{"id":69835,"date":"2018-08-23T18:04:56","date_gmt":"2018-08-23T16:04:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69835"},"modified":"2018-08-23T18:04:56","modified_gmt":"2018-08-23T16:04:56","slug":"x-r-28-15-anwendung-der-1-regelung-in-faellen-in-denen-die-hiernach-ermittelte-nutzungsentnahme-50-der-gesamtaufwendungen-fuer-das-kfz-uebersteigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-28-15-anwendung-der-1-regelung-in-faellen-in-denen-die-hiernach-ermittelte-nutzungsentnahme-50-der-gesamtaufwendungen-fuer-das-kfz-uebersteigt\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;28\/15 &#8211; Anwendung der 1 %-Regelung in F&auml;llen, in denen die hiernach ermittelte Nutzungsentnahme 50 % der Gesamtaufwendungen f&uuml;r das Kfz &uuml;bersteigt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.5.2018, X R 28\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.150518.XR28.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anwendung der 1 %-Regelung in F&auml;llen, in denen die hiernach ermittelte Nutzungsentnahme 50 % der Gesamtaufwendungen f&uuml;r das Kfz &uuml;bersteigt<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Auch wenn die Anwendung der 1 %-Regelung seit 2006 voraussetzt, dass das Kfz zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird, ist es verfassungsrechtlich nicht geboten, die nach der 1 %-Regelung ermittelte Nutzungsentnahme auf 50 % der Gesamtaufwendungen f&uuml;r das Kfz zu begrenzen<rdlink><\/rdlink>.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 9. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;6 K 2338\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden im Streitjahr 2009 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielt aus der Vermittlung von Immobilien Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Seinen Gewinn ermittelt er durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Betriebsverm&ouml;gen hielt der Kl&auml;ger im Streitjahr 2009 einen im Jahr 2006 gebraucht erworbenen PKW vom Typ BMW&nbsp;530d (Listenpreis einschlie&szlig;lich Umsatzsteuer 64.000&nbsp;EUR), den er auch privat nutzte. Die Gesamtkosten des PKW im Streitjahr ermittelte der Kl&auml;ger mit 10.998,40&nbsp;EUR. Ca. 50&nbsp;% dieser Kosten (5.498,59&nbsp;EUR) setzte er f&uuml;r die private Nutzung des PKW an. Ein Fahrtenbuch f&uuml;hrte er nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung berechnete der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Wert f&uuml;r diese Nutzungsentnahme nach der 1&nbsp;%-Regelung mit 7.680&nbsp;EUR (1&nbsp;% x 64.000&nbsp;EUR x 12&nbsp;Monate). 80&nbsp;% dieser Nutzungsentnahme unterwarf das FA der Umsatzbesteuerung und sah die Umsatzsteuer als nach &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;3 EStG nicht abziehbar an. Insgesamt erh&ouml;hte das FA deshalb den Gewinn um 2.444,18&nbsp;EUR (2.181,41&nbsp;EUR zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von 262,77&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren verfolgten die Kl&auml;ger im Klageverfahren ihr Begehren weiter, den Wert der Nutzungsentnahme auf maximal 50&nbsp;% der Gesamtkosten im Streitjahr zu begrenzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Die private Nutzung sei zwingend nach der 1&nbsp;%-Regelung zu ermitteln, wenn ein Fahrtenbuch wie vorliegend nicht gef&uuml;hrt werde. Eine gesetzliche Grundlage, die Entnahmen f&uuml;r die private Nutzung auf 50&nbsp;% der tats&auml;chlich entstandenen Kosten zu begrenzen, bestehe nicht. Verfassungsrechtliche oder logische Bedenken gegen die in &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG vorgenommene Typisierung gebe es nicht. Insbesondere habe der Gesetzgeber den ihm zur Verf&uuml;gung stehenden Gestaltungsspielraum nicht &uuml;berschritten. Soweit Steuerpflichtige dieser Typisierung entgehen wollten, h&auml;tten sie die M&ouml;glichkeit, den tats&auml;chlichen Sachverhalt durch die Vorlage eines ordnungsgem&auml;&szlig; gef&uuml;hrten Fahrtenbuchs nachzuweisen. Zu einer &Auml;nderung dieser Betrachtungsweise k&ouml;nne auch der mit Wirkung f&uuml;r Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2005 beginnen, neugefasste &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger machen im Rahmen ihrer Revision die Verletzung materiellen Rechts geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar sei der Gesetzgeber frei festzulegen, wann die 1&nbsp;%-Regelung gelten solle. Jedoch m&uuml;sse die Folgerichtigkeit gew&auml;hrleistet werden. Diese sei bei Gebrauchtwagen schon aufgrund der urspr&uuml;nglichen Annahmen des Gesetzgebers bei Einf&uuml;hrung der 1&nbsp;%-Regelung nicht gegeben. Auch d&uuml;rfe die 1&nbsp;%-Regelung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nach der Gesetzes&auml;nderung ab 2006 nur angewendet werden, wenn ein Kfz zu mehr als 50&nbsp;% betrieblich genutzt werde. Insoweit habe der Kl&auml;ger unstreitig den Nachweis erbracht. Folglich stehe fest, dass in seinem Fall die Kosten mindestens zu 50&nbsp;% betrieblich veranlasst seien. Damit k&ouml;nnten auch nur h&ouml;chstens 50&nbsp;% der Kosten privat veranlasst sein. Eine Nutzungsentnahme von mehr als 50&nbsp;% verletze deshalb das &Uuml;berma&szlig;gebot und sei au&szlig;erdem unlogisch. Es liege eine Gesetzesl&uuml;cke vor, die durch eine verfassungskonforme Auslegung zu schlie&szlig;en sei. Ein Beurteilungsspielraum des Gesetzgebers bestehe ebenso wenig wie die M&ouml;glichkeit, den Kl&auml;ger auf das F&uuml;hren eines Fahrtenbuchs zu verweisen. Letzteres sei aufgrund des extremen Zusatzaufwandes unzumutbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Einkommensteuerfestsetzung 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;Juli 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Gewerbebetrieb um 2.444&nbsp;EUR vermindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorschrift sei folgerichtig und im Streitfall ohne Rechtsversto&szlig; angewandt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;ger wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die private Nutzungsentnahme des vom Kl&auml;ger betrieblich und privat genutzten Kfz ist nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG zu ermitteln (unter 1.). Verfassungsrechtliche Bedenken hiergegen bestehen nicht (unter 2.). Eine Begrenzung der so berechneten Nutzungsentnahme auf 50&nbsp;% der im (jeweiligen) Streitjahr angefallenen Gesamtaufwendungen ist ebenfalls verfassungsrechtlich nicht geboten (unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Ermittlung der privaten Nutzungsentnahme f&uuml;r den vom Kl&auml;ger betrieblich genutzten PKW nach der sog. 1&nbsp;%-Regelung des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG entspricht, was zwischen den Beteiligten zu Recht unstreitig ist, den Vorgaben des Gesetzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entnahmen des Steuerpflichtigen f&uuml;r sich, seinen Haushalt oder f&uuml;r andere betriebsfremde Zwecke sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG mit dem Teilwert anzusetzen. Nach der Sonderregelung des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG ist f&uuml;r die private Nutzung eines zu mehr als 50&nbsp;% betrieblich genutzten Kfz pro Kalendermonat 1&nbsp;% des inl&auml;ndischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zzgl. der Kosten f&uuml;r Sonderausstattung einschlie&szlig;lich Umsatzsteuer anzusetzen. Die 1&nbsp;%-Regelung ist insoweit eine grunds&auml;tzlich zwingende, stark typisierende und pauschalierende Bewertungsregelung (st&auml;ndige Rechtsprechung, Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.&nbsp;Februar 2003 X&nbsp;R&nbsp;23\/01, BFHE 201, 499, BStBl II 2003, 472; vom 7.&nbsp;November 2006 VI&nbsp;R&nbsp;19\/05, BFHE 215, 256, BStBl II 2007, 116; vom 9.&nbsp;November 2017 III&nbsp;R&nbsp;20\/16, BFHE 260, 113, BStBl II 2018, 278, jeweils m.w.N.). Deshalb bleiben individuelle Besonderheiten hinsichtlich der Art und der Nutzung des Kfz grunds&auml;tzlich ebenso unber&uuml;cksichtigt wie nachtr&auml;gliche &Auml;nderungen des Fahrzeugwertes. Dementsprechend ist im Rahmen der Anwendung der 1&nbsp;%-Regelung der inl&auml;ndische Listenpreis auch dann Bemessungsgrundlage, wenn das Fahrzeug gebraucht angeschafft (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2001 IV&nbsp;R&nbsp;27\/00, BFHE 195, 200, BStBl II 2001, 403; BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Dezember 2007 XI&nbsp;B&nbsp;178\/06, BFH\/NV 2008, 562, m.w.N.) oder ein Gro&szlig;teil der Anschaffungskosten des Fahrzeugs bereits als Betriebsausgaben (Absetzungen f&uuml;r Abnutzung &#8211;AfA&#8211;) geltend gemacht worden sind (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Februar 2000 III&nbsp;R&nbsp;59\/98, BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Liegen die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht vor, namentlich, wenn das Kfz zu nicht mehr als 50&nbsp;% betrieblich genutzt wird, <span style=\"text-decoration:underline\">ist<\/span> die Nutzungsentnahme nach den allgemeinen Regeln mit dem darauf entfallenden Aufwand zu bewerten, der ggf. zu sch&auml;tzen ist. Der auf die Privatfahrten entfallende Aufwand <span style=\"text-decoration:underline\">kann<\/span> bei einem zu mehr als 50&nbsp;% betrieblich genutzten Kfz angesetzt werden, wenn die Voraussetzungen der Fahrtenbuchmethode (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG) erf&uuml;llt sind (BFH-Urteil in BFHE 260, 113, BStBl II 2018, 278, Rz&nbsp;14, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da der Kl&auml;ger im Streitfall unstreitig das Kfz zu mehr als 50&nbsp;% betrieblich genutzt und kein Fahrtenbuch gef&uuml;hrt hat, ist das FA zutreffend von der 1&nbsp;%-Regelung ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die 1&nbsp;%-Regelung ist verfassungsrechtlich unbedenklich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Verfassungsrechtliche Ma&szlig;st&auml;be sind in erster Linie die Gebote der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit und der Folgerichtigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Bereich des Steuerrechts, insbesondere des Einkommensteuerrechts, wird die Freiheit des Gesetzgebers, diejenigen Sachverhalte zu bestimmen, an die das Gesetz dieselben Rechtsfolgen kn&uuml;pft und die es als rechtlich gleich qualifiziert, durch das Gebot der Ausrichtung der Steuerlast am Prinzip der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit und das Gebot der Folgerichtigkeit begrenzt. Letzteres besagt, dass bei der Ausgestaltung der Steuerlast am Prinzip des steuerrechtlichen Ausgangstatbestands die einmal getroffene Belastungsentscheidung folgerichtig i.S. der Belastungsgleichheit umgesetzt werden muss (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 6.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;13\/09, BVerfGE 126, 268, unter C.I.2.a). Als Ausnahme hiervon hat das BVerfG u.a. die Typisierungs- und Vereinfachungsbefugnis des Gesetzgebers anerkannt. Jede gesetzliche Regelung muss verallgemeinern, dabei aber von einer m&ouml;glichst breiten, alle betroffenen Gruppen und Regelungsgegenst&auml;nde einschlie&szlig;enden Beobachtung ausgehen (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 126, 268, unter C.I.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Typisierung dient der Praktikabilit&auml;t und der Steuervereinfachung. Der Gesetzgeber verf&uuml;gt hierbei &uuml;ber einen weiten Beurteilungs- und Gestaltungsspielraum. Dabei ist er insbesondere nicht gehalten, allen Besonderheiten des Einzelfalls durch Sonderregelungen Rechnung zu tragen (BVerfG-Beschluss vom 10.&nbsp;April 1997&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;77\/92, BVerfGE 96, 1). Allerdings darf der Gesetzgeber f&uuml;r eine gesetzliche Typisierung keinen atypischen Fall als Leitbild w&auml;hlen, sondern muss realit&auml;tsgerecht den typischen Fall als Ma&szlig;stab zugrunde legen (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 126, 268; st&auml;ndige Rechtsprechung). Er hat im Rahmen der von ihm gew&auml;hlten Typisierung eine Regelung zu treffen, die Vor- und Nachteile in ein ausgewogenes Verh&auml;ltnis bringt. Dabei sind im Rahmen dieses Gestaltungspielraums steuerrechtliche Regelungen nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes so auszugestalten, dass die Gleichheit im Belastungserfolg f&uuml;r alle Steuerpflichtigen hergestellt werden kann. Um der materiellen Gleichheit willen darf der Gesetzgeber einen steuererheblichen Vorgang im typischen Lebensvorgang erfassen und individuell gestaltbare Besonderheiten unber&uuml;cksichtigt lassen (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 96, 1, unter B.I.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die 1&nbsp;%-Regelung verfassungsrechtlich nach der &Uuml;berzeugung des Senats nicht zu beanstanden. Er folgt damit der &uuml;bereinstimmenden Rechtsprechung der Ertragsteuersenate des BFH (BFH-Urteile in BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273, unter II.3.; vom 18.&nbsp;September 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;28\/10, BFHE 239, 233, BStBl II 2013, 120, unter II.2.a, sowie vom 13.&nbsp;Dezember 2012 VI&nbsp;R&nbsp;51\/11, BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, unter II.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Ankn&uuml;pfung der 1&nbsp;%-Regelung an den Listenpreis stellt eine typisierend-pauschalierende Regelung dar, die sich im Rahmen des gesetzgeberischen Gestaltungsspielraums bewegt. Es handelt sich um einen sachgerechten Ma&szlig;stab. Der Ansatz des Gesetzgebers in &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG, die Bewertung der privaten Nutzungsentnahme anhand der 1&nbsp;%-Regelung ausgehend vom Listenpreis vorzunehmen, entspricht dem Erfordernis, die Entnahmen des Steuerpflichtigen f&uuml;r die private Lebensf&uuml;hrung nach dem Nutzungsvorteil zu bemessen, der dem Steuerpflichtigen zukommt (vgl. insoweit nur BFH-Urteil in BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273, unter II.4.b&nbsp;cc). Soweit die 1&nbsp;%-Regelung zum Tragen kommt, will (gerade) der Bezug zum inl&auml;ndischen Listenpreis sicherstellen, dass alle Vorteile, die mit dem Zurverf&uuml;gungstellen des Fahrzeugs f&uuml;r den Steuerpflichtigen verbunden sind, umfasst werden (folglich auch Steuern, Versicherungspr&auml;mien, Reparatur- und Wartungskosten, Treibstoffkosten). Die so vom Gesetzgeber zu Grunde gelegte Bemessungsgrundlage des Bruttolistenpreises bezweckt also nicht die tats&auml;chlichen Neuanschaffungskosten des Fahrzeugs und erst recht nicht dessen gegenw&auml;rtigen Wert im Zeitpunkt der &Uuml;berlassung m&ouml;glichst realit&auml;tsgerecht abzubilden (so schon BFH-Urteil in BFHE 260, 113, BStBl II 2018, 278, Rz&nbsp;15). Sie will vielmehr an den tats&auml;chlichen geldwerten Vorteil ankn&uuml;pfen. Dabei handelt es sich um den Betrag, der vom Steuerpflichtigen f&uuml;r eine vergleichbare Nutzung aufgewandt werden m&uuml;sste und den er durch die Nutzung des betrieblichen Fahrzeugs erspart (so schon BFH-Urteil in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, Rz&nbsp;17). Grundlage der Bewertung des Nutzungsvorteils sind statistische Erhebungen, in welche die durchschnittlichen Gesamtkosten aller auch privat genutzten betrieblichen Fahrzeuge eingegangen sind (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Mai 2002 VI&nbsp;R&nbsp;132\/00, BFHE 199, 230, BStBl II 2003, 311, unter II.2.a). Der Senat teilt deshalb nicht die von den Kl&auml;gern vorgebrachten Bedenken gegen die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der 1&nbsp;%-Regelung, soweit sie sich gegen die H&ouml;he des Listenpreises als Ankn&uuml;pfungsma&szlig;stab der Besteuerung richten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Bewertung des Nutzungsvorteils mittels der 1&nbsp;%-Regelung ist mit dem Ansatz in H&ouml;he von 1&nbsp;% des Bruttolistenpreises je Monat eine grob typisierende Regelung, da sie stark divergierende Sachverhalte zusammenfasst. Hierzu z&auml;hlen die Nutzung neuer oder gebrauchter bzw. teurer oder preiswerter Kfz, der unterschiedliche Umfang der betrieblichen bzw. privaten Nutzung, die unterschiedliche Nutzungsdauer von betrieblichen Kfz, die divergierenden M&ouml;glichkeiten der AfA und die unterschiedliche H&ouml;he von Umsatzsteuers&auml;tzen (vgl. f&uuml;r die Zeit vor der Gesetzes&auml;nderung auch: BFH-Urteil in BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273, unter II.4.b&nbsp;aa). Dennoch &uuml;berschreitet die Typisierung nicht die Grenzen des Zul&auml;ssigen. Zum einen betrifft sie einen Bereich, in dem wegen der &auml;u&szlig;erst engen Verkn&uuml;pfung zwischen privater und betrieblicher Sph&auml;re einzelfallbezogene Ermittlungen der Finanzverwaltung nahezu ausgeschlossen sind. Zum anderen ist die 1&nbsp;%-Regelung nicht als zwingende und unwiderlegbare Typisierung konzipiert. Jeder Steuerpflichtige kann der Anwendung der typisierenden Regelung durch den Nachweis des tats&auml;chlichen Sachverhalts mittels eines ordnungsgem&auml;&szlig;en Fahrtenbuchs (vgl. insoweit z.B. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Februar 2017 VI&nbsp;R&nbsp;50\/15, BFH\/NV 2017, 1155, Rz&nbsp;15, m.w.N.) entgehen (so schon BFH-Urteil in BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273, unter II.4.a, m.w.N.). Insbesondere (auch) im Hinblick hierauf (&quot;Escape-Klausel&quot;) folgt der Senat der bisherigen Rechtsprechung des BFH, die die Typisierungsregelung in &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG als verfassungsrechtlich unbedenklich beurteilt (BFH-Urteil in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, unter II.c, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit der Kl&auml;ger die Auffassung vertritt, ein solches Fahrtenbuch k&ouml;nne nicht mit vertretbarem Aufwand ordnungsgem&auml;&szlig; gef&uuml;hrt werden, vermag der Senat dem nicht zu folgen. Denn der mit der F&uuml;hrung eines Fahrtenbuchs verbundene Aufwand kann ebenso wenig als unzumutbar angesehen werden wie die sonstigen Mitwirkungspflichten des Steuerpflichtigen bei der Ermittlung seiner Eink&uuml;nfte (vgl. z.B. &sect;&sect;&nbsp;140&nbsp;ff. der Abgabenordnung; vgl. auch zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Fahrtenbuchauflage nach &sect;&nbsp;31a der Stra&szlig;enverkehrs-Zulassungs-Ordnung BVerfG-Beschluss vom 7.&nbsp;Dezember 1981&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1172\/81, Neue Juristische Wochenschrift 1982, 568). Hiervon zu unterscheiden ist die Frage, ob bereits leichte Fehler oder Ungenauigkeiten bei den Eintragungen in das Fahrtenbuch dessen steuerlicher Anerkennung insgesamt entgegenst&uuml;nden oder ob dies unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig w&auml;re und deshalb nicht zur Anwendung der typisierenden Gesetzesvorschriften f&uuml;hren d&uuml;rfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ebenso wenig ist die H&ouml;he der Nutzungsentnahme aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden auf 50&nbsp;% der Gesamtkosten zu begrenzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Begrenzung des Betrags der Nutzungsentnahme auf die Gesamtkosten (100&nbsp;%) war bereits vor 2006 verfassungsrechtlich nicht geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Steuerpflichtige hatte seit jeher die M&ouml;glichkeit, ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Fahrtenbuch zu f&uuml;hren und hiermit den tats&auml;chlichen Sachverhalt nachzuweisen. Dies verhindert eine &Uuml;berma&szlig;besteuerung des Steuerpflichtigen. Eine teleologische Reduzierung des Wortlautes durch Deckelung der Nutzungsentnahme auf die Gesamtkosten war deshalb nicht geboten. Das gilt unabh&auml;ngig davon, dass die Finanzverwaltung im Wege der Billigkeit eine Deckelung auf 100&nbsp;% der Gesamtkosten vornimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsprechung hat Bedenken in Bezug auf eine &Uuml;berma&szlig;besteuerung in den F&auml;llen, in denen die zu versteuernde Nutzungsentnahme die Gesamtaufwendungen &uuml;bersteigt, zwar einerseits unter Hinweis auf die sog. Deckelungsregelung (aus dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 12.&nbsp;Mai 1997 IV&nbsp;B&nbsp;2&nbsp;-S&nbsp;2177-&nbsp;29\/97, BStBl I 1997, 562, Rz&nbsp;13, ersetzt durch das BMF-Schreiben vom 21.&nbsp;Januar 2002 IV&nbsp;A&nbsp;6&nbsp;-S&nbsp;2177-&nbsp;1\/02, BStBl I 2002, 148, Rz&nbsp;14, ersetzt durch das BMF-Schreiben vom 18.&nbsp;November 2009 IV&nbsp;C&nbsp;6&nbsp;-S&nbsp;2177\/07\/10004, BStBl I 2009, 1326, Rz&nbsp;18), andererseits aber auch wegen der M&ouml;glichkeit des Nachweises des tats&auml;chlichen Sachverhalts zur&uuml;ckgewiesen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2007 XI&nbsp;R&nbsp;59\/04, BFH\/NV 2007, 1838, unter II.3.c, m.w.N.). Der Senat erachtet den zuletzt genannten Aspekt auch f&uuml;r sich allein genommen als ausreichend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es war gerade Ziel und Zweck der 1&nbsp;%-Regelung, anders als sonst bei der Besteuerung der privaten Nutzungsentnahmen, nicht an den Aufwand des Steuerpflichtigen, sondern an seinen Vorteil anzukn&uuml;pfen. Verfassungsrechtliche Bedenken gegen diesen von der Regelbewertung des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG abweichenden Ma&szlig;stab bestehen nicht. Privat genutzte PKW im Betriebsverm&ouml;gen spielen im Wirtschaftsleben eine Sonderrolle. Kn&uuml;pft aber die gesetzliche Regelung ausdr&uuml;cklich und verfassungsrechtlich zul&auml;ssig an Werte an, die gerade nicht dem Aufwand entsprechen, so ist es auch folgerichtig, keine aufwandsbezogene Begrenzung vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Aspekte schlie&szlig;en in gleicher Weise Bedenken gegen die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der seit 2006 geltenden Besteuerung aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Gegen die Berechnung der H&ouml;he der pauschalen Nutzungsentnahme durch das FA bestehen keine Bedenken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.5.2018, X R 28\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.150518.XR28.15.0 Anwendung der 1 %-Regelung in F&auml;llen, in denen die hiernach ermittelte Nutzungsentnahme 50 % der Gesamtaufwendungen f&uuml;r das Kfz &uuml;bersteigt Leits&auml;tze Auch wenn die Anwendung der 1 %-Regelung seit 2006 voraussetzt, dass das Kfz zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird, ist es verfassungsrechtlich nicht geboten, die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-28-15-anwendung-der-1-regelung-in-faellen-in-denen-die-hiernach-ermittelte-nutzungsentnahme-50-der-gesamtaufwendungen-fuer-das-kfz-uebersteigt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;28\/15 &#8211; Anwendung der 1 %-Regelung in F&auml;llen, in denen die hiernach ermittelte Nutzungsentnahme 50 % der Gesamtaufwendungen f&uuml;r das Kfz &uuml;bersteigt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69835","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69835"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69835\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}