{"id":69937,"date":"2018-10-26T15:32:27","date_gmt":"2018-10-26T13:32:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69937"},"modified":"2018-10-26T15:32:27","modified_gmt":"2018-10-26T13:32:27","slug":"ix-r-26-17-keine-eigenheimzulage-fuer-immobilienobjekt-im-eu-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-26-17-keine-eigenheimzulage-fuer-immobilienobjekt-im-eu-ausland\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;26\/17 &#8211; Keine Eigenheimzulage f&uuml;r Immobilienobjekt im EU-Ausland"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.7.2018, IX R 26\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.200718.IXR26.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Eigenheimzulage f&uuml;r Immobilienobjekt im EU-Ausland<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Es ist europarechtlich nicht geboten, einem unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen mit Wohnsitz im Inland Eigenheimzulage f&uuml;r ein eigengenutztes Immobilienobjekt im EU-Ausland zu gew&auml;hren.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 29. Juni 2017&nbsp;&nbsp;9 K 9157\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob den Kl&auml;gern und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) ein Anspruch auf Gew&auml;hrung einer Eigenheimzulage f&uuml;r die Herstellung eines selbst bewohnten Hauses auf dem Staatsgebiet der Republik Polen (Polen) zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist deutscher Staatsangeh&ouml;riger und von Beruf Bundesbeamter; er bewohnte im Zeitraum von 1996 bis Ende 2009 mit seiner Ehefrau (Kl&auml;gerin), einer polnischen Staatsangeh&ouml;rigen, eine Mietwohnung in X. Mit Wirkung ab 1.&nbsp;November 2009 wurde der Kl&auml;ger mit seinem Einverst&auml;ndnis an den neuen Dienstort Y versetzt. Am 30.&nbsp;Oktober 2009 schloss der Kl&auml;ger einen Mietvertrag zum 15.&nbsp;Dezember 2009 &uuml;ber eine im Inland belegene Zwei-Zimmer-Wohnung in Z ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war bis 20.&nbsp;Oktober 2010, die Kl&auml;gerin bis 19.&nbsp;Oktober 2010 mit Hauptwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) gemeldet, und zwar bis zum 7.&nbsp;Januar 2010 unter ihrer Wohnanschrift in X und ab 8.&nbsp;Januar 2010 ihrer Wohnanschrift in Z. Nach diesem Zeitpunkt meldeten sich die Kl&auml;ger mit ihrem Hauptwohnsitz nach A (Polen) ab; der Kl&auml;ger behielt einen Wohnsitz unter der Wohnanschrift in Z bei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 4.&nbsp;April 2001 stellten die Kl&auml;ger bei der zust&auml;ndigen Bauaufsichtsbeh&ouml;rde der Stadt&nbsp;A (Polen) einen Bauantrag f&uuml;r die Herstellung eines Einfamilienhauses. Das Grundst&uuml;ck, auf dem das Objekt errichtet werden sollte, wurde der Kl&auml;gerin &#8211;als Alleineigent&uuml;merin&#8211; seitens Ihrer Mutter mit Vertrag vom 9.&nbsp;M&auml;rz 1999 schenkweise zugewandt. Der Kl&auml;ger wurde unter dem 20.&nbsp;August 2004 als Miteigent&uuml;mer in das Grundbuch eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Erteilung der Baugenehmigung am 6.&nbsp;Juni 2001 haben die Kl&auml;ger am 20.&nbsp;Mai 2003 mit den Bauarbeiten begonnen. Mit Schreiben vom 15.&nbsp;Dezember 2008 zeigten die Kl&auml;ger der Bauaufsichtsbeh&ouml;rde die Fertigstellung des Hauses an. Die Bauaufsichtsbeh&ouml;rde teilte den Kl&auml;gern unter dem 20.&nbsp;Januar 2009 mit, sie erhebe keine bauaufsichtlichen Einwendungen. Die Herstellungskosten des Hauses mit einer Nutzfl&auml;che von &uuml;ber 300&nbsp;qm (sechs Zimmer zuz&uuml;glich K&uuml;che und B&auml;der) betrugen rund 156.000&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seit dem 20.&nbsp;Oktober 2010 werden die Kl&auml;ger auf Antrag vom Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt; zuvor lag die Zust&auml;ndigkeit bei einer anderen Finanzbeh&ouml;rde. Ausweislich der Einkommensteuerbescheide 2009 bis 2015 erzielte die Kl&auml;gerin in den Streitjahren keinerlei steuerpflichtige Eink&uuml;nfte, insbesondere keine Eink&uuml;nfte aus einer Berufst&auml;tigkeit in Deutschland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger stellten am 12.&nbsp;Dezember 2012 beim FA einen Antrag auf Festsetzung der Eigenheimzulage f&uuml;r die Jahre ab 2009 im Hinblick auf die Herstellung des zu eigenen Wohnzwecken genutzten Hauses in A (Polen). Mit Bescheid vom 6.&nbsp;Juni 2013 lehnte das FA die Festsetzung einer Eigenheimzulage ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, dass die Antragsvoraussetzungen im Falle der Kl&auml;ger nicht vorl&auml;gen; sie seien insbesondere keine Grenzpendler, weil sie in Deutschland auf Antrag zusammen zur Einkommensteuer veranlagt w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch der Kl&auml;ger hatte keinen Erfolg. Das FA vertrat in seiner Einspruchsentscheidung vom 9.&nbsp;Juli 2014 die Auffassung, bei dem streitgegenst&auml;ndlichen Objekt in A (Polen) handele es sich um ein sog. Zweitobjekt im Ausland, f&uuml;r das keine Eigenheimzulage zu gew&auml;hren sei, weil beide Kl&auml;ger im Inland unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit seiner in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1781 ver&ouml;ffentlichten Entscheidung statt. Es vertrat die Auffassung, die Kl&auml;ger h&auml;tten als unbeschr&auml;nkt Einkommensteuerpflichtige Anspruch auf die beantragte Eigenheimzulage: Der Kl&auml;ger sei in den Streitjahren 2009 bis 2015 nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig gewesen; die Kl&auml;gerin sei zun&auml;chst &#8211;vom 1.&nbsp;Januar 2009 bis zum 15.&nbsp;Dezember 2009&#8211; ebenfalls nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig gewesen, in der Folgezeit &#8211;vom 16.&nbsp;Dezember 2009 bis zum 31.&nbsp;Dezember 2015&#8211; sei sie nach &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG auf Antrag f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG fiktiv als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig zu behandeln gewesen. Die Kl&auml;gerin habe nach der vom Gericht gewonnenen &Uuml;berzeugung in dieser Folgezeit keinen eigenen Zweitwohnsitz in der vom Kl&auml;ger allein als Mieter aus beruflichen Gr&uuml;nden angemieteten Wohnung in Z innegehabt. Zwar falle die Kl&auml;gerin nicht unter die Personengruppe, die nach Auffassung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20.&nbsp;Oktober 2010 IX&nbsp;R&nbsp;20\/09, BFHE 231, 480, BStBl II 2011, 342; vom 20.&nbsp;Oktober 2010 IX&nbsp;R&nbsp;55\/09, BFH\/NV 2011, 767) mit Blick auf das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Kommission\/Deutschland vom 17.&nbsp;Januar 2008 C-152\/05 (EU:C:2008:17, BStBl II 2008, 326) &uuml;ber den Wortlaut des &sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Eigenheimzulagengesetzes (EigZulG) in der f&uuml;r den streitbefangenen Zeitraum ma&szlig;geblichen Fassung hinaus eigenheimzulagenberechtigt seien. Eine Beschr&auml;nkung der Anwendbarkeit der Eigenheimzulagenf&ouml;rderung auf die in den Urteilen des BFH genannten Personengruppen sei dem EuGH-Urteil Kommission\/Deutschland (EU:C:2008:17, BStBl II 2008, 326) indes nicht zu entnehmen. Vielmehr sei es entsprechend den Rechtsgrunds&auml;tzen im EuGH-Urteil gemeinschaftsrechtlich geboten, die Kl&auml;gerin einer Steuerpflichtigen gleichzustellen, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG auf Antrag in Deutschland als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird. Denn beide Kl&auml;ger h&auml;tten, ebenso wie im unmittelbaren Anwendungsfall des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG, mindestens 90&nbsp;v.H. ihrer Eink&uuml;nfte in Deutschland erzielt, da die Kl&auml;gerin selbst in den Jahren 2009 bis 2015 unstreitig weder in Deutschland noch in Polen berufst&auml;tig gewesen sei. Die Kl&auml;gerin sei damit die Ehefrau eines Grenzpendlers i.S. der Rechtsprechung des EuGH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das von den Kl&auml;gern hergestellte Haus in A (Polen) sei &uuml;berdies ein i.S. des &sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EigZulG beg&uuml;nstigtes Objekt. Zwar sei es nicht im Inland belegen, es handle sich jedoch um ein Erstobjekt, da es die einzige Wohneinheit darstelle, die von beiden Kl&auml;gern als Ehepaar zusammen bewohnt werde und in ihrem gemeinsamen Eigentum stehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger habe der F&ouml;rderzeitraum jedoch bereits im Jahr 2008 begonnen und mit dem Jahr 2015 geendet. Soweit die Kl&auml;ger auch f&uuml;r das Jahr 2016 Eigenheimzulage beantragt h&auml;tten, sei die Klage unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Revision des FA, die mit der Verletzung materiellen Bundesrechts in Gestalt von &sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EigZulG begr&uuml;ndet wird. Das FG habe in seinem Urteil zu Unrecht das in &sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EigZulG normierte Tatbestandsmerkmal der Belegenheit des F&ouml;rderobjekts im Inland unangewendet gelassen. Ein Anspruch der Kl&auml;ger auf Eigenheimzulage lasse sich nicht aus den vom EuGH aufgestellten Grunds&auml;tzen ableiten; denn die Kl&auml;ger z&auml;hlten nicht zu den im EuGH-Urteil Kommission\/Deutschland (EU:C:2008:17, BStBl II 2008, 326) genannten beg&uuml;nstigten Personenkreisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger sei unstreitig in den Jahren 2009 bis 2015 unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG gewesen; denn er habe unstreitig in den Jahren von 2009 bis einschlie&szlig;lich 2015 neben seinem Wohnsitz in A (Polen) auch einen Wohnsitz im Inland unterhalten, sodass er weder zum Personenkreis i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 EStG noch zum Personenkreis des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG geh&ouml;re. &Uuml;berdies sei die Kl&auml;gerin f&uuml;r die Zeit ab 16.&nbsp;Dezember 2009 nach &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG auf Antrag als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt worden. Vor diesem Hintergrund sei es unionsrechtlich nicht geboten, das Tatbestandsmerkmal der Inlandsbelegenheit in &sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EigZulG unangewendet zu lassen. Vielmehr sei einem unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen mit Wohnsitz im Inland nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung Eigenheimzulage f&uuml;r ein im Ausland belegenes Zweitobjekt nicht zu gew&auml;hren. Dabei sei es unerheblich, ob die vom Kl&auml;ger im Inland gemietete Wohnung in Z als Erstwohnsitz oder als Zweitwohnsitz anzusehen sei. Im &Uuml;brigen sei die Verlegung des Familienwohnsitzes der Kl&auml;ger nach A (Polen) keine geeignete Ma&szlig;nahme zur Entlastung des deutschen Mietwohnungsmarktes gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 29.&nbsp;Juni&nbsp;2017&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;9157\/14 insoweit aufzuheben, als es der Klage stattgegeben hat und die Klage insgesamt abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt unter Aufhebung der Vorentscheidung zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;ger haben keinen Anspruch auf Eigenheimzulage f&uuml;r ihr Eigenheim in A (Polen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Voraussetzungen der Eigenheimzulage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EigZulG liegen nicht vor, weil das &#8211;im &Uuml;brigen f&ouml;rderf&auml;hige&#8211; Objekt nicht im Inland belegen ist. Es ist europarechtlich nicht geboten, dieses Tatbestandsmerkmal &#8211;Belegenheit des F&ouml;rderobjekts im Inland&#8211; unangewendet zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Urteil des EuGH Kommission\/Deutschland (EU:C:2008:17, BStBl II 2008, 326) ist im vorliegenden Fall nicht unmittelbar einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung erstreckt sich die Rechtskraft eines Urteils des EuGH lediglich auf diejenigen Tatsachen- und Rechtsfragen, die tats&auml;chlich oder notwendigerweise Gegenstand der betreffenden gerichtlichen Entscheidung waren. Die Rechtskraft eines eine Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats feststellenden Urteils kann daher nicht &uuml;ber die mit der Klage geltend gemachten Beanstandungen hinausgehen, die den Streitgegenstand des Verfahrens bestimmen. Der Senat verweist zur Vermeidung von Wiederholungen auf sein Urteil in BFHE 231, 480, BStBl II 2011, 342 und die dort angegebenen zahlreichen weiteren Nachweise.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hiernach wird der Fall eines unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen mit Wohnsitz im Inland &#8211;hier des Kl&auml;gers&#8211; ungeachtet des Tenors von der Rechtskraft des Urteils des EuGH Kommission\/ Deutschland (EU:C:2008:17, BStBl II 2008, 326) nicht erfasst. Aufgrund des vom Kl&auml;ger im Inland begr&uuml;ndeten und &uuml;ber den gesamten F&ouml;rderzeitraum beibehaltenen Wohnsitzes in Z geh&ouml;rt er zur Gruppe der unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen mit Wohnsitz im Inland, nicht jedoch zur Gruppe der &quot;Grenzpendler&quot;, &uuml;ber dessen Benachteiligung im genannten EuGH-Urteil zu befinden war. Dementsprechend ist auch die Kl&auml;gerin, die zu Beginn des F&ouml;rderzeitraums noch unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig war und ab 16.&nbsp;Dezember 2009 nach &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG auf Antrag als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt wurde, nicht als &quot;Ehegatte eines Grenzpendlers&quot; anzusehen, deren Benachteiligung durch die Bestimmungen des Eigenheimzulagengesetzes zu besorgen w&auml;re. Auch ihr Fall wird von der Rechtskraft des Urteils des EuGH Kommission\/Deutschland (EU:C:2008:17, BStBl II 2008, 326) nicht erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Grunds&auml;tzen geh&ouml;ren der Kl&auml;ger und die Kl&auml;gerin &#8211;diese jedenfalls bis zum 15.&nbsp;Dezember 2009&#8211; zwar zu dem i.S. des &sect;&nbsp;1 EigZulG eigenheimzulagenberechtigten Personenkreis der unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen i.S. des Einkommensteuergesetzes; beg&uuml;nstigt ist indes nur die Herstellung oder Anschaffung einer Wohnung in einem im Inland belegenen eigenen Haus oder einer im Inland belegenen eigenen Eigentumswohnung (&sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EigZulG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Urteil des EuGH Kommission\/Deutschland (EU:C:2008:17, BStBl II 2008, 326). Eine fehlende finanzielle Unterst&uuml;tzung des Erwerbs von (Zweit-)Wohnsitzen in anderen Mitgliedstaaten war von der Kommission in dem genannten Verfahren ausdr&uuml;cklich nicht beanstandet worden. Der Senat verweist hierzu auf sein Urteil in BFHE 231, 480, BStBl II 2011, 342.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch unionsrechtlich ist eine F&ouml;rderung des Erwerbs von Wohnsitzen im EU-Ausland nicht geboten. Unerheblich ist insoweit, ob das ma&szlig;gebliche, dem Grunde nach f&ouml;rderf&auml;hige Objekt melderechtlich den Erstwohnsitz oder den Zweitwohnsitz des Steuerpflichtigen darstellt; eine derartige Unterscheidung ist dem Eigenheimzulagenrecht fremd.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Versagung der Eigenheimzulage f&uuml;r Wohnsitze im EU-Ausland Grundfreiheiten der Kl&auml;ger beschr&auml;nkt, ist diese Beschr&auml;nkung gerechtfertigt. Eine Entlastung des Mietwohnmarktes im Inland ist durch die Entscheidung der Kl&auml;ger, ihren Erstwohnsitz nach Polen zu verlegen, jedoch einen (angemieteten) Zweitwohnsitz im Inland f&uuml;r den Kl&auml;ger beizubehalten, nicht eingetreten. Auch insoweit verweist der Senat auf sein Urteil in BFHE 231, 480, BStBl II 2011, 342, m.w.N.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.7.2018, IX R 26\/17ECLI:DE:BFH:2018:U.200718.IXR26.17.0 Keine Eigenheimzulage f&uuml;r Immobilienobjekt im EU-Ausland Leits&auml;tze NV: Es ist europarechtlich nicht geboten, einem unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen mit Wohnsitz im Inland Eigenheimzulage f&uuml;r ein eigengenutztes Immobilienobjekt im EU-Ausland zu gew&auml;hren. Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 29. Juni 2017&nbsp;&nbsp;9 K 9157\/14 aufgehoben. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-26-17-keine-eigenheimzulage-fuer-immobilienobjekt-im-eu-ausland\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;26\/17 &#8211; Keine Eigenheimzulage f&uuml;r Immobilienobjekt im EU-Ausland<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69937","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69937"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69937\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}