{"id":69621,"date":"2018-07-06T15:18:23","date_gmt":"2018-07-06T13:18:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69621"},"modified":"2018-07-06T15:18:23","modified_gmt":"2018-07-06T13:18:23","slug":"x-r-5-16-steuerliche-beruecksichtigung-von-zuwendungen-an-eine-in-der-eu-belegene-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-5-16-steuerliche-beruecksichtigung-von-zuwendungen-an-eine-in-der-eu-belegene-kirche\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;5\/16 &#8211; Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Zuwendungen an eine in der EU belegene Kirche"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.3.2018, X R 5\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.220318.XR5.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Zuwendungen an eine in der EU belegene Kirche<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Das Ansehen Deutschlands kann gem&auml;&szlig; &sect; 10b Abs. 1 Satz 6 EStG gef&ouml;rdert werden, wenn im Kernbereich der religi&ouml;sen T&auml;tigkeit einer ausl&auml;ndischen Kirche ein gemeinn&uuml;tziges Engagement erkennbar wird, das Deutschland mittelbar zuzurechnen ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine Spende, die ein inl&auml;ndischer Steuerpflichtiger unmittelbar einer im EU-\/EWR-Ausland belegenen Einrichtung zuwendet, die die Voraussetzungen der &sect;&sect; 51 ff. AO erf&uuml;llt oder bei der es sich um eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts handelt, darf nicht anders behandelt werden als eine Spende an eine inl&auml;ndische gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft, die ihre Mittel einer im Ausland ans&auml;ssigen Einrichtung zur Erf&uuml;llung eines bestimmten gemeinn&uuml;tzigen Zwecks &uuml;berl&auml;sst.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Feststellungen zu Bestehen und Inhalt des ausl&auml;ndischen Rechts sind f&uuml;r das Revisionsgericht grunds&auml;tzlich bindend. Allerdings entf&auml;llt die Bindungswirkung, soweit die erstinstanzlichen Feststellungen auf einem nur kursorischen &Uuml;berblick &uuml;ber die zu behandelnde Materie beruhen. In diesem Fall liegt ein materieller Mangel der Vorentscheidung vor (Best&auml;tigung der BFH-Rechtsprechung, z.B. Urteil vom 13. Juni 2013 III R 63\/11, BFHE 242, 34, BStBl II 2014, 711).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 20. Januar 2016&nbsp;&nbsp;9 K 3177\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) begehrte im Streitjahr 2010 den Sonderausgabenabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10b des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) f&uuml;r Spenden in H&ouml;he von 15.000&nbsp;EUR, die sie in diesem Jahr an die griechisch-katholische Pfarrgemeinde P in C (Rum&auml;nien) geleistet hatte. P wurde laut ihrer Satzung aufgrund des Gesetzesdekrets Nr.&nbsp;126 vom 24.&nbsp;April 1990 errichtet; sie ist eine &quot;rum&auml;nische juristische Person mit religi&ouml;sem Charakter&quot;, die humanit&auml;re, geistliche, religi&ouml;se, erzieherische, wohlt&auml;tige und kulturelle Zwecke verfolgt. Die Zuwendungen der Kl&auml;gerin dienten der Errichtung einer Kirche in C, die sich im Jahr 2010 noch in der Bauphase befand und erst aufgrund der Zahlungen der Kl&auml;gerin fertiggestellt werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Name der Kl&auml;gerin wurde in den Fu&szlig; des Altars eingraviert. Dar&uuml;ber hinaus wird die Kl&auml;gerin bei jeder Messe, die in der Kirche abgehalten wird, im Rahmen der F&uuml;rbitten namentlich erw&auml;hnt. Zudem wurde die Kl&auml;gerin von P zur Weihe der Kirche nach deren Fertigstellung eingeladen. &Uuml;ber dieses Ereignis erschien in der &ouml;rtlichen Presse ein Artikel, in dem das Engagement der Kl&auml;gerin als Spenderin aus der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) namentlich erw&auml;hnt wurde. Dar&uuml;ber hinaus wurde ihr im Zusammenhang mit dem Weihefest der Kirche eine Urkunde verliehen, die den Dank der Gemeinde f&uuml;r den erm&ouml;glichten Wiederaufbau zum Ausdruck bringt. Eine weitere Dankesurkunde wurde der Kl&auml;gerin im November 2013 vom Bischof von C &uuml;bergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin legte im Verfahren u.a. eine von dem Pfarrer unterzeichnete Spendenbescheinigung der P vom 24.&nbsp;Dezember 2010 in rum&auml;nischer Sprache samt nicht amtlicher deutscher &Uuml;bersetzung vor, in der ihr f&uuml;r den Erhalt von 1.000&nbsp;EUR f&uuml;r die Konstruktion der neuen Kirche gedankt wird, sowie eine ebenfalls von dem Pfarrer unterzeichnete Erkl&auml;rung in franz&ouml;sischer Sprache vom 23.&nbsp;September 2011, in der dieser den Erhalt von weiteren Zuwendungen im Jahr 2010 in H&ouml;he von insgesamt 14.000&nbsp;EUR best&auml;tigt. Zudem enth&auml;lt diese Erkl&auml;rung eine Beschreibung der Bauabschnitte und eine Zusicherung, dass die Mittel nur hierf&uuml;r verwendet worden seien. Weiterhin legte die Kl&auml;gerin eine nur von der &quot;S.C. F&quot; (Wirtschaftspr&uuml;fer) unterzeichnete Bescheinigung vor, in der ihre Spendenzahlungen im Streitjahr 2010 in H&ouml;he von 14.000&nbsp;EUR best&auml;tigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lie&szlig; die Spenden nicht zum Abzug zu, da der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG erforderliche strukturelle Inlandsbezug fehle und die vorgelegten Zuwendungsbest&auml;tigungen nicht ordnungsgem&auml;&szlig; seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung ihrer Klage wies die Kl&auml;gerin darauf hin, dass die geltend gemachten Zuwendungen bei unionsrechtskonformer Auslegung der gesetzlichen Vorgaben als Spende nach &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig seien. Die Auffassung des FA, &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG verlange eine nachhaltige Verbesserung des Rufs Deutschlands in der Welt, sei zu eng und f&uuml;hre dazu, dass gerade b&uuml;rgerschaftliches Engagement und solche Hilfsma&szlig;nahmen unber&uuml;cksichtigt blieben, die sich aus privaten Initiativen erg&auml;ben und im nichtkoordinierten internationalen Rahmen bewegten. Gerade die &quot;kleinen Erfolgsgeschichten&quot; &#8211;wie z.B. die Spende der Kl&auml;gerin, die dazu beitrage, ein langersehntes Projekt fertigzustellen&#8211; seien besonders geeignet, sich im Ged&auml;chtnis der Menschen vor Ort zu manifestieren und eine positive Assoziation zu Deutschland zu entwickeln. Ferner reichte die Kl&auml;gerin eine von dem Pfarrer der P unterzeichnete Zuwendungsbest&auml;tigung vom 1.&nbsp;Juli 2015 nach deutschem Muster ein, in der f&uuml;r das Jahr 2010 der Erhalt von Spenden in H&ouml;he von 15.000&nbsp;EUR best&auml;tigt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA war demgegen&uuml;ber der Auffassung, es sei nicht ersichtlich, dass die T&auml;tigkeit der rum&auml;nischen P und nicht nur die Spende selbst einen Bezug zu Deutschland habe. Der Hinweis auf eine einzelne deutsche Spenderin sei nicht ausreichend, zumal aller Wahrscheinlichkeit nach bei der Erw&auml;hnung w&auml;hrend der Gottesdienste zwar der Name der Spenderin, nicht aber ihre Herkunft aus Deutschland genannt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht (FG) erkl&auml;rten die Beteiligten, es sei zwischen ihnen unstreitig, dass die formellen Voraussetzungen des Spendenabzugs vorl&auml;gen, insbesondere, dass es sich bei der Zuwendungsempf&auml;ngerin um eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts handele, da sie durch Gesetzesakt gegr&uuml;ndet worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 653 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt. P sei eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts, die nach inl&auml;ndischen Ma&szlig;st&auml;ben steuerbefreit w&auml;re, weil sie kirchliche Zwecke verfolge. &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG sei in verfassungs- und unionsrechtlich gebotener Weise so auszulegen, dass die T&auml;tigkeit des Zuwendungsempf&auml;ngers zum Ansehen Deutschlands beitragen k&ouml;nne, wenn der Beitrag zur Ansehenssteigerung nicht evident ausgeschlossen sei. Bei einer ausl&auml;ndischen Organisation, die nachgewiesen habe, dass sie nach deutschem Recht gemeinn&uuml;tzig sei, k&ouml;nne ohne weitere Pr&uuml;fung auch von einer m&ouml;glichen Ansehenssteigerung ausgegangen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA begr&uuml;ndet seine Revision mit der Verletzung materiellen Rechts. Die Feststellungen des FG tr&uuml;gen nicht dessen Annahme, es handele sich bei P um eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts. Auch sei im Streitfall der Begriff der Spende nicht erf&uuml;llt, da die Kl&auml;gerin Gegenleistungen erhalten habe. So sei sie zur Weihe eingeladen und ihr Name in den Fu&szlig; des Altars eingraviert worden; ferner werde sie in den F&uuml;rbitten erw&auml;hnt. Auch k&ouml;nne nicht ausgeschlossen werden, dass die Kl&auml;gerin weitere Gegenleistungen erhalten habe. Das FG habe zudem verkannt, dass die geltend gemachten Aufwendungen auch bei Anlegung unionsrechtlicher sowie verfassungsrechtlicher Ma&szlig;st&auml;be an die Auslegung der gesetzlichen Vorgaben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG nicht als Spenden abziehbar seien. Die T&auml;tigkeit der P als Zuwendungsempf&auml;ngerin sei nicht geeignet, das Ansehen Deutschlands zu f&ouml;rdern. Auch seien die formellen und materiellen Anforderungen, die an einen Zuwendungsnachweis zu stellen seien, nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die P aufgrund eines Gesetzesdekrets und somit aufgrund eines &ouml;ffentlich-rechtlichen Hoheitsaktes geschaffen worden sei, handele es sich bei ihr um eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts. Auch teile sie, die Kl&auml;gerin, die vom FG vorgenommene Auslegung des strukturellen Inlandsbezugs in &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 Alternative&nbsp;2 EStG. Wenn das FA das Vorliegen geeigneter Spendenbescheinigungen bestreite, sei darauf hinzuweisen, dass es selbst w&auml;hrend der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG erkl&auml;rt habe, die formellen Voraussetzungen seien durch die Vorlage von den inl&auml;ndischen Vorschriften im Wesentlichen entsprechenden Bescheinigungen erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetreten. Es hat keinen Antrag gestellt, unterst&uuml;tzt in der Sache aber das Vorbringen des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil wird aufgehoben und die Sache an das FG zur&uuml;ckverwiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann mangels ausreichender Feststellungen des FG nicht beurteilen, ob die Kl&auml;gerin ihre im Streitjahr 2010 an die rum&auml;nische Kirchengemeinde P geleisteten Zahlungen nach &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 EStG bis zur H&ouml;he von 20&nbsp;% des Gesamtbetrags ihrer Eink&uuml;nfte als Spenden abziehen kann. Das FG wird aufzukl&auml;ren haben, ob es sich bei P um eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG handelt (unter 1.). Nach den bisherigen Feststellungen des FG scheitert der Spendenabzug der Kl&auml;gerin &#8211;entgegen der Auffassung des FA&#8211; weder an der Unentgeltlichkeit der Zuwendung noch an der fehlenden Vorlage ausreichender Zuwendungsbescheinigungen (unter 2.). Zudem w&auml;ren nach Ansicht des Senats im Streitfall die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG erf&uuml;llt (unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG k&ouml;nnen Spenden zur F&ouml;rderung steuerbeg&uuml;nstigter Zwecke i.S. der &sect;&sect;&nbsp;52 bis&nbsp;54 der Abgabenordnung (AO) als Sonderausgaben abgezogen werden. Weitere Voraussetzung f&uuml;r den Abzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG ist, dass diese Zuwendungen an eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts oder an eine &ouml;ffentliche Dienststelle geleistet werden, die in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) oder in einem Staat belegen ist, auf dem das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen) Anwendung findet. Ein Sonderausgabenabzug ist ebenfalls bei Spenden an eine in der EU\/dem Geltungsbereich des EWR-Abkommens belegene K&ouml;rperschaft, Personenvereinigung oder Verm&ouml;gensmasse m&ouml;glich, die nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) i.V.m. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 zweiter Halbsatz KStG steuerbefreit w&auml;re, wenn sie inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte erzielen w&uuml;rde (&sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Beteiligten sind sich dar&uuml;ber einig, das P unterschiedliche gemeinn&uuml;tzige Zwecke erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Satzung der P l&auml;sst sich entnehmen, dass sie vor allem die Religion gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO f&ouml;rdert. Als weitere satzungsm&auml;&szlig;ig genannte Zwecke k&ouml;nnten die F&ouml;rderung der Jugend- und Altenhilfe gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 AO sowie die F&ouml;rderung der Kultur gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 AO angesehen werden. Auch scheint sie der Satzung entsprechend mildt&auml;tige Zwecke gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;53 AO zu erf&uuml;llen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Gegensatz zur Auffassung des FG sind bei der rum&auml;nischen Pfarrgemeinde jedoch nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;54 AO gegeben. Kirchliche Zwecke i.S. des &sect;&nbsp;54 AO werden von einer K&ouml;rperschaft nur dann erf&uuml;llt, wenn ihre T&auml;tigkeit darauf gerichtet ist, eine Religionsgemeinschaft, die K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts ist, selbstlos zu f&ouml;rdern. &sect;&nbsp;54 AO erfasst daher lediglich (F&ouml;rder-)K&ouml;rperschaften, die kirchliche Zwecke verfolgen, indem sie (dritte) K&ouml;rperschaften, bei denen es sich um &ouml;ffentlich-rechtlich organisierte Religionsgemeinschaften handeln muss, f&ouml;rdern (vgl. z.B. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;54 AO Rz&nbsp;1; Musil in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;54 AO Rz&nbsp;7). Vorliegend ist hingegen die F&ouml;rderung der rum&auml;nischen P selbst streitgegenst&auml;ndlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat kann anhand der Feststellungen des FG nicht beurteilen, ob &#8211;wovon die Beteiligten in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG noch &uuml;bereinstimmend ausgegangen sind&#8211; P eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts i.S. des &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ob P als juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts anzusehen ist, beurteilt sich nach dem rum&auml;nischen Recht, da f&uuml;r die Einordnung eines ausl&auml;ndischen Rechtsgebildes das jeweilige Staats- und Verwaltungsrecht ma&szlig;gebend ist (s. Kulosa in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;10b EStG Rz&nbsp;50; Eckardt in Kanzler\/ Kraft\/B&auml;uml, EStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10b Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es ist Aufgabe des FG als Tatsacheninstanz, das ma&szlig;gebende ausl&auml;ndische Recht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;293 der Zivilprozessordnung (ZPO) von Amts wegen zu ermitteln (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211;, vgl. z.B. Urteil vom 19.&nbsp;Januar 2017 IV&nbsp;R&nbsp;50\/14, BFHE 257, 35, BStBl II 2017, 456, Rz&nbsp;60, m.w.N.). Es geh&ouml;rt damit nicht zu den Pflichten eines Kl&auml;gers, die Regelungen &uuml;ber das ausl&auml;ndische Recht (im Einzelnen) darzulegen (vgl. BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Juni 2013 III&nbsp;R&nbsp;63\/11, BFHE 242, 34, BStBl II 2014, 711, Rz&nbsp;26, und III&nbsp;R&nbsp;10\/11, BFHE 241, 562, BStBl II 2014, 706, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie das FG das ausl&auml;ndische Recht ermittelt, steht in seinem pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessen (BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Dezember 2007 I&nbsp;R&nbsp;46\/07, BFH\/NV 2008, 930; in BFHE 242, 34, BStBl II 2014, 711, Rz&nbsp;27, und in BFHE 241, 562, BStBl II 2014, 706, Rz&nbsp;29). Dabei lassen sich die Anforderungen an Umfang und Intensit&auml;t der Ermittlungspflicht des Tatrichters nur in sehr eingeschr&auml;nktem Ma&szlig;e generell-abstrakt bestimmen. An die Ermittlungspflicht werden umso h&ouml;here Anforderungen zu stellen sein, je komplexer oder je fremder das anzuwendende Recht im Vergleich zum eigenen ist. Gleiches wird man annehmen m&uuml;ssen, wenn die Beteiligten die ausl&auml;ndische Rechtspraxis detailliert und kontrovers vortragen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichtshofs vom 30.&nbsp;April 1992 IX&nbsp;ZR&nbsp;233\/90, BGHZ 118, 151, unter B.I.2.b; zu den Ermittlungspflichten bei &uuml;bereinstimmendem Beteiligtenvortrag s. Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 10.&nbsp;April 1975&nbsp;&nbsp;2&nbsp;AZR&nbsp;128\/74, BAGE 27, 99, unter IV.2.). Der Umstand, dass das ausl&auml;ndische Recht ggf. sehr komplex ist, kann das FG von dieser Ermittlungspflicht nicht entbinden. Eine Revision kann nicht darauf gest&uuml;tzt werden, dass die Vorentscheidung auf der fehlerhaften Anwendung ausl&auml;ndischen Rechts beruhe, da ausl&auml;ndisches Recht nicht zum &quot;Bundesrecht&quot; i.S. des &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO geh&ouml;rt. Vielmehr sind die Feststellungen &uuml;ber das Bestehen und den Inhalt ausl&auml;ndischen Rechts f&uuml;r das Revisionsgericht grunds&auml;tzlich bindend (&sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;560 ZPO). Sie sind revisionsrechtlich wie Tatsachenfeststellungen zu behandeln (z.B. BFH-Urteile vom 14.&nbsp;Mai 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;67\/01, BFH\/NV 2002, 1294, unter II.2., und in BFHE 257, 35, BStBl II 2017, 456, Rz&nbsp;61). Gleichwohl werden die ausl&auml;ndischen Rechtss&auml;tze nicht selbst zu Tatsachen; eine Entscheidung nach den Grunds&auml;tzen der Feststellungslast ist in diesem Bereich daher nicht m&ouml;glich (BFH-Urteile in BFHE 242, 34, BStBl II 2014, 711, Rz&nbsp;27, und in BFHE 241, 562, BStBl II 2014, 706, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die revisionsrechtliche Bindungswirkung entf&auml;llt allerdings, soweit die erstinstanzlichen Feststellungen auf einem nur kursorischen &Uuml;berblick &uuml;ber die zu behandelnde Materie beruhen. In diesem Fall liegt ein materieller Mangel der Vorentscheidung vor (z.B. BFH-Urteile in BFHE 242, 34, BStBl II 2014, 711, Rz&nbsp;34; vom 16.&nbsp;April 2015 III&nbsp;R&nbsp;6\/14, BFH\/NV 2015, 1237, Rz&nbsp;13; in BFHE 257, 35, BStBl II 2017, 456, Rz&nbsp;61, jeweils m.w.N.). Im &Uuml;brigen ist aufgrund einer entsprechenden Verfahrensr&uuml;ge zu pr&uuml;fen, ob das FG die Ermittlungen frei von Verfahrensm&auml;ngeln durchgef&uuml;hrt hat, insbesondere das ihm einger&auml;umte Ermessen pflichtgem&auml;&szlig; ausge&uuml;bt und die Erkenntnisquellen genutzt hat (s. BFH-Urteile in BFHE 242, 34, BStBl II 2014, 711, Rz&nbsp;34, und in BFHE 257, 35, BStBl II 2017, 456, Rz&nbsp;61, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser h&ouml;chstrichterlich entwickelten Grunds&auml;tze kann das Urteil des FG keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Bindung des erkennenden Senats an die Feststellungen des FG entf&auml;llt allerdings nicht bereits dadurch, dass das FA im Revisionsverfahren geltend macht, das FG habe die ausl&auml;ndische Rechtslage nicht ausreichend festgestellt. Da der im finanzgerichtlichen Verfahren geltende Untersuchungsgrundsatz eine Verfahrensvorschrift ist, auf deren Einhaltung ein Beteiligter verzichten kann (&sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 ZPO), hat die unterlassene rechtzeitige R&uuml;ge den endg&uuml;ltigen R&uuml;geverlust zur Folge (s. BFH-Urteil vom 10.&nbsp;April 2013 I&nbsp;R&nbsp;45\/11, BFHE 241, 332, BStBl II 2013, 771, Rz&nbsp;24, m.w.N.). Dies gilt im Streitfall umso mehr, als das FA in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG erkl&auml;rt hat, es sei unstreitig, dass es sich bei P um eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Bindungswirkung entf&auml;llt aus einem anderen Grund. Die Feststellungen des FG sind nicht ausreichend, um die Frage, ob es sich bei P um eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts handelt, verl&auml;sslich auf der Grundlage des rum&auml;nischen Rechts beurteilen zu k&ouml;nnen. Das FG hat lediglich darauf hingewiesen, P sei eine durch (lt. Satzung: &quot;aufgrund&quot;) Gesetzesdekret errichtete Pfarrgemeinschaft. Erkenntnisse zumindest &uuml;ber den Inhalt des Gesetzesdekrets und\/oder in Bezug auf das den Status einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts vermittelnde rum&auml;nische Recht fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wegen des Fehlens der erforderlichen Feststellungen kann die Schlussfolgerung des FG, P sei eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts, einer revisionsrechtlichen Pr&uuml;fung nicht standhalten. Zwar ist die finanzrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung revisionsrechtlich nur eingeschr&auml;nkt &#8211;insbesondere auf Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze und allgemeine Erfahrungss&auml;tze&#8211; &uuml;berpr&uuml;fbar. Das FG hat jedoch im Einzelnen darzulegen, wie und dass es seine &Uuml;berzeugung in rechtlich zul&auml;ssiger und einwandfreier Weise gewonnen hat. Die subjektive Gewissheit des Tatrichters vom Vorliegen eines entscheidungserheblichen Sachverhalts ist nur dann ausreichend und f&uuml;r das Revisionsgericht bindend, wenn sie auf einer logischen, verstandesm&auml;&szlig;ig einsichtigen W&uuml;rdigung beruht, deren nachvollziehbare Folgerungen den Denkgesetzen entsprechen und von den festgestellten Tatsachen getragen werden (so auch BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 1237, Rz&nbsp;16, zu fehlenden finanzgerichtlichen Feststellungen zum polnischen Recht). Insbesondere an der letztgenannten Voraussetzung fehlt es im Streitfall. Es ist nicht nachvollziehbar, auf welcher Grundlage das FG zu der Auffassung gelangt ist, die P sei eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts, denn es hat zum Inhalt des zugrundeliegenden rum&auml;nischen Rechts nichts festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) An diesem materiellen Rechtsfehler des FG &auml;ndert sich auch nichts dadurch, dass die Beteiligten in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG ihre &uuml;bereinstimmende Auffassung bekundeten, P sei eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts. Deren &#8211;ohne substantiierten Hinweis auf den konkreten Inhalt des rum&auml;nischen Rechts ge&auml;u&szlig;erte&#8211; Rechtsansichten k&ouml;nnen ausreichende finanzgerichtliche Feststellungen zum entscheidungserheblichen ausl&auml;ndischen Recht nicht ersetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die Sache geht deshalb zur Nachholung der notwendigen Feststellungen an das FG zur&uuml;ck. Sollte sich dabei herausstellen, dass P keine juristische Person des &ouml;ffentlichen, sondern des Privatrechts ist, hat das FG unter Ber&uuml;cksichtigung der Rechtsprechung des BFH weiter zu pr&uuml;fen, ob die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 EStG erf&uuml;llt sind (vgl. dazu BFH-Urteile vom 17.&nbsp;September 2013 I&nbsp;R&nbsp;16\/12, BFHE 243, 319, BStBl II 2014, 440; vom 21.&nbsp;Januar 2015 X&nbsp;R&nbsp;7\/13, BFHE 248, 543, BStBl II 2015, 588, und vom 25.&nbsp;Oktober 2016 I&nbsp;R&nbsp;54\/14, BFHE 256, 66, BStBl II 2017, 1216).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Gegensatz zur Auffassung des FA scheitert der Spendenabzug der Kl&auml;gerin nach den bisherigen Feststellungen des FG, die den Senat binden, weder an der Unentgeltlichkeit der Zuwendung noch an der fehlenden Vorlage ausreichender Zuwendungsbescheinigungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die im Revisionsverfahren vom FA ge&auml;u&szlig;erten Zweifel an der Unentgeltlichkeit der Zuwendung der Kl&auml;gerin vermag der erkennende Senat nicht zu teilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Spende muss ohne die Erwartung eines besonderen Vorteils gegeben werden; die Spendenmotivation muss im Vordergrund stehen. Die Unentgeltlichkeit ist f&uuml;r die Spende und damit f&uuml;r den Spendenabzug konstitutives Merkmal. Die steuerliche Entlastung der Spende ist nur gerechtfertigt, wenn sie weder privat- noch gruppenn&uuml;tzig, sondern ausschlie&szlig;lich fremdn&uuml;tzig, d.h. zur F&ouml;rderung des Gemeinwohls verwendet wird. Ein Spendenabzug ist daher nicht nur ausgeschlossen, wenn die Ausgaben zur Erlangung einer Gegenleistung des Empf&auml;ngers erbracht werden, sondern schon dann, wenn die Zuwendungen an den Empf&auml;nger unmittelbar und urs&auml;chlich mit einem von diesem oder einem Dritten gew&auml;hrten Vorteil zusammenh&auml;ngen, ohne dass der Vorteil unmittelbar wirtschaftlicher Natur sein muss (Senatsurteil vom 9.&nbsp;Dezember 2014 X&nbsp;R&nbsp;4\/11, BFH\/NV 2015, 853, Rz&nbsp;40, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Beurteilung der Frage, ob die Kl&auml;gerin die Zahlung unentgeltlich i.S. von fremdn&uuml;tzig geleistet hat, geh&ouml;rt zum Bereich der Tatsachenw&uuml;rdigung, die dem FG obliegt und damit der revisionsgerichtlichen Kontrolle grunds&auml;tzlich entzogen ist. Nur wenn sie verfahrensrechtlich nicht einwandfrei zustande gekommen ist, sie durch Denkfehler oder die Verletzung von Erfahrungss&auml;tzen beeinflusst wurde, liegt ein die Revision begr&uuml;ndender sachlich-rechtlicher Mangel des Urteils vor (Senatsurteil in BFH\/NV 2015, 853, Rz&nbsp;42, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze ist die W&uuml;rdigung des FG, die von der Kl&auml;gerin an P geleisteten Zahlungen seien Spenden i.S. des &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 EStG, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Die im FG-Urteil aufgez&auml;hlten &quot;Vorteile&quot; (Gravur des Namens in den Altar, Nennung in den F&uuml;rbitten und Einladung zu dem Weihefest) sind auch nach Auffassung des Senats lediglich Ausfluss der gemeinn&uuml;tzigen Mittelvergabe (vgl. dazu Schmidt\/ Heinicke, EStG 37.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10b Rz&nbsp;15). Soweit das FA im Revisionsverfahren vorgetragen hat, die Kl&auml;gerin habe weitere materielle Vorteile erhalten, stellt dies ein neues tats&auml;chliches Vorbringen dar, das im Revisionsverfahren unbeachtlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch die formellen Voraussetzungen f&uuml;r einen Spendenabzug sind gegeben. Das FG hat in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise erkannt, dass die von der Kl&auml;gerin vorgelegten Unterlagen in hinreichender Weise die satzungsgem&auml;&szlig;e Verwendung der Spenden dokumentieren und als Zuwendungsbest&auml;tigung ausreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat hat bereits in seinem Urteil in BFHE 248, 543, BStBl II 2015, 588, Rz&nbsp;47&nbsp;ff. entschieden, aus unionsrechtlichen Gr&uuml;nden k&ouml;nne nicht verlangt werden, dass die Zuwendungsbest&auml;tigung einer ausl&auml;ndischen Stiftung dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;50 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EStDV) entspreche (vgl. auch &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStDV). Zu den notwendigen Bestandteilen der Zuwendungsbest&auml;tigung einer ausl&auml;ndischen K&ouml;rperschaft geh&ouml;re aber &#8211;so der Senat&#8211;, dass diese bescheinige, sie habe die Spende erhalten, verfolge den satzungsgem&auml;&szlig;en gemeinn&uuml;tzigen Zweck und setze die Spende ausschlie&szlig;lich satzungsgem&auml;&szlig; ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Senatsrechtsprechung hat das FG seinem Urteil zugrunde gelegt und im Streitfall zu Recht ausreichende Zuwendungsbest&auml;tigungen als gegeben angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da P in Rum&auml;nien ans&auml;ssig und auch nur dort t&auml;tig ist, verwirklicht sie ihre vornehmlich religi&ouml;sen Zwecke nicht im Inland. Infolgedessen kann der Spendenabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG nur dann steuerlich anerkannt werden, wenn entweder nat&uuml;rliche inl&auml;ndische Personen gef&ouml;rdert werden (erste Alternative) oder die T&auml;tigkeit des Zuwendungsempf&auml;ngers neben der Verwirklichung der steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke auch zum Ansehen Deutschlands beitragen kann (zweite Alternative). Nach Ansicht des erkennenden Senats w&auml;ren die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG im Streitfall erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Wortlaut der im Streitfall allein in Betracht kommenden zweiten Alternative fordert einen Inlandsbezug der gemeinn&uuml;tzigen T&auml;tigkeit der ausl&auml;ndischen Spendenempf&auml;ngerin, also der P. Die Entstehungsgeschichte des &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG gibt erste Hinweise, wie der Inlandsbezug in dieser Vorschrift zu verstehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die grunds&auml;tzliche Ausweitung des Anwendungsbereichs des &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 EStG auch auf nicht im Inland ans&auml;ssige Zuwendungsempf&auml;nger durch das Gesetz zur Umsetzung steuerlicher EU-Vorgaben sowie zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften (StEUVUmsG) vom 8.&nbsp;April 2010 (BGBl I 2010, 386) war die Reaktion des deutschen Gesetzgebers auf das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Persche vom 27.&nbsp;Januar 2009 C-318\/07 (EU:C:2009:33, Slg. 2009 I-359). In diesem hatte der EuGH entschieden, dass die Kapitalverkehrsfreiheit einer Regelung entgegensteht, nach der nur Spenden an inl&auml;ndische als gemeinn&uuml;tzig anerkannte Einrichtungen steuerlich abziehbar sein k&ouml;nnen, ohne dass dem Spender die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet wird nachzuweisen, dass die Spende an eine EU-ausl&auml;ndische Einrichtung die Voraussetzungen der inl&auml;ndischen Verg&uuml;nstigung erf&uuml;llt (Persche, EU:C:2009:33, Slg. 2009 I&nbsp;359, Rz&nbsp;49&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der nunmehr normierte Inlandsbezug f&uuml;r Zuwendungen auch an juristische Personen des &ouml;ffentlichen Rechts, die im Ausland ihre steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke erf&uuml;llen, ist entsprechend dem durch das Jahressteuergesetz 2009 &#8211;JStG 2009&#8211; vom 19.&nbsp;Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794) geschaffenen &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;2 AO ausgestaltet worden (vgl. Begr&uuml;ndung des Regierungsentwurfs des StEUVUmsG, BTDrucks 17\/506, S.&nbsp;25). Hierdurch werde &#8211;so die Gesetzesbegr&uuml;ndung&#8211; der Sonderausgabenabzug von Spenden, die an Zahlungsempf&auml;nger in das EU-\/EWR-Ausland geleistet w&uuml;rden, insgesamt von denselben Voraussetzungen abh&auml;ngig gemacht, unabh&auml;ngig von der Rechtsform des jeweiligen Zahlungsempf&auml;ngers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zus&auml;tzliche Anhaltspunkte f&uuml;r das Verst&auml;ndnis des Inlandsbezugs k&ouml;nnen der Begr&uuml;ndung der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages zum JStG 2009 entnommen werden (BTDrucks 16\/11108, S.&nbsp;46). Danach sollte die Einf&uuml;hrung des Inlandsbezugs in &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;2 AO als weitere Voraussetzung der Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit verdeutlichen, dass die vom Deutschen Bundestag erw&uuml;nschte Steuerverg&uuml;nstigung f&uuml;r gemeinn&uuml;tziges Handeln und der damit verbundene Verzicht auf Steuereinnahmen nur insoweit zu rechtfertigen seien, als die gef&ouml;rderten gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen T&auml;tigkeiten &#8211;auch wenn sie von ausl&auml;ndischen Organisationen erbracht w&uuml;rden&#8211; einen Bezug zu Deutschland bes&auml;&szlig;en. Anders als noch im Gesetzentwurf der Bundesregierung (s. BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;80) vorgesehen, sollte durch die Formulierung, die T&auml;tigkeit der K&ouml;rperschaft m&uuml;sse neben der Verwirklichung der steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke auch zum Ansehen Deutschlands beitragen k&ouml;nnen, besser verdeutlicht werden, dass es keiner sp&uuml;rbaren oder messbaren Auswirkung auf das Ansehen Deutschlands bed&uuml;rfe. Sie m&uuml;sse auch nicht &#8211;wie urspr&uuml;nglich gefordert&#8211; &quot;in nicht nur unbedeutendem Umfang&quot; der Ansehensf&ouml;rderung oder dar&uuml;ber hinaus sogar einer Steigerung des Ansehens dienen. Au&szlig;erdem sei der m&ouml;gliche Ansehensbeitrag nicht als eigenst&auml;ndiger Nebenzweck zu sehen. Bei in Deutschland ans&auml;ssigen Organisationen werde ein m&ouml;glicher Beitrag zum Ansehen Deutschlands &#8211;ohne besonderen Nachweis&#8211; bereits dadurch erf&uuml;llt, dass sie sich personell, finanziell, planend, sch&ouml;pferisch oder anderweitig an der F&ouml;rderung gemeinn&uuml;tziger, mildt&auml;tiger oder kirchlicher Zwecke im Ausland beteiligten (Indizwirkung). Der Feststellung der positiven Kenntnis aller im Ausland Beg&uuml;nstigten oder aller Mitwirkenden von der Beteiligung deutscher Organisationen bed&uuml;rfe es nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Vorgaben k&ouml;nnen nach Ansicht des erkennenden Senats die vom FG getroffenen bindenden Feststellungen (Gravur des Namens der Kl&auml;gerin im Fu&szlig;e des Altars, ihre Nennung in den F&uuml;rbitten, Einladung zur Weihe, namentliche Erw&auml;hnung in der Presse) im Streitfall ausreichen, um die Voraussetzung, dass die gemeinn&uuml;tzige T&auml;tigkeit der rum&auml;nischen Kirchengemeinde P auch zum Ansehen Deutschlands beitragen kann, als erf&uuml;llt anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die m&ouml;gliche Ansehenssteigerung Deutschlands kann sich daraus ergeben, dass die Kl&auml;gerin in den Gottesdiensten der P regelm&auml;&szlig;ig in die F&uuml;rbitten einbezogen wird und durch die Gravur ihres Namens in den Fu&szlig; des Altars ihre Zuwendungen dokumentiert werden. Hierdurch wird im Kernbereich der religi&ouml;sen T&auml;tigkeit der ausl&auml;ndischen Kirche f&uuml;r die Gemeindemitglieder und die Gottesdienstbesucher ein gemeinn&uuml;tziges Engagement erkennbar, das Deutschland mittelbar zuzurechnen ist und damit auch zum Ansehen Deutschlands beitragen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei w&auml;re es unerheblich, wenn die Kl&auml;gerin lediglich namentlich ohne Hinweis auf ihre Herkunft erw&auml;hnt w&uuml;rde, denn vielen Gottesdienstbesuchern d&uuml;rfte aufgrund der Ereignisse in Zusammenhang mit der Weihe der Kirche (Einladung der Kl&auml;gerin, Berichterstattung in der Presse) bekannt sein, dass die Spenderin in Deutschland lebt und sie in den Gottesdiensten wegen ihrer &#8211;die Fertigstellung des Gotteshauses erm&ouml;glichenden&#8211; Zuwendungen genannt wird. Unsch&auml;dlich w&auml;re es zudem, wenn nicht alle Gemeindemitglieder hiervon Kenntnis h&auml;tten (vgl. auch Begr&uuml;ndung des Finanzausschusses zum JStG 2009, BTDrucks 16\/11108, S.&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach Ansicht des erkennenden Senats kann P hierdurch zumindest in gleicher Weise zur Ansehensf&ouml;rderung Deutschlands beitragen wie das im Regierungsentwurf zum JStG 2009 beispielhaft genannte Engagement einer inl&auml;ndischen Forschungseinrichtung im Ausland (BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;80). Das Ansehen Deutschlands im Ausland soll danach schon durch die personelle, finanzielle oder anderweitige Beteiligung deutscher Forschungseinrichtungen an internationalen Aktivit&auml;ten regelm&auml;&szlig;ig gef&ouml;rdert werden. Da demzufolge bereits eine finanzielle Beteiligung einer inl&auml;ndischen Forschungseinrichtung an internationalen Aktivit&auml;ten ausreicht, um den Inlandsbezug zu erf&uuml;llen, ist es naheliegend, dass dies auch f&uuml;r die finanzielle Unterst&uuml;tzung einer ausl&auml;ndischen gemeinn&uuml;tzigen Einrichtung durch eine inl&auml;ndische Privatperson gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar kann bei einer inl&auml;ndischen gemeinn&uuml;tzigen Einrichtung die Ansehensf&ouml;rderung dadurch bewirkt werden, dass sie im Ausland unmittelbar t&auml;tig ist und damit das gemeinn&uuml;tzige Engagement mit dem Bezug zu Deutschland auch nach au&szlig;en hin offenkundig wird. Hierauf kann es aber nicht ankommen, denn auch ein inl&auml;ndischer Zuwendungsempf&auml;nger muss seine gemeinn&uuml;tzigen T&auml;tigkeiten nicht unbedingt selbst im Ausland verwirklichen. Er hat n&auml;mlich weiterhin die M&ouml;glichkeit, als sog. Mittelbeschaffungsk&ouml;rperschaft gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;58 Nr.&nbsp;1 AO ausl&auml;ndische K&ouml;rperschaften bei deren Verfolgung gemeinn&uuml;tziger Zwecke zu unterst&uuml;tzen (s. dazu auch BTDrucks 16\/11108, S.&nbsp;46). F&uuml;r eine Ungleichbehandlung einer (abzugsf&auml;higen) Spende an eine inl&auml;ndische gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft, die die Mittel einer im Ausland ans&auml;ssigen K&ouml;rperschaft zur Erf&uuml;llung eines bestimmten gemeinn&uuml;tzigen Zwecks &uuml;berl&auml;sst, mit einer (nicht abzugsf&auml;higen) Spende, die dieser ausl&auml;ndischen Einrichtung, die die Voraussetzungen der &sect;&sect;&nbsp;51&nbsp;ff. AO und &sect;&nbsp;10b EStG erf&uuml;llt, direkt von einem Spender zugewendet wird, erkennt der Senat keinen rechtfertigenden Grund.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da im Streitfall die Voraussetzungen des strukturellen Inlandsbezugs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG erf&uuml;llt w&auml;ren, k&ouml;nnen die von dem FG und der Kl&auml;gerin geltend gemachten verfassungs- und unionsrechtlichen Bedenken in Bezug auf &sect;&nbsp;10b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG dahinstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.3.2018, X R 5\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.220318.XR5.16.0 Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Zuwendungen an eine in der EU belegene Kirche Leits&auml;tze 1. Das Ansehen Deutschlands kann gem&auml;&szlig; &sect; 10b Abs. 1 Satz 6 EStG gef&ouml;rdert werden, wenn im Kernbereich der religi&ouml;sen T&auml;tigkeit einer ausl&auml;ndischen Kirche ein gemeinn&uuml;tziges Engagement erkennbar wird, das Deutschland mittelbar zuzurechnen ist. 2. 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