{"id":69888,"date":"2018-10-26T15:26:22","date_gmt":"2018-10-26T13:26:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69888"},"modified":"2018-10-26T15:26:22","modified_gmt":"2018-10-26T13:26:22","slug":"x-r-24-17-keine-anwendung-des-abzugsverbots-nach-par-4-abs-5-satz-1-nr-2-estg-af-bei-aufwendungen-eines-raststaettenbetreibers-fuer-die-bewirtung-von-busfahrern-als-gegenleistung-fuer-das-zufuehren-vo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-24-17-keine-anwendung-des-abzugsverbots-nach-par-4-abs-5-satz-1-nr-2-estg-af-bei-aufwendungen-eines-raststaettenbetreibers-fuer-die-bewirtung-von-busfahrern-als-gegenleistung-fuer-das-zufuehren-vo\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;24\/17 &#8211; Keine Anwendung des Abzugsverbots nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. bei Aufwendungen eines Rastst&auml;ttenbetreibers f&uuml;r die Bewirtung von Busfahrern als Gegenleistung f&uuml;r das Zuf&uuml;hren von potentiellen Kunden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, X R 24\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.XR24.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Anwendung des Abzugsverbots nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. bei Aufwendungen eines Rastst&auml;ttenbetreibers f&uuml;r die Bewirtung von Busfahrern als Gegenleistung f&uuml;r das Zuf&uuml;hren von potentiellen Kunden<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Das Abzugsverbot des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. gilt nicht, wenn und soweit die Bewirtung Gegenstand eines Austauschverh&auml;ltnisses im Sinne eines Leistungsaustausches ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Das Vorliegen eines Leistungsaustausches setzt nicht voraus, dass das Entgelt f&uuml;r die Bewirtung in Geld entrichtet wird. Die Gegenleistung kann u.a. auch in Form einer Werk-, Dienst-, oder Vermittlungsleistung erbracht werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Das Zuf&uuml;hren von potentiellen Kunden stellt eine die Anwendung von &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. ausschlie&szlig;ende Gegenleistung des Busfahrers f&uuml;r die Bewirtung durch den Rastst&auml;ttenbetreiber dar.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 24. April 2017&nbsp;&nbsp;2 K 11255\/15 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Gewerbesteuer wird unter Ab&auml;nderung des Gewerbesteuermessbescheids des Beklagten f&uuml;r 2003 vom 18. September 2014 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5. August 2015 auf den Betrag festgesetzt, der sich bei Minderung des Gewerbeertrags um 3.199 EUR ergibt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr 2003 gewerbliche Eink&uuml;nfte aus dem Betrieb mehrerer Autobahnrastst&auml;tten. Seinen Gewinn ermittelte er durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Busfahrer, die mit einem mit potentiellen Kunden gef&uuml;llten Bus bei den Rastst&auml;tten des Kl&auml;gers hielten, wurden von ihm bewirtet, ohne dass die Busfahrer hierf&uuml;r bezahlen mussten. Hierf&uuml;r fielen im Streitjahr Aufwendungen in H&ouml;he von 15.995&nbsp;EUR an, die nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;7 EStG aufgezeichnet wurden. Die kostenlose Verpflegung h&auml;tten die Busfahrer auch bei privaten Besuchen der Autobahnrastst&auml;tten des Kl&auml;gers in Anspruch nehmen k&ouml;nnen. Diese M&ouml;glichkeit wurde jedoch im Streitjahr nicht genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer im Unternehmen des Kl&auml;gers durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat der Pr&uuml;fer die Auffassung, dass die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Bewirtung der Busfahrer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG a.F.) um 3.199&nbsp;EUR (20&nbsp;%) zu k&uuml;rzen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &auml;nderte den Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r 2003 am 18.&nbsp;September 2014 entsprechend dem Ergebnis der Betriebspr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren wies das Finanzgericht (FG) die Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1157 ver&ouml;ffentlichtem Urteil ab. Die Aufwendungen des Kl&auml;gers stellten Bewirtungsaufwendungen i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. dar. Den Busfahrern seien Speisen und Getr&auml;nke zum sofortigen Verzehr &uuml;berlassen worden. Dies sei auch unentgeltlich erfolgt, denn die bewirteten Busfahrer h&auml;tten kein besonderes Entgelt f&uuml;r die Verpflegung geleistet. Auch wenn der Kl&auml;ger die Busfahrer mit der kostenlosen Bewirtung daf&uuml;r belohnt habe, seine Rastst&auml;tten mit potentiellen Kunden angefahren zu haben, k&ouml;nne umgekehrt diese &quot;Leistung&quot; der Busfahrer nicht als (synallagmatische) Gegenleistung oder Entgelt f&uuml;r die Verpflegung angesehen werden. Ein Leistungsaustausch liege nicht vor, da jedenfalls keine Verpflichtung der Busfahrer bestanden habe, die Rastst&auml;tten des Kl&auml;gers anzusteuern. Hinzu komme, dass die Busfahrer sogar dann kostenlos bewirtet worden w&auml;ren, wenn sie ohne Fahrg&auml;ste privat in der Rastst&auml;tte erschienen w&auml;ren. Die Ausnahmevorschrift des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. sei nicht einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts. Die Abgabe der Speisen an die Busfahrer sei als eine Art Vermittlungsprovision zu sehen. Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. seien hinsichtlich der Bewirtungsaufwendungen des Kl&auml;gers erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 2003 vom 18.&nbsp;September 2014 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;August 2015 dahingehend zu &auml;ndern, dass der Gewerbeertrag um 3.199&nbsp;EUR gemindert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Abgabe der Speisen an die Busfahrer sei nicht als Vermittlungsprovision anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Bewirtung der Busfahrer sind ungek&uuml;rzt zu ber&uuml;cksichtigen. Da deren H&ouml;he nicht im Streit steht, entscheidet der Senat in der Sache selbst (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Aufwendungen f&uuml;r die Bewirtung der Busfahrer sind weder nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz 1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. um 20&nbsp;% zu k&uuml;rzen (dazu unter 1.) noch nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;10 i.V.m. &sect;&nbsp;299 des Strafgesetzbuchs in der im Streitjahr geltenden Fassung (StGB&nbsp;a.F.) vom Abzug ausgeschlossen (dazu unter 2.). Die betriebliche Veranlassung dieser Aufwendungen nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 EStG steht zu Recht zwischen den Beteiligten nicht im Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG a.F. (i.V.m. &sect;&nbsp;7 Satz 1 des Gewerbesteuergesetzes) sind Aufwendungen f&uuml;r die Bewirtung von Personen aus gesch&auml;ftlichem Anlass nicht abzugsf&auml;hig, soweit sie 80&nbsp;% der Aufwendungen &uuml;bersteigen, die nach der allgemeinen Verkehrsauffassung als angemessen anzusehen und deren H&ouml;he und betriebliche Veranlassung nachgewiesen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &quot;Bewirtung&quot; im Sinne dieser Regelung ist jede Darreichung von Speisen, Getr&auml;nken oder sonstigen Genussmitteln zum sofortigen Verzehr (vgl. Senatsurteil vom 17.&nbsp;Juli 2013 X&nbsp;R&nbsp;37\/10, BFH\/NV 2014, 347, Rz&nbsp;22). Es kommt nicht darauf an, ob die Bek&ouml;stigung der bewirteten Person im Vordergrund steht oder die Bewirtung (aus der Sicht des Bewirtenden) auch bzw. in erster Linie der Werbung oder der Repr&auml;sentation dient (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 7.&nbsp;September 2011 I&nbsp;R&nbsp;12\/11, BFHE 235, 225, BStBl II 2012, 194, Rz&nbsp;9, und Senatsurteil in BFH\/NV 2014, 347, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Abzugsverbot des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. gilt nicht, wenn und soweit die Bewirtung Gegenstand eines Austauschverh&auml;ltnisses im Sinne eines Leistungsaustausches ist (Senatsurteil in BFH\/NV 2014, 347, Rz&nbsp;23; Stapperfend in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;4 EStG Rz&nbsp;1185). Bewirtungsaufwendungen, die im Leistungsaustausch verg&uuml;tet werden, geh&ouml;ren nicht zu den in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. gemeinten Aufwendungen, was etwa der Fall ist, wenn diese Bewirtungsaufwendungen in Teilnehmergeb&uuml;hren wie etwa Seminargeb&uuml;hren eingerechnet worden sind (Senatsurteil in BFH\/NV 2014, 347, Rz&nbsp;23; Nacke in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&sect;&nbsp;4, 5 Rz&nbsp;1684).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r die Frage, ob ein Leistungsaustausch vorliegt, ist auf die konkrete, d.h. jede einzelne Bewirtung abzustellen. Die Annahme eines Leistungsaustausches in diesem Sinne erfordert nicht zwingend, dass das Entgelt f&uuml;r die Bewirtung in Geld entrichtet wird. Die Gegenleistung kann vielmehr u.a. auch in Form einer Werk-, Dienst-, oder Vermittlungsleistung erbracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Hiernach liegen die Voraussetzungen f&uuml;r das Abzugsverbot des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz 1 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. im Streitfall nicht vor, da die Bewirtungsaufwendungen f&uuml;r die Busfahrer Gegenstand eines Leistungsaustausches sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Busfahrer haben die Speisen und Getr&auml;nke als Gegenleistung daf&uuml;r erhalten, dass sie die Rastst&auml;tten des Kl&auml;gers mit ihrem Bus angefahren und dem Kl&auml;ger damit eine Vielzahl von potentiellen Kunden zugef&uuml;hrt haben. Unsch&auml;dlich ist dabei, dass manche Busreisenden m&ouml;glicherweise die Rastst&auml;tten des Kl&auml;gers nicht betreten oder keine Speisen und Getr&auml;nke konsumiert haben. Der Kl&auml;ger hat die Busfahrer f&uuml;r die konkrete Leistung entlohnt, dass dieser die Busreisenden zu den Rastst&auml;tten des Kl&auml;gers gebracht und damit die Rahmenbedingungen daf&uuml;r geschaffen hat, dass viele der Reisenden Mahlzeiten in der Rastst&auml;tte des Kl&auml;gers zu sich nehmen. Es steht dem Leistungsaustausch nicht entgegen, dass die Busfahrer nicht verpflichtet waren, die Rastst&auml;tte des Kl&auml;gers anzufahren. In dem Zeitpunkt, in dem die Busfahrer sich bewirten haben lassen, nachdem sie mit ihrem Reisebus vor einer der Rastst&auml;tten des Kl&auml;gers geparkt haben, hatten sie ihre Leistung erbracht, so dass diese konkrete Bewirtung jedenfalls Gegenstand eines Leistungsaustausches war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dass die Busfahrer die Zuwendungen des Kl&auml;gers auch bei einem privaten Besuch erhalten h&auml;tten, schlie&szlig;t das Vorliegen eines Leistungsaustausches deshalb nicht aus. Der steuerlichen Beurteilung unterliegt der tats&auml;chlich verwirklichte, nicht ein fiktiver Sachverhalt, d.h. die im konkreten Einzelfall durchgef&uuml;hrte Bewirtung (s.o. unter II.1.c). Nach den Feststellungen des FG wurde die M&ouml;glichkeit, Bewirtungen in den Rastst&auml;tten des Kl&auml;gers bei rein privaten Anl&auml;ssen in Anspruch zu nehmen, von den Busfahrern im Streitjahr nicht genutzt. Damit wurde f&uuml;r die Bewirtungen stets eine Gegenleistung von den Busfahrern erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Auf die Frage, ob im Streitfall die Ausnahme vom Abzugsverbot gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. zur Anwendung kommen k&ouml;nnte, kommt es danach nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Minderung der Betriebsausgaben nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;10 EStG&nbsp;a.F. i.V.m. &sect;&nbsp;299 StGB&nbsp;a.F. scheidet aus, da die Zuwendungen an die Busfahrer nicht nach &sect;&nbsp;299 Abs.&nbsp;2 StGB&nbsp;a.F. strafbar waren. Der Tatbestand des &sect;&nbsp;299 Abs.&nbsp;2 StGB&nbsp;a.F. setzt u.a. voraus, dass der Bestechende auf den Angestellten oder Beauftragten eines gesch&auml;ftlichen Betriebes dahin einwirkt, dass dieser im Rahmen seines Dienst- oder Auftragsverh&auml;ltnisses den Bestechenden (oder einen zu bevorzugenden Dritten) bei dem Bezug von Waren oder gewerblichen Leistungen &#8211;im Verh&auml;ltnis zwischen dem Gesch&auml;ftsherrn und dem Bestechenden (oder zu bevorzugenden Dritten)&#8211; bevorzuge (vgl. Urteil des Reichsgerichts vom 21.&nbsp;M&auml;rz 1938&nbsp; 3&nbsp;D&nbsp;154\/38, RGSt&nbsp;72, 132 zu &sect;&nbsp;12 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb a.F. als Vorl&auml;ufervorschrift). Hieran fehlt es im Streitfall. Zwischen den Gesch&auml;ftsherren der Busfahrer und dem Betrieb des Kl&auml;gers besteht kein Verh&auml;ltnis, das den Bezug von Waren oder gewerblichen Leistungen zum Gegenstand hat. Soweit der Kl&auml;ger seine Rastst&auml;tte offenh&auml;lt, geschieht das gegen&uuml;ber jedermann. Bezieher der Waren oder gewerblichen Leistungen des Kl&auml;gers (Inanspruchnahme der in der Rastst&auml;tte angebotenen Leistungen, die das wirtschaftliche Ziel der Bewirtung der Busfahrer sind), sind die Busreisenden, nicht hingegen die Reiseunternehmen als Gesch&auml;ftsherren der Busfahrer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, X R 24\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.XR24.17.0 Keine Anwendung des Abzugsverbots nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. bei Aufwendungen eines Rastst&auml;ttenbetreibers f&uuml;r die Bewirtung von Busfahrern als Gegenleistung f&uuml;r das Zuf&uuml;hren von potentiellen Kunden Leits&auml;tze 1. Das Abzugsverbot des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. gilt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-24-17-keine-anwendung-des-abzugsverbots-nach-par-4-abs-5-satz-1-nr-2-estg-af-bei-aufwendungen-eines-raststaettenbetreibers-fuer-die-bewirtung-von-busfahrern-als-gegenleistung-fuer-das-zufuehren-vo\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;24\/17 &#8211; Keine Anwendung des Abzugsverbots nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. bei Aufwendungen eines Rastst&auml;ttenbetreibers f&uuml;r die Bewirtung von Busfahrern als Gegenleistung f&uuml;r das Zuf&uuml;hren von potentiellen Kunden<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69888"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69888\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}