{"id":69589,"date":"2018-06-28T09:13:54","date_gmt":"2018-06-28T07:13:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69589"},"modified":"2018-06-28T09:13:54","modified_gmt":"2018-06-28T07:13:54","slug":"viii-b-124-17-keine-beruecksichtigung-des-sog-sanierungserlasses-im-finanzgerichtlichen-verfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-124-17-keine-beruecksichtigung-des-sog-sanierungserlasses-im-finanzgerichtlichen-verfahren\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;124\/17 &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung des sog. Sanierungserlasses im finanzgerichtlichen Verfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.5.2018, VIII B 124\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.080518.VIIIB124.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Ber&uuml;cksichtigung des sog. Sanierungserlasses im finanzgerichtlichen Verfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die BMF-Schreiben vom 27. M&auml;rz 2003 (BStBl I 2003, 240), vom 27. April 2017 (BStBl I 2017, 741) und vom 29. M&auml;rz 2018 (BStBl I 2018, 588) d&uuml;rfen f&uuml;r die Pr&uuml;fung, ob und in welchem Umfang ein Sanierungsgewinn, der dadurch entstanden ist, dass die Schulden vor dem 9. Februar 2017 erlassen wurden, gem&auml;&szlig; &sect; 163 AO im Billigkeitswege steuerfrei zu stellen ist, im finanzgerichtlichen Klage- und Revisionsverfahren nicht beachtet werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Dies gilt auch, wenn das FA nach dem sog. Sanierungserlass (BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 240) einen Teilerlass der Steuer gem&auml;&szlig; &sect; 163 AO gew&auml;hrt hat und der Steuerpflichtige mit dem FA vor dem FG dar&uuml;ber streitet, ob dieses die Vorgaben des Sanierungserlasses zutreffend beachtet hat.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 17. Oktober 2017&nbsp;&nbsp;2 K 3663\/16 AO wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wirft sinngem&auml;&szlig; die Rechtsfrage auf, ob nach Ergehen des Beschlusses des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 28.&nbsp;November 2016 GrS&nbsp;1\/15 (BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393) in einem finanzgerichtlichen Verfahren &uuml;berpr&uuml;ft werden kann, ob die Finanzverwaltung in einer Erlassentscheidung die Steuer f&uuml;r einen vor dem 9.&nbsp;Februar 2017 entstandenen Sanierungsgewinn nach den Vorgaben des sog. Sanierungserlasses im Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2003 (BStBl I 2003, 240) in zutreffender H&ouml;he erlassen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH&#8211;Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Januar 2018 VI&nbsp;B&nbsp;77\/17, BFH\/NV 2018, 521, und vom 8.&nbsp;Dezember 2017 VI&nbsp;B&nbsp;53\/17, BFH\/NV 2018, 338, m.w.N.). Kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist eine Rechtsfrage dann nicht, wenn sie anhand der gesetzlichen Grundlagen und der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden kann und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung durch den BFH geboten erscheinen lassen (vgl. aus der st&auml;ndigen Rechtsprechung z.B. Senatsbeschluss vom 14.&nbsp;Februar 2017 VIII&nbsp;B&nbsp;43\/16, BFH\/NV 2017, 729, m.w.N.). Allein das Fehlen einer Entscheidung des BFH zu der konkreten Fallgestaltung begr&uuml;ndet weder einen Kl&auml;rungsbedarf noch das erforderliche Allgemeininteresse (z.B. Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;Juli 2017 VIII&nbsp;B&nbsp;107\/16, BFH\/NV 2017, 1458, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die aufgeworfene Rechtsfrage kann auf Grundlage der vorhandenen Rechtsprechung abschlie&szlig;end beantwortet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn ein Sanierungsgewinn dadurch entstanden ist, dass die Schulden vor dem 9.&nbsp;Februar 2017 erlassen worden sind, kommt nach der gefestigten Rechtsprechung weder eine Einkommensteuerbefreiung dieses Sanierungsgewinns nach &sect;&nbsp;3a des Einkommensteuergesetzes (EStG) n.F. noch eine Billigkeitsma&szlig;nahme nach den BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 240 oder vom 27.&nbsp;April 2017 (BStBl I 2017, 741) in Betracht. Der Gro&szlig;e Senat des BFH hat in seinem Beschluss in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 und der I. und X.&nbsp;Senat haben in den Urteilen vom 23.&nbsp;August 2017 I&nbsp;R&nbsp;52\/14 (BFHE 259, 20, BStBl II 2018, 232) und X&nbsp;R&nbsp;38\/15 (BFHE 259, 28, BStBl II 2018, 236) entschieden, dass die genannten BMF-Schreiben gegen den Grundsatz der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Verwaltung versto&szlig;en und von den Finanzgerichten (FG) nicht angewendet werden d&uuml;rfen. Eine &Uuml;bergangsregelung f&uuml;r Altf&auml;lle vor Inkrafttreten des &sect;&nbsp;3a EStG n.F. h&auml;tte nur durch den Gesetzgeber getroffen werden k&ouml;nnen; dies ist aber nicht geschehen. Die Finanzverwaltung wendet diese Entscheidungen indes nicht an (BMF-Schreiben vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2018, BStBl I 2018, 588). Demnach ist nach ihrer Sicht f&uuml;r Schulderlasse bis (einschlie&szlig;lich) zum 8.&nbsp;Februar 2017 aus Vertrauensschutzgr&uuml;nden weiterhin nach dem Sanierungserlass im BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 240 zu verfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend ist gekl&auml;rt, dass kein FG oder der BFH die Finanzverwaltung in einem Verfahren gegen einen (Teil-)Erlassbescheid oder einen Ablehnungsbescheid verpflichten kann, Steuerbetr&auml;ge auf Sanierungsgewinne unter Anwendung des Sanierungserlasses &uuml;berhaupt oder in gr&ouml;&szlig;erem Umfang als geschehen zu erlassen. Billigkeitsma&szlig;nahmen in Sanierungsf&auml;llen k&ouml;nnen nur auf besondere, au&szlig;erhalb des BMF-Schreibens in BStBl I 2003, 240 liegende Gr&uuml;nde des Einzelfalls, insbesondere auf pers&ouml;nliche Billigkeitsgr&uuml;nde gest&uuml;tzt werden (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393, Rz&nbsp;145; BFH-Urteil in BFHE 259, 28, BStBl II 2018, 236, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Finanzverwaltung wie im Streitfall einen teilweisen Erlass auf Grundlage des Sanierungserlasses wegen sachlicher Unbilligkeit gew&auml;hrt hat, ist dieser wegen eines Versto&szlig;es gegen den Grundsatz der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Verwaltung rechtswidrig. Die Aufhebung eines dennoch gew&auml;hrten Erlasses durch ein FG zu Lasten des Kl&auml;gers hat im finanzgerichtlichen Verfahren zwar (wie vom FG erkannt) wegen des sog. Verb&ouml;serungsverbots (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO i.V.m. Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 des Grundgesetzes, s. dazu z.B. BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Mai 2016 X&nbsp;R&nbsp;15\/15, BFHE 254, 526, BStBl II 2017, 112) zu unterbleiben. Nicht in Betracht kommt aber auf Grundlage des Sanierungserlasses die Aufhebung eines Ablehnungsbescheids oder die Erh&ouml;hung eines Erlassbetrags durch ein FG oder den BFH. Ebensowenig kann nach der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 in einem Revisionsverfahren die Frage entscheidungserheblich sein, ob das FG bei der &Uuml;berpr&uuml;fung einer Erlassentscheidung der Finanzverwaltung die Vorgaben des Sanierungserlasses zutreffend umgesetzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO wegen der geltend gemachten Divergenz zu den Vorgaben des Sanierungserlasses bei der Berechnung des steuerfreien Sanierungsgewinns zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei &uuml;ber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f&uuml;r beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden kann und dass eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist (BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Oktober 2017 IX&nbsp;B&nbsp;90\/17, BFH\/NV 2018, 213, Rz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Voraussetzungen sind nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger sieht bei der Berechnung des steuerfrei zu stellenden Sanierungsgewinns eine Abweichung der Vorentscheidung von dem Urteil des FG M&uuml;nster vom 27.&nbsp;Mai 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1307\/02&nbsp;AO (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2004, 1572) und dem BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Juli 2010 X&nbsp;R&nbsp;34\/08 (BFHE 229, 502, BStBl II 2010, 916). In beiden Entscheidungen sei ausgesprochen worden, dass die Vorgaben des Sanierungserlasses f&uuml;r die Finanzgerichte zu beachten seien. Das FG sei hiervon abgewichen, da es schon verbrauchte und verrechnete Verluste aus Vorjahren nochmals von dem im Streitjahr (2012) entstandenen und steuerfrei zu stellenden Sanierungsgewinn abgezogen habe. Nach dem Urteil des FG M&uuml;nster in EFG 2004, 1572 sei der frei zu stellende Sanierungsgewinn zur Vermeidung einer Doppelbeg&uuml;nstigung nur um solche Verluste zu k&uuml;rzen, die im Jahr seiner Entstehung ebenfalls entst&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn das FG in grunds&auml;tzlicher Weise von tragenden Rechtss&auml;tzen der genannten Entscheidungen abgewichen sein sollte, was hier keiner genauen Betrachtung bedarf, sind die Voraussetzungen einer Divergenz nicht gegeben. Die vom FG vermeintlich divergierend beantworteten Rechtsfragen zur Berechnung der H&ouml;he eines steuerfreien Sanierungsgewinns nach dem Sanierungserlass k&ouml;nnen nicht wie erforderlich in einem Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden. Der Sanierungserlass darf f&uuml;r Schuldenerlasse vor dem 9.&nbsp;Februar 2017 auch in einem Revisionsverfahren nicht mehr beachtet werden (BFH-Urteil in BFHE 259, 28, BStBl II 2018, 236, Rz&nbsp;19 und Rz&nbsp;10&nbsp;f.). Entsprechend kann in einem Revisionsverfahren auch nicht gekl&auml;rt werden, wie ein steuerfreier Sanierungsgewinn auf der Grundlage des Sanierungserlasses zu berechnen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Zulassung der Revision zur Rechtsfortbildung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO) wegen der vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Rechtsfragen zur Ermittlung der H&ouml;he eines steuerfreien Sanierungsgewinns nach dem Sanierungserlass ist ebenfalls ausgeschlossen. Die aufgeworfenen Rechtsfragen sind in einem Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig (s. unter 2.b). Dieser Zulassungsgrund stellt einen Spezialfall des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO dar und setzt ebenfalls das Vorliegen einer hinreichend bestimmten und im Allgemeininteresse liegenden kl&auml;rungsbed&uuml;rftigen und kl&auml;rbaren Rechtsfrage voraus (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2017, 729, und vom 24.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;B&nbsp;28\/13, BFH\/NV 2014, 1741).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit der Kl&auml;ger unter Abschnitt VII. und VIII. der Beschwerdebegr&uuml;ndung ausf&uuml;hrt, das FG sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO von dem Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 abgewichen, weil es die darin anerkannte Zul&auml;ssigkeit einzelfallbezogener Billigkeitsma&szlig;nahmen gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;163, 227 der Abgabenordnung (AO) f&uuml;r Sanierungsgewinne und die Vorgaben des Gro&szlig;en Senats des BFH zur Berechnung steuerfreier Sanierungsgewinne im Rahmen einer einzelfallbezogenen Billigkeitsma&szlig;nahme grunds&auml;tzlich verkannt habe, hat die Beschwerde ebenfalls keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger arbeitet zu der behaupteten Abweichung des FG von den Aussagen des Gro&szlig;en Senats des BFH zu Rz&nbsp;124&nbsp;f. des Beschlusses in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 nicht &#8211;wie es gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO erforderlich w&auml;re (s. unter 2.a)&#8211; heraus, mit welchem tragenden Rechtssatz das FG in der Vorentscheidung von einem tragenden Rechtssatz des Gro&szlig;en Senats des BFH im Beschluss in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 in grunds&auml;tzlicher Weise abweichen soll. Das FG hat auf Seite&nbsp;10 und 11 der Vorentscheidung die sachliche Unbilligkeit der Besteuerung des Sanierungsgewinns des Kl&auml;gers einzelfallbezogen sowohl nach den Kriterien des Sanierungserlasses, nach anderen Gr&uuml;nden, nach Treu und Glauben und unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes er&ouml;rtert. Danach ist nicht erkennbar, dass das FG &#8211;wie der Kl&auml;ger behauptet&#8211; entgegen der Aussagen in Rz&nbsp;124&nbsp;f. des Beschlusses des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 einzelfallbezogene Billigkeitsma&szlig;nahmen in Sanierungsf&auml;llen als grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig angesehen haben k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit der Kl&auml;ger geltend macht, das FG sei von den Aussagen in Rz&nbsp;133&nbsp;f. des Beschlusses des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 zur Berechnung eines einzelfallbezogenen steuerfrei zu stellenden Sanierungsgewinns abgewichen, fehlt es ebenfalls an der hinreichenden Darlegung der Divergenz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG er&ouml;rtert auf Seite&nbsp;14 der Vorentscheidung, dass es die vom Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Streitjahr vorgenommene K&uuml;rzung des steuerfreien Sanierungsgewinns um den im Jahre 2010 erlittenen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust aus der Praxisimmobilie, der im Jahr 2010 teilweise mit positiven Eink&uuml;nften verrechnet und im &Uuml;brigen in das Jahr 2009 zur&uuml;ckgetragen wurde, auf der Grundlage des Sanierungserlasses als rechtm&auml;&szlig;ig ansieht. Auch aus diesem Grund h&auml;lt das FG die vom Kl&auml;ger begehrte Erh&ouml;hung des steuerfrei zu stellenden Sanierungsgewinns f&uuml;r nicht geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei dieser Aussage des FG handelt es sich um eine die Entscheidung kumulativ tragende Aussage. Denn es legt zun&auml;chst in einem ersten Begr&uuml;ndungsstrang dar, dass es im Streitfall schon an einer sachlichen Unbilligkeit der Besteuerung des Sanierungsgewinns gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 AO fehle und der dem Kl&auml;ger vom FA gew&auml;hrte rechtswidrige Teilerlass wegen des finanzgerichtlichen Verb&ouml;serungsverbots zwar nicht aufzuheben, aber eben nicht zu erh&ouml;hen sei. Eine Zulassung wegen Divergenz kommt bei dieser Ausgangslage im Streitfall schon deshalb nicht in Betracht, weil die divergierende Rechtsauffassung des FG &#8211;wenn sie denn vorliegen sollte&#8211; in einem Revisionsverfahren nicht entscheidungserheblich w&auml;re. Wird mit einer Nichtzulassungsbeschwerde das Vorliegen einer Divergenz geltend gemacht, kann die Revision gegen ein kumulativ auf mehrere selbst&auml;ndig tragende Gr&uuml;nde gest&uuml;tztes Urteil des FG nur dann zugelassen werden, wenn hinsichtlich jedes dieser Gr&uuml;nde eine Divergenz oder ein anderer Zulassungsgrund dargelegt wird und gegeben ist (BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Februar 2014 III&nbsp;B&nbsp;114\/13, BFH\/NV 2014, 713, Rz&nbsp;8). Hinsichtlich des ersten tragenden Begr&uuml;ndungsstrangs des FG ist jedoch weder eine Divergenz noch ein anderer Zulassungsgrund gegeben (s. unter 1. und 4.a). Ob sich den Aussagen des Gro&szlig;en Senats des BFH in Rz&nbsp;133&nbsp;f. des Beschlusses in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 &#8211;wie der Kl&auml;ger meint&#8211; &uuml;berhaupt entnehmen l&auml;sst, es d&uuml;rften bei der Berechnung eines gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 AO im Rahmen einer einzelfallbezogenen Billigkeitsma&szlig;nahme steuerfrei zu stellenden Sanierungsgewinns allenfalls noch nicht verbrauchte Verluste desselben Veranlagungszeitraums oder &uuml;berhaupt keine Verluste mit dem Sanierungsgewinn verrechnet werden, kann dahinstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Soweit der Kl&auml;ger im Stile einer Revisionsbegr&uuml;ndung im &Uuml;brigen darlegt, aus welchen Gr&uuml;nden er nach den Vorgaben des Sanierungserlasses und der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 die rechtliche W&uuml;rdigung des FG f&uuml;r rechtsfehlerhaft h&auml;lt, ist die Revision ebenfalls nicht zuzulassen. Materiell-rechtliche Fehler k&ouml;nnen nur im Falle qualifizierter Rechtsanwendungsfehler i.S. einer willk&uuml;rlichen oder greifbar gesetzwidrigen Entscheidung zur Revisionszulassung f&uuml;hren. Unterhalb dieser Schwelle liegende, auch erhebliche Rechtsfehler des FG &#8211;wenn solche hier &uuml;berhaupt vorliegen sollten&#8211; reichen nicht aus, um eine greifbare Gesetzwidrigkeit oder gar eine Willk&uuml;rlichkeit der angefochtenen Entscheidung und somit einen Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision anzunehmen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 3.&nbsp;August 2017 IX&nbsp;B&nbsp;54\/17, BFH\/NV 2017, 1449, und vom 22.&nbsp;Februar 2017 V&nbsp;B&nbsp;122\/16, BFH\/NV 2017, 772). Weder legt der Kl&auml;ger derart offensichtliche Rechtsfehler des FG dar noch bestehen im Streitfall f&uuml;r solche anderweitige Anhaltspunkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.5.2018, VIII B 124\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.080518.VIIIB124.17.0 Keine Ber&uuml;cksichtigung des sog. Sanierungserlasses im finanzgerichtlichen Verfahren Leits&auml;tze 1. NV: Die BMF-Schreiben vom 27. M&auml;rz 2003 (BStBl I 2003, 240), vom 27. April 2017 (BStBl I 2017, 741) und vom 29. M&auml;rz 2018 (BStBl I 2018, 588) d&uuml;rfen f&uuml;r die Pr&uuml;fung, ob und in welchem Umfang ein &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-124-17-keine-beruecksichtigung-des-sog-sanierungserlasses-im-finanzgerichtlichen-verfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;124\/17 &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung des sog. 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