{"id":69837,"date":"2018-08-23T18:04:43","date_gmt":"2018-08-23T16:04:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69837"},"modified":"2018-08-23T18:04:43","modified_gmt":"2018-08-23T16:04:43","slug":"iii-r-35-15-verfassungskonformitaet-gewerbesteuerrechtlicher-hinzurechnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-35-15-verfassungskonformitaet-gewerbesteuerrechtlicher-hinzurechnungen\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;35\/15 &#8211; Verfassungskonformit&auml;t gewerbesteuerrechtlicher Hinzurechnungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.6.2018, III R 35\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.140618.IIIR35.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungskonformit&auml;t gewerbesteuerrechtlicher Hinzurechnungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die der H&ouml;he nach unterschiedliche gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens und von Aufwendungen f&uuml;r die zeitlich befristete &Uuml;berlassung von Rechten nach &sect; 8 Nr. 1 Buchst. d, e und f GewStG muss nicht einem strikten Folgerichtigkeitsgebot gen&uuml;gen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Fiktion eines in Miet-\/Pachtzinsen und in Aufwendungen f&uuml;r Rechte&uuml;berlassung enthaltenen Finanzierungsanteils zwingt den Gesetzgeber nicht dazu, die entsprechenden Hinzurechnungstatbest&auml;nde an einem typischen, realit&auml;tsgerechten Zinsniveau auszurichten.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 19. M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;13 K 2768\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt Hotels. Die Hotelgrundst&uuml;cke geh&ouml;ren nicht ihr selbst, sie sind angemietet. Die Kl&auml;gerin erwirtschaftete im Jahr 2008 (Streitjahr) einen handelsrechtlichen Verlust von 8.829.468&nbsp;EUR, der einem nach &sect;&nbsp;7 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) anzusetzenden Verlust von 3.400.149&nbsp;EUR entspricht. Ihr entstanden Aufwendungen f&uuml;r Schuldzinsen (14.994&nbsp;EUR), f&uuml;r Miet-\/Pachtzinsen f&uuml;r bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter (10.066.675&nbsp;EUR bzw. 59.011.743&nbsp;EUR) und f&uuml;r Lizenzgeb&uuml;hren (459.238&nbsp;EUR). Die Aufwendungen f&uuml;hrten zu gewerbesteuerrechtlichen Hinzurechnungen nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a, d, e und f GewStG, die sich auf 3.748&nbsp;EUR (Schuldentgelte), 503.334&nbsp;EUR (Miet-\/Pachtzinsen f&uuml;r bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter), 9.589.407&nbsp;EUR (Miet-\/Pachtzinsen f&uuml;r unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter) und 28.702&nbsp;EUR (Lizenzen etc.) beliefen. Nach Abzug des Freibetrages von 100.000&nbsp;EUR ergab sich eine Summe der Hinzurechnungen von 10.100.191&nbsp;EUR, die der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in dieser H&ouml;he ber&uuml;cksichtigte. Aufgrund eines Verlustabzugs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10a GewStG ergab sich ein (abgerundeter) Gewerbeertrag von 2.280.000&nbsp;EUR und ein Messbetrag von 79.800&nbsp;EUR, den das FA durch einen ge&auml;nderten Gewerbesteuermessbescheid vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2013 festsetzte. Au&szlig;erdem erlie&szlig; es unter dem gleichen Datum einen ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes zum 31.&nbsp;Dezember 2008. Die Kl&auml;gerin wandte sich mit Einspruch ohne Erfolg gegen den Mess- und den Feststellungsbescheid. Sie machte verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Hinzurechnungen geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die anschlie&szlig;end erhobene Klage ab. Es f&uuml;hrte in dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1384 ver&ouml;ffentlichten Urteil aus, es bestehe kein Anlass, wegen der Frage der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Hinzurechnungsvorschriften das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) anzurufen oder das Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bis zur Entscheidung des BVerfG &uuml;ber den Vorlagebeschluss des FG Hamburg vom 29.&nbsp;Februar 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;138\/10 (EFG 2012, 960) auszusetzen, da das BVerfG in seiner bisherigen Rechtsprechung die gewerbesteuerrechtlichen Hinzurechnungen als verfassungskonform angesehen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision. Sie ist der Ansicht, dass die im Streitfall einschl&auml;gigen Hinzurechnungsvorschriften gegen das Grundgesetz (GG) versto&szlig;en. Ab dem Jahr 2008 habe sich die Gewerbesteuer &uuml;berwiegend zu einer Ertragsteuer entwickelt. Die Abzugsverbote des &sect;&nbsp;8 GewStG seien nicht mehr folgerichtig, sondern widerspr&uuml;chlich und damit verfassungswidrig. Der Gesetzgeber d&uuml;rfe nicht willk&uuml;rlich Elemente einer Ertragsteuer mit Elementen einer Objektsteuer verbinden. Rein fiskalische Interessen k&ouml;nnten eine gleichheitswidrige Behandlung nicht rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liege ein Versto&szlig; gegen den Gleichheitssatz nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG vor. Ein P&auml;chter von Grundbesitz werde durch &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e GewStG schlechter gestellt als ein Eigent&uuml;mer, obwohl der Gesetzgeber P&auml;chtern und Eigent&uuml;mern die gleiche Ertragskraft unterstelle. Dar&uuml;ber hinaus habe der Gesetzgeber das Gebot der Folgerichtigkeit nicht beachtet. Grundbesitz werde beim Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mer nicht der Gewerbesteuer unterworfen, da er Gegenstand der Grundsteuer sei. Jedoch habe sich der Gesetzgeber ohne sachlichen Grund beim Grundst&uuml;cksp&auml;chter f&uuml;r die Hinzurechnung von Pachtzinsen entschieden. Der Eigent&uuml;mer k&ouml;nne nach wie vor den pauschalierten Mietwert abziehen, w&auml;hrend es beim P&auml;chter zur Hinzurechnung komme. Eine weitere Ungleichbehandlung ergebe sich daraus, dass die Hinzurechnung auch die auf den Mieter oder P&auml;chter umgelegte Grundsteuer erfasse, w&auml;hrend der Eigent&uuml;mer die Grundsteuer abziehen k&ouml;nne. Die fr&uuml;here Rechtslage, wonach der Eigent&uuml;mer und der P&auml;chter von Grundbesitz f&uuml;r betrieblich genutzte Grundst&uuml;cke pauschal von der Gewerbesteuer befreit gewesen seien, sei folgerichtig gewesen. Dies sei seit 2008 nicht mehr der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch werde Sachkapital im Vergleich zur &Uuml;berlassung von Geldkapital ungleich behandelt. Durch die Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen sollte erreicht werden, dass die Entgelte f&uuml;r Fremdkapital und vergleichbarer Aufwand als Ertrag des den Besteuerungsgegenstand bildenden Unternehmens erfasst w&uuml;rden. Der Fall, in dem ein Hotelbetreiber eine Immobilie mit Fremdkapital errichte und darin ein Hotel betreibe, solle dem Fall gleich gesetzt werden, in dem ein Hotelinhaber eine Immobilie von einem fremden Dritten miete. In beiden F&auml;llen bediene sich ein Hotelbetreiber fremden Kapitals. Es liege insoweit eine Ungleichbehandlung vor, da bei Zinsen nur der tats&auml;chliche Finanzierungsanteil hinzugerechnet werde, bei Mieten und Pachten dagegen ein pauschaler Prozentsatz. Das Gesetz bilde den typischen Finanzierungsanteil nicht realit&auml;tsgerecht ab. Die Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen betrage ein Vielfaches der Hinzurechnung von Schuldzinsen. Die Ungleichbehandlung sei auch nicht aufgrund einer Typisierung gerechtfertigt. Bei beweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern habe der Gesetzgeber den Finanzierungsanteil auf 20&nbsp;% festgelegt, ohne dies zu begr&uuml;nden. Jedoch m&uuml;sse sich auch eine gesetzliche Sch&auml;tzung in einem realistischen Rahmen halten. Bei Immobilien habe der Gesetzgeber den Finanzierungsanteil zun&auml;chst auf 75&nbsp;% und in einem zweiten Anlauf auf 65&nbsp;% gesch&auml;tzt, ohne die Berechnungsgrundlagen offenzulegen. Auch h&auml;tte es ein milderes und geeigneteres Mittel gegeben, da durch einen Verweis auf einen bestimmten Referenzzinssatz daf&uuml;r h&auml;tte gesorgt werden k&ouml;nnen, dass der Gewerbeertrag hinsichtlich der Hinzurechnungen f&uuml;r Miet- und Pachtzinsen nur mit dem tats&auml;chlichen und markt&uuml;blichen Zinsanteil erh&ouml;ht wird. Die nicht realit&auml;tsgerechte Typisierung betreffe eine gro&szlig;e Zahl von Steuerpflichtigen, so dass auch der Gesichtspunkt &quot;Massenverfahren&quot; keine Rechtfertigung sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch dann, wenn man die Gewerbesteuer weiterhin als Objektsteuer betrachten wollte, werde der Grundsatz der Folgerichtigkeit und der Widerspruchsfreiheit nicht gewahrt. So w&uuml;rden Betriebe, die ertragsteuerlich unterschiedlich hohe Verluste erzielten, gewerbesteuerrechtlich aufgrund der Hinzurechnungen unterschiedlich behandelt, obwohl die wirtschaftliche Ertragskraft in beiden F&auml;llen gleicherma&szlig;en negativ sei. Im Streitfall habe sich die Situation dadurch versch&auml;rft, dass wegen der Mindestbesteuerung nach &sect;&nbsp;10a GewStG der Verlustvortrag nur zum Teil habe genutzt werden k&ouml;nnen. Das BVerfG habe in seinem Beschluss vom 15.&nbsp;Februar 2016&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;8\/12 (BStBl II 2016, 557) ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen, dass die jeweiligen Hinzurechnungsvorschriften als Differenzierungen innerhalb des Steuergegenstandes anzusehen seien. Bei der Ausgestaltung des steuerrechtlichen Ausgangstatbestands m&uuml;sse die einmal getroffene Belastungsentscheidung folgerichtig im Sinne der Belastungsgleichheit umgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Hinzurechnung von Lizenzgeb&uuml;hren nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f GewStG versch&auml;rfe die Verletzung des objektiven Nettoprinzips. Auch vor dem Hintergrund des aus dem &Auml;quivalenzprinzip abgeleiteten Objektsteuerprinzips sei die Vorschrift nicht zu rechtfertigen, denn es sei fraglich, ob sich der Gesetzgeber realit&auml;tsgerecht am typischen Fall orientiert habe. Es sei bereits unklar, ob in den von &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f GewStG betroffenen Aufwendungen &uuml;berhaupt ein Finanzierungsanteil enthalten sei. Inkonsequent sei die zus&auml;tzliche Beschr&auml;nkung der Hinzurechnung auf 25&nbsp;% der in der Vorschrift genannten Betr&auml;ge und der Freibetrag von 100.000&nbsp;EUR. Auch das Fehlen einer korrespondierenden K&uuml;rzungsvorschrift sei nicht mit dem Objektsteuerprinzip zu vereinbaren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen f&uuml;hre auch zu einem Eingriff in die Berufsfreiheit nach Art.&nbsp;12 GG, da die freiheitsrechtlich garantierte Entscheidung dar&uuml;ber, ob der Hotelbetrieb mit eigenen oder mit gepachteten Immobilien betrieben werde, tangiert werde. Auch greife die Hinzurechnungsbesteuerung in erheblichem Ma&szlig;e in die Eigentumsgarantie nach Art.&nbsp;14 GG ein, da sie zu einer Substanzbesteuerung f&uuml;hre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich sei auch ein Versto&szlig; gegen das R&uuml;ckwirkungsverbot zu r&uuml;gen. Bereits zu Beginn des Jahres 2007 habe sie, die Kl&auml;gerin, langfristige Pachtvertr&auml;ge als Grundlage ihrer Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit abgeschlossen. Die Unternehmensstruktur sei unter Geltung eines anderen GewStG konzipiert worden. Die Vorschrift des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e GewStG sei durch das Unternehmensteuerreformgesetz (UntStRefG 2008) vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912) in das GewStG mit erstmaliger Anwendung ab dem Erhebungszeitraum 2008 eingef&uuml;hrt worden. Zu diesem Zeitpunkt habe sie, die Kl&auml;gerin, damit begonnen, ihr Gesch&auml;ftsmodell umzusetzen. Aufgrund der seit 2008 geltenden Rechtslage w&uuml;rden nunmehr auch Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r Grundbesitz erfasst. Der Steuerpflichtige d&uuml;rfe eine gewisse Kontinuit&auml;t erwarten und habe Anspruch auf einen schonenden &Uuml;bergang vom alten zum neuen Recht. In der Vergangenheit get&auml;tigte Dispositionen seien schutzw&uuml;rdig, wenn im Rahmen einer Gesamtabw&auml;gung das Gewicht des gesch&uuml;tzten Vertrauens gegen&uuml;ber dem Gewicht und der Dringlichkeit der Rechts&auml;nderung &uuml;berwiege. Durch die Einf&uuml;hrung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter sei die bis zu diesem Zeitpunkt getroffene Disposition ihrer &ouml;konomischen Sinnhaftigkeit beraubt worden. Im Streitfall zeige sich dies daran, dass trotz eines handels- und k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Verlustes in Millionenh&ouml;he sich ein positiver Gewerbeertrag vor Verlustabzug von &uuml;ber f&uuml;nf Mio.&nbsp;EUR ergeben habe. Es mache dabei keinen Unterschied, ob die Belastung auf einen abgeschlossenen oder auf einen noch in der Entwicklung stehenden, aber unab&auml;nderlichen Sachverhalt einwirke. Durch die Hinzurechnungen seien die Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse so grundlegend beeintr&auml;chtigt worden, dass dies einem Zugriff auf den Gewerbebetrieb gleichkomme. Der Kl&auml;gerin bleibe der Kernbestand des Erfolges der eigenen Bet&auml;tigung nicht erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens hat das FA unter dem 23.&nbsp;November 2016 einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Gewerbesteuermessbescheid 2008 erlassen und darin die Festsetzung erstmals auch hinsichtlich der Verfassungskonformit&auml;t des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f GewStG f&uuml;r vorl&auml;ufig erkl&auml;rt (&sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 AO), nachdem es im vorhergehenden Bescheid bereits die Vorl&auml;ufigkeit hinsichtlich der Hinzurechnungen nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a, d und e GewStG ausgesprochen hatte. Die Besteuerungsgrundlagen blieben unver&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und den Gewerbesteuermessbescheid 2008 vom 23.&nbsp;November 2016 dahin abzu&auml;ndern, dass die Hinzurechnungen von 503.334&nbsp;EUR (&sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d GewStG), 9.589.407&nbsp;EUR (&sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e GewStG) und 28.702&nbsp;EUR (&sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f GewStG) unterbleiben und der Gewerbesteuermessbetrag auf 0&nbsp;EUR festgesetzt wird, sowie den Bescheid &uuml;ber die Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2013 so abzu&auml;ndern, dass der Verlust mit dem Betrag festgestellt wird, der sich ohne die Hinzurechnungen ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin regt an, zun&auml;chst das Verfahren nach &sect;&nbsp;74 FGO auszusetzen und gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GG eine Entscheidung des BVerfG dar&uuml;ber einzuholen, ob die Hinzurechnungen nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d, e und f GewStG verfassungskonform sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist der Ansicht, dass die Hinzurechnungsvorschriften verfassungskonform sind. Das objektive Nettoprinzip komme bei der Gewerbesteuer gerade nicht zur Anwendung. Die Hinzurechnungen dienten vielmehr dem Objektsteuerprinzip. Auch h&auml;tten die durch das UntStRefG 2008 bewirkten Gesetzes&auml;nderungen nicht zu einer verfassungsrechtlich unzul&auml;ssigen R&uuml;ckwirkung gef&uuml;hrt, weil sie noch im Jahr 2007 beschlossen worden und erst im Jahr 2008 zur Anwendung gekommen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das angefochtene Urteil ist wegen des w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ergangenen ge&auml;nderten Gewerbesteuermessbescheids 2008 vom 23.&nbsp;November 2016 bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden hinsichtlich der Klage gegen den Messbescheid aufzuheben, da dem FG-Urteil insoweit ein nicht mehr existierender Bescheid zugrunde liegt. Der Senat entscheidet &uuml;ber die Klage gegen den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO zum Gegenstand des Revisionsverfahrens gewordenen Bescheid vom 23.&nbsp;November 2016. Einer Zur&uuml;ckverweisung nach &sect;&nbsp;127 FGO bedarf es nicht, da sich der Streitstoff nicht ver&auml;ndert hat (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Februar 2011 II&nbsp;R&nbsp;48\/08, BFHE 233, 190, BStBl II 2012, 295, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Obwohl der &Auml;nderungsbescheid einen Vorl&auml;ufigkeitsvermerk hinsichtlich der Verfassungskonformit&auml;t der Hinzurechnungsvorschriften enth&auml;lt, fehlt es f&uuml;r die Klage nicht am Rechtsschutzbed&uuml;rfnis. Dies w&auml;re allenfalls dann anzunehmen, wenn beim BVerfG ein Musterverfahren anh&auml;ngig gemacht worden w&auml;re, in dem es um die Verfassungskonformit&auml;t der Hinzurechnungsvorschriften geht, die im Streitfall von Bedeutung sind (s. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;November 1993 X&nbsp;B&nbsp;83\/93, BFHE 172, 197, BStBl II 1994, 119; Gr&auml;ber\/Herbert, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., Vor &sect;&nbsp;33, Rz&nbsp;20, m.w.N.). Dies ist jedoch nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Der angefochtene Gewerbesteuermessbescheid 2008 und der Verlustfeststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember 2008 sind rechtm&auml;&szlig;ig und verletzten die Kl&auml;gerin nicht in ihren Rechten (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Die vom FA vorgenommenen Hinzurechnungen nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a, d, e und f GewStG sind rechtm&auml;&szlig;ig. Nach der &Uuml;berzeugung des Senats stehen die Hinzurechnungsvorschriften nicht in Widerspruch zur Verfassung. Er sieht keinen Anlass f&uuml;r eine Richtervorlage nach Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Hinzurechnung eines Teils der Entgelte f&uuml;r Schulden, der Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens sowie der Aufwendungen f&uuml;r die zeitlich befristete &Uuml;berlassung von Rechten nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a, d, e und f GewStG ist durch den Objektsteuercharakter des GewStG bedingt. Dieser besagt, dass die Steuer an das Objekt &quot;Gewerbebetrieb&quot; ankn&uuml;pft, losgel&ouml;st von den Beziehungen zu einem bestimmten Rechtstr&auml;ger. Nach dem urspr&uuml;nglichen Konzept soll die objektive Ertragskraft des Betriebs abgebildet werden (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 13.&nbsp;Mai 1969&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;25\/65, BVerfGE 26, 1, 10; vom 21.&nbsp;Juni 2006&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;2\/99, BVerfGE 116, 164, 186; vom 15.&nbsp;Januar 2008&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, BVerfGE 120, 1, 27, und in BStBl II 2016, 557, Rz&nbsp;33; G&uuml;roff in Glanegger\/G&uuml;roff, GewStG, 9.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;14). Damit geht eine Verobjektivierung des nach den Vorschriften des Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuergesetzes zu ermittelnden Gewinns (&sect;&nbsp;7 GewStG) einher (BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Oktober 2012 I&nbsp;B&nbsp;128\/12, BFHE 238, 452, BStBl II 2013, 30, Rz&nbsp;10). Der Ertrag des im Betrieb arbeitenden Kapitals soll in vollem Umfang der Besteuerung nach dem Gewerbeertrag unterworfen werden, ohne R&uuml;cksicht darauf, ob die Kapitalausstattung des Betriebs mit Eigen- oder Fremdkapital finanziert wurde (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juni 2013 IV&nbsp;R&nbsp;28\/10, BFH\/NV 2013, 1810, Rz&nbsp;31). Ausdruck dieser Verobjektivierung sind die in den &sect;&sect;&nbsp;8 und 9 GewStG vorgesehenen Hinzurechnungen und K&uuml;rzungen, die dem Objektsteuercharakter immanent sind und sich vom subjektiven Leistungsgedanken abheben (BVerfG-Beschluss in BStBl II 2016, 557, Rz&nbsp;35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die gegen die Gewerbesteuer als solche und insbesondere gegen die Hinzurechnungen vorgebrachten verfassungsrechtlichen Bedenken sind in erster Linie gleichheitsrechtlicher Natur.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem vom BVerfG zu Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG entwickelten Ma&szlig;stab zur Verfassungskonformit&auml;t von Steuergesetzen steht dem Gesetzgeber bei der Auswahl eines Steuergegenstandes sowie bei der Bestimmung des Steuersatzes ein weitreichender Entscheidungsspielraum zu (BVerfG-Beschluss in BStBl II 2016, 557, Rz&nbsp;25, m.w.N.; BVerfG-Urteil vom 10.&nbsp;April 2018&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1236\/11, BStBl II 2018, 303, Rz&nbsp;105). Danach wird der Gleichheitssatz bereits dann nicht verletzt, wenn der Gesetzgeber einen Sachgrund f&uuml;r die Wahl des Steuergegenstandes vorbringen kann, die Ber&uuml;cksichtigung sachwidriger, willk&uuml;rlicher Erw&auml;gung ausgeschlossen ist und die konkrete Belastungsentscheidung f&uuml;r ein Steuerobjekt nicht mit anderen Verfassungsnormen in Konflikt ger&auml;t. Die mit der Wahl des Steuergegenstandes einmal getroffene Belastungsentscheidung hat der Gesetzgeber allerdings unter dem Gebot einer m&ouml;glichst gleichm&auml;&szlig;igen Belastung aller Steuerpflichtigen bei der Ausgestaltung des steuerrechtlichen Ausgangstatbestands folgerichtig umzusetzen (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 120, 29). Ausnahmen von einer solchen folgerichtigen Umsetzung bed&uuml;rfen eines besonderen sachlichen Grundes. Dem Gesetzgeber ist es erlaubt, Sachverhalte, an die er dieselben steuerrechtlichen Folgen kn&uuml;pft, zu typisieren und dabei in weitem Umfang die Besonderheiten des einzelnen Falls zu vernachl&auml;ssigen. Die wirtschaftlich ungleiche Wirkung auf Steuerzahler darf allerdings ein gewisses Ma&szlig; nicht &uuml;bersteigen. Au&szlig;erdem darf der Gesetzgeber f&uuml;r eine gesetzliche Typisierung keinen atypischen Fall als Leitbild w&auml;hlen, vielmehr muss er sich realit&auml;tsgerecht am typischen Fall orientieren (BVerfG-Beschluss in BStBl II 2016, 557, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das BVerfG sieht die Gewerbesteuer in seiner Rechtsprechung mit ihrer Verankerung in Art.&nbsp;106 Abs.&nbsp;6 GG sowie Art.&nbsp;28 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;2 GG und ihrer Grundstruktur und herk&ouml;mmlichen Ausgestaltung als verfassungsrechtlich gerechtfertigt an (BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 120, 1, 26, und in BStBl II 2016, 557, Rz&nbsp;27). Sie ist eine vornehmlich auf den Ertrag des Gewerbebetriebs gerichtete Objektsteuer. Die damit einhergehenden Korrekturen des Gewinns, der sich nach den Grunds&auml;tzen des Einkommen- oder K&ouml;rperschaftsteuerrechts ergibt (&sect;&nbsp;7 GewStG), um Hinzurechnungen und K&uuml;rzungen, sind nach derzeitiger Rechtslage die Konsequenz des Objektsteuercharakters. Fr&uuml;here Komponenten wie Lohnsumme und Gewerbekapital sind ab den Erhebungszeitr&auml;umen 1980 und 1998 weggefallen. Durch die genannten Gewinnkorrekturen ergeben sich naturgem&auml;&szlig; Abweichungen von dem nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes (EStG) und des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes ermittelten Gewinn und damit auch Abweichungen vom subjektiven Leistungsf&auml;higkeitsgedanken (BVerfG-Beschluss in BStBl II 2016, 557&#8218; Rz&nbsp;35). Die von den Hinzurechnungsvorschriften ausgehenden Belastungen sind von der verfassungsrechtlichen Legitimit&auml;t der Gewerbesteuer erfasst und im Grundsatz hinzunehmen. Das objektive Nettoprinzip des Einkommensteuerrechts bildet nicht den Ma&szlig;stab f&uuml;r die Pr&uuml;fung der Hinzurechnungsvorschriften (BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Juni 2014 I&nbsp;R&nbsp;70\/12, BFHE 246, 67, BStBl II 2015, 289, Rz&nbsp;18). Der Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit tritt insoweit zur&uuml;ck (a.A. Hey, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2009, Beihefter zu Heft 34, 109; Gosch, Deutsche Steuer-Zeitung 1998, 327). Die Besonderheiten der Gewerbesteuer als Objektsteuer k&ouml;nnen dazu f&uuml;hren, dass ertraglose Betriebe belastet werden, indem etwa &#8211;so im Streitfall&#8211; Gewerbesteuer allein durch Hinzurechnungen ausgel&ouml;st wird, oder negative und positive Ergebnisse aus mehreren Betrieben eines Steuerpflichtigen gewerbesteuerrechtlich nicht saldiert werden k&ouml;nnen und deshalb f&uuml;r einzelne Betriebe Gewerbesteuer zu zahlen ist, obwohl das saldierte Ergebnis aus allen Betrieben negativ ist (s. Senatsurteil vom 23.&nbsp;Februar 2017 III&nbsp;R&nbsp;35\/14, BFHE 257, 20, BStBl II 2017, 757). Auch eine m&ouml;gliche Substanzbesteuerung liegt in der Natur einer ertragsorientierten Objektsteuer. Diese Belastungen sind hinzunehmen und versto&szlig;en nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG, ebenso wenig gegen Art.&nbsp;12 und 14 GG (BFH-Urteil in BFHE 246, 67, BStBl II 2015, 289, Rz&nbsp;21; a.A. Bl&uuml;mich\/Dr&uuml;en, &sect;&nbsp;1 GewStG, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Rechtsansicht der Kl&auml;gerin kann ein Gleichheitsversto&szlig; nicht daraus abgeleitet werden, dass die Kl&auml;gerin, die mit gemietetem Grundbesitz wirtschaftet, wegen der Hinzurechnungsvorschriften einer h&ouml;heren Gewerbesteuerbelastung unterliegt als ein vergleichbarer Gewerbetreibender, der mit eigenem Sachkapital arbeitet. Nach dem urspr&uuml;nglichen Konzept der Gewerbesteuer sollten die Hinzurechnungsvorschriften eine gewerbesteuerrechtliche Gleichstellung von Betrieben bewirken, die mit gemieteten\/gepachteten beweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens arbeiten, mit solchen Betrieben, die eigene Wirtschaftsg&uuml;ter nutzen (s. Gesetzesbegr&uuml;ndung zum GewStG vom 1.&nbsp;Dezember 1936, RStBl 1937, 693, 696; &auml;hnlich BFH-Urteil vom 29.&nbsp;November 1972 I&nbsp;R&nbsp;178\/70, BFHE 107, 468, BStBl II 1973, 148). Die Gleichheitsvorstellungen des damaligen Gesetzgebers brauchen allerdings nicht in der Weise &quot;folgerichtig&quot; ausgestaltet zu sein, dass sie in allen denkbaren Sachverhaltskonstellationen vergleichbare Betriebe in gleicher H&ouml;he mit Gewerbesteuer belasten, unabh&auml;ngig davon, ob sie mit eigenem oder fremdem Sachkapital wirtschaften (krit. H&uuml;bner, Finanz-Rundschau 2015, 341). Dies ist schon daraus zu ersehen, dass ein Gewerbebetreibender, der mit seinem Betrieb Verluste erzielt, als Mieter\/P&auml;chter von Grundbesitz u.U. Gewerbesteuer zu zahlen hat, w&auml;hrend ein mit Verlusten arbeitender Eigent&uuml;merbetrieb nicht durch Gewerbesteuer belastet ist. Die von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrten Beispiele f&uuml;r eine unterschiedliche gewerbesteuerliche Besteuerung von Betrieben, die mit eigenem oder mit gemietetem\/gepachtetem Grundbesitz arbeiten, k&ouml;nnen deshalb den Senat nicht zu der &Uuml;berzeugung verhelfen, dass die Hinzurechnungsvorschrift des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e GewStG verfassungswidrig sei (a.A. Petrak\/ Karrenbrock, DStR 2016, 1790).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Entscheidung des Gesetzgebers, nur Gewerbetreibende i.S. von &sect;&nbsp;15 EStG mit Gewerbesteuer zu belasten und Steuerpflichtige, die Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;18 EStG) oder aus Land- und Forstwirtschaft (&sect;&nbsp;13 EStG) beziehen, zu verschonen, betrifft den Steuergegenstand, bei dem der Gesetzgeber einen weiten Gestaltungs- und Einsch&auml;tzungsspielraum hat. Das BVerfG unterzog demzufolge die Beschr&auml;nkung der Steuerpflicht auf Gewerbetreibende in dem Beschluss in BVerfGE 120, 1 nur einer Willk&uuml;rpr&uuml;fung. Dagegen neigt das BVerfG dazu, die Hinzurechnungs- und K&uuml;rzungsvorschriften nach &sect;&sect;&nbsp;8 und 9 GewStG als Bestimmungen des Umfangs des Steuergegenstandes zu behandeln. Es sei naheliegend, von Differenzierungen innerhalb des Steuergegenstandes auszugehen, was eine engere Bindung des Gesetzgebers an sachliche Erw&auml;gungen, insbesondere solche der Folgerichtigkeit und Belastungsgleichheit, vorstellbar erscheinen lasse (BVerfG-Beschluss in BStBl II 2016, 557, Rz&nbsp;26; anders noch BVerfG-Beschluss vom 29.&nbsp;August 1974&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;67\/73, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1974, 498: Zurechnung eines pauschalen Satzes der Miet- oder Pachtzinsen nicht willk&uuml;rlich).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Aber auch dann, wenn der Gesetzgeber bei der gesetzlichen Konkretisierung der Hinzurechnungs- und K&uuml;rzungsvorschriften nur einen eingeschr&auml;nkten Gestaltungsspielraum haben sollte, unterliegt seine Entscheidung nicht einer strengen Folgerichtigkeitskontrolle, wie sie das BVerfG z.B. im Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/07, 2\/07, 1\/08, 2\/08 (BVerfGE 122, 210) zur sog. Pendlerpauschale angestellt hat. Vielmehr gen&uuml;gt es, wenn sich die Hinzurechnungsvorschriften folgerichtig in das Konzept einer ertragsorientierten Objektsteuer einf&uuml;gen lassen (s. BVerfG-Beschluss in BStBl II 2016, 557, Rz&nbsp;33, unter Hinweis auf den BFH-Beschluss in BFHE 238, 452, BStBl II 2013, 30; ebenso BFH-Urteile in BFHE 246, 67, BStBl II 2015, 289, Rz&nbsp;18&nbsp;ff.; vom 8.&nbsp;Dezember 2016 IV&nbsp;R&nbsp;55\/10, BFHE 256, 519, BStBl II 2017, 722). Auch wenn der Gesetzgeber mit dem UntStRefG 2008 die Hinzurechnungstatbest&auml;nde f&uuml;r die Geld- und Kapital&uuml;berlassung zusammenfassen und vereinheitlichen wollte (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;79), muss die der H&ouml;he nach unterschiedliche Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens oder f&uuml;r die zeitlich befristete &Uuml;berlassung von Rechten nicht einem strikten Folgerichtigkeitsma&szlig;stab gen&uuml;gen. Auch sind hinsichtlich der H&ouml;he der Hinzurechnungen die strengen Vorgaben des BVerfG zu gesetzlichen Typisierungen nicht einschl&auml;gig. Der Gesetzgeber begr&uuml;ndete die Hinzurechnung (nur) eines Teils von Miet- und Pachtzinsen damit, dass lediglich der darin enthaltene Finanzierungsanteil erfasst werden solle (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;80). Im Gesetzeswortlaut hat dieses Motiv allerdings keinen Niederschlag gefunden. Der Gesetzgeber war im &Uuml;brigen der Ansicht, dass bereits bei der h&auml;lftigen Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;7 GewStG in der bis einschlie&szlig;lich 2007 geltenden Fassung ein pauschaler Finanzierungsanteil herauszurechnen gewesen sei (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;80). Es handelt sich somit nicht um eine grundlegende gesetzgeberische Neukonzeption. Die Fiktion eines Finanzierungsanteils, der in Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter und auch in Lizenzgeb&uuml;hren enthalten sei, zwingt den Gesetzgeber nicht dazu, die entsprechenden Hinzurechnungstatbest&auml;nde an einem typischen, realit&auml;tsgerechten Zinsniveau auszurichten. Aus diesem Grund konnte er den urspr&uuml;nglich f&uuml;r unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter vorgesehenen Finanzierungsanteil von 75&nbsp;% ohne weitere Begr&uuml;ndung durch das Jahressteuergesetz 2008 vom 20.&nbsp;Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150) auf 65&nbsp;% herabsetzen, ohne das Gebot der realit&auml;tsgerechten Typisierung zu verletzen (a.A. Sarrazin in Lenski\/ Steinberg, Gewerbesteuergesetz, &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e, Rz&nbsp;5d). Auch war nicht zu hinterfragen, ob m&ouml;glicherweise erst die Herabsetzung zu einem realit&auml;tsgerechten Finanzierungsanteil f&uuml;hrte. Entsprechendes gilt f&uuml;r die weitere Herabsetzung auf 50&nbsp;% durch das Gesetz zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums vom 22.&nbsp;Dezember 2009 (BGBl I 2009, 3950) mit Wirkung ab Erhebungszeitraum 2010. Der Gesetzgeber war zu einer groben Sch&auml;tzung des Finanzierungsanteils berechtigt; eine willk&uuml;rliche Festsetzung ist in der gesetzlichen Festlegung nicht zu sehen (BFH-Urteil in BFHE 246, 67, BStBl II 2015, 289, Rz&nbsp;27; a.A. Malzkorn\/Rossa, Der Betrieb 2012, 1169).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber war auch nicht gehalten, die differierenden Finanzierungsanteile bei der Vermietung und Verpachtung von beweglichen und unbeweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens (&sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d und e GewStG) und auch bei der Rechte&uuml;berlassung (&sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f GewStG) so auszugestalten und aufeinander abzustimmen, dass bei einer Gegen&uuml;berstellung der einzelnen Hinzurechnungstatbest&auml;nde von realit&auml;tsgerechten Zinsanteilen gesprochen werden kann. Ebenso wenig brauchte er den jeweiligen Zinsanteil nach einem markt&uuml;blichen Zins auszurichten oder gar von ihm abh&auml;ngig zu machen (s. BFH-Beschluss in BFHE 238, 452, BStBl II 2013, 30, Rz&nbsp;12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Die H&ouml;he der Hinzurechnungen von Miet- und Pachtzinsen hatte das FG Hamburg in seiner Vorlage zum BVerfG in EFG 2012, 960, 968 thematisiert. Es hatte in seinem ausf&uuml;hrlich begr&uuml;ndeten Beschluss seine Auffassung dargelegt, wonach die vom Gesetzgeber vorgenommene Typisierung der Finanzierungsanteile gleichheitswidrig sei. Das BVerfG ist darauf in seinem Beschluss in BStBl II 2016, 557 nicht eingegangen (s. hierzu Fu, DStR 2016, 867). Der Senat versteht dies dahingehend, dass das BVerfG in der vom Gesetzgeber gew&auml;hlten H&ouml;he der Hinzurechnungen und im Verh&auml;ltnis der einzelnen Hinzurechnungsvorschriften zueinander kein verfassungsrechtliches Problem sieht und eine Richtervorlage nach Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GG wohl als unzul&auml;ssig verwerfen w&uuml;rde (s.a. Urteil des FG Hamburg vom 10.&nbsp;Februar 2017&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;96\/16, EFG 2017, 738, im Nachgang zum Beschluss des BVerfG in BStBl II 2016, 557).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auch die von der Kl&auml;gerin thematisierte R&uuml;ckwirkungsproblematik veranlasst den Senat nicht zu einer Vorlage an das BVerfG. Die Kl&auml;gerin wird nicht in ihrem verfassungsrechtlich durch Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1, Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG gesch&uuml;tzten Vertrauen verletzt, nicht mit Gesetzen belastet zu werden, die in unzul&auml;ssiger Weise R&uuml;ckwirkung entfalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin beanstandet, dass die durch das UntStRefG 2008 erstmalig eingef&uuml;hrte gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens ab dem Erhebungszeitraum 2008 ihr zuvor erstelltes Unternehmenskonzept, nur mit angemietetem Grundbesitz zu wirtschaften, r&uuml;ckwirkend entwertet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Allerdings war ein Vertrauen der Kl&auml;gerin darauf, dass die zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzepts geltende Rechtslage fortbestehen w&uuml;rde, nicht sch&uuml;tzenswert. Denn ein vollst&auml;ndiger Schutz zu Gunsten des Fortbestehens der bisherigen Rechtslage w&uuml;rde den dem Gemeinwohl verpflichteten Gesetzgeber in wichtigen Bereichen l&auml;hmen und den Konflikt zwischen der Verl&auml;sslichkeit der Rechtsordnung und der Notwendigkeit ihrer &Auml;nderung im Hinblick auf einen Wandel der Lebensverh&auml;ltnisse in nicht mehr vertretbarer Weise zu Lasten der Anpassungsf&auml;higkeit der Rechtsordnung l&ouml;sen (so BVerfG-Beschluss vom 5.&nbsp;Februar 2002&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;305\/93, 2&nbsp;BvR&nbsp;348\/93, BVerfGE 105, 17, 40; BVerfG-Urteil vom 27.&nbsp;September 2005&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1387\/02, BVerfGE 114, 258, 301, und BVerfG-Beschluss vom 10.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;6\/07, BVerfGE 132, 302, 324). Der verfassungsrechtliche Vertrauensschutz geht nicht so weit, vor jeder Entt&auml;uschung zu bewahren. Soweit nicht besondere Momente der Schutzw&uuml;rdigkeit hinzutreten, genie&szlig;t die allgemeine Erwartung, das geltende Recht werde zuk&uuml;nftig unver&auml;ndert fortbestehen, keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;Juli 1974&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;51\/69, 1&nbsp;BvR&nbsp;160\/69, 1&nbsp;BvR&nbsp;285\/69, 1&nbsp;BvL&nbsp;16\/72, 1&nbsp;BvL&nbsp;18\/72, 1&nbsp;BvL&nbsp;26\/72, BVerfGE 38, 61, 83; vom 31.&nbsp;Oktober 1984&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;35\/82, 1&nbsp;BvR&nbsp;356\/82, 1&nbsp;BvR&nbsp;794\/82, BVerfGE 68, 193, 222; in BVerfGE 105, 17, 40; vom 8.&nbsp;Dezember 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;758\/07, BVerfGE 125, 104, 135, und in BVerfGE 132, 302, 324; BVerfG-Urteil vom 10.&nbsp;April 2018&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1236\/11, BStBl II 2018, 303, Rz&nbsp;138).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die erstmalige Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e GewStG ab dem Erhebungszeitraum 2008 hatte zwar erhebliche Auswirkungen auf das Unternehmenskonzept der Kl&auml;gerin. Die Nichteinbeziehung von Miet-\/Pachtzinsen f&uuml;r unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter nach der bis einschlie&szlig;lich Erhebungszeitraum 2007 geltenden Rechtslage verschaffte der Kl&auml;gerin jedoch keine gefestigte, sch&uuml;tzenswerte Verm&ouml;gensposition (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/05, BVerfGE 127, 1, 21, und vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;748\/05, 2&nbsp;BvR&nbsp;753\/05, 2&nbsp;BvR&nbsp;1738\/05, BVerfGE 127, 61). Damit war auch nicht eine Abmilderung der sich aus der Neuregelung ergebenden Rechtsfolgen durch eine &Uuml;bergangsvorschrift geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.6.2018, III R 35\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.140618.IIIR35.15.0 Verfassungskonformit&auml;t gewerbesteuerrechtlicher Hinzurechnungen Leits&auml;tze 1. Die der H&ouml;he nach unterschiedliche gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen f&uuml;r bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens und von Aufwendungen f&uuml;r die zeitlich befristete &Uuml;berlassung von Rechten nach &sect; 8 Nr. 1 Buchst. d, e und f GewStG muss nicht einem strikten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-35-15-verfassungskonformitaet-gewerbesteuerrechtlicher-hinzurechnungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;35\/15 &#8211; Verfassungskonformit&auml;t gewerbesteuerrechtlicher Hinzurechnungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69837","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69837","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69837"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69837\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69837"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69837"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69837"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}