{"id":69690,"date":"2018-07-13T12:38:23","date_gmt":"2018-07-13T10:38:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69690"},"modified":"2018-07-13T12:38:23","modified_gmt":"2018-07-13T10:38:23","slug":"vi-b-101-17-antrag-auf-schlichte-aenderung-von-steuerbescheiden-gemaess-par-172-abs-1-satz-1-nr-2-buchst-a-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-101-17-antrag-auf-schlichte-aenderung-von-steuerbescheiden-gemaess-par-172-abs-1-satz-1-nr-2-buchst-a-ao\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;101\/17 &#8211; Antrag auf schlichte &Auml;nderung von Steuerbescheiden gem&auml;&szlig; &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.6.2018, VI B 101\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.070618.VIB101.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Antrag auf schlichte &Auml;nderung von Steuerbescheiden gem&auml;&szlig; &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ein wirksamer &Auml;nderungsantrag nach &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO setzt voraus, dass er innerhalb der (noch offenen) Einspruchsfrist gestellt wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Es ist hinreichend gekl&auml;rt, unter welchen Voraussetzungen h&ouml;here Gewalt i.S. des &sect; 110 Abs. 3 AO vorliegt. Die Frage, ob das FG den Geschehensablauf im Einzelfall zutreffend als h&ouml;here Gewalt beurteilt hat, vermag der Rechtssache keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu verleihen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 28. August 2017&nbsp;&nbsp;11 K 1401\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unbegr&uuml;ndet. Soweit die Kl&auml;gerin die geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entsprechend dargelegt hat, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Dabei muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 24.&nbsp;Mai 2012 VI&nbsp;B&nbsp;120\/11, BFH\/NV 2012, 1438, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin h&auml;lt die Rechtsfrage f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam, ob ein Antrag nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Abgabenordnung (AO) bereits gestellt werden kann, &quot;bevor die Einspruchsfrist f&uuml;r einen relevanten Steuerbescheid begonnen hat und dieser Antrag dann fortwirkt, sobald ein entsprechender Bescheid vorliegt&quot;. Grunds&auml;tzlich bedeutsam sei in diesem Zusammenhang au&szlig;erdem, &quot;ob eine solche Fortwirkung zumindest dann gilt, wenn der Antragsteller auch nach dem Erlass des Bescheides weiter an seinem &Auml;nderungsantrag festh&auml;lt und dies f&uuml;r die Beh&ouml;rde auch erkennbar ist bzw. sich aus den gegebenen Umst&auml;nden offensichtlich ergibt, dass der Antragsteller sein &Auml;nderungsbegehren nicht aufgegeben hat&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Rechtsfragen kommt keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu. Sie sind durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) bereits hinreichend gekl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO darf ein Steuerbescheid, soweit er &#8211;wie im Streitfall mit der Lohnsteuer&#8211; andere Steuern als Einfuhr- oder Ausfuhrabgaben betrifft und nicht vorl&auml;ufig oder unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung ergangen ist, nur aufgehoben oder ge&auml;ndert werden, soweit der Steuerpflichtige zustimmt oder seinem Antrag der Sache nach entsprochen wird; dies gilt indessen zugunsten des Steuerpflichtigen &#8211;abgesehen von der im Streitfall nicht einschl&auml;gigen Fallgestaltung, dass die Finanzbeh&ouml;rde einem Einspruch oder einer Klage abhilft&#8211; nur, soweit der Steuerpflichtige vor Ablauf der Einspruchsfrist zugestimmt oder den Antrag gestellt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist &#8211;wie hier&#8211; eine &Auml;nderung zugunsten des Steuerpflichtigen beabsichtigt, muss der Steuerpflichtige bis zum Ablauf der Einspruchsfrist einen bestimmten Antrag auf &Auml;nderung stellen. Dieses Erfordernis folgt, wie der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung entschieden hat, aus dem Wortlaut der genannten Vorschrift und der systematischen Stellung innerhalb des Gesetzes (z.B. BFH-Urteile vom 27.&nbsp;Oktober 1993 XI&nbsp;R&nbsp;17\/93, BFHE 172, 493, BStBl II 1994, 439; vom 20.&nbsp;Dezember 2006 X&nbsp;R&nbsp;30\/05, BFHE 216, 31, BStBl II 2007, 503, und vom 18.&nbsp;November 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;24\/07, BFHE 223, 398, BStBl II 2009, 518).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO setzt hiernach voraus, dass der bestimmte &Auml;nderungsantrag innerhalb der (noch offenen) Einspruchsfrist gestellt wird (BFH-Urteile in BFHE 223, 398, BStBl II 2009, 518, und vom 10.&nbsp;Mai 2007 III&nbsp;R&nbsp;67\/06, BFH\/NV 2007, 2063; BFH-Beschluss vom 5.&nbsp;Mai 2003 II&nbsp;B&nbsp;1\/03, BFH\/NV 2003, 1142). Da die &Auml;nderung nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut nur zul&auml;ssig ist, wenn der Steuerpflichtige den Antrag vor Ablauf der Einspruchsfrist gestellt hat, schlie&szlig;t dies auch ein, dass die Einspruchsfrist in Gang gesetzt sein muss. Andernfalls ist der Antrag unwirksam. Der Antrag kann folglich nicht schon vor Beginn der Einspruchsfrist gestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die systematische Stellung der Vorschrift im dritten Abschnitt der AO &quot;Festsetzungs- und Feststellungsverfahren&quot;, 1.&nbsp;Unterabschnitt &quot;Steuerfestsetzung&quot; unter &quot;III.&nbsp;Bestandskraft&quot; macht deutlich, dass der Antrag nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO auf die &Auml;nderung eines bereits erlassenen und nicht eines k&uuml;nftigen Steuerbescheids gerichtet sein muss. In Bestandskraft kann nur ein wirksam erlassener Verwaltungsakt erwachsen. Mit Ablauf der Einspruchsfrist tritt dann regelm&auml;&szlig;ig die Bestandskraft des Steuerbescheides ein, soweit die Steuerfestsetzung nicht im Hinblick auf die Anwendbarkeit einer Korrekturvorschrift &#8211;insbesondere aufgrund eines Antrags nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO&#8211; offengeblieben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die von der Kl&auml;gerin aufgeworfenen Rechtsfragen &#8211;&uuml;ber ihren Wortlaut hinaus&#8211; sinngem&auml;&szlig; auch die Fallgestaltung betreffen sollten, dass ein Antrag nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO auf &Auml;nderung eines Steuerbescheids gestellt wurde, der nach Antragstellung durch einen &Auml;nderungsbescheid ersetzt worden ist, hat der BFH ebenfalls bereits entschieden, dass die &Auml;nderung dieses &Auml;nderungsbescheids eine erneute oder aber fortdauernde &auml;ltere Zustimmung voraussetzt (Senatsurteil vom 7.&nbsp;November 2006 VI&nbsp;R&nbsp;14\/05, BFHE 215, 61, BStBl II 2007, 236). Ein solcher Sachverhalt liegt nach den nicht angegriffenen und den Senat daher entsprechend &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO auch in dem vorliegenden Beschwerdeverfahren bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen der Vorinstanz im Streitfall allerdings nicht vor. Denn die Kl&auml;gerin stellte den &Auml;nderungsantrag vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2014 lange nach Ablauf der Frist f&uuml;r den Einspruch gegen die Lohnsteuer-Anmeldungen der Streitzeitr&auml;ume. In Bezug auf die betreffenden Lohnsteuer-Anmeldungen fehlt es daher schon aus diesem Grund an einem wirksamen &Auml;nderungsantrag nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO, der in Bezug auf die nachfolgenden Lohnsteuerfestsetzungen h&auml;tte fortwirken k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch die von der Kl&auml;gerin herausgestellte Rechtsfrage, &quot;ob ein Fall h&ouml;herer Gewalt i.S.d. &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO vorliegt, wenn das Finanzamt entgegen einer entsprechenden gesetzlichen Verpflichtung &uuml;ber einen ausdr&uuml;cklich gestellten &Auml;nderungsantrag des Steuerpflichtigen nicht entscheidet, sondern stattdessen den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung des zugrunde liegenden Bescheides aufhebt und damit die Grundlage f&uuml;r eine sonst m&ouml;gliche und rechtm&auml;&szlig;ig vorzunehmende &Auml;nderung des Bescheides nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 FGO entzieht&quot;, hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Rechtsprechung des BFH ist hinreichend gekl&auml;rt, unter welchen Voraussetzungen h&ouml;here Gewalt i.S. des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO vorliegt. Hierunter versteht man ein au&szlig;ergew&ouml;hnliches Ereignis, das unter den gegebenen Umst&auml;nden auch durch die &auml;u&szlig;erste, nach Lage der Sache von dem Betroffenen zu erwartende und zumutbare Sorgfalt nicht abgewendet werden konnte (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27.&nbsp;Juni 2011 III&nbsp;B&nbsp;91\/10, BFH\/NV 2011, 1664, und vom 17.&nbsp;November 2009 VI&nbsp;B&nbsp;74\/09, BFH\/NV 2010, 817, m.w.N.). Der Begriff der h&ouml;heren Gewalt ist danach enger als der Begriff &quot;ohne Verschulden&quot; in &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 AO. Er erfasst jedoch nicht nur Ereignisse, die menschlicher Steuerung v&ouml;llig entzogen sind (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 16.&nbsp;Oktober 2007&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;51\/05, BVerfGK 12, 303). H&ouml;here Gewalt kann auch vorliegen, wenn der Betroffene durch arglistiges Verhalten seines Gegners an der rechtzeitigen Einlegung des Rechtsbehelfs gehindert worden ist oder wenn die Fristvers&auml;umnis auf das rechts- oder treuwidrige Verhalten der Beh&ouml;rde zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden kann (BFH-Beschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;April 2005 IV&nbsp;B&nbsp;90\/03, BFH\/NV 2005, 1817, und in BFH\/NV 2010, 817).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach kommt der von der Kl&auml;gerin bezeichneten Frage die behauptete grunds&auml;tzliche Bedeutung nicht zu. Mit ihrer Frage wendet sich die Kl&auml;gerin im Kern gegen die Beurteilung des Geschehensablaufs durch das Finanzgericht (FG) im Einzelfall. Dies vermag der Rechtssache aber keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu verleihen (s. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2011, 1664).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Kl&auml;gerin meint, eine Entscheidung des BFH sei zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich, geh&ouml;rt zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenzr&uuml;ge i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO u.a. eine hinreichend genaue Bezeichnung der vermeintlichen Divergenzentscheidung sowie die Gegen&uuml;berstellung tragender, abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus der behaupteten Divergenzentscheidung andererseits, um eine Abweichung erkennbar zu machen (Senatsbeschluss vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2011 VI&nbsp;B&nbsp;151\/10, BFH\/NV 2011, 1003).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdebegr&uuml;ndung entspricht diesen Anforderungen nicht. Denn die Kl&auml;gerin hat der Vorentscheidung schon keinen tragenden, abstrakten Rechtssatz entnommen und einen solchen Rechtssatz folglich auch nicht einem tragenden, abstrakten Rechtssatz der vermeintlichen Divergenzentscheidung &#8211;hier dem Senatsurteil in BFHE 215, 61, BStBl II 2007, 236&#8211; gegen&uuml;bergestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin das FG-Urteil in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung auszugsweise w&ouml;rtlich wiederholt, stellt sie hierdurch noch keinen abstrakten Rechtssatz der Vorentscheidung heraus. Zudem schlie&szlig;t sich das FG in dem von der Kl&auml;gerin wiedergegebenen Zitat dem Senatsurteil in BFHE 215, 61, BStBl II 2007, 236 ausdr&uuml;cklich an. Selbst wenn das FG das Senatsurteil in BFHE 215, 61, BStBl II 2007, 236 unrichtig auf den Einzelfall angewendet haben sollte, wie die Kl&auml;gerin meint, ergibt sich hieraus noch keine Divergenz i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO (s. BFH-Beschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;170\/10, BFH\/NV 2011, 1169, und vom 2.&nbsp;Dezember 2013 III&nbsp;B&nbsp;148\/12, BFH\/NV 2014, 544; Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;55, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erstmals mit ihrem Schriftsatz vom 4.&nbsp;Juni 2018 &#8211;und damit nach Ablauf der Frist zur Begr&uuml;ndung der Beschwerde (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO)&#8211; hat die Kl&auml;gerin aus dem Senatsurteil in BFHE 215, 61, BStBl II 2007, 236 und aus dem FG-Urteil abstrakte Rechtss&auml;tze herausgearbeitet und einander gegen&uuml;bergestellt. Dieses Vorbringen kann der Senat allerdings nicht mehr ber&uuml;cksichtigen, so dass auch dahinstehen kann, ob dem Senatsurteil in BFHE 215, 61, BStBl II 2007, 236 tats&auml;chlich der von der Kl&auml;gerin herausgestellte Rechtssatz entnommen werden kann. Denn aus &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO ergibt sich, dass die Frage, ob die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde den gesetzlichen Anforderungen gen&uuml;gt, nur nach den innerhalb der Begr&uuml;ndungsfrist vorgebrachten Ausf&uuml;hrungen zu beurteilen ist (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 31.&nbsp;Oktober 2013 V&nbsp;B&nbsp;67\/12, BFH\/NV 2014, 578; vom 26.&nbsp;Juni 2012 IV&nbsp;B&nbsp;34\/12, BFH\/NV 2012, 1621, und vom 15.&nbsp;Juni 2011 IV&nbsp;B&nbsp;143\/09, BFH\/NV 2011, 1694). Sp&auml;tere Darlegungen sind daher &#8211;abgesehen von blo&szlig;en Erl&auml;uterungen und Erg&auml;nzungen, die hier nicht vorliegen&#8211; nicht zu ber&uuml;cksichtigen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2012, 1621; vom 20.&nbsp;Juni 2007 X&nbsp;B&nbsp;116\/06, BFH\/NV 2007, 1705).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung wird abgesehen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.6.2018, VI B 101\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.070618.VIB101.17.0 Antrag auf schlichte &Auml;nderung von Steuerbescheiden gem&auml;&szlig; &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO Leits&auml;tze 1. 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