{"id":69924,"date":"2018-10-26T15:29:57","date_gmt":"2018-10-26T13:29:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69924"},"modified":"2018-10-26T15:29:57","modified_gmt":"2018-10-26T13:29:57","slug":"iii-r-26-16-kraftfahrzeugsteuer-bei-sog-registrierzulassungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-26-16-kraftfahrzeugsteuer-bei-sog-registrierzulassungen\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;26\/16 &#8211; Kraftfahrzeugsteuer bei sog. Registrierzulassungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.6.2018, III R 26\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.140618.IIIR26.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kraftfahrzeugsteuer bei sog. Registrierzulassungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Kraftfahrzeugsteuer entsteht auch dann, wenn ein Fahrzeug f&uuml;r einen Tag zugelassen und zugleich antragsgem&auml;&szlig; wieder abgemeldet wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine Abstempelung von Kennzeichen war &#8211;bei Zulassung im Juli 2008&#8211; f&uuml;r die Zulassung und damit auch die Kraftfahrzeugsteuer entbehrlich.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 23. September 2016&nbsp;&nbsp;13 K 1913\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war im Kraftfahrzeughandel t&auml;tig und ben&ouml;tigte f&uuml;r aus dem Ausland importierte Fahrzeuge regelm&auml;&szlig;ig Zulassungsbescheinigungen Teil&nbsp;I (Fahrzeugschein) und Teil&nbsp;II (Fahrzeugbrief). Dazu beantragte sie jeweils bei der Zulassungsstelle die Zuteilung eines Saisonkennzeichens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der hohen Anzahl so zugelassener Fahrzeuge wurde das Zulassungsverfahren zur Verwaltungsvereinfachung &#8211;auch im Interesse der Kl&auml;gerin&#8211; derart durchgef&uuml;hrt, dass Kennzeichen f&uuml;r die Kl&auml;gerin &quot;reserviert&quot; und immer wieder f&uuml;r auf sie zugelassene und regelm&auml;&szlig;ig auch sofort wieder abgemeldete Kraftfahrzeuge verwendet wurden. Die Zulassungsbescheinigung wurde erstellt und sodann in unmittelbarem Anschluss auch die Abmeldung eingetragen. Zumindest teilweise wurde dabei auf gepr&auml;gte Nummernschilder verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Praxis wurde durch das Regierungspr&auml;sidium mit Schreiben vom 7.&nbsp;Juli 2008 wie folgt beanstandet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;&#8230; Die Zulassungsbeh&ouml;rde des &#8230;-Kreises wird daher angewiesen, Fahrzeugen, die vorher in einem anderen Staat zugelassen waren, keine &#8218;Tages-\/Kurzzeitzulassungen&#8216; mit anschlie&szlig;ender Au&szlig;erbetriebsetzung ohne Aush&auml;ndigung der Zulassungsdokumente Teil&nbsp;I und II und Abstempelung der Kennzeichenschilder bzw. keine Zulassung mit Saisonkennzeichen &#8230; ohne Aush&auml;ndigung der Zulassungsbescheinigung Teil&nbsp;I und Teil&nbsp;II und Abstempelung der Kennzeichenschilder zu erteilen. Sofern Au&szlig;erbetriebsetzungen der Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen vor Beginn des Betriebszeitraums vorgenommen wurden, wird die Zulassungsbeh&ouml;rde &#8230; angewiesen, die Zulassung zur&uuml;ckzunehmen, die Zulassungsbescheinigungen einzuziehen und dem Kraftfahrtbundesamt zu melden. Das Landratsamt &#8230; wird angewiesen, keine derartigen Scheinzulassungen mehr vorzunehmen und uns &uuml;ber den Vollzug bis zum 15.&nbsp;Juli 2008 zu berichten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das streitgegenst&auml;ndliche Fahrzeug beantragte die Kl&auml;gerin am 21.&nbsp;Juli 2008 die Zuteilung eines Saisonkennzeichens f&uuml;r einen Tag, welches antragsgem&auml;&szlig; zugeteilt wurde. Gleichzeitig beantragte sie die Abmeldung des Fahrzeuges. Die An- und die Abmeldung wurden von der Beh&ouml;rde in die Zulassungsbescheinigung eingetragen und die Zulassungsbescheinigung Teil&nbsp;I und Teil&nbsp;II sodann der Kl&auml;gerin ausgeh&auml;ndigt. Das Kennzeichen war nach der beanstandeten alten Verwaltungspraxis f&uuml;r die Kl&auml;gerin erstmals und einmalig am 24.&nbsp;September 2007 verwendet worden, danach wurde es erst wieder f&uuml;r das streitgegenst&auml;ndliche Fahrzeug am 21.&nbsp;Juli 2008 und ab diesem Zeitpunkt f&uuml;r eine Vielzahl anderer auf Antrag der Kl&auml;gerin zugelassener Fahrzeugen eingesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Mitteilung &uuml;ber die Zulassung erlie&szlig; das Finanzamt (FA) am 28.&nbsp;Juli 2008 zun&auml;chst einen Bescheid &uuml;ber Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r die Zeit vom 21.&nbsp;Juli 2008 bis 31.&nbsp;Mai 2009 &uuml;ber 104&nbsp;EUR, den es am 30.&nbsp;Juli 2008 auf 10&nbsp;EUR f&uuml;r den 21.&nbsp;Juli 2008 &auml;nderte. Dabei ging es von einer Mindestdauer der Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;5 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) von einem Monat aus. Der Einspruch wurde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage gegen das FA, an dessen Stelle w&auml;hrend des Verfahrens beim Finanzgericht (FG) der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) getreten ist, hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Klageverfahren ruhte mit Einverst&auml;ndnis der Beteiligten im Hinblick auf das beim Bundesfinanzhof (BFH) anh&auml;ngige Verfahren II&nbsp;R&nbsp;32\/10 bis zum 19.&nbsp;Mai 2013. Das FG entschied sodann, bei der Zulassungsbescheinigung handele es sich um einen Grundlagenbescheid, der f&uuml;r die Finanzbeh&ouml;rde nicht nur verbindlich feststelle, auf wen ein Fahrzeug zugelassen wurde, sondern auch, dass ein Fahrzeug &uuml;berhaupt zugelassen worden sei. Bei der Zulassungsbescheinigung i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) handele es sich um einen rechtsgestaltenden Verwaltungsakt der Zulassungsbeh&ouml;rde &uuml;ber das Recht zur Nutzung eines Fahrzeugs auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2017, 96, m. Anm.&nbsp;H&ouml;r). Die Mindeststeuer nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG sei im Streitzeitraum auch f&uuml;r Saisonkennzeichen anzuwenden; es k&ouml;nne dahinstehen, ob ein k&ouml;rperliches Kennzeichen vorhanden gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision und r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>den Bescheid &uuml;ber Kraftfahrzeugsteuer mit der Steuernummer &#8230; sowie die Einspruchsentscheidung und das FG-Urteil ersatzlos aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer zutreffend als rechtm&auml;&szlig;ig erachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kraftfahrzeugsteuer ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) eine Steuer (Wernsmann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;3 AO Rz&nbsp;393) und nicht, wie die Kl&auml;gerin meint, eine Geb&uuml;hr oder ein Beitrag. Ihr unterliegt nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;7 Nr.&nbsp;1 KraftStG das &quot;Halten von inl&auml;ndischen Fahrzeugen zum Verkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en&quot;. Ein Fahrzeug wird gehalten, wenn es nach der FZV &quot;zum Verkehr zugelassen&quot; worden ist (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;April 2012 II&nbsp;R&nbsp;32\/10, BFHE 240, 413, BStBl II 2013, 516; BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;April 2006 VII&nbsp;B&nbsp;332\/05, BFH\/NV 2006, 1519). Steuerschuldner ist die Person, auf die das Fahrzeug zum Verkehr zugelassen ist (&sect;&nbsp;7 Nr.&nbsp;1 KraftStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das tats&auml;chliche Befahren einer &ouml;ffentlichen Stra&szlig;e ist daf&uuml;r entbehrlich, denn der Halter hat mit der Zulassung das Recht erlangt, das Fahrzeug &quot;auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en &#8230; in Betrieb&quot; zu setzen (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 FZV). Das Fahrzeug wird daher auch dann gehalten, wenn von dem durch die Zulassung einger&auml;umten Recht, es auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en in Betrieb zu setzen, kein Gebrauch gemacht wird oder wenn es trotz der Zulassung im Stra&szlig;enverkehr nicht genutzt werden darf (BFH-Urteil in BFHE 240, 413, BStBl II 2013, 516; FG M&uuml;nster, Urteil vom 24.&nbsp;Januar 2012&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;1071\/09 Kfz, EFG 2012, 1393). An dieses Recht kn&uuml;pft das Gesetz die Steuer (BFH-Urteile in BFHE 240, 413, BStBl II 2013, 516; vom 7.&nbsp;M&auml;rz 1984 II&nbsp;R&nbsp;40\/80, BFHE 140, 480, BStBl II 1984, 459).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat kann offen lassen, ob und inwieweit die Zulassung als Grundlagenbescheid wirkt oder Tatbestandswirkung entfaltet, denn die gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Zulassung vorgetragenen Einw&auml;nde der Kl&auml;gerin greifen nicht durch. Der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG ist im Streitfall erf&uuml;llt, da die Zulassungsbeh&ouml;rde das Fahrzeug der Kl&auml;gerin auf deren Antrag am 21.&nbsp;Juli 2008 ordnungsgem&auml;&szlig; zum Stra&szlig;enverkehr zugelassen hat und die Kl&auml;gerin damit berechtigt war, das angemeldete Fahrzeug zum Verkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG zu nutzen. Dies allein ist ma&szlig;geblich f&uuml;r die Besteuerung. Die Steuerpflicht entf&auml;llt weder, weil eine sog. Registrierzulassung vorgenommen wurde, noch war die Zulassung nichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff &quot;Registrierzulassung&quot; wird im KraftStG und der FZV nicht verwendet. Er bezeichnet typischerweise Tageszulassungen, die der Beschaffung deutscher Zulassungsdokumente f&uuml;r importierte Gebrauchtfahrzeuge dienen. Die FZV enth&auml;lt keine Sonderregelung f&uuml;r Registrierzulassungen und das KraftStG sieht f&uuml;r sie auch keine Ausnahmen vor; Registrierzulassungen sind Zulassungen i.S. der FZV und des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG. Eine &quot;Teilung&quot; der Zulassung mit dem Ziel, dem Fahrzeug zwar eine Zulassungsbescheinigung und einen Halter zu verschaffen, dabei jedoch die Kraftfahrzeugsteuerpflicht zu vermeiden, findet im Zulassungsrecht und im Kraftfahrzeugsteuerrecht keine Grundlage (Zens in: Lippross\/Seibel, Basiskommentar Steuerrecht, 108.&nbsp;Lieferung 06.2018, &sect;&nbsp;1 KraftStG Rz&nbsp;7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Registrierzulassungen im vorgenannten Sinne sind nicht nichtig. Ein Verwaltungsakt ist nichtig, soweit er an einem besonders schwerwiegenden Fehler leidet und dies bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung aller in Betracht kommenden Umst&auml;nde offensichtlich ist oder der schriftlich erlassen worden ist, die erlassende Beh&ouml;rde aber nicht erkennen l&auml;sst, der nur durch die Aush&auml;ndigung einer Urkunde erlassen werden kann, aber dieser Form nicht gen&uuml;gt, von einer Beh&ouml;rde ohne Erm&auml;chtigung au&szlig;erhalb ihrer Zust&auml;ndigkeit erlassen wurde, aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden von niemandem ausgef&uuml;hrt werden kann, die Begehung einer rechtswidrigen Tat verlangt, die einen Straf- oder Bu&szlig;geldtatbestand verwirklicht, oder der gegen die guten Sitten verst&ouml;&szlig;t (&sect;&nbsp;44 des Verwaltungsverfahrensgesetzes f&uuml;r Baden-W&uuml;rttemberg in der Fassung vom 12.&nbsp;April 2005 &#8211;LVwVfG&#8211;; ebenso &sect;&nbsp;44 des Verwaltungsverfahrensgesetzes). F&uuml;r all das ist vorliegend nichts ersichtlich. Tats&auml;chlich kam es der Beh&ouml;rde und der Kl&auml;gerin auf die durch die Zulassung bewirkte Rechtsfolge der Registrierung des ausl&auml;ndischen Fahrzeugs in der Bundesrepublik Deutschland an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch bei Au&szlig;erbetriebsetzungen von Fahrzeugen mit Saisonkennzeichen vor Beginn des Betriebszeitraums &#8211;was hier nicht zutrifft&#8211; handelt es sich entgegen der vom Regierungspr&auml;sidium vertretenen Auffassung nicht um Scheinzulassungen (BFH-Urteil in BFHE 240, 413, BStBl II 2013, 516).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwaige Rechtsfehler des Zulassungsverfahrens w&auml;ren f&uuml;r den Tatbestand des Haltens i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 KraftStG und damit die Entstehung der Kraftfahrzeugsteuer nicht von Bedeutung (Zens in: Lippross\/Seibel, a.a.O., &sect;&nbsp;1 KraftStG Rz&nbsp;7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unerheblich ist auch, ob f&uuml;r das Fahrzeug Kennzeichen mit einem amtlichen Dienststempel abgestempelt und der Kl&auml;gerin ausgeh&auml;ndigt wurden, denn nach damaliger Rechtslage erfolgte &quot;die Zulassung durch Zuteilung eines Kennzeichens und Ausfertigung einer Zulassungsbescheinigung&quot; (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 FZV in der vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2007 bis 24.&nbsp;Juli 2009 geltenden Fassung). Sie bedurfte mithin keiner Abstempelung des Kennzeichens. Die etwaige Abstempelung der Kennzeichen verk&ouml;rperte lediglich die Erkl&auml;rung der Zulassungsstelle, dass sie das Fahrzeug unter diesem Kennzeichen f&uuml;r einen bestimmten Halter zugelassen habe; sie war somit nur eine Erkl&auml;rung &uuml;ber die erfolgte Zulassung (Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 21.&nbsp;September 1999&nbsp;&nbsp;4&nbsp;StR&nbsp;71\/99, BGHSt 45, 197, Rz&nbsp;14; FG M&uuml;nster in EFG 2012, 1393).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Kraftfahrzeugsteuer auch nach gegenw&auml;rtiger Rechtslage ohne Abstempelung der Kennzeichenschilder entstehen w&uuml;rde, obwohl die Zulassung nach der aktuellen Fassung des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 FZV durch &quot;Zuteilung eines Kennzeichens, Abstempelung der Kennzeichenschilder und Ausfertigung einer Zulassungsbescheinigung&quot; erfolgt, braucht der Senat hier nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die hier erfolgte Zuteilung eines Kennzeichens gen&uuml;gte somit f&uuml;r die Zulassung, obwohl ohne vorschriftsgerechte Anbringung eines abgestempelten und beleuchteten Kennzeichenschildes das Kraftfahrzeug auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en nicht in Betrieb genommen werden darf (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;12 FZV). Denn die Steuerpflicht besteht &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; auch in dem Zeitraum, in dem der Fahrzeughalter tats&auml;chlich oder rechtlich zeitweilig gehindert ist, das Fahrzeug im Stra&szlig;enverkehr zu nutzen; solange es f&uuml;r den Verkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en zugelassen ist, handelt es sich um ein &quot;Halten&quot; i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG (BFH-Urteil in BFHE 240, 413, BStBl II 2013, 516, Rz&nbsp;14). Ma&szlig;gebend und ausreichend daf&uuml;r ist die Ausfertigung einer Zulassungsbescheinigung gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;11, 12 FZV (Zens in: Lippross\/Seibel, a.a.O., &sect;&nbsp;1 KraftStG Rz&nbsp;7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision w&auml;re im &Uuml;brigen ohne Weiteres unbegr&uuml;ndet, wenn durch den nicht angefochtenen Zulassungsbescheid bindend festgestellt w&auml;re, dass das streitgegenst&auml;ndliche Fahrzeug am 21.&nbsp;Juli 2008 auf die Kl&auml;gerin zugelassen war und diese deshalb das Fahrzeug i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;7 Nr.&nbsp;1 KraftStG gehalten hat, oder wenn die Zulassung als rechtsgestaltender ressortfremder Verwaltungsakt eine entsprechende Tatbestandswirkung entfaltet. Das braucht der Senat vorliegend jedoch nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Bedenken gegen die Berechnung der Steuer bestehen nicht; sie ist insbesondere gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG f&uuml;r den Mindestzeitraum von einem Monat in unstreitiger H&ouml;he festgesetzt worden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 240, 413, BStBl II 2013, 516, Rz&nbsp;16 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.6.2018, III R 26\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.140618.IIIR26.16.0 Kraftfahrzeugsteuer bei sog. Registrierzulassungen Leits&auml;tze 1. Die Kraftfahrzeugsteuer entsteht auch dann, wenn ein Fahrzeug f&uuml;r einen Tag zugelassen und zugleich antragsgem&auml;&szlig; wieder abgemeldet wird. 2. Eine Abstempelung von Kennzeichen war &#8211;bei Zulassung im Juli 2008&#8211; f&uuml;r die Zulassung und damit auch die Kraftfahrzeugsteuer entbehrlich. Tenor Die Revision der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-26-16-kraftfahrzeugsteuer-bei-sog-registrierzulassungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;26\/16 &#8211; Kraftfahrzeugsteuer bei sog. 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