{"id":69680,"date":"2018-07-13T12:36:55","date_gmt":"2018-07-13T10:36:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69680"},"modified":"2018-07-13T12:36:55","modified_gmt":"2018-07-13T10:36:55","slug":"iii-r-40-17-kfz-steuerbefreiung-fuer-zugmaschinen-im-schaustellerbetrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-40-17-kfz-steuerbefreiung-fuer-zugmaschinen-im-schaustellerbetrieb\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;40\/17 &#8211; Kfz-Steuerbefreiung f&uuml;r Zugmaschinen im Schaustellerbetrieb"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.4.2018, III R 40\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.250418.IIIR40.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kfz-Steuerbefreiung f&uuml;r Zugmaschinen im Schaustellerbetrieb<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Steuerbefreiung f&uuml;r Zugmaschinen nach &sect; 3 Nr. 8 Buchst. a KraftStG setzt nur voraus, dass die Zugmaschine ausschlie&szlig;lich f&uuml;r einen Schaustellerbetrieb oder einen Betrieb nach Schaustellerart verwendet wird. Es ist nicht erforderlich, dass der Halter der Zugmaschine ein Reisegewerbe i.S. der &sect;&sect; 55 ff. der GewO aus&uuml;bt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 21. Juli 2016&nbsp;&nbsp;6 K 586\/16 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht N&uuml;rnberg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist ein gemeinn&uuml;tziger Verein, der ein Reisetheater betreibt. Er beantragte am 7.&nbsp;Mai 2015 die Gew&auml;hrung der Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;8 Buchst.&nbsp;a des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) f&uuml;r die Zugmaschine mit dem amtlichen Kennzeichen &#8230; Der Aufforderung, eine Reisegewerbekarte vorzulegen, kam der Kl&auml;ger unter Verweis darauf, dass er als gemeinn&uuml;tziger Verein kein Gewerbe betreibe, nicht nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 3.&nbsp;Juli 2015 die Kfz-Steuer auf 375&nbsp;EUR j&auml;hrlich fest und lehnte damit den Antrag auf Steuerbefreiung ab. Der Einspruch blieb ohne Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2016).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Dabei entschied es gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;94a der Finanzgerichtsordnung (FGO) durch den zum Berichterstatter bestellten Richter ohne m&uuml;ndliche Verhandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben, den Kfz-Steuerbescheid vom 3.&nbsp;Juli 2015 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2016 zu &auml;ndern und die Kfz-Steuer auf 0&nbsp;EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass dem Kl&auml;ger die Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;8 Buchst.&nbsp;a KraftStG mangels Vorliegens eines gewerblichen Schaustellerbetriebes nicht gew&auml;hrt werden kann. Da der Senat mangels hinreichender Feststellungen nicht in der Sache selbst entscheiden kann, ist das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG unterliegt der Kfz-Steuer das Halten von inl&auml;ndischen Fahrzeugen zum Verkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en. Von der Kfz-Steuer befreit ist nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;8 Buchst.&nbsp;a KraftStG das Halten von Zugmaschinen, solange sie ausschlie&szlig;lich f&uuml;r den Betrieb eines Schaustellergewerbes verwendet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FG setzt der Steuerbefreiungstatbestand nicht voraus, dass der Halter des Fahrzeuges ein Schaustellergewerbe betreibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;8 Buchst.&nbsp;a KraftStG erfordert lediglich, dass die Zugmaschine f&uuml;r den Betrieb eines Schaustellergewerbes verwendet wird. Dies ist nicht dahin zu verstehen, dass ausschlie&szlig;lich Reisegewerbebetriebe i.S. der &sect;&sect;&nbsp;55&nbsp;ff. der Gewerbeordnung in den Genuss der steuerlichen Beg&uuml;nstigung kommen sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ergibt sich bereits aus der Entstehungsgeschichte des Gesetzes. Die Steuerbefreiung wurde durch das Gesetz zur &Auml;nderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes vom 19.&nbsp;Dezember 1960 (BGBl I 1960, 1005) als &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 KraftStG eingef&uuml;hrt. Sie beg&uuml;nstigte in dieser Ursprungsfassung das Halten von Zugmaschinen, &quot;solange sie ausschlie&szlig;lich von Schaustellern verwendet werden&quot; und galt mit diesem Wortlaut als &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;8 KraftStG unver&auml;ndert fort. Den im Streitfall anwendbaren Wortlaut erhielt die Vorschrift durch das Steuerbereinigungsgesetz 1986 vom 19.&nbsp;Dezember 1985 (BGBl I 1985, 2436). Grund hierf&uuml;r war eine Anpassung an ge&auml;nderte gewerberechtliche Vorschriften, nach denen auch eine juristische Person als Schausteller im Reisegewerbe t&auml;tig werden konnte. Der Befreiungstatbestand sollte daher nicht mehr an die Person, sondern an den Betrieb des Schaustellergewerbes ankn&uuml;pfen (BRDrucks 418\/85). Hieraus ergibt sich, dass der Gesetzgeber weiterhin die schaustellerische T&auml;tigkeit f&ouml;rdern wollte und auf die gewerberechtlichen Vorschriften nur deshalb zur&uuml;ckgriff, um diese T&auml;tigkeiten in ihren typischerweise vorkommenden Fallkonstellationen n&auml;her zu beschreiben. Dagegen l&auml;sst sich weder den Gesetzesmaterialien zur Ursprungsfassung der Steuerbeg&uuml;nstigung (BTDrucks 03\/2178, S.&nbsp;1) noch zur ge&auml;nderten Fassung (BRDrucks 418\/85) entnehmen, dass es dem Gesetzgeber darum ging, die ausschlie&szlig;liche Verwendung von Zugmaschinen im Bereich der schaustellerischen T&auml;tigkeit nur gegen&uuml;ber gewerblich t&auml;tigen Haltern zu privilegieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r eine entsprechende Auslegung spricht auch der systematische Zusammenhang zwischen &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;8 Buchst.&nbsp;a und b KraftStG. Denn auch hinsichtlich letztgenannter Vorschrift hat der Bundesfinanzhof (BFH) ma&szlig;geblich auf die Zweckbestimmung und die Verwendung des Fahrzeugs und nicht auf die steuer- oder gewerberechtliche Qualifikation des Halters abgestellt (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 2015 II&nbsp;R&nbsp;33\/13, BFH\/NV 2016, 245, Rz&nbsp;13&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber &uuml;berzeugt die vom FG gezogene Parallele zu der in &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;a und d des Umsatzsteuergesetzes getroffenen Unterscheidung zwischen Theatern, Konzerten und Museen einerseits sowie Zirkusvorf&uuml;hrungen und Leistungen aus der T&auml;tigkeit als Schausteller andererseits nicht. Denn zum einen hat der BFH bereits entschieden, dass die Vorschriften &uuml;ber Kfz-Steuerbefreiungen grunds&auml;tzlich aus sich selbst heraus auszulegen und anzuwenden sind (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;September 1992 VII&nbsp;R&nbsp;45\/92, BFHE 169, 478, BStBl II 1993, 200, Rz&nbsp;6). Zum anderen stehen die Steuererm&auml;&szlig;igungen des Umsatzsteuerrechts und die Steuerbefreiungen des Kfz-Steuerrechts in unterschiedlichen Regelungszusammenh&auml;ngen und dienen nicht den gleichen Zwecken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch der Sinn und Zweck der Regelung spricht daf&uuml;r, die Vorschrift dahingehend auszulegen, dass die ausschlie&szlig;liche Verwendung der Zugmaschine f&uuml;r Zwecke eines schaustellerischen Betriebs beg&uuml;nstigt werden soll. Grund der Befreiung von der Kfz-Steuer ist es zum einen, dass die beg&uuml;nstigten Kfz von Festplatz zu Festplatz fahren und die Stra&szlig;en deshalb nur wenig in Anspruch nehmen, weil sie w&auml;hrend der Veranstaltungen unbenutzt am Festplatz stehen gelassen werden (FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 28.&nbsp;Februar 1961 VI&nbsp;d&nbsp;5\/59, Entscheidungen der Finanzgerichte 1961, 459). Zum anderen soll das Gewerbe nach Schaustellerart und damit mittelbar auch das soziale Brauchtum der Regionen gef&ouml;rdert werden (25.&nbsp;Subventionsbericht der Bundesregierung, BTDrucks 18\/5940, S.&nbsp;338). Danach m&ouml;gen die gewerblichen Schaustellerbetriebe zwar die prim&auml;r Beg&uuml;nstigten der Regelung sein, der gesetzliche F&ouml;rderungszweck grenzt aber auch andere Steuerpflichtige nicht aus, die das Fahrzeug in gleicher Weise ausschlie&szlig;lich in einem Betrieb nach Schaustellerart verwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Entgegen der Auffassung des FG besteht auch kein allgemeiner Rechtsgrundsatz, dass Ausnahmevorschriften im Kfz-Steuerrecht stets oder jedenfalls grunds&auml;tzlich &quot;eng&quot;, also nicht wie jede andere Vorschrift nach den allgemeinen Auslegungsregeln gem&auml;&szlig; Wortlaut, systematischem Zusammenhang, Entstehungsgeschichte sowie Sinn und Zweck auszulegen sind (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;November 2004 VII&nbsp;R&nbsp;15\/04, BFH\/NV 2005, 918, Rz&nbsp;15, und vom 12.&nbsp;Juni 2012 II&nbsp;R&nbsp;40\/11, BFHE 238, 281, BStBl II 2012, 797, Rz&nbsp;11). Vielmehr sind, wenn der Wortlaut Zweifel l&auml;sst, auch Befreiungsvorschriften unter sinnvoller W&uuml;rdigung des mit der Ausnahmebestimmung verfolgten Zweckes anzuwenden (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 1965 II&nbsp;59\/62&nbsp;U, BFHE 82, 492, BStBl III 1965, 425, unter II.1.; Strodthoff, Kraftfahrzeugsteuer, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat kann in der Sache nicht selbst entscheiden. Das FG hat lediglich festgestellt, dass der Kl&auml;ger ein Reisetheater betreibt und die Zugmaschine zur Bef&ouml;rderung der Theaterausr&uuml;stung und des Theaterzeltes verwendet. N&auml;here Feststellungen dazu, ob dieses Reisetheater &#8211;wie vom Kl&auml;ger behauptet&#8211; nach Art eines Schaustellerbetriebes oder eines Zirkusses durchgef&uuml;hrt wird und ob die Zugmaschine ausschlie&szlig;lich f&uuml;r diesen Betrieb verwendet wird, fehlen und sind daher im zweiten Rechtsgang nachzuholen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Angesichts dessen kann dahinstehen, ob dem FG die von dem Kl&auml;ger ger&uuml;gten Verfahrensfehler unterlaufen sind. Denn f&uuml;hrt die Revision &#8211;wie im Streitfall&#8211; aus materiellen Gr&uuml;nden zur Aufhebung der Vorentscheidung, muss nicht mehr dar&uuml;ber entschieden werden, ob au&szlig;erdem Verfahrensfehler vorliegen (vgl. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Januar 2010 VI&nbsp;R&nbsp;51\/08, BFHE 228, 85, BStBl II 2010, 700, Rz&nbsp;11; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;118 FGO Rz&nbsp;256).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat weist jedoch zur Klarstellung auf seine neuere Rechtsprechung zu &sect;&nbsp;94a Satz 1 FGO hin. Danach hat das FG zur Wahrung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r die Beteiligten darauf hinzuweisen, dass es im vereinfachten Verfahren ohne Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung entscheiden will, und ihnen den Zeitpunkt mitzuteilen, bis zu dem sie ihr Vorbringen in den Prozess einf&uuml;hren k&ouml;nnen (Senatsbeschluss vom 6.&nbsp;Juni 2016 III&nbsp;B&nbsp;92\/15, BFHE 253, 315, BStBl II 2016, 844).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.4.2018, III R 40\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.250418.IIIR40.17.0 Kfz-Steuerbefreiung f&uuml;r Zugmaschinen im Schaustellerbetrieb Leits&auml;tze Die Steuerbefreiung f&uuml;r Zugmaschinen nach &sect; 3 Nr. 8 Buchst. a KraftStG setzt nur voraus, dass die Zugmaschine ausschlie&szlig;lich f&uuml;r einen Schaustellerbetrieb oder einen Betrieb nach Schaustellerart verwendet wird. 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