{"id":69836,"date":"2018-08-23T18:04:53","date_gmt":"2018-08-23T16:04:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69836"},"modified":"2018-08-23T18:04:53","modified_gmt":"2018-08-23T16:04:53","slug":"i-b-114-17-stehenlassen-einer-gesellschafterforderung-als-mit-darlehensgewaehrung-wirtschaftlich-vergleichbare-rechtshandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-114-17-stehenlassen-einer-gesellschafterforderung-als-mit-darlehensgewaehrung-wirtschaftlich-vergleichbare-rechtshandlung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;114\/17 &#8211; &quot;Stehenlassen&quot; einer Gesellschafterforderung als mit Darlehensgew&auml;hrung wirtschaftlich vergleichbare Rechtshandlung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.5.2018, I B 114\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.150518.IB114.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">&quot;Stehenlassen&quot; einer Gesellschafterforderung als mit Darlehensgew&auml;hrung wirtschaftlich vergleichbare Rechtshandlung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Das Unterlassen der Geltendmachung (&quot;Stehenlassen&quot;) einer f&auml;lligen Gesellschafterforderung aus Lieferungen und Leistungen kann i.S. des &sect; 8b Abs. 3 Satz 7 KStG i.d.F. des JStG 2008 mit einem Gesellschafterdarlehen wirtschaftlich vergleichbar sein.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ab welchem Zeitpunkt eine Vergleichbarkeit des &quot;Stehenlassens&quot; mit der Darlehensgew&auml;hrung gegeben ist, h&auml;ngt von den konkreten Umst&auml;nden des Einzelfalls ab. Wenn die Gesellschafterforderung bis zu ihrer zivilrechtlichen Verj&auml;hrung nicht eingezogen worden ist, ist die Vergleichbarkeit jedenfalls zu bejahen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 14. September 2017&nbsp;&nbsp;4 K 2380\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Berechtigung und die Gewinnwirksamkeit von Teilwertabschreibungen auf Gesellschafterforderungen. Streitjahre sind 2007 und 2008.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, handelt mit &#8230;-Produkten. Sie war alleinige Gesellschafterin einer polnischen Gesellschaft und belieferte diese in den Jahren 2003 bis 2005 mit ihren Produkten. Die Tochtergesellschaft arbeitete mit Verlusten und beglich die aus den Lieferungen resultierenden Entgeltforderungen der Kl&auml;gerin nur zu einem Teil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Verbliebene Zahlungsforderungen der Kl&auml;gerin von insgesamt 218.679,96&nbsp;EUR, die aus den Lieferungen der Jahre 2003 und 2004 resultierten, b&uuml;ndelten die Kl&auml;gerin und die Tochtergesellschaft im Jahr 2005 in einem schriftlichen &quot;Darlehensvertrag&quot;. Die Kl&auml;gerin schrieb den danach als Darlehensforderung erfassten Betrag von 218.679,96&nbsp;EUR in ihrer Bilanz zum 31.&nbsp;Dezember 2008 gewinnmindernd ab. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte die Teilwertabschreibung u.a. unter Berufung auf &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2008 (JStG 2008) vom 20.&nbsp;Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150, BStBl I 2008, 218) &#8211;KStG&#8211; nicht an und &auml;nderte dementsprechend die das Streitjahr 2008 betreffenden Bescheide &uuml;ber die Festsetzung der K&ouml;rperschaftsteuer und des Gewerbesteuermessbetrags.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin machte in den Rechtsbehelfsverfahren gegen den K&ouml;rperschaftsteuer- und den Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r das Streitjahr 2007 geltend, die Forderung von 218.679,96&nbsp;EUR habe wegen Verj&auml;hrung bereits zum 31.&nbsp;Dezember 2007 ausgebucht werden m&uuml;ssen, weshalb die Bilanz entsprechend zu berichtigen sei. Aufgrund offenen Dissenses &uuml;ber wesentliche Vertragsbestandteile sei kein wirksamer Darlehensvertrag zustande gekommen; die somit weiterhin als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu behandelnden Einzelforderungen seien indes zum 31.&nbsp;Dezember 2007 verj&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die Bescheide &uuml;ber die Festsetzung der K&ouml;rperschaftsteuer und des Gewerbesteuermessbetrags f&uuml;r das Streitjahr 2008 machte die Kl&auml;gerin nunmehr eine Teilwertabschreibung auf Forderungen aus Lieferungen des Jahres 2005 an die Tochtergesellschaft im Betrag von insgesamt 184.020,42&nbsp;EUR geltend; diese seien zum 31.&nbsp;Dezember 2008 verj&auml;hrt und damit wertlos geworden. Au&szlig;erdem seien die Forderungen aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation der Kl&auml;gerin bereits zum 31.&nbsp;Dezember 2007 im Wert gemindert gewesen und h&auml;tten deshalb bereits zu diesem Zeitpunkt zu mindestens 50&nbsp;% abgeschrieben werden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage blieb ohne Erfolg; das Hessische Finanzgericht (FG) hat sie mit Urteil vom 14.&nbsp;September 2017&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;2380\/16 als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt mit ihrer Beschwerde, die Revision gegen das FG-Urteil zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Nichtzulassungsbeschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor bzw. sind nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entsprechend dargetan worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Hinsichtlich der Annahme des FG, die urspr&uuml;nglich aus Lieferungen und Leistungen der Jahre 2003 und 2004 resultierenden Forderungen in H&ouml;he von 218.679,96&nbsp;EUR seien von den Vertragsparteien durch Novation wirksam in ein Darlehensverh&auml;ltnis umgewandelt worden, setzt sich die Beschwerdebegr&uuml;ndung im Stile einer Revisionsbegr&uuml;ndung umfangreich mit den Entscheidungsgr&uuml;nden des FG auseinander. Es fehlt indessen an der substantiierten Darlegung eines Zulassungsgrunds. Soweit die Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang Verst&ouml;&szlig;e des FG gegen die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) und des Bundesgerichtshofs r&uuml;gt, fehlt es schon an der Grundvoraussetzung der Darlegung einer Rechtsprechungsdivergenz (Zulassungsgrund der Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Variante&nbsp;2 FGO), n&auml;mlich der Gegen&uuml;berstellung eines abstrakten Rechtssatzes aus dem FG-Urteil mit einem ebensolchen aus dem Vergleichsurteil, so dass die Abweichung erkennbar wird (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 29.&nbsp;Januar 2013 I&nbsp;B&nbsp;181\/12, BFH\/NV 2013, 757).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Des Weiteren r&uuml;gt die Kl&auml;gerin in vielfacher Hinsicht die Sachverhaltsw&uuml;rdigung des FG, welches unter der Pr&auml;misse, der Teilwert von Darlehensforderungen gegen Tochtergesellschaften sei auch anhand des Substanzwerts und der funktionalen Bedeutung der Tochtergesellschaft f&uuml;r den Gesellschafter zu bestimmen, den Nachweis f&uuml;r eine voraussichtlich dauernde Wertminderung der Darlehensforderung zu den hier in Rede stehenden Bilanzstichtagen als nicht gef&uuml;hrt angesehen hat. Ein Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision ist daraus indessen nicht abzuleiten. Denn mit der R&uuml;ge, die Beweisw&uuml;rdigung des FG sei fehlerhaft, kann ein Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO regelm&auml;&szlig;ig nicht begr&uuml;ndet werden; die Grunds&auml;tze der Beweisw&uuml;rdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen und deshalb der Pr&uuml;fung des BFH im Rahmen einer Nichtzulassungsbeschwerde entzogen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2014 I&nbsp;B&nbsp;37\/13, BFH\/NV 2014, 1059). Daher k&ouml;nnten auch die behaupteten Verst&ouml;&szlig;e des FG gegen Erfahrungss&auml;tze und Denkgesetze nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 2013 III&nbsp;B&nbsp;15\/13, BFH\/NV 2014, 352).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang r&uuml;gt, das FG habe den Akteninhalt nicht ausreichend ber&uuml;cksichtigt, legt sie nicht schl&uuml;ssig dar, welche nach den Akten feststehende Tatsache das FG unber&uuml;cksichtigt gelassen haben soll und inwiefern eine Ber&uuml;cksichtigung dieser Tatsache m&ouml;glicherweise zu einem anderen Ergebnis gef&uuml;hrt h&auml;tte. So bezeichnet die Kl&auml;gerin es als Widerspruch gegen den Akteninhalt, dass das FG auch den Vorratsbestand der Tochtergesellschaft als Argument f&uuml;r eine m&ouml;gliche Werthaltigkeit der Beteiligung ins Feld gef&uuml;hrt habe und verweist in diesem Zusammenhang darauf, der Wert der Vorr&auml;te habe nicht ausgereicht, eine &Uuml;berschuldung der Tochtergesellschaft zu beseitigen. Auf Letzteres hat das FG seine Entscheidung indessen an keiner Stelle gest&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls nicht schl&uuml;ssig ist die R&uuml;ge, das FG habe unter Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) das Vorbringen der Kl&auml;gerin &uuml;bergangen, die Lieferbeziehungen mit der Tochtergesellschaft h&auml;tten sich aufgrund der hohen Marge bei &#8230; trotz der nur teilweise erhaltenen Zahlungen f&uuml;r die Kl&auml;gerin im Ergebnis &quot;gerechnet&quot;. Die Kl&auml;gerin legt nicht dar, woraus sie schlie&szlig;t, dass das FG dieses Vorbringen nicht zur Kenntnis genommen und erwogen habe. Im Urteilstatbestand hat das FG den Vortrag ausdr&uuml;cklich erw&auml;hnt (Urteilsumdruck S.&nbsp;6 unten). Dass es hierauf im Rahmen der Beweisw&uuml;rdigung nicht nochmals explizit eingegangen ist, deutet darauf hin, dass das FG dem Vorbringen im Rahmen der Sachverhaltsw&uuml;rdigung kein besonderes Gewicht beigemessen hat und berechtigt nicht zu der Annahme, die Vorinstanz habe es nicht nur Kenntnis genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nicht in der gebotenen Weise dargelegt hat die Kl&auml;gerin auch, dass hinsichtlich der vom FG vorgenommenen Sachverhaltsw&uuml;rdigung die Voraussetzungen eines sog. qualifizierten Rechtsanwendungsfehlers vorliegen. Besonders schwerwiegende Fehler des FG bei der Anwendung des materiellen Rechts, die geeignet sind, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen, k&ouml;nnen allerdings die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Variante&nbsp;2 FGO erm&ouml;glichen. Eine Tatsachen- oder Beweisw&uuml;rdigung erf&uuml;llt diese Voraussetzungen jedoch nur dann, wenn sie so schwerwiegende Fehler aufweist, dass sie unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt vertretbar ist und offensichtlich jedem Zweck einer Beweisw&uuml;rdigung zuwiderl&auml;uft, so dass ein allgemeines Interesse an einer korrigierenden Entscheidung besteht (vgl. BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2012 V&nbsp;B&nbsp;10\/11, BFH\/NV 2012, 1315). Diese besonderen Umst&auml;nde sind substantiiert darzulegen (vgl. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Juli 2013 IX&nbsp;B&nbsp;25\/13, BFH\/NV 2013, 1604). Das ist vorliegend nicht geschehen. Die Kl&auml;gerin behauptet zwar pauschal ein willk&uuml;rliches Handeln der Vorinstanz, legt daf&uuml;r aber keine konkreten Anhaltspunkte dar. Ihr Vorbringen geht insbesondere daran vorbei, dass das FG die Werthaltigkeit der Forderungen nicht positiv festgestellt, sondern es lediglich als seitens der Kl&auml;gerin nicht nachgewiesen angesehen hat, dass die Voraussetzungen einer Teilwertabschreibung zu den Bilanzstichtagen der Streitjahre vorgelegen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Hinblick auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Jahr 2005 in H&ouml;he von insgesamt 184.020,42&nbsp;EUR, hinsichtlich derer das FG die Klage betreffend das Streitjahr 2008 unter Berufung auf die Bestimmung des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 i.V.m. Satz&nbsp;7 KStG abgewiesen hat, macht die Kl&auml;gerin den Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache geltend (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO). Sie h&auml;lt es f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, ob &quot;eine Forderung einer GmbH aus Lieferung und Leistung gegen ihre 100&nbsp;%&nbsp;ige Tochtergesellschaft gem. &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;7 KStG bereits dann mit einer Darlehensgew&auml;hrung wirtschaftlich vergleichbar (ist), wenn sie &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum stehen gelassen wird, ohne sie geltend zu machen oder Sicherheit zu verlangen&quot;. Die Frage ist indes f&uuml;r den Streitfall nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es u.a., wenn sich die Antwort auf die streitige Rechtsfrage ohne weiteres aus dem Gesetz ergibt oder die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG getan hat, die Rechtslage also eindeutig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 24.&nbsp;August 2011 I&nbsp;B&nbsp;1\/11, BFH\/NV 2011, 2044, m.w.N.). Letzteres ist hier der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Begr&uuml;ndung des Regierungsentwurfs eines Jahressteuergesetzes 2008 sollte mit der Einf&uuml;gung des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 bis 7 KStG erreicht werden, dass die Gesellschafterfinanzierung durch Eigenkapital oder durch nicht fremd&uuml;bliche Gesellschafterdarlehen hinsichtlich eventueller Gewinnminderungen gleichbehandelt wird (BTDrucks 16\/6290, S.&nbsp;73). An dieser Zielsetzung hat sich daher auch die Auslegung des Begriffs der wirtschaftlichen Vergleichbarkeit mit einer Darlehensgew&auml;hrung in &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;7 KStG zu orientieren. Es kann indessen unter dem Aspekt einer Gleichbehandlung mit Eigenkapital kein vern&uuml;nftiger Zweifel daran bestehen, dass die &Uuml;berlassung von Liquidit&auml;t durch das Unterlassen der Geltendmachung (&quot;Stehenlassen&quot;) einer f&auml;lligen Forderung des Gesellschafters aus Lieferungen und Leistungen mit der &Uuml;berlassung von Liquidit&auml;t in Form eines Gesellschafterdarlehens wirtschaftlich vergleichbar sein kann. So werden in der oben zitierten Gesetzesbegr&uuml;ndung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Beispiele f&uuml;r Forderungen aus Rechtshandlungen, die einer Darlehensgew&auml;hrung vergleichbar sind, beispielhaft hervorgehoben (BTDrucks 16\/6290, S.&nbsp;73).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem kann f&uuml;r die Erfassung des &quot;Stehenlassens&quot; durch &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;7 KStG eine Parallele zum fr&uuml;heren gesellschaftsrechtlichen Eigenkapitalersatzrecht (vgl. &sect;&nbsp;32a, &sect;&nbsp;32b des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung in der bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bek&auml;mpfung von Missbr&auml;uchen vom 23.&nbsp;Oktober 2008 &#8211;BGBl I 2008, 2026&#8211; geltenden Fassung) gezogen werden. Auch dort war anerkannt, dass vom Gesellschafter in der Krise der Gesellschaft nicht eingezogene Forderungen aus Lieferungs- und Leistungsvertr&auml;gen bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise den stehengelassenen Gesellschafterdarlehen gleichzustellen sind (vgl. z.B. Lutter\/Hommelhoff in Lutter\/ Hommelhoff, GmbH-Gesetz, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&sect;&nbsp;32a\/b Rz 45; L&ouml;wisch, Eigenkapitalersatzrecht, 2007, Rz&nbsp;215).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab welchem Zeitpunkt das &quot;Stehenlassen&quot; einer Forderung aus Lieferungen und Leistungen durch den Gesellschafter mit einer Darlehensgew&auml;hrung vergleichbar wird, l&auml;sst sich nicht allgemeing&uuml;ltig beantworten, sondern h&auml;ngt von den Umst&auml;nden des jeweiligen Einzelfalls ab. Es kann jedoch kein Zweifel daran bestehen, dass die Vergleichbarkeit jedenfalls dann gegeben ist, wenn &#8211;wie nach den Feststellungen des FG im vorliegenden Fall&#8211; die Forderungen bis zu ihrer zivilrechtlichen Verj&auml;hrung nicht eingezogen worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Von einer weiter gehenden Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.5.2018, I B 114\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.150518.IB114.17.0 &quot;Stehenlassen&quot; einer Gesellschafterforderung als mit Darlehensgew&auml;hrung wirtschaftlich vergleichbare Rechtshandlung Leits&auml;tze 1. NV: Das Unterlassen der Geltendmachung (&quot;Stehenlassen&quot;) einer f&auml;lligen Gesellschafterforderung aus Lieferungen und Leistungen kann i.S. des &sect; 8b Abs. 3 Satz 7 KStG i.d.F. des JStG 2008 mit einem Gesellschafterdarlehen wirtschaftlich vergleichbar sein. 2. NV: Ab welchem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-114-17-stehenlassen-einer-gesellschafterforderung-als-mit-darlehensgewaehrung-wirtschaftlich-vergleichbare-rechtshandlung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;114\/17 &#8211; &quot;Stehenlassen&quot; einer Gesellschafterforderung als mit Darlehensgew&auml;hrung wirtschaftlich vergleichbare Rechtshandlung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69836","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69836","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69836"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69836\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69836"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69836"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69836"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}