{"id":69940,"date":"2018-10-26T15:30:33","date_gmt":"2018-10-26T13:30:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69940"},"modified":"2018-10-26T15:30:33","modified_gmt":"2018-10-26T13:30:33","slug":"xi-b-17-18-feststellung-zur-insolvenztabelle-wirkt-wie-ein-entsprechender-steuerbescheid-anfechtungsmoeglichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-17-18-feststellung-zur-insolvenztabelle-wirkt-wie-ein-entsprechender-steuerbescheid-anfechtungsmoeglichkeiten\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;17\/18 &#8211; Feststellung zur Insolvenztabelle wirkt wie ein entsprechender Steuerbescheid; Anfechtungsm&ouml;glichkeiten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.7.2018, XI B 17\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.050718.XIB17.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Feststellung zur Insolvenztabelle wirkt wie ein entsprechender Steuerbescheid; Anfechtungsm&ouml;glichkeiten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Wenn weder der Insolvenzverwalter noch einer der Insolvenzgl&auml;ubiger noch der Schuldner der Feststellung einer Umsatzsteuerforderung zur Insolvenztabelle widersprochen haben, ist die Feststellung zur Insolvenztabelle, die als Steuerfestsetzung wirkt, mit einem f&ouml;rmlichen Rechtsbehelf (Einspruch, Klage, Nichtzulassungsbeschwerde, Revision) nicht mehr anfechtbar.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 24. November 2017 1 K 3807\/15 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) betrieb im Streitjahr (2007) einen Einzelhandel. Diesen Betrieb meldete sie Ende Februar 2008 wegen Betriebsaufgabe ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2008 &#8230; er&ouml;ffnete das Amtsgericht (AG) X das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin und bestellte Herrn &#8230; (A) zum Insolvenzverwalter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das damals f&uuml;r die Umsatzsteuer der Kl&auml;gerin zust&auml;ndige Finanzamt Z (FA Z) meldete im April 2008 die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR zur Tabelle an und &uuml;bersandte A eine &quot;Berechnung f&uuml;r 2007 &uuml;ber Umsatzsteuer&quot;, die es durch manuelle &Auml;nderung eines maschinell erstellten, nicht versandten Umsatzsteuerbescheids hergestellt hatte. In den Erl&auml;uterungen wurde darauf hingewiesen, dass es sich nicht um eine Steuerfestsetzung, sondern um eine Steuerberechnung als Grundlage f&uuml;r die Anmeldung zur Tabelle handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die angemeldete Forderung wurde im Pr&uuml;fungstermin weder vom Insolvenzverwalter noch von der Kl&auml;gerin bestritten und deshalb wie angemeldet in die Insolvenztabelle eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Infolge Organisationsakts der Finanzverwaltung wurde zum 1.&nbsp;April 2011 der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r die Umsatzsteuer der Kl&auml;gerin zust&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Beschluss vom 2.&nbsp;Juni 2014 erteilte das AG X der Kl&auml;gerin Restschuldbefreiung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 17.&nbsp;November 2014 bat der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin das FA u.a. um &Uuml;bersendung des Umsatzsteuerbescheids f&uuml;r das Jahr 2007. Das FA &uuml;bersandte ihm am selben Tag einen computergenerierten, auf jeder Seite als &quot;Doppel&quot; gekennzeichneten Ausdruck des an A adressierten, nicht versandten Umsatzsteuerbescheids des FA Z f&uuml;r das Jahr 2007 vom 29.&nbsp;April 2008 mit dem o.g. Erl&auml;uterungstext.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin nahm an, ihr sei am 17.&nbsp;November 2014 ein Umsatzsteuerbescheid des FA Z vom 29.&nbsp;April 2008 bekanntgegeben worden, und legte dagegen am 18.&nbsp;Dezember 2014 Einspruch ein. In der Folgezeit reichte die Kl&auml;gerin eine Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2007 (nebst Abtretungsanzeige f&uuml;r das sich ergebende Guthaben) ein. Den Einspruch wies das FA durch Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;November 2015 als unbegr&uuml;ndet mit der Begr&uuml;ndung zur&uuml;ck, dem FA habe bei der &Uuml;bersendung des genannten Computerausdrucks am 17.&nbsp;November 2014 der Bekanntgabewille gefehlt. Dies sei durch den Aufdruck &quot;Doppel&quot;, das Datum aus dem Jahr 2008 und die Angabe des durch Organisationsakt untergegangenen FA Z als erlassender Beh&ouml;rde nach au&szlig;en dokumentiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die sich anschlie&szlig;ende Klage wies das Finanzgericht (FG) ab und lie&szlig; die Revision nicht zu. Es entschied, das FA habe den Einspruch im Ergebnis zu Recht zur&uuml;ckgewiesen. Der Einspruch sei unzul&auml;ssig, weil das &uuml;bersandte Doppel der Umsatzsteuerberechnung kein Verwaltungsakt gewesen sei. Der Umsatzsteuerberechnung f&uuml;r das Jahr 2007 vom 29.&nbsp;April 2008 fehle der Regelungsgehalt. Sie sei lediglich eine Information f&uuml;r den Insolvenzverwalter. Das am 14.&nbsp;November 2014 &uuml;bersandte Doppel sei ebenfalls kein gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin erlassener Verwaltungsakt, wie sich aus der Adressierung an A und dem Erl&auml;uterungstext ergebe. Au&szlig;erdem fehle der Bekanntgabewille.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision, mit der die Kl&auml;gerin geltend macht, die Revision sei wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache, zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung sowie wegen Verfahrensfehlern zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist &#8211;bei Zweifeln an ihrer Zul&auml;ssigkeit&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind &uuml;berwiegend nicht hinreichend dargelegt und liegen im &Uuml;brigen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache ist nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache muss der Beschwerdef&uuml;hrer eine konkrete Rechtsfrage formulieren und substantiiert auf ihre Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit, ihre &uuml;ber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung sowie darauf eingehen, weshalb von der Beantwortung der Rechtsfrage die Entscheidung &uuml;ber die Rechtssache abh&auml;ngt (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;November 2015 XI&nbsp;B&nbsp;52\/15, BFH\/NV 2016, 431, Rz&nbsp;24; vom 25.&nbsp;Juli 2017 IX&nbsp;B&nbsp;50\/17, BFH\/NV 2017, 1457, Rz&nbsp;3). Ist zu einer Rechtsfrage bereits Rechtsprechung vorhanden, hat sich der Beschwerdef&uuml;hrer damit auseinanderzusetzen und zu er&ouml;rtern, warum durch diese Entscheidungen die Rechtsfrage noch nicht als gekl&auml;rt anzusehen ist bzw. weshalb sie ggf. einer weiteren oder erneuten Kl&auml;rung bedarf (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;Januar 2015 XI&nbsp;B&nbsp;88\/14, BFH\/NV 2015, 864, Rz&nbsp;15; vom 7.&nbsp;Februar 2018 V&nbsp;B&nbsp;119\/17, BFH\/NV 2018, 544, Rz&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies hat die Kl&auml;gerin nicht getan.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;gerin wirft folgende Rechtsfrage auf: &quot;Was ist das f&uuml;r ein Akt, der Rechtskraftwirkungen eines sonstigen Verwaltungsaktes entfaltet, der nach einer Vorschrift, die f&uuml;r Verwaltungsakte gilt, zur&uuml;ckgenommen werden kann und dabei angeblich selbst kein Verwaltungsakt ist, von dem der Beklagte und Beschwerdegegner selbst annimmt, dass es sich dabei um eine Steuerfestsetzung handelt?&quot; Daran schlie&szlig;en sich mehrere weitere Fragen zur Rechtsnatur des Tabelleneintrags, zur Forderungsanmeldung und zum Zeitpunkt der Bestandskraft an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es fehlt aber die Darlegung, warum diese Rechtsfragen im vorliegenden Verfahren XI&nbsp;B&nbsp;17\/18 kl&auml;rbar sein sollen, in dem es um die Frage geht, ob das am 14.&nbsp;November 2014 vom FA &uuml;bersandte Doppel ein von der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber dem FA mit dem Einspruch anfechtbarer Verwaltungsakt ist, obwohl es nicht vom FA, sondern vom FA Z stammt und nicht an die Kl&auml;gerin, sondern an A adressiert ist. Inwiefern hierf&uuml;r von Bedeutung ist, welche Rechtsnatur die Forderungsanmeldung und der Tabelleneintrag haben und wann sie &quot;bestandskr&auml;ftig&quot; werden, ergibt sich aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht hinreichend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Au&szlig;erdem fehlt jegliche Auseinandersetzung mit der dazu vorhandenen Rechtsprechung. Die Feststellung der Forderung in der Insolvenztabelle stellt das insolvenzrechtliche &Auml;quivalent zur Steuerfestsetzung durch Verwaltungsakt dar; sie hat grunds&auml;tzlich die gleichen Rechtswirkungen wie ein entsprechender Steuerbescheid (vgl. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;August 2008 VII&nbsp;R&nbsp;36\/07, BFHE 222, 205, BStBl II 2009, 90, unter II.1.b&nbsp;dd, Rz&nbsp;15). Die widerspruchslose Eintragung in die Tabelle wirkt gegen&uuml;ber dem Insolvenzverwalter und allen Insolvenzgl&auml;ubigern gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;3 der Insolvenzordnung (InsO) wie ein rechtskr&auml;ftiges Urteil. Gegen&uuml;ber dem Schuldner, der &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; der Forderungsanmeldung nicht widersprochen hat, hat sie die Wirkung eines vollstreckbaren Titels, aus dem die Insolvenzgl&auml;ubiger wie aus einem vollstreckbaren Urteil die Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner betreiben k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;September 2017 XI&nbsp;R&nbsp;9\/16, BFHE 259, 221, BFH\/NV 2018, 75, Rz&nbsp;33; Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 11.&nbsp;Juli 2013 IX&nbsp;ZR&nbsp;286\/12, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 2013, 1268, Rz&nbsp;8; BGH-Beschluss vom 3.&nbsp;April 2014 IX&nbsp;ZB&nbsp;83\/13, NJW-RR 2014, 1390, Rz&nbsp;8). Allenfalls unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;130 der Abgabenordnung (AO) entf&auml;llt die Urteilswirkung des &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;3 InsO (vgl. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;13\/11, BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298, Rz&nbsp;42 und 46; vom 24.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;20\/10, BFH\/NV 2012, 711, Rz&nbsp;11; vom 6.&nbsp;Dezember 2012 V&nbsp;R&nbsp;1\/12, BFH\/NV 2013, 906, Rz&nbsp;10; bei Insolvenzplan &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit verneinend BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 2014 I&nbsp;R&nbsp;39\/13, BFHE 247, 300, BStBl II 2015, 577). Weitergehenden Kl&auml;rungsbedarf legt die Beschwerde nicht dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Mit ihrem Vortrag, das Urteil des FG stehe in Widerspruch zu den BFH-Urteilen in BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298 und in BFH\/NV 2013, 906, hat die Kl&auml;gerin den Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) wegen Divergenz nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur schl&uuml;ssigen Darlegung dieses Zulassungsgrundes muss der Beschwerdef&uuml;hrer tragende abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander so gegen&uuml;berstellen, dass die behauptete Abweichung erkennbar wird (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;B&nbsp;49\/14, BFH\/NV 2015, 363, Rz&nbsp;14; in BFH\/NV 2016, 431, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies ist vorliegend nicht geschehen. Die Kl&auml;gerin hat zwar in der Beschwerdebegr&uuml;ndung angebliche Divergenzentscheidungen benannt, aber keine voneinander abweichenden Rechtss&auml;tze der angeblichen Divergenzentscheidungen und der Vorinstanz derart gegen&uuml;bergestellt, dass eine Abweichung erkennbar wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Au&szlig;erdem ist nicht dargelegt, dass ein tragender Rechtssatz im Streitfall entscheidungserheblich w&auml;re. Ob der Tabelleneintrag nach &sect;&nbsp;130 AO ge&auml;ndert werden kann, ist nicht Gegenstand des Verfahrens XI&nbsp;B&nbsp;17\/18.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das Urteil des FG ist auch nicht &#8211;wie die Kl&auml;gerin meint&#8211; greifbar gesetzeswidrig, weil zur Umsatzsteuer 2007 noch gar kein Verwaltungsakt ergangen sei und nach Auffassung des FG auch kein Bescheid ergehen m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur Insolvenztabelle festgestellte Steueranspr&uuml;che werden von der rechtskraft&auml;hnlichen Wirkung des Tabelleneintrages erfasst, so dass sie ohne Steuerbescheid durchgesetzt werden k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;August 2015 V&nbsp;R&nbsp;39\/14, BFHE 251, 125, BStBl II 2017, 755, Rz&nbsp;20; BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Dezember 2016 V&nbsp;B&nbsp;36\/16, BFH\/NV 2017, 437, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Hinweis der Kl&auml;gerin auf die Unterbrechung des Verwaltungsverfahrens durch die Insolvenzer&ouml;ffnung f&uuml;hrt zu keiner anderen Beurteilung; denn der Umstand, dass weder der Insolvenzverwalter noch einer der Insolvenzgl&auml;ubiger noch der Schuldner der Feststellung einer Umsatzsteuerforderung zur Insolvenztabelle widersprochen hat (Feststellung zur Tabelle nach &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;1 InsO), bewirkt die Erledigung der Hauptsache (vgl. BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;September 2015 V&nbsp;B&nbsp;159\/14, BFH\/NV 2016, 60, Rz&nbsp;12, m.w.N.). Die Feststellung zur Insolvenztabelle, die als Steuerfestsetzung wirkt, ist in einem solchen Fall mit einem f&ouml;rmlichen Rechtsbehelf (Einspruch, Klage, Nichtzulassungsbeschwerde, Revision) nicht mehr anfechtbar (vgl. BFH-Urteil in BFHE 259, 221, BFH\/NV 2018, 75, Rz&nbsp;35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin wird hierdurch auch nicht rechtsschutzlos gestellt; denn sie konnte als Insolvenzschuldnerin der Forderungsanmeldung des FA im Pr&uuml;fungstermin widersprechen und dadurch den Eintritt der Wirkung des &sect;&nbsp;201 InsO verhindern (vgl. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Mai 2017 VII&nbsp;R&nbsp;25\/16, BFHE 257, 515, BStBl II 2017, 934; in BFHE 259, 221, BFH\/NV 2018, 75). Diese M&ouml;glichkeit hat sie nicht genutzt. Dies geht auch insoweit zu ihren Lasten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auf die Frage, ob der von der Kl&auml;gerin geltend gemachte Zulassungsgrund ebenfalls nicht hinreichend dargelegt ist (zu den Anforderungen hieran BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Februar 2018 XI&nbsp;B&nbsp;129\/17, BFH\/NV 2018, 641, Rz&nbsp;12, m.w.N.), kommt es deshalb nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit die Beschwerde (auch) als Verfahrensfehler r&uuml;gt, die Begr&uuml;ndung des FG sei widerspr&uuml;chlich und die Beweisw&uuml;rdigung des FG sei falsch bzw. unvollst&auml;ndig, wendet sich die Kl&auml;gerin gegen die sachliche Richtigkeit des Urteils. Die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung geh&ouml;rt revisionsrechtlich dem materiellen Recht an. Die Kl&auml;gerin macht daher einen materiellen Fehler geltend, der &#8211;so er denn vorl&auml;ge&#8211; grunds&auml;tzlich nicht die Zulassung der Revision rechtfertigen w&uuml;rde; auch l&auml;ge kein Verfahrensfehler vor (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Juni 2014 XI&nbsp;B&nbsp;45\/13, BFH\/NV 2014, 1584, Rz&nbsp;47; vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2017 XI&nbsp;B&nbsp;81\/16, BFH\/NV 2017, 748, Rz&nbsp;30, 34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Senat sieht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.7.2018, XI B 17\/18ECLI:DE:BFH:2018:B.050718.XIB17.18.0 Feststellung zur Insolvenztabelle wirkt wie ein entsprechender Steuerbescheid; Anfechtungsm&ouml;glichkeiten Leits&auml;tze NV: Wenn weder der Insolvenzverwalter noch einer der Insolvenzgl&auml;ubiger noch der Schuldner der Feststellung einer Umsatzsteuerforderung zur Insolvenztabelle widersprochen haben, ist die Feststellung zur Insolvenztabelle, die als Steuerfestsetzung wirkt, mit einem f&ouml;rmlichen Rechtsbehelf (Einspruch, Klage, Nichtzulassungsbeschwerde, Revision) nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-17-18-feststellung-zur-insolvenztabelle-wirkt-wie-ein-entsprechender-steuerbescheid-anfechtungsmoeglichkeiten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;17\/18 &#8211; Feststellung zur Insolvenztabelle wirkt wie ein entsprechender Steuerbescheid; Anfechtungsm&ouml;glichkeiten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69940","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69940"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69940\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69940"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}