{"id":69753,"date":"2018-07-26T16:37:17","date_gmt":"2018-07-26T14:37:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69753"},"modified":"2018-07-26T16:37:17","modified_gmt":"2018-07-26T14:37:17","slug":"iii-r-12-17-aenderung-von-antrags-und-wahlrechten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-12-17-aenderung-von-antrags-und-wahlrechten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;12\/17 &#8211; &Auml;nderung von Antrags- und Wahlrechten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, III R 12\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.IIIR12.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung von Antrags- und Wahlrechten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Wird ein Mitunternehmeranteil gegen eine Leibrente ver&auml;u&szlig;ert, so hat der Steuerpflichtige die Wahl zwischen der sofortigen Versteuerung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach den &sect;&sect; 16, 34 EStG und einer nicht tarifbeg&uuml;nstigten Besteuerung der nachtr&auml;glichen Betriebseinnahmen im Jahr des Zuflusses.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Das Wahlrecht besteht auch dann, wenn der Mitunternehmeranteil gegen wiederkehrende Bez&uuml;ge und ein festes Entgelt ver&auml;u&szlig;ert wird. Es gilt auch f&uuml;r wiederkehrende Leistungen, die von dritter Seite im Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung erbracht werden (z.B. Versicherungsgesellschaft).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Das Wahlrecht kann auch noch im Einspruchsverfahren gegen einen gem&auml;&szlig; &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO ge&auml;nderten steuererh&ouml;henden Bescheid ausge&uuml;bt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. NV: Die durch die &Auml;nderung des Wahlrechts bewirkte Anpassung muss sich im &Auml;nderungsrahmen des &sect; 351 AO halten, setzt aber nicht voraus, dass der Steuerpflichtige die zus&auml;tzlich durch die &Auml;nderung eingetretene Beschwer nur angreifen kann, wenn die &Auml;nderung auf einem erstmals erfassten neuen Sachverhalt beruht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 16. M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;10 K 2391\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob im Rahmen des Einspruchsverfahrens gegen einen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Bescheid das Wahlrecht zur laufenden Besteuerung von Ver&auml;u&szlig;erungsrenten neu ausge&uuml;bt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ver&auml;u&szlig;erte mit Vertrag vom 8.&nbsp;April 2002 zum 1.&nbsp;Januar 2002 seinen Kommanditanteil an der W-KG. Als vorl&auml;ufiger Kaufpreis war ein Betrag von 536.800&nbsp;EUR vereinbart; dieser Kaufpreis unterlag bestimmten Anpassungsregelungen. Der Erwerber sollte in H&ouml;he des Kaufpreises in mehreren Tranchen Einmalbeitr&auml;ge in Rentenversicherungen gem&auml;&szlig; den dem Vertrag beigef&uuml;gten Versicherungsangeboten zahlen. Die Parteien waren sich einig, dass ausschlie&szlig;lich in H&ouml;he und im Umfang der aus diesen jeweiligen R&uuml;ckdeckungsversicherungen dem Ver&auml;u&szlig;erer als &quot;versicherte Person&quot; zuflie&szlig;enden Zahlungen (Rentenzahlungen\/Einmalzahlungen im Todesfall etc.) seitens des Erwerbers eine Rentenzusage erteilt wurde. Der Erwerber durfte die Rentenversicherungen nur mit Zustimmung des Kl&auml;gers k&uuml;ndigen (Zusatzvereinbarung zum Ver&auml;u&szlig;erungsvertrag).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Inhalt der vom Erwerber &uuml;ber Einmalbeitr&auml;ge von insgesamt 161.000&nbsp;EUR abgeschlossenen Rentenversicherungsvertr&auml;ge waren jeweils Versicherungsnehmer der Erwerber, versicherte Person der Kl&auml;ger und bezugsberechtigt, solange die versicherte Person lebt, unwiderruflich der Kl&auml;ger und bei Tod der versicherten Person die Kl&auml;gerin (Ehefrau des Kl&auml;gers) und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine &Auml;nderung des Bezugsrechts war m&ouml;glich, solange der Versicherungsfall noch nicht eingetreten war. Der Versicherungsnehmer konnte das Bezugsrecht im Erlebensfall au&szlig;erdem nur mit Zustimmung des unwiderruflich Beg&uuml;nstigten &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Als Leistungen waren jeweils vorgesehen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1.&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Beitragsr&uuml;ckzahlung bei Tod vor dem 1.&nbsp;Mai 2010;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2.&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Monatliche Garantierente bei Erleben des 1.&nbsp;Mai 2010;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">3.&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Todesfallleistung ab Rentenbeginn bis 30.&nbsp;April 2028: 18fache j&auml;hrliche ab Rentenbeginn garantierte Rente abz&uuml;glich bereits gezahlter, ab Rentenbeginn garantierter Renten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vergleichsvertrag vom 25.&nbsp;Mai 2007 wurde der urspr&uuml;nglich vereinbarte Kaufpreis f&uuml;r den Kommanditanteil vorbehaltlich weiterer Anpassungen auf 943.816&nbsp;EUR erh&ouml;ht. &Uuml;ber die vom Erwerber geleistete Tranche von 161.000&nbsp;EUR hinaus sollten keine weiteren Zahlungen in eine R&uuml;ckdeckungsversicherung erfolgen; weitere Kaufpreiszahlungen oder Kaufpreisanpassungszahlungen sollten unmittelbar an den Ver&auml;u&szlig;erer in Geld geleistet werden. Endg&uuml;ltig wurde die Kaufpreisabrechnung erst nach einem Schiedsgutachten vom 12.&nbsp;September 2013 geregelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beginn der Rentenzahlungen erfolgte abweichend von den Versicherungsscheinen erstmals im Kalenderjahr 2015.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2002 vom 27.&nbsp;Mai 2004 erkl&auml;rten die Kl&auml;ger u.a. Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Gewerbebetrieb aus Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen in H&ouml;he von 348.149&nbsp;EUR. Sie machten dabei von dem Wahlrecht auf eine Besteuerung nach Zufluss keinen Gebrauch. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 2.&nbsp;Juli 2004 die Einkommensteuer 2002 auf 1.810&nbsp;EUR fest. Dieser Bescheid wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 AO ge&auml;ndertem Bescheid vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2010 wurde die Einkommensteuer 2002 auf 0&nbsp;EUR herabgesetzt. Dabei legte das FA &#8211;aufgrund einer Mitteilung &uuml;ber den ge&auml;nderten Feststellungsbescheid&#8211; einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 237.627&nbsp;EUR zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit weiterem gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 AO ge&auml;nderten Bescheid vom 23.&nbsp;Dezember 2015 erh&ouml;hte das FA die Einkommensteuer 2002 auf 95.448&nbsp;EUR. Dabei legte das FA &#8211;aufgrund einer Mitteilung &uuml;ber den ge&auml;nderten Feststellungsbescheid&#8211; Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Gewerbebetrieb aus Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen in H&ouml;he von 660.100&nbsp;EUR zugrunde. Auf das zu versteuernde Einkommen wandte das FA den erm&auml;&szlig;igten Tarif nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) an. In dem festgestellten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn (660.100&nbsp;EUR) war der auf die Rentenversicherungen entfallende Kaufpreisanteil in H&ouml;he eines Betrags von 161.000&nbsp;EUR enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen legten die Kl&auml;ger Einspruch ein und beantragten u.a. f&uuml;r den Teil des Ver&auml;u&szlig;erungsentgelts in H&ouml;he von 161.000&nbsp;EUR, der auf die abgeschlossenen Rentenversicherungen entfiel, die Besteuerung im jeweiligen Jahr des Zuflusses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch blieb ohne Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;August 2016). Das FA vertrat die Auffassung, der Steuerpflichtige k&ouml;nne das Wahlrecht grunds&auml;tzlich nur bis zur formellen Bestandskraft der Veranlagung aus&uuml;ben oder widerrufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die anschlie&szlig;ende Klage hatte mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 997 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das FA die Verletzung der &sect;&sect;&nbsp;15, 16 und &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 EStG geltend. Es fehle schon an einer Ver&auml;u&szlig;erung des Kommanditanteils gegen wiederkehrende Bez&uuml;ge. Nicht der Erwerber, sondern allein der Versicherer sei zur Zahlung einer lebenslangen monatlichen Garantierente verpflichtet. Der Erwerber habe seine vertragliche Rentenverpflichtung unmittelbar durch Einzahlung eines Einmalbetrages zu Gunsten des Kl&auml;gers abschlie&szlig;end erf&uuml;llt. Letztlich stelle sich der Fall so dar, als wenn der Kl&auml;ger den Kaufpreis unmittelbar erhalten und davon einen Teilbetrag als Einmalzahlung f&uuml;r eine von ihm abgeschlossene Rentenversicherung verwendet h&auml;tte (Hinweis auf Finanzgericht &#8211;FG&#8211; K&ouml;ln, Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;2576\/08, EFG 2013, 616). Dar&uuml;ber hinaus solle das Wahlrecht des Ver&auml;u&szlig;erers nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) verhindern, dass Gewinne versteuert w&uuml;rden, die der Ver&auml;u&szlig;erer tats&auml;chlich nicht erzielt habe. Diese Interessenlage sei im Streitfall nicht gegeben. Auch sei im &Auml;nderungsbescheid nicht erstmalig ein weiterer steuererheblicher Sachverhalt erfasst worden. Denn nach den Feststellungen des FG waren die H&ouml;he und die Zusammensetzung des Ver&auml;u&szlig;erungspreises von Anfang an zwischen dem Kl&auml;ger und dem Erwerber umstritten und seien erst durch ein Schiedsgutachten geregelt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG M&uuml;nchen vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;2391\/16 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie sind der Ansicht, dass ein dem Urteil des FG K&ouml;ln in EFG 2013, 616 vergleichbarer Sachverhalt nicht vorliege. Im Unterschied zu dem dort entschiedenen Fall sei im Streitfall schon im Kaufvertrag vom 8.&nbsp;April 2002 der Erwerber des Kommanditanteils zu einer Rentenzahlung als Gegenleistung verpflichtet worden. Entgegen der Auffassung des FA liege auch ein klassischer Fall einer Versorgungsrente vor. Bei Versorgungswerken sei es auch &uuml;blich, der Witwe einen Anspruch einzur&auml;umen. Es verbleibe aber das Risiko des Vorversterbens oder gleichzeitigen Versterbens der Ehefrau. Zudem liege nach Auffassung der Kl&auml;ger ein &quot;weiterer&quot; steuererheblicher Sachverhalt im ge&auml;nderten Steuerbescheid in H&ouml;he des deutlich erh&ouml;hten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns vor, der es erstmals notwendig mache, sich mit der Aus&uuml;bung des Wahlrechts zu befassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;ger im Rahmen des Einspruchsverfahrens gegen den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid vom 23.&nbsp;Dezember 2015 das Wahlrecht der Besteuerung im Jahr des Zuflusses in den Grenzen des &sect;&nbsp;351 AO aus&uuml;ben konnte und insoweit der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 161.000&nbsp;EUR nicht im Streitjahr zu erfassen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Wahl der Besteuerung der Renten im jeweiligen Jahr des Zuflusses gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;15, 16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG, die sich f&uuml;r den Kl&auml;ger aus den vom Erwerber abgeschlossenen Rentenversicherungen ergeben, sind gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG auch Gewinne, die erzielt werden bei der Ver&auml;u&szlig;erung des Anteils eines Gesellschafters, der als Unternehmer (Mitunternehmer) des Betriebs anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r den Fall, dass ein Betrieb, Teilbetrieb oder Mitunternehmeranteil gegen Leibrente ver&auml;u&szlig;ert wird, hat der Steuerpflichtige die Wahl zwischen der sofortigen Versteuerung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach den &sect;&sect;&nbsp;16, 34 EStG &#8211;Unterschiedsbetrag zwischen dem Kapitalwert der Rente sowie den Ver&auml;u&szlig;erungskosten und dem auf den Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt ermittelten Wert des Betriebsverm&ouml;gens (&sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG)&#8211; und einer nicht tarifbeg&uuml;nstigten Besteuerung der nachtr&auml;glichen Betriebseinnahmen im Jahr des Zuflusses gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;15 EStG (vgl. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Mai 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/01, BFHE 199, 198, BStBl II 2002, 532, m.w.N.). Dieses Wahlrecht beruht auf einer teleologischen Reduktion des grunds&auml;tzlich zwingenden Anwendungsbereichs der &sect;&sect;&nbsp;16, 34 EStG i.V.m. dem Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung (BFH-Urteile vom 26.&nbsp;Juli 1984 IV&nbsp;R&nbsp;137\/82, BFHE 141, 525, BStBl II 1984, 829, unter 1.; vom 20.&nbsp;Juli 2010 IX&nbsp;R&nbsp;45\/09, BFHE 230, 380, BStBl II 2010, 969, unter II.1.c; vom 11.&nbsp;November 2010 IV&nbsp;R&nbsp;17\/08, BFHE 232, 28, BStBl II 2011, 716, unter II.1.c; vom 17.&nbsp;Juli 2013 X&nbsp;R&nbsp;40\/10, BFHE 242, 58, BStBl II 2013, 883, Rz&nbsp;28). Es tr&auml;gt vor allem dem Umstand Rechnung, dass einerseits die Leibrentenforderung mit ihrem Gegenwartswert zu bewerten ist und damit der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn bereits im Zeitpunkt der &Uuml;bertragung des wirtschaftlichen Eigentums an den wesentlichen Betriebsgrundlagen verwirklicht wird (BFH-Urteile in BFHE 141, 525, BStBl II 1984, 829; vom 14.&nbsp;Dezember 1988 I&nbsp;R&nbsp;44\/83, BFHE 155, 368, BStBl II 1989, 323), andererseits jedoch der &#8211;gemessen an der statistischen Wahrscheinlichkeit&#8211; vorzeitige Tod des (oder der) Rentenberechtigten nicht zu einer (r&uuml;ckwirkenden) Korrektur des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns f&uuml;hrt (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;August 1999 IV&nbsp;R&nbsp;67\/98, BFHE 190, 150, BStBl II 2000, 179; Senatsurteil vom 17.&nbsp;Dezember 2008 III&nbsp;R&nbsp;22\/05, BFH\/NV 2009, 1409, unter II.3.c) und deshalb dessen Ansatz mit der Folge verbunden sein kann, dass der Ver&auml;u&szlig;erer Gewinne zu versteuern hat, die er tats&auml;chlich niemals erzielt (BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Januar 1971 I&nbsp;R&nbsp;147\/69, BFHE 101, 218, BStBl II 1971, 302; in BFHE 232, 28, BStBl II 2011, 716). Auf dieser Grundlage kommt ein Wahlrecht insbesondere dann in Betracht, wenn langfristige wiederkehrende Bez&uuml;ge vereinbart werden und diese entweder mit einem Wagnis behaftet sind oder haupts&auml;chlich im Interesse des Ver&auml;u&szlig;erers, um dessen Versorgung zu sichern, und nicht im Interesse des Erwerbers festgelegt werden (BFH-Urteil in BFHE 230, 380, BStBl II 2010, 969). Das Wahlrecht kann hinsichtlich der wiederkehrenden Bez&uuml;ge zudem auch dann bestehen, wenn der Mitunternehmeranteil gegen wiederkehrende Bez&uuml;ge und ein festes Entgelt ver&auml;u&szlig;ert wird (BFH-Urteile vom 7.&nbsp;November 1991 IV&nbsp;R&nbsp;14\/90, BFHE 166, 527, BStBl II 1992, 457; in BFHE 232, 28, BStBl II 2011, 716, unter II.1.c; Schmidt\/Wacker, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;248; Kobor in Hermann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;16 EStG Rz&nbsp;410).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zutreffend entschieden, dass der Kl&auml;ger (zumindest teilweise) seinen Kommanditanteil gegen wiederkehrende Bez&uuml;ge in Form von Rentenzahlungen ver&auml;u&szlig;ert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat zutreffend darauf abgestellt, dass die Rentenzahlungen im Streitfall aufgrund der lebensl&auml;nglichen Zahlungen jedenfalls in Zeitr&auml;umen ohne Erwerbsbez&uuml;ge der Versorgung dienten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Ansicht des FA schlie&szlig;t der Umstand, dass Leistungsverpflichteter f&uuml;r die Rentenzahlung aufgrund des Abschlusses einer R&uuml;ckdeckungsversicherung oder Direktversicherung die Versicherungsgesellschaft und nicht der Erwerber des Kommanditanteils war, das Merkmal einer Ver&auml;u&szlig;erung gegen wiederkehrende Bez&uuml;ge nicht aus. Denn im Unterschied zu dem vom FG K&ouml;ln in seinem Urteil in EFG 2013, 616 entschiedenen Fall war die Rentenzahlungsverpflichtung des Erwerbers bereits im Ver&auml;u&szlig;erungsvertrag festgelegt. Zudem kommt es bei der Frage, ob langfristig wiederkehrende wagnisbehaftete oder der Versorgung dienende Bez&uuml;ge vorliegen, nicht darauf an, ob der Zahlungsverpflichtete der Erwerber ist, da die ma&szlig;geblichen Kriterien der Wagnisbehaftung und des Versorgungscharakters aus Sicht des Ver&auml;u&szlig;erers (Rentenberechtigten) zu beurteilen sind (Levedag, EFG 2013, 618, 619). Das Wahlrecht gilt daher auch f&uuml;r wiederkehrende Leistungen, die von dritter Seite im Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung erbracht werden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 166, 527, BStBl II 1992, 457, unter 3.; Schmidt\/ Wacker, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;237).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;ger konnten ihr Wahlrecht zur Besteuerung der nachtr&auml;glichen Betriebseinnahmen im Jahr des Zuflusses auch noch im Einspruchsverfahren gegen den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid vom 23.&nbsp;Dezember 2015 aus&uuml;ben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH l&auml;sst die Aus&uuml;bung von Antrags- oder Wahlrechten, die dem Grunde nach keiner zeitlichen Begrenzung unterliegen, grunds&auml;tzlich so lange zu, wie der entsprechende Steuerbescheid nicht formell und materiell bestandskr&auml;ftig ist (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Oktober 2015 X&nbsp;R&nbsp;44\/13, BFHE 252, 94, BStBl II 2016, 278). Dies gilt auch f&uuml;r das vorliegende Wahlrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Auml;nderung eines Antrags- oder Wahlrechts ist damit auch dann zuzulassen, wenn und soweit der Bescheid lediglich partiell noch nicht formell und materiell bestandskr&auml;ftig ist. Das erfasst auch diejenigen F&auml;lle, in denen &Auml;nderungsbescheide auf der Grundlage einer selbst&auml;ndigen &Auml;nderungsvorschrift &#8211;etwa &sect;&sect;&nbsp;172&nbsp;ff. AO&#8211; die teilweise Durchbrechung der Bestandskraft bewirken (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 2015 X&nbsp;R&nbsp;56\/13, BFHE 252, 241, BStBl II 2016, 967, Rz&nbsp;25). Wird ein solcher &Auml;nderungsbescheid angefochten, so folgt jedoch aus &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO, dass die &Auml;nderung der Antrags- oder Wahlrechtsaus&uuml;bung nur dann m&ouml;glich ist, wenn die dadurch zu erzielende Steuer&auml;nderung den durch die partielle Durchbrechung der Bestandskraft gesetzten Rahmen nicht verl&auml;sst. Die Vorschrift begrenzt die Anfechtbarkeit und damit auch die durch den Einspruch bewirkte &Auml;nderbarkeit eines &Auml;nderungsbescheids auf den Umfang der &Auml;nderung und stellt damit u.a. klar, dass es im &Uuml;brigen bei der zuvor eingetretenen Bestandskraft bleibt (BFH-Urteil in BFHE 252, 241, BStBl II 2016, 967, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat die vorstehenden Grunds&auml;tze zutreffend auf den Streitfall angewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;ger haben nicht die &Auml;nderung eines bestandskr&auml;ftigen Bescheids begehrt. Vielmehr haben sie einen steuererh&ouml;henden &Auml;nderungsbescheid angegriffen, der als solcher nicht bestandskr&auml;ftig geworden ist. Dieser Umstand berechtigt sie dazu, im Rahmen der ge&auml;nderten Steuerfestsetzung (&sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO) alle tats&auml;chlichen und rechtlichen (nicht bindenden) Einwendungen vorzubringen, selbst wenn sie sie schon gegen den urspr&uuml;nglichen bestandskr&auml;ftig gewordenen Bescheid h&auml;tten vorbringen k&ouml;nnen (Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung\/Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;351 AO Rz&nbsp;13; Siegers in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;351 AO Rz&nbsp;52; Bartone in Gosch, AO &sect;&nbsp;351 Rz&nbsp;12; so schon Reichsfinanzhof, Urteil vom 12.&nbsp;Mai 1923 II&nbsp;A&nbsp;94\/23, RFHE 12, 133; BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 1961 IV&nbsp;286\/58&nbsp;U, BFHE 74, 375, BStBl III 1962, 142, zu den gleichlautenden Vorg&auml;ngerregelungen zu &sect;&nbsp;351 AO). Das gilt grunds&auml;tzlich auch f&uuml;r die &Auml;nderung eines Antrags- oder Wahlrechts, sofern die dadurch bewirkte Anpassung sich im &Auml;nderungsrahmen des &sect;&nbsp;351 AO h&auml;lt. &sect;&nbsp;351 AO normiert nur eine quantitative, aber keine qualitative &Auml;nderungssperre (von&nbsp;Beckerath in Gosch, FGO &sect;&nbsp;42 Rz&nbsp;37). Entscheidend ist, dass nur die festgestellten oder festgesetzten Betr&auml;ge (der Tenor des Verwaltungsakts), nicht dagegen die Gr&uuml;nde des Bescheids in Bestandskraft wachsen (vgl. &sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;2 AO). Unerheblich ist insoweit auch, aus welchen Gr&uuml;nden es zu einer partiellen Durchbrechung des angefochtenen Bescheids gekommen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit der BFH in BFHE 252, 94, BStBl II 2016, 278 (Rz&nbsp;27) ausf&uuml;hrt, dass &quot;jedenfalls dann, wenn f&uuml;r den Steuerpflichtigen erst durch die erstmalige Erfassung eines weiteren steuererheblichen Sachverhalts im &Auml;nderungsbescheid &uuml;berhaupt die wirtschaftliche Notwendigkeit entsteht, sich mit der Aus&uuml;bung eines einkommensteuerrechtlichen Antrags- oder Wahlrechts f&uuml;r denselben Veranlagungszeitraum zu befassen, (es) interessengerecht (sei), ihm diese M&ouml;glichkeit bis zur formellen Bestandskraft des &Auml;nderungsbescheids zuzugestehen&quot; steht dies der Zul&auml;ssigkeit, die Zuflussbesteuerung nach Erlass des &Auml;nderungsbescheids zu w&auml;hlen, nicht entgegen. Das FG hat zutreffend ausgef&uuml;hrt, dass durch die Erh&ouml;hung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns ein weiterer steuererheblicher Sachverhalt im &Auml;nderungsbescheid erfasst wurde, der es wirtschaftlich notwendig machte, sich mit der Aus&uuml;bung des ge&auml;nderten Wahlrechts zu befassen. Entgegen der Ansicht des FA ergibt sich weder aus dem Wortlaut noch aus Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;351 AO, dass der Steuerpflichtige die zus&auml;tzliche durch die &Auml;nderung eingetretene Beschwer nur angreifen kann, wenn die &Auml;nderung auf einem erstmals erfassten neuen Sachverhalt beruht. Soweit die Wahlrechtsaus&uuml;bung im Rahmen eines Rechtsbehelfsverfahrens auch zur Gestaltung im &Auml;nderungsrahmen des &sect;&nbsp;351 AO eingesetzt wird, ist das der fehlenden (teilweisen) Bestandskraft immanent (Steinhauff, jurisPR-SteuerR 17\/2016, Anm.&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, III R 12\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.IIIR12.17.0 &Auml;nderung von Antrags- und Wahlrechten Leits&auml;tze 1. NV: Wird ein Mitunternehmeranteil gegen eine Leibrente ver&auml;u&szlig;ert, so hat der Steuerpflichtige die Wahl zwischen der sofortigen Versteuerung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach den &sect;&sect; 16, 34 EStG und einer nicht tarifbeg&uuml;nstigten Besteuerung der nachtr&auml;glichen Betriebseinnahmen im Jahr des Zuflusses. 2. 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