{"id":69725,"date":"2018-07-19T12:06:07","date_gmt":"2018-07-19T10:06:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69725"},"modified":"2018-07-19T12:06:07","modified_gmt":"2018-07-19T10:06:07","slug":"xi-r-50-17-verhaeltnis-der-verlustfeststellung-zur-steuerfestsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-50-17-verhaeltnis-der-verlustfeststellung-zur-steuerfestsetzung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;50\/17 &#8211; Verh&auml;ltnis der Verlustfeststellung zur Steuerfestsetzung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.5.2018, XI R 50\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.160518.XIR50.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Verh&auml;ltnis der Verlustfeststellung zur Steuerfestsetzung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Sind der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid und der Gewerbesteuermessbescheid des Verlustentstehungsjahres bestandskr&auml;ftig (geworden) und ber&uuml;cksichtigen diese einen geringeren Verlust als vom Steuerpflichtigen begehrt, ist die &Auml;nderung eines Bescheides &uuml;ber den verbleibenden Verlustvortrag und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlusts nach &sect; 10d Abs. 4 Satz 4 EStG i.d.F. des JStG 2010 i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 Satz 1 KStG und &sect; 35b Abs. 2 Satz 2 GewStG nur zul&auml;ssig, soweit eine Korrektur der Steuerbescheide nach den Vorschriften der AO hinsichtlich der bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte nicht ausgeglichenen negativen Eink&uuml;nfte (noch) m&ouml;glich ist und diese der Steuerfestsetzung tats&auml;chlich zugrunde gelegt worden sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 6. April 2017&nbsp;&nbsp;10 K 10105\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) wies in ihrem bei dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zusammen mit den Steuererkl&auml;rungen f&uuml;r 2011 eingereichten Jahresabschluss zum 31.&nbsp;Dezember 2011 einen Verlust in H&ouml;he von 25.496,81&nbsp;EUR aus. Dabei wurden unter dem Kto. 4780 &quot;Fremdarbeiten (Vertrieb)&quot; Aufwendungen in H&ouml;he von 24.791,41&nbsp;EUR als Betriebsausgaben verbucht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Anforderung des FA vom 3.&nbsp;Januar 2013 reichte die Kl&auml;gerin als Nachweis eine Rechnung der B vom 31.&nbsp;Dezember 2011 &uuml;ber den gebuchten Betrag ein. Im Rahmen eines Benennungsverlangens nach &sect;&nbsp;160 der Abgabenordnung (AO) vom 13.&nbsp;August 2013 wies das FA darauf hin, dass es sich nach Mitteilung des Bundeszentralamtes f&uuml;r Steuern bei der B um eine wirtschaftlich nicht aktive Domizilgesellschaft (Briefkastenfirma) handele. Die Kl&auml;gerin legte mit Schreiben vom 27.&nbsp;September 2013 ein &quot;Memo&quot; der B, unterschrieben von X vor, nach dem es sich um eine Verwechselung zweier gleichnamiger Gesellschaften handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 6.&nbsp;November 2013 erlie&szlig; das FA Bescheide &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2011 mit einer festgesetzten K&ouml;rperschaftsteuer von 0&nbsp;EUR, &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r 2011 mit einem Gewerbesteuermessbetrag von 0&nbsp;EUR, &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2011 mit einem festgestellten verbleibenden Verlustvortrag von 705&nbsp;EUR sowie &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2011 mit einem festgestellten vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust von 705&nbsp;EUR. Die Bescheide standen nicht unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung. Ausweislich der Erl&auml;uterungen zum K&ouml;rperschaftsteuerbescheid blieben die als Betriebsausgaben geltend gemachten Fremdleistungen unber&uuml;cksichtigt. Die Kl&auml;gerin habe nicht widerlegt, dass es sich bei der B um eine Domizilgesellschaft handele; eine Verwechselung liege ebenfalls nicht vor, da die Handelsregisternummer &uuml;bereinstimme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin legte gegen die genannten Bescheide Einspr&uuml;che ein und begehrte die Ber&uuml;cksichtigung der geltend gemachten Fremdleistungen als Betriebsausgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2015 wies das FA die Einspr&uuml;che als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Zur Begr&uuml;ndung berief es sich darauf, dass der Betriebsausgabenabzug zu Recht versagt worden sei, weil die Kl&auml;gerin dem Benennungsverlangen nicht nachgekommen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 9.&nbsp;April 2015 erhob die Kl&auml;gerin ausdr&uuml;cklich nur wegen der Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K&ouml;rperschaftsteuer und &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2011 vom 6.&nbsp;November 2013 Klage und begehrte jeweils die Verlustfeststellung in H&ouml;he von 25.497&nbsp;EUR. Sie verfolgte insoweit ihr Begehren auf Ber&uuml;cksichtigung der vom FA versagten Betriebsausgaben weiter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies mit Urteil vom 6.&nbsp;April 2017 die Klage ab. Es vertrat die Ansicht, die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;4 und 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) und &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) l&auml;gen nicht vor. Wegen der Bestandskraft des K&ouml;rperschaftsteuer- und Gewerbesteuermessbescheides f&uuml;r 2011 komme eine Verlustfeststellung in begehrter H&ouml;he nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1179 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt mit ihrer Revision im Wesentlichen vor, dass nach der Gesetzes&auml;nderung durch das Jahressteuergesetz 2010 (JStG 2010 vom 8.&nbsp;Dezember 2010, BGBl I 2010, 1768) zu kl&auml;ren sei, wie im Hinblick auf Einkommensteuer, K&ouml;rperschaftsteuer oder Gewerbesteuer bei Nullbescheiden zu verfahren sei. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (Urteil vom 10.&nbsp;Februar 2015 IX&nbsp;R&nbsp;6\/14, BFH\/NV 2015, 812) und Literatur (Jachmann-Michel, juris PraxisReport Steuerrecht &#8211;jurisPR-SteuerR&#8211; 32\/2015, Anm.&nbsp;3) sei in F&auml;llen von Nullbescheiden keine verfahrensrechtliche &Auml;nderbarkeit der Steuerbescheide erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren sei es nach dem Beschluss des Hessischen FG vom 29.&nbsp;Oktober 2015&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;307\/15 (juris) ausreichend, nur die gegen die Feststellungsbescheide erhobene Klage mit dem Ziel der Erh&ouml;hung der festgesetzten Verlustvortr&auml;ge fortzusetzen. Eine Fortsetzung eines Rechtsbehelfs gegen die Nullbescheide sei nicht erforderlich, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; die Feststellung bzw. Erh&ouml;hung des Verlustvortrags zu einem Zeitpunkt begehrt worden sei, in dem der Steuer- bzw. Steuermessbescheid noch nicht unanfechtbar war. Dies ergebe sich aus Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG. Die Nullbescheide seien noch bis zum 10.&nbsp;April 2015 &#8211;also nach erfolgter Klageerhebung gegen die Feststellungsbescheide&#8211; anfechtbar gewesen. Hierzu habe die Vorinstanz keine Ausf&uuml;hrungen gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner h&auml;tte in den Rechtsbehelfsbelehrungen darauf hingewiesen werden m&uuml;ssen, dass nur durch einen Einspruch gegen die den Feststellungsbescheiden sachlich zugrunde liegenden Steuerbescheide ein Erfolg in der Sache erreicht werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung sowie die Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2015 aufzuheben und die Bescheide vom 6.&nbsp;November 2013 &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K&ouml;rperschaftsteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2011 sowie &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass der verbleibende Verlustvortrag bzw. vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust jeweils auf 25.497&nbsp;EUR festgestellt wird; hilfsweise die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es tritt der Revision der Kl&auml;gerin entgegen und verteidigt die Vorentscheidung. Es komme ma&szlig;geblich darauf an, dass die den Verlustfeststellungsbescheiden zugrunde liegenden Steuerbescheide verfahrensm&auml;&szlig;ig ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen. Da diese aber mit Ablauf des 10.&nbsp;April 2015 bestandskr&auml;ftig geworden seien, k&ouml;nnten die geltend gemachten Verluste nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden. Es komme daher nicht darauf an, dass bis zum Zeitpunkt der Klageerhebung am 9.&nbsp;April 2015 der K&ouml;rperschaftsteuer- bzw. Gewerbesteuermessbescheid noch &auml;nderbar war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch sei die Rechtsbehelfsbelehrung fehlerfrei. So sei der notwendige Mindestinhalt nach &sect;&nbsp;356 Abs.&nbsp;1 AO enthalten gewesen. Auch seien im Hinblick auf &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;4 und 5 EStG aufgrund der diesbez&uuml;glichen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung sowie der steuerrechtlichen Kenntnisse des Rechtsvertreters keine weiteren Hinweise erforderlich gewesen. &Uuml;berdies sei nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) eine Klageerhebung gegen den K&ouml;rperschaftsteuer- bzw. Gewerbesteuermessbescheid nicht mehr m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zutreffend hat das FG die von der Kl&auml;gerin begehrte Erh&ouml;hung des verbleibenden Verlustvortrags zur K&ouml;rperschaftsteuer und zum Gewerbesteuermessbetrag zum 31.&nbsp;Dezember 2011 auf der Grundlage von &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;4 und 5 EStG i.d.F. des JStG 2010 i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG und &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 GewStG i.d.F. des JStG 2010 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Voraussetzungen f&uuml;r die begehrte Erh&ouml;hung des verbleibenden Verlustvortrags zum 31.&nbsp;Dezember 2011 liegen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG i.V.m. &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;4 und 5 EStG i.d.F. des JStG 2010 (entsprechende Regelung in &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 GewStG i.d.F. des JStG 2010) nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG (&sect;&nbsp;10d EStG gilt &uuml;ber &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG bzw. &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 GewStG auch f&uuml;r die K&ouml;rperschaftsteuer bzw. Gewerbesteuer) ist der am Schluss eines Veranlagungszeitraums verbleibende Verlustvortrag gesondert festzustellen. Verbleibender Verlustvortrag sind die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte nicht ausgeglichenen negativen Eink&uuml;nfte, vermindert um die nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 EStG abgezogenen und die nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;2 EStG abziehbaren Betr&auml;ge und vermehrt um den auf den Schluss des vorangegangenen Veranlagungszeitraums festgestellten verbleibenden Verlustvortrag (&sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG). Bei der Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags sind die Besteuerungsgrundlagen so zu ber&uuml;cksichtigen, wie sie den Steuerfestsetzungen des Veranlagungszeitraums, auf dessen Schluss der verbleibende Verlustvortrag festgestellt wird, und des Veranlagungszeitraums, in dem ein Verlustr&uuml;cktrag vorgenommen werden kann, zugrunde gelegt worden sind; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10, &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;2 AO sowie &sect;&nbsp;42 FGO gelten entsprechend (&sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010; &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG i.d.F. des JStG 2010). Nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG i.d.F. des JStG 2010 (&sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GewStG i.d.F. des JStG 2010) d&uuml;rfen die Besteuerungsgrundlagen bei der Feststellung des gesonderten Verlustvortrags nur insoweit abweichend ber&uuml;cksichtigt werden, wie die Aufhebung, &Auml;nderung oder Berichtigung der Steuerbescheide ausschlie&szlig;lich mangels Auswirkung auf die H&ouml;he der festzusetzenden Steuer unterbleibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit der Regelung des &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010 i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG bzw. &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GewStG i.d.F. des JStG 2010 wird eine inhaltliche Bindung des Verlustfeststellungsbescheides an den K&ouml;rperschaftsteuer- bzw. Gewerbesteuermessbescheid erreicht, obwohl der K&ouml;rperschaftsteuer- bzw. Gewerbesteuermessbescheid kein Grundlagenbescheid f&uuml;r den Verlustfeststellungsbescheid ist. Die Besteuerungsgrundlagen sind im Feststellungsverfahren so zu ber&uuml;cksichtigen, wie sie der letzten bestandskr&auml;ftigen Festsetzung im K&ouml;rperschaftsteuer- bzw. Gewerbesteuermessbescheid zugrunde liegen. Daraus folgt, dass im Feststellungsverfahren des verbleibenden Verlustvortrags die Eink&uuml;nfte nicht eigenst&auml;ndig zu ermitteln sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. zuletzt BFH-Urteile vom 12.&nbsp;Juli 2016 IX&nbsp;R&nbsp;31\/15, BFHE 255, 1, BFH\/NV 2017, 100, Rz&nbsp;17, m.w.N.; vom 11.&nbsp;Oktober 2017 IX&nbsp;R&nbsp;15\/17, BFH\/NV 2018, 433, Rz&nbsp;14). Wird der Steuerbescheid bestandskr&auml;ftig und ber&uuml;cksichtigt er keinen Verlust, kommt eine Verlustfeststellung nur noch in Betracht, wenn und soweit der Steuerbescheid des Verlustentstehungsjahres nach den Vorschriften der AO &auml;nderbar ist; nichts anderes gilt f&uuml;r die &Auml;nderung einer Verlustfeststellung, wenn der bestandskr&auml;ftige Steuerbescheid zwar einen Verlust ber&uuml;cksichtigt, der Steuerpflichtige jedoch einen h&ouml;heren Verlust begehrt (BFH-Urteile in BFHE 255, 1, BFH\/NV 2017, 100, Rz&nbsp;17; in BFH\/NV 2018, 433, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erstmalige Erlass wie auch die &Auml;nderung eines Feststellungsbescheides &uuml;ber den verbleibenden Verlustvortrag sind danach von der Reichweite der verfahrensrechtlichen &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit der Steuerfestsetzung &#8211;d.h. gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;164&nbsp;f., &sect;&sect;&nbsp;172&nbsp;ff. AO&#8211; im Verlustentstehungsjahr abh&auml;ngig (BFH-Urteile in BFHE 255, 1, BFH\/NV 2017, 100, Rz&nbsp;17; in BFH\/NV 2018, 433, Rz&nbsp;14). Der Antrag auf Verlustfeststellung bzw. auf &Auml;nderung derselben ist dann im Wege rechtsschutzgew&auml;hrender Auslegung als Antrag auf &Auml;nderung des Steuer(mess)bescheids auszulegen (vgl. BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;Juli 2005 XI&nbsp;B&nbsp;45\/03, BFH\/NV 2005, 2029).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r den Streitfall folgt daraus, dass eine &Auml;nderung der Verlustfeststellungsbescheide der Kl&auml;gerin nicht in Betracht kommt. Die gegen die Kl&auml;gerin ergangenen Bescheide vom 6.&nbsp;November 2013 f&uuml;r 2011 &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag ber&uuml;cksichtigen nicht den geltend gemachten Verlust und k&ouml;nnen nicht mehr ge&auml;ndert werden. Gegen die betreffende Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2015 hat die Kl&auml;gerin insoweit keine Klage erhoben. Auch kam eine &Auml;nderung aufgrund einer Korrekturvorschrift der AO nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat sieht nicht die M&ouml;glichkeit, unter Ber&uuml;cksichtigung des Gebots zur Gew&auml;hrung effektiven Rechtsschutzes (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2005, 2029, m.w.N.) die Klage gegen die Verlustfeststellungsbescheide entgegen ihrem Wortlaut als eine Klage auch gegen den K&ouml;rperschaftsteuer- und Gewerbesteuermessbescheid vom 6.&nbsp;November 2013 zu verstehen. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH sind Rechtsbehelfe in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB) auszulegen, wenn es an einer eindeutigen und zweifelsfreien Erkl&auml;rung des wirklich Gewollten fehlt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Oktober 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;47\/98, BFH\/NV 2001, 589). Aus der Klageschrift ergibt sich aber eindeutig, dass nur gegen den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur K&ouml;rperschaftsteuer und gegen den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes jeweils auf den 31.&nbsp;Dezember 2011 vom 6.&nbsp;November 2013 Klage erhoben werden sollte. Ihr wurden auch nur Abschriften dieser beiden Bescheide beigelegt. Aus der Klagebegr&uuml;ndung vom 12.&nbsp;August 2015 ergibt sich, dass die Kl&auml;gerin von einer weiter bestehenden &Auml;nderbarkeit des K&ouml;rperschaftsteuer- und des Gewerbesteuermessbescheides wegen eines Vorl&auml;ufigkeitsvermerks ausging und keine Klage wegen K&ouml;rperschaftsteuer und Gewerbesteuer erheben wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin kann auch nicht aufgrund der nach ihrer Ansicht fehlerhaften Rechtsbehelfsbelehrung (dazu unter a) oder einer ungekl&auml;rten Rechtslage (dazu unter b) die begehrte Verlustfeststellung erlangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl&auml;gerin auf die unzureichende Rechtsbehelfsbelehrung der Einspruchsentscheidung hinweist, kann diese die Bestandskraft des K&ouml;rperschaftsteuer- bzw. Gewerbesteuermessbescheides im Zeitpunkt der vorinstanzlichen Entscheidung schon nicht mehr verhindern. Nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 FGO ist die Einlegung des Rechtsbehelfs nur innerhalb eines Jahres seit Bekanntgabe des Verwaltungsaktes zul&auml;ssig. Innerhalb dieser Frist hat die Kl&auml;gerin nicht die streitigen Steuerbescheide angefochten, so dass es nicht darauf ankommt, ob die Rechtsbehelfsbelehrung fehlerhaft war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Rechtsschutz der Kl&auml;gerin war auch nicht aufgrund einer unklaren Rechtslage verk&uuml;rzt. Die Kl&auml;gerin hatte die M&ouml;glichkeit, gegen den K&ouml;rperschaftsteuer- bzw. Gewerbesteuermessbescheid Klage zu erheben. Zwar ist das Urteil des BFH vom 10.&nbsp;Februar 2015 IX&nbsp;R&nbsp;6\/14 (BFH\/NV 2015, 812) erst nach Ablauf der Klagefrist hinsichtlich dieser Steuerbescheide am 15.&nbsp;April 2015 ver&ouml;ffentlicht worden; jedoch ergab sich aus den Drucksachen des Deutschen Bundestags und der Literatur, dass der Gesetzgeber mit der &Auml;nderung in &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des JStG 2010 die vor Ergehen der ge&auml;nderten BFH-Rechtsprechung geltende Rechtslage wiederhergestellt hat (s. BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 812, Rz&nbsp;20, m.w.N.). Vor der Gesetzes&auml;nderung hatte der BFH mit seiner Rechtsprechung aus dem Jahr 2008 dem Steuerpflichtigen die M&ouml;glichkeit einer Verlustfeststellung trotz bestandskr&auml;ftiger und verfahrensrechtlich nicht mehr &auml;nderbarer Einkommensteuerveranlagung einger&auml;umt (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;September 2008 IX&nbsp;R&nbsp;70\/06, BFHE 223, 50, BStBl II 2009, 897; IX&nbsp;R&nbsp;69\/06, BFH\/NV 2009, 555; IX&nbsp;R&nbsp;65\/06, BFH\/NV 2009, 385; IX&nbsp;R&nbsp;92\/07, juris). Vor Ergehen dieser Urteile lehnten Rechtsprechung und Finanzverwaltung aber &uuml;bereinstimmend die Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs ab, wenn die Einkommensteuerveranlagung des betreffenden Jahres bestandskr&auml;ftig und verfahrensrechtlich nicht mehr &auml;nderbar war (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 812, Rz&nbsp;20, mit Hinweisen auf die fr&uuml;here Rechtsprechung). Dies h&auml;tte die Kl&auml;gerin veranlassen k&ouml;nnen, von der M&ouml;glichkeit der Klageerhebung gegen die o.g. Steuerbescheide Gebrauch zu machen, um sicherzustellen, keinen Rechtsverlust zu erleiden (vgl. auch BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 812, Rz&nbsp;22, zum Verzicht auf die Einspruchsr&uuml;cknahme gegen den Steuerbescheid).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch Jachmann-Michel weist &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin&#8211; in der Kommentierung zu der Entscheidung des BFH vom 10.&nbsp;Februar 2015 (jurisPR-SteuerR 32\/2015, Anm.&nbsp;3) darauf hin, dass die &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheides &quot;allein&quot; deshalb unterblieben sein muss, weil eine Aufhebung, &Auml;nderung oder Berichtigung mangels Auswirkung auf die H&ouml;he der festzusetzenden Steuer nicht m&ouml;glich war. Sie verweist damit auf die Rechtsauffassung des IX.&nbsp;Senats des BFH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.5.2018, XI R 50\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.160518.XIR50.17.0 Verh&auml;ltnis der Verlustfeststellung zur Steuerfestsetzung Leits&auml;tze Sind der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid und der Gewerbesteuermessbescheid des Verlustentstehungsjahres bestandskr&auml;ftig (geworden) und ber&uuml;cksichtigen diese einen geringeren Verlust als vom Steuerpflichtigen begehrt, ist die &Auml;nderung eines Bescheides &uuml;ber den verbleibenden Verlustvortrag und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlusts nach &sect; 10d Abs. 4 Satz 4 EStG i.d.F. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-50-17-verhaeltnis-der-verlustfeststellung-zur-steuerfestsetzung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;50\/17 &#8211; Verh&auml;ltnis der Verlustfeststellung zur Steuerfestsetzung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69725","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69725","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69725"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69725\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69725"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}