{"id":69939,"date":"2018-10-26T15:30:39","date_gmt":"2018-10-26T13:30:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69939"},"modified":"2018-10-26T15:30:39","modified_gmt":"2018-10-26T13:30:39","slug":"vii-b-126-17-vereinbarkeit-der-nationalen-milchquote-fuer-das-milchwirtschaftsjahr-2013-14-mit-unionsrecht-keine-laufende-anpassung-der-einzelstaatlichen-milchquoten-an-die-jeweilige-marktsituation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-126-17-vereinbarkeit-der-nationalen-milchquote-fuer-das-milchwirtschaftsjahr-2013-14-mit-unionsrecht-keine-laufende-anpassung-der-einzelstaatlichen-milchquoten-an-die-jeweilige-marktsituation\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;126\/17 &#8211; Vereinbarkeit der nationalen Milchquote f&uuml;r das Milchwirtschaftsjahr 2013\/14 mit Unionsrecht &#8211; Keine laufende Anpassung der einzelstaatlichen Milchquoten an die jeweilige Marktsituation"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.7.2018, VII B 126\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.060718.VIIB126.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Vereinbarkeit der nationalen Milchquote f&uuml;r das Milchwirtschaftsjahr 2013\/14 mit Unionsrecht &#8211; Keine laufende Anpassung der einzelstaatlichen Milchquoten an die jeweilige Marktsituation<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die VO Nr. 1234\/2007 einschlie&szlig;lich der Festsetzung der nationalen Milchquote f&uuml;r das Milchwirtschaftsjahr 2013\/14 ist zur Stabilisierung der M&auml;rkte nicht offensichtlich ungeeignet.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: An der Vereinbarkeit der unionsrechtlichen Vorschriften &uuml;ber das Milchquotensystem und die Milchabgabe mit h&ouml;herrangigem Recht und insbesondere mit dem Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit bestehen keine Zweifel.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 23. Juni 2017 4 K 150\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist Rechtsnachfolgerin des Herrn X, der im Zw&ouml;lfmonatszeitraum 2013\/2014 &uuml;ber eine Milchquote von &#8230;&nbsp;kg verf&uuml;gte. Tats&auml;chlich lieferte er in diesem Zeitraum der Molkerei &#8230;&nbsp;kg. Nach Fettgehaltskorrektur sowie Molkerei- und Bundessaldierung ergab sich eine &Uuml;berlieferung von &#8230;&nbsp;kg und eine Abgabenforderung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR, die die Molkerei beim Beklagten und Beschwerdegegner (Hauptzollamt) anmeldete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, die Abgabenfestsetzung sei rechtm&auml;&szlig;ig und mit h&ouml;herrangigem Recht vereinbar. Die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1234\/2007 des Rates vom 22.&nbsp;Oktober 2007 &uuml;ber eine gemeinsame Organisation der Agrarm&auml;rkte und mit Sondervorschriften f&uuml;r bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse &#8211;VO Nr.&nbsp;1234\/2007&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;299\/1), die f&uuml;r den Zw&ouml;lfmonatszeitraum 2013\/ 2014 bei &Uuml;berschreitung der einzelstaatlichen Quote die Erhebung einer &Uuml;berschussabgabe vorsehe, versto&szlig;e weder gegen den Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit noch gegen das Diskriminierungsverbot. Es halte an der in seinem Urteil vom 30.&nbsp;September 2016&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;157\/15 (Agrar- und Umweltrecht 2017, 33) ge&auml;u&szlig;erten Auffassung fest. Der Unionsgesetzgeber verf&uuml;ge zudem im Bereich der Agrarpolitik &uuml;ber ein weites Ermessen. Ihm stehe in Bezug auf das jeweilige Milchquotenjahr eine Einsch&auml;tzungspr&auml;rogative zu, die vor Beginn des jeweiligen Milchquotenjahres ausge&uuml;bt werde und sich auch auf l&auml;ngere Zeitr&auml;ume erstrecken d&uuml;rfe und gerichtlich nur in engen Grenzen, d.h. auf offensichtliche Fehleinsch&auml;tzungen, &uuml;berpr&uuml;fbar sei. Letzteres sei im Streitfall nicht gegeben. Insbesondere entspreche die in der VO Nr.&nbsp;1234\/2007 niedergelegte Milchquotenregelung im Wesentlichen dem Regelungswerk der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1788\/2003 des Rates vom 29.&nbsp;September 2003 &uuml;ber die Erhebung einer Abgabe im Milchsektor &#8211;VO Nr.&nbsp;1788\/2003&#8211; (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;270\/123), die der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) nicht f&uuml;r offensichtlich ungeeignet gehalten habe, um das Ziel der Stabilisierung der M&auml;rkte zu verfolgen. Die Milcherzeuger in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) bef&auml;nden sich in keiner anderen Situation als die Milcherzeuger anderer Mitgliedstaaten der Europ&auml;ischen Union (EU).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin begr&uuml;ndet ihre Nichtzulassungsbeschwerde mit der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache und der Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs. Es sei zu kl&auml;ren, ob der Unionsgesetzgeber trotz des ihm zukommenden weiten Ermessensspielraums im Fall einer grundlegenden &Auml;nderung der Marktverh&auml;ltnisse zum kurzfristigen Einschreiten und zur Anpassung der festgesetzten Quoten und Mengen verpflichtet sei, wenn anderenfalls der mit den Marktordnungsregeln verfolgte Zweck verfehlt und das Gegenteil erreicht w&uuml;rde. Konkret sei zu kl&auml;ren, ob der Rat der EU wegen der grundlegenden &Auml;nderung der Marktverh&auml;ltnisse im Milchwirtschaftsjahr 2013\/14 und der Umkehrung der vom Gesetzgeber bei Erlass der Regelung vorausgesetzten Situation verpflichtet gewesen sei, die einzelstaatlichen Quoten f&uuml;r die jeweiligen Mitgliedstaaten, jedenfalls aber f&uuml;r Deutschland, nachtr&auml;glich mit Wirkung f&uuml;r das am 31.&nbsp;M&auml;rz 2014 endende Milchwirtschaftsjahr zu erh&ouml;hen. Der durchschnittliche Milchpreis in der gesamten EU sei im Laufe des Jahres 2013 stetig gestiegen und die Nachfrage habe das Angebot &uuml;berstiegen. Das FG verkenne bei dem Hinweis, die Milcherzeuger in den anderen Mitgliedstaaten h&auml;tten sich in keiner anderen Situation befunden, dass in den meisten Mitgliedstaaten die einzelstaatliche Quote &uuml;berhaupt nicht &uuml;berschritten worden sei. Dem EuGH sei die Frage vorzulegen, ob Art.&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 VO Nr.&nbsp;1234\/2007 so auszulegen sei, dass im Fall eines festgestellten Nachfrage&uuml;berhangs auf dem gesamten Milchmarkt in allen EU-Mitgliedstaaten eine Verpflichtung des Rates bestehe, die einzelstaatlichen Quoten in den Mitgliedstaaten, in denen eine &Uuml;berschreitung zu erwarten sei, f&uuml;r den betroffenen Zeitraum der erh&ouml;hten Nachfrage anzupassen und zu erh&ouml;hen. Abgesehen davon habe sich das FG mit ihrer (der Kl&auml;gerin) Argumentation im Streitfall nicht hinreichend auseinandergesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Streitsache kommt keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zu. Es fehlt an der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der von der Kl&auml;gerin aufgeworfenen Rechtsfrage, weil sich deren Beantwortung ohne Weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes ergibt und sie daher offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG in seiner Entscheidung getan hat (vgl. st&auml;ndige Rechtsprechung, Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18.&nbsp;Dezember 1998 VI&nbsp;B&nbsp;215\/98, BFHE 187, 559, BStBl II 1999, 231, und vom 21.&nbsp;Februar 2014 X&nbsp;B&nbsp;142\/13, BFH\/NV 2014, 899).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 VO Nr.&nbsp;1234\/2007 werden die einzelstaatlichen Quoten gem&auml;&szlig; Anhang&nbsp;IX Nummer&nbsp;1 vorbehaltlich einer etwaigen &Uuml;berpr&uuml;fung auf der Grundlage der allgemeinen Marktlage und besonderen Bedingungen in bestimmten Mitgliedstaaten festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Festsetzung der nationalen Milchquoten ist nur einer eingeschr&auml;nkten gerichtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung zug&auml;nglich. Denn im Bereich der gemeinsamen Agrarpolitik verf&uuml;gt der Rat &uuml;ber einen Ermessensspielraum, dessen gerichtliche Kontrolle auf die &Uuml;berpr&uuml;fung beschr&auml;nkt ist, ob eine in diesem Bereich erlassene Ma&szlig;nahme zur Erreichung des Ziels, das das zust&auml;ndige Organ verfolgt, offensichtlich ungeeignet ist (EuGH-Urteil Azienda Agricola Disar&ograve; Antonio u.a. vom 14.&nbsp;Mai 2009 C-34\/08, EU:C:2009:304, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2009, 219).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auslegung des Art.&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 VO Nr.&nbsp;1234\/2007 ist weder zweifelhaft noch ist die VO Nr.&nbsp;1234\/2007 einschlie&szlig;lich der Festsetzung der nationalen Milchquote f&uuml;r das Milchwirtschaftsjahr 2013\/14 zur Stabilisierung der M&auml;rkte (vgl. Erw&auml;gungsgrund&nbsp;36 der VO Nr.&nbsp;1234\/2007) offensichtlich ungeeignet. Dies hat der EuGH bez&uuml;glich der VO Nr.&nbsp;1788\/2003, deren Milchquotenregelung im Wesentlichen dem Regelungswerk der VO Nr.&nbsp;1234\/2007 entspricht und die durch Art.&nbsp;201 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b VO Nr.&nbsp;1234\/2007 aufgehoben wurde<strong>, <\/strong>bereits best&auml;tigt (EuGH-Urteil Azienda Agricola Disar&ograve; Antonio u.a., EU:C:2009:304, ZfZ 2009, 219). Die im vorliegenden Verfahren ausschlaggebende Regelung in Art.&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 VO Nr.&nbsp;1234\/2007 war bereits im Wesentlichen wortgleich in Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 VO Nr.&nbsp;1788\/2003 enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der erkennende Senat hat unter Hinweis auf die Rechtsprechung des EuGH wiederholt, und zwar f&uuml;r die Geltungszeitr&auml;ume sowohl der VO Nr.&nbsp;1788\/2003 als auch der VO Nr.&nbsp;1234\/2007, entschieden, dass an der Vereinbarkeit der unionsrechtlichen Vorschriften &uuml;ber das Milchquotensystem und die Milchabgabe mit h&ouml;herrangigem Recht und insbesondere mit dem Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit keine Zweifel bestehen (vgl. Senatsbeschl&uuml;sse vom 16.&nbsp;April 2015 VII&nbsp;B&nbsp;44\/14, BFH\/NV 2016, 947; vom 20.&nbsp;August 2015 VII&nbsp;B&nbsp;54\/15, BFH\/NV 2016, 949, jeweils m.w.N., und vom 13.&nbsp;Juli 2017 VII&nbsp;R&nbsp;29\/16, BFHE 259, 181, ZfZ 2017, 302).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon wurden nach Art.&nbsp;66 Abs.&nbsp;1 VO Nr.&nbsp;1234\/2007 die einzelstaatlichen Quoten f&uuml;r die Erzeugung von Milch und anderen Milcherzeugnissen f&uuml;r sieben aufeinander folgende Zeitr&auml;ume festgesetzt. Dies l&auml;sst darauf schlie&szlig;en, dass der Unionsgesetzgeber vor&uuml;bergehende Beeintr&auml;chtigungen der Marktstabilit&auml;t nicht in jedem Fall f&uuml;r problematisch erachtet hat. Auch wenn nach Art.&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 VO Nr.&nbsp;1234\/2007 die allgemeine Marktlage und die besonderen Bedingungen in den Mitgliedstaaten zu ber&uuml;cksichtigen sind, l&auml;sst sich daraus kein Anspruch eines einzelnen Milcherzeugers auf eine laufende oder zeitnahe Anpassung der einzelstaatlichen Milchquoten an die jeweilige Marktsituation ableiten. Eine nachtr&auml;gliche Anhebung der einzelstaatlichen Quote nach Ablauf des Milchwirtschaftsjahres allein aufgrund ihrer &Uuml;berschreitung f&uuml;hrte die Milchquotenregelung vielmehr ad absurdum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass in Deutschland besondere Bedingungen bestanden haben, die eine &Uuml;berpr&uuml;fung bzw. Anpassung der einzelstaatlichen Quoten &uuml;ber die bereits erfolgten Anpassungen hinaus selbst unter Ber&uuml;cksichtigung des weiten Ermessensspielraums des Unionsgesetzgebers erfordert h&auml;tten (vgl. Art.&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 VO Nr.&nbsp;1234\/2007), hat die Kl&auml;gerin nicht dargelegt. Der allgemeine Hinweis auf eine erh&ouml;hte Nachfrage nach Milch auf dem Weltmarkt und einen gestiegenen Milchpreis in der EU gen&uuml;gen insofern nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Verfahrensmangel in Gestalt einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes liegt nicht vor, soweit die Beschwerde r&uuml;gt, das FG habe ihr Vorbringen nicht vollst&auml;ndig ber&uuml;cksichtigt. Das FG ist nicht verpflichtet, sich in der Urteilsbegr&uuml;ndung mit jedem Vorbringen der Beteiligten ausdr&uuml;cklich zu befassen. Es ist vielmehr grunds&auml;tzlich davon auszugehen, dass das Gericht das Vorbringen der Beteiligten zur Kenntnis genommen hat (BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Juni 2001 II&nbsp;B&nbsp;129\/00, BFH\/NV 2001, 1292). Daher liegt in derartigen F&auml;llen eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r nur vor, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalls deutlich ergibt, dass das FG Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;November 2002 X&nbsp;B&nbsp;78\/01, BFH\/NV 2003, 335, m.w.N.; Senatsbeschluss vom 7.&nbsp;Oktober 2009 VII&nbsp;B&nbsp;253\/08, BFH\/NV 2010, 267). Hiervon kann im Streitfall nicht ausgegangen werden, weil sich das FG mit dem Argument der Kl&auml;gerin, im ma&szlig;geblichen Zeitraum habe in Deutschland eine besondere Ausnahmesituation bestanden, auseinandergesetzt hat. Eine eventuelle Pflicht des Rates der EU zur Erh&ouml;hung der einzelstaatlichen Quote aufgrund der gestiegenen Nachfrage hat das FG ebenfalls gepr&uuml;ft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.7.2018, VII B 126\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.060718.VIIB126.17.0 Vereinbarkeit der nationalen Milchquote f&uuml;r das Milchwirtschaftsjahr 2013\/14 mit Unionsrecht &#8211; Keine laufende Anpassung der einzelstaatlichen Milchquoten an die jeweilige Marktsituation Leits&auml;tze 1. NV: Die VO Nr. 1234\/2007 einschlie&szlig;lich der Festsetzung der nationalen Milchquote f&uuml;r das Milchwirtschaftsjahr 2013\/14 ist zur Stabilisierung der M&auml;rkte nicht offensichtlich ungeeignet. 2. NV: &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-126-17-vereinbarkeit-der-nationalen-milchquote-fuer-das-milchwirtschaftsjahr-2013-14-mit-unionsrecht-keine-laufende-anpassung-der-einzelstaatlichen-milchquoten-an-die-jeweilige-marktsituation\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;126\/17 &#8211; Vereinbarkeit der nationalen Milchquote f&uuml;r das Milchwirtschaftsjahr 2013\/14 mit Unionsrecht &#8211; Keine laufende Anpassung der einzelstaatlichen Milchquoten an die jeweilige Marktsituation<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69939","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69939"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69939\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}