{"id":69719,"date":"2018-07-19T12:06:09","date_gmt":"2018-07-19T10:06:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69719"},"modified":"2018-07-19T12:06:09","modified_gmt":"2018-07-19T10:06:09","slug":"iii-r-5-16-bilanzierung-von-provisionsvorauszahlungen-und-damit-im-zusammenhang-stehender-aufwendungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-5-16-bilanzierung-von-provisionsvorauszahlungen-und-damit-im-zusammenhang-stehender-aufwendungen\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;5\/16 &#8211; Bilanzierung von Provisionsvorauszahlungen und damit im Zusammenhang stehender Aufwendungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, III R 5\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.IIIR5.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Bilanzierung von Provisionsvorauszahlungen und damit im Zusammenhang stehender Aufwendungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Solange der Provisionsanspruch des Handelsvertreters noch unter der aufschiebenden Bedingung der Ausf&uuml;hrung des Gesch&auml;fts steht, ist er nicht zu aktivieren. Provisionsvorsch&uuml;sse sind beim Empf&auml;nger als &quot;erhaltene Anzahlungen&quot; zu passivieren.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Aufwendungen, die im wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Provisionsvorsch&uuml;ssen stehen, sind nicht als &quot;unfertige Leistung&quot; zu aktivieren, wenn kein Wirtschaftsgut entstanden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 12. Januar 2016&nbsp;&nbsp;13 K 12\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob Aufwendungen eines Reiseb&uuml;ros, die im Zusammenhang mit der Vermittlung von erst im Folgejahr angetretenen Reisen angefallen sind, zu aktivieren sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Ehegatten, die im Streitjahr (2010) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger betrieb seit dem Jahr 2003 in X ein Reiseb&uuml;ro und ermittelte seinen Gewinn durch Bestandsvergleich. Er betrieb das Reiseb&uuml;ro als Franchiseunternehmen. Nach dem Agenturvertrag zwischen der Y-GmbH (GmbH) und dem Kl&auml;ger vom Juli 2003 erhielt der Kl&auml;ger f&uuml;r &quot;alle zur Ausf&uuml;hrung gelangten Buchungsgesch&auml;fte&quot; eine Provision (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Vertrags), die grunds&auml;tzlich 10&nbsp;% des jeweiligen Reisepreises betrug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GmbH erstellte monatliche Agenturabrechnungen und zahlte bis Oktober 2010 die Provisionen erst ca. drei Wochen vor dem Reiseantritt des Kunden an den Kl&auml;ger aus. Ab November 2010 stellte die GmbH das Verfahren dahingehend um, dass die Agenturabrechnungen bereits in dem Monat nach der Festbuchung erstellt und die Provisionen ausgezahlt wurden, sobald die Anzahlung oder der vollst&auml;ndige Reisepreis bei der GmbH oder dem jeweiligen Veranstalter eingegangen war. Alle bis zum 31.&nbsp;Oktober 2010 get&auml;tigten Festbuchungen, die noch nicht durchgef&uuml;hrt worden waren, wurden auf diesen Zeitpunkt mit dem Provisionsabschlagsatz verg&uuml;tet. Bei einer nachtr&auml;glichen &Auml;nderung der Buchung (Umbuchung\/Stornierung) wurden die dadurch ver&auml;nderten Provisionsanspr&uuml;che mit der n&auml;chsten Abrechnung verrechnet. Im Falle der Nichtausf&uuml;hrung der gebuchten Reise entfiel der Anspruch auf Provision, wenn die Nichtausf&uuml;hrung nicht von der GmbH zu vertreten war. Auch in diesem Fall wurde eine Verrechnung in der n&auml;chsten Abrechnung vorgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GmbH aktivierte die geleisteten Provisionszahlungen f&uuml;r Reisen, die erst nach dem Abschlussstichtag angetreten wurden, als &quot;Vorauszahlungen auf nicht begonnene Reisen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger buchte die von der GmbH erhaltenen Provisionen zun&auml;chst auf dem Konto &quot;passive Rechnungsabgrenzung&quot;. Sie wurden zum Reisedatum des Kunden auf das Erl&ouml;skonto umgebucht. In seiner Bilanz auf den 31.&nbsp;Dezember 2010 wies der Kl&auml;ger einen passiven Rechnungsabgrenzungsposten f&uuml;r die Provisionen in H&ouml;he von 44.807,35&nbsp;EUR aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung folgte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zwar der Ansicht des Kl&auml;gers, wonach die gezahlten Provisionen f&uuml;r die erst im Folgejahr angetretenen Reisen passiv abzugrenzen seien. Das FA war aber der Auffassung, dass die Betriebsausgaben, die mit diesen Provisionen im Zusammenhang standen, als unfertige Leistungen zu aktivieren seien. Es begr&uuml;ndete diese Ansicht damit, dass s&auml;mtliche Leistungen des Kl&auml;gers hinsichtlich der Vermittlung oder des Verkaufs der Reise bereits im Zeitpunkt der Buchung erbracht worden seien, so dass auch die damit zusammenh&auml;ngenden Aufwendungen bereits entstanden seien. Um diese &#8211;ebenso wie den Ertrag aus den Aufwendungen&#8211; periodengerecht zuzuordnen, seien die Aufwendungen ebenfalls aktiv abzugrenzen, soweit die Gewinnrealisation erst im Folgejahr eingetreten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Pr&uuml;fer ermittelte &quot;unfertige Leistungen&quot; in H&ouml;he von 26.974,03&nbsp;EUR und erh&ouml;hte entsprechend den Steuerbilanzgewinn. Das FA &auml;nderte daraufhin den Einkommensteuerbescheid 2010 am 5.&nbsp;Juni 2014 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1158 ver&ouml;ffentlichten Urteil Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit seiner hiergegen gerichteten Revision die Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt,<br \/>das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts (FG) vom 12.&nbsp;Januar 2016&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;12\/15 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass f&uuml;r die geleisteten Anzahlungen auf die Provisionsanspr&uuml;che keine Gewinne realisiert wurden (1.) und dass die damit verbundenen Aufwendungen nicht als unfertige Leistungen zu aktivieren sind (2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wird der Gewinn &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich ermittelt, ist f&uuml;r den Schluss des betreffenden Wirtschaftsjahres das Betriebsverm&ouml;gen anzusetzen, das nach den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung (GoB) auszuweisen ist (&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Zu diesen GoB geh&ouml;rt das in &sect;&nbsp;252 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Halbsatz&nbsp;2 des Handelsgesetzbuchs (HGB) geregelte Realisationsprinzip, demzufolge Gewinne nur dann zu ber&uuml;cksichtigen sind, wenn sie am Abschlussstichtag schon realisiert waren (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;R&nbsp;28\/08, BFH\/NV 2010, 2033). Diese Voraussetzung liegt vor, wenn eine Forderung entweder rechtlich bereits entstanden ist oder die f&uuml;r die Entstehung wesentlichen wirtschaftlichen Ursachen im abgelaufenen Gesch&auml;ftsjahr gesetzt worden sind und der Kaufmann mit der k&uuml;nftigen Entstehung der Forderung fest rechnen kann (vgl. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Mai 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;25\/11, BFHE 246, 155, BStBl II 2014, 968, Rz&nbsp;10, m.w.N.). Nicht erforderlich ist hingegen, dass die Forderung am Bilanzstichtag f&auml;llig ist (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Oktober 2009 I&nbsp;R&nbsp;36\/07, BFHE 226, 342, BStBl II 2010, 232, Rz&nbsp;14). Der Zeitpunkt, zu dem ein Anspruch auf die hier vorliegende Vermittlungsprovision realisiert ist, h&auml;ngt von den Vertragsgestaltungen im Einzelfall ab (BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 2033, Rz&nbsp;15). Steht dem Unternehmer hiernach ein prinzipiell unentziehbarer Provisionsanspruch f&uuml;r seine Leistung zu, ist der Gewinn realisiert (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;November 2007 IV&nbsp;R&nbsp;62\/05, BFHE 220, 85, BStBl II 2008, 557).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei dem zwischen dem Kl&auml;ger und der GmbH bestehenden Agenturvertrag handelt es sich um einen Handelsvertretervertrag nach &sect;&nbsp;84 Abs.&nbsp;1 HGB. Provisionsanspr&uuml;che des Handelsvertreters entstehen &#8211;wenn wie im Streitfall keine abweichende Vereinbarung (&sect;&nbsp;87a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB) getroffen wurde&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;87a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB erst dann, wenn der Unternehmer das Gesch&auml;ft ausgef&uuml;hrt hat. Soweit die GmbH Provisionen schon vor der Ausf&uuml;hrung der Reise an den Kl&auml;ger gezahlt hat, standen diese unter einer aufschiebenden Bedingung (&sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) der Ausf&uuml;hrung der Reise und waren mithin stornobehaftet. Es liegen insoweit Provisionsvorsch&uuml;sse im Rahmen eines schwebenden Gesch&auml;fts vor. Zwar hatte der Kl&auml;ger zu dem Zeitpunkt, zu dem er die Provisionsvorsch&uuml;sse erhielt, seine Leistungspflichten hinsichtlich der zugrundeliegenden Vermittlungsgesch&auml;fte erf&uuml;llt. Die Entstehung des Provisionsanspruchs kn&uuml;pft aber gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;87a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB an die Vollendung des Leistungserfolgs durch Ausf&uuml;hrung der Reise an. Diese war im Zeitpunkt der Zahlung der Provisionsvorsch&uuml;sse noch nicht eingetreten. Daher ist es gerechtfertigt, auch hier von Vorleistungen in Gestalt von Provisionsvorsch&uuml;ssen zu sprechen (vgl. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;August 1976 I&nbsp;R&nbsp;145\/74, BFHE 119, 468, BStBl II 1976, 675).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Zahlungen daher als Provisionsvorsch&uuml;sse zu werten sind, fehlt es an einer Gewinnrealisierung (BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 2033, Rz&nbsp;13). Denn erst durch die Ausf&uuml;hrung der Reise (Bedingungseintritt) wird der Gewinn durch die Entstehung des Provisionsanspruchs realisiert. Solange der Provisionsanspruch noch der aufschiebenden Bedingung unterliegt, kann er nicht aktiviert werden (vgl. BFH-Urteile vom 26.&nbsp;April 1995 I&nbsp;R&nbsp;92\/94, BFHE 177, 444, BStBl II 1995, 594; vom 28.&nbsp;Oktober 2009 I&nbsp;R&nbsp;28\/08, BFH\/NV 2010, 432; vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;R&nbsp;42\/08, BFHE 233, 398, BStBl II 2012, 188).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Provisionsvorsch&uuml;sse sind als &quot;erhaltene Anzahlungen&quot; nach &sect;&nbsp;266 Abs.&nbsp;3&nbsp;C.3. HGB zu passivieren; darin kommt die Verpflichtung zum Ausdruck, die Betr&auml;ge bei Nichtausf&uuml;hrung der Reise zur&uuml;ckzahlen zu m&uuml;ssen (vgl. BFH-Urteile vom 3.&nbsp;Juli 1997 IV&nbsp;R&nbsp;49\/96, BFHE 183, 513, BStBl II 1998, 244; vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;R&nbsp;28\/08, BFH\/NV 2010, 865; Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;Februar 2008 III&nbsp;B&nbsp;29-31\/07, BFH\/NV 2008, 947).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit bez&uuml;glich der erhaltenen Provisionen noch keine Gewinnrealisierung eingetreten ist, hat das FG zu Recht entschieden, dass die damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen nicht als &quot;unfertige Leistungen&quot; zu aktivieren sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 EStG hat der Kl&auml;ger in seiner Bilanz zum 31.&nbsp;Dezember 2010 das Betriebsverm&ouml;gen anzusetzen, das nach den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung auszuweisen ist. Der BFH legt diese Vorschrift in st&auml;ndiger Rechtsprechung so aus, dass die Aktivierung von Aufwendungen &#8211;von Rechnungsabgrenzungsposten abgesehen&#8211; grunds&auml;tzlich das Vorliegen eines Wirtschaftsguts voraussetzt, dass also Aufwendungen zum Erwerb eines Wirtschaftsguts (durch Anschaffung oder Herstellung) gef&uuml;hrt haben m&uuml;ssen (BFH-Urteile vom 11.&nbsp;M&auml;rz 1976 IV&nbsp;R&nbsp;176\/72, BFHE 119, 240, BStBl II 1976, 614; vom 18.&nbsp;Juni 1975 I&nbsp;R&nbsp;24\/73, BFHE 116, 474, BStBl II 1975, 809; vgl. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Februar 1993&nbsp;IV&nbsp;R&nbsp;40\/92, BFHE 171, 422, BStBl II 1994, 224).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit setzt nach Auffassung des Senats auch der Bilanzposten &quot;unfertige Leistungen&quot; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;266 Abs.&nbsp;2 B.I.2. HGB die Wirtschaftsguteigenschaft voraus (vgl. BFH-Urteile in BFHE 116, 474, BStBl II 1975, 809; vom 13.&nbsp;September 1989 II&nbsp;R&nbsp;1\/87, BFHE 158, 446, BStBl II 1990, 47, unter 2.c; Hick, NWB Praxishandbuch Bilanzsteuerrecht, 2.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;4235; Wehner, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 1984, 1133; vgl. D&ouml;llerer, BB 1974, 1541; vgl. Frotscher, &sect;&nbsp;5 EStG, Freiburg 2011, Rz&nbsp;221c; vgl. H&uuml;ttemann\/Meyer in Gro&szlig;kommentar HGB, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;266 Rz&nbsp;34). Denn in &Uuml;bereinstimmung mit der Vorinstanz ist der Rechtsprechung des BFH zu folgen, nach der es sich bei dem Bilanzansatz der &quot;unfertigen Leistungen&quot; nicht lediglich um eine Bilanzierungshilfe handelt oder er als &quot;&auml;hnlich einem Rechnungsabgrenzungsposten&quot; eingestuft werden kann (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;September 2005 VIII&nbsp;R&nbsp;1\/03, BFHE 211, 168, BStBl II 2006, 298; dem folgend Reiner\/Hau&szlig;er in M&uuml;nchener Kommentar zum Handelsgesetzbuch, 3.&nbsp;Aufl. 2013, &sect;&nbsp;266 Rz&nbsp;60; a.A. Schulze-Osterloh in Festschrift Forster, 1992, S.&nbsp;653, 658).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat folgt auch nicht der Ansicht, der Bilanzposten der &quot;unfertigen Leistung&quot; diene vorrangig der Aufwandsstornierung im Rahmen der Erstellung von Dienstleistungen (FG M&uuml;nster, Urteil vom 28.&nbsp;April 2016&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;843\/14&nbsp;K,G,F, Zerl, EFG 2016, 1284; vgl. Bl&uuml;mich\/Krumm, &sect;&nbsp;5 EStG, Rz 740 &quot;Unfertige Leistungen und unfertige Erzeugnisse&quot;; vgl. Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;270 &quot;Unfertige Erzeugnisse&quot;). Denn es sind nicht die Aufwendungen zu aktivieren, sondern lediglich das durch die Aufwendungen erlangte Wirtschaftsgut. Ohne die Entstehung eines entsprechenden Wirtschaftsguts ist eine Gewinnrealisierung undenkbar (Wassermeyer, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2001, 1053, 1054). Den Bilanzposten der &quot;unfertigen Leistungen&quot; als reine Aufwandsstornierung zu betrachten, widerspricht auch dem Vorsichtsprinzip (&sect;&nbsp;252 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 HGB), nach dem alle Risiken, die hinsichtlich der k&uuml;nftigen Erstarkung zu einer Zivilrechtsposition noch bestehen, zu ber&uuml;cksichtigen sind (vgl. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;November 2012 IV&nbsp;R&nbsp;47\/09, BFHE 239, 428, BStBl II 2013, 324, Rz&nbsp;33). Danach d&uuml;rfen blo&szlig;e Erwerbschancen, ebenso wenig wie Gewinnchancen aus schwebenden Gesch&auml;ften, auch nicht in Gestalt eines Auftragsbestands, aktiviert werden (Hennrichs in M&uuml;nchener Kommentar zum Bilanzrecht, Bd.&nbsp;2, &sect;&nbsp;246 HGB, Rz&nbsp;29, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Begriff des Wirtschaftsguts wird im EStG nicht definiert; er ist eine Zwecksch&ouml;pfung des Steuerrechts (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 7.&nbsp;August 2000 GrS&nbsp;2\/99, BFHE 192, 339, BStBl II 2000, 632). Da im Rahmen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG f&uuml;r buchf&uuml;hrungspflichtige Kaufleute das Betriebsverm&ouml;gen angesetzt wird, das von ihnen nach den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung auszuweisen ist, entspricht der in den &sect;&sect;&nbsp;4&nbsp;ff. EStG verwendete Begriff des Wirtschaftsguts dem handelsrechtlichen Begriff des Verm&ouml;gensgegenstandes (BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Oktober 1987 GrS&nbsp;2\/86, BFHE 151, 523, BStBl II 1988, 348). Der BFH fasst den Begriff in st&auml;ndiger Rechtsprechung weit (BFH-Urteile vom 8.&nbsp;April 1992 XI&nbsp;R&nbsp;34\/88, BFHE 168, 124, BStBl II 1992, 883; vom 26.&nbsp;November 2014 X&nbsp;R&nbsp;20\/12, BFHE 248, 34, BStBl II 2015, 325, Rz&nbsp;25, m.w.N.). Hierunter fallen Sachen, Rechte oder tats&auml;chliche Zust&auml;nde, konkrete M&ouml;glichkeiten oder Vorteile f&uuml;r den Betrieb, deren Erlangung der Kaufmann sich etwas kosten l&auml;sst, die einer besonderen Bewertung zug&auml;nglich sind, in der Regel eine Nutzung f&uuml;r mehrere Wirtschaftsjahre erbringen und zumindest mit dem Betrieb &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen (BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Juli 2002 IX&nbsp;R&nbsp;29\/98, juris; in BFHE 239, 428, BStBl II 2013, 324, Rz&nbsp;33; Beschluss des Gro&szlig;en Senats in BFHE 192, 339, BStBl II 2000, 632). Somit hat nicht jeder m&ouml;gliche Vorteil f&uuml;r einen Betrieb schon die Eigenschaft eines Wirtschaftsguts. Zum jeweiligen Stichtag muss ein wirtschaftlich ausnutzbarer Verm&ouml;gensvorteil vorliegen, der als realisierbarer greifbarer Verm&ouml;genswert angesehen werden kann (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Juli 1986 I&nbsp;R&nbsp;218\/82, BFHE 147, 412, BStBl II 1987, 14, unter 1.). Seine Greifbarkeit macht erst das Wirtschaftsgut aus; der Verm&ouml;genswert muss als Einzelheit ins Gewicht fallen, objektiv werthaltig und &quot;selbst&auml;ndig bewertbar&quot; sein (BFH-Urteil in BFHE 239, 428, BStBl II 2013, 324, Rz&nbsp;33; vgl. BFH-Urteil vom 10.&nbsp;August 1989 X&nbsp;R&nbsp;176,&nbsp;177\/87, BFHE 158, 53, BStBl II 1990, 15), sich also nicht ins Allgemeine verfl&uuml;chtigen (Tiedchen in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;5 EStG, Rz&nbsp;561, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat sich durch die laufenden Betriebsausgaben kein Wirtschaftsgut herausgebildet, das als &quot;unfertige Leistung&quot; zu aktivieren w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Selbst wenn f&uuml;r einen erlangten Vorteil die k&uuml;nftigen Ertr&auml;ge ausreichten, fehlt es an der f&uuml;r die Aktivierung als unfertige Leistung erforderlichen Voraussetzung, dass die Aufwendungen dem Kaufmann einen objektiv werthaltigen (greifbaren) Verm&ouml;genswert verschaffen. Nicht jede Ausgabe ist geeignet, ein Wirtschaftsgut oder einen Verm&ouml;gensgegenstand zu begr&uuml;nden. Aufwendungen (laufende Betriebsausgaben) und zu aktivierende Posten lie&szlig;en sich sonst nicht mehr trennen. Es sind vielmehr ins Gewicht fallende, eindeutig und klar abgrenzbare Ausgaben erforderlich, die sich von laufenden Ausgaben erkennbar unterscheiden (vgl. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Oktober 1969 I&nbsp;93\/64, BFHE 97, 350, BStBl II 1970, 178; Ballwieser in M&uuml;nchener Kommentar zum HGB, Bd.&nbsp;4, 3.&nbsp;Aufl. 2013, &sect;&nbsp;246, Rz&nbsp;26, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein solcher aktivierungsf&auml;higer Vorteil, der sich bereits verselbst&auml;ndigt hat, ist durch den hier streitigen Aufwand des Kl&auml;gers nicht begr&uuml;ndet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hier vorliegenden Aufwendungen sind laufende Ausgaben, die ihrer Natur nach regelm&auml;&szlig;ig wiederkehren und sich auch in ihrer H&ouml;he, wenn auch mit gewissen Schwankungen, im Wesentlichen gleichm&auml;&szlig;ig entwickeln. Dar&uuml;ber hinaus sind die Auswirkungen der einzelnen Betriebsfaktoren (z.B. Miet-\/Personalaufwand) auf einen m&ouml;glicherweise aktivierungsf&auml;higen Vorteil nicht hinreichend objektivierbar. Sie lassen sich &#8211;wie das FG f&uuml;r das Revisionsverfahren bindend (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) festgestellt hat&#8211; weder den einzelnen Vermittlungsleistungen zuordnen noch sind sie selbst&auml;ndig bewertungsf&auml;hig. Laufende Betriebsausgaben, die sich aber nicht eindeutig bestimmten Auftr&auml;gen zurechnen lassen und sich nicht von den laufenden Aufwendungen abheben, sind nicht geeignet, ein selbst&auml;ndig bewertungsf&auml;higes Wirtschaftsgut zu begr&uuml;nden (vgl. Senatsurteile vom 6.&nbsp;M&auml;rz 1970 III&nbsp;R&nbsp;20\/66, BFHE 99, 50, BStBl II 1970, 489; vom 2.&nbsp;Juni 1978 III&nbsp;R&nbsp;8\/75, BFHE 126, 478, BStBl II 1979, 235; so auch die &auml;ltere Rechtsprechung, die unabh&auml;ngig von der Entstehung eines Wirtschaftsguts, Aufwendungen nur dann f&uuml;r aktivierungsf&auml;hig hielt, wenn sie unmittelbar mit den einzelnen Gesch&auml;ften zusammenhingen &#8211;BFH-Urteil vom 25.&nbsp;August 1955 IV&nbsp;510\/53&nbsp;U, BFHE 61, 284, BStBl III 1955, 307&#8211;, die von einigem Gewicht sind und die sich einem bestimmten Auftrag eindeutig zurechnen lassen &#8211;BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Januar 1960 IV&nbsp;226\/58&nbsp;S, BFHE 71, 111, BStBl III 1960, 291&#8211;). Sie sind vielmehr als Betriebsausgaben sofort abziehbar (Schiffers in Korn, EStG, &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;349).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hat sich aufgrund der get&auml;tigten Aufwendungen keine objektiv werthaltige Position f&uuml;r den Betrieb des Kl&auml;gers gebildet. Die Aufwendungen haben sich vielmehr zu einer endg&uuml;ltigen &quot;wirtschaftlichen Belastung verdichtet&quot; (Weber-Grellet, DB 2002, 2180, 2182), da den Aufwendungen im Falle der Nichtausf&uuml;hrung der Reise &#8211;worauf das FG zutreffend hingewiesen hat&#8211; kein Aufwendungsersatzanspruch nach &sect;&nbsp;670 oder &sect;&sect;&nbsp;677, 683 BGB (vgl. &sect;&nbsp;87d HGB) gegen&uuml;bersteht. Insoweit kommen auch diejenigen, die den Bilanzposten der &quot;unfertigen Leistung&quot; nicht vom Vorliegen eines materiellen Verm&ouml;gensgegenstandes abh&auml;ngig machen, teilweise zu dem Ergebnis, dem Bilanzierenden f&uuml;r die bisher angefallenen Aufwendungen nur dann eine Aktivierung der Aufwendungen zu erm&ouml;glichen, wenn ihm hierf&uuml;r ein Verg&uuml;tungsanspruch zusteht (Schubert\/Roscher in Beck&#8217;scher Bilanzkommentar, &sect;&nbsp;247 HGB, Rz&nbsp;66; Winnefeld, Bilanzhandbuch, 5.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;F 388; Tonner in Bordewin\/Brandt, EStG, &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;232; vgl. D&ouml;llerer, BB 1974, 1541, 1546; a.A. Schulze-Osterloh in Festschrift Forster, S.&nbsp;653, 659).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit das FA darauf hinweist, dass durch die Aufwendungen ein abstrakt aktivierungsf&auml;higes Wirtschaftsgut in Form eines Auftragsbestandes entstanden sei, braucht der Senat die Merkmale des Auftragsbestandes als immaterielles Wirtschaftsgut (vgl. Breidenbach\/Niemeyer, DB 1991, 2500) nicht im Einzelnen zu pr&uuml;fen, denn eine Aktivierung kommt jedenfalls mangels entgeltlichen Erwerbs durch den Kl&auml;ger nicht in Betracht (&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, III R 5\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.IIIR5.16.0 Bilanzierung von Provisionsvorauszahlungen und damit im Zusammenhang stehender Aufwendungen Leits&auml;tze 1. Solange der Provisionsanspruch des Handelsvertreters noch unter der aufschiebenden Bedingung der Ausf&uuml;hrung des Gesch&auml;fts steht, ist er nicht zu aktivieren. Provisionsvorsch&uuml;sse sind beim Empf&auml;nger als &quot;erhaltene Anzahlungen&quot; zu passivieren. 2. Aufwendungen, die im wirtschaftlichen Zusammenhang mit den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-5-16-bilanzierung-von-provisionsvorauszahlungen-und-damit-im-zusammenhang-stehender-aufwendungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;5\/16 &#8211; Bilanzierung von Provisionsvorauszahlungen und damit im Zusammenhang stehender Aufwendungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69719","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69719","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69719"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69719\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69719"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69719"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69719"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}