{"id":69946,"date":"2018-10-26T15:32:29","date_gmt":"2018-10-26T13:32:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69946"},"modified":"2018-10-26T15:32:29","modified_gmt":"2018-10-26T13:32:29","slug":"v-r-6-16-umsatzsteuer-im-freizeitpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-6-16-umsatzsteuer-im-freizeitpark\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;6\/16 &#8211; Umsatzsteuer im Freizeitpark"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.8.2018, V R 6\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.020818.VR6.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Umsatzsteuer im Freizeitpark<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung nach &sect; 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. d UStG gilt nicht f&uuml;r ortsgebundene Schaustellungsunternehmen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 23. September 2015&nbsp;&nbsp;14 K 4220\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betrieb im Streitjahr 2004 einen Freizeitpark mit verschiedenen Themenbereichen. Mit der Zahlung des Eintrittsgelds erwarb der Besucher das Recht, die Einrichtungen des Freizeitparks zu nutzen. &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung gab die Kl&auml;gerin eine ge&auml;nderte Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr ab, mit der sie geltend machte, dass die Eintrittsberechtigungen teilweise nach dem erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatz zu versteuern seien. Dem folgte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Urteil des Finanzgerichts (FG) ist &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;d des Umsatzsteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres 2004 (UStG) nicht anzuwenden, da die dort vorausgesetzte T&auml;tigkeit als Schausteller nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) bei dauerhaft ortsfesten T&auml;tigkeiten nicht vorliege. Die Beschr&auml;nkung der Steuersatzerm&auml;&szlig;igung auf Leistungen mobiler Schausteller widerspreche nicht dem Neutralit&auml;tsgrundsatz in seiner Auslegung durch den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH). Es sei auch keine teilweise Anwendung der Steuersatzerm&auml;&szlig;igung m&ouml;glich, da eine einheitliche Leistung gegeben sei. Dem Durchschnittsverbraucher komme es gerade auf die Kombination der vielf&auml;ltigen Leistungsangebote des Freizeitparks an. Die kurze Dauer der Shows und Vorf&uuml;hrungen erm&ouml;gliche es den Besuchern viele unterschiedliche Attraktionen miteinander zu kombinieren. Auch andere Erm&auml;&szlig;igungstatbest&auml;nde wie &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;a und b sowie Nr.&nbsp;10 UStG seien nicht anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Revision. Der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz sei auch auf Freizeitparks anzuwenden. Die &Uuml;berlegungen des historischen Gesetzgebers zur Beschr&auml;nkung des Anwendungsbereichs von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;d UStG seien obsolet. In Frankreich gelte der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz. Es werde gegen den unionsrechtlichen Gleichheitssatz versto&szlig;en. Die Eintrittsgelder seien zumindest teilweise dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz zu unterwerfen. Das FG sei fehlerhaft von einer einheitlichen Leistung ausgegangen. Die getrennte Beurteilung ergebe sich daraus, dass der Leistungsempf&auml;nger frei ausw&auml;hle, welche Leistungen er nutzen wolle. Das FG habe zudem einen Beweisantrag &uuml;bergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG und die Teileinspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;November 2012 aufzuheben und auf die streitbefangenen Ums&auml;tze den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liege eine einheitliche Leistung vor, die dem Regelsteuersatz unterliege. Die Eintrittsberechtigung umfasse die Nutzung des gesamten Parks. Die Kl&auml;gerin sei nicht als Schausteller t&auml;tig gewesen. Die nur eingeschr&auml;nkte Anwendbarkeit des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes versto&szlig;e nicht gegen das Unionsrecht. Auf die Rechtslage in anderen Mitgliedstaaten komme es nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat mit Beschluss vom 31.&nbsp;Mai 2017 das Ruhen des Verfahrens bis zu einer Entscheidung des EuGH in der Rechtssache C-463\/16 Stadion Amsterdam CV angeordnet und das Verfahren nach dem Ergehen des EuGH-Urteils vom 18.&nbsp;Januar 2018 (EU:C:2018:22) in dieser Rechtssache wieder aufgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt hierzu vor, dass der EuGH in seinem Urteil Stadion Amsterdam CV (EU:C:2018:22) die Einheitlichkeit der Leistung unterstellt habe. Das nationale Recht habe die unionsrechtlichen Vorgaben zum erm&auml;&szlig;igten Steuersatz fehlerhaft umgesetzt. F&uuml;r eine nur selektive Definition der Schaustellert&auml;tigkeit sei kein Raum. &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;d UStG kn&uuml;pfe nicht an die Eintrittsberechtigung f&uuml;r Jahrm&auml;rkte an. Die Steuererm&auml;&szlig;igung des nationalen Rechts sei bereits vor der unionsrechtlichen Harmonisierung geschaffen worden. Die Einschr&auml;nkung auf nicht ortsfest erbrachte Schaustellerleistungen beruhe auf rein nationalrechtlichen Erw&auml;gungen. Auf eine fr&uuml;her gegebene Neuartigkeit k&ouml;nne heute nicht mehr abgestellt werden. Der Ausschluss von Vergn&uuml;gungsparks versto&szlig;e gegen den Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA weist darauf hin, dass der EuGH die Auffassung des FG best&auml;tigt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin zu einer teilweisen Inanspruchnahme von Steuersatzerm&auml;&szlig;igungen nicht berechtigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin erbrachte mit der Verschaffung der Eintrittsberechtigung zur allgemeinen Nutzung der Einrichtungen ihres Freizeitparks eine einheitliche Leistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des EuGH, der sich der BFH angeschlossen hat, ist in der Regel jede Lieferung oder Dienstleistung als eigene, selbst&auml;ndige Leistung zu betrachten. Bei einem Umsatz, der ein B&uuml;ndel von Einzelleistungen und Handlungen umfasst, ist aber im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu bestimmen, ob zwei oder mehr getrennte Ums&auml;tze vorliegen oder ein einheitlicher Umsatz. Dabei sind unter Ber&uuml;cksichtigung eines Durchschnittsverbrauchers die charakteristischen Merkmale des Umsatzes zu ermitteln. Insoweit darf einerseits eine wirtschaftlich einheitliche Leistung nicht k&uuml;nstlich aufgespalten werden. Andererseits sind mehrere formal getrennt erbrachte Einzelums&auml;tze als einheitlicher Umsatz anzusehen, wenn sie nicht selbst&auml;ndig sind. Ein einheitlicher Umsatz ist dabei f&uuml;r zwei Fallgruppen zu bejahen. Zum einen liegt eine einheitliche Leistung vor, wenn eine oder mehrere Einzelleistungen eine Hauptleistung bilden und die andere Einzelleistung oder die anderen Einzelleistungen eine oder mehrere Nebenleistungen bilden, die das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilen. Eine Leistung ist insbesondere dann Neben- und nicht Hauptleistung, wenn sie f&uuml;r die Kundschaft keinen eigenen Zweck, sondern das Mittel darstellt, um die Hauptleistung des Leistungserbringers unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen. Zum anderen kann sich eine einheitliche Leistung daraus ergeben, dass zwei oder mehrere Handlungen oder Einzelleistungen des Steuerpflichtigen f&uuml;r den Kunden so eng miteinander verbunden sind, dass sie objektiv einen einzigen untrennbaren wirtschaftlichen Vorgang bilden, dessen Aufspaltung wirklichkeitsfremd w&auml;re (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Januar 2013 V&nbsp;R&nbsp;31\/10, BFHE 240, 380, BStBl II 2013, 352, unter II.1.a). Hieran hat sich durch das EuGH-Urteil Stadion Amsterdam CV (EU:C:2018:22) nichts ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise entschieden, dass eine einheitliche Leistung vorliegt und bei seiner Entscheidung die vorstehenden Abgrenzungsgrunds&auml;tze f&uuml;r die Frage, unter welchen Bedingungen mehrere zusammenh&auml;ngende Leistungen umsatzsteuerrechtlich als eine Gesamtleistung zu behandeln sind, zugrunde gelegt. Danach ist das FG im Streitfall zu Recht von einer einheitlichen Leistung ausgegangen. Es hat in Anwendung der vorstehenden Grunds&auml;tze die Einheitlichkeit der Leistung damit begr&uuml;ndet, dass es dem Durchschnittsverbraucher gerade auf die Kombination der durch den Vergn&uuml;gungspark zusammengefassten Leistungsangebote ankomme. Die kurze Dauer der Einzelattraktionen erm&ouml;gliche es, diese miteinander zu kombinieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die hiergegen gerichteten Einwendungen der Kl&auml;gerin gegen die revisionsrechtlich nicht zu beanstandende W&uuml;rdigung durch das FG sind nicht durchgreifend, da sie nur die M&ouml;glichkeit einer anderen W&uuml;rdigung aufzeigen, ohne dass darin eine Rechtsverletzung zu sehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick darauf, dass die Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG das Unterbleiben der Beweiserhebung nicht ger&uuml;gt hat, ist der zudem von ihr geltend gemachte Verfahrensfehler im Revisionsverfahren unbeachtlich. Denn ausweislich der Sitzungsniederschrift hat die Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung keine Beweisantr&auml;ge gestellt und das Unterbleiben einer Beweiserhebung auch nicht ger&uuml;gt. Damit hat die Kl&auml;gerin ihr R&uuml;gerecht verloren. Der im finanzgerichtlichen Verfahren geltende Untersuchungsgrundsatz ist eine Verfahrensvorschrift, auf deren Einhaltung ein Beteiligter ausdr&uuml;cklich oder durch Unterlassen einer R&uuml;ge verzichten kann (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;). Das Unterlassen der rechtzeitigen R&uuml;ge hat den endg&uuml;ltigen R&uuml;geverlust zur Folge (z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Januar 2018 VI&nbsp;R&nbsp;2\/16, BFH\/NV 2018, 712, unter II.2.d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auf die von der Kl&auml;gerin in dieser Weise einheitlich erbrachte Leistung ist nur ein Steuersatz und dabei der Regelsteuersatz nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 UStG anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie der EuGH im Urteil Stadion Amsterdam CV (EU:C:2018:22, Rz&nbsp;36) entschieden hat, bestimmt sich der Steuersatz f&uuml;r die einheitliche Leistung nach ihrem Hauptbestandteil. Danach ist eine einheitliche Leistung, die aus zwei separaten Bestandteilen, einem Haupt- und einem Nebenbestandteil, besteht, f&uuml;r die bei getrennter Erbringung unterschiedliche Mehrwertsteuers&auml;tze gelten, nur zu dem f&uuml;r diese einheitliche Leistung geltenden Mehrwertsteuersatz zu besteuern, der sich nach dem Hauptbestandteil richtet, und zwar auch dann, wenn der Preis jedes Bestandteils, der in den vom Verbraucher f&uuml;r die Inanspruchnahme dieser Leistung gezahlten Gesamtpreis einflie&szlig;t, bestimmt werden kann. Eine nur teilweise Anwendung einer Steuersatzerm&auml;&szlig;igung kommt somit bei einer einheitlichen Leistung nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach Ma&szlig;gabe der Hauptbestandteile der von der Kl&auml;gerin erbrachten Leistung kommt eine Steuersatzerm&auml;&szlig;igung nur in Betracht, wenn die Kl&auml;gerin ihre Leistungen als Schausteller i.S. von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;d UStG erbracht h&auml;tte, was aber zu verneinen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;d UStG erm&auml;&szlig;igt sich die Steuer f&uuml;r &quot;die Zirkusvorf&uuml;hrungen, die Leistungen aus der T&auml;tigkeit als Schausteller sowie die unmittelbar mit dem Betrieb der zoologischen G&auml;rten verbundenen Ums&auml;tze&quot;. Bei den Leistungen aus der T&auml;tigkeit als Schausteller handelt es sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;30 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (UStDV) um &quot;Schaustellungen, Musikauff&uuml;hrungen, unterhaltende Vorstellungen oder sonstige Lustbarkeiten auf Jahrm&auml;rkten, Volksfesten, Sch&uuml;tzenfesten oder &auml;hnlichen Veranstaltungen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;d UStG beruhte im Streitjahr unionsrechtlich auf Art.&nbsp;12 i.V.m. Anhang&nbsp;H Kategorie&nbsp;7 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG, sp&auml;ter Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Anhang&nbsp;III Kategorie&nbsp;7 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vm 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211;). Danach konnten die Mitgliedstaaten eine Steuersatzerm&auml;&szlig;igung zugunsten der &quot;Eintrittsberechtigung f&uuml;r Veranstaltungen, f&uuml;r Theater, Zirkus, Jahrm&auml;rkte, Vergn&uuml;gungsparks, Konzerte, Museen, Tierparks, Kinos und Ausstellungen sowie &auml;hnliche kulturelle Ereignisse und Einrichtungen&quot; anordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtliche Grundlage der Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die T&auml;tigkeit als Schausteller i.S. von Schaustellungen, Musikauff&uuml;hrungen, unterhaltende Vorstellungen oder sonstige Lustbarkeiten auf Jahrm&auml;rkten, Volksfesten, Sch&uuml;tzenfesten oder &auml;hnlichen Veranstaltungen ist somit die in Anhang&nbsp;H Kategorie&nbsp;7 zur Richtlinie 77\/388\/EWG genannte &quot;Eintrittsberechtigung f&uuml;r &#8230; Jahrm&auml;rkte sowie &auml;hnliche &#8230; Einrichtungen&quot;. Diese bezieht sich auch auf die Unternehmer, die bei Jahrm&auml;rkten und &auml;hnlichen Einrichtungen Leistungen im Rahmen der von ihnen dort betriebenen Schau-, Belustigungs- oder Fahrgesch&auml;fte erbringen (zutreffend Abschn.&nbsp;12.8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;7 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach der Rechtsprechung des BFH erfasst &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;d UStG nur die Schausteller, die ein Reisegewerbe betreiben, nicht aber auch ortsgebundene Schaustellungsunternehmen. Der erkennende Senat hat dies damit begr&uuml;ndet, dass ein ortsgebundenes und zeitlich unbeschr&auml;nkt t&auml;tiges Schaustellungsunternehmen nicht als volksfest&auml;hnliche Veranstaltung anzusehen sei. Entscheidendes Kriterium ist somit die Beg&uuml;nstigung &quot;des allgemeinen Volksvergn&uuml;gens auf Volksfesten&quot; (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 1970 V&nbsp;R&nbsp;67\/70, BFHE 100, 420, BStBl II 1971, 37). Nach der Rechtsprechung des BFH ist der so eingeschr&auml;nkte Umfang des Beg&uuml;nstigungstatbestandes nicht gleichheitswidrig, da der von Veranstaltung zu Veranstaltung ziehende Schausteller neben Reise- und Bef&ouml;rderungskosten auch einen erh&ouml;hten Aufwand zu tragen hat, der durch den Abbau, Aufbau und dem schnelleren Verschlei&szlig; von Anlagen entsteht (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juni 1972 V&nbsp;R&nbsp;36\/71, BFHE 106, 148, BStBl II 1972, 684). Auf dieser Grundlage hat der BFH zuletzt auch die Eintrittsberechtigung zu einem von einer Gemeinde veranstalteten Dorffest als von der Beg&uuml;nstigung erfasst angesehen (BFH-Urteil vom 5.&nbsp;November 2014 XI&nbsp;R&nbsp;42\/12, BFHE 248, 382, BStBl II 2017, 849).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Gegen die Einschr&auml;nkung des Beg&uuml;nstigungstatbestandes auf Schausteller, die ein Reisegewerbe betreiben unter Ausschluss der ortsgebundenen Schaustellungsunternehmen, bestehen im Hinblick auf das Unionsrecht keine Bedenken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Es steht dem nationalen Gesetzgeber frei, in den Grenzen des Anhangs&nbsp;H Kategorie&nbsp;7 zur Richtlinie 77\/388\/EWG die Anwendung eines erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes anzuordnen. Eine Verpflichtung hierzu besteht nicht. Entscheidet sich der nationale Gesetzgeber daf&uuml;r, den durch die Kategorien des Anhangs&nbsp;H einger&auml;umten Gesetzgebungsspielraum auszun&uuml;tzen, besteht f&uuml;r ihn keine Verpflichtung, die einzelnen dort genannten Kategorien in ihrer Gesamtheit umzusetzen. Wie der EuGH z.B. zu Anhang&nbsp;III Kategorie&nbsp;3 und 4 zur MwStSystRL entschieden hat, sind die Mitgliedstaaten berechtigt, auf einige der in Kategorie&nbsp;3 und 4 aufgef&uuml;hrten Arzneimittel oder medizinischen Ger&auml;te einen erm&auml;&szlig;igten Mehrwertsteuersatz anzuwenden und auf andere dieser Arzneimittel oder Ger&auml;te den normalen Steuersatz (EuGH-Urteil Oxycure Belgium SA vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2017 C-573\/15, EU:C:2017:189, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend ist der nationale Gesetzgeber auch befugt, bei Aus&uuml;bung der Erm&auml;chtigung in Anhang&nbsp;H Kategorie&nbsp;7 der Richtlinie 77\/388\/EWG die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung auf die Eintrittsberechtigung f&uuml;r Jahrm&auml;rkte sowie &auml;hnliche Einrichtungen bei einem gleichzeitigen Ausschluss der in dieser Kategorie auch genannten Vergn&uuml;gungsparks anzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der nationale Gesetzgeber hat dabei seine Umsetzungsentscheidungen nicht nach Ma&szlig;gabe der in anderen Mitgliedstaaten bestehenden Rechtslage auszurichten. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin kommt es somit auf die Rechtslage in &Ouml;sterreich oder Frankreich nicht an, da diese Mitgliedstaaten &uuml;ber die Aus&uuml;bung der durch die Richtlinie einger&auml;umten Erm&auml;chtigungen eigenst&auml;ndig &#8211;und dabei ohne Bindungswirkung f&uuml;r den nationalen Gesetzgeber&#8211; entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dar&uuml;ber hinaus h&auml;lt sich die Rechtsprechung des BFH, die die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung auf Schausteller, die ein Reisegewerbe betreiben unter Ausschluss der ortsgebundenen Schaustellungsunternehmen beschr&auml;nkt, an den unionsrechtlich vorgegebenen Rechtsrahmen. Insoweit kommt es auf der Grundlage der EuGH-Rechtsprechung darauf an, ob es sich bei den Leistungen der Schausteller, die ein Reisegewerbe betreiben, um &quot;einen konkreten und spezifischen Aspekt der Dienstleistungen&quot; (vgl. hierzu allgemein EuGH-Urteil Kommission\/Frankreich vom 6.&nbsp;Mai 2010 C-94\/09, EU:C:2010:253, Rz&nbsp;34&nbsp;ff.) handelt, die auf Jahrm&auml;rkten oder &auml;hnlichen Einrichtungen erbracht werden. Dies ist im Hinblick auf die gesetzgeberische Zielsetzung einer Beg&uuml;nstigung f&uuml;r das allgemeine Volksvergn&uuml;gen auf zeitlich beschr&auml;nkten Volksfesten und Jahrm&auml;rkten (s. oben II.2.b&nbsp;bb) zu bejahen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Es liegt auch kein Versto&szlig; gegen den Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t vor. Dieser l&auml;sst es nicht zu, gleichartige und deshalb miteinander in Wettbewerb stehende Waren oder Dienstleistungen hinsichtlich der Mehrwertsteuer unterschiedlich zu behandeln. Dabei ist in erster Linie auf die Sicht des Durchschnittsverbrauchers abzustellen, wobei k&uuml;nstliche, auf unbedeutenden Unterschieden beruhende Unterscheidungen zu vermeiden sind, so dass zwei Dienstleistungen als gleichartig anzusehen sind, wenn sie &auml;hnliche Eigenschaften haben und beim Verbraucher nach Ma&szlig;gabe eines Kriteriums der Vergleichbarkeit in der Verwendung denselben Bed&uuml;rfnissen dienen und wenn die bestehenden Unterschiede die Entscheidung des Durchschnittsverbrauchers, die eine oder die andere dieser Dienstleistungen zu w&auml;hlen, nicht erheblich beeinflussen. F&uuml;r die Beurteilung der Vergleichbarkeit von Leistungen ist auch der Kontext zu ber&uuml;cksichtigen, in dem sie erbracht werden (EuGH-Urteil Pro Med Logistik und Pongratz vom 27.&nbsp;Februar 2014 C-454\/12 und C-455\/12, EU:C:2014:111, Rz&nbsp;52&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>K&ouml;nnen die Mitgliedstaaten bei der Aus&uuml;bung der ihnen zustehenden Befugnisse auch den Kontext der Leistungserbringung ber&uuml;cksichtigen, bestehen f&uuml;r den erkennenden Senat keine Zweifel, dass der Kontext eines nur tempor&auml;r und zeitlich beschr&auml;nkten Volksfestes oder Jahrmarktes entgegen der Auffassung von Huschens in Schwarz\/Widmann\/Radeisen, UStG &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;d Rz&nbsp;12 insbesondere auch aus Sicht des Leistungsempf&auml;ngers ein anderer ist, als der bei einem ortsfesten Vergn&uuml;gungspark. Hierf&uuml;r spricht auch die sich letztlich bereits aus Anhang&nbsp;H Kategorie&nbsp;7 zur Richtlinie 77\/388\/EWG selbst ergebende Differenzierung. Soweit im Hinblick auf die den Mitgliedstaaten durch Art.&nbsp;98 MwStSystRL einger&auml;umten Regelungsspielr&auml;ume die Bindungen aus Art.&nbsp;3 des Grundgesetzes zu beachten sind (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juli 2010 V&nbsp;R&nbsp;4\/09, BFHE 231, 260, BStBl II 2013, 590, unter II.4.e&nbsp;bb), ergibt sich aus den vorstehend aufgef&uuml;hrten Gr&uuml;nden auch eine hinreichende Rechtfertigung f&uuml;r die Unterscheidung zwischen reisenden und ortsgebundenen Schaustellern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Danach hat das FG die Klage im Streitfall zur Recht abgewiesen. Bei dem von der Kl&auml;gerin dauerhaft unterhaltenen Vergn&uuml;gungspark handelt es sich nicht um einen in seiner zeitlichen Veranstaltungsdauer beschr&auml;nkten Jahrmarkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.8.2018, V R 6\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.020818.VR6.16.0 Umsatzsteuer im Freizeitpark Leits&auml;tze Die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung nach &sect; 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. d UStG gilt nicht f&uuml;r ortsgebundene Schaustellungsunternehmen. Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 23. September 2015&nbsp;&nbsp;14 K 4220\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. 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