{"id":69893,"date":"2018-10-26T15:26:31","date_gmt":"2018-10-26T13:26:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69893"},"modified":"2018-10-26T15:26:31","modified_gmt":"2018-10-26T13:26:31","slug":"vi-r-39-16-vertrieb-einer-ware-oder-dienstleistung-is-des-par-8-abs-3-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-39-16-vertrieb-einer-ware-oder-dienstleistung-is-des-par-8-abs-3-estg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;39\/16 &#8211; Vertrieb einer Ware oder Dienstleistung i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, VI R 39\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.VIR39.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Vertrieb einer Ware oder Dienstleistung i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. &sect; 8 Abs. 3 EStG gilt ausschlie&szlig;lich f&uuml;r solche Zuwendungen, die der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer aufgrund seines Dienstverh&auml;ltnisses gew&auml;hrt. Bei der Zuwendung des Vorteils kann sich der Arbeitgeber aber Dritter bedienen, wenn sie in seinem Auftrag und f&uuml;r seine Rechnung t&auml;tig werden (Best&auml;tigung der st&auml;ndigen Rechtsprechung).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Arbeitgeber vertreibt eine Ware oder Dienstleistung, wenn er sie als eigene am Markt anbietet, er die Ware oder Dienstleistung also am Markt als eigene verf&uuml;gbar macht.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Daher vertreibt nicht nur derjenige eine Ware oder Dienstleistung, der sie im eigenen Namen und auf eigene Rechnung gegen&uuml;ber Letztverbrauchern anbietet, sondern auch derjenige, der Waren und Dienstleistungen f&uuml;r einen Dritten entgeltlich auf dessen Rechnung am Markt vertreibt. Dementsprechend kann auch derjenige als die Ware oder Dienstleistung vertreibender Arbeitgeber i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG anzusehen sein, der die Ware oder Dienstleistung nach den Vorgaben seines Auftraggebers vertreibt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern vom 21. September 2016&nbsp;&nbsp;3 K 452\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Tatbestand ist aus Gr&uuml;nden des Steuergeheimnisses nicht zur Ver&ouml;ffentlichung geeignet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Senat kann auf der Grundlage der tats&auml;chlichen Feststellungen des FG nicht abschlie&szlig;end beurteilen, ob die Vorinstanz den Lohnsteuer-Haftungsbescheid des FA zutreffend als rechtm&auml;&szlig;ig angesehen hat. Die nicht entscheidungsreife Sache muss daher an das FG zur&uuml;ckverwiesen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;42d Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) haftet der Arbeitgeber f&uuml;r die Lohnsteuer, die er nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 3, Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn f&uuml;r Rechnung des Arbeitnehmers einzubehalten und nach &sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG abzuf&uuml;hren hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG &#8211;neben Geh&auml;ltern und L&ouml;hnen&#8211; auch andere Bez&uuml;ge und Vorteile, die &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden. Hierzu z&auml;hlen grunds&auml;tzlich auch Preisnachl&auml;sse (Personalrabatte), die der Arbeitgeber auf Grund des Dienstverh&auml;ltnisses einzelnen oder allen Arbeitnehmern auf Waren oder Dienstleistungen einr&auml;umt (Senatsurteil vom 26.&nbsp;Juli 2012 VI&nbsp;R&nbsp;27\/11, BFHE 238, 376, BStBl II 2013, 402).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erh&auml;lt ein Arbeitnehmer auf Grund seines Dienstverh&auml;ltnisses Waren oder Dienstleistungen, die vom Arbeitgeber nicht &uuml;berwiegend f&uuml;r den Bedarf seiner Arbeitnehmer hergestellt, vertrieben oder erbracht werden und deren Bezug nicht nach &sect;&nbsp;40 EStG pauschal versteuert wird, so gelten nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG als deren Werte abweichend von &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 EStG die um 4&nbsp;% geminderten Endpreise, zu denen der Arbeitgeber oder der dem Abgabeort n&auml;chstans&auml;ssige Abnehmer die Waren oder Dienstleistungen fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr anbietet. Die sich nach Abzug der vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile sind steuerfrei, soweit sie aus dem Dienstverh&auml;ltnis insgesamt 1.080&nbsp;EUR im Kalenderjahr nicht &uuml;bersteigen (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es entspricht der st&auml;ndigen Senatsrechtsprechung, dass &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG ausschlie&szlig;lich f&uuml;r solche Zuwendungen gilt, die der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer aufgrund seines Dienstverh&auml;ltnisses gew&auml;hrt. F&uuml;r Vorteile von Dritten greift die Steuerbeg&uuml;nstigung hiernach selbst dann nicht ein, wenn die Dritten &#8211;wie etwa konzernzugeh&ouml;rige Unternehmen&#8211; dem Arbeitgeber nahe stehen (Senatsurteile vom 15.&nbsp;Januar 1993 VI&nbsp;R&nbsp;32\/92, BFHE 170, 190, BStBl II 1993, 356; vom 8.&nbsp;November 1996 VI&nbsp;R&nbsp;100\/95, BFHE 182, 61, BStBl II 1997, 330; vom 28.&nbsp;August 2002 VI&nbsp;R&nbsp;88\/99, BFHE 200, 254, BStBl II 2003, 154, und vom 1.&nbsp;Oktober 2009 VI&nbsp;R&nbsp;22\/07, BFHE 226, 339, BStBl II 2010, 204; ebenso Kister in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;8 EStG Rz&nbsp;161; Pust in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;594; Gr&ouml;pl, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;D&nbsp;19&nbsp;ff.; Steiner in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;193; a.A. Finanzgericht &#8211;FG&#8211; Rheinland-Pfalz, Urteil vom 25.&nbsp;Oktober 1995&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1339\/95, Entscheidungen der Finanzgerichte 1996, 219, aufgehoben durch Senatsurteil in BFHE 182, 61, BStBl II 1997, 330; Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 37.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;73; Bl&uuml;mich\/Glenk, &sect;&nbsp;8 EStG Rz&nbsp;174; Kratzsch in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;209b; Birk\/Specker, Der Betrieb 2009, 2742; Birk, Steuer und Wirtschaft 1990, 300; von Bornhaupt, Betriebs-Berater 1993, 912; Gast-de&nbsp;Haan, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 1997, 1114).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vorteil muss dem Arbeitnehmer daher von seinem eigenen Arbeitgeber gew&auml;hrt werden. Bei der Zuwendung des Vorteils kann sich der Arbeitgeber aber Dritter bedienen, wenn sie in seinem Auftrag und f&uuml;r seine Rechnung t&auml;tig werden (Senatsurteil vom 4.&nbsp;Juni 1993 VI&nbsp;R&nbsp;95\/92, BFHE 171, 74, BStBl II 1993, 687).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach gilt die Verg&uuml;nstigung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG nur f&uuml;r Waren oder Dienstleistungen, die der Arbeitgeber als eigene herstellt, vertreibt oder erbringt (Senatsurteile in BFHE 200, 254, BStBl II 2003, 154, und vom 9.&nbsp;Oktober 2002 VI&nbsp;R&nbsp;164\/01, BFHE 200, 354, BStBl II 2003, 373).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit den Begriffen &quot;Waren oder Dienstleistungen&quot; werden alle in Betracht kommenden Sachbez&uuml;ge und damit die gesamte eigene Liefer- und Leistungspalette des jeweiligen Arbeitgebers bezeichnet (Senatsurteil vom 4.&nbsp;November 1994 VI&nbsp;R&nbsp;81\/93, BFHE 175, 567, BStBl II 1995, 338; Schmidt\/Kr&uuml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;71; Kirchhof in Kirchhof, EStG, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus den Begriffen &quot;hergestellt, vertrieben oder erbracht&quot; ergibt sich, dass der Arbeitgeber hinsichtlich der Sachbez&uuml;ge, die er an Arbeitnehmer verbilligt oder unentgeltlich abgibt, selbst Marktteilnehmer sein muss (Senatsurteil vom 27.&nbsp;August 2002 VI&nbsp;R&nbsp;63\/97, BFHE 200, 243, BStBl II 2002, 881). Der Arbeitgeber muss mit den Waren bzw. Dienstleistungen, die er den Arbeitnehmern unentgeltlich oder verbilligt gew&auml;hrt, also selbst am Markt in Erscheinung treten (Senatsurteil in BFHE 200, 354, BStBl II 2003, 373). F&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG ist es dagegen nicht erforderlich, dass der Arbeitgeber die zu beurteilende Ware oder Dienstleistung fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Gesch&auml;ftsverkehr anbietet (Senatsurteile in BFHE 200, 254, BStBl II 2003, 154, und in BFHE 171, 74, BStBl II 1993, 687). Die betreffende Ware oder Dienstleistung muss aber &uuml;berhaupt zur Produktpalette des Arbeitgebers am Markt geh&ouml;ren (Senatsurteil in BFHE 200, 354, BStBl II 2003, 373). Dabei ist &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG nach dem insoweit eindeutigen Gesetzeswortlaut nicht nur anzuwenden, wenn der Arbeitgeber die Ware herstellt oder die Dienstleistung erbringt, sondern auch dann, wenn er sie (lediglich) vertreibt. Der Vertrieb der Ware oder Dienstleistung ist ein selbst&auml;ndiges, neben ihrer Herstellung und Erbringung stehendes Tatbestandsmerkmal des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Hersteller einer Ware oder Erbringer einer Dienstleistung i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG ist sowohl der Arbeitgeber, der den Gegenstand oder die Dienstleistung selbst produziert oder erbringt, als auch derjenige, der sie auf eigene Kosten nach seinen Vorgaben von einem anderen produzieren oder erbringen l&auml;sst; denn auch diesem ist der Herstellungsprozess bzw. die Erbringung der Dienstleistung zuzurechnen. In diesem Fall kann auch derjenige als Hersteller oder Dienstleistungserbringer i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG anzusehen sein, der die Ware nach den Vorgaben seines Auftraggebers produziert oder nach diesen Vorgaben die Dienstleistung erbringt. Dazu reicht es aber nicht aus, dass er lediglich an der Herstellung der Ware oder der Erbringung der Dienstleistung beteiligt ist. Sein Beitrag muss vielmehr derart gewichtig sein, dass bei wertender Betrachtung die Annahme der Hersteller- oder Erbringereigenschaft gerechtfertigt erscheint (Senatsurteile in BFHE 200, 254, BStBl II 2003, 154, und in BFHE 226, 339, BStBl II 2010, 204).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Arbeitgeber vertreibt eine Ware oder Dienstleistung, wenn er sie als eigene am Markt anbietet, er die Ware oder Dienstleistung also am Markt als eigene verf&uuml;gbar macht. Der Vertrieb betrifft die Gestaltung des Absatzes der Waren und Dienstleistungen auf dem Markt. Er umfasst insbesondere den Verkauf von Waren und Dienstleistungen, die Verteilung der Waren und Dienstleistungen an die (End-)Kunden, die Kundenpflege und die Neugewinnung von Kunden. Die blo&szlig;e Vermittlung einer fremden Ware oder Dienstleistung, die auch unter den m&ouml;glichen Wortsinn des Begriffs des &quot;Vertreibens&quot; gefasst werden kann, reicht f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG demgegen&uuml;ber nicht aus (Senatsurteil vom 7.&nbsp;Februar 1997 VI&nbsp;R&nbsp;17\/94, BFHE 182, 556, BStBl II 1997, 363). Bietet der Arbeitgeber die Ware oder Dienstleistung als eigene am Markt an, ist ein spezielles Erscheinungsbild dar&uuml;ber hinaus aber nicht erforderlich (Senatsurteil in BFHE 200, 243, BStBl II 2002, 881). Dass der Vertrieb gegen&uuml;ber Letztverbrauchern erfolgt, ist f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG ebenfalls nicht notwendig. Insoweit gilt nichts anderes als f&uuml;r die Herstellung einer Ware oder die Erbringung einer Dienstleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daher vertreibt nicht nur derjenige eine Ware oder Dienstleistung, der sie im eigenen Namen und auf eigene Rechnung gegen&uuml;ber Letztverbrauchern anbietet, sondern auch derjenige, der Waren und Dienstleistungen f&uuml;r einen Dritten entgeltlich auf dessen Rechnung am Markt vertreibt. Dementsprechend kann auch derjenige als die Ware oder Dienstleistung vertreibender Arbeitgeber i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG anzusehen sein, der die Ware oder Dienstleistung nach den Vorgaben seines Auftraggebers vertreibt. Diesem ist der Vertriebsprozess &#8211;vergleichbar mit der Herstellung einer Ware oder der Erbringung einer Dienstleistung&#8211; ebenfalls zuzurechnen, wenn sein Beitrag am Vertrieb derart gewichtig ist, dass bei wertender Betrachtung die Annahme der Vertreibereigenschaft gerechtfertigt erscheint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Senat h&auml;lt an seiner Rechtsprechung zu &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG auch in Ansehung der daran vom FG ge&auml;u&szlig;erten Kritik fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar trifft es zu, dass &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG keine Konzernklausel enth&auml;lt. Der Senat hat es deshalb abgelehnt, den Begriff des Arbeitgebers &uuml;ber den Wortlaut hinaus extensiv auszulegen (grundlegend Senatsurteil in BFHE 170, 190, BStBl II 1993, 356). Im Vorfeld der gesetzlichen Neuregelung war eine Konzernklausel ausdr&uuml;cklich diskutiert worden (s. BTDrucks 11\/2536, S.&nbsp;16). Da sie aber nicht in das Gesetz aufgenommen wurde, kann daraus geschlossen werden, dass sich die bereits in der Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs vertretene Meinung durchgesetzt hat, nach der die Regelung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG nicht f&uuml;r Waren und Dienstleistungen gelten sollte, die nicht im Unternehmen des Arbeitgebers hergestellt, vertrieben oder erbracht werden. Es sollten weder Arbeitnehmer von Konzerngesellschaften noch ein &uuml;berbetrieblicher Belegschaftshandel steuerlich beg&uuml;nstigt werden (s. BTDrucks 11\/2157, S.&nbsp;142). An dieser Auffassung hat der Senat trotz der daran im Schrifttum mit beachtlichen Gr&uuml;nden ge&auml;u&szlig;erten Kritik bisher festgehalten (s. die Nachweise unter II.1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat durch die Auslegung des Herstellerbegriffs in den Urteilen in BFHE 200, 254, BStBl II 2003, 154 und in BFHE 226, 339, BStBl II 2010, 204 sowie durch die entsprechende Anwendung dieser Rechtsprechung auf den Vertrieb von Waren oder Dienstleistungen mit der vorliegenden Entscheidung weder eine &quot;Konzernklausel&quot; eingef&uuml;hrt noch einen &uuml;berbetrieblichen Belegschaftshandel er&ouml;ffnet. Es bleibt vielmehr bei dem Grundsatz, dass Arbeitgeber (auch) i.S. von &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG nur derjenige ist, zu dem eine bestimmte Person (Arbeitnehmer) in einem Arbeitsverh&auml;ltnis steht (s. Senatsurteile vom 13.&nbsp;Juli 2011 VI&nbsp;R&nbsp;84\/10, BFHE 234, 204, BStBl II 2011, 986, und vom 19.&nbsp;Februar 2004 VI&nbsp;R&nbsp;122\/00, BFHE 205, 216, BStBl II 2004, 620; Schmidt\/Kr&uuml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;38 Rz&nbsp;2; Bl&uuml;mich\/Geserich, &sect;&nbsp;19 EStG Rz&nbsp;130; Schneider, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2010, 117).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat damit die Grenzen der zul&auml;ssigen Gesetzesauslegung nicht &uuml;berschritten. Es entspricht vielmehr nicht nur dem Wortsinn, sondern auch den wirtschaftlichen Gegebenheiten, als Hersteller sowohl denjenigen anzusehen, der eine Ware nach seinen Vorgaben und auf seine Kosten produzieren l&auml;sst, als auch denjenigen, der die Ware selbst produziert und sich dabei sogar im Detail an die Vorgaben eines Dritten halten muss. Solche F&auml;lle sind in der arbeitsteiligen Wirtschaft h&auml;ufig anzutreffen (ebenso MIT, DStR 2003, 110). F&uuml;r den Vertrieb, der in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG als gleichwertige Alternative neben der Herstellung einer Ware und der Erbringung einer Dienstleistung genannt ist, gilt nichts anderes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsprechung des Senats f&uuml;hrt &#8211;entgegen der Ansicht der Vorinstanz&#8211; ferner nicht &quot;zu einer uferlosen Erfindung von Herstellern in Zeiten &#8230; einer sich immer weiter diversifizierenden Arbeits- und Dienstleistungsgesellschaft&quot;. Sie tr&auml;gt im Gegenteil der wirtschaftlichen Realit&auml;t arbeitsteiliger Produktionsprozesse und Wertsch&ouml;pfung Rechnung. Gleichzeitig begrenzt sie sachgerecht die Anwendung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG, da es f&uuml;r die Anwendbarkeit des Rabattfreibetrags nicht ausreicht, dass der Arbeitgeber nur irgendeinen Beitrag zur Herstellung, Erbringung oder zum Vertrieb der Dienstleistung bzw. des Produkts leistet (Pust, HFR 2003, 254). Er muss vielmehr selbst Hersteller oder Vertreiber des dem Arbeitnehmer zugewandten Produkts und nicht nur einzelner Komponenten sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Senatsrechtsprechung wirft bei der Rechtsanwendung weiterhin keine Schwierigkeiten auf, die sich nicht auch sonst stellen w&uuml;rden. Denn selbst wenn man ann&auml;hme, dass es jeweils nur einen die Ware oder Dienstleistung herstellenden, erbringenden oder vertreibenden Arbeitgeber geben k&ouml;nne, m&uuml;ssten die Voraussetzungen der Hersteller- und Vertreibereigenschaft bestimmt und auf den Einzelfall angewendet werden. Sich dabei ergebende Probleme beruhen weniger auf den abstrakten Rechtss&auml;tzen als auf der Notwendigkeit sorgf&auml;ltiger Sachverhaltsermittlung bei arbeitsteiligen Wertsch&ouml;pfungs- und Vertriebsprozessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Vorentscheidung entspricht den vorgenannten Grunds&auml;tzen nicht. Sie kann deshalb keinen Bestand haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat allerdings zu Unrecht entschieden, dass die fraglichen Sachbez&uuml;ge den Arbeitnehmern der Kl&auml;gerin nicht von dieser, sondern von der Y-KG einger&auml;umt wurden. Eine (echte) Lohnzahlung Dritter liegt nicht vor. Die Y-KG wurde vielmehr lediglich als Leistungsmittler im Auftrag der Kl&auml;gerin t&auml;tig (s. dazu auch Senatsurteile vom 30.&nbsp;Mai 2001 VI&nbsp;R&nbsp;123\/00, BFHE 195, 376, BStBl II 2002, 230, und vom 21.&nbsp;Februar 2003 VI&nbsp;R&nbsp;74\/00, BFHE 201, 300, BStBl II 2003, 496; Schmidt\/Kr&uuml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;19 Rz&nbsp;71).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem vom FG festgestellten Sachverhalt hatte die Kl&auml;gerin ihren Arbeitnehmern in Aussicht gestellt, nach Ablauf der Probezeit ein kostenloses &#8230; zu erhalten. Die Zuwendung des kostenlosen &#8230; beruhte folglich ausschlie&szlig;lich auf dem zwischen der Kl&auml;gerin und ihren Arbeitnehmern bestehenden Innenverh&auml;ltnis. F&uuml;r die Arbeitnehmer, die das kostenlose &#8230; erhielten, erschien somit allein die Kl&auml;gerin als Zuwendende. Die Kl&auml;gerin bediente sich bei der Zuwendung der Vorteile lediglich der Y-KG, die insoweit im Auftrag der Kl&auml;gerin t&auml;tig wurde. Dies folgt daraus, dass die Y-KG den Arbeitnehmern der Kl&auml;gerin auf deren Gehei&szlig; ein kostenloses &#8230; zur Verf&uuml;gung stellte, ohne ihrerseits auf den zugewandten Vorteil Einfluss zu nehmen. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Y-KG den Arbeitnehmern der Kl&auml;gerin den Vorteil zuwandte, um damit deren Dienste f&uuml;r die Kl&auml;gerin zu entlohnen, was Voraussetzung f&uuml;r die Annahme einer echten Drittlohnzahlung w&auml;re (s. dazu Senatsurteile vom 1.&nbsp;September 2016 VI&nbsp;R&nbsp;67\/14, BFHE 255, 125, BStBl II 2017, 69, und vom 17.&nbsp;Juli 2014 VI&nbsp;R&nbsp;69\/13, BFHE 246, 363, BStBl II 2015, 41; Schmidt\/Kr&uuml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;19 Rz&nbsp;70; Bl&uuml;mich\/Geserich, &sect;&nbsp;19 EStG Rz&nbsp;232), hat das FG nicht festgestellt. Solches erscheint unter den im Streitfall gegebenen Umst&auml;nden auch eher fernliegend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Arbeitnehmer gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin einen (arbeitsrechtlichen) Anspruch auf das kostenlose &#8230; hatten, ist f&uuml;r das Vorliegen von Arbeitslohn ohne Bedeutung, wie sich bereits aus &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG ergibt (s.a. Bl&uuml;mich\/Geserich, &sect;&nbsp;19 EStG Rz&nbsp;191; HHR\/Pfl&uuml;ger, &sect;&nbsp;19 EStG Rz&nbsp;340; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Senat kann jedoch nicht beurteilen, ob die Kl&auml;gerin als Hersteller oder Vertreiber des &#8230; anzusehen ist. Dies ist dem Senat im Streitfall schon deshalb nicht m&ouml;glich, weil das FG zur tats&auml;chlichen T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin im Streitzeitraum keine Feststellungen getroffen hat. Die Vorinstanz hat zwar den Inhalt eines zwischen der Kl&auml;gerin und der Y-KG abgeschlossenen Vertrags &uuml;ber die Zusammenarbeit der Vertragschlie&szlig;enden festgestellt. Ins Einzelne gehende Angaben zur tats&auml;chlichen unternehmerischen T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin enth&auml;lt der Vertrag aber nicht. Im &Uuml;brigen hat sich das FG darauf beschr&auml;nkt, eine Beschreibung der Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin in einem (nicht den Streitzeitraum betreffenden) Lagebericht wiederzugeben und auszuf&uuml;hren, wie die Kl&auml;gerin selbst ihre Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit beschrieb. Dies ersetzt allerdings keine eigenen Feststellungen des FG zu der von der Kl&auml;gerin im Streitzeitraum tats&auml;chlich ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit. Dem Tatbestand und den Entscheidungsgr&uuml;nden des angefochtenen Urteils kann auch nicht mit hinreichender Sicherheit entnommen werden, dass das FG den Vortrag der Kl&auml;gerin als den tats&auml;chlichen Gegebenheiten entsprechend festgestellt hat. Das FG erh&auml;lt durch die Zur&uuml;ckverweisung der Sache Gelegenheit, die entsprechenden Feststellungen nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Zur weiteren F&ouml;rderung des Verfahrens im zweiten Rechtsgang weist der Senat &#8211;ohne Bindungswirkung&#8211; erg&auml;nzend auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Sofern der Vortrag der Kl&auml;gerin zu ihrer Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit im Streitzeitraum zutreffen sollte, liegt es nahe, die Kl&auml;gerin als Vertreiberin des Sachbezugs, den die Kl&auml;gerin ihren Arbeitnehmern unentgeltlich bzw. verbilligt verschaffte, anzusehen. Nach dem Vortrag der Kl&auml;gerin verf&uuml;gte die Y-KG selbst &uuml;ber keine Kontakte zu den Endkunden. Der Vertrieb des &#8230; erfolgte hiernach im Wesentlichen durch die Kl&auml;gerin. Die Kl&auml;gerin war nach ihrem Vorbringen zust&auml;ndig f&uuml;r die Akquise, Betreuung und Beratung der Kunden der Y-KG. Dies betraf nach den Darlegungen der Kl&auml;gerin sowohl die Abwicklung der vertraglichen als auch der technischen Belange. Die Kl&auml;gerin leistete nach ihrem Vortrag somit einen gewichtigen Beitrag zum Vertrieb des &#8230;, indem sie es am Markt durch ihre Kontakte zu den Endkunden und technische Dienstleistungen verf&uuml;gbar machte. Dies kann bei wertender Betrachtung die Vertreibereigenschaft der Kl&auml;gerin als gerechtfertigt erscheinen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ob die Kl&auml;gerin &#8211;unter Zugrundelegung ihres bisherigen Vortrags&#8211; auch als Herstellerin bzw. Erbringerin dieser Dienstleistung anzusehen w&auml;re, erscheint demgegen&uuml;ber zweifelhaft. Ein so gewichtiger Beitrag zur Herstellung des &#8230; bzw. zur Erbringung der Dienstleistung &#8230;, der die Annahme der Herstellereigenschaft rechtfertigen w&uuml;rde, d&uuml;rfte dem bisherigen Vorbringen der Kl&auml;gerin nicht zu entnehmen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Entgegen der Auffassung des FG w&uuml;rde es sich bei der von der Kl&auml;gerin vorgetragenen Vertriebst&auml;tigkeit allerdings nicht um eine blo&szlig;e Vermittlungsleistung handeln. Vielmehr hatte die Kl&auml;gerin nach ihrem Vortrag bzw. dem mit der Y-KG geschlossenen Vertrag den Vertrieb des &#8230; an die Endkunden selbst zu erbringen. Sie schuldete nach ihrem Vortrag der Y-KG den Vertrieb des &#8230; als eigene Leistung; sie war somit hinsichtlich des Vertriebs des &#8230; selbst Marktteilnehmerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Umstand, dass die Leistungsbeziehungen, die die Kl&auml;gerin nach ihrem Vortrag vertrieb, nicht zwischen ihr und den Endkunden, sondern ausschlie&szlig;lich zwischen diesen und der Y-KG bestanden, steht der Anwendung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG dabei nicht entgegen. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 EStG setzt nicht voraus, dass der Vertrieb gegen&uuml;ber den Letztverbrauchern erfolgt (s. Senatsurteil in BFHE 200, 254, BStBl II 2003, 154). F&uuml;r den Vertrieb einer Dienstleistung gilt insoweit nichts anderes als f&uuml;r die Herstellung einer Ware. Es ist ausreichend, wenn die Kl&auml;gerin den Vertrieb des &#8230; als eigene Leistung f&uuml;r die Y-KG erbrachte. Auch in einem solchen Fall war die Kl&auml;gerin mit dem Vertrieb des &#8230; selbst Marktteilnehmerin und vermittelte nicht lediglich &#8211;vergleichbar mit einem Makler&#8211; eine fremde Ware oder Dienstleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der Vertrieb des &#8230; durch die Kl&auml;gerin erfolgte nach ihrem Vortrag schlie&szlig;lich auch nicht &uuml;berwiegend f&uuml;r den Bedarf ihrer Arbeitnehmer. Vielmehr vertrieb die Kl&auml;gerin das &#8230; nach ihren Darlegungen landesweit an eine Vielzahl von Endkunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.4.2018, VI R 39\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.260418.VIR39.16.0 Vertrieb einer Ware oder Dienstleistung i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG Leits&auml;tze 1. &sect; 8 Abs. 3 EStG gilt ausschlie&szlig;lich f&uuml;r solche Zuwendungen, die der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer aufgrund seines Dienstverh&auml;ltnisses gew&auml;hrt. Bei der Zuwendung des Vorteils kann sich der Arbeitgeber aber Dritter bedienen, wenn sie in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-39-16-vertrieb-einer-ware-oder-dienstleistung-is-des-par-8-abs-3-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;39\/16 &#8211; Vertrieb einer Ware oder Dienstleistung i.S. des &sect; 8 Abs. 3 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69893","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69893"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69893\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}