvertrags entsprechen sollte, f&uuml;r den Fall, dass die Y-GmbH ihr Ankaufsrecht aus&uuml;ben sollte, allerdings zuz&uuml;glich eines Betrags von 10.000&nbsp;DM. In &sect;&nbsp;5 trafen die Parteien zudem eine Stimmrechtsbindungsvereinbarung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Abschluss des Vertrags vom 25.&nbsp;Juli 2000 war am 10.&nbsp;April 2000 der Abschluss einer von dem Kl&auml;ger mit der X-GmbH getroffenen Zusatzvereinbarung zu dessen Dienstvertrag vorausgegangen, wonach der Kl&auml;ger mit sofortiger Wirkung als Europamanager eingesetzt wurde. Am Ende dieser Zusatzvereinbarung findet sich zudem der folgende Passus: &quot;Ferner erh&auml;lt der &#8230; [Kl&auml;ger] f&uuml;r die n&auml;chsten zwei L&auml;nder, die zur Expansion anstehen, eine Beteiligung von 2&nbsp;%. &Uuml;ber diese Beteiligung wird jedoch noch ein gesonderter Vertrag geschlossen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am Tag vor Abschluss des notariellen Vertrags hatten der Kl&auml;ger und die X-GmbH eine weitere Zusatzvereinbarung zu dessen Dienstvertrag geschlossen, in der &#8211;im &Uuml;brigen wortgleich mit der am 10.&nbsp;April 2000 getroffenen Zusatzvereinbarung&#8211; geregelt wurde, dass der Kl&auml;ger mit sofortiger Wirkung als Europamanager eingesetzt werde. Die in der Vereinbarung vom 10.&nbsp;April 2000 enthaltene Zusage einer &quot;Beteiligung&quot; fehlte in dieser Vereinbarung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch in den Folgejahren kam es immer wieder zu Ver&auml;u&szlig;erungen von Beteiligungen an der X-GmbH durch die Y-GmbH bzw. deren Rechtsnachfolgerin an Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und leitende Mitarbeiter der X-GmbH sowie zur Weiterver&auml;u&szlig;erung der von diesen erworbenen Beteiligungen an der X-GmbH an andere Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer oder leitende Mitarbeiter der X-GmbH bzw. an von diesen beherrschte Gesellschaften oder auch zur R&uuml;ckver&auml;u&szlig;erung der erworbenen Beteiligungen an die Y-GmbH bzw. deren Rechtsnachfolgerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 6.&nbsp;Mai 2002 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung fest. Grundlage f&uuml;r die Steuerfestsetzung war die von den Kl&auml;gern eingereichte Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr, in der sie u.a. f&uuml;r den Kl&auml;ger den von ihm im Streitjahr erzielten Bruttoarbeitslohn mit &#8230;&nbsp;DM erkl&auml;rt hatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit &Auml;nderungsbescheid vom 15.&nbsp;Dezember 2005 setzte das FA die Einkommensteuer herauf. Dabei ging es nunmehr auf der Grundlage von Feststellungen, die im Rahmen einer bei der X-GmbH durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung getroffen worden waren, davon aus, dass der Kaufpreis, den der Kl&auml;ger f&uuml;r die von ihm erworbene Beteiligung an der X-GmbH gezahlt hatte (27.000&nbsp;DM), nicht dem tats&auml;chlichen Wert der Beteiligung entsprochen habe und die Differenz vor dem Hintergrund, dass der Ver&auml;u&szlig;erer Hauptgesellschafter der X-GmbH war, als Arbeitslohn i.S. des &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu qualifizieren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der dagegen von den Kl&auml;gern u.a. unter Berufung auf ein von der Steuerberatungs- und Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft W-AG erstelltes Wertgutachten, wonach der Ertragswert der von dem Kl&auml;ger erworbenen Beteiligung am 30.&nbsp;April 2000 h&ouml;chstens 22.574&nbsp;DM betragen habe, eingelegte Einspruch hatte zum Teil Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidung vom 12.&nbsp;September 2013 setzte das FA die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr herab. Dabei ging es auf der Grundlage einer von dem FA f&uuml;r Gro&szlig;- und Konzernbetriebspr&uuml;fung Z erstellten fachpr&uuml;ferlichen Stellungnahme zur Ermittlung des Unternehmenswerts der X-GmbH auf den 30.&nbsp;April 2000 nun von einem Wert der von dem Kl&auml;ger erworbenen Beteiligung an der X-GmbH in H&ouml;he von 43.560&nbsp;DM, mithin von einer von dem Kl&auml;ger als Arbeitslohn zu versteuernden Wertdifferenz in H&ouml;he von 16.560&nbsp;DM, aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die im Anschluss erhobene Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1083 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2000 vom 15.&nbsp;Dezember 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12.&nbsp;September 2013 dahin zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit um 8.467&nbsp;EUR (16.560&nbsp;DM) gemindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;ger ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Senat kann auf der Grundlage der tats&auml;chlichen Feststellungen der Vorinstanz nicht beurteilen, ob das FG zu Recht von einem geldwerten Vorteil des Kl&auml;gers aus dem streitigen Gesch&auml;ftsanteilserwerb in H&ouml;he von 8.467&nbsp;EUR ausgegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat allerdings zu Recht entschieden, dass die Y-GmbH dem Kl&auml;ger mit der (verbilligten) &Uuml;berlassung des Gesch&auml;ftsanteils an der X-GmbH dem Grunde nach Arbeitslohn zugewandt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 EStG geh&ouml;rt auch der Vorteil aus dem verbilligten Erwerb einer Beteiligung, wenn der Vorteil dem Arbeitnehmer &quot;f&uuml;r&quot; seine Arbeitsleistung gew&auml;hrt wird (Senatsurteile vom 1.&nbsp;September 2016 VI&nbsp;R&nbsp;67\/14, BFHE 255, 125, BStBl II 2017, 69; vom 1.&nbsp;September 2016 VI&nbsp;R&nbsp;16\/15, BFHE 255, 138, BStBl II 2017, 149; vom 1.&nbsp;Februar 2007 VI&nbsp;R&nbsp;72\/05, BFH\/NV 2007, 898, und vom 23.&nbsp;Juni 2005 VI&nbsp;R&nbsp;124\/99, BFHE 209, 549, BStBl II 2005, 766, jeweils m.w.N.). Dies kann auch bei der Zuwendung eines Dritten anzunehmen sein, wenn sie ein Entgelt &quot;f&uuml;r&quot; eine Leistung bildet, die der Arbeitnehmer im Rahmen des Dienstverh&auml;ltnisses f&uuml;r seinen Arbeitgeber erbringt, erbracht hat oder erbringen soll (Senatsurteil in BFHE 255, 125, BStBl II 2017, 69).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anwendung dieser Grunds&auml;tze ist im Revisionsverfahren zwischen den Beteiligten zu Recht ebenso wenig streitig wie die W&uuml;rdigung des FG, dass der Beteiligungserwerb des Kl&auml;gers dem Grunde nach durch das Dienstverh&auml;ltnis veranlasst war (dazu Senatsurteil in BFHE 255, 125, BStBl II 2017, 69). Das FG hat in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise entschieden, dass den aktiven bzw. sp&auml;teren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern der X-GmbH &#8211;und damit auch dem Kl&auml;ger&#8211; mit wenigen Ausnahmen der Erwerb von (geringf&uuml;gigen) Beteiligungen an dieser erm&ouml;glicht wurde, um diese zum einen zu einem weiteren Engagement f&uuml;r das Unternehmen zu motivieren und sie zum anderen an dieses zu binden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist auch zutreffend davon ausgegangen, dass der als Arbeitslohn zu erfassende geldwerte Vorteil nicht in der &uuml;bertragenen Beteiligung selbst besteht, sondern in der Verbilligung, dem Preisnachlass (Senatsurteile vom 7.&nbsp;Mai 2014 VI&nbsp;R&nbsp;73\/12, BFHE 245, 230, BStBl II 2014, 904, und vom 23.&nbsp;Juni 2005 VI&nbsp;R&nbsp;10\/03, BFHE 209, 559, BStBl II 2005, 770). Die Bewertung des geldwerten Vorteils durch die Vorinstanz ist allerdings nicht frei von Rechtsfehlern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die seitens des Kl&auml;gers von der Y-GmbH erworbene Beteiligung an der X-GmbH, der Arbeitgeberin des Kl&auml;gers, ist eine Verm&ouml;gensbeteiligung i.S. von &sect;&nbsp;19a Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;8 i.V.m. Abs.&nbsp;3a Satz&nbsp;3 EStG. Als Wert der Verm&ouml;gensbeteiligung ist daher der gemeine Wert anzusetzen (&sect;&nbsp;19a Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG). Verm&ouml;gensbeteiligungen i.S. des &sect;&nbsp;19a Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;8 EStG sind dabei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;19a Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;8 EStG mit dem Wert anzusetzen, der vor dem Tag der &Uuml;berlassung, d.h. des Zuflusses der Verm&ouml;gensbeteiligung (s. z.B. Senatsurteil vom 29.&nbsp;Juli 2010 VI&nbsp;R&nbsp;30\/07, BFHE 230, 413, BStBl II 2011, 68), zuletzt nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Bewertungsgesetzes (BewG) festzustellen ist oder war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG sieht vor, dass der gemeine Wert einer Beteiligung i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BewG, mithin u.a. einer GmbH-Beteiligung, in erster Linie aus Verk&auml;ufen abzuleiten ist, die weniger als ein Jahr zur&uuml;ckliegen. Ist dies nicht m&ouml;glich, so ist er gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG unter Ber&uuml;cksichtigung des Verm&ouml;gens und der Ertragsaussichten der Kapitalgesellschaft zu sch&auml;tzen (dazu Senatsurteil in BFHE 230, 413, BStBl II 2011, 68, m.w.N.). Die Ermittlung des gemeinen Werts aufgrund von Verk&auml;ufen hat Vorrang vor der Sch&auml;tzung (st&auml;ndige Rechtsprechung, Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Mai 2013 II&nbsp;R&nbsp;4\/11, BFH\/NV 2013, 1223, m.w.N.). Der Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG besteht darin, dieses Rangverh&auml;ltnis der beiden Methoden der Ermittlung des gemeinen Werts i.S. des Vorrangs der Ableitung des gemeinen Werts aus der Wertbest&auml;tigung am Markt zu regeln (BFH-Urteil vom 5.&nbsp;M&auml;rz 1986 II&nbsp;R&nbsp;232\/82, BFHE 146, 460, BStBl II 1986, 591).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht die im Streitjahr noch nicht geltende Vorschrift in &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 BewG i.d.F. des Gesetzes &uuml;ber steuerliche Begleitma&szlig;nahmen zur Einf&uuml;hrung der Europ&auml;ischen Gesellschaft und zur &Auml;nderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften vom 7.&nbsp;Dezember 2006 nicht entgegen (Senatsurteil in BFHE 255, 125, BStBl II 2017, 69).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Wertableitung aus Verk&auml;ufen setzt nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG voraus, dass Verk&auml;ufe vorliegen, die weniger als ein Jahr vor dem Bewertungsstichtag erfolgt sind. Dies ist im Streitfall der 29.&nbsp;April 2000, da die &Uuml;bertragung des Gesch&auml;ftsanteils nach &sect;&nbsp;2 des Vertrags vom 25.&nbsp;Juli 2000 mit Ablauf des 30.&nbsp;April 2000 erfolgte. Vereinbarte Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkungen oder R&uuml;ck&uuml;bertragungsanspr&uuml;che stehen dem Zufluss nicht entgegen (z.B. Senatsurteil vom 30.&nbsp;September 2008 VI&nbsp;R&nbsp;67\/05, BFHE 223, 98, BStBl II 2009, 282, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ma&szlig;gebend f&uuml;r die Bestimmung des gemeinen Werts von Anteilen an Kapitalgesellschaften ist der Preis, der bei einer Ver&auml;u&szlig;erung im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BewG) tats&auml;chlich erzielt wurde (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Januar 2009 II&nbsp;R&nbsp;43\/07, BFHE 224, 272, BStBl II 2009, 444, m.w.N.). Gew&ouml;hnlicher Gesch&auml;ftsverkehr i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BewG ist der Handel, der sich nach den marktwirtschaftlichen Grunds&auml;tzen von Angebot und Nachfrage vollzieht und bei dem jeder Vertragspartner ohne Zwang und nicht aus Not, sondern freiwillig in Wahrung seiner eigenen Interessen zu handeln in der Lage ist (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Februar 1979 III&nbsp;R&nbsp;44\/77, BFHE 128, 254, BStBl II 1979, 618, und BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;August 2002 II&nbsp;B&nbsp;170\/01, BFH\/NV 2003, 11, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Ob die Parteien einen Preis vereinbart haben, der dem gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr entspricht, ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung nach den Gesamtumst&auml;nden des Einzelfalls unter Heranziehung objektivierter Ma&szlig;st&auml;be zu entscheiden (BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Juli 2009 IX&nbsp;R&nbsp;6\/09, BFH\/NV 2010, 397). Auszuklammern sind dabei solche preisbildende Faktoren, die mit der Beschaffenheit der Anteile selbst nichts zu tun haben (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;November 1980 III&nbsp;R&nbsp;86\/78, BFHE 132, 482, BStBl II 1981, 353).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dem entspricht die Entscheidung des FG nur teilweise. Zwar hatte das FG in erster Linie zu pr&uuml;fen, ob sich der gemeine Wert aus Verk&auml;ufen ableiten lie&szlig;, da im Jahr vor dem Erwerb des streitigen Anteils durch den Kl&auml;ger vier weitere Verk&auml;ufe erfolgt waren. Das FG sah sich hierzu aber deshalb nicht verpflichtet, weil es sich bei den Verk&auml;ufen nicht um &quot;(echte) Verk&auml;ufe unter fremden Dritten, sondern um Verk&auml;ufe bzw. K&auml;ufe innerhalb eines bestimmten Personenkreises&quot; gehandelt habe. Dies h&auml;lt einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung jedenfalls im Ergebnis stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die im Jahr vor dem Erwerb durch den Kl&auml;ger erfolgten Verk&auml;ufe sind nur zu ber&uuml;cksichtigen, wenn die hierf&uuml;r vereinbarten Kaufpreise unter den Bedingungen des gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehrs nach den marktwirtschaftlichen Grunds&auml;tzen von Angebot und Nachfrage unter Heranziehung objektivierter Wertma&szlig;st&auml;be, zu denen vor allem das Gesamtverm&ouml;gen und die Ertragsaussichten geh&ouml;ren, gebildet wurden (vgl. BFH-Urteile vom 25.&nbsp;Juni 1965 III 384\/60, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1966, 1; vom 14.&nbsp;Februar 1969 III 88\/65, BFHE 95, 334, BStBl II 1969, 395; in BFHE 128, 254, BStBl II 1979, 618; vom 30.&nbsp;M&auml;rz 1994 II&nbsp;R&nbsp;101\/90, BFHE 174, 94, BStBl II 1994, 503; vom 15.&nbsp;Juli 1998 II&nbsp;R&nbsp;23\/97, BFH\/NV 1998, 1463; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2003, 11). Nicht zu ber&uuml;cksichtigen sind diese Verk&auml;ufe hingegen, wenn sie unter ungew&ouml;hnlichen Verh&auml;ltnissen zustande gekommen sind (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2003, 11) oder auf den pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnissen der Gesellschafter beruhen (BFH-Urteil in BFHE 174, 94, BStBl II 1994, 503).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zwar k&ouml;nnen auch Gesellschafter sich als fremde Dritte gegen&uuml;berstehen, so dass allein die Ver&auml;u&szlig;erung innerhalb des Gesellschafterkreises einen i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BewG zu ber&uuml;cksichtigenden Verkauf nicht hindert. Handelt es sich aber um Beteiligungsverk&auml;ufe des Arbeitgebers oder einer diesem nahestehenden Person an Arbeitnehmer, spricht schon dieser Umstand f&uuml;r die Vermutung, dass ein solcher Verkauf in der Regel nicht unter den Bedingungen des gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehrs nach den marktwirtschaftlichen Grunds&auml;tzen von Angebot und Nachfrage unter Heranziehung objektivierter Wertma&szlig;st&auml;be erfolgt, sondern vielmehr (auch) wesentlich durch das Arbeitsverh&auml;ltnis veranlasst ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall wird diese Regelvermutung durch die Feststellungen des FG best&auml;tigt. Denn anders sind u.a. die sehr gro&szlig;en Preisunterschiede bei den nur innerhalb eines halben Jahres beurkundeten Verk&auml;ufen der Gesellschafter C an H (25.875&nbsp;DM f&uuml;r 2&nbsp;%) einerseits und der Gesellschafter J und C an die Y-GmbH (11.217&nbsp;DM f&uuml;r 2,5&nbsp;% und 97.434&nbsp;DM f&uuml;r 3&nbsp;%) sowie der Y-GmbH an G und den Kl&auml;ger (jeweils 27.000&nbsp;DM f&uuml;r 0,99&nbsp;%) andererseits nicht zu erkl&auml;ren. Ein Vergleich der entweder von der Y-GmbH oder anderen Gesellschaftern an (Neu-)Gesellschafter mit F&uuml;hrungsposition erfolgten Verk&auml;ufe und der R&uuml;ckk&auml;ufe von entsprechenden Beteiligungen durch die Y-GmbH zeigt, dass die Erwerbe der (Neu-)Gesellschafter augenscheinlich gegen&uuml;ber den R&uuml;ckk&auml;ufen durch die Y-GmbH mit einer Verbilligung bzw. die R&uuml;ckk&auml;ufe gegen&uuml;ber den Erwerben mit einer Verteuerung verbunden waren. Insoweit sind die im Jahr vor dem Erwerb des Kl&auml;gers erfolgten Verk&auml;ufe ungeeignet, um mit diesen den gemeinen Wert aus der Wertbest&auml;tigung am Markt, d.h. unter dritt&uuml;blichen Bedingungen, zu begr&uuml;nden, was aber gerade Ziel des Vorrangs der Ableitung aus Verk&auml;ufen vor der Sch&auml;tzung ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger auch f&uuml;r den Verkauf von C an H. Auch hier zeigt sich im Gesamtzusammenhang, dass der Verkauf nicht von gew&ouml;hnlichen Umst&auml;nden gepr&auml;gt ist. Zum einen ist die Wertdifferenz von 25.875&nbsp;DM f&uuml;r eine 2&nbsp;%ige Beteiligung gegen&uuml;ber 27.000&nbsp;DM f&uuml;r eine (nur) 0,99&nbsp;%ige Beteiligung bei Verk&auml;ufen innerhalb von acht Monaten auch bei einem schnellwachsenden Unternehmen wie der X-GmbH nicht erkl&auml;rlich. Zum anderen ist es auch ungew&ouml;hnlich, wenn C seine verbleibende 3&nbsp;%ige Beteiligung nur knapp sechs Monate nach dem Verkauf an H f&uuml;r nun rund 97.500&nbsp;DM an die Y-GmbH ver&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da sich der gemeine Wert des streitigen Gesch&auml;ftsanteils damit ausnahmsweise nicht aus den zeitnahen Verk&auml;ufen ableiten l&auml;sst, ist er unter Ber&uuml;cksichtigung des Verm&ouml;gens und der Ertragsaussichten der X-GmbH zu sch&auml;tzen. Insoweit ist auch die W&uuml;rdigung des FG, eine Sch&auml;tzung nach dem Stuttgarter Verfahren komme im Streitfall nicht in Betracht, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Stuttgarter Verfahren, das von der Finanzverwaltung zun&auml;chst in den Verm&ouml;gensteuer-Richtlinien, ab dem Jahr 1999 dann in R&nbsp;96&nbsp;ff. der Erbschaftsteuer-Richtlinien (ErbStR) geregelt worden ist, ist f&uuml;r die Bewertung nicht notierter Anteile an Kapitalgesellschaften vom BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung als geeignetes &#8211;wenn auch die Gerichte nicht bindendes&#8211; Sch&auml;tzungsverfahren anerkannt worden (erstmals BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Dezember 1960 III 396\/58 S, BFHE 72, 241, BStBl III 1961, 92, unter II.; f&uuml;r ertragsteuerliche Zwecke z.B. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Januar 1993 XI&nbsp;R&nbsp;33\/92, BFH\/NV 1994, 12, unter II.2.; BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Oktober 2008 X&nbsp;B&nbsp;170\/07, BFH\/NV 2009, 167; vom 25.&nbsp;Oktober 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;109\/06, BFH\/NV 2008, 528, und vom 26.&nbsp;Juni 2007 X&nbsp;B&nbsp;69\/06, BFH\/NV 2007, 1707). Das Stuttgarter Verfahren ist auch f&uuml;r das Streitjahr noch anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit R&uuml;cksicht auf die Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung ist von diesem Verfahren allerdings abzuweichen, wenn es in Ausnahmef&auml;llen aus besonderen Gr&uuml;nden des Einzelfalls zu nicht tragbaren, d.h. offensichtlich unrichtigen Ergebnissen f&uuml;hrt (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Mai 1974 III&nbsp;R&nbsp;156\/72, BFHE 112, 510, BStBl II 1974, 626, unter 2.; vom 26.&nbsp;Januar 2000 II&nbsp;R&nbsp;15\/97, BFHE 191, 393, BStBl II 2000, 251, unter II.A.1.; vom 11.&nbsp;Januar 2006 II&nbsp;R&nbsp;76\/04, BFH\/NV 2006, 1257, unter II.1.a; vom 12.&nbsp;Juli 2006 II&nbsp;R&nbsp;75\/04, BFHE 213, 215, BStBl II 2006, 704, und vom 1.&nbsp;Februar 2007 II&nbsp;R&nbsp;19\/05, BFHE 215, 508, BStBl II 2007, 635; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1707).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein solch offensichtlich unrichtiges Ergebnis hat das FG f&uuml;r den Streitfall bejaht. Dies ist schon deshalb nicht zu beanstanden, da die Kl&auml;ger den Wert der 0,99&nbsp;%igen Beteiligung zum 30.&nbsp;April 2000 unter Verweis auf das von der W-AG erstellte Wertgutachten mit 22.574&nbsp;DM im Vergleich zu einem Wert laut Stuttgarter Verfahren von lediglich 9.500&nbsp;DM beziffert haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinzu kommt, dass die Anteilsbewertung nach dem Stuttgarter Verfahren davon ausgeht, der Betrieb werde in wirtschaftlich gleichem Umfang weitergef&uuml;hrt. Dies rechtfertigt im Allgemeinen den Schluss, dass sich auch die Ertragslage in den n&auml;chsten Jahren nicht wesentlich &auml;ndern wird (BFH-Urteile vom 12.&nbsp;Januar 2011 II&nbsp;R&nbsp;38\/09, BFH\/NV 2011, 765; in BFHE 215, 508, BStBl II 2007, 635). Bei der Sch&auml;tzung des voraussichtlichen k&uuml;nftigen Jahresertrags kann daher der in der Vergangenheit tats&auml;chlich erzielte, nach R&nbsp;99 Abs.&nbsp;3 ErbStR 1999 gewichtete Durchschnittsertrag als wichtige Beurteilungsgrundlage herangezogen werden (R&nbsp;99 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStR 1999). Im Streitfall ist zwischen den Beteiligten indes unstreitig, dass es sich bei der erst im Jahr &#8230; gegr&uuml;ndeten X-GmbH um ein stark wachsendes und expandierendes Unternehmen handelte, so dass aufgrund dieser besonderen einzelfallbezogenen Umst&auml;nde eine Sch&auml;tzung an Hand des Stuttgarter Verfahrens dann nicht in Betracht kommt, wenn in Zukunft ein erheblich h&ouml;herer Ertrag zu erwarten ist (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2011, 765, Rz&nbsp;15; in BFHE 215, 508, BStBl II 2007, 635).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nicht gefolgt werden kann dem FG aber, soweit es die auf der fachpr&uuml;ferlichen Stellungnahme des FA f&uuml;r Gro&szlig;- und Konzernbetriebspr&uuml;fung Z basierende Sch&auml;tzung des FA als eigene &uuml;bernommen hat. Denn diese Sch&auml;tzung wurde allein auf Basis der Ertragsaussichten erstellt, weshalb das FA diese zu Recht mittlerweile selbst nicht mehr als f&uuml;r die Wertermittlung des streitigen GmbH-Anteils geeignet ansieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen hat die Sch&auml;tzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG vielmehr unter Ber&uuml;cksichtigung der Ertragsaussichten und auch des Verm&ouml;gens zu erfolgen; eine Sch&auml;tzung, die ausschlie&szlig;lich am Ertrag ausgerichtet ist, scheidet mithin von vornherein als nicht mit dem Gesetz vereinbar aus (BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;November 2005 II&nbsp;B&nbsp;134\/04, BFH\/NV 2006, 501).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dessen ungeachtet hat das FG weder die Grundlagen seiner Sch&auml;tzung er&ouml;rtert noch sich mit den Einwendungen hiergegen und der abweichenden Wertermittlung des Kl&auml;gers auseinandergesetzt. Es hat auch nicht dargelegt, dass und weshalb es &uuml;ber die erforderliche Sachkunde verf&uuml;gt, den Wert eines Unternehmens in der Gr&ouml;&szlig;enordnung der X-GmbH zu sch&auml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Damit wird das FG im 2. Rechtsgang eine diesen Anforderungen entsprechende Sch&auml;tzung des gemeinen Werts des streitigen Gesch&auml;ftsanteils auf den 29.&nbsp;April 2000 nachzuholen haben. Sollte dem FG f&uuml;r eine Anteilsbewertung nach b&uuml;rgerlich-rechtlichen Bewertungsgrunds&auml;tzen die erforderliche Sachkunde fehlen, wird es ein entsprechendes Sachverst&auml;ndigengutachten einzuholen haben (BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Dezember 2015 IV&nbsp;R&nbsp;18\/12, BFHE 252, 408, BStBl II 2016, 346).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Bewertung nach b&uuml;rgerlich-rechtlichen Grunds&auml;tzen spielen Prognosen f&uuml;r k&uuml;nftige Entwicklungen eine entscheidende Rolle (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;August 2014 II&nbsp;R&nbsp;43\/12, BFHE 246, 506, BStBl II 2015, 241, Rz&nbsp;48, m.w.N.). Gibt es mehrere anerkannte, auch im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr f&uuml;r nichtsteuerliche Zwecke &uuml;bliche Bewertungsmethoden, ist f&uuml;r die &Uuml;berpr&uuml;fung die Methode anzuwenden, die ein Erwerber des Gesch&auml;ftsanteils der Bemessung des Kaufpreises zugrunde gelegt h&auml;tte (BFH-Urteil in BFHE 246, 506, BStBl II 2015, 241). Diese Beurteilung entspricht der Regelung in &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG i.d.F. des Art.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Erbschaftsteuerreformgesetzes vom 24.&nbsp;Dezember 2008 (BGBl I 2008, 3018). Dabei ist im Hinblick auf &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG in der f&uuml;r das Streitjahr (noch) geltenden Fassung eine Methode zu w&auml;hlen, bei der die Bewertung unter Ber&uuml;cksichtigung des Verm&ouml;gens und der Ertragsaussichten der Kapitalgesellschaft erfolgt (Senatsurteil in BFHE 255, 125, BStBl II 2017, 69; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2006, 501).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>Hinweis:<\/strong> S&auml;mtliche DM- und EUR-Betr&auml;ge in diesem Urteil wurden ebenfalls neutralisiert. Die Proportionen der Betr&auml;ge zueinander wurden gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.3.2018, VI R 8\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.150318.VIR8.16.0 Verbilligte &Uuml;berlassung von GmbH-Anteilen als Arbeitslohn Leits&auml;tze 1. Der verbilligte Erwerb einer GmbH-Beteiligung durch einen leitenden Arbeitnehmer des Arbeitgebers kann auch dann zu Arbeitslohn f&uuml;hren, wenn nicht der Arbeitgeber selbst, sondern ein Gesellschafter des Arbeitgebers die Beteiligung ver&auml;u&szlig;ert. 2. Ver&auml;u&szlig;ert der Arbeitgeber oder eine diesem nahestehende Person eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-8-16-verbilligte-ueberlassung-von-gmbh-anteilen-als-arbeitslohn\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;8\/16 &#8211; Verbilligte &Uuml;berlassung von GmbH-Anteilen als Arbeitslohn<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69582","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69582","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69582"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69582\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69582"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69582"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69582"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}