{"id":69677,"date":"2018-07-13T12:37:23","date_gmt":"2018-07-13T10:37:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69677"},"modified":"2018-07-13T12:37:23","modified_gmt":"2018-07-13T10:37:23","slug":"ix-r-41-17-nach-anschaffung-unvermutet-angefallene-kosten-zur-wiederherstellung-des-zeitgemaessen-zustands-eines-mietobjektes-als-anschaffungsnahe-herstellungskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-41-17-nach-anschaffung-unvermutet-angefallene-kosten-zur-wiederherstellung-des-zeitgemaessen-zustands-eines-mietobjektes-als-anschaffungsnahe-herstellungskosten\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;41\/17 &#8211; Nach Anschaffung unvermutet angefallene Kosten zur Wiederherstellung des zeitgem&auml;&szlig;en Zustands eines Mietobjektes als &quot;anschaffungsnahe Herstellungskosten&quot;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2018, IX R 41\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.130318.IXR41.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Nach Anschaffung unvermutet angefallene Kosten zur Wiederherstellung des zeitgem&auml;&szlig;en Zustands eines Mietobjektes als &quot;anschaffungsnahe Herstellungskosten&quot;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Unvermutete Aufwendungen f&uuml;r Renovierungsma&szlig;nahmen, die lediglich dazu dienen, Sch&auml;den zu beseitigen, welche aufgrund des langj&auml;hrigen vertragsgem&auml;&szlig;en Gebrauchs der Mietsache durch den Nutzungsberechtigten entstanden sind, f&uuml;hren unter den weiteren Tatbestandsvoraussetzungen des &sect; 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG zu anschaffungsnahen Herstellungskosten.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Dies gilt auch, wenn im Rahmen einer solchen Renovierung &quot;verdeckte&quot;, d.h. dem Steuerpflichtigen im Zuge der Anschaffung verborgen gebliebene, jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandene M&auml;ngel behoben werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 26. September 2017&nbsp;&nbsp;12 K 113\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden als Eheleute im Streitjahr (2014) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 18.&nbsp;Oktober 2012 erwarben die Kl&auml;ger eine vermietete Eigentumswohnung in A zum Kaufpreis von 60.000&nbsp;EUR; die anteiligen Anschaffungskosten f&uuml;r das Geb&auml;ude beliefen sich auf 40.316&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machten die Kl&auml;ger Instandhaltungsaufwendungen in H&ouml;he von insgesamt 12.406&nbsp;EUR geltend, die anteilig auf die Erneuerung des Badezimmers (8.517&nbsp;EUR), die Erneuerung der Elektroinstallation (2.000&nbsp;EUR), den Einbau von Fenstern (1.275&nbsp;EUR), den Austausch einer Scheibe (186&nbsp;EUR) sowie auf verschiedene Ersatzteile und Kleinmaterialien (428&nbsp;EUR) entfielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2016 lediglich die Kosten f&uuml;r verschiedene Ersatzteile und Kleinmaterialien in H&ouml;he von 428&nbsp;EUR als sofort abziehbare Erhaltungsaufwendungen; die &uuml;brigen Aufwendungen in H&ouml;he von 11.978&nbsp;EUR ordnete das FA den anschaffungsnahen Herstellungskosten (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) zu und ber&uuml;cksichtigte diese lediglich im Rahmen der Absetzungen f&uuml;r Abnutzung (AfA).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchsverfahren trugen die Kl&auml;ger vor, bei den durchgef&uuml;hrten Arbeiten habe es sich um Sch&ouml;nheitsreparaturen gehandelt. &Uuml;berdies k&ouml;nne die Dreijahresfrist des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG im Streitfall nicht zur Anwendung kommen, da die langj&auml;hrige Mieterin kurz nach Erwerb der Wohnung pl&ouml;tzlich verstorben sei und die Wohnung ohne Durchf&uuml;hrung der Sanierungsma&szlig;nahmen nicht erneut habe vermietet werden k&ouml;nnen. Das Badezimmer sei 40 Jahre alt und verwohnt, die Fenster lediglich einfach verglast, die Fensterrahmen defekt und die Fu&szlig;b&ouml;den schadhaft gewesen. Die Elektroinstallation habe nicht mehr dem aktuellen VDE-Standard entsprochen. Diese Situation sei f&uuml;r die Kl&auml;ger nicht vorhersehbar gewesen. Der Einspruch der Kl&auml;ger hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die hiergegen gerichtete Klage als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Es f&uuml;hrte unter Bezugnahme auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 14.&nbsp;Juni 2016 IX&nbsp;R&nbsp;22\/15 (BFHE 254, 251, BStBl II 2016, 999) aus, zu den Instandsetzungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG z&auml;hlten auch Sch&ouml;nheitsreparaturen. Da die von den Kl&auml;gern innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung des Objekts insgesamt geltend gemachten Aufwendungen 15&nbsp;% der Anschaffungskosten des Geb&auml;udes &uuml;berstiegen, seien die Aufwendungen insgesamt als anschaffungsnahe Herstellungskosten anzusehen und nur &uuml;ber die AfA (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 i.V.m. &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1, 4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2a EStG) zu ber&uuml;cksichtigen. Eine Segmentierung der Gesamtkosten oder isolierte Betrachtung einzelner baulicher Ma&szlig;nahmen finde nicht statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;ger. Sie tragen vor, die ma&szlig;gebliche Wohnung in betriebsbereitem und vermietetem Zustand erworben zu haben. Der Umstand, dass durch den pl&ouml;tzlichen Tod der Mieterin Investitionen erforderlich geworden seien, um eine Neuvermietung zu erm&ouml;glichen, rechtfertige es, den Sinngehalt der ma&szlig;geblichen Regelung in &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG teleologisch zu reduzieren und die insoweit getragenen Aufwendungen als sofort abziehbare Erhaltungsaufwendungen zu ber&uuml;cksichtigen. Der BFH habe in seinem Urteil vom 9.&nbsp;Mai 2017 IX&nbsp;R&nbsp;6\/16 (BFHE 259, 42, BStBl II 2018, 9) anerkannt, dass Aufwendungen zur Beseitigung von Sch&auml;den, die nach Anschaffung einer vermieteten Immobilie durch das schuldhafte Handeln des Mieters verursacht werden, als Werbungskosten sofort abziehbar seien. Das angefochtene Urteil des FG stehe hierzu im Widerspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil des FG vom 26.&nbsp;September 2017&nbsp;&nbsp;12&nbsp;K&nbsp;113\/16 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2014 vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2016 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;April 2016 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass &#8211;bei gleichzeitiger Herabsetzung der AfA von bisher 1.046&nbsp;EUR auf 807&nbsp;EUR&#8211; weitere sofort abziehbare Erhaltungsaufwendungen in H&ouml;he von 11.978,35&nbsp;EUR bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA weist darauf hin, dass es sich bei den von den Kl&auml;gern geltend gemachten Kosten nicht um solche f&uuml;r unvermutete Instandsetzungsma&szlig;nahmen zur Beseitigung eines Schadens handele, der nachweislich erst nach der Anschaffung des Geb&auml;udes durch das schuldhafte Handeln eines Dritten verursacht worden sei. Eine Divergenz zum BFH-Urteil in BFHE 259, 42, BStBl II 2018, 9 bestehe daher nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, dass die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r die durchgef&uuml;hrten Renovierungsma&szlig;nahmen den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zuzuordnen und damit lediglich im Rahmen der AfA zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Aufwendungen, die &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch die Absicht veranlasst sind, Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung i.S. des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zu erzielen, sind dann nicht als Werbungskosten (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG) sofort abziehbar, wenn es sich um Anschaffungs- oder Herstellungskosten handelt. In diesem Fall sind sie nur im Rahmen der AfA zu ber&uuml;cksichtigen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 i.V.m. &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1, 4 und 5 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Welche Aufwendungen zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten z&auml;hlen, bestimmt sich auch f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs (HGB). Danach sind Anschaffungskosten die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, ferner die Anschaffungsnebenkosten und nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten. Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von G&uuml;tern und die Inanspruchnahme von Diensten f&uuml;r die Herstellung eines Verm&ouml;gensgegenstandes, seine Erweiterung oder f&uuml;r eine &uuml;ber seinen urspr&uuml;nglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen (vgl. dazu BFH-Urteile vom 12.&nbsp;September 2001 IX&nbsp;R&nbsp;52\/00, BFHE 198, 85, BStBl II 2003, 574; vom 22.&nbsp;September 2009 IX&nbsp;R&nbsp;21\/08, BFH\/NV 2010, 846).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu den (fiktiven) Herstellungskosten eines Geb&auml;udes geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG auch Aufwendungen f&uuml;r Instandsetzungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Geb&auml;udes durchgef&uuml;hrt werden, wenn die Aufwendungen ohne die Umsatzsteuer 15&nbsp;% der Anschaffungskosten des Geb&auml;udes &uuml;bersteigen (anschaffungsnahe Herstellungskosten). Diese Aufwendungen erh&ouml;hen die AfA-Bemessungsgrundlage (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 EStG), sie sind nicht als Werbungskosten sofort abziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Begriff der Instandsetzungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG ist gesetzlich nicht definiert und bedarf daher der Auslegung. Hierunter sind bauliche Ma&szlig;nahmen zu verstehen, durch die M&auml;ngel oder Sch&auml;den an vorhandenen Einrichtungen eines bestehenden Geb&auml;udes oder am Geb&auml;ude selbst beseitigt werden oder das Geb&auml;ude durch Erneuerung in einen zeitgem&auml;&szlig;en Zustand versetzt wird. Zu den Aufwendungen i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG geh&ouml;ren daher unabh&auml;ngig von ihrer handelsrechtlichen Einordnung s&auml;mtliche Aufwendungen f&uuml;r bauliche Ma&szlig;nahmen, die im Rahmen einer im Zusammenhang mit der Anschaffung des Geb&auml;udes vorgenommenen Instandsetzung und Modernisierung anfallen. Nicht zu den Aufwendungen i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG geh&ouml;ren nach dem Wortlaut des Satzes 2 der Vorschrift ausdr&uuml;cklich nur Aufwendungen f&uuml;r Erweiterungen i.S. von &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 HGB sowie Aufwendungen f&uuml;r Erhaltungsarbeiten, die j&auml;hrlich &uuml;blicherweise anfallen. Der Senat verweist insoweit auf seine Urteile vom 14.&nbsp;Juni 2016 IX&nbsp;R&nbsp;25\/14 (BFHE 254, 236, BStBl II 2016, 992), IX&nbsp;R&nbsp;15\/15 (BFHE 254, 246, BStBl II 2016, 996) und in BFHE 254, 251, BStBl II 2016, 999, jeweils m.w.N.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Regelfall kann von einer Renovierung und Modernisierung im Zusammenhang mit der Anschaffung des Geb&auml;udes ausgegangen werden, soweit bauliche Ma&szlig;nahmen innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung durchgef&uuml;hrt werden. Insoweit enth&auml;lt die Vorschrift des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG eine Regelvermutung f&uuml;r das Vorliegen anschaffungsnaher Herstellungskosten, ohne dass es einer Einzelfallpr&uuml;fung bedarf. &Uuml;bersteigen die hierf&uuml;r angefallenen Aufwendungen ohne die Umsatzsteuer 15&nbsp;% der f&uuml;r den Erwerb des Geb&auml;udes aufgewandten Anschaffungskosten, sind diese insgesamt als anschaffungsnahe Herstellungskosten i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zu behandeln (BFH-Urteile in BFHE 254, 236, BStBl II 2016, 992; in BFHE 254, 246, BStBl II 2016, 996, und in BFHE 254, 251, BStBl II 2016, 999).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Rahmen dieser Regelvermutung sind auch die Kosten f&uuml;r Instandsetzungsma&szlig;nahmen zur Beseitigung verdeckter &#8211;im Zeitpunkt der Anschaffung des Geb&auml;udes jedoch bereits vorhandener&#8211; M&auml;ngel den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zuzuordnen. Gleiches gilt f&uuml;r Kosten zur Beseitigung von bei Anschaffung des Geb&auml;udes angelegter, aber erst nach dem Erwerb auftretender alters&uuml;blicher M&auml;ngel und Defekte; auch solche Aufwendungen sind ihrer Natur nach verdeckte M&auml;ngel und mithin in die Betragsgrenze der anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG mit einzubeziehen (BFH-Urteil in BFHE 259, 42, BStBl II 2018, 9; FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 30.&nbsp;August 2016&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;398\/15 F, Entscheidungen der Finanzgerichte 2016, 1774, rechtskr&auml;ftig). Demgegen&uuml;ber sind Kosten f&uuml;r Instandsetzungsma&szlig;nahmen zur Beseitigung eines Schadens, der im Zeitpunkt der Anschaffung nicht vorhanden und auch nicht in dem oben genannten Sinne &quot;angelegt&quot; war, sondern nachweislich erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt durch das schuldhafte Handeln eines Dritten am Geb&auml;ude verursacht worden ist, nicht den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zuzuordnen, wenn die Ma&szlig;nahmen vom Steuerpflichtigen innerhalb von drei Jahren seit Anschaffung zur Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft des Geb&auml;udes durchgef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen. Die Regelvermutung f&uuml;r das Vorliegen anschaffungsnaher Herstellungskosten i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG gilt f&uuml;r solche Sch&auml;den nicht (BFH-Urteil in BFHE 259, 42, BStBl II 2018, 9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG im Streitfall die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Aufwendungen zu Recht den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zugeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und daher den BFH bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) f&uuml;hrten die Kl&auml;ger im Streitjahr an ihrer Ende 2012 erworbenen Eigentumswohnung Renovierungsma&szlig;nahmen durch, die (nur) aufgrund des langj&auml;hrigen vertragsgem&auml;&szlig;en Gebrauchs der Mietsache durch den\/die jeweiligen Nutzungsberechtigten erforderlich geworden sind. Das FG hat demgegen&uuml;ber keine Feststellungen getroffen, die den Schluss zulassen, dass die im Zuge der Renovierungsarbeiten beseitigten Sch&auml;den &#8211;zeitlich gesehen&#8211; nach dem Erwerb des Objekts seitens der Kl&auml;ger verursacht worden sind und auf ein schuldhaftes Verhalten der &#8211;rund ein Jahr nach dem Erwerbszeitpunkt verstorbenen&#8211; Vormieterin zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vor diesem Hintergrund sind die von den Kl&auml;gern in H&ouml;he von 11.978,35&nbsp;EUR geltend gemachten weiteren Aufwendungen nicht als sofort abziehbare Werbungskosten bei ihren Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen; sie stellen anschaffungsnahe Herstellungskosten dar. Denn die Kl&auml;ger haben im Zuge der &#8211;aufgrund des Todes der Mieterin unvermuteten&#8211; Instandsetzungsma&szlig;nahmen lediglich den zeitgem&auml;&szlig;en Zustand des Mietobjektes wiederhergestellt und dabei &uuml;bliche, durch eine vertragsgem&auml;&szlig;e Wohnnutzung entstandene M&auml;ngel beseitigt. Soweit in diesem Rahmen auch &quot;verdeckte&quot;, d.h. den Kl&auml;gern im Zuge der Anschaffung verborgen gebliebene, jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandene M&auml;ngel behoben wurden, sind auch die hierf&uuml;r getragenen Aufwendungen den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zuzuordnen (BFH-Urteil in BFHE 259, 42, BStBl II 2018, 9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob das FA die Kosten f&uuml;r verschiedene Ersatzteile und Kleinmaterialien in H&ouml;he von 428&nbsp;EUR zu Recht als sofort abziehbare Erhaltungsaufwendungen zu Recht gewertet hat, kann wegen des im finanzgerichtlichen Verfahren geltenden Verb&ouml;serungsverbots offenbleiben (zum Verb&ouml;serungsverbot vgl. Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;96 Rz&nbsp;51, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2018, IX R 41\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.130318.IXR41.17.0 Nach Anschaffung unvermutet angefallene Kosten zur Wiederherstellung des zeitgem&auml;&szlig;en Zustands eines Mietobjektes als &quot;anschaffungsnahe Herstellungskosten&quot; Leits&auml;tze 1. Unvermutete Aufwendungen f&uuml;r Renovierungsma&szlig;nahmen, die lediglich dazu dienen, Sch&auml;den zu beseitigen, welche aufgrund des langj&auml;hrigen vertragsgem&auml;&szlig;en Gebrauchs der Mietsache durch den Nutzungsberechtigten entstanden sind, f&uuml;hren unter den weiteren Tatbestandsvoraussetzungen des &sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-41-17-nach-anschaffung-unvermutet-angefallene-kosten-zur-wiederherstellung-des-zeitgemaessen-zustands-eines-mietobjektes-als-anschaffungsnahe-herstellungskosten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;41\/17 &#8211; Nach Anschaffung unvermutet angefallene Kosten zur Wiederherstellung des zeitgem&auml;&szlig;en Zustands eines Mietobjektes als &quot;anschaffungsnahe Herstellungskosten&quot;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69677","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69677"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69677\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69677"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69677"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}