{"id":69748,"date":"2018-07-26T16:37:41","date_gmt":"2018-07-26T14:37:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69748"},"modified":"2018-07-26T16:37:41","modified_gmt":"2018-07-26T14:37:41","slug":"ix-r-35-16-zur-steuerlichen-beruecksichtigung-eines-im-rahmen-der-veraeusserung-von-kapitalgesellschaftsanteilen-vereinbarten-vorab-gewinnverteilungsbeschlusses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-16-zur-steuerlichen-beruecksichtigung-eines-im-rahmen-der-veraeusserung-von-kapitalgesellschaftsanteilen-vereinbarten-vorab-gewinnverteilungsbeschlusses\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;35\/16 &#8211; Zur steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung eines im Rahmen der Ver&auml;u&szlig;erung von Kapitalgesellschaftsanteilen vereinbarten Vorab-Gewinnverteilungsbeschlusses"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2018, IX R 35\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.130318.IXR35.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung eines im Rahmen der Ver&auml;u&szlig;erung von Kapitalgesellschaftsanteilen vereinbarten Vorab-Gewinnverteilungsbeschlusses<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Erwirbt bei einer GmbH der eine Gesellschafter vom anderen dessen Gesch&auml;ftsanteil mit dinglicher Wirkung zum Bilanzstichtag und vereinbaren die Gesellschafter zugleich, dass dem ausscheidenden Gesellschafter der laufende Gewinn der Gesellschaft noch bis zum Bilanzstichtag zustehen und nach Aufstellung der n&auml;chsten Bilanz an ihn ausgesch&uuml;ttet werden soll, kann ein zivilrechtlich wirksamer und steuerlich anzuerkennender Gewinnverteilungsbeschluss vorliegen mit der Folge, dass der im Folgejahr von der Gesellschaft an den ausgeschiedenen Gesellschafter ausgesch&uuml;ttete Betrag diesem als (nachtr&auml;gliche) Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen zuzurechnen ist; damit scheidet eine Zurechnung beim erwerbenden Gesellschafter ebenso aus wie eine nachtr&auml;gliche Erh&ouml;hung des Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;ses beim ausgeschiedenen Gesellschafter.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 21. September 2016 14 K 3263\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) werden als Ehegatten im Streitjahr zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger war im Streitjahr (2007) zu 50&nbsp;% an der A-GmbH beteiligt; weiterer Gesellschafter zu 50&nbsp;% war sein Bruder B. Mit notariell beurkundetem Gesch&auml;ftsanteils&uuml;bertragungsvertrag vom 26.&nbsp;Oktober 2007 ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger seine Gesch&auml;ftsanteile &quot;mit dinglicher Wirkung zum 31.&nbsp;Dezember 2007&quot; an B. Unter Ziffer IV.2. des Vertrages trafen die Vertragsparteien folgende Vereinbarung:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><em>&quot;Die Beteiligten sind dar&uuml;ber einig, da&szlig; dem Ver&auml;u&szlig;erer [= Kl&auml;ger] in Bezug auf den vorstehend &uuml;bertragenen Gesch&auml;ftsanteil f&uuml;r die Zeit vom 1.&nbsp;Januar 2007 an keinerlei Anspr&uuml;che gegen&uuml;ber der Gesellschaft mehr zustehen, soweit nachstehend nicht etwas anderes vereinbart wird. Abweichend vom vorstehenden steht Herrn &#8230; [= Kl&auml;ger] noch die Tantiemezahlung f&uuml;r das Jahr 2007 zu. Diese soll ausgezahlt werden nach Erstellung der Bilanz f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 2007. Die Gewinne, die bis einschlie&szlig;lich 31.12.2007 erwirtschaftet werden (= in 2007 erwirtschaftete Gewinne und Gewinnvortr&auml;ge), stehen Herrn &#8230; [=&nbsp;Kl&auml;ger] zu &frac12; Anteil zu, soweit sie nicht bereits ausgesch&uuml;ttet wurden. Sie werden vollst&auml;ndig in 2008 als Dividende ausgesch&uuml;ttet. Herr &#8230; [B] verpflichtet sich, erforderlichenfalls entsprechende Gesellschafterbeschl&uuml;sse zu fassen.&quot;<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger erkl&auml;rten in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr einen Gewinn des Kl&auml;gers aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an der A-GmbH i.S. des &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung (EStG) in H&ouml;he von 12.500&nbsp;EUR, den der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit dem gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Einkommensteuerbescheid vom 2.&nbsp;Juni 2008 zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; unter Ber&uuml;cksichtigung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens und eines steuerfrei bleibenden Teils (4.530&nbsp;EUR) in H&ouml;he von (6.250&nbsp;EUR &#8211; 4.530&nbsp;EUR =) 1.720&nbsp;EUR festsetzte. Auf Anfrage des FA &uuml;bermittelten die Kl&auml;ger im Juni 2008 den Kaufvertrag in Ausschnitten, die Regelung in IV.2. des Vertrages war hieraus jedoch nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im M&auml;rz und im Juni 2008 beschloss B, der zu diesem Zeitpunkt alleiniger Anteilseigner der A-GmbH war, entsprechend der Regelung in IV.2. des Kaufvertrages vom 26.&nbsp;Oktober 2007 Aussch&uuml;ttungen in H&ouml;he von 48.381,79&nbsp;EUR und 21.973&nbsp;EUR an den Kl&auml;ger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 17.&nbsp;Juni 2008 &auml;nderte das FA den Einkommensteuerbescheid vom 2.&nbsp;Juni 2008 aus anderen Gr&uuml;nden und hob den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf. Hiergegen legten die Kl&auml;ger fristgerecht Einspruch ein, dem das FA mit Bescheid vom 28.&nbsp;Juli 2008 abhalf. Unter dem 20.&nbsp;November 2008 und dem 15.&nbsp;Oktober 2009 &auml;nderte das FA die Einkommensteuerfestsetzung erneut aus nicht im Streit befindlichen Gr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r den Veranlagungszeitraum (VZ) 2008, die am 12.&nbsp;November 2009 beim FA einging, &uuml;bermittelten die Kl&auml;ger Steuerbescheinigungen der GmbH, aus denen hervorging, dass der Kl&auml;ger im April und Juli dieses Jahres Aussch&uuml;ttungen der A-GmbH in H&ouml;he von insgesamt 70.355&nbsp;EUR erhalten hatte. Das FA vertrat die Auffassung, dass es sich bei den Aussch&uuml;ttungen nicht, wie von den Kl&auml;gern erkl&auml;rt, um Kapitalertr&auml;ge i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG, sondern um ein zus&auml;tzliches Entgelt f&uuml;r die Anteils&uuml;bertragung handele, das die Eink&uuml;nfte des Streitjahres aus &sect;&nbsp;17 EStG erh&ouml;he. Mit Bescheid vom 23.&nbsp;September 2011 &auml;nderte das FA dementsprechend die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO und ber&uuml;cksichtigte die Aussch&uuml;ttungen als zus&auml;tzliche Eink&uuml;nfte aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an der A-GmbH (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG). Aus der Summe der bereits im vorangegangenen Einkommensteuerbescheid ber&uuml;cksichtigten Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 6.250&nbsp;EUR und der Nettodividende in H&ouml;he von (Aussch&uuml;ttung 70.355&nbsp;EUR &#8211;&nbsp;KapESt 14.071,50&nbsp;EUR &#8211;&nbsp;SolZ 774,50&nbsp;EUR =) 55.509&nbsp;EUR, insgesamt 61.759 EUR, verblieben nach Abzug des steuerfrei bleibenden Teils des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns (=&nbsp;4.530&nbsp;EUR) steuerbare Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 57.229&nbsp;EUR. Der hiergegen gerichtete Einspruch der Kl&auml;ger hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1949 ver&ouml;ffentlichten Urteil stattgegeben. Es vertrat die Auffassung, dass die an den Kl&auml;ger im Jahr 2008 ausgesch&uuml;ttete Dividende der A-GmbH nicht zu dem im Streitjahr zu ber&uuml;cksichtigenden &quot;Ver&auml;u&szlig;erungspreis&quot; i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG geh&ouml;re, sondern vom Kl&auml;ger im VZ 2008 als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zu versteuern sei; denn die Dividende sei dem Kl&auml;ger nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2a EStG i.d.F. des Streitjahres (a.F.) zuzurechnen. Der Kl&auml;ger habe mit seinem Bruder B &#8211;dem Erwerber seine Gesch&auml;ftsanteile an der A-GmbH&#8211; in Ziffer&nbsp;IV Nr.&nbsp;2 des notariell beurkundeten Gesch&auml;ftsanteils&uuml;bertragungsvertrages vom 26.&nbsp;Oktober 2007 einen zeitlich vorgezogenen Gewinnverteilungsbeschluss (&sect;&nbsp;46 Nr.&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung &#8211;GmbHG&#8211;) gefasst; zu diesem Zeitpunkt sei der Kl&auml;ger zivilrechtlicher Inhaber (&sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;1 AO) von 50&nbsp;% der Anteile an der A-GmbH gewesen. Die notariell beurkundete Vereinbarung sei formwirksam (&sect;&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4, 128 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) und erf&uuml;lle alle gesetzlichen Voraussetzungen eines wirksamen Gesellschafterbeschlusses &uuml;ber die Gewinnverteilung nach &sect;&sect;&nbsp;29, 46 Nr.&nbsp;1, 47 Abs.&nbsp;1, 48 Abs.&nbsp;2, 51 Abs.&nbsp;3 GmbHG. Vor diesem Hintergrund sei die im Streitjahr dem Grunde nach beschlossene und nach Ausscheiden des Kl&auml;gers im Folgejahr ausgesch&uuml;ttete Dividende nicht Teil des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns im Streitjahr, sondern als Einnahme des Kl&auml;gers bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen im Folgejahr zu erfassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verlauf des finanzgerichtlichen Verfahrens hat das FA mit Einkommensteuerbescheid vom 25.&nbsp;Juni 2014, der nach &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Gegenstand des Klageverfahrens geworden ist, die Einkommensteuerfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO ge&auml;ndert; hierbei ermittelte das FA den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG aus der Summe des im urspr&uuml;nglichen Einkommensteuerbescheid vom 2.&nbsp;Juni 2008 ber&uuml;cksichtigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns in H&ouml;he von 12.500&nbsp;EUR und der Nettodividende in H&ouml;he von 55.509&nbsp;EUR; nach Abzug des steuerfrei bleibenden Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns in H&ouml;he von 4.530&nbsp;EUR und Anwendung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens ergab sich ein Betrag von 29.474&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner gegen das erstinstanzliche Urteil gerichteten Revision vertritt das FA weiter die Auffassung, dass es sich bei der in Ziffer&nbsp;IV Nr.&nbsp;2 des Gesch&auml;ftsanteils&uuml;bertragungsvertrages vom 26.&nbsp;Oktober 2007 enthaltenen Vereinbarung weder um einen wirksamen Aussch&uuml;ttungsbeschluss noch um einen wirksamen (vorgezogenen) Gewinnverwendungsbeschluss, sondern um einen gesellschaftsrechtlich unverbindlichen Ergebnisverwendungsvorschlag handele. Da im Zeitpunkt der Aussch&uuml;ttungsbeschl&uuml;sse vom M&auml;rz und Juni 2008 aber nicht der Kl&auml;ger, sondern B alleiniger Anteilseigner der A&nbsp;GmbH gewesen sei, seien diesem (und nicht dem Kl&auml;ger) die Aussch&uuml;ttungsbetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2a EStG a.F. zuzurechnen. B habe lediglich die ihm selbst zuzurechnenden Aussch&uuml;ttungen einkommensteuerrechtlich &quot;verwendet&quot;, indem er sie an den Kl&auml;ger weitergeleitet habe. Der Kl&auml;ger seinerseits habe dadurch einen zus&auml;tzlichen Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s f&uuml;r die Abtretung seiner Gesellschaftsanteile erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG sei zu Recht davon ausgegangen, dass die aufgrund der Aussch&uuml;ttungsbeschl&uuml;sse vom M&auml;rz und Juni 2008 ausgezahlten Kapitalertr&auml;ge nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2a EStG a.F. dem Kl&auml;ger zuzurechnen seien, da die Vertragsparteien des Gesch&auml;ftsanteils&uuml;bertragungsvertrages vom 26.&nbsp;Oktober 2007 in Ziffer&nbsp;IV Nr.&nbsp;2 der Urkunde einen wirksamen Gewinnverteilungsbeschluss gefasst h&auml;tten; die Regelung des &sect;&nbsp;101 BGB finde, wovon das FG zutreffend ausgegangen sei, im Streitfall keine Anwendung. Entgegen der Auffassung des FA komme es daher mit Blick auf den eindeutigen Gesetzeswortlaut des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2a EStG a.F. nicht darauf an, zu welchem Zeitpunkt ein eventueller Gewinnaussch&uuml;ttungs- oder Gewinnverwendungsbeschluss von den Gesellschaftern gefasst worden sein sollte. Eine abweichende Gewinnverteilung k&ouml;nne, wie im Streitfall, satzungsdurchbrechend auch bereits vor Feststellung des Jahresabschlusses beschlossen werden. Soweit das FG aufgrund der dem Streitfall zugrunde liegenden Tatsachen die Vertragsvereinbarungen dahin gehend gew&uuml;rdigt habe, stehe dies entgegen der Auffassung des FA weder in &quot;Divergenz&quot; zur h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung, noch liege darin eine unvertretbare oder willk&uuml;rliche Tatsachenw&uuml;rdigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht die dem Kl&auml;ger im VZ 2008 zugeflossenen Ertr&auml;ge aus der Beteiligung an der A-GmbH nicht als nachtr&auml;gliche Einnahmen aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen dieser Gesellschaft im Streitjahr ber&uuml;cksichtigt; diese stellen vielmehr im nicht streitbefangenen VZ 2008 Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Kapitalverm&ouml;gen dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften, wenn der Gesellschafter innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre am Kapital der Gesellschaft qualifiziert beteiligt war und er die Beteiligung in seinem Privatverm&ouml;gen gehalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG ist gem&auml;&szlig; Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Vorschrift der Betrag, um den der Ver&auml;u&szlig;erungspreis nach Abzug der Ver&auml;u&szlig;erungskosten die Anschaffungskosten &uuml;bersteigt. Ver&auml;u&szlig;erungspreis i.S. der genannten Vorschrift ist der Wert der Gegenleistung, die der Ver&auml;u&szlig;erer durch Abschluss des dinglichen Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts am ma&szlig;gebenden Stichtag erlangt (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11.&nbsp;April 2017 IX&nbsp;R&nbsp;4\/16, BFH\/NV 2017, 1309; vom 13.&nbsp;Oktober 2015 IX&nbsp;R&nbsp;43\/14, BFHE 251, 326, BStBl II 2016, 212, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn ist grunds&auml;tzlich f&uuml;r den Zeitpunkt zu ermitteln, in dem er entstanden ist. Dies ist regelm&auml;&szlig;ig der Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung, d.h. der Zeitpunkt, zu dem das rechtliche oder zumindest das wirtschaftliche Eigentum an den ver&auml;u&szlig;erten Anteilen auf den Erwerber &uuml;bergegangen ist (BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Juli 2010 IX&nbsp;R&nbsp;45\/09, BFHE 230, 380, BStBl II 2010, 969; vom 23.&nbsp;Mai 2012 IX&nbsp;R&nbsp;32\/11, BFHE 237, 234, BStBl II 2012, 675, m.w.N.). Eine nachtr&auml;gliche &Auml;nderung des Ver&auml;u&szlig;erungspreises kann grunds&auml;tzlich auch dann auf den Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung zur&uuml;ckwirken, wenn das Ereignis erst nach dem Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung eingetreten ist; ist &uuml;ber den Ver&auml;u&szlig;erungspreis im Zeitpunkt der Betriebs&uuml;bertragung keine abschlie&szlig;ende Einigung &#8211;etwa der H&ouml;he nach&#8211; erzielt worden, erh&ouml;ht ein sp&auml;ter &#8211;etwa aufgrund eines Gesellschafterbeschlusses&#8211; festgesetzter Mehrbetrag i.S. von &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 AO r&uuml;ckwirkend, d.h. f&uuml;r das Jahr der Ver&auml;u&szlig;erung, den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn (vgl. BFH-Urteil in BFHE 237, 234, BStBl II 2012, 675, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nicht zur Gegenleistung und damit nicht zum Ver&auml;u&szlig;erungspreis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG z&auml;hlen &#8211;gesellschaftsrechtlich geschuldete oder vertraglich vereinbarte&#8211; Leistungen der Kapitalgesellschaft i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG an den ver&auml;u&szlig;ernden Gesellschafter, die von Gesetzes wegen (noch) dem Ver&auml;u&szlig;erer der &#8211;sp&auml;ter &uuml;bertragenen&#8211; Kapitalbeteiligung steuerrechtlich zuzurechnen sind. Die pers&ouml;nliche Zurechnung solcher Kapitalertr&auml;ge richtet sich vorliegend nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2a EStG in der im Streitjahr geltenden a.F. Anteilseigner i.S. dieser Vorschrift ist derjenige, dem die Anteile an der Kapitalgesellschaft im Zeitpunkt des Gewinnverteilungsbeschlusses zivilrechtlich (&sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;1 AO) oder &#8211;wenn ein anderer als der Eigent&uuml;mer die tats&auml;chliche Herrschaft &uuml;ber die Anteile aus&uuml;bt&#8211; wirtschaftlich (&sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO) zuzurechnen sind (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;2 EStG a.F.; s. hierzu BFH-Urteil vom 16.&nbsp;April 2014 I&nbsp;R&nbsp;2\/12, BFHE 246, 15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Werden derartige Leistungen der Kapitalgesellschaft i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG aufgrund zivilrechtlich wirksamer (zu diesem Erfordernis s. etwa BFH-Urteil vom 7.&nbsp;November 2001 I&nbsp;R&nbsp;11\/01, BFH\/NV 2002, 540) vertraglicher Abreden zwischen Ver&auml;u&szlig;erer und Erwerber der Kapitalbeteiligung geschuldet, obliegt die gegebenenfalls erforderliche Auslegung der ma&szlig;geblichen Vertragsbestimmungen &#8211;etwa als Gewinnverwendungsbeschluss, als Gewinnverteilungsbeschluss, als Aussch&uuml;ttungsbeschluss oder als anderweitige schuldrechtliche Vereinbarung (s. hierzu BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Oktober 2001 I&nbsp;R&nbsp;111\/00, BFH\/NV 2002, 628)&#8211; dem FG als Tatsacheninstanz; sie bindet den BFH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO, soweit sie den Grunds&auml;tzen der &sect;&sect;&nbsp;133,&nbsp;157 BGB entspricht und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t, d.h. jedenfalls m&ouml;glich ist (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 237, 234, BStBl II 2012, 675, und in BFH\/NV 2002, 628).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG unter den besonderen Umst&auml;nden des Streitfalls zu Recht entschieden, dass die dem Kl&auml;ger im VZ 2008 zugeflossenen Ertr&auml;ge aus der Beteiligung an der A-GmbH nicht Teil des Ver&auml;u&szlig;erungspreises f&uuml;r die Anteile an dieser Gesellschaft sind, sondern dem Kl&auml;ger als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen zuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die &#8211;schon nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Revisionsr&uuml;gen angegriffene&#8211; W&uuml;rdigung des FG, die Vertragsparteien des Gesch&auml;ftsanteils&uuml;bertragungsvertrages vom 26.&nbsp;Oktober 2007 h&auml;tten in Ziffer&nbsp;IV Nr.&nbsp;2 der Urkunde einen wirksamen Gewinnverteilungsbeschluss gefasst, l&auml;sst nach Auffassung des Senats weder einen Versto&szlig; gegen Auslegungsgrunds&auml;tze noch einen Versto&szlig; gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze erkennen; sie ist daher f&uuml;r den BFH bindend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Gewinnverteilungsbeschluss in Ziffer&nbsp;IV Nr.&nbsp;2 des Gesch&auml;ftsanteils&uuml;bertragungsvertrages entspricht &#8211;entgegen der Auffassung des FA&#8211; den einschl&auml;gigen gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen und ist daher zivilrechtlich wirksam (s. BFH-Urteil in BFH\/NV 2002, 540).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn die Verteilung des Ergebnisses einer GmbH, welche dem Grunde nach im Verh&auml;ltnis der Gesch&auml;ftsanteile vorzunehmen ist (&sect;&nbsp;29 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 GmbHG), kann mit Zustimmung aller Gesellschafter (&sect;&nbsp;46 Nr.&nbsp;1 GmbHG) auch abweichend (s. Z&ouml;llner\/Noack in Baumbach\/Hueck, GmbHG, &sect;&nbsp;46 Rz&nbsp;17: &quot;beliebig&quot;) von dieser gesetzlichen Grundregel und &#8211;im Falle notarieller Beurkundung (&sect;&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4, 128 BGB)&#8211; grunds&auml;tzlich auch abweichend von eventuellen anderslautenden Satzungsbestimmungen erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 7.&nbsp;Juni 1993 II&nbsp;ZR&nbsp;81\/92, BGHZ 123, 15, m.w.N.; BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Januar 1977 I&nbsp;R&nbsp;39\/75, BFHE 122, 43, BStBl II 1977, 491; Fastrich in Baumbach\/Hueck, GmbHG, &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;53; Scholz\/Verse, GmbHG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;76; Ekkenga in M&uuml;nchener Kommentar GmbHG, &sect;&nbsp;29, Rz&nbsp;192). Eine derartige, von allen an der GmbH beteiligten Gesellschaftern einstimmig beschlossene Gewinnverteilung kann gesellschaftsrechtlich auch schon vor Ablauf des Gesch&auml;ftsjahres und Feststellung des Jahresabschlusses vorgenommen werden; eine entsprechende, zivilrechtlich wirksame Vorab-Gewinnverteilung ist grunds&auml;tzlich steuerrechtlich anzuerkennen (BFH-Urteil in BFHE 122, 43, BStBl II 1977, 491). Die Voraussetzungen f&uuml;r eine von der gesetzlichen Grundregel oder eventueller Satzungsbestimmungen abweichende schriftliche Beschlussfassung ohne vorherige Einberufung einer Gesellschafterversammlung bei gleichzeitiger Anwesenheit aller Gesellschafter waren im Streitfall ebenfalls erf&uuml;llt (&sect;&sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1, 48 Abs.&nbsp;2, 51 Abs.&nbsp;3 GmbHG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Gewinnverteilungsbeschluss in Ziffer IV Nr.&nbsp;2 des Gesch&auml;ftsanteils&uuml;bertragungsvertrages entspricht auch den Anforderungen an die hinreichende Klarheit gesellschaftsrechtlicher Bestimmungen und Vereinbarungen, da der dem Kl&auml;ger hiernach zustehende &quot;Tantiemeanspruch&quot; im Zuge der Erstellung der Bilanz der GmbH f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 2007 zumindest bestimmbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im Streitfall sind auch keine weiteren Umst&auml;nde ersichtlich, die gegen die grunds&auml;tzliche steuerrechtliche Anerkennung der zivilrechtlich wirksamen vorgezogenen Gewinnverteilung sprechen k&ouml;nnten. Da die beteiligten Gesellschafter in dem ma&szlig;geblichen Beschluss eine Verteilungsquote bestimmt haben, die ihnen mit Blick auf ihre mitgliedschaftlichen Beteiligungsrechte im Streitjahr ohnehin zustand, besteht kein Anhaltspunkt daf&uuml;r, dass die gew&auml;hlte Vereinbarung dem Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten des Rechts (&sect;&nbsp;42 AO) dienen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Zwischen den Beteiligten ist zudem unstreitig, dass der Kl&auml;ger im Zeitpunkt des in Ziffer&nbsp;IV Nr.&nbsp;2 des Gesch&auml;ftsanteils&uuml;bertragungsvertrages zivilrechtlich wirksam gefassten Gewinnverteilungsbeschlusses zivilrechtlicher Eigent&uuml;mer der ma&szlig;geblichen Anteile an der A-GmbH gewesen ist; ihm sind mithin nach der ausdr&uuml;cklichen gesetzlichen Regelung in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2a EStG a.F. die im VZ&nbsp;2008 ausgesch&uuml;tteten Ertr&auml;ge als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r eine anderweitige steuerrechtliche Einordnung der dem Kl&auml;ger zugeflossenen Kapitalertr&auml;ge fehlt es an einer rechtlichen Grundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2018, IX R 35\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.130318.IXR35.16.0 Zur steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung eines im Rahmen der Ver&auml;u&szlig;erung von Kapitalgesellschaftsanteilen vereinbarten Vorab-Gewinnverteilungsbeschlusses Leits&auml;tze NV: Erwirbt bei einer GmbH der eine Gesellschafter vom anderen dessen Gesch&auml;ftsanteil mit dinglicher Wirkung zum Bilanzstichtag und vereinbaren die Gesellschafter zugleich, dass dem ausscheidenden Gesellschafter der laufende Gewinn der Gesellschaft noch bis zum Bilanzstichtag &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-16-zur-steuerlichen-beruecksichtigung-eines-im-rahmen-der-veraeusserung-von-kapitalgesellschaftsanteilen-vereinbarten-vorab-gewinnverteilungsbeschlusses\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;35\/16 &#8211; Zur steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung eines im Rahmen der Ver&auml;u&szlig;erung von Kapitalgesellschaftsanteilen vereinbarten Vorab-Gewinnverteilungsbeschlusses<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69748","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69748","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69748"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69748\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69748"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69748"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69748"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}