{"id":69751,"date":"2018-07-26T16:37:26","date_gmt":"2018-07-26T14:37:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69751"},"modified":"2018-07-26T16:37:26","modified_gmt":"2018-07-26T14:37:26","slug":"xi-r-16-16-zur-steuerfreiheit-von-besorgungsleistungen-im-zusammenhang-mit-opern-eintrittskarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-16-16-zur-steuerfreiheit-von-besorgungsleistungen-im-zusammenhang-mit-opern-eintrittskarten\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;16\/16 &#8211; Zur Steuerfreiheit von Besorgungsleistungen im Zusammenhang mit Opern-Eintrittskarten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.4.2018, XI R 16\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.250418.XIR16.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Steuerfreiheit von Besorgungsleistungen im Zusammenhang mit Opern-Eintrittskarten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Beschafft der einen Hotelservice anbietende Unternehmer im eigenen Namen, jedoch f&uuml;r Rechnung des ihn jeweils beauftragenden Hotelgastes Eintrittskarten, die zum Besuch einer Oper berechtigen, liegt eine Besorgungsleistung i.S. von &sect; 3 Abs. 11 UStG vor, die steuerfrei ist, wenn die Ums&auml;tze der Oper der Steuerbefreiungsvorschrift des &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 1 UStG unterliegen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 9. Juni 2016&nbsp;&nbsp;8 K 337\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist alleiniger Rechtsnachfolger der A GbR (GbR), die in den Jahren 2011 und 2012 (Streitjahre) einen Hotelservice betrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GbR besorgte Eintrittskarten f&uuml;r Veranstaltungen der X&nbsp;Oper (Oper). Sie bestellte nach Best&auml;tigung des Kundenauftrags die gew&uuml;nschten Eintrittskarten. Auf ein vom Veranstalter vorgehaltenes Kontingent mit Abnahmeverpflichtung konnte die GbR nicht zur&uuml;ckgreifen. Die Eintrittskarten wurden von ihr bezahlt und nach Aush&auml;ndigung an den Auftraggeber per Post oder pers&ouml;nlich weitergegeben. Der Auftraggeber wiederum zahlte an die GbR. Bei kurzfristigen Besorgungsauftr&auml;gen erhielt die GbR entweder eine Barzahlung unmittelbar mit der Beauftragung durch den jeweiligen Hotelgast oder ein Entgelt, das als Auslage auf das Hotelzimmer des Auftraggebers gebucht wurde. Die Verg&uuml;tung umfasste den Preis der Eintrittskarten und ein variables Entgelt f&uuml;r den Aufwand der GbR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Recht auf R&uuml;ckverg&uuml;tung f&uuml;r den Fall, dass der Auftraggeber die von der GbR besorgten Eintrittskarten nicht mehr ben&ouml;tigte, bestand nicht. Bei Stornierung des Besorgungsauftrags nach Ankauf von Eintrittskarten hatte der Auftraggeber die Kosten zu tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GbR sah in ihren Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre 2011 und 2012 vom 26.&nbsp;Oktober 2012 die mit der Besorgung von Eintrittskarten zusammenh&auml;ngenden Ums&auml;tze in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR (2011) bzw. &#8230;&nbsp;EUR (2012) als steuerfrei an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer bei der GbR durchgef&uuml;hrten Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung unterwarf der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Ums&auml;tze im Zusammenhang mit der Beschaffung von Eintrittskarten (gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;a des Umsatzsteuergesetzes &#8211;UStG&#8211;) dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz von 7&nbsp;% (Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheide vom 13.&nbsp;November 2013 und 16.&nbsp;Juli 2014). Die GbR habe beim Kauf der Eintrittskarten auf eigene Rechnung gehandelt. Selbst wenn man ein Handeln auf fremde Rechnung unterstelle, seien die betreffenden Ums&auml;tze der GbR steuerpflichtig. Denn sie habe das personenbezogene Merkmal f&uuml;r eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a (Satz&nbsp;1) UStG, dass der Umsatz von einer kulturellen Einrichtung einer Gebietsk&ouml;rperschaft oder eines mittels Bescheinigung gleichgestellten Tr&auml;gers erbracht werde, nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen eingelegten Einspr&uuml;che wurden als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen (Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Februar 2016).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die anschlie&szlig;ende Klage hatte dagegen Erfolg. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 158 ver&ouml;ffentlicht. Das FG f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung aus, die GbR habe in eigenem Namen, aber f&uuml;r fremde Rechnung gehandelt. Die wirtschaftlichen Folgen h&auml;tten allein denjenigen treffen sollen, der die GbR mit der Besorgung von Eintrittskarten beauftragt habe. Der jeweilige Auftraggeber habe einmal besorgte Eintrittskarten in jedem Fall zu bezahlen gehabt, auch wenn er den mit der Eintrittskarte verbundenen Anspruch auf die Leistung der Oper nicht habe wahrnehmen k&ouml;nnen oder wollen. Die GbR mache nicht zum Eigenh&auml;ndler, dass sie &uuml;ber den Preis der Eintrittskarte hinaus im Regelfall eine Verg&uuml;tung erhalten habe. &sect;&nbsp;396 des Handelsgesetzbuches (HGB) billige dem Kommission&auml;r, der definitionsgem&auml;&szlig; f&uuml;r fremde Rechnung handele (&sect;&nbsp;383 Abs.&nbsp;1 HGB), einen Aufwendungsersatzanspruch und einen Provisionsanspruch zu. Ob der Kommission&auml;r &uuml;ber diese Anspr&uuml;che gegen&uuml;ber dem Auftraggeber unter &#8211;wie es das FA zu verlangen scheine&#8211; Ausweis eines &uuml;ber dem Eintrittskartenpreis liegenden Betrags gesondert Rechnung lege oder nicht, vermag an dem Handeln f&uuml;r fremde Rechnung nichts zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GbR habe mithin die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG erf&uuml;llt mit der Folge, dass die Leistung der Oper als an sie erbracht gelte und eine solche Leistung von ihr an den jeweiligen Auftraggeber als erbracht fingiert werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die mit der Leistung der Oper identische Leistung der GbR an ihren jeweiligen Auftraggeber unterliege der Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG f&uuml;r u.a. Ums&auml;tze von Einrichtungen der L&auml;nder, die wie hier aus Theatern oder Orchestern best&uuml;nden. Mit der Ankn&uuml;pfung an Ums&auml;tze von Einrichtungen des Bundes, der L&auml;nder, der Gemeinden oder der Gemeindeverb&auml;nde definiere &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG jedenfalls kein personenbezogenes Merkmal, das die Wirkung der Fiktion nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG, die auch in der Anwendung von Steuerbefreiungsvorschriften liege, beschr&auml;nken k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG verkenne, dass schon keine Besorgungsleistung i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG vorliege. Die GbR sei im eigenen Namen und auf eigene Rechnung t&auml;tig geworden. In dem vom jeweiligen Auftraggeber zu zahlenden Gesamtbetrag sei sowohl der Eintrittspreis f&uuml;r die Oper als auch ein Entgelt f&uuml;r die Besorgungsleistung enthalten gewesen. Es sei hierbei unerheblich, dass auf der jeweils ausgeh&auml;ndigten Eintrittskarte der betreffende Eintrittspreis ausgewiesen gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn die GbR im eigenen Namen, aber f&uuml;r fremde Rechnung t&auml;tig geworden w&auml;re, w&auml;re die Besorgungsleistung nicht steuerfrei. Die Steuerbefreiung i.S. von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a (Satz&nbsp;1) UStG setze das personenbezogene Merkmal voraus, dass der Umsatz von einer kulturellen Einrichtung einer Gebietsk&ouml;rperschaft oder von einer ihr gleichgestellten kulturellen Einrichtung anderer Tr&auml;ger erbracht werden m&uuml;sse. Nicht ausreichend sei, wenn &#8211;wie hier&#8211; der betreffende Umsatz von einem anderen Unternehmer erbracht werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar w&uuml;rden im Falle einer Dienstleistungskommission i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG Leistungen der Leistungskette bez&uuml;glich ihres Leistungsinhalts gleich behandelt (Abschn.&nbsp;3.15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses &#8211;UStAE&#8211;). Personenbezogene Merkmale der an der Leistungskette Beteiligten seien jedoch f&uuml;r jede Leistung gesondert in die jeweilige umsatzsteuerrechtliche Beurteilung einzubeziehen (Abschn.&nbsp;3.15 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStAE). Zwischenh&auml;ndler von Eintrittskarten erf&uuml;llten die personenbezogenen Voraussetzungen nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a (Satz&nbsp;1) UStG nicht. Die von ihnen ausgef&uuml;hrten Leistungen seien daher nicht steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er tritt der Revision des FA entgegen und verteidigt die Vorentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erg&auml;nzend bringt der Kl&auml;ger mit Bezug auf das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Henfling u.a. vom 14.&nbsp;Juli 2011 C-464\/10 (EU:C:2011:489, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2012, 470) vor, dass die nach Art.&nbsp;28 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) geschaffene Fiktion auch die Anwendung der Steuerbefreiungen betreffe, ohne dabei zwischen personenbezogenen Merkmalen einerseits und sachbezogenen Merkmalen andererseits zu differenzieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass die von der GbR als Rechtsvorg&auml;ngerin des Kl&auml;gers erzielten Ums&auml;tze im Zusammenhang mit der Besorgung von Opern-Eintrittskarten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG steuerfreie Besorgungsleistungen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Umsatzsteuer unterliegen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausf&uuml;hrt. F&uuml;r die Besteuerung eines Unternehmers (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG) ist demnach ma&szlig;gebend, ob und welche Lieferungen oder sonstige Leistungen von ihm erbracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die GbR hat mit der Beschaffung der Opern-Eintrittskarten f&uuml;r die Hotelg&auml;ste Besorgungsleistungen i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG liegt eine sogenannte Dienstleistungskommission vor, wenn ein Unternehmer in die Erbringung einer sonstigen Leistung eingeschaltet wird und er im eigenen Namen, jedoch f&uuml;r fremde Rechnung handelt. In diesem Fall gilt die besorgte sonstige Leistung als an ihn und von ihm erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Vorschrift setzt Art.&nbsp;28 MwStSystRL, der inhaltlich seiner Vorg&auml;ngerbestimmung Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;4 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) entspricht, um. Steuerpflichtige, die bei der Erbringung von Dienstleistungen im eigenen Namen, aber f&uuml;r Rechnung Dritter t&auml;tig werden, werden danach behandelt, als ob sie diese Dienstleistungen selbst erhalten und erbracht h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG fingiert eine Leistungskette. Die aus Sicht des Zivilrechts erbrachte Gesch&auml;ftsbesorgungsleistung des eingeschalteten Unternehmers &#8211;hier der GbR&#8211; wird mithin umsatzsteuerrechtlich negiert und eine bestimmte sonstige Leistung &#8211;hier die Berechtigung zum Besuch einer Oper&#8211; zwischen dem eingeschalteten Unternehmer und seinem Auftraggeber &#8211;hier den beauftragenden Hotelg&auml;sten&#8211; fingiert (vgl. dazu z.B. Lippross, Umsatzsteuer, 24.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;247; Martin in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;723; Bunjes\/Leonard, UStG, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;296; Michl in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, UStG &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;200; Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;2776; Abschn.&nbsp;3.15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStAE).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat zu Recht angenommen, dass solche Besorgungsleistungen i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG im Streitfall vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die von der GbR besorgten Eintrittskarten berechtigten jeweils zum Besuch einer Oper. Hierbei handelt es sich um eine sonstige Leistung. Denn mit einer Eintrittskarte erwirbt der Inhaber das Recht, eine bestimmte Leistung des Verpflichteten &#8211;im Streitfall eine Opernauff&uuml;hrung durch deren Besuch&#8211; in Empfang zu nehmen. Der wesentliche Inhalt des Gesch&auml;fts ist der mit dem Erwerb der Eintrittskarte verbundene Anspruch auf eine Dienstleistung. Der wirtschaftliche Gehalt der Leistung ist auf den Besuch einer bestimmten Veranstaltung gerichtet. Der Verkauf einer Eintrittskarte stellt daher keine Lieferung, sondern eine sonstige Leistung dar (vgl. dazu z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;Juni 2009 XI&nbsp;R&nbsp;34\/08, BFHE 226, 369, BStBl II 2010, 857, Rz&nbsp;14, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die GbR war in die Erbringung der von der Oper ausgef&uuml;hrten sonstigen Leistungen i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG auch eingeschaltet worden. Denn nach den vom FG getroffenen Feststellungen hat die GbR &#8211;was zwischen den Beteiligten im &Uuml;brigen nicht im Streit steht&#8211; Eintrittskarten f&uuml;r Veranstaltungen der Oper im Kundenauftrag besorgt. Die Eintrittskarten wurden von ihr bezahlt und nach Aush&auml;ndigung an den Auftraggeber, der wiederum an die GbR zahlte, per Post oder pers&ouml;nlich weitergegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die in den Leistungseinkauf eingeschaltete GbR hat dabei im eigenen Namen gehandelt. Dies steht zwischen den Beteiligten nicht im Streit. F&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG ist allein das Auftreten nach au&szlig;en entscheidend. Nur wenn der eingeschaltete Unternehmer &#8211;wie im Streitfall&#8211; im eigenen Namen auftritt, kann er als Kommission&auml;r auftreten. Tritt er dagegen im fremden Namen auf, handelt er als Vermittler, die Leistungsbeziehung kommt dann allein zwischen seinem Auftraggeber und dem Dritten zustande (vgl. dazu Nieskens in Rau\/ D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;2778).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die GbR hat im Rahmen des betreffenden Leistungseinkaufs ferner auch auf fremde Rechnung gehandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Vom Eigenh&auml;ndler unterscheidet sich der Dienstleistungskommission&auml;r durch sein Handeln f&uuml;r fremde Rechnung. Im Innenverh&auml;ltnis muss er f&uuml;r seinen Auftraggeber ein fremdes Gesch&auml;ft besorgen und sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;667 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB), &sect;&nbsp;384 Abs.&nbsp;2 HGB verpflichten, seinem Auftraggeber das infolge seines ausgef&uuml;hrten Auftrags Erlangte herauszugeben (vgl. dazu Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;2778; Lippross, a.a.O., S.&nbsp;246). Die wirtschaftlichen Folgen der besorgten Leistung sollen bei einem Handeln f&uuml;r fremde Rechnung des Auftragnehmers entsprechend den zivilrechtlichen Vereinbarungen nur den Auftraggeber treffen (Fritsch in Rei&szlig;\/Kraeusel\/Langer, UStG &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;699.6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dies ist hier der Fall. Das FG hat dazu festgestellt (FG-Urteil, S.&nbsp;2 und 5), dass &#8211;was mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen nicht angegriffen ist und den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindet&#8211; die von der GbR nur im Kundenauftrag bestellten und gezahlten Eintrittskarten nach Aush&auml;ndigung an den Auftraggeber per Post oder pers&ouml;nlich weitergegeben wurden. Bestellungen von Eintrittskarten ohne vorherigen Kundenauftrag sind danach nicht erfolgt. Der beauftragende Hotelgast war zudem verpflichtet, die von der GbR einmal besorgten Eintrittskarten in jedem Fall zu bezahlen. Dies galt auch, wenn der Auftraggeber den mit der Eintrittskarte verbundenen Anspruch auf die Leistung der Oper nicht mehr hat wahrnehmen k&ouml;nnen oder wollen. Die wirtschaftlichen Folgen sollten mithin allein den Auftraggeber der GbR treffen. Danach hat das FG zutreffend angenommen, dass die GbR auch auf fremde Rechnung gehandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Dem Handeln auf fremde Rechnung steht &#8211;anders als das FA meint&#8211; nicht entgegen, dass der jeweilige Auftraggeber mit dem an die GbR zu zahlenden Gesamtbetrag neben dem Eintrittspreis f&uuml;r die Oper auch ein Entgelt f&uuml;r deren Besorgungsleistung zu entrichten hatte. Denn der eingeschaltete Unternehmer hat f&uuml;r seine Gesch&auml;ftsbesorgung einen Anspruch auf Aufwendungsersatz (&sect;&nbsp;670 BGB, &sect;&nbsp;396 Abs.&nbsp;2 HGB) und auf das f&uuml;r die Gesch&auml;ftsbesorgung vereinbarte Entgelt bzw. die vereinbarte Provision (&sect;&nbsp;675 BGB, &sect;&nbsp;396 Abs.&nbsp;1 HGB; vgl. dazu Lippross, a.a.O., S.&nbsp;246&nbsp;f.). Das FG ist danach zu Recht davon ausgegangen, dass die GbR nicht zum Eigenh&auml;ndler wurde, weil sie &uuml;ber den Preis der Eintrittskarte hinaus im Regelfall eine Verg&uuml;tung in Gestalt eines variablen Entgelts f&uuml;r ihren Aufwand erhalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Die GbR ist ebenso wenig deshalb als Eigenh&auml;ndler zu behandeln, weil sie &#8211;wie es das FA zu verlangen scheint&#8211; gegen&uuml;ber ihren Auftraggebern neben dem Preis der Eintrittskarte nicht auch ihre Verg&uuml;tung gesondert in Rechnung gestellt hat. Dem steht schon entgegen, dass die Gegenleistung f&uuml;r die Leistung des eingeschalteten Unternehmers nicht nur seine Provision &#8211;wie hier in Gestalt eines variablen Entgelts&#8211; bzw. das vereinbarte Entgelt ist, sondern auch der Aufwendungsersatz, den der Auftraggeber dem Gesch&auml;ftsbesorger schuldet (vgl. dazu Lippross, a.a.O., S.&nbsp;247). Der eingeschaltete Unternehmer hat daher &uuml;ber die fiktive Leistung insgesamt abzurechnen, nicht &uuml;ber die umsatzsteuerrechtlich unbeachtliche Gesch&auml;ftsbesorgungsleistung (vgl. dazu Michl in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, UStG, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;202; Martin in S&ouml;lch\/Ringleb, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz 731; Bunjes\/Leonard, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;296; Nieskens in Rau\/ D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;2795). Es steht &#8211;wie das FG gleichfalls zu Recht erkannt hat&#8211; dem Handeln der GbR f&uuml;r fremde Rechnung danach nicht entgegen, dass sie gegen&uuml;ber den beauftragenden Hotelg&auml;sten nicht unter gesondertem Ausweis ihres verdienten Entgelts Rechnung legte. Im &Uuml;brigen konnte der jeweilige Auftraggeber &#8211;wovon die Beteiligten &uuml;bereinstimmend ausgehen&#8211; aus der ihm von der GbR ausgeh&auml;ndigten Eintrittskarte den betreffenden Eintrittspreis entnehmen und somit auf das Entgelt f&uuml;r die Besorgungsleistung als Differenzbetrag zu dem von ihm entrichteten Entgelt offenkundig schlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die GbR hat mithin &#8211;anders als das FA meint&#8211; die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG erf&uuml;llt mit der Folge, dass die Leistungen der Oper als an sie erbracht gelten und solche Leistungen von ihr an ihre Auftraggeber als erbracht fingiert werden (vgl. dazu auch EuGH-Urteil Henfling u.a., EU:C:2011:489, UR 2012, 470, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Diese sonstigen Leistungen der GbR i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG unterliegen &#8211;wie das FG zu Recht erkannt hat&#8211; der Steuerbefreiungsvorschrift des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Von den unter &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG fallenden Ums&auml;tzen sind nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG, der Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;n MwStSystRL in nationales Recht umsetzt, steuerfrei die Ums&auml;tze unter anderem der Theater der L&auml;nder. Im Streitfall unterliegen die Leistungen der Oper als beg&uuml;nstigte bestimmte kulturelle Leistungen (Theater) eines bestimmten Leistungserbringers (Land) mithin &#8211;was zwischen den Beteiligten nicht im Streit steht&#8211; der Steuerbefreiungsvorschrift des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG (vgl. dazu z.B. Bunjes\/ Heidner, a.a.O., &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Rz&nbsp;9; Kossack in Offerhaus\/S&ouml;hn\/ Lange, &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 UStG Rz&nbsp;11; Lippross, a.a.O., S.&nbsp;726). Die Steuerbefreiung kann der Veranstalter in Anspruch nehmen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 226, 369, BStBl II 2010, 857, Rz&nbsp;31; vom 21.&nbsp;November 2013 V&nbsp;R&nbsp;33\/10, BFHE 244, 63, BFH\/NV 2014, 800, Rz&nbsp;17&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Leistungen der Leistungskette, d.h. die an den Auftragnehmer erbrachte und die von ihm ausgef&uuml;hrte Leistung, werden bez&uuml;glich ihres Leistungsinhalts gleich behandelt (so auch Abschn.&nbsp;3.15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStAE). Die f&uuml;r die besorgte Leistung geltenden Vorschriften sind mithin auch auf die Besorgungsleistung entsprechend anzuwenden. Da sich die Fiktion des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG auf die Leistungen selbst und deren Inhalt bezieht, nicht aber auf die leistende Person (vgl. dazu BTDrucks 15\/1562, S.&nbsp;43; Bunjes\/Leonard, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;298; ebenso Abschn.&nbsp;3.15 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStAE), sind die umsatzsteuerrechtlichen Merkmale der von dem Dritten besorgten Leistung &#8211;was wie hier vor allem f&uuml;r die Anwendung von Steuerbefreiungen gilt&#8211; in gleicher Weise f&uuml;r die Besorgungsleistung des vom Auftraggeber mit der Gesch&auml;ftsbesorgung betrauten Unternehmers ma&szlig;geblich. Die besorgte Leistung und die Besorgungsleistung teilen deshalb umsatzsteuerrechtlich grunds&auml;tzlich das gleiche Schicksal; beide sind beispielsweise steuerpflichtig oder &#8211;wie hier&#8211; steuerfrei (vgl. dazu auch Michl in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, &sect;&nbsp;3 UStG Rz&nbsp;203).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dem entspricht das Unionsrecht. Art.&nbsp;28 MwStSystRL begr&uuml;ndet eine juristische Fiktion zweier gleichartiger Dienstleistungen, die nacheinander erbracht werden. Dementsprechend wird der Wirtschaftsteilnehmer, der bei der Erbringung von Dienstleistungen hinzutritt, so behandelt, als ob er zun&auml;chst die fraglichen Dienstleistungen von dem Wirtschaftsteilnehmer erhalten h&auml;tte und anschlie&szlig;end diese Dienstleistungen dem Kunden selbst erbr&auml;chte (vgl. noch zu Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;4 der Richtlinie 77\/388\/EWG EuGH-Urteil Henfling u.a., EU:C:2011:489, UR 2012, 470, Rz&nbsp;35). Die Bestimmung ist allgemein gefasst, ohne Beschr&auml;nkungen in Bezug auf ihren Anwendungsbereich oder ihre Tragweite zu enthalten. Die mit dieser Vorschrift geschaffene Fiktion betrifft daher auch die Anwendung von nach der MwStSystRL vorgesehenen Befreiungen von der Mehrwertsteuer (vgl. noch zu Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;4 der Richtlinie 77\/388\/EWG EuGH-Urteil Henfling u.a., EU:C:2011:489, UR 2012, 470, Rz&nbsp;36).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Danach gilt vorliegend die Steuerbefreiung f&uuml;r die Leistungen der Oper gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG gleicherma&szlig;en f&uuml;r die fraglichen Leistungen der GbR an ihre Auftraggeber. Die Steuerbefreiungen nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 und Buchst.&nbsp;b UStG weisen im Verh&auml;ltnis zu anderen Befreiungen jedenfalls keine Besonderheiten auf, die es rechtfertigen k&ouml;nnten, sie vom Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG auszunehmen. Soweit &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 oder Buchst.&nbsp;b UStG nur f&uuml;r den Veranstalter gilt, steht dies &#8211;anders als das FA meint&#8211; einer Steuerbefreiung der im Streitfall fraglichen Leistungen nicht entgegen. Denn diese Veranstaltereigenschaft wird f&uuml;r die Leistungen in der Leistungskette nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG ebenso fingiert. &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG findet mithin auf die i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;11 UStG weitergeleiteten Leistungen der Oper Anwendung (vgl. Lippross, a.a.O., S. 248; zu &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;b UStG ebenso Verf&uuml;gung der Oberfinanzdirektion Frankfurt a.M. vom 8.&nbsp;Oktober 2008 S&nbsp;7110&nbsp;A &#8211;&nbsp;2\/86&nbsp;&#8211;&nbsp;St&nbsp;110, UR 2009, 250; a.A. Oelmaier in S&ouml;lch\/Ringleb, a.a.O., &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Rz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.4.2018, XI R 16\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.250418.XIR16.16.0 Zur Steuerfreiheit von Besorgungsleistungen im Zusammenhang mit Opern-Eintrittskarten Leits&auml;tze Beschafft der einen Hotelservice anbietende Unternehmer im eigenen Namen, jedoch f&uuml;r Rechnung des ihn jeweils beauftragenden Hotelgastes Eintrittskarten, die zum Besuch einer Oper berechtigen, liegt eine Besorgungsleistung i.S. von &sect; 3 Abs. 11 UStG vor, die steuerfrei ist, wenn &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-16-16-zur-steuerfreiheit-von-besorgungsleistungen-im-zusammenhang-mit-opern-eintrittskarten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;16\/16 &#8211; Zur Steuerfreiheit von Besorgungsleistungen im Zusammenhang mit Opern-Eintrittskarten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69751","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69751","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69751"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69751\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69751"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69751"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69751"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}