{"id":69617,"date":"2018-07-06T15:18:38","date_gmt":"2018-07-06T13:18:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69617"},"modified":"2018-07-06T15:18:38","modified_gmt":"2018-07-06T13:18:38","slug":"x-b-53-17-hoehe-einer-schaetzung-verfahrensfehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-53-17-hoehe-einer-schaetzung-verfahrensfehler\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;53\/17 &#8211; H&ouml;he einer Sch&auml;tzung &#8211; Verfahrensfehler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.2.2018, X B 53\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.260218.XB53.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">H&ouml;he einer Sch&auml;tzung &#8211; Verfahrensfehler<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die im Wege der Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen gewonnenen Sch&auml;tzergebnisse m&uuml;ssen schl&uuml;ssig, wirtschaftlich m&ouml;glich und vern&uuml;nftig sein.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Eine Sch&auml;tzung muss einerseits tats&auml;chliche Anhaltspunkte f&uuml;r die zutreffende H&ouml;he der Besteuerungsgrundlagen ber&uuml;cksichtigen, andererseits das Ma&szlig; der Mitwirkungspflichtverletzung ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Jedenfalls dann, wenn der Steuerpflichtige eingehend dazu vortr&auml;gt, dass und warum er bestimmte Ums&auml;tze und Gewinne nach den Umst&auml;nden nicht hat erzielen k&ouml;nnen, hat sich das FG mit diesem Punkt ausdr&uuml;cklich auseinanderzusetzen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 8. Februar 2017 4 K 1364\/15 aufgehoben, soweit es die Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuermessbetr&auml;ge 2007 bis 2009 betrifft.<\/p>\n<\/p>\n<p>Insoweit wird die Sache an das Hessische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Beschwerde als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Dem Hessischen Finanzgericht wird die Entscheidung &uuml;ber die gesamten Kosten des Beschwerdeverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) betrieb in den Streitjahren einen Weinbaubetrieb und eine Weinschenke. Aus letzterer erzielte er Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb, die er durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;5 des Einkommensteuergesetzes ermittelte. In der Weinschenke reichte er selbst zubereitete Speisen, schenkte Wein aus eigenem Anbau aus und verkaufte diesen auch. Die Weinschenke umfasste mehrere R&auml;ume bzw. Verkaufsstellen. Die Einnahmen eines der R&auml;ume erfasste er &uuml;ber eine Registrierkasse, die Einnahmen der weiteren R&auml;ume &uuml;ber ein handschriftlich gef&uuml;hrtes, selbst konzipiertes Kassenbuch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einer Au&szlig;enpr&uuml;fung kam der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu der &Uuml;berzeugung, dass die Kassenbuchf&uuml;hrung des Kl&auml;gers mangelhaft sei. Er beanstandete u.a., dass die Programmierprotokolle der Registrierkasse fehlten und zu dem manuell gef&uuml;hrten Kassenbuch keine Kassenberichte vorhanden seien. Das FA nahm daher eine Hinzusch&auml;tzung in Gestalt einer Richtsatzsch&auml;tzung auf Weinverkauf und Weinausschank vor, bei der es sich an den Werten f&uuml;r Gast- und Schankwirtschaften mit zugekauftem Wein orientierte. Der Kl&auml;ger griff die Sch&auml;tzung nach Grund und H&ouml;he an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hielt zwar mit dem FA die Sch&auml;tzung dem Grunde nach f&uuml;r berechtigt, jedoch eine andere Sch&auml;tzungsmethode f&uuml;r sachgerecht, die in den Streitjahren zu geringeren Gewinnen und Ums&auml;tzen f&uuml;hrte als das FA sie angenommen hatte. Es nahm eine Hinzusch&auml;tzung auf die (Netto-)Erl&ouml;se von 10&nbsp;% vor, die sich ertragsteuerlich gleichwohl noch als Hinzusch&auml;tzung von mehr als 50&nbsp;% der erkl&auml;rten Gewinne auswirkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger Rechtsfehler sowie Verfahrensfehler i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit es die Ablehnung der Fristverl&auml;ngerung f&uuml;r die Abgabe der Steuererkl&auml;rungen 2013 betrifft, hat der Kl&auml;ger entgegen &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO keinen Zulassungsgrund dargelegt, so dass die Beschwerde insoweit unzul&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen ist die Beschwerde begr&uuml;ndet mit der Ma&szlig;gabe, dass der Rechtsstreit nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen wird. Die durch das FG vorgenommene Hinzusch&auml;tzung beruht auf einer Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht entgegen &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO sowie einer damit verbundenen Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 FGO und insoweit auf Verfahrensfehlern i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) m&uuml;ssen die im Wege der Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) gewonnenen Sch&auml;tzergebnisse schl&uuml;ssig, wirtschaftlich m&ouml;glich und vern&uuml;nftig sein (vgl. Senatsurteil vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2017 X&nbsp;R&nbsp;11\/16, BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, unter II.3.a; BFH-Urteil vom 25.&nbsp;April 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;52\/13, BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949, unter II.1.e&nbsp;bb&nbsp;aaa). Deshalb sind einerseits alle m&ouml;glichen Anhaltspunkte, u.a. auch das Vorbringen des Steuerpflichtigen oder eine an sich fehlerhafte Buchf&uuml;hrung, zu beachten und alle M&ouml;glichkeiten auszusch&ouml;pfen, um im Rahmen des der Finanzbeh&ouml;rde bzw. dem FG Zumutbaren die Besteuerungsgrundlagen wenigstens teilweise zu ermitteln. Auf der anderen Seite ist auch das Ma&szlig; der Verletzung der dem Steuerpflichtigen obliegenden Mitwirkungspflichten zu ber&uuml;cksichtigen. Deshalb ist es gerechtfertigt, bei einer Pflichtverletzung des Steuerpflichtigen, insbesondere bei einer nicht ordnungsgem&auml;&szlig;en Buchf&uuml;hrung, einen Sicherheitszuschlag vorzunehmen, der in einem vern&uuml;nftigen Verh&auml;ltnis zu den erkl&auml;rten oder nicht erkl&auml;rten Einnahmen stehen muss (vgl. Senatsurteil in BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, a.a.O.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;ger hatte eingehend dazu vorgetragen, dass sein Betrieb deutlich h&ouml;here Ums&auml;tze und Gewinne als er sie erkl&auml;rt habe, nach den tats&auml;chlichen Umst&auml;nden gar nicht habe erwirtschaften k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dennoch hat das FG keinerlei Sachaufkl&auml;rung dahin betrieben, ob das Ergebnis seiner Sch&auml;tzung noch schl&uuml;ssig, wirtschaftlich m&ouml;glich und vern&uuml;nftig im o.g. Sinne ist. Dies h&auml;tte sich in verschiedener Hinsicht jedoch aufgedr&auml;ngt. Das betrifft zun&auml;chst die Fragen, ob die Weinbaufl&auml;chen des Kl&auml;gers &uuml;berhaupt den daf&uuml;r erforderlichen Wareneinsatz erlaubt haben, ob stattdessen der Kl&auml;ger Wein (schwarz) eingekauft haben k&ouml;nnte und ob die dargereichten Speisen nach Quantit&auml;t und Preis entsprechende Gewinne haben abwerfen k&ouml;nnen. Es betrifft weiterhin die Frage, ob ein einheitlicher Zuschlagsatz von 10&nbsp;% auf die Erl&ouml;se f&uuml;r den Verkauf von Wein zum Mitnehmen, den Ausschank von Wein und die Verabreichung von Speisen der Realit&auml;t nahekommen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da sich das FG in dem angefochtenen Urteil mit diesen Fragen auch nicht im Ansatz befasst hat, liegt hierin au&szlig;erdem eine Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs. Das Gericht hat die Pflicht, die Ausf&uuml;hrungen der Prozessbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erw&auml;gung zu ziehen. Zwar muss es sich nicht mit jedem Vorbringen in den Entscheidungsgr&uuml;nden ausdr&uuml;cklich befassen. Grunds&auml;tzlich kann davon ausgegangen werden, dass das Gericht das Vorbringen des Beteiligten auch zur Kenntnis genommen hat. Anders liegt es allerdings dann, wenn aus den besonderen Umst&auml;nden des Falles deutlich wird, dass es das Vorbringen entweder gar nicht zur Kenntnis genommen oder ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH; vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 23.&nbsp;Juni 2017 X&nbsp;B&nbsp;152\/16, BFH\/NV 2017, 1622, unter II.1.a&nbsp;aa&nbsp;aaa; BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;September 2017 IX&nbsp;B&nbsp;46\/17, BFH\/NV 2017, 1618). Zumindest wesentliche Tatsachen und Rechtsausf&uuml;hrungen m&uuml;ssen in den Entscheidungsgr&uuml;nden verarbeitet sein (BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2007 III&nbsp;B&nbsp;120\/06, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daran fehlt es im Streitfall. Die Frage, ob und in welchem Umfang der Kl&auml;ger tats&auml;chlich Ums&auml;tze und Gewinne erzielt haben k&ouml;nnte, die &uuml;ber die erkl&auml;rten Betr&auml;ge hinausgehen, ist aus den oben unter III.1. dargestellten Gr&uuml;nden entscheidungserheblich. Der Kl&auml;ger hat diesen Punkt auch nachhaltig thematisiert. Hat das FG sich zu dieser Frage in keiner Weise ge&auml;u&szlig;ert, ist davon auszugehen, dass es sich tats&auml;chlich mit diesem Punkt nicht besch&auml;ftigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im zweiten Rechtsgang wird das FG sich erneut mit der Sch&auml;tzung dem Grunde und der H&ouml;he nach befassen. Dabei wird es bedenken, dass einerseits eine Mitwirkungspflichtverletzung in Gestalt eines Buchf&uuml;hrungsmangels eine (Hinzu-)Sch&auml;tzung rechtfertigt, andererseits Art und Ausma&szlig; der Mitwirkungspflichtverletzung aber auch ma&szlig;gebende Bedeutung f&uuml;r die H&ouml;he dieser Sch&auml;tzung haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Vor diesem Hintergrund ist zun&auml;chst zu pr&uuml;fen, ob angesichts der unterschiedlichen Kassenaufzeichnungstechniken in den verschiedenen Bereichen der Weinschenke Anlass besteht, die Schwere des Mangels differenziert zu betrachten. Die dem Kl&auml;ger derzeit vorgehaltenen Buchf&uuml;hrungsm&auml;ngel betreffend die Registrierkasse auf der einen Seite und betreffend das handschriftliche Kassenbuch auf der anderen Seite sind ganz unterschiedlicher Art. In diesem Zusammenhang w&auml;ren im Hinblick auf die Rechtsauffassung des FA und des FG, bei dem manuell gef&uuml;hrten Kassenbuch habe es an der Kassensturzf&auml;higkeit gefehlt, konkrete Feststellungen zu den tats&auml;chlichen betrieblichen Abl&auml;ufen vom Kassieren &uuml;ber das Eintragen der Einnahmen und das abendliche Abrechnen sachdienlich, namentlich dazu, wo sich welche (offenen) Kassen befunden haben, wer wann welche Ein- und Auszahlungen in und aus diesen Kassen get&auml;tigt hat und haben durfte und wie und wann der Kl&auml;ger mit den Servicekr&auml;ften &uuml;ber die Einnahmen sowie das Wechselgeld abgerechnet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu Art und Ausma&szlig; der Mitwirkungspflichtverletzung geh&ouml;rt auch die Frage, ob es konkrete Anhaltspunkte daf&uuml;r gibt, dass die Buchf&uuml;hrung nicht nur formell fehlerhaft, sondern auch materiell unrichtig ist. Bisher hat das FG hierzu nichts festgestellt. Diese Frage kann aber nach den unter III.1. dargestellten Grunds&auml;tzen von erheblicher Bedeutung f&uuml;r die H&ouml;he einer Sch&auml;tzung sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Schlie&szlig;lich wird sich das FG mit der Frage befassen m&uuml;ssen, ob die Hinzusch&auml;tzungsbetr&auml;ge, die es auf der Grundlage der vorgenannten Grunds&auml;tze erw&auml;gt, den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen entsprechen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung &uuml;ber die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO. Da der Streit betreffend die Fristverl&auml;ngerung verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig geringf&uuml;gig ist, hat der Senat in entsprechender Anwendung von &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 FGO auf eine Aufteilung der Kostenentscheidung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.2.2018, X B 53\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.260218.XB53.17.0 H&ouml;he einer Sch&auml;tzung &#8211; Verfahrensfehler Leits&auml;tze 1. NV: Die im Wege der Sch&auml;tzung von Besteuerungsgrundlagen gewonnenen Sch&auml;tzergebnisse m&uuml;ssen schl&uuml;ssig, wirtschaftlich m&ouml;glich und vern&uuml;nftig sein. 2. NV: Eine Sch&auml;tzung muss einerseits tats&auml;chliche Anhaltspunkte f&uuml;r die zutreffende H&ouml;he der Besteuerungsgrundlagen ber&uuml;cksichtigen, andererseits das Ma&szlig; der Mitwirkungspflichtverletzung ber&uuml;cksichtigen. 3. NV: Jedenfalls &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-53-17-hoehe-einer-schaetzung-verfahrensfehler\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;53\/17 &#8211; H&ouml;he einer Sch&auml;tzung &#8211; Verfahrensfehler<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69617","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69617"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69617\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}