{"id":69892,"date":"2018-10-26T15:26:28","date_gmt":"2018-10-26T13:26:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69892"},"modified":"2018-10-26T15:26:28","modified_gmt":"2018-10-26T13:26:28","slug":"v-r-23-16-vorsteueraufteilung-bei-schulsportanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-23-16-vorsteueraufteilung-bei-schulsportanlagen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;23\/16 &#8211; Vorsteueraufteilung bei Schulsportanlagen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, V R 23\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.VR23.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteueraufteilung bei Schulsportanlagen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Bei einer zeitlich abwechselnden Nutzung desselben Geb&auml;udes zu steuerfreien oder steuerpflichtigen Zwecken f&uuml;hrt die Aufteilung der Vorsteuerbetr&auml;ge nach den Nutzungszeiten zu einer pr&auml;ziseren wirtschaftlichen Zurechnung nach &sect; 15 Abs. 4 Satz 3 UStG als der (unternehmensbezogene oder objektbezogene) Umsatzschl&uuml;ssel.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 13. April 2016&nbsp;&nbsp;7 K 7160\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist der Umfang des Vorsteuerabzugs einer Privatschule f&uuml;r den Anbau einer Sporthalle und eines Sportplatzes, die teilweise f&uuml;r steuerfreie eigenschulische Zwecke und teilweise f&uuml;r steuerpflichtige Vermietungszwecke an Vereine genutzt wurden (Streitjahre 2006 bis 2008).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine in der Rechtsform einer GmbH t&auml;tige, als gemeinn&uuml;tzig anerkannte staatlich genehmigte Ersatzschule, die im Inland zu anerkannten Schulabschl&uuml;ssen f&uuml;hrt. Sie bezieht von den Sch&uuml;lern Aufnahmeentgelte und laufendes Schulgeld. Am 19.&nbsp;Dezember 2006 erteilte der Landkreis der Kl&auml;gerin die Genehmigung zum Anbau einer Sporthalle und eines Sportplatzes. Im Bauantrag ist ausgef&uuml;hrt: &quot;F&uuml;r die internationale Schule &#8230; soll eine Dreifachsporthalle errichtet werden, wobei die schulische Nutzung etwa bis 15&nbsp;Uhr erfolgen soll. Danach ist eine gewerbliche und au&szlig;erschulische Nutzung bis gegen 22&nbsp;Uhr vorgesehen&quot;. Anfang 2008 wurden der Sportplatz und die Sporthalle erstmalig verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Kl&auml;gerin bei Abgabe der Jahressteuererkl&auml;rungen davon ausging, die Vermietung des Sportplatzes und der Sporthalle an andere Vereine sei umsatzsteuerfrei, reichte sie f&uuml;r die Streitjahre 2006 und 2007 eine Jahreserkl&auml;rung ein, in der keine Vorsteuerbetr&auml;ge aus dem Bezug von Leistungen f&uuml;r den Sportplatz und die Sporthalle enthalten waren. Erst mit Abgabe der Umsatzsteuererkl&auml;rung 2008 am 30.&nbsp;M&auml;rz 2010 reichte sie ge&auml;nderte Erkl&auml;rungen f&uuml;r 2006 und 2007 sowie eine erstmalige Erkl&auml;rung f&uuml;r 2008 ein, in denen Vorsteuerbetr&auml;ge enthalten waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den ge&auml;nderten Steuererkl&auml;rungen ging die Kl&auml;gerin aufgrund einer Jahresbetrachtung von einer steuerpflichtigen Verwendung von 77,34&nbsp;% aus. Diesen Anteil berechnete sie, in dem sie einen t&auml;glichen Zeitraum von 8:00&nbsp;Uhr bis 22:00&nbsp;Uhr in eine vorsteuersch&auml;dliche Nutzung durch die Schule von 8:00&nbsp;Uhr bis 15:00&nbsp;Uhr in den Schulzeiten und die gesamte verbleibende Zeit (15:00&nbsp;Uhr bis 22:00&nbsp;Uhr in der Schulzeit und 8:00&nbsp;Uhr bis 22:00&nbsp;Uhr an Wochenenden und in den Ferienzeiten) f&uuml;r die Vermietung aufteilte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat zun&auml;chst die Rechtsauffassung, dass es f&uuml;r 2006 und 2007 an einer rechtzeitigen Zuordnungsentscheidung fehle und in der tats&auml;chlichen Nutzung ab 2008 durch steuerpflichtige Vermietung eine &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse i.S. von &sect;&nbsp;15a des Umsatzsteuergesetzes (UStG) anzunehmen sei und gew&auml;hrte den Vorsteuerabzug entsprechend den tats&auml;chlichen Verwendungsverh&auml;ltnissen im ersten Jahr von 6,6&nbsp;% f&uuml;r den Sportplatz und 0,87&nbsp;% f&uuml;r die Sporthalle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein, in dem sie nunmehr einen Abzug von 78,2&nbsp;% begehrte. Sie bezog dabei auch die Zeiten zwischen 6:00&nbsp;Uhr und 8:00&nbsp;Uhr morgens als Nutzungsm&ouml;glichkeit mit ein. Nachdem das FA &uuml;ber diesen Einspruch nicht entschied, erhob die Kl&auml;gerin Unt&auml;tigkeitsklage beim Finanzgericht (FG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des gerichtlichen Verfahrens holte das FA die Einspruchsentscheidung nach und half der Klage teilweise ab. Es erkannte nunmehr einen anteiligen Vorsteuerabzug ausgehend von einer au&szlig;erschulischen Auslastung von 70&nbsp;% abz&uuml;glich der Zeiten f&uuml;r schulische Sonderveranstaltungen an, woraus sich insgesamt ein abziehbarer Vorsteueranteil von 55&nbsp;% in allen Streitjahren ergab. Es sei nicht die abstrakt m&ouml;gliche, sondern die realistisch zu erwartende Vermietungszeit zugrunde zu legen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem im Rahmen einer weiteren Sonderpr&uuml;fung f&uuml;r die Folgejahre 2009 bis 2013 festgestellt wurde, dass die Sporthalle zu maximal 40,45&nbsp;% und der Sportplatz zu 15,92&nbsp;% vermietet wurden, erzielten die Beteiligten eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung dahingehend, dass eine Vermietung in den Ferienzeiten und an Feiertagen je zur H&auml;lfte stattgefunden habe. Die verbleibende Klage, mit der die Kl&auml;gerin eine Erh&ouml;hung von 55&nbsp;% anerkannter Vorsteuern auf 76&nbsp;% begehrte, wies das FG ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1032 ver&ouml;ffentlichten Urteil aus, auf die fehlende rechtzeitige Zuordnungsentscheidung komme es nicht an. Der Vorsteuerabzug sei nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 UStG aufgrund einer beabsichtigten nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Buchst.&nbsp;a UStG steuerfreien Vermietung ausgeschlossen, weil es sich bei der stundenweisen &Uuml;berlassung von Sportanlagen um eine steuerpflichtige sonstige Leistung handele. Da die Nutzung f&uuml;r den eigenen Schulbetrieb vorsteuerabzugssch&auml;dlich sei, m&uuml;sse eine Vorsteueraufteilung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 UStG nach Ma&szlig;gabe der zeitlichen Nutzung durchgef&uuml;hrt werden. Der Vorsteuerabzug f&uuml;r die Zeiten der Planungs- und Bauphase (2006 und 2007) sei nach der beabsichtigten Nutzung zu beurteilen, wobei die sp&auml;tere tats&auml;chliche Verwendung als Indiz in Betracht zu ziehen sei. Das Jahr der erstmaligen Verwendung (2008) m&uuml;sse als Anlaufphase bei Bemessung der Quote au&szlig;er Betracht bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die H&ouml;he des Vorsteuerabzugs m&uuml;sse gesch&auml;tzt werden, weil die Kl&auml;gerin keine Belegungspl&auml;ne vorgelegt habe. In die Aufteilung gingen nur das Verh&auml;ltnis der tats&auml;chlichen Vermietungszeiten, nicht aber auch Leerstandszeiten ein. Die von der Kl&auml;gerin vorgenommene Aufteilung sei nicht sachgerecht, soweit sie die gesamten Leerstandszeiten der beabsichtigten steuerpflichtigen Nutzung zuordne, denn eine Vollauslastung au&szlig;erhalb der Schulzeiten k&ouml;nne nicht erwartet werden. Danach sei die Klage abzuweisen, weil der Mittelwert der tats&auml;chlichen Nutzung von 40,65&nbsp;% den vom FA anerkannten Wert von 55&nbsp;% unterschreite. F&uuml;r die Annahme eines im Planungszeitraum deutlich h&ouml;heren beabsichtigten Nutzungsanteils habe die Kl&auml;gerin innerhalb einer Ausschlussfrist nichts vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG war davon &uuml;berzeugt, dass die Kl&auml;gerin von vornherein beabsichtigt hatte, die Sportanlagen auch &uuml;ber die &uuml;bliche Unterrichtszeit hinaus f&uuml;r schulische Zwecke zu nutzen (z.B. f&uuml;r kulturelle Veranstaltungen, Sportwettk&auml;mpfe und die halbj&auml;hrlichen Schulkonferenzen). Dies folgerte das FG aus einer Vielzahl von Indizien (Multifunktionalit&auml;t der Sporthalle, vorgelegte Terminkalender, Ausdruck der Website, vgl. FG-Urteil unter I.4.c&nbsp;bb). Zudem habe sich die Kl&auml;gerin ausweislich der vorgelegten gewerblichen Nutzungsvertr&auml;ge ausdr&uuml;cklich das Recht zur Stornierung vorbehalten, sofern die beabsichtigten gewerblichen Nutzungen mit Schulveranstaltungen kollidierten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe materielles Recht verletzt, indem es bei der Bemessung der Aufteilungsquote nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 UStG die Leerstandszeiten nicht der steuerpflichtigen T&auml;tigkeit zugerechnet habe. Au&szlig;erdem habe es entgegen dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 16.&nbsp;Mai 2002 V&nbsp;R&nbsp;56\/00 (BFHE 199, 37, BStBl II 2006, 725), wonach der Vorsteuerabzug vor der erstmaligen Verwendung allein nach der Absicht der Nutzung zu bemessen und sp&auml;tere Absichts&auml;nderungen nicht zur&uuml;ckwirkten, eine einheitliche Quote f&uuml;r s&auml;mtliche Streitjahre angesetzt. Werde durch die tats&auml;chliche Verwendung die fr&uuml;here Absichtsprognose nicht best&auml;tigt, komme lediglich eine Korrektur nach &sect;&nbsp;15a UStG in Betracht. Dies ergebe sich auch aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) zu fehlgeschlagenen Investitionen. Daher sei in den Streitjahren 2006 und 2007 von der im Bauantrag beschriebenen Nutzungsdauer von 8:00&nbsp;Uhr bis 22:00&nbsp;Uhr auszugehen, sp&auml;tere Jahre seien nach &sect;&nbsp;15a UStG zu korrigieren. Das FG habe daher die Absicht der Vollvermietung zugrunde legen m&uuml;ssen statt auf die tats&auml;chliche Nutzung nach erstmaliger Verwendung abzustellen. Allerdings sei es unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, von der Schule zu verlangen, f&uuml;r die Aufteilung j&auml;hrlich wechselnd die Belegstunden im Einzelfall nachzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide 2006 bis 2008 vom 12.&nbsp;April 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass weitere Vorsteuern in 2006 von 10.754,05&nbsp;EUR, in 2007 von 123.932,07&nbsp;EUR und in 2008 von 63.579,90&nbsp;EUR anerkannt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die Klage nicht bereits wegen Vers&auml;umung der Zuordnungsfrist abzuweisen war. Bei der Vorsteueraufteilung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 UStG ist es ebenfalls zutreffend von einer zeitanteiligen Aufteilung der (steuerfreien) Verwendung f&uuml;r eigene Schulzwecke sowie der (steuerpflichtigen) Nutzung durch &Uuml;berlassung der Halle und des Sportplatzes an Vereine ausgegangen und hat die Sch&auml;tzung in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender H&ouml;he vorgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Unternehmer kann nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 UStG die gesetzlich geschuldete Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Ausgeschlossen ist der Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG f&uuml;r Leistungen, die der Unternehmer f&uuml;r steuerfreie Ums&auml;tze verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Frage der Vers&auml;umung der Zuordnungsfrist stellt sich im Streitfall nicht. Eine Zuordnungsentscheidung ist nur zu treffen, wenn es sich bei der nichtwirtschaftlichen T&auml;tigkeit um den Sonderfall einer Entnahme f&uuml;r private Zwecke i.S. von Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) handelt (BFH-Urteil vom 3.&nbsp;August 2017 V&nbsp;R&nbsp;62\/16, BFHE 259, 380, m.w.N.). Vorliegend erbringt der Unternehmer eine insgesamt wirtschaftliche T&auml;tigkeit, bei der die &Uuml;berlassung der Halle und des Sportplatzes einer als Ersatzschule anerkannten Schule an ihre Sch&uuml;ler nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa UStG steuerfrei ist, w&auml;hrend die entgeltliche stundenweise &Uuml;berlassung an Vereine keine nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 Buchst.&nbsp;a UStG steuerfreie Grundst&uuml;cksvermietung, sondern nach der ge&auml;nderten Rechtsprechung des BFH steuerpflichtig ist (BFH-Urteile vom 31.&nbsp;Mai 2001 V&nbsp;R&nbsp;97\/98, BFHE 194, 555, BStBl II 2001, 658; vom 10.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;41\/10, BFHE 235, 554, BStBl II 2017, 869).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat die Vorsteuerbetr&auml;ge zu Recht anhand der Nutzungszeiten aufgeteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Verwendet der Unternehmer einen f&uuml;r sein Unternehmen gelieferten Gegenstand oder eine von ihm in Anspruch genommene sonstige Leistung nur zum Teil zur Ausf&uuml;hrung von Ums&auml;tzen, die den Vorsteuerabzug ausschlie&szlig;en, ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG der Teil der jeweiligen Vorsteuerbetr&auml;ge nicht abziehbar, der den zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug f&uuml;hrenden Ums&auml;tzen wirtschaftlich zuzurechnen ist. Nach Satz&nbsp;2 dieser Vorschrift kann der Unternehmer die nicht abziehbaren Teilbetr&auml;ge im Wege einer sachgerechten Sch&auml;tzung ermitteln. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 UStG regelt schlie&szlig;lich f&uuml;r die ab dem 1.&nbsp;Januar 2004 bezogenen Eingangsleistungen, dass eine Ermittlung des nicht abziehbaren Teils der Vorsteuerbetr&auml;ge nach dem Verh&auml;ltnis der Ums&auml;tze, die den Vorsteuerabzug ausschlie&szlig;en, zu den Ums&auml;tzen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, nur zul&auml;ssig ist, wenn keine andere wirtschaftliche Zurechnung m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 UStG ist unionsrechtskonform auszulegen. Satz 1 der Vorschrift schreibt eine Aufteilung nach wirtschaftlicher Zurechnung vor. Unionsrechtlich ist die Vorsteueraufteilung nach den Gesamtums&auml;tzen des Unternehmens gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211; (Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;5 Unterabs.&nbsp;1 und 2 i.V.m. Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG) als Methode wirtschaftlicher Zurechnung i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG anzuerkennen (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Mai 2014 V&nbsp;R&nbsp;1\/10, BFHE 245, 416). Die Mitgliedstaaten k&ouml;nnen aber eine andere Berechnungsmethode anwenden, wenn sich dieser Aufteilungsschl&uuml;ssel auf einen &quot;bestimmten Umsatz&quot; bezieht und die herangezogene Methode eine &quot;pr&auml;zisere Bestimmung&quot; des Pro-rata-Satzes des Vorsteuerabzugs als die Bestimmung anhand der Umsatzmethode gew&auml;hrleistet (EuGH-Urteile BLC Baumarkt vom 8.&nbsp;November 2012 C-511\/10, EU:C:2012:689; Wolfgang und Dr.&nbsp;Wilfried Rey Grundst&uuml;cksgemeinschaft GbR vom 9.&nbsp;Juni 2016 C-332\/14, EU:C:2016:417). Dementsprechend ist &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 UStG unionsrechtskonform auszulegen: Eine Ermittlung des nicht abziehbaren Teils der Vorsteuerbetr&auml;ge nach dem Verh&auml;ltnis der Ums&auml;tze, die den Vorsteuerabzug ausschlie&szlig;en, zu den Ums&auml;tzen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, ist nur zul&auml;ssig, wenn keine andere &#8211;pr&auml;zisere&#8211; wirtschaftliche Zurechnung m&ouml;glich ist (BFH-Urteile in BFHE 245, 416, Rz&nbsp;29, und vom 10.&nbsp;August 2016 XI&nbsp;R&nbsp;31\/09, BFHE 254, 461).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei einer zeitlich abwechselnden Nutzung desselben Geb&auml;udes zu steuerfreien oder steuerpflichtigen Zwecken f&uuml;hrt die Aufteilung der Vorsteuern <strong>nach den Nutzungszeiten<\/strong> zu einer pr&auml;ziseren wirtschaftlichen Zurechnung. In den unterschiedlichen Nutzungszeiten dr&uuml;ckt sich die Zuordnung des Geb&auml;udes zu den mit ihm ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tzen aus, ist damit verwendungsbezogen (vgl. Umsatzsteuer-Rundschau 2014, 510, 511) und f&uuml;hrt zu sachgerechteren Ergebnissen als der (unternehmensbezogene oder objektbezogene) Umsatzschl&uuml;ssel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Vorsteueraufteilung anhand des objektbezogenen Fl&auml;chenschl&uuml;ssels kommt im Streitfall nicht in Betracht, weil dieser die getrennte Nutzung verschiedener feststehender Funktionsbereiche eines Geb&auml;udes voraussetzt. Vorliegend geht es aber nicht um die gleichbleibende Nutzung verschiedener Funktionsbereiche, sondern um die zeitlich abwechselnde Nutzung derselben Geb&auml;udeteile zu steuerfreien oder steuerpflichtigen Zwecken (vgl. in diesem Sinne auch Heinrichshofen in Hartmann\/Metzenmacher, Umsatzsteuergesetz, E&nbsp;&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Rz&nbsp;71; Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;1773, 1777&nbsp;f.; Birkenfeld in Birkenfeld\/W&auml;ger, Umsatzsteuer-Handbuch, &sect;&nbsp;184 Rz&nbsp;273; Boos, Deutsche Steuer-Zeitung &#8211;DStZ&#8211; 2012, 267; Sterzinger, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht &#8211;UVR&#8211; 2015, 109).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im Rahmen der wirtschaftlichen Zurechnung nach Zeitanteilen kommt es entscheidend auf die tats&auml;chlichen Nutzungszeiten an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die von der Kl&auml;gerin favorisierte Aufteilung nach Nutzungsbl&ouml;cken, in die sowohl die Zeiten der tats&auml;chlichen Nutzung als auch die Leerstandszeiten eingehen, kommt im Streitfall nicht in Betracht. Eine solche Aufteilung k&ouml;nnte nur dann als sachgerechter Ma&szlig;stab anzuerkennen sein, wenn die sich unterschiedlich auswirkenden Nutzungen zeitlich strikt getrennt werden und dies anhand substantiierter Aufzeichnungen &#8211;mindestens &uuml;ber einen repr&auml;sentativen Zeitraum&#8211; f&uuml;r das FA und das FG nachvollziehbar ist. Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat eine F&uuml;lle von Indizien daf&uuml;r angef&uuml;hrt, dass bereits im Planungs- und Baustadium beabsichtigt war, die Sporthalle auch au&szlig;erhalb der &uuml;blichen Unterrichtszeiten f&uuml;r schulische Zwecke (z.B. kulturelle Auff&uuml;hrungen, Sportwettbewerbe sowie die halbj&auml;hrlichen Schulkonferenzen) zu nutzen. Dies spricht gegen die von der Kl&auml;gerin behauptete strikte Trennung der Nutzungen. Zu Lasten der Kl&auml;gerin wirkte sich insbesondere aus, dass keine Belegungspl&auml;ne f&uuml;r die Sportanlagen vorlegt werden konnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r den Vorsteuerabzug w&auml;hrend der Planungs- und Bauphase (Streitjahre 2006 und 2007) ist mangels tats&auml;chlicher Verwendung auf die durch objektive Anhaltspunkte belegte Verwendungsabsicht zur Ausf&uuml;hrung steuerpflichtiger Ums&auml;tze abzustellen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. EuGH-Urteile Imofloresmira &#8211; Investimentos Imobili&aacute;rios, vom 28.&nbsp;Februar 2018 C-672\/16, EU:C:2018:134, Rz&nbsp;39; Sveda vom 22.&nbsp;Oktober 2015 C-126\/14, EU:C:2015:712). Diese Prognose der zuk&uuml;nftigen Verwendung richtet sich bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise nach den Nutzungszeiten, die nach dem gew&ouml;hnlichen Ablauf zu erwarten sind. Es kommt also nicht auf lediglich erw&uuml;nschte, baurechtlich maximal erlaubte und unter g&uuml;nstigen Umst&auml;nden theoretisch erreichbare Vermietungszeiten an. Soweit zu bestimmten Randzeiten nicht nur ein vor&uuml;bergehender, z.B. durch Mieterwechsel bedingter &uuml;blicher Leerstand, sondern ein fehlendes Interesse am Markt und damit ein dauerhafter Leerstand zu erwarten ist, fehlt es an einer f&uuml;r den Vorsteuerabzug hinreichenden ernsthaften Vermietungsabsicht. Es spricht aber f&uuml;r die bei wirtschaftlicher Betrachtung erwartbaren Ums&auml;tze des Unternehmers und damit f&uuml;r die durch objektive Anhaltspunkte belegbare Verwendungsabsicht, wenn sp&auml;ter nach Fertigstellung und Beendigung einer Anlaufphase tats&auml;chlich Ums&auml;tze erzielt werden (vgl. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Januar 2006 V&nbsp;R&nbsp;74\/03, BFH\/NV 2006, 1164, Leitsatz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Feststellung, ob und in welcher H&ouml;he eine realistische Verwendungsabsicht zur Ausf&uuml;hrung von Vermietungsums&auml;tzen bestand, ist eine Frage der Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung, die nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO dem FG obliegt. Das Revisionsgericht kann die Feststellungen der Tatsacheninstanz nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;fen, ob sie gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en. Die Schlussfolgerungen des FG haben schon dann Bestand, wenn sie zwar nicht zwingend, aber m&ouml;glich sind (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO, vgl. BFH-Entscheidungen vom 3.&nbsp;Mai 2017 X&nbsp;R&nbsp;9\/14, BFH\/NV 2017, 1164, Rz&nbsp;26; vom 5.&nbsp;Juli 2016 X&nbsp;B&nbsp;201\/15, BFH\/NV 2016, 1572, Rz&nbsp;20; vom 11.&nbsp;April 2002 VII&nbsp;R&nbsp;1\/02, BFH\/NV 2002, 950, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Entscheidung des FG, im Rahmen einer realistischen Vermietungsprognose in der Planungs- und Bauphase der Streitjahre 2006 und 2007 von dem durchschnittlichen Anteil der (tats&auml;chlichen) gewerblichen Ums&auml;tze bzw. Nutzungszeiten der Folgejahre (2009 bis 2011) auszugehen, nicht zu beanstanden. F&uuml;r diese Jahre ergab sich ein steuerpflichtiger Vermietungsanteil von 38,15&nbsp;% bzw. 40,65&nbsp;% (bei Ber&uuml;cksichtigung einer Nutzung des &quot;Schulblocks&quot; von nur 90&nbsp;%), die beide jeweils unterhalb des vom FA bereits anerkannten Anteils von 55&nbsp;% lagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitjahr 2008 kann es dahinstehen, ob auch hier die Verwendungsabsicht bei Leistungsbezug oder stattdessen die tats&auml;chliche Verwendung im Jahr 2008 f&uuml;r den Vorsteuerabzug ma&szlig;gebend ist (vgl. BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Januar 2013 XI&nbsp;R&nbsp;25\/11 BFHE 239, 547, BStBl II 2013, 417; Oelmaier in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;669; Abschn.&nbsp;15a.2 Abs.&nbsp;5 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses). Wenn das FG hier nicht die vom FA ermittelte tats&auml;chliche Vermietungsquote von 7,2&nbsp;%, sondern zu Gunsten der Kl&auml;gerin auch f&uuml;r dieses Jahr eine prognostizierte Vermietungsquote von 40,65&nbsp;% ansetzt und damit im Ergebnis die vom FA bereits gew&auml;hrte Quote von 55&nbsp;% unber&uuml;hrt bleibt, ist dies revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit die Kl&auml;gerin als materiell-rechtlichen Fehler r&uuml;gt, dass das FG in den Folgejahren der tats&auml;chlichen Verwendung von derselben Aufteilungsquote von 40,65&nbsp;% sowohl in der Planungs- und Bauphase als auch in den Zeiten der tats&auml;chlichen Verwendung ausgegangen ist, fehlt es an der Darlegung, dass hierdurch die Kl&auml;gerin beschwert ist. Denn bei Anwendung des &sect;&nbsp;15a UStG f&uuml;r den Zeitraum nach der erstmaligen Verwendung h&auml;tte sich bei einer tats&auml;chlichen Vermietung im Streitjahr 2008 nach den Feststellungen des FG nur eine Vermietungsquote von 7,2&nbsp;% ergeben. Vielmehr hat das FG der Sache anstelle der tats&auml;chlichen Vermietungsums&auml;tze von 7,2&nbsp;% die sich in der Anlaufphase regelm&auml;&szlig;ig ergebenden Leerstandszeiten zu Gunsten der Kl&auml;gerin mit ber&uuml;cksichtigt und eine Quote von 40,65 % zugrunde gelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, V R 23\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.VR23.16.0 Vorsteueraufteilung bei Schulsportanlagen Leits&auml;tze Bei einer zeitlich abwechselnden Nutzung desselben Geb&auml;udes zu steuerfreien oder steuerpflichtigen Zwecken f&uuml;hrt die Aufteilung der Vorsteuerbetr&auml;ge nach den Nutzungszeiten zu einer pr&auml;ziseren wirtschaftlichen Zurechnung nach &sect; 15 Abs. 4 Satz 3 UStG als der (unternehmensbezogene oder objektbezogene) Umsatzschl&uuml;ssel. 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