{"id":69671,"date":"2018-07-13T12:37:11","date_gmt":"2018-07-13T10:37:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69671"},"modified":"2018-07-13T12:37:11","modified_gmt":"2018-07-13T10:37:11","slug":"ii-r-3-16-zurueckweisung-eines-bevollmaechtigten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-3-16-zurueckweisung-eines-bevollmaechtigten\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;3\/16 &#8211; Zur&uuml;ckweisung eines Bevollm&auml;chtigten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2018, II R 3\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.280218.IIR3.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur&uuml;ckweisung eines Bevollm&auml;chtigten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Zur&uuml;ckweisung eines Bevollm&auml;chtigten wegen unbefugter Hilfeleistung in Kindergeldsachen wird nicht r&uuml;ckwirkend rechtswidrig, wenn der Bevollm&auml;chtigte sp&auml;ter als Rechtsanwalt zugelassen wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Erlaubnis eines Bevollm&auml;chtigten zur Erbringung von Rechtsdienstleistungen auf dem Gebiet eines ausl&auml;ndischen Rechts sowie des Rechts der EU umfasst nicht die Vertretung von Unionsb&uuml;rgern im Verfahren vor der Familienkasse wegen Kindergeld.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Verfahren betreffend Kindergeld geh&ouml;ren zu Steuersachen i.S. des &sect; 80 Abs. 5 AO a.F.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 15. April 2015&nbsp;&nbsp;2 K 357\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war ein in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) und Polen niedergelassener Rechtsbeistand. Seit dem 3.&nbsp;Februar 2016 ist er in Deutschland als Rechtsanwalt zugelassen. Der Pr&auml;sident des zust&auml;ndigen Oberlandesgerichts erteilte ihm am 25.&nbsp;Februar 2011 nach dem Gesetz &uuml;ber au&szlig;ergerichtliche Rechtsdienstleistungen (Rechtsdienstleistungsgesetz &#8211;RDG&#8211;) die Erlaubnis, Rechtsdienstleistungen auf dem Gebiet des polnischen Rechts sowie auf dem Gebiet des Rechts der Europ&auml;ischen Union (EU) und des Rechts des Europ&auml;ischen Wirtschaftsraums (EWR) zu erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 11.&nbsp;Juni 2013 zeigte der Kl&auml;ger bei der Beklagten und Revisionsbeklagten, der zust&auml;ndigen Familienkasse (Familienkasse), die Vertretung eines polnischen, nach Deutschland entsandten Arbeitnehmers an. Er beantragte f&uuml;r seinen Mandanten die Bewilligung von Kindergeld und legte f&uuml;r diesen Einspruch ein. Mit Bescheid vom 20.&nbsp;Januar 2015 wies die Familienkasse den Kl&auml;ger nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 der Abgabenordnung in der bis einschlie&szlig;lich 2016 geltenden Fassung (AO) als Bevollm&auml;chtigten zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren gegen die Zur&uuml;ckweisung erhobene Klage hatte keinen Erfolg. Nach Auffassung des Finanzgerichts (FG) war der Kl&auml;ger weder nach den &sect;&sect;&nbsp;3, 3a, 4 des Steuerberatungsgesetzes in der f&uuml;r 2015 geltenden Fassung (StBerG) noch nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 RDG zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen befugt. Die Erlaubnis des Kl&auml;gers zur Rechtsberatung erfasse nicht das zum deutschen Steuerrecht geh&ouml;rende Kindergeldrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich der Kl&auml;ger mit seiner Revision. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt er vor, die Zur&uuml;ckweisung sei schon deswegen unzul&auml;ssig, weil die reine Hilfestellung f&uuml;r polnische Steuerb&uuml;rger noch keine Hilfeleistung i.S. des &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO sei. Vor allem aber habe sich seine Vertretung und Rechtshilfe nur auf Fragen des polnischen Rechts und des Unionsrechts bezogen. Der Schwerpunkt des Kindergeldverfahrens liege nicht im Steuerrecht, sondern im Sozialrecht der EU. Es sei nur zuf&auml;llig an das Steuerrecht angekn&uuml;pft. Zahlreiche Vorabentscheidungsverfahren vor dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) zeigten, dass im Kindergeldrecht Widerspr&uuml;che zwischen dem nationalen und dem Unionsrecht aufzukl&auml;ren seien. Durch die Zur&uuml;ckweisung werde er in seinem Recht auf freie Berufsaus&uuml;bung nach Art.&nbsp;12 des Grundgesetzes (GG) verletzt. Die Zur&uuml;ckweisung versto&szlig;e zudem gegen die in Art.&nbsp;56 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV) garantierte Dienstleistungsfreiheit. Trotz entsprechender Fachkenntnisse k&ouml;nne er seine Dienstleistungen in Deutschland nicht rechtm&auml;&szlig;ig erbringen. Die Grunds&auml;tze des EuGH-Urteils in der Rechtssache X-Steuerberatungsgesellschaft vom 17.&nbsp;Dezember 2015 C-342\/14, EU:C:2015:827 seien auch auf ihn anzuwenden. Die Zur&uuml;ckweisung versto&szlig;e zudem gegen die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit (Art.&nbsp;45 AEUV), denn seinen in Deutschland t&auml;tigen Mandanten werde der Zugang zu einer fachlichen Vertretung verweigert. Schlie&szlig;lich sei auch der Gleichbehandlungsgrundsatz (Art.&nbsp;18 AEUV) verletzt, denn zugelassene Rechtsanw&auml;lte k&ouml;nnten ihre Mandanten uneingeschr&auml;nkt vertreten, Rechtsbeist&auml;nde jedoch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Trotz zwischenzeitlicher Zulassung als Rechtsanwalt bestehe nach wie vor ein Rechtsschutzinteresse f&uuml;r das anh&auml;ngige Verfahren. In anderen Verfahren, in denen er zur&uuml;ckgewiesen wurde, habe er die Erstattung der Kosten des Vorverfahrens beantragt. Au&szlig;erdem bestehe ein Rehabilitationsinteresse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Vorentscheidung und den Bescheid &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung als Bevollm&auml;chtigter vom 20.&nbsp;Januar 2015 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2015 aufzuheben,<br \/>hilfsweise, die Vorentscheidung aufzuheben und festzustellen, dass der Bescheid &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung als Bevollm&auml;chtigter vom 20.&nbsp;Januar 2015 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2015 rechtswidrig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die Zur&uuml;ckweisung des Kl&auml;gers als Bevollm&auml;chtigter durch die Familienkasse mit Bescheid vom 20.&nbsp;Januar 2015 rechtm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist zul&auml;ssig. Insbesondere fehlt ihr nicht das erforderliche Rechtsschutzbed&uuml;rfnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Pr&uuml;fung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Zur&uuml;ckweisungsbescheids nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO sind die Verh&auml;ltnisse bei dessen Ergehen ma&szlig;gebend (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18.&nbsp;Januar 2017 II&nbsp;R&nbsp;3\/14, BFH\/NV 2017, 619, Rz&nbsp;14). Die Zur&uuml;ckweisung eines Bevollm&auml;chtigten wegen unbefugter Hilfeleistung in Kindergeldsachen wird nicht r&uuml;ckwirkend rechtswidrig, wenn der Bevollm&auml;chtigte sp&auml;ter als Rechtsanwalt zugelassen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Verfahrenshandlungen des zur&uuml;ckgewiesenen Bevollm&auml;chtigten, die dieser nach der Zur&uuml;ckweisung vornimmt, sind unwirksam (&sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;2 AO). Daran &auml;ndert die nach der Zur&uuml;ckweisung erfolgte Zulassung als Rechtsanwalt oder Steuerberater nichts; die nach der Zur&uuml;ckweisung vorgenommenen Rechtshandlungen werden aufgrund der Zulassung nicht r&uuml;ckwirkend zul&auml;ssig. Wurde der Bevollm&auml;chtigte rechtm&auml;&szlig;ig nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO zur&uuml;ckgewiesen, bleiben die von ihm bis zu seiner Zulassung vorgenommenen Rechtshandlungen unwirksam. Erst vom Wirksamwerden der Zulassung an kann der Bevollm&auml;chtigte Rechtshandlungen wieder wirksam vornehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend davon besteht f&uuml;r die Revision ein Rechtsschutzinteresse, obwohl der Kl&auml;ger mittlerweile als Rechtsanwalt in Deutschland zugelassen ist. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Zur&uuml;ckweisung im Zeitpunkt des Erlasses des Zur&uuml;ckweisungsbescheids. Die sp&auml;tere Zulassung des Kl&auml;gers als Rechtsanwalt hat auf die Wirkungen des Zur&uuml;ckweisungsbescheids keinen Einfluss. Der Kl&auml;ger ist durch den ihn belastenden Zur&uuml;ckweisungsbescheid weiterhin beschwert. Das reicht f&uuml;r das allgemeine Rechtsschutzinteresse aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Zur&uuml;ckweisung des Kl&auml;gers ist rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO sind Bevollm&auml;chtigte und Beist&auml;nde zur&uuml;ckzuweisen, wenn sie gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen leisten, ohne dazu befugt zu sein. Steuersachen i.S. des &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO sind alle Angelegenheiten, die unmittelbar oder mittelbar mit der Verwirklichung von Steuertatbest&auml;nden oder Steuerstraf- und Steuerordnungswidrigkeitentatbest&auml;nden zu tun haben. Ferner geh&ouml;ren dazu sonstige von Bundes- oder Landesfinanzbeh&ouml;rden verwaltete Angelegenheiten, soweit f&uuml;r diese durch Bundes- oder Landesgesetz der Finanzrechtsweg er&ouml;ffnet ist (vgl. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 StBerG; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;80 AO, Rz&nbsp;57).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Verfahren betreffend Kindergeld geh&ouml;ren zu den Steuersachen i.S. des &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Kindergeld ist als Steuerverg&uuml;tung ausgestaltet (vgl. &sect;&nbsp;31 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Nach &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;4 AO i.V.m. &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;3 EStG sind auf das Verfahren &uuml;ber die Bewilligung des Kindergeldes die Vorschriften der AO anzuwenden. Das Kindergeld wird durch die als Bundesfinanzbeh&ouml;rden geltenden Familienkassen verwaltet (vgl. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;11 Satz&nbsp;10 des Finanzverwaltungsgesetzes in der bis 2016 geltenden Fassung). Auch soweit das Kindergeld nach &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;2 EStG der F&ouml;rderung der Familie dient, stellt es keine Sozialleistung im formellen Sinn dar, sondern eine einkommensteuerrechtliche F&ouml;rderung der Familie durch eine Sozialzwecknorm (vgl. BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;Januar 2007 III&nbsp;B&nbsp;167\/06, BFH\/NV 2007, 865).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit Anspr&uuml;che als reine Sozialleistungen nach dem Bundeskindergeldgesetz (BKGG) geltend gemacht werden, handelt es sich um ein eigenes Verfahren, f&uuml;r das der Rechtsweg zu den Sozialgerichten gegeben ist (&sect;&nbsp;15 BKGG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 StBerG Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigte, Rechtsanw&auml;lte, niedergelassene europ&auml;ische Rechtsanw&auml;lte, Wirtschaftspr&uuml;fer und vereidigte Buchpr&uuml;fer, Partnerschaftsgesellschaften, deren Partner ausschlie&szlig;lich die in Nummer&nbsp;1 genannten Personen sind, Steuerberatungsgesellschaften, Rechtsanwaltsgesellschaften, Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaften und Buchpr&uuml;fungsgesellschaften befugt. Die Hilfeleistung erfolgt gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig, wenn jemand ausdr&uuml;cklich oder erkennbar die Absicht verfolgt, die T&auml;tigkeit in gleicher Art zu wiederholen und zu einem wiederkehrenden oder dauernden Bestandteil seiner selbst&auml;ndigen Besch&auml;ftigung zu machen. Selbst&auml;ndig handelt, wer sich nach eigenem Willen und in eigener Verantwortung, unabh&auml;ngig von den Weisungen einer &uuml;bergeordneten Person bet&auml;tigt (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Juni 2017 II&nbsp;R&nbsp;22\/15, BFHE 258, 380, BStBl II 2017, 973, Rz&nbsp;12, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz 1 StBerG sind Personen, die in einem anderen Mitgliedstaat der EU oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens &uuml;ber den EWR oder in der Schweiz beruflich niedergelassen sind und dort befugt gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen nach dem Recht des Niederlassungsstaates leisten, zur vor&uuml;bergehenden und gelegentlichen gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen auf dem Gebiet Deutschlands befugt. Der Umfang der Befugnis zur Hilfeleistung in Steuersachen im Inland richtet sich nach dem Umfang dieser Befugnis im Niederlassungsstaat (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 StBerG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen bei Sachverhalten des Familienleistungsausgleichs i.S. des EStG sind nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;10 und Nr.&nbsp;11 Satz&nbsp;3 StBerG auch Arbeitgeber und Lohnsteuerhilfevereine befugt. Hintergrund f&uuml;r diese Regelung ist die Auffassung des Gesetzgebers, wonach in Kindergeldverfahren keine Notwendigkeit besteht, dass ein Steuerberater oder andere zur unbeschr&auml;nkten Hilfeleistung in Steuersachen befugte Personen t&auml;tig werden (BTDrucks&nbsp;13\/3084, S.&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 RDG d&uuml;rfen nat&uuml;rliche und juristische Personen sowie Gesellschaften ohne Rechtspers&ouml;nlichkeit, die bei der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde registriert sind (registrierte Personen), aufgrund besonderer Sachkunde Rechtsdienstleistungen in einem ausl&auml;ndischen Recht erbringen. Ist das ausl&auml;ndische Recht das Recht eines Mitgliedstaates der EU, eines anderen Vertragsstaates des Abkommens &uuml;ber den EWR oder der Schweiz, darf auch auf dem Gebiet des Rechts der EU und des Rechts des EWR beraten werden (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz RDG). Die Registrierung erfolgt auf Antrag und kann auf einen oder mehrere Teilbereiche beschr&auml;nkt werden (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 RDG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Ausgehend von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen hat die Familienkasse den Kl&auml;ger zu Recht nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO als Bevollm&auml;chtigten zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger ist nach den Feststellungen des FG in einer Vielzahl von F&auml;llen bei der Familienkasse als Bevollm&auml;chtigter in Kindergeldverfahren aufgetreten. Er geh&ouml;rte im Zeitpunkt des Ergehens des Zur&uuml;ckweisungsbescheids (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2017, 619, Rz&nbsp;14, s.o.) nicht dem in &sect;&nbsp;3 StBerG genannten Personenkreis an. Er hat auch nicht, wie &sect;&nbsp;3a StBerG es erm&ouml;glicht, als in Polen niedergelassener Rechtsbeistand nur vor&uuml;bergehend und gelegentlich gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfeleistung in Steuersachen erbracht. Vielmehr hat er eine Niederlassung in Deutschland unterhalten und von dort dauerhaft Hilfeleistungen in Steuersachen erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl&auml;ger ist auch nicht in entsprechender Anwendung der Regelung aus &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;10 oder Nr.&nbsp;11 StBerG befugt, gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe speziell in Kindergeldverfahren zu leisten. Zwar ist durch diese Regelungen der gesetzgeberische Wille zum Ausdruck gebracht worden, in Kindergeldverfahren die Hilfeleistung auch von solchen Personen zuzulassen, die nicht die Voraussetzungen der &sect;&sect;&nbsp;3, 3a StBerG erf&uuml;llen. Die in &sect;&nbsp;4 StBerG benannten Ausnahmevorschriften stellen jedoch eine abschlie&szlig;ende Auflistung dar und k&ouml;nnen &uuml;ber die konkrete Regelung hinaus nicht allgemein auf &auml;hnliche F&auml;lle angewandt werden (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Oktober 1998 VII&nbsp;R&nbsp;146\/97, BFH\/NV 1999, 216; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;80 AO, Rz&nbsp;77).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Erlaubnis des Kl&auml;gers nach dem RDG steht der Zur&uuml;ckweisung nicht entgegen. Dabei kann offen bleiben, inwieweit das RDG &uuml;berhaupt neben dem StBerG anwendbar ist, weil nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 RDG Regelungen in anderen Gesetzen &uuml;ber die Befugnis, Rechtsdienstleistungen zu erbringen, von dem RDG unber&uuml;hrt bleiben. Denn die Erlaubnis des Kl&auml;gers, Rechtsdienstleistungen auf dem Gebiet des polnischen Rechts sowie auf dem Gebiet des Rechts der EU und des Rechts des EWR zu erbringen, umfasst nicht die Vertretung im Verfahren vor der Familienkasse wegen Kindergeld. Das Kindergeldrecht ist in &sect;&sect;&nbsp;31, 32, 62&nbsp;ff. EStG geregelt und damit Teil des deutschen Steuerrechts. F&uuml;r das Verfahren sind die Vorschriften &uuml;ber die AO anzuwenden. Es kann dahinstehen, ob das Kindergeldrecht, insbesondere bei ausl&auml;ndischen Arbeitnehmern, &uuml;berwiegend unionsrechtliche Bez&uuml;ge aufweist und der Kl&auml;ger gerade auf diesem Rechtsgebiet &uuml;ber besondere Kenntnisse verf&uuml;gt. F&uuml;r die Einordnung eines Rechtsgebiets ist die Rechtsnatur der Anspruchs- und\/oder Erm&auml;chtigungsgrundlagen ma&szlig;geblich. Die Anspruchsgrundlagen f&uuml;r das Kindergeld sind in &sect;&sect;&nbsp;32, 62&nbsp;ff. EStG geregelt. Unerheblich ist, ob diese Anspruchsgrundlagen durch das Unionsrecht eine besondere Ausgestaltung erfahren und\/oder ob spezielle Rechtsfragen im Zusammenhang mit den Anspruchs- oder Erm&auml;chtigungsgrundlagen nur mittels Auslegung des Unionsrechts beantwortet werden k&ouml;nnen. Anderenfalls w&auml;ren alle Rechtsfragen, die unionsrechtliche Bez&uuml;ge aufweisen, von der Erlaubnis gedeckt. Der Senat muss nicht entscheiden, ob der Kl&auml;ger zur Beratung befugt gewesen w&auml;re, wenn deren Gegenstand ausschlie&szlig;lich Vor- oder Zwischenfragen des polnischen Rechts, ggf. einschlie&szlig;lich seiner unionsrechtlichen Bez&uuml;ge, gewesen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Zur&uuml;ckweisung verletzt nicht das Recht des Kl&auml;gers aus Art.&nbsp;12 GG auf freie Berufsaus&uuml;bung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 GG gew&auml;hrleistet zwar dem Einzelnen das Recht, jede T&auml;tigkeit, f&uuml;r die er sich geeignet glaubt, zur Grundlage seiner Lebensf&uuml;hrung, also zum Beruf zu machen. Einschr&auml;nkungen des Grundrechts sind aber aus Gr&uuml;nden des Gemeinwohls zul&auml;ssig; sie stehen allerdings unter dem Gebot der Wahrung des Prinzips der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit. Eingriffe in die Berufsfreiheit d&uuml;rfen deshalb nicht weiter gehen als die sie legitimierenden &ouml;ffentlichen Interessen. Die Regelungen &uuml;ber die Zulassung zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen im StBerG, zur Erbringung von Rechtsdienstleistungen durch das RDG und die M&ouml;glichkeit, nicht befugte Bevollm&auml;chtigte nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO zur&uuml;ckzuweisen, sind im Interesse der Allgemeinheit an einer funktionierenden Steuerrechtspflege und dem Schutz des Publikums vor zur Steuerberatung nicht hinreichend qualifizierten Personen erforderlich und verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 18.&nbsp;Juni 1980&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;697\/77, BVerfGE 54, 301; BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Oktober 2009 VII&nbsp;R&nbsp;45\/07, BFHE 227, 288, BStBl II 2010, 205).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Zur&uuml;ckweisung verst&ouml;&szlig;t auch nicht gegen Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Niederlassungsfreiheit umfasst gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;49 Abs.&nbsp;2 AEUV die Aufnahme und Aus&uuml;bung selbst&auml;ndiger Erwerbst&auml;tigkeiten sowie die Gr&uuml;ndung und Leitung von Unternehmen, insbesondere von Gesellschaften i.S. des Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 AEUV, nach den Bestimmungen des Aufnahmestaats f&uuml;r seine eigenen Angeh&ouml;rigen. Die Vorschrift regelt den Inhalt der Niederlassungsfreiheit und legt fest, dass hierf&uuml;r die Bestimmungen des Aufnahmestaats f&uuml;r seine eigenen Angeh&ouml;rigen gelten (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Oktober 2016 II&nbsp;R&nbsp;44\/12, BFHE 255, 367, BStBl II 2017, 797, Rz&nbsp;36).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Vorschriften des Kapitels &uuml;ber die Dienstleistungen sind gegen&uuml;ber denen des Kapitels &uuml;ber das Niederlassungsrecht subsidi&auml;r (EuGH-Urteil Gebhard vom 30.&nbsp;November 1995 C-55\/94, EU:C:1995:411, Rz&nbsp;22). Ist der Wirtschaftsteilnehmer in dem Mitgliedstaat, in dem er die Dienstleistung anbietet (Empf&auml;nger- oder Aufnahmemitgliedstaat), niedergelassen, so f&auml;llt er in den Geltungsbereich des Grundsatzes der Niederlassungsfreiheit, wie er in Art.&nbsp;49 AEUV definiert ist (EuGH-Urteile Kommission\/Portugal vom 29.&nbsp;April 2004 C-171\/02, EU:C:2004:270, Rz&nbsp;24, und Duomo Gpa u.a. vom 10.&nbsp;Mai 2012 C-357\/10 bis 359\/10, EU:C:2012:283, Rz&nbsp;30). Ist der Wirtschaftsteilnehmer dagegen nicht im Empf&auml;ngermitgliedstaat niedergelassen, so ist er ein grenz&uuml;berschreitender Dienstleister, der unter den Grundsatz des freien Dienstleistungsverkehrs nach Art.&nbsp;56 AEUV f&auml;llt (vgl. EuGH-Urteile Kommission\/ Portugal, EU:C:2004:270, Rz&nbsp;24, und Duomo Gpa u.a., EU:C:2012:283, Rz&nbsp;30). Bei der Abgrenzung des jeweiligen Geltungsbereichs der Grunds&auml;tze des freien Dienstleistungsverkehrs und der Niederlassungsfreiheit muss festgestellt werden, ob der Wirtschaftsteilnehmer in dem Mitgliedstaat, in dem er die fragliche Dienstleistung anbietet, niedergelassen ist oder nicht (vgl. EuGH-Urteil Duomo Gpa u.a., EU:C:2012:283, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ist ein in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssiger Berater auch in Deutschland niedergelassen, kann er sich auf die Niederlassungsfreiheit (Art.&nbsp;49 AEUV) berufen; die Anwendung der Vorschriften &uuml;ber das Niederlassungsrecht hat nach Art.&nbsp;49 Abs.&nbsp;2 AEUV dann jedoch zur Folge, dass der Berater mit der Niederlassung den nationalen Vorschriften &uuml;ber die Zulassung zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen unterliegt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 255, 367, BStBl II 2017, 797, Rz&nbsp;39, zu einer Steuerberatungsgesellschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen verst&ouml;&szlig;t die Zur&uuml;ckweisung des Kl&auml;gers nicht gegen Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger hat unstreitig eine Niederlassung in Deutschland unterhalten und seine Dienstleistung nicht nur aus dem Mitgliedsland Polen &uuml;ber die Grenze angeboten und ausge&uuml;bt. Er kann sich damit auf die Niederlassungsfreiheit berufen, unterliegt jedoch zugleich den nationalen Beschr&auml;nkungen &uuml;ber die Zulassung zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung im Steuerrecht. Der Umstand, dass der Kl&auml;ger nach eigenen Angaben zugleich &uuml;ber eine Niederlassung in Polen verf&uuml;gte und seine Mandanten auch von dort beraten hat, f&uuml;hrt nicht dazu, dass er sich trotz seiner Niederlassung in Deutschland nunmehr auf die Dienstleistungsfreiheit berufen kann. Anderenfalls liefe die Regelung des &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;2 AEUV, wonach f&uuml;r die Aufnahme und Aus&uuml;bung selbst&auml;ndiger Erwerbst&auml;tigkeiten die Bestimmungen des Aufnahmestaats f&uuml;r seine eigenen Angeh&ouml;rigen gelten, leer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein Versto&szlig; gegen den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz aus Art.&nbsp;18 AEUV liegt nicht vor. Diese Vorschrift tritt nach ihrem klaren Wortlaut (&quot;unbeschadet besonderer Bestimmungen&quot;) hinter die Regelungen &uuml;ber die Niederlassungsfreiheit zur&uuml;ck (vgl. Kahn\/Henrich in Geiger\/Kahn\/Kotzur, EUV\/AEUV, 6.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;18 AEUV Rz&nbsp;2, m.w.N.). Auf die in Art.&nbsp;45 AEUV geregelte Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit kann sich der Kl&auml;ger nicht berufen, denn er ist kein Arbeitnehmer. Es ist nicht erkennbar, dass die Zur&uuml;ckweisung als Bevollm&auml;chtigter einen Versto&szlig; gegen die Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit der Mandanten des Kl&auml;gers begr&uuml;nden k&ouml;nnte, auf den sich der Kl&auml;ger selbst berufen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2018, II R 3\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.280218.IIR3.16.0 Zur&uuml;ckweisung eines Bevollm&auml;chtigten Leits&auml;tze 1. Die Zur&uuml;ckweisung eines Bevollm&auml;chtigten wegen unbefugter Hilfeleistung in Kindergeldsachen wird nicht r&uuml;ckwirkend rechtswidrig, wenn der Bevollm&auml;chtigte sp&auml;ter als Rechtsanwalt zugelassen wird. 2. 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