{"id":69620,"date":"2018-07-06T15:18:20","date_gmt":"2018-07-06T13:18:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69620"},"modified":"2018-07-06T15:18:20","modified_gmt":"2018-07-06T13:18:20","slug":"viii-r-1-15-voraussetzungen-des-antrags-auf-anwendung-des-teileinkuenfteverfahrens-nach-par-32d-abs-2-nr-3-satz-1-buchst-b-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-1-15-voraussetzungen-des-antrags-auf-anwendung-des-teileinkuenfteverfahrens-nach-par-32d-abs-2-nr-3-satz-1-buchst-b-estg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;1\/15 &#8211; Voraussetzungen des Antrags auf Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. b EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.3.2018, VIII R 1\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.270318.VIIIR1.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Voraussetzungen des Antrags auf Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. b EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die erforderliche berufliche T&auml;tigkeit &quot;f&uuml;r&quot; eine Kapitalgesellschaft setzt nach der bis Ende des Veranlagungszeitraums 2016 geltenden Fassung des &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. b EStG nicht voraus, dass der Gesellschafter unmittelbar f&uuml;r diejenige Kapitalgesellschaft t&auml;tig wird, f&uuml;r deren Kapitalertr&auml;ge er den Antrag stellt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 9. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;3 K 2697\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wurden im Streitjahr (2009) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der H-GmbH t&auml;tig. Diese Gesellschaft war eine Tochtergesellschaft der B-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen der B-GmbH als Organtr&auml;gerin und der H-GmbH bestand im Streitjahr eine ertragsteuerliche Organschaft. Im Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag vom &#8230; 2007 zwischen beiden Gesellschaften wurde u.a. vereinbart, dass sich die Organgesellschaft der Leitung der Organtr&auml;gerin unterstelle. Die Organtr&auml;gerin sei berechtigt, den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern der Organgesellschaft Weisungen f&uuml;r die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung zu erteilen. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung und Vertretung der Organgesellschaft obl&auml;gen weiterhin der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Organgesellschaft. Die Organgesellschaft verpflichte sich, w&auml;hrend der Laufzeit des Vertrags ihren gesamten Gewinn an die Organtr&auml;gerin abzuf&uuml;hren. Die Organtr&auml;gerin sei entsprechend den Vorschriften des &sect;&nbsp;302 des Aktiengesetzes in der jeweils g&uuml;ltigen Fassung verpflichtet, jeden w&auml;hrend der Vertragsdauer entstehenden Verlust der Organgesellschaft zu &uuml;bernehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war im Streitjahr an der B-GmbH zu 5,75&nbsp;% beteiligt. Nach den Vereinbarungen des Kl&auml;gers mit weiteren Gesellschaftern der B-GmbH erwarb er in den Jahren 2006 und 2007 drei Anteile an der B-GmbH mit unterschiedlichen Nominalbetr&auml;gen (4.250&nbsp;EUR, 1.050&nbsp;EUR und 450&nbsp;EUR). Die Kaufpreise der Anteile entsprachen den Nominalbetr&auml;gen. Ferner &uuml;bernahm der Kl&auml;ger aufgrund einer Rahmenvereinbarung der Gesellschafter der B-GmbH neben einem Finanzinvestor und dessen Co-Investor sowie anderen nat&uuml;rlichen Personen als sog. &quot;Management Investor&quot; die Verpflichtung, zur Kapitalausstattung der B-GmbH Einzahlungen in deren Kapitalr&uuml;cklage in H&ouml;he von insgesamt 224.250&nbsp;EUR zu leisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kaufpreise der Anteile an der B-GmbH und die Einzahlungen in die Kapitalr&uuml;cklage finanzierte der Kl&auml;ger durch ein Darlehen in H&ouml;he von 230.000&nbsp;EUR. Er trug im Streitjahr Aufwendungen f&uuml;r Schuldzinsen und Geb&uuml;hren f&uuml;r dieses Darlehen in H&ouml;he von 10.593&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr beantragte der Kl&auml;ger in Zeile 24 der Anlage KAP f&uuml;r die Beteiligung an der B-GmbH, die Schuldzinsen und Geb&uuml;hren unter Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40, 3c Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes 2009 (EStG) zu 60&nbsp;% als Verlust in H&ouml;he von .\/. 6.356&nbsp;EUR bei den tariflich zu besteuernden Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zu behandeln. Von seinen sonstigen Kapitalertr&auml;gen, die dem inl&auml;ndischen Steuerabzug unterlegen hatten (1.347&nbsp;EUR), begehrte der Kl&auml;ger den Abzug des Sparer-Pauschbetrages in H&ouml;he von 801&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2011 wurden die geltend gemachten Werbungskosten nicht ber&uuml;cksichtigt. Der Kl&auml;ger beantragte am 6.&nbsp;April 2011, den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Abgabenordnung zu &auml;ndern und die Werbungskosten in H&ouml;he von .\/. 6.356&nbsp;EUR zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte den Antrag mit Bescheid vom 27.&nbsp;Dezember 2011 ab. Die Voraussetzungen f&uuml;r einen Antrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG l&auml;gen nicht vor. Der Kl&auml;ger sei zu 5,75&nbsp;% an der B-GmbH beteiligt gewesen. Er sei jedoch als Arbeitnehmer nur f&uuml;r die H-GmbH t&auml;tig geworden. Die berufliche T&auml;tigkeit f&uuml;r eine Tochtergesellschaft der B-GmbH sei nicht ausreichend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der folgende Einspruch gegen den Ablehnungsbescheid hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) gab der anschlie&szlig;end erhobenen Klage mit Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;2697\/12 statt. Die Entscheidung ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 405 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit seiner Revision die Verletzung des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG. Nach dem Gesetzeswortlaut m&uuml;sse die erforderliche berufliche T&auml;tigkeit f&uuml;r diejenige Gesellschaft ausge&uuml;bt werden, aus der die Kapitalertr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 EStG erzielt w&uuml;rden. Demnach h&auml;tte der Kl&auml;ger seine berufliche T&auml;tigkeit auf Grundlage einer vertraglichen Beziehung f&uuml;r die B-GmbH und nicht f&uuml;r die H-GmbH aus&uuml;ben m&uuml;ssen. &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG sei eine typisierende Regelung. Das Gesetz ber&uuml;cksichtige nur solche beruflichen T&auml;tigkeiten, die aufgrund unmittelbarer Vertragsbeziehungen zwischen der beruflich t&auml;tigen Person und derjenigen Kapitalgesellschaft ausge&uuml;bt w&uuml;rden, aus der die Beteiligungsertr&auml;ge erzielt w&uuml;rden, f&uuml;r die ein Antrag gestellt werden solle. Es sei von der Typisierungsbefugnis des Gesetzgebers gedeckt, dass er Steuerpflichtigen keine Optionsm&ouml;glichkeit einr&auml;ume, wenn diese beruflich nur f&uuml;r eine Tochtergesellschaft t&auml;tig seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der zwischen der B-GmbH und der H-GmbH abgeschlossene Beherrschungsvertrag stelle dieses Verst&auml;ndnis der Regelung nicht infrage. Die Rechtskreise der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung und Vertretung der Organgesellschaft und der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung und Vertretung der Organtr&auml;gerin seien voneinander abzugrenzen und getrennt zu betrachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zutreffend entschieden, dass der Kl&auml;ger f&uuml;r das Streitjahr einen wirksamen Antrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG gestellt hat. Er kann die streitigen Aufwendungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz&nbsp;2, &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG zu 60&nbsp;% bei seinen der Regelbesteuerung unterliegenden Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen als Werbungskosten abziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG und &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG gelten &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 und das Werbungskostenabzugsverbot des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz EStG auf Antrag nicht f&uuml;r Kapitalertr&auml;ge aus der Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 EStG), wenn der Steuerpflichtige im Veranlagungszeitraum, f&uuml;r den der Antrag erstmals gestellt wird, unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 1&nbsp;% an der Kapitalgesellschaft beteiligt und beruflich f&uuml;r diese t&auml;tig ist. Diese Voraussetzungen hat das FG im Streitfall zu Recht als erf&uuml;llt angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Antrag ist vom Kl&auml;ger mit der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr und damit rechtzeitig gestellt worden (&sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG). Zudem war der Kl&auml;ger an der B-GmbH, von der er Aussch&uuml;ttungen und sonstige Bez&uuml;ge erhalten kann, unmittelbar zu mehr als 1&nbsp;% und damit in ausreichender H&ouml;he beteiligt. Dies ist zwischen den Beteiligten auch nicht streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger war in seiner Funktion als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der H-GmbH nach den Umst&auml;nden des Streitfalls (auch) &quot;f&uuml;r&quot; die B-GmbH beruflich t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers gen&uuml;gt seine T&auml;tigkeit f&uuml;r die H-GmbH noch nicht aufgrund des Merkmals &quot;mittelbar&quot; in &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG den Anforderungen an eine T&auml;tigkeit (auch) &quot;f&uuml;r&quot; die B-GmbH. Das Merkmal &quot;mittelbar&quot; hat nur f&uuml;r die Ermittlung der H&ouml;he der Beteiligung an der Kapitalgesellschaft Bedeutung. Eine unmittelbare Beteiligung und eine zus&auml;tzliche mittelbare Beteiligung an dieser Kapitalgesellschaft sind f&uuml;r die Ermittlung der Beteiligungsgrenzen des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a und b EStG zusammenzurechnen (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 18.&nbsp;Januar 2016, BStBl I 2016, 85, Rz&nbsp;137; Pung in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock &#8211;D\/P\/M&#8211;, Kommentar zum KStG und EStG, &sect;&nbsp;32d EStG, Rz&nbsp;7; K&uuml;hner in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;61; Weiss in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;303; Moritz\/Strohm in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;32d Rz&nbsp;58).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG erfasst jedoch entgegen der Auffassung des FA und anderer Stimmen in Rechtsprechung und Schrifttum (s. FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 10.&nbsp;Mai 2017&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;3226\/16 E, EFG 2017, 1275, mit zustimmender Anmerkung Lemaire; Pung in D\/P\/M, a.a.O., &sect;&nbsp;32d EStG, Rz&nbsp;12; wohl auch Oellerich in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;95; Koss in Korn, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;70) mit dem Merkmal &quot;f&uuml;r diese&quot; nicht nur berufliche T&auml;tigkeiten, die auf einer unmittelbaren vertraglichen Beziehung zwischen dem Gesellschafter und derjenigen Kapitalgesellschaft beruhen, an der die unmittelbare Beteiligung besteht und von der Kapitalertr&auml;ge bezogen werden, f&uuml;r die ein Antrag gestellt werden soll (ebenso Weiss in Lademann, a.a.O., &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;333). &quot;F&uuml;r&quot; eine Kapitalgesellschaft k&ouml;nnen auch T&auml;tigkeiten ausge&uuml;bt werden, die auf Ebene einer Tochtergesellschaft entfaltet werden, wenn diese T&auml;tigkeit aufgrund besonderer Umst&auml;nde in einem engen Zusammenhang zur Beteiligung an der Muttergesellschaft steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Es wird nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG vom Gesetz nicht verlangt, dass eine berufliche T&auml;tigkeit &quot;f&uuml;r&quot; diejenige Kapitalgesellschaft, aus der die Kapitalertr&auml;ge erzielt werden, auf Grundlage einer vertraglichen Beziehung zu eben dieser Kapitalgesellschaft ausge&uuml;bt werden muss. Auch aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks 16\/7036, S.&nbsp;14) l&auml;sst sich dies nicht ableiten. Dort wird zur Abgrenzung von Beteiligungserwerben zur Verm&ouml;gensanlage und den in &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG beg&uuml;nstigten &quot;unternehmerischen&quot; Beteiligungen darauf abgestellt, letztere seien kumulativ dadurch gekennzeichnet, dass aufgrund der Beteiligung zu mindestens 1&nbsp;% und durch die berufliche T&auml;tigkeit ein ma&szlig;geblicher Einfluss auf die Kapitalgesellschaft ausge&uuml;bt werden k&ouml;nne. Es mag somit zwar dem Vorstellungsbild des Gesetzgebers entsprochen haben, &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG erfasse typischerweise den Fall, dass die berufliche T&auml;tigkeit auf Grundlage einer vertraglichen Beziehung f&uuml;r diejenige Kapitalgesellschaft entfaltet wird, an der eine unmittelbare Beteiligung besteht. Der Gesetzesbegr&uuml;ndung l&auml;sst sich aber weder dies hinreichend deutlich entnehmen, noch dass der Gesetzgeber andere Sachverhaltsgestaltungen aus dem Anwendungsbereich der Regelung ausschlie&szlig;en wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Der Senat leitet f&uuml;r die Auslegung des Merkmals &quot;f&uuml;r diese&quot; aus dem Normzweck des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG ab, dass bei besonderen Umst&auml;nden auch T&auml;tigkeiten auf Ebene einer anderen Kapitalgesellschaft als berufliche T&auml;tigkeit f&uuml;r diejenige Kapitalgesellschaft zu qualifizieren sein k&ouml;nnen, f&uuml;r deren Kapitalertr&auml;ge der Antrag gestellt wird. &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG soll f&uuml;r Gesellschafter, die sich &quot;unternehmerisch&quot; beteiligen, eine &Uuml;berbesteuerung vermeiden, die ansonsten durch die Anwendung des Abzugsverbots des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG f&uuml;r Refinanzierungskosten des Beteiligungserwerbs eintreten kann (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25.&nbsp;August 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;3\/14, BFHE 250, 423, BStBl II 2015, 892, Rz&nbsp;16, und vom 1.&nbsp;Juli 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;53\/12, BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975, Rz&nbsp;21, sowie vom 21.&nbsp;Oktober 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;48\/12, BFHE 247, 548, BStBl II 2015, 270, Rz&nbsp;16, 28). Angesichts dieser vom Gesetzgeber selbst gesehenen Notwendigkeit besteht aus Sicht des Senats gerade kein Bed&uuml;rfnis f&uuml;r eine enge und typisierende Auslegung der Vorschrift in der vom FA vertretenen Weise.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Zudem hat der Senat zu der im Streitjahr ma&szlig;gebenden Fassung des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG bereits gekl&auml;rt (s. BFH-Urteil in BFHE 250, 423, BStBl II 2015, 892, Rz&nbsp;11 und 14), dass der Gesetzeswortlaut hinsichtlich der beruflichen T&auml;tigkeit des Anteilseigners weder Anforderungen qualitativer noch quantitativer Art enth&auml;lt. Es ist danach nicht erforderlich, dass der Gesellschafter durch seine berufliche T&auml;tigkeit einen ma&szlig;geblichen Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung derjenigen Kapitalgesellschaft aus&uuml;ben kann, von der er die Kapitalertr&auml;ge bezieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auf dieser Grundlage ist die tats&auml;chliche und rechtliche W&uuml;rdigung des FG revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Es hat im Ergebnis zu Recht einen engen Zusammenhang zwischen der T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers auf Ebene der H-GmbH und dessen Beteiligung an der Organtr&auml;gergesellschaft B-GmbH angenommen und die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers auch als T&auml;tigkeit &quot;f&uuml;r&quot; die B-GmbH gew&uuml;rdigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) in seiner Funktion als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Organtochter H-GmbH f&uuml;r die Umsetzung der ihm aufgrund des Beherrschungsvertrags erteilten Weisungen der Organtr&auml;gerin B-GmbH verantwortlich gewesen. Seine T&auml;tigkeit auf Ebene der H-GmbH lag nach den Feststellungen des FG im besonderen wirtschaftlichen Interesse der Organtr&auml;gerin B-GmbH, die als reine Holding t&auml;tig war und Eink&uuml;nfte nur aus den Gewinnabf&uuml;hrungen oder Aussch&uuml;ttungen ihrer operativ t&auml;tigen Tochtergesellschaften erzielte. Die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers bei der H-GmbH wirkte sich direkt auf das Ergebnis der B-GmbH aus. Wegen dieser besonderen Umst&auml;nde, insbesondere wegen des Beherrschungsvertrags innerhalb der Organschaft, bestand ein enger Zusammenhang zwischen der Beteiligung des Kl&auml;gers an der B-GmbH und seiner T&auml;tigkeit auf Ebene der H-GmbH. Aus diesem Zusammenhang durfte das FG rechtlich die Schlussfolgerung ziehen, die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers bei der H-GmbH sei auch als T&auml;tigkeit &quot;f&uuml;r&quot; die B-GmbH zu w&uuml;rdigen. Wie bereits ausgef&uuml;hrt (s. unter 1.b&nbsp;bb&nbsp;bbb) verlangt dies weder, dass der Kl&auml;ger auf einer vertraglichen Grundlage f&uuml;r die B-GmbH t&auml;tig wird noch dass die T&auml;tigkeit bei der H-GmbH dem Kl&auml;ger auf Ebene der B-GmbH einen besonderen Einfluss auf deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung vermitteln muss (s. unter 1.b&nbsp;bb&nbsp;ccc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hat das FG die Beteiligung des Kl&auml;gers an der B-GmbH ihrer Art nach zu Recht auch als &quot;unternehmerische&quot; Beteiligung i.S. der Gesetzesbegr&uuml;ndung eingeordnet, die unter die dargelegte Auslegung des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG fallen soll. Der Kl&auml;ger hat sich im Streitfall neben Finanzinvestoren als sog. &quot;Management Investor&quot; an der B-GmbH zu mehr als 1&nbsp;% beteiligt und hat die B-GmbH mit Einzahlungen in die Kapitalr&uuml;cklage in H&ouml;he von 224.250&nbsp;EUR ausgestattet, damit diese Beteiligungen an den operativ t&auml;tigen Gesellschaften der Unternehmensgruppe erwerben konnte (s. &sect;&nbsp;7 der Rahmenvereinbarung). Er war zugleich als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der operativen Organgesellschaft H-GmbH f&uuml;r deren Ergebnis und f&uuml;r das Ergebnis der Unternehmensgruppe mitverantwortlich. Diese Umst&auml;nde grenzen die Beteiligung des Kl&auml;gers an der B-GmbH von einer zum Zweck der Verm&ouml;gensanlage erworbenen Beteiligung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das Antragsrecht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG steht dem Kl&auml;ger im Hinblick auf den Abzug von Werbungskosten im &Uuml;brigen ungeachtet des Umstands zu, dass er im Streitjahr keine Kapitalertr&auml;ge aus der Beteiligung an der B-GmbH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder Nr.&nbsp;2 EStG erzielt hat. Ausreichend f&uuml;r eine Antragstellung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG ist die abstrakte M&ouml;glichkeit, Kapitalertr&auml;ge aus der jeweiligen Beteiligung erzielen zu k&ouml;nnen; dies gen&uuml;gt, um die tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten zu 60&nbsp;% im Rahmen der Veranlagung abziehen zu k&ouml;nnen (ebenso BMF-Schreiben in BStBl I 2016, 85, Rz&nbsp;143). Die abstrakte M&ouml;glichkeit, Kapitalertr&auml;ge aus einer Beteiligung erzielen zu k&ouml;nnen, hat der Senat in seinem Urteil in BFHE 247, 548, BStBl II 2015, 270 (Rz&nbsp;29) bislang nur f&uuml;r den im Streitfall nicht gegebenen Sonderfall ausgeschlossen, dass der Antrag zu einem Zeitpunkt gestellt wird, zu dem der Gesellschafter schon einen Aufl&ouml;sungsverlust i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;4 EStG ausnahmsweise vor Abschluss der Liquidation (nach L&ouml;schung der Kapitalgesellschaft im Handelsregister) realisiert hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Schlie&szlig;lich sind die Beteiligten und das FG auch zu Recht davon ausgegangen, dass die streitigen Schuldzinsen und Geb&uuml;hren Werbungskosten des Kl&auml;gers sind, die durch potenzielle Kapitalertr&auml;ge des Kl&auml;gers aus der Beteiligung an der B-GmbH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG veranlasst sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG und die hierzu z&auml;hlenden Schuldzinsen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG) sind alle Aufwendungen, die durch die Erzielung steuerpflichtiger Einnahmen veranlasst sind. Das ist der Fall, wenn sie objektiv mit einer Einkunftsart zusammenh&auml;ngen und ihr subjektiv zu dienen bestimmt sind. Ma&szlig;geblich daf&uuml;r, ob ein solcher Zusammenhang besteht, ist zum einen die wertende Beurteilung des die betreffenden Aufwendungen &quot;ausl&ouml;senden Moments&quot;, zum anderen dessen Zuweisung zur einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 21.&nbsp;September 2009 GrS&nbsp;1\/06, BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672, unter C.III.1.a; BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Juni 2016 VIII&nbsp;R&nbsp;32\/13, BFHE 253, 565, BStBl II 2016, 769, Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Finanzierungskosten zur Anschaffung von GmbH-Anteilen sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH unabh&auml;ngig davon, ob die Fremdfinanzierung erforderlich oder die Eigenfinanzierung m&ouml;glich war, Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG (BFH-Urteile vom 4.&nbsp;Juli 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;46\/06, BFHE 218, 308, BStBl II 2008, 49, unter II.2.b; vom 21.&nbsp;Januar 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;2\/02, BFHE 205, 117, BStBl II 2004, 551, unter II.3.a). Die im Streitfall angefallenen Schuldzinsen und Geb&uuml;hren dienen in diesem Sinne der Finanzierung (origin&auml;rer und nachtr&auml;glicher) Anschaffungskosten der Beteiligung an der B-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies bedarf hinsichtlich der Verwendung der Darlehensmittel zum Erwerb der einzelnen Anteile an der B-GmbH keiner weiteren Vertiefung. Soweit das Darlehen zur Finanzierung der Einzahlungen in die Kapitalr&uuml;cklage verwendet wurde, finanzierte der Kl&auml;ger aber ebenfalls die Anschaffung der Beteiligung an der B-GmbH, da ihm insoweit nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten entstanden sind (s. zur Einordnung einer Zahlung in die Kapitalr&uuml;cklage als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten BFH-Urteil vom 27.&nbsp;April 2000 I&nbsp;R&nbsp;58\/99, BFHE 192, 428, BStBl II 2001, 168, unter III.5.b). Zahlungen in die Kapitalr&uuml;cklage einer Kapitalgesellschaft sind auch nach der Neuausrichtung des Anschaffungskostenbegriffs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;4 EStG im BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Juli 2017 IX&nbsp;R&nbsp;36\/15 (BFHE 258, 427, Rz&nbsp;37) weiterhin grunds&auml;tzlich nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten des Gesellschafters auf die Beteiligung (BFH-Urteile in BFHE 258, 427, Rz&nbsp;37, und vom 6.&nbsp;Dezember 2017 IX&nbsp;R&nbsp;7\/17, BFHE 260, 163, Rz&nbsp;24). Zweifelhaft ist dies nach dem BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Oktober 2017 IX&nbsp;R&nbsp;5\/15 (BFHE 259, 358, BStBl II 2018, 18) nur hinsichtlich solcher Einzahlungen der Gesellschafter in die Kapitalr&uuml;cklage geworden, die unmittelbar der Abl&ouml;sung von (eigenkapitalersetzenden) Gesellschafter-Finanzierungshilfen durch die Kapitalgesellschaft dienten. Eine solche Konstellation liegt im Streitfall indes nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hat es der Senat im Urteil in BFHE 218, 308, BStBl II 2008, 49 unter II.2.b, m.w.N. f&uuml;r die Begr&uuml;ndung eines Veranlassungszusammenhangs zwischen Finanzierungskosten und Kapitalertr&auml;gen aus einer Beteiligung &#8211;unabh&auml;ngig von der Finanzierung origin&auml;rer und nachtr&auml;glicher Anschaffungskosten durch das zugrundeliegende Darlehen&#8211; auch gen&uuml;gen lassen, dass der Gesellschafter durch eine fremdfinanzierte Einzahlung in die Kapitalr&uuml;cklage die Eigenkapitalbasis der Gesellschaft st&auml;rkt und deren F&auml;higkeit verbessert, Aussch&uuml;ttungen vornehmen zu k&ouml;nnen, an denen er wiederum nach Ma&szlig;gabe der gesellschaftsvertraglichen Regelungen teilhat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Aufgrund des wirksamen Antrags des Kl&auml;gers gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG ist f&uuml;r die (potenziellen) Beteiligungsertr&auml;ge aus der B-GmbH die anteilige Steuerfreistellung des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d EStG er&ouml;ffnet. &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG bestimmt f&uuml;r diesen Fall, dass &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Satz&nbsp;2 EStG keine Anwendung findet (s. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;August 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;33\/15, BFHE 259, 213, BStBl II 2018, 69, Rz&nbsp;25). Werbungskosten, die mit diesen dem Teileink&uuml;nfteverfahren unterliegenden Kapitalertr&auml;gen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen (hier: die Schuldzinsen und Geb&uuml;hren des Refinanzierungsdarlehens), d&uuml;rfen unabh&auml;ngig davon, in welchem Veranlagungszeitraum die Einnahmen anfallen, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte nur zu 60&nbsp;% abgezogen werden. Dies hat der Kl&auml;ger begehrt. Das FG hat daher auch insoweit zutreffend entschieden, dass die geltend gemachten Werbungskosten im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr in H&ouml;he von .\/. 6.356&nbsp;EUR bei den regelbesteuerten Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus Kapitalverm&ouml;gen (au&szlig;erhalb der dem gesonderten Tarif gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG unterliegenden Kapitaleink&uuml;nfte) zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.3.2018, VIII R 1\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.270318.VIIIR1.15.0 Voraussetzungen des Antrags auf Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. b EStG Leits&auml;tze Die erforderliche berufliche T&auml;tigkeit &quot;f&uuml;r&quot; eine Kapitalgesellschaft setzt nach der bis Ende des Veranlagungszeitraums 2016 geltenden Fassung des &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. b &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-1-15-voraussetzungen-des-antrags-auf-anwendung-des-teileinkuenfteverfahrens-nach-par-32d-abs-2-nr-3-satz-1-buchst-b-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;1\/15 &#8211; Voraussetzungen des Antrags auf Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. b EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69620","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69620"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69620\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}