{"id":69618,"date":"2018-07-06T15:18:36","date_gmt":"2018-07-06T13:18:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69618"},"modified":"2018-07-06T15:18:36","modified_gmt":"2018-07-06T13:18:36","slug":"v-r-23-17-organschaft-und-margenbesteuerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-23-17-organschaft-und-margenbesteuerung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;23\/17 &#8211; Organschaft und Margenbesteuerung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.3.2018, V R 23\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.010318.VR23.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Organschaft und Margenbesteuerung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die organschaftliche Zusammenfassung nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG bewirkt bei Anwendung des &sect; 25 UStG, dass es sich nur bei den von Organgesellschaften mit eigenen Betriebsmitteln erbrachten Leistungen um Eigenleistungen handelt, w&auml;hrend die durch Organgesellschaften von Dritten bezogenen Leistungen Reisevorleistungen sind, die in die Margenbesteuerung einzubeziehen sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 27. April 2017&nbsp;&nbsp;6 K 1668\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) Organtr&auml;ger mehrerer Organgesellschaften. Zu diesen geh&ouml;rten die A-GmbH und die Z-GmbH. Die A-GmbH erbrachte in den Streitjahren 2003 bis 2005 Reiseleistungen, auf die die Kl&auml;gerin die Margenbesteuerung nach &sect;&nbsp;25 UStG anwendete. Dabei handelte es sich insbesondere um Reiseleistungen mit Flugbef&ouml;rderungen zu ausl&auml;ndischen Zielorten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Flugbef&ouml;rderungen erwarb die A-GmbH zivilrechtlich von der Z-GmbH. Diese f&uuml;hrte die Flugbef&ouml;rderungen aus dem In- in das Ausland und zur&uuml;ck (Auslandsfl&uuml;ge) mit eigenen Personal- und Sachmitteln aus, schaltete aber in die Erbringung der inl&auml;ndischen Transfer- und Zubringerfl&uuml;ge (Inlandsfl&uuml;ge) andere Luftfahrtunternehmen ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ging davon aus, dass bei der Margenbesteuerung die gesamte Flugbef&ouml;rderung nicht zu ber&uuml;cksichtigen sei, da es sich insgesamt um Eigenleistungen des Organkreises gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung war der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) demgegen&uuml;ber der Auffassung, dass es sich bei den von der Z-GmbH zugekauften Transfer- und Zubringerfl&uuml;gen um Reisevorleistungen gehandelt habe. Dies f&uuml;hrte zu einer Minderung der von der Kl&auml;gerin erkl&auml;rten Eigenleistungen und zu einer Erh&ouml;hung der steuerpflichtigen Marge. Das FA &auml;nderte die Steuerfestsetzungen f&uuml;r die Streitjahre entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage zum Finanzgericht (FG) hatten keinen Erfolg. Nach dem Urteil des FG bleiben unter Beachtung der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union und des Bundesfinanzhofs (BFH) nur die von der Kl&auml;gerin und ihren Organgesellschaften mit eigenen Personal- und Sachmitteln ausgef&uuml;hrten Leistungen als Eigenleistungen bei der Margenbesteuerung unber&uuml;cksichtigt. Dabei komme es nicht auf die zivilrechtlichen Rechtsbeziehungen an. Daher l&auml;gen auch insoweit Reisevorleistungen vor, als der Organkreis Transfer- und Zubringerfl&uuml;ge von Dritten erworben habe. Diese Dritten h&auml;tten gegen&uuml;ber der Z-GmbH und damit gegen&uuml;ber dem Organkreis auch nicht lediglich Flugtransportkapazit&auml;ten bereitgestellt, sondern Flugbef&ouml;rderungsleistungen erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Revision. Sie sei als Organtr&auml;gerin nicht der Reiseveranstalter. Die A-GmbH sei in den Streitjahren gegen&uuml;ber den Reisenden im eigenen Namen aufgetreten. Die Organschaft f&uuml;hre nicht zu einer Umqualifizierung der Leistungsbeziehungen, sondern beschr&auml;nke sich auf eine &Auml;nderung der Steuerschuldnerschaft hinsichtlich der von der Organgesellschaft erbrachten Leistungen. Es liege auch keine Unternehmenseinheit vor. Die Auffassung des FG versto&szlig;e gegen die Wettbewerbsneutralit&auml;t. Zudem seien die inl&auml;ndischen Transfer- und Zubringerfl&uuml;ge keine selbst&auml;ndigen Reisevorleistungen. Insoweit l&auml;gen Neben- zu Hauptleistungen vor. Schlie&szlig;lich sei insoweit auch &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;3 UStG anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide 2003 bis 2005 vom 7.&nbsp;Dezember 2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;Juli 2014 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer 2003 um 126.410,14&nbsp;EUR, die Umsatzsteuer 2004 um 138.988,63&nbsp;EUR und die Umsatzsteuer 2005 um 148.387,75&nbsp;EUR niedriger festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Organschaft bewirke eine Zusammenfassung zu einem Unternehmen. Umsatzsteuerrechtlich habe daher die Kl&auml;gerin, nicht aber die A-GmbH die Reiseleistungen erbracht. Die inl&auml;ndischen Transfer- und Zubringerfl&uuml;ge seien Reisevorleistungen. Die von der Z-GmbH beauftragten Luftverkehrsunternehmen h&auml;tten Personenbef&ouml;rderungsleistungen erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Wie das FG zutreffend entschieden hat, war die Kl&auml;gerin bei der Margenbesteuerung nach &sect;&nbsp;25 UStG nicht berechtigt, als Reisevorleistungen die Flugbef&ouml;rderungsleistungen au&szlig;er Betracht zu lassen, die ihre Organgesellschaft bei den Inlandsfl&uuml;gen von Dritten bezogen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;3 UStG ordnet zur Margenbesteuerung an, dass sich die sonstige Leistung bemisst nach dem Unterschied zwischen dem Betrag, den der Leistungsempf&auml;nger aufwendet, um die Leistung zu erhalten, und dem Betrag, den der Unternehmer f&uuml;r die Reisevorleistungen aufwendet. Die Umsatzsteuer geh&ouml;rt nicht zur Bemessungsgrundlage. Der Unternehmer kann die Bemessungsgrundlage statt f&uuml;r jede einzelne Leistung entweder f&uuml;r Gruppen von Leistungen oder f&uuml;r die gesamten innerhalb des Besteuerungszeitraums erbrachten Leistungen ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtliche Grundlage war hierf&uuml;r in den Streitjahren Art.&nbsp;26 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG). Als Besteuerungsgrundlage und als Preis ohne Steuer i.S. des Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 77\/388\/EWG galt danach die Marge des Reiseb&uuml;ros, das hei&szlig;t die Differenz zwischen dem vom Reisenden zu zahlenden Gesamtbetrag ohne Mehrwertsteuer und den tats&auml;chlichen Kosten, die dem Reiseb&uuml;ro durch die Inanspruchnahme von Lieferungen und Dienstleistungen anderer Steuerpflichtiger entstehen, soweit diese Ums&auml;tze dem Reisenden unmittelbar zugutekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Danach hat die Kl&auml;gerin in die Margenbesteuerung auch die Leistungen einzubeziehen, die ihre Organgesellschaften von Dritten bezogen haben. Durch die Weitergabe dieser Leistungen als innerorganschaftlicher Innenumsatz werden diese Fremdleistungsbez&uuml;ge nicht zu Eigenleistungen im Rahmen der Margenbesteuerung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Organschaft beeinflusst die umsatzsteuerrechtliche Einordnung von Leistungen und ist auch bei &sect;&nbsp;25 UStG zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG wird eine gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, wenn eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen des Organtr&auml;gers eingegliedert ist. Unionsrechtlich beruhte dies in den Streitjahren auf Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Unterabs.&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG. Danach steht es jedem Mitgliedstaat frei, im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, aber durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen zu behandeln. Das Bestehen der Organschaft dem Grunde nach ist vorliegend zwischen den Beteiligten unstreitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die durch &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG angeordnete Unselbst&auml;ndigkeit der Organgesellschaft f&uuml;hrt dazu, dass deren T&auml;tigkeit dem Organtr&auml;ger zuzurechnen ist. Best&auml;tigt wird dies durch &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 UStG. Danach beschr&auml;nken sich die Wirkungen der Organschaft auf Innenleistungen zwischen den im Inland gelegenen Unternehmensteilen des Organkreises, die als ein Unternehmen zu behandeln sind. Auch wenn &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG Innenleistungen ausdr&uuml;cklich benennt, folgt daraus nicht, dass die Organschaft im Verh&auml;ltnis zu Dritten ohne Bedeutung ist. Denn der in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG ebenso ausdr&uuml;cklich angeordneten Behandlung der inl&auml;ndischen Unternehmensteile kommt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH Vorrang zu (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Oktober 2008 XI&nbsp;R&nbsp;74\/07, BFHE 223, 498, BStBl II 2009, 256, unter II.2.d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Organschaft bewirkt zudem nicht nur eine Zurechnung von Ums&auml;tzen, sondern beeinflusst auch die H&ouml;he der f&uuml;r den Organtr&auml;ger entstehenden Steuer. So kommt es z.B. f&uuml;r den Vorsteuerabzug des Organtr&auml;gers auf die Verh&auml;ltnisse des gesamten Organkreises an. Bezieht der Organtr&auml;ger eine Leistung, die er an eine Organgesellschaft weitergibt, bestimmt sich der Vorsteuerabzug nach der Verwendung der Leistung bei der Organgesellschaft. Dar&uuml;ber hinaus beeinflusst die Behandlung als ein Unternehmen auch die steuerrechtliche Qualifikation der durch den Organkreis erbrachten Ums&auml;tze. Liefert der Organtr&auml;ger z.B. ein Grundst&uuml;ck, das durch die Organgesellschaft bebaut wird, f&uuml;hrt die Behandlung als ein Unternehmen zu einer einheitlichen Leistung (BFH-Urteil in BFHE 223, 498, BStBl II 2009, 256, unter II.2.d). Ebenso kommt es bei der &Uuml;bertragung eines an eine Organgesellschaft vermieteten Grundst&uuml;cks auf den Organtr&auml;ger nicht zu einer Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung, da der Organtr&auml;ger umsatzsteuerrechtlich keine Vermietungst&auml;tigkeit fortsetzt, sondern das Grundst&uuml;ck im Rahmen seines Unternehmens selbst nutzt (BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Mai 2010 V&nbsp;R&nbsp;26\/09, BFHE 230, 256, BStBl II 2010, 1114, Leitsatz&nbsp;3, und vom 10.&nbsp;August 2017 V&nbsp;R&nbsp;64\/16, BFHE 259, 166, unter II.2.b). Auch im Anwendungsbereich von &sect;&nbsp;24 UStG f&uuml;hrt die organschaftliche Zusammenfassung von Organtr&auml;ger und Organgesellschaft dazu, dass Ums&auml;tze im Sinne dieser Vorschrift selbst dann vorliegen, wenn die landwirtschaftliche Erzeugert&auml;tigkeit und die Lieferung der so erzeugten Gegenst&auml;nde durch unterschiedliche Unternehmen des Organkreises ausgef&uuml;hrt werden (BFH-Urteil in BFHE 259, 166, unter II.2.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dementsprechend bewirkt die organschaftliche Zusammenfassung im Streitfall entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin bei Anwendung des &sect;&nbsp;25 UStG, dass es sich nur bei den von Organgesellschaften mit eigenen Betriebsmitteln erbrachten Leistungen um Eigenleistungen handelt, w&auml;hrend es sich bei den durch Organgesellschaften von Dritten bezogenen Leistungen um Reisevorleistungen handelt, die in die Margenbesteuerung einzubeziehen sind. Durch die innerorganschaftliche Weitergabe dieser Fremdleistungen kommt es nicht zu einer Umqualifizierung von Reisevorleistung in Eigenleistung. Dies gilt auch f&uuml;r die Fremdleistungen, die die Z-GmbH von Dritten bezogen und innerorganschaftlich an die A-GmbH weitergegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;re demgegen&uuml;ber die Auffassung der Kl&auml;gerin zutreffend, m&uuml;sste sie in die Margenermittlung bei zivilrechtlicher Betrachtungsweise auch die von der Z-GmbH innerorganschaftlich &quot;eingekaufte&quot; Flugbef&ouml;rderung einbeziehen, soweit keine Steuerfreiheit nach &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;2 UStG besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bei den von Dritten bezogenen Zubringerfl&uuml;gen handelte es sich auch auf der Grundlage der f&uuml;r den erkennenden Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) um personenbezogene Reisevorleistungen, die der Erbringung einer einheitlichen Gesamtleistung vom ersten inl&auml;ndischen Abflugort bis zum ausl&auml;ndischen Zielort und zur&uuml;ck dienten. Auf die &Uuml;berlegungen der Kl&auml;gerin zu sog. Gestellungsvertr&auml;gen (Gestellung von Flugkapazit&auml;t) kommt es dabei nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus ist das FG im Hinblick auf die durch &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG angeordnete Einheitlichkeit der Leistung auch zutreffend davon ausgegangen, dass der Auslandsflug nicht als Hauptleistung anzusehen ist, zu der der Inlandsflug als Nebenleistung hinzutritt. Unionsrechtlich ergibt sich dies aus Art.&nbsp;26 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin kommt es im Hinblick auf die ausdr&uuml;ckliche Anordnung in &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG und Art.&nbsp;26 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG auf weitergehende &Uuml;berlegungen zu Haupt- und Nebenleistung nicht an. Zudem ber&uuml;cksichtigt die Kl&auml;gerin nicht hinreichend, dass sich die Frage der Empf&auml;ngersicht auf die von ihr durch den Organkreis erbrachte Ausgangsleistung gegen&uuml;ber den Reisenden bezieht, nicht aber auf die hier ma&szlig;gebliche Frage, ob diese Ausgangsleistung mit Betriebsmitteln des Organkreises oder durch den Bezug von Fremdleistungen erbracht wird. Die Abgrenzung zwischen Eigenleistung einerseits und in die Margenbesteuerung einzubeziehender Reisevorleistung andererseits vollzieht sich daher nicht aus Sicht der Reisenden, sondern nach den tats&auml;chlichen Umst&auml;nden der Leistungserbringung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich kommt die Anwendung der Billigkeitsregelung nach &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;3 UStG im Festsetzungsverfahren nicht in Betracht (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Februar 2014 V&nbsp;R&nbsp;14\/13, BFHE 245, 272, BStBl II 2014, 869, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.3.2018, V R 23\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.010318.VR23.17.0 Organschaft und Margenbesteuerung Leits&auml;tze Die organschaftliche Zusammenfassung nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG bewirkt bei Anwendung des &sect; 25 UStG, dass es sich nur bei den von Organgesellschaften mit eigenen Betriebsmitteln erbrachten Leistungen um Eigenleistungen handelt, w&auml;hrend die durch Organgesellschaften von Dritten bezogenen Leistungen Reisevorleistungen sind, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-23-17-organschaft-und-margenbesteuerung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;23\/17 &#8211; Organschaft und Margenbesteuerung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69618","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69618","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69618"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69618\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69618"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69618"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69618"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}