{"id":69936,"date":"2018-10-26T15:30:30","date_gmt":"2018-10-26T13:30:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69936"},"modified":"2018-10-26T15:30:30","modified_gmt":"2018-10-26T13:30:30","slug":"xi-b-18-18-aenderung-des-tabelleneintrags-darf-versagt-werden-wenn-insolvenzschuldner-keinen-widerspruch-gegen-forderungsanmeldung-erhoben-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-18-18-aenderung-des-tabelleneintrags-darf-versagt-werden-wenn-insolvenzschuldner-keinen-widerspruch-gegen-forderungsanmeldung-erhoben-hat\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;18\/18 &#8211; &Auml;nderung des Tabelleneintrags darf versagt werden, wenn Insolvenzschuldner keinen Widerspruch gegen Forderungsanmeldung erhoben hat"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.7.2018, XI B 18\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.050718.XIB18.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung des Tabelleneintrags darf versagt werden, wenn Insolvenzschuldner keinen Widerspruch gegen Forderungsanmeldung erhoben hat<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Wenn f&uuml;r den Steuerpflichtigen im Insolvenzverfahren die M&ouml;glichkeit bestand, durch einen Widerspruch gem&auml;&szlig; &sect; 178 Abs. 2 i.V.m. &sect; 201 Abs. 2 Satz 1 InsO den Eintritt der Urteilswirkung des Tabelleneintrags zu verhindern, ist es grunds&auml;tzlich ermessensfehlerfrei, wenn das FA einen auf &sect; 130 AO gest&uuml;tzten Antrag auf &Auml;nderung des Tabelleneintrags ablehnt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die Feststellung zur Insolvenztabelle kann weder nach &sect; 164 Abs. 2 AO noch nach den &sect;&sect; 172 ff. AO ge&auml;ndert werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 24. November 2017 1 K 3808\/15 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) betrieb im Streitjahr (2007) einen Einzelhandel. Diesen Betrieb meldete sie Ende Februar 2008 wegen Betriebsaufgabe ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2008 &#8230; er&ouml;ffnete das Amtsgericht (AG) X das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin und bestellte Herrn &#8230; (A) zum Insolvenzverwalter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das damals f&uuml;r die Umsatzsteuer der Kl&auml;gerin zust&auml;ndige Finanzamt Z (FA Z) meldete im April 2008 die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR zur Tabelle an und &uuml;bersandte A eine &quot;Berechnung f&uuml;r Umsatzsteuer 2007&quot;, die es durch manuelle &Auml;nderung eines maschinell erstellten, nicht versandten Umsatzsteuerbescheids hergestellt hatte. In den Erl&auml;uterungen wurde darauf hingewiesen, dass es sich nicht um eine Steuerfestsetzung, sondern um eine Steuerberechnung als Grundlage f&uuml;r die Anmeldung zur Tabelle handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die angemeldete Forderung wurde im Pr&uuml;fungstermin weder vom Insolvenzverwalter noch von der Kl&auml;gerin bestritten und deshalb wie angemeldet in die Insolvenztabelle eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Infolge Organisationsakts der Finanzverwaltung wurde zum 1.&nbsp;April 2011 der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r die Umsatzsteuer der Kl&auml;gerin zust&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Beschluss vom 2.&nbsp;Juni 2014 erteilte das AG X der Kl&auml;gerin Restschuldbefreiung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 17.&nbsp;November 2014 bat der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin das FA u.a. um &Uuml;bersendung des Umsatzsteuerbescheids f&uuml;r das Jahr 2007. Das FA &uuml;bersandte ihm am selben Tag einen computergenerierten, auf jeder Seite als &quot;Doppel&quot; gekennzeichneten Ausdruck des an A adressierten, nicht versandten Umsatzsteuerbescheids des FA Z f&uuml;r das Jahr 2007 vom 29.&nbsp;April 2008 mit dem o.g. Erl&auml;uterungstext.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin nahm an, ihr sei am 17.&nbsp;November 2014 ein Umsatzsteuerbescheid des FA Z vom 29.&nbsp;April 2008 bekanntgegeben worden, und legte dagegen am 18.&nbsp;Dezember 2014 Einspruch ein. In der Folgezeit reichte die Kl&auml;gerin eine Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2007 (nebst Abtretungsanzeige f&uuml;r das sich ergebende Guthaben) ein. Den Einspruch wies das FA durch Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;November 2015 als unbegr&uuml;ndet mit der Begr&uuml;ndung zur&uuml;ck, dem FA habe bei der &Uuml;bersendung des genannten Computerausdrucks am 17.&nbsp;November 2014 der Bekanntgabewille gefehlt. Dies sei durch den Aufdruck &quot;Doppel&quot;, das Datum aus dem Jahr 2008 und die Angabe des durch Organisationsakt untergegangenen FA Z als erlassender Beh&ouml;rde nach au&szlig;en dokumentiert. Die sich anschlie&szlig;ende Klage 1&nbsp;K&nbsp;3807\/15&nbsp;U wies das Finanzgericht (FG) ab und lie&szlig; die Revision nicht zu. Dies ist Gegenstand des Verfahrens XI&nbsp;B&nbsp;17\/18.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daneben wurde von der Kl&auml;gerin am 18.&nbsp;Dezember 2014 ein &quot;Widerruf&quot; des Tabelleneintrags gem&auml;&szlig; den &sect;&sect;&nbsp;130 bis 132 der Abgabenordnung (AO) beantragt. Diesen lehnte das FA mit Bescheid vom 29.&nbsp;April 2015 ab. Die Umsatzsteuer 2007 sei widerspruchslos zur Tabelle festgestellt worden und damit bestandskr&auml;ftig. Eine &Auml;nderung des Tabelleneintrags nach &sect;&nbsp;130 AO scheide im Streitfall aus. Dem FA stehe insoweit ein Ermessen zu. Dieses sei ermessensfehlerfrei ausge&uuml;bt, wenn die Gr&uuml;nde, die eine R&uuml;cknahme rechtfertigen, mit einem fristgerecht eingelegten Einspruch h&auml;tten vorgebracht werden k&ouml;nnen und keine besonderen Umst&auml;nde vorliegen, nach denen die Rechtsverfolgung im Einspruchsverfahren nicht h&auml;tte erwartet werden k&ouml;nnen. Eine &Auml;nderung der Umsatzsteuer 2007 komme daher nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Einspruch der Kl&auml;gerin vom 2.&nbsp;Juni 2015 gegen den Ablehnungsbescheid vom 29.&nbsp;April 2015 wies das FA durch Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;November 2015 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO aufgrund der im Dezember 2014 eingereichten Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2007 sei nicht m&ouml;glich. Da der Insolvenzverwalter die Forderungen des FA im Pr&uuml;fungstermin nicht bestritten habe, sei kein Bescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 AO ergangen, so dass sich die Beantwortung der Frage er&uuml;brige, ob dieser nach &sect;&nbsp;130 AO ge&auml;ndert werden k&ouml;nne. Der Tabelleneintrag wirke deshalb als rechtskr&auml;ftiges Urteil. Dieser k&ouml;nne zwar ebenfalls nach &sect;&nbsp;130 AO ge&auml;ndert werden. Dies d&uuml;rfe jedoch nicht dazu f&uuml;hren, dass die Rechtsbehelfsfristen in Teilbereichen unterlaufen w&uuml;rden. Mit dem Bestreiten des Tabelleneintrags habe der Insolvenzverwalter Einwendungen gegen die Umsatzsteuer 2007 vorbringen k&ouml;nnen. Auch eine &Auml;nderung nach anderen Vorschriften der AO, insbesondere &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO, sei nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die dagegen gerichtete Klage 1&nbsp;K&nbsp;3808\/15&nbsp;U ab und lie&szlig; die Revision nicht zu. Es entschied, das FA habe es zu Recht abgelehnt, den von der Kl&auml;gerin begehrten Verwaltungsakt zu erlassen. Die Eintragung in die Insolvenztabelle wirke wie ein rechtskr&auml;ftiges Urteil, k&ouml;nne allerdings nach &sect;&nbsp;130 AO ge&auml;ndert werden. Die Ermessensentscheidung des FA, ob es einen rechtswidrigen Verwaltungsakt &auml;ndert, sei gerichtlich nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fbar. Im Streitfall sei die Ermessensentscheidung des FA, die Feststellung zur Tabelle nicht zu &auml;ndern, nicht zu beanstanden. Das FA habe sein Ermessen erkannt und fehlerfrei ausge&uuml;bt, weil weder die Kl&auml;gerin noch der Insolvenzverwalter der Forderungsanmeldung des FA widersprochen h&auml;tten. Besondere Umst&auml;nde, die eine abweichende Beurteilung erfordern w&uuml;rden, seien nicht vorgetragen worden. Au&szlig;erdem habe das FA zu Recht ber&uuml;cksichtigt, dass der Kl&auml;gerin Restschuldbefreiung erteilt worden sei und die Steuerforderung sie nicht mehr belaste. Auch eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO habe das FA zu Recht abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, die Revision sei wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache, zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung sowie wegen Verfahrensfehlern zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist &#8211;bei Zweifeln an ihrer Zul&auml;ssigkeit&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind &uuml;berwiegend nicht hinreichend dargelegt und liegen im &Uuml;brigen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin hat die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache im Verfahren XI&nbsp;B&nbsp;18\/18 bereits deshalb nicht hinreichend dargelegt, weil sie keine f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage aufgeworfen hat, die das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt, kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist (vgl. zu diesem Erfordernis Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26.&nbsp;September 2017 XI&nbsp;B&nbsp;65\/17, BFH\/NV 2018, 240, Rz&nbsp;12&nbsp;f.; vom 2.&nbsp;Januar 2018 XI&nbsp;B&nbsp;81\/17, BFH\/NV 2018, 457, Rz&nbsp;15). Dazu muss ausgef&uuml;hrt werden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchem Grund die Beantwortung der Frage zweifelhaft und streitig ist (vgl. BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;November 2017 III&nbsp;B&nbsp;179\/16, BFH\/NV 2018, 350, Rz&nbsp;8, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Mit ihrem Vortrag, das Urteil des FG stehe in Widerspruch zu den BFH-Urteilen vom 24.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;13\/11 (BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298) und vom 6.&nbsp;Dezember 2012 V&nbsp;R&nbsp;1\/12 (BFH\/NV 2013, 906), hat die Kl&auml;gerin den Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) wegen Divergenz nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur schl&uuml;ssigen Darlegung dieses Zulassungsgrundes muss der Beschwerdef&uuml;hrer tragende abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander so gegen&uuml;berstellen, dass die behauptete Abweichung erkennbar wird (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;B&nbsp;49\/14, BFH\/NV 2015, 363, Rz&nbsp;14; vom 17.&nbsp;November 2015 XI&nbsp;B&nbsp;52\/15, BFH\/NV 2016, 431, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies ist vorliegend nicht geschehen. Die Kl&auml;gerin hat zwar in der Beschwerdebegr&uuml;ndung angebliche Divergenzentscheidungen benannt, aber keine voneinander abweichenden Rechtss&auml;tze der angeblichen Divergenzentscheidungen und der Vorinstanz derart gegen&uuml;bergestellt, dass eine Abweichung erkennbar wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine zur Zulassung wegen Divergenz f&uuml;hrende Nicht&uuml;bereinstimmung im Rechtsgrunds&auml;tzlichen l&auml;ge au&szlig;erdem selbst dann nicht vor, wenn das FG von den Rechtsgrunds&auml;tzen der BFH-Rechtsprechung ausgegangen und diese lediglich unzutreffend auf den Einzelfall angewendet h&auml;tte (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Februar 2017 V&nbsp;B&nbsp;48\/16, BFH\/NV 2017, 629, Rz&nbsp;11; vom 27.&nbsp;Februar 2018 XI&nbsp;B&nbsp;97\/17, BFH\/NV 2018, 738, Rz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im Streitfall steht das Urteil der Vorinstanz aber ohnehin in Einklang mit der Rechtsprechung des BFH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Entgegen der Annahme der Beschwerde hat das FG im Streitfall zu Recht angenommen, das FA habe sein Ermessen im Ablehnungsbescheid in Gestalt der Einspruchsentscheidung erkannt und ermessensfehlerfrei ausge&uuml;bt. Das FA habe zu Recht ber&uuml;cksichtigt, dass weder die Kl&auml;gerin noch der Insolvenzverwalter der Forderungsanmeldung des FA widersprochen h&auml;tten, obwohl die M&ouml;glichkeit bestanden habe, mit dem Bestreiten des Tabelleneintrags Einwendungen gegen die vom FA zur Tabelle angemeldete Umsatzsteuer vorzubringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Da f&uuml;r die Kl&auml;gerin nach der Rechtsprechung des BFH die M&ouml;glichkeit bestand, durch einen Widerspruch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;201 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) den Eintritt der Urteilswirkung des Tabelleneintrags zu verhindern (vgl. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Mai 2017 VII&nbsp;R&nbsp;25\/16, BFHE 257, 515, BStBl II 2017, 934; vom 27.&nbsp;September 2017 XI&nbsp;R&nbsp;9\/16, BFHE 259, 221, BFH\/NV 2018, 75), durfte das FA den auf &sect;&nbsp;130 AO gest&uuml;tzten &Auml;nderungsantrag der Kl&auml;gerin nach der Rechtsprechung des BFH (vgl. BFH-Urteile in BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298, Rz&nbsp;50; in BFH\/NV 2012, 711, Rz&nbsp;13; in BFH\/NV 2013, 906, Rz&nbsp;13; vom 11.&nbsp;Dezember 2013 XI&nbsp;R&nbsp;22\/11, BFHE 244, 209, BStBl II 2014, 332, Rz&nbsp;31 und 32; vom 22.&nbsp;Oktober 2014 I&nbsp;R&nbsp;39\/13, BFHE 247, 300, BStBl II 2015, 577, Rz&nbsp;27) ermessensfehlerfrei ablehnen. Das Vers&auml;umnis der Kl&auml;gerin, der Forderungsanmeldung im Pr&uuml;fungstermin nicht widersprochen zu haben, geht auch insoweit zu ihren Lasten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO (vgl. BFH-Urteil in BFHE 247, 300, BStBl II 2015, 577, Rz&nbsp;18&nbsp;ff.) oder &sect;&nbsp;172&nbsp;ff. AO (vgl. BFH-Urteil in BFHE 259, 221, BFH\/NV 2018, 75, Rz&nbsp;42) ist ebenfalls nicht m&ouml;glich. Einwendungen des Steuerpflichtigen gegen die Steuerforderungen des FA sind durch den Widerspruch im Pr&uuml;fungstermin geltend zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die Vorentscheidung zutreffend ist, ist die Revision auch nicht wegen eines schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehlers des FG i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zuzulassen. Auf die Frage, ob dieser Zulassungsgrund ebenfalls nicht hinreichend dargelegt ist (zu den Anforderungen hieran BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Februar 2018 XI&nbsp;B&nbsp;129\/17, BFH\/NV 2018, 641, Rz&nbsp;12, m.w.N.), kommt es deshalb nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit die Beschwerde r&uuml;gt, die Begr&uuml;ndung des FG sei widerspr&uuml;chlich und stehe nicht in Einklang mit der Rechtsprechung des BFH wendet sich die Kl&auml;gerin im &Uuml;brigen gegen die sachliche Richtigkeit des Urteils. Die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung geh&ouml;rt jedoch revisionsrechtlich dem materiellen Recht an. Die Kl&auml;gerin macht daher einen materiellen Fehler geltend, der &#8211;so er denn vorl&auml;ge&#8211; grunds&auml;tzlich nicht die Zulassung der Revision rechtfertigen w&uuml;rde, aber keinen Verfahrensfehler (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Juni 2014 XI&nbsp;B&nbsp;45\/13, BFH\/NV 2014, 1584, Rz&nbsp;47; vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2017 XI&nbsp;B&nbsp;81\/16, BFH\/NV 2017, 748, Rz&nbsp;30, 34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Senat sieht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.7.2018, XI B 18\/18ECLI:DE:BFH:2018:B.050718.XIB18.18.0 &Auml;nderung des Tabelleneintrags darf versagt werden, wenn Insolvenzschuldner keinen Widerspruch gegen Forderungsanmeldung erhoben hat Leits&auml;tze 1. NV: Wenn f&uuml;r den Steuerpflichtigen im Insolvenzverfahren die M&ouml;glichkeit bestand, durch einen Widerspruch gem&auml;&szlig; &sect; 178 Abs. 2 i.V.m. &sect; 201 Abs. 2 Satz 1 InsO den Eintritt der Urteilswirkung des Tabelleneintrags &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-18-18-aenderung-des-tabelleneintrags-darf-versagt-werden-wenn-insolvenzschuldner-keinen-widerspruch-gegen-forderungsanmeldung-erhoben-hat\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;18\/18 &#8211; &Auml;nderung des Tabelleneintrags darf versagt werden, wenn Insolvenzschuldner keinen Widerspruch gegen Forderungsanmeldung erhoben hat<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69936","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69936\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}